30 Seconds to Mars
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Eine kleine Kurzgeschihte, die mir mal so beim Duschen einfiel =)

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The Crow

Ich saß jetzt schon den fünften Tag hintereinander auf den Treppen meiner geliebten Tuomiokirkkokirche und beobachtete sie.
Und wie jeden Abend, wartete ich auf ihn.
Er war es, der den Grund dazu gab, warum ich mich immer wieder hierher begab und in der Kälte auf den Stufen verharrte.
Leise hörte ich das Flattern seiner Flügel und wieder blickte ich wie verzaubert zu ihm auf, als er im sanften Anflug über mich hinwegflog. Sanft landete er zu ihren Füßen und legte seinen Kopf schief, as sie ihm sachte mit der kleinen Hand über sein glänzendes schwarzes Gefieder strich. Er gab einen leisen, krächzenden Laut von sich und ich hörte sie antworten.
Fasziniert beobachtete ich die Unterhaltung, schien es mir doch unmöglich zu sein.
Als er ihr auf den Arm hüfte, wusste ich, dass dies der Abschied war. Sie senkte ihre Lippen auf seinen Kopf und küsste ihn sanft, während er seinen Schnabel leicht an ihre Wange lehnte. Danach flog er mit einem Krächzen wieder davon, doch diesesmal war es mir, als würde er mich beobachten.
Ich stand auf, zündete mir eine Zigarette an und wollte gerade gehen, als sie mich mit leiser Stimme ansprach.
„Er möchte dich kennen lernen!“ war alles was sie sagte, bevor sie wieder verschwand.
Diese 5 Worte hallten in mir nach, es lag am Klang ihrer Stimme, so lieblich und doch so traurig.
Langsam ging ich nach Hause und überlegte, woher sie wissen wollte, dass er mich kennen lernen möchte??
Dieser Gedanke ließ mich nicht in Ruhe, so dass ich am nächsten Tag wieder erwartungsvoll auf der Treppe verharrte. Wieder war kein Mensch mehr weit und breit, nur sie saß da.
Ich stieg langsam die Stufen zu ihr hinab und setzte mich neben sie. Sie sagte nix, bewegte sich noch nicht einmal, sondern starrte gerade hinaus aufs Meer.
Erst als ich leisen Flügelschlagen vernahm, kam Bewegung in sie, ihre Augen schienen zu glänzen, ihr Körper schien zu erwachen.
Der Vogel landete wie jedes Mal sacht zu ihren Füßen und schaute sie aus seinen schwarzen Augen an.
„Hei“ flüsterte sie und ich schluckte, weil sich mein Hals so trocken anfühlte.
„Er ist da, wie du es wünschtest!!“ sagte sie weiter und in diesem Moment wand der Vogel seinen Kopf zu mir und mir schien, als würde er mir zunicken.
„Hei…“ krächzte ich, was er wiederum mit einem Flügelschlagen quittierte.
Danach wand er den Kopf zu ihr zurück und krächzte wieder leise.
„Nein…ich kenne ihn doch gar nicht!!“ schluchzte sie auf einmal los, doch der Vogel schüttelte den Kopf.
Fasziniert und betroffen zugleich schaute ich den Beiden zu, überlegte, was sie sich gerade erzählten.
„Wenn es Dein Wille ist und Du Dir sicher bist…“ flüsterte sie und der Vogel antworte wieder mit einem Krächzen.
Als ich auf einmal ihre Hand in meiner spürte, zuckte ich erschrocken zusammen, sie war so kalt und sie zitterte.
„Was…was ist los??“ fragte ich sie endlich und als sie ihr Gesicht mir zuwandte, spürte ich, wie mein Herz anfing schneller zu schlagen. Diese Augen, ein leuchtendes Blau und doch so unendlich traurig, eine kleine Nase und ein sinnlicher Mund, der zum Küssen einlud.
„Er sagt, dass du der Richtige bist!!“ und wieder krächzte der Vogel.
„Wofür??“ etwas verdutzt sah ich von Einem zum Anderen.
„Für mich!!“ antwortete sie und ihre Augen fingen an mit Strahlen, was mich komplett aus der Bahn warf. Hätte mir wer erzählt, dass ich mich in dieser Nacht Hals über Kopf verlieben würde, ich hätte ihn ausgelacht, und doch so ist es: Ich habe mich in diese kleine, mysteriöse Person verliebt.
„Aber wie??“ frage ich heißer und sah sie an.
„Du bist wie ich…wir sind eine Seele!!“ waren ihre wenigen Worte und ich fühlet mich, als ob soeben jemand einen Schalter gefunden hatte, der mich alles verstehen ließ. Die letzten Tage, Wochen, Monate…ja sogar Jahre, waren nur für diesen einen Augenblick gedacht.
„Jetzt seid ihr wieder vereint, möget ihr für immer beisammen sein!“ hörte ich auf einmal eine dunkle Stimme in meinem Kopf, und als ich den Vogel ansah, nickte er.
„Ich verlasse euch jetzt…nehmt dieses als Zeichen meiner Erinnerung!!“ er erhob sich und 2 kleine schwarze Federn fielen vom Himmel herab.
Er flog davon, geräuschlos so wie immer und ich sah ihm hinterher.
„Danke“ flüsterte sie und brachte mich damit wieder zurück auf den Boden der Tatsachen.
„Und jetzt??“ fragte ich sei leise.
„Lass uns einen Kaffee trinken, dann sehen wir weiter!“ lächelte sie mich an.
Zusammen gingen wir dir Treppen hinab und verließen den Ort, der mir soviel beantwortete, aber noch mehr Fragen aufwarf.