30 Seconds to Mars
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Autor/en: Lichtgestalt (ich)
FSK: 14
Warnungen:ein klein wenig lime
Disclaimer: The Rasmus usw. gehören NICHT mit, ich bekomme kein Geld und alles ist erfunden!!
Claimer: Alle anderen Personen und Plätze in Deutschland kenne ich selber, bzw werde sie noch kennenlernen...
Inhalt: Liebe, Tränen, Verlust, Glück...es ist eine übliche FF

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1. Kapitel

Helsinki – Malmin Lentoasema

Als ich auf die Gangway des gerade eben gelandeten Flugzeugs der Finnair trat, strahlte mir die Sonne ins Gesicht als wollte sie mich hier willkommen heißen.
„So, da bin ich wieder. Helsinki - meine Heimat -.“, dachte ich und mir war echt so, als müsste ich erstmal den Boden unter meinen Füßen küssen, so wie der Papst.
Mit gemischten Gefühlen lief ich den Weg Richtung Flughafen entlang, neben mir eine Menge fröhlicher Menschen, die wahrscheinlich Urlaub hier machten. Ja, sie fanden es sicherlich toll hier, ist es ja auch, aber nicht, wenn du 24 Jahre, bzw. 21 Jahre, hier lebst. Nein, dann fandest du es nicht mehr ganz so toll. Ok, dafür das wir eine Hauptstadt sind, ist Helsinki recht klein, aber dieses kann auch tierisch zum Nachteil sein.
An der Gepäckannahme musste ich ein klein wenig warten, so dass ich die Möglichkeit hatte, mich schon mal in der Halle umzuschauen. Aber was hatte ich denn erwartet?? Das man mir nach 3 Jahren Aufenthalt in Deutschland den roten Teppich ausrollen würde??
„Ha, es würde mich nicht einmal wundern wenn meine Eltern es wieder vergessen haben, das ich heute komme!“ murmelte ich vor mich hin. Die Frau neben mir schaute mich leicht entgeistert an. Naja, ist doch so.
Endlich kamen meine 2 Riesenkoffer auf dem Laufband angerollt und ich hatte zu tun das ich sie vom Band runterheben konnte, aber mit zusammengebissen Zähnen und einer großen Portion Wut ging alles. Langsam, und immer schön auf die Leute neben und vor mir achtend ging ich zum Ausgang.
„Ihren Pass Bitte!“, sagte in diesem Moment die junge Frau in der Flughafenuniform am Schalter. „Haben Sie Gegenstände eingeführt, die Sie verzollen und melden müssen?“
Naja, gut eingeführt habe ich was, aber ich glaube OBs muss man noch nicht versteuern.
„Nein, ich habe keine Wertsachen bei mir.“, sagte ich der Dame, gab ihr meinen Pass und sie schaute ihn sich kurz an.
“Willkommen daheim!“, strahlend reichte sie mir meinen Pass zurück.
Daheim?? War ich denn wirklich zuhause angekommen oder versuchte ich nur wieder etwas zu ersehnen was nie wirklich da war??
Ich nahm meine 2 Koffer und lief Richtung Ausgang, „Hoffentlich erwische ich gleich noch ein Taxi!“, dachte ich mir, da von meinen Eltern nirgends was zu sehen war. Als ich durch die große Eingangstür des Flughafens ging und schon nach einem Taxi rufen wollte, hörte ich auf einmal meinen Namen.
„Hey Bibbi, hier sind wir!“, ja meine Eltern waren es nicht, dafür aber mein großer Bruder mit seiner tollen Freundin. Und warum ist eigentlich mein großer Bruder hier und holt mich ab, wegen ihm bin ich doch damals nach Deutschland!!!
„21, 22, 23“, ja nach 3 tiefen Atemzügen fühlte ich mich wieder gefasst genug und wandte mich in Richtung meines Bruders und lief ihm entgegen.
„Mensch Kleene, ich freu mich ja so Dich wieder zusehen, gut siehst Du aus, wir hätten dich beinahe nicht erkannt!“, freudig umarmte mich mein Bruder. „Hey, lass mich bitte noch am Leben, ich wollte nicht mit 24 Jahren sterben!“, sagte ich meinem Bruder, irgendwie konnte ich mich nicht freuen ihn zu sehen. „Ja, herzlich willkommen daheim“, wünschte mir auch seine Freundin und drückte mir mit ihren Lippen einen Kuss auf die Wange. „na hoffentlich habe ich da jetzt keinen roten Lippenabdruck drauf!“, dachte ich mir und lächelte sie kurz an.
„Los, geb mir mal Deine Koffer, ich will hier keine Wurzeln schlagen, Mutti wartet auch schon auf Dich“, sagte mein Bruder und riss mir die 2 Koffer aus den Händen. „Sag mal, was hast Du denn da drinnen?? Goldbarren oder so?? Die Dinger sind ja sau schwer!“
Ich schaute ihn nur mit einem gelangweilten Blick an. „Was glaubst Du, was sich in 3 Jahren an Klamotten ansammelt und außerdem ist das nur das nötigste, der Rest kommt ja mit Frachter wenn ich meine Wohnung dann hab.“ So langsam ging er mir auf den Keks, kann dem doch auch egal sein was da drin ist, er musste des ja ned in den Kofferraum räumen, oder am Besten, er musste mich ja ned hier abholen kommen. Ach was solls, warum reg ich mich darüber wieder auf, ich meine, ändern kann ich jetzt eh nix und nach Hause wollte ich auch.
Wir stiegen dann auch gleich alle 3 in den Nissan Primera meines Bruders und fuhren los.
„Hey Bianca, wir ham noch eine Überraschung für Dich!“, sagte da Susan, die Freundin meines Bruders, zu mir. Als ich sie ansah und ihr fettes Grinsen im Gesicht, wäre ich am liebsten aus dem Auto ausgestiegen. Nein, ich wollte es wirklich nicht hören aber mein MP3-Player lag irgendwo im Koffer, also musste ich mich dem Unausweichlichem fügen und schaute sie an. „Was denn da?“, fragte ich Susan nicht gerade höflich. „Dein Bruder und ich“, fing sie geheimnisvoll tuend an, „wir werden nächste Woche nach Lahti ziehen, weil Andy dort einen Arbeitsplatz bekommen hat.“ Wow, es geschehen noch Zeichen und Wunder, aber was hat das jetzt mit mir zu tun?? „Und da du gerade erst wieder nach Helsinki gekommen bist und somit noch keine Wohnung hast und so…“, aha, daher weht der Wind, „haben wir uns gedacht, wir überlassen Dir unsere jetzige Wohnung, aber bitte lass sie ganz, es ist das Erbe deines Bruders von eurem Opa.“ Sag mal is die doof? Natürlich werde ich in der Wohnung Parties mit all meinen Freunden feiern, wir werden die Wohnung auseinander nehmen etc.!! So ne blöde Kuh, ich will nur nen Dach übern Kopf und das nicht gerade bei meinen Eltern.
Nachdem wir eine viertel Stunde gefahren sind standen wir auch schon in der Einfahrt zum Haus meiner Eltern. Jedes Mal wenn ich es sah, wurde ich sowohl von schönen wie auch schlechten Erinnerungen heimgesucht, und heute, wo ich das erste Mal seit 3 Jahren wieder hier bin sind diese Eindrücke stärker als zuvor. Irgendwie wollte ich nicht dorthin zurück, wo mir das Schlimmste passiert ist, was wohl einem jungen Mädchen wie mir passieren konnte. Aber egal, ich verdrängte diesen Gedanken sofort wieder und versuche mich auf den bevorstehenden Moment zu konzentrieren. Was wird sie sagen? Was wird sie tun? Waren die Gedanken die mir jetzt durch den Kopf gingen.
Und schon ging die Haustüre auf und meine Mutter trat heraus. „Bianca, endlich bist Du wieder da, wir haben Dich vermisst!“, heulte meine Mutter auch schon los. Alles, wirklich alles habe ich erwartet, nur nicht das. Meine Mutter hat noch nie geheult egal was war, sie musste immer die Starke markieren und nun? Ich merke wie mir auch die Tränen in die Augen schießen, verdammt ich will jetzt nicht heulen, krampfhaft versuche ich die Tränen runterzuschlucken aber es geht nicht. Sie laufen mir in kleinen Rinnsälen die Wange hinab und tropfen meiner Mutter ihre Schulter voll. „Hallo Mom“, nuschelte ich ihr in die Haare, mehr konnte ich nicht sagen. „Komm, wir gehen erstmal rein, nicht das die Nachbarn wieder anfangen mit reden!“, sagte mein Bruder.

2. Kapitel

Im Haus angekommen sah ich, das meine Eltern sich modernisiert haben, oder wie andere Leuten sagen würden, sie haben vorgerichtet. Alles sah jetzt hell und freundlich aus, und mein Vater hat sich sogar die Arbeit gemacht Fliesen zu verlegen. Wahnsinn, ich erkannte mein altes zu Hause nicht wieder. Meine Mutter schubste mich sachte in die Küche wo meine Oma schon wieder am kochen war. Seit sie bei uns nach dem Tod meines Opas wohnte, hatten mein Bruder und ich jeden Tag ein warmes Mittagessen. Irgendwie fand man meine Oma immer in der Küche, sozusagen die Seele des Hauses.
„Hallo Omilie!“ ich umarmte meine Oma ganz toll, sie liebe ich vom ganzen Herzen weil sie mich immer so akzeptiert hat wie ich war und mir auch in der schlimmsten Zeit meines Lebens zur Seite stand. „Hallo meine Kleine, schön Dich wieder hier zuhaben.“, auch meiner Oma standen die Tränen in den Augen.
Ich setzte mich auf unsere Eckbank und meine Mutter sich mir gegenüber. Eine Weile sagte keiner was in der Küche, man hörte nur den Geschirrspüler und das Essen auf dem Herd leise blubbern, die Uhr an der Wand ticken….
„Wie - wie geht es dir?“ fragte mich meine Mutter. „Ganz gut, ich habe mich weiterentwickelt und sehe jetzt vieles mit anderen Augen. Und, ich habe einen Abschluss gemacht.“ „Das freut mich zu hören, wir haben immer versucht Dich anzurufen aber bevor es überhaupt klingeln konnte haben wir aufgelegt. Dein Vater und ich, wir wussten ja nicht ob Du noch mit uns redest oder so.“ Ich hörte die Resignation in ihrer Stimme. „Mutti, ich bin nicht wegen euch weggelaufen, ich bin wegen Andy weg von Finnland. Ich habe es hier einfach nicht mehr ausgehalten. Aber, ich möchte das jetzt nicht bereden, ich möchte das alles nur vergessen, ja? Ich bin wieder da, werde auch da bleiben und mir einen Job suchen. Ich bin jetzt 24 und weiß was das leben von einem erwartet.“ Oh man, habe ich das gerade eben wirklich gesagt?? >>Ich weiß was das Leben von einem erwartet<<, ha aus welchem Film habe ich das denn?? Ich weiß nix, aber auch gar nix. Aber naja, ich sehe wie sich meine Mutter entspannt und auch Omi rührt das Essen weniger stark um, ja sie ist und bleibt die alte. Sie hängt sich nirgends rein, macht sich aber über alles und jeden so ihre Gedanken und dafür liebe ich sie.
Kurze Zeit später kamen mein Bruder und seine Tussi auch in die Küche und somit war die Zeit für jegliches private Gespräch mit meiner Mutter vorbei, vielleicht auch ganz gut so, noch weiß ich nicht wie ich das alles aufnehmen soll.
Wir sprachen über ganz viele, aber belanglose Dinge, ich erzählte ihnen viel über Deutschland, meine Ausbildung, meine Eindrücke und so. Irgendwie fiel es mir leicht über diese Dinge zu reden, ja, sie waren auch nicht mit Schmerzen verbunden.
Als das Essen fertig war kam auch mein Vater und ich sah sofort, dass auch er sich freute, ja auch er hatte Tränen in den Augen. „Hallo Princess“, schniefte mein Vater und ich musste schon wieder heulen. „Hallo Daddy.“ Verdammt, ich bin doch kein Weichei mehr, ich habe mir doch jegliche Gefühle verboten, warum heule ich dann??
Meine Oma und Mutter deckten inzwischen den Tisch und ich hatte kurz Zeit mir meinen Vater anzuschauen. Er hat abgenommen, sah aber immer noch gut aus. Sein schwarzes Haar wurde von vielen kleinen grauen Strähnen durchzogen, das machte ihn aber irgendwie noch attraktiver fand ich, um die Augen hat er mehr Fältchen bekommen aber sonst war alles wie vor 3 Jahren. Aber irgendwie fehlte der Glanz in seinen grünen Augen, so als ob jemand seinen Humor geklaut hätte.
Während des Essen sprachen wir nur über alltägliche Dinge, meine Mutter fragte meinen Dad wie es denn so auf Arbeit lief, mein Bruder erzählte, dass sich Susan um eine Stelle bei einem Anwalt beworben hat und sie nächste Woche zum Vorstellungstermin kommen sollte.
„Und was willst du machen Princess?“, ja, nur mein Vater durfte so mit mir reden, für ihn war ich die kleine Prinzessin die er beschützen durfte. Nur leider hat dieser Schutz einmal versagt, einmal und mich dafür auf ewig verletzt.
„Ich werde nächste Woche in die Wohnung von Andy und Susi ziehen und mich dann umschauen wo ich Arbeit bekommen könnte, Dad. Aber ich will es wirklich langsam angehen.“ Antwortete ich ihm und sah, dass ein kleiner Funken der Hoffnung in seine Augen zurückgekehrt war. „Nun lass sie sich doch erstmal wieder einleben, Kontakt zu ihren alten Freunden aufnehmen und so Arne, Bianca wird sich schon um alles kümmern! Sie ist kein kleines Mädchen mehr!“, sagte meine Oma in diesem Moment. „Ach Omili, du meinst es nur gut, aber ich glaube ich werde mich gleich ins Arbeitsleben stürzen“, weil Freunde hatte ich hier nicht mehr viele und sonst gab es auch nix zu tun. “Noch bist du eine Woche hier und in dieser Woche wirst du nix weiter machen als dich von mir verwöhnen lassen Kleines, und du willst doch nicht einer alten Frau den Gefallen abschlagen oder?“, gekonnt traurig sah mich meine Oma aus ihren blau-grünen Augen an, genau diese Augenfarbe habe ich auch und ich weiß das man diesen Augen nicht widerstehen kann. „Okay, okay, überredet Omili!“, lachte ich und meine Oma grinste übers ganze Gesicht.

3. Kapitel

Nach dem Essen saßen wir alle noch am Tisch und wider Erwarten fühlte ich mich wohl, abgesehen von meinem Bruder und seinem Anhängsel, freute ich mich alle wieder zusehen und jetzt merkte ich auch, dass sie mir doch gefehlt haben, jeder Einzelne.
Ich erzählte ihnen von meiner Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin, was mir leicht viel und wo ich so meine Probleme hatte. Ich erzählte auch von meinen besten Freundinnen Jana, Natalie und Sabrina, von den anderen Mädels in der Klasse oder auch von meiner Mitbewohnerin Sophie. Ja, diese 4 Mädels werde ich sehr vermissen, aber sie haben mir versprochen mich bald mal besuchen zu kommen wenn sie Urlaub haben.
Und natürlich erzählte ich meinen Eltern wie es sich so in Nürnberg gelebt hat.
Meine Eltern erzählten mir was sich so in den 3 Jahren meines Aufenthaltes in Deutschland bei uns in der Nachbarschaft geändert hat.
Unsere ehemaligen Nachbarn sind aus ihrem Haus ausgezogen und somit ist auch das ganze Umfeld etwas ruhiger geworden.
Man, wenn ich daran denke das wir, als wir noch klein waren, nicht durch den Garten toben konnten, nur wie sich Madame von neben an in ruhe ihre Schnulzenromane lesen wollte, und Andy durfte kein Fußball spielen, weil der Ball ab und an doch über die Mauer geflogen ist - naja blöd kann man schon sein denn das Tor was im Garten stand war ja auch recht groß genug- aber deswegen gleich jedes Mal nen Aufstand machen?. Und sollten wir mal mit unseren Freunden ne Party gefeiert haben, mussten wir das vorher auch noch schriftlich ankündigen, damit nicht gleich wieder de Polizei kam.
Ach ja, aber jetzt war das eh egal. Ich werde keine weiteren Parties mit meinem Bruder feiern und schon gleich gar nicht im Hause meiner Eltern.

Langsam fand ich, dass es Zeit wurde in mein Zimmer zu gehen, meine Tasche auszupacken und meine Freunde anzurufen. Die werden sich bestimmt freuen dachte ich mir auch wenn es nur ein paar sind.
Im Zimmer angekommen sah ich, dass sich nix geändert hat, meine Eltern haben nur mal meine Blumen gegossen und staubgewischt sowie –gesaugt. Lächelnd setzte ich mich auf mein kleines blaues Sofa und sah mich um. An den Wänden hingen noch meine alten Poster mit den halbnackten Männern, auf dem Schreibtisch standen noch meine Bilderrahmen mit Photos meiner Familie, den PC hatte ich ja mit nach Deutschland genommen. Auf meinem riesigen Bett lag noch die bunte Decke, die mir meine Freundin mal aus Italien mitgebracht hat und wie ich so sehe hat meine Mom schon mal mein Bett bezogen. In der Schrankwand standen noch alle Andenken aus irgendwelchen Urlauben und auch Bücher die ich mal gelesen habe. Irgendwie isses schon komisch, in seinem eigenem Zimmer zu sein und sich doch fremd zu fühlen. Langsam stand ich auf und ging zu meinen Koffern, die mein Bruder netterweise in mein Zimmer gestellt hatte und packte aus. Im ersten lagen meine sämtlichen Klamotten, die ich in meinen Kleiderschrank legte. Bei manchen Teilen musste ich schmunzeln, weil sie mich an die Shoppingtouren mit meinen Mädels erinnerten. Nachdem ich den ersten Koffer leer hatte, zog ich mir meinen andern ran um auch diesen zu leeren. Gleich oben drauf lag das Abschiedsgeschenk meiner Freunde, das Album von Placebo. Geil, ich legte das Teil gleich mal in den uralten CD-Player und hörte es mir an. Dann kamen meine ganzen Schminksachen, weiß nicht ich nutze davon vielleicht grade mal 7 Sachen aber ich könnte jedem Salon alle Ehre machen. Meine Parfums räumte ich auch gleich wieder dorthin wo sie auch schon vorher standen und meine Schmuckschatulle stellte ich daneben. Zumindest versuchte ich das, aber da ich leidenschaftlicher Schmucksammler war, passte meine überdimensionale Schachtel da nicht hin, so dass ich sie erst mal auf den Schreibtisch stellte. Dabei viel mein Blick auf die Fotos und plötzlich war mein Hochgefühl wie weggeblasen. Scheiße, jetzt wurde ich wieder direkt daran erinnert warum ich eigentlich nach Deutschland abgehauen bin.
Auf einem Foto stand mein Bruder mit 2 seiner Freunde - Pauli und Lauri. Sie waren seit ich denken konnte mit ihm befreundet, und auch jetzt, wo sie bekannte Leute waren, hielten sie den Kontakt zu Andy aufrecht. Und wie das halt so ist, habe ich blöde Gans mich damals in Lauri verliebt und wurde total gedemütigt. Und schon kam die ganze Geschichte wieder, mit brachialer Gewalt erinnerte ich mich an diese Sekunden die ich dachte längst vergessen zuhaben.

4. Kapitel

°°Es war der 23. Geburtstag meines Bruders und natürlich waren alle seine Kumpels da und lungerten im ganzen Haus irgendwo rum. Musik kam aus dem Partykeller und ich versuchte mir den Weg zum Telefon zu bahnen, weil ich meine Freundin Claudia anrufen wollte. Irgendwie habe ich es geschafft die Treppe runterzukommen ohne dass ich geflogen bin und schnappte mir das Telefon. Dabei hörte ich einige Mädels meines Bruders kichern und als sie an mir vorbeiliefen schauten sie mich nur abschätzend von obern herab an. *Was glotzt ihr so blöde?*, dachte ich mir da, und ging wieder in mein Zimmer.
Schnell wählte ich dir Nummer von Claudia und sie ging zum Glück auch gleich nach dem 2. Klingeln ran. „Hey Maus, na alles klar bei Dir?“ fragte sie mich. „Nein, hol mich hier raus, lass uns in den Lady Moon gehen oder wohin auch sonst, nur hol mich hier raus, ich kann nicht mehr.“
„Ist er schon da?“, Claudi wusste sofort warum ich hier nicht bleiben wollte.
„Nein, du weißt doch, der verspätet sich gerne mal und ich will hier schon weg sein, bevor er da ist.“, sagte ich zu ihr. „Ok, ich bin in 5 Minuten da und warte draußen im Auto auf dich.“, meinte sie nur und schon hatte sie aufgehängt.
„Biiiiaaaaannnnncccccaaaa!!“, ertönte plötzlich mein Name im Haus, „wo ist das verdammte Telefon schon wieder??“
Ich öffnete meine Tür und wollte gerade ansetzen was zu meinem Bruder zurückzuschreien, als dieser auch schon vor mir stand.
„Mensch, ich such das überall und du hast des wieder hier. Hast wieder Claudi angerufen??“, fragte mich Andy leicht genervt.
„Ja, du weißt das ich ungern im Haus bin, wenn Du Party mit denen da“, damit zeigte ich auf die Clique seiner Freundin, „feiern tust. Sei nicht böse, aber ich bin nun mal nicht so für Tussigelabere.“
*Autsch, ich glaube das hätte ich nicht sagen dürfen, denn das Gesicht meines Bruders ist schon wieder merklich versteinert und immer nur wegen der blöden Kuh Susan. Die hat ihn doch total unter ihrem Pantoffel!!* dachte ich.
„Ach ja, und du denkst deine Freunde sind besser??“, kam auch schon die beleidigte Antwort von Andy. „Hey sorry, so war das doch nicht gemeint, nur ich habe es satt, mir ständig anhören zu müssen >geh mal ins Fitnessstudio, esse weniger Süßigkeiten, etc<. es kann nun mal nicht jeder Kleidergröße 34 besitzen und noch dazu 1.78 m groß sein. Ich bin ich und verdammt das bleibe ich auch!“, so langsam wurde auch ich wütend.
„Na ihr zwei, was streitet ihr euch denn wieder?“, mit ihrer achsonervenzereibenden Stimme kam Susan zu uns und stellte sich demonstrativ neben Andy.
„Nein!“, murmelte ich gab meinem Bruder das Telefon und ging wieder in mein Zimmer um mich fertig zu machen. Mit einem Aufschrei sah ich, das ich jetzt ganze 15 Minuten gebraucht habe und Claudi wer weiß wie lange unten im Auto sitzt und wartet. *scheiße aber auch* dachte ich mir, nahm meine Tasche und flitze so schnell ich konnte die Treppen hinunter. Als ich an der Tür angekommen war und sie aufmachen wollte, hörte ich, dass sich hinter mir jemand räusperte. Ich drehte mich um und stand Lauri direkt gegenüber.
*Verdammt, wie kann man nur so geil aussehen*, dachte ich und merkte wie ich rot anlief.
„Äh, ja? Sorry ich hab keine Zeit, Claudia wartet.“, plapperte ich drauflos und versuchte trotzdem langsam die Tür zu öffnen um abhauen zu können.
„Du gehst weg?? Wohin??“, fragte er mich. *Hmm, ich glaub ich sollte doch mal zu nem Ohrenarzt gehen und überprüfen lassen ob noch alles ganz gut funktioniert*
„Weg??“ *oh ja, den Preis für die absolut dämlichste Antwort hat soeben Bianca Viitaniemi gewonnen, herzlichen Glückwunsch* „Achja, weiß nicht, werden wir dann sehen. Machs gut und viel Spaß.“, stotterte ich noch und weg war ich.

„Puh“, war alle was ich sagen konnte als ich in Claudias alten Ford Fiesta stieg und erntete einen fragenden Blick.
„Was ist los? Ich warte hier seit 10 Minuten und alles was du sagst ist ein einfachen „puh“?“ fragte Claudia, während sie ihr Auto anließ und wir losfuhren.
„Hey Maus, sorry, aber ich hab mich mal wieder angestellt wie das erste Auto!“, grinste ich und ich merkte, dass Claudia langsam am Platzen war. „Nun sag endlich was los war oder ich setze dieses Auto und uns in den nächsten Seitengraben!“
Lachend nahm ich mir erst mal ne Zigarette und machte es mir es bequem. „Also.“, einen tiefen Zug von der Zigarette nehmend, „ich habe gerade mit ihm gesprochen, bzw., ich habe es versucht, und na ja, ich weiß nicht, ich konnte mich einfach nicht normal artikulieren, ich musste in meinem Gehirn regelrecht nach den passenden Wörtern suchen und trotzdem habe ich gestammelt wie nen pubertierendes Girl.“
„Oh man, sag bloß nicht, dass du dich ernsthaft in IHN verschossen hast?? Tu dir selber nen Gefallen und lass die Finger von ihm. Du weißt wie es Anna ging, nachdem sie sich mit ihm eingelassen hatte.“
„Nein oder doch. Ach ich weiß doch auch nicht was das ist. Ich warte jeden Tag darauf, dass er Andy besucht und dann wenn er da ist, suche ich das Weite weil ich nicht mit ihm in einem Raum sein kann. Und keine Angst, ich werde nicht den gleichen Fehler machen wie Anna.“
Nachdenklich knabberte Claudi auf ihre Lippe und fuhr auf den McDoof-Parkplatz wo wir uns mit Melanie, Christiana, Mandy, Chris, Thorben und Matti trafen. °°

5. Kapitel

Es klopfte an meiner Tür und ich wurde bei meiner Erinnerung gestört, aber böse war ich nicht.
„Ja?“ fragte ich und leise wurde die Tür geöffnet.
„Hallo Ausreißerin, willkommen zu Hause, ich habe dich sooooooooo sehr vermisst.“ Mit einem Aufschrei rannte ich meiner besten Freundin Claudia entgegen. Wir umarmten uns und schon wieder musste ich heulen.
Wir ließen uns auf mein Bett fallen, so wie wir das früher schon gemacht hatten und redeten erst mal über alles Mögliche. Man ich bin so froh das ich es doch getan habe wieder nach hause zu kommen.
„Weißt du, mit wem ich jetzt zusammen bin?“ fragte mich Claudia.
„Nein woher denn? Ich hatte doch in den letzen Wochen kaum zeit ins Internet zu gehen und dir zu schreiben, also sag schon. Und warum bist du nicht mehr mit Matti zusammen?? Ich dachte ihr wolltet euch verloben?“
„Also, halt dich fest. Kannst du dich noch an den Kerl erinnern, der in der Klasse über uns war, der über den wir uns immer so lustig gemacht haben?“
„Du meinst doch nicht etwa – “, lachend viel mir Claudi ins Wort, „doch, doch, ich bin seit ca. 3 Wochen mit Morten zusammen!“ Ich glaub, so sprachlos war ich schon lange nicht mehr.
„Mit Pickel-Morten aus der b? Ich fass es nicht, wie kommt es denn dazu?? Man, man, man...“
„Hey, du musst ihn sehen, der hat keine Pickel mehr seit er in Oulu war und er sieht verdammt noch mal gut aus!!“, also ich weiß nicht, ich habe Claudi noch nie so schwärmen gehört.
„Aber ich dachte er hat dort Arbeit in Oulu und lebt in ner WG?“ fragte ich Claudi.
„Ja, aber seit knapp 2 Monaten ist er wieder in Helsinki weil er in der Firma seines Vaters das Ruder in de Hand genommen hat. Sein Vater hatte doch den leichten Herzinfarkt und somit sah er sich gezwungen wieder nach hause zu kommen. Und auf Lenas Party habe ich ihn dann gesehen und weg war ich.“ Kurz hielt Claudia inne, „ Na ja und das mit Matti das lief doch schon seit gut einem Jahr nicht mehr so richtig, du weißt doch, seine Familie hat was gegen mich warum auch immer. Und im Mai haben wir beschlossen, dass es besser ist, wenn wir getrennte Wege gehen.“
„Oh man, ich habe ja wirklich einiges verpasst.“
„So, und nun erzähle mir doch mal, wie es bei dir in der Liebe aussieht!“, forderte sie mich auf.
„Ach, was soll ich dir denn da erzählen? Ich bin nicht verliebt, habe es nicht vor und das ist es auch schon.“
„Du willst mir doch nicht etwa wirklich damit mitteilen, dass du in Deutschland niemanden kennen gelernt hast, der dir so bisschen gefallen hat und an dem du dein herz weitergegeben hast? Das glaube ich dir nicht.“
„Glaubs ruhig, da war nix weiter. Ich hatte viel zu viel damit zu tun in Fitnessstudio zu gehen und mit Freunden abzuhängen. Da war nicht wirklich zeit für Jungs. Aber, keine angst ich hatte schon so paar flüchtige Bekanntschaften. Bis auf einer, mit dem war ich dann doch knapp 11 Monate zusammen.“
„Nun lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehen! Erzähl schon. Hast wenigstens Photos oder so?“, Claudi saß gespannt wartend auf meinem Bett und sah mich mit großen Kulleraugen an.
„Immer langsam mit den jungen Pferden, Photos habe ich auf dem Rechner, haben wir doch mit der Digicam gemacht. Er hieß Danny, ist ein Jahr älter als ich und sieht verdammt gut aus. Weißt, der hat kurze braune Haare, graue Augen, die, wenn er wütend wird, blitzen wie Stahl!“, als ich das Claudia erzählte wurde mir doch etwas schwer ums Herz, denn so einfach wie ich das ihr erzähle, ist es mir keineswegs gefallen.
„Hey, raus mit der Sprache. Ich merke es doch sofort das da was nicht stimmt. Drei Jahre sind zwar ne verdammt lange Zeit aber ich merke das immer noch wenn du es mir verheimlichst!!“ sagte Claudia in einem Ton, der es dir nicht möglich macht auszuweichen.
„Hach, naja weißt du, es hätte was werden können, aber entweder es war der falsche Zeitpunkt oder Ort, keine Ahnung, jedenfalls wollte es nicht so richtig. Und seine Eltern fanden es wohl auch nicht so toll, das er mit ner Finnin zusammen war. Irgendwann nach knapp 11 Monaten haben wir uns dann halt getrennt. Und ob es unbedingt Liebe war weiß ich auch nicht.“ Mit einem Schulterzucken war das Thema für mich beendet.
„Hey, willst auch nen Cappu?? Ich geh mal runter in de Küche und hole mir einen.“, sagte ich zu Claudi uns stand auf.
„Na klar, wenn es wie immer Vanillecappuccino ist, nehme ich gerne einen Pott.“, kicherte sie und kam mir hinterher.

6. Kapitel

In der Küche angekommen, setzte sich Claudia auf die Eckbank und ich stellte fix den Wasserkocher an. Dann ging ich um Radio und suchte nen Sender der Rockmusik spielt.
*Wow* dachte ich mir, *Linkin Park, Klasse* und drehte bissl lauter. Claudia verdrehte nur die Augen und verkniff sich jeglichen Kommentar.
Als das Wasser fertig war, nahm ich 2 Tassen aus dem Schrank, löffelte das Pulver hinein und goss Wasser auf. Mit einem Seufzen ließ ich mich auf die andere Ecke plumpsen und überreichte Claudia einen Becher. „Hmm, das habe ich vermisst. In eurer Küche sitzen und lecker Cappuccino trinken und einfach nur die Zeit um mich vergessen können.“, nuschelte Claudia. Ganz in Gedanken merkte ich nicht gleich, dass sie mich auf einmal ganz erschrocken ansah. „ Was ist““, fragte ich sie. „Nix, sorry..“, doch schon hörte ich es:
„Und nun für alle Mädchen und junge Frauen, hier kommen sie wieder, die vier schnuckeligen Typen von The Rasmus mit ihrer neuen Single ‚Sail away’“, tönte es aus dem Radio.
>>>>Once Upon a time we had….”<<<, so schnell wie ich aufgesprungen war und das Radio ausgeschaltet habe, war ich schon lange nicht mehr.
Claudia schaute mich nur mit einem mitleidvollem Blick an und sagte nix.
Lustlos schlürfte ich meinen Cappuccino und irgendwie wusste ich das Claudia was sagen wollte es sich aber nicht traute.
„Na los, spucks endlich aus!“, forderte ich sie auf.
„Ich dachte du bist über ihn hinweg, ich meine, 3 Jahre sind ne verdammt lange Zeit und du warst in Deutschland und so…“ Ja glaubte sie echt was sie da erzählte?? Hey, die Jungs sind jetzt auch in Europa bekannt, seit sie mit ihem Song ‚In the shadows’ nen No.1-Hit hatten.
„Naja, trotzdem mag ich nicht mit irgendwas zu tun haben, was mich auch nur im entferntesten an ihn und die Sache erinnert, weißte?“, ich merke wie sich mir die Kehle langsam zuschnürte.
„Lass uns runter an den Strand gehen, ich glaube das tut uns jetzt beiden gut.“, schlug Claudia vor.
Wir packten uns warm ein, weil trotz der Sonne kann es im August am Strand ganz schön kühl sein und liefen los.

Oh wie herrlich ist das doch, bei Sonnenschein und wenig Wind am Strand entlangzulaufen. Am liebsten wäre ich jetzt ganz alleine, aber wahrscheinlich würde ich da wieder nur an damals denken. Claudia, die merkte das ich leicht die Stirn runzelte sagte, „Hey denk nicht schon wieder daran, er ist es nicht wert. Schau, es ist jetzt fast dreieinhalb Jahre her und er wird es eh nimmer wissen!“. Und genau da war das Problem: ich weiß das er mich vergessen hat, abgetan wie so viele vor und nach mir. Hey ich sollte vielleicht nen Club gründen >>Lauri´s Verflossene<<, würden sich wahrscheinlich hunderte von Girls melden. Ich musste leicht lächeln, wie kam ich nur auf diesen Scheiß??
„Was grinste denn nu schu wieder?? Dich soll mal einer verstehen, erst schauste als würde de Welt untergehen und im nächsten Moment siehst du aus wie der Sonnenaufgang im Japan höchstpersönlich!“ woher wusste sie denn wie der aussah??
„Ach naja, irgendwie habsch meinen Humor in Deutschland wieder gefunden, und ich weiß nicht mittlerweile kann ich schon leicht drüber lachen!“
„Na das is mal ein Wort! Lass uns das feiern!“
„Was?“, leicht auf dem Schlauch stehend wusste ich ned gleich was sie wollte, „Na das du wieder da bist, dass du wieder die alte Bibbi bis, ach was weiß ich alles halt!“, flötete Claudia.
„Und wo willste hingehen? Ins Nosturi bekommste mich auf keinen Fall!!“
„Hmm, am Besten wir gehen in unsere alte Wirkungststätte, ‚The Ladys Moon’ oder hast nen anderen Vorschlag??“
„Nein, klingt ganz gut….hey is das da vorne nicht der Spielplatz wo wir immer geschaukelt sind?“, fragte ich Claudi und schon im nächsten Moment rannten wir 2 wie kleine Kinder über den Sand und zu den Schaukeln. Naja gut, die Muttis dort müssen auch gedacht haben wir sind reif für de Klinik, aber das war uns egal. Wir setzten uns auf die Schaukeln, die welch Wunder uns aushielten und versuchten unseren alten Rekord im Hochschaukeln zu brechen. Na gut, so jung sind wir nimmer und angst habe ich dann auch bekommen, aber über die Kinder die da standen und uns mit großen Augen ansahen mussten wir dann doch lachen. Es war schön wieder so lachen zu können, irgendwie befreiend und ich merkte erst jetzt, das ich wieder zuhause bin. Hier wo ich meine Familie und meine Freunde habe. Apropos Freunde, ich musste Claudia fragen was aus denen so geworden ist.
„Hey Claudi, lass uns rüber in das kleine Café dort setzen und nen Kaffe trinken. Und dann erzähle mir doch mal bitte was so aus den anderen so geworden ist.“, sagte ich, während ich von der Schaukel sprang und langsam loslief.
„Man ey, ich bin doch keen junges Reh mehr, das mal so eben behende durch de Gegend bzw. von der Schaukel hüpft!“, keuchte sie neben mir.

7. Kapitel

Am Café angelangt setzten wir uns an einen der freien Tische auf der Straße, dort wo man so schön die Leute beobachten konnte und bestellten uns einen Kaffee.
„Hmm, ja also du willst wissen was so aus uns allen geworden ist. Hättest dich ja auch mal melden können, nicht nur an den Feiertagen oder so!!!“, mit einem leichten Augenzwinkern schaute mich Claudi an.
„Also, Melanie und Thorben sind nach langen Hin und her endlich zusammen und erwarten demnächst ihr erstes Kind, aber zuvor wollen sie noch heiraten, ich glaub dich bringe ich als Überraschung mit! Christiane ist in den Südtirol gezogen und arbeitet dort jetzt in dem Hotel ihres Bekannten, Mandy hat sich mit ihrem Freund aufs Land verzogen uns verkauft jetzt die Brötchen die er backt, Chris hat eine Kneipe aufgemacht, da fällt mir ein, da können wir heute auch hingehen, naja und Matti, er ist noch hier in Helsinki, aber ich weiß nicht wirklich was er so macht. Die anderen aus unserer Clique kannst du gleich selbst begrüßen, weil die komen dort gerade.“, zeigte mir Claudi. Und richtig, da kamen mein verrückter Haufen aus früheren Tagen.
Cindy, Tanja, Luisa, Tiino, Andreas, Niils und Caarsten. Als sie uns sahen blieben sie erstmal kurz stehen, nur um dann wie eine Herde aufgescheuchter Hühner zu uns zu rennen.
„Bibbi, du hier, wow und keiner hat was gesagt.“ „Bibbi, ich freu mich so dich zu sehen!“ „Ey altes Haus wohlbehalten zurück aus Deutschland?“, mit solchen und noch mehr Fragen stürmten sie auf mich ein, jeder drückte und busselte mich erstmal, jetzt weiß ich wie sich so ne Sardine anfühlt.
Lachend bat ich sie erstmal platz zu nehmen und alles in Ruhe zu bequatschen.
Wir saßen bestimmt so 3 h dort und lachten und redeten über alles, als ich merkte das es doch endlich Zeit wurde wieder nach Hause zu gehen.
Wir verabredeten uns alle für den Abend und ich ging dann mir Claudi wieder zu mir.
Abends ist es noch schöner in Helsinki als am Tage, wenn so langsam die Dämmerung einsetzt, die Sonne im Meer versinkt und überall die Lichter angingen. Ohne ein Wort zu sprechen gingen Claudi und ich Arm in Arm zu mir nach Hause, wo wir uns an der Tür verabschiedeten. Schließlich sahen wir uns ja in 2 h schon wieder. Nach einer dicken Umarmung und einem Kuss ging ich unsere Auffahrt hinauf zu unserem Haus.
Ich schloss die Tür auf und ging hinein. Hmm, wonach roch es denn hier so gut, meine Oma hat doch nicht etwa -, ich schaute in die Küche und fand meinen Verdacht bestätigt. Meine Oma hat meinen Lieblingsauflauf zum Abendessen gemacht und alle warteten schon mit dem Essen auf mich. Sogar Kerzen standen auf dem Tisch.
“Da bist du ja Kleines, hattest du einen schönen Nachmittag mit deinen Freunden?“, fragte mich meine Oma.
„Ja und ich habe mcih prächtig amüsiert und nun einen Mordshunger.“, sagte ich grinsend und lies mich auf die Eckbank fallen.
Nach einem gemütlichen Essen und einem Glas Rotwein danach verzog ich mich ins Bad, schließlich wollten wir heute abend mein Heimkehren groß feiern.

8. Kapitel

Ich stand lange unter der Dusche und ließ mich von dem warmen Wasser berieseln, ahh das tat gut. Schnell schäumte ich meine Haare mit meinem Shampoo ein und seifte mich mit meinen Gel ein. Hihihi, ich glaube jeder der jetzt ins Bad kommen würde, wäre vor dem heißen Wasserdampf und dem Parfümgeruch geflüchtet, nur ich nicht – ich liebe es so heiß zu duschen das man danach aussieht wie ein Krebs.
Als ich endlich fertig war, stieg ich aus der Dusche aus und war das erste mal froh in meinem Leben, dass unser Badezimmerspiegel einen integrierten Heizkörper hatte uns somit nicht angelaufen war. Ja, jetzt konnte ich mich wieder im Spiegel anschauen, nicht wie früher, als ich ein Pummelchen war. Nein, jetzt war alles genau da wo es sein sollte und alles schön straff. Und sogar die Zeit am See hat sich gelohnt, ich war schön braun.
Ich nahm mir meine Bodylotion vom Regal und cremte mich erstmal in Ruhe ein. Hmm, ich liebe diesen leichten Zimtgeruch. Danach sprühte ich mich mit dem passenden Deo und Parfüm ein, was mich sofort an eine Shoppingtour mit Natalie erinnerte.

°°Wir waren mal wieder in der Stadt und gingen zum Douglas um ein Geburtstagsgeschenk für ne Freundin zuholen. Dabei entdeckten wir ein paar süße Typen die in der Herrenabteilung standen. Um ihnen etwas näher zu kommen taten wir so, als ob wir Parfüms ausprobierten und naja, ich glaub nach dem 6. oder 7. hatten wir keine Geruchsnerven mehr. Jedenfalls haben wir es geschafft und standen jetzt neben den Jungs, doch irgenwie, ich weiß nicht, sie schauten uns an und schüttelten nur den Kopf und gingen weg. Wir standen erstmal etwas bedeppert da, als ein Kind mit seiner Mutti an uns vorbeiging und gaaanz laut sagte: “Hey Mutti, die beiden stinken aber ganz schön!“ na toll, nun wussten wir auch warum die Jungs Reißaus genommen hatten. Ganz schnell verließen wir das Geschäft und draußen angekommen merkten wir erstmal, dass der Kleine ja recht hatte. Wir rochen unmöglich!°°

Ich kicherte leise vor mich hin, und zog mein Dessous an was ich mir mal aus lauter Jux und Dollerei bei Pabo bestellt hatte. Es war ein scharzes, aus Spitze bestehendes Bustier, das zum Schnüren war. Passend dazu hatte ich mir noch den String bestellt. Es fühlt sich so verdammt verrucht und herrlich auf der Haut an. Und weil ich heute einen so richtig drauf machen wollte zog ich einfach nur den schwarzen Nadelstreifenblazer über. Dann zog ich mir noch meine schwarzen Feinstrümpfe an und meine schwarze Nadelstreifenhose und meine Absatzschuhe an. Meine Haare steckte ich mit meinen vielen kleinen Klammern nach oben, wobei ich für jede Strähne eine Klammer brauchte, aber ich fand, das mir mein blondes Haar sehr gut stand, weil ich ja schon so ziemlich jede Farbe probiert hatte.. Dann schminkte ich mich noch dezent und ging dann ins Wohnzimmer zu meinen Eltern.
Dort saßen meine Eltern und mein Bruder mit Anhang und ich weiß nihct, irgendwie schauten sie mich an als wäre ich von nem anderen Planeten. Echt, meinen Bruder fielen fast die Augen aus dem Kopf und seiner Tussi stand der Mund offen, wie bei einem Fisch, der am Strand liegt und versucht Wasser zu schnappen. Ich musste echt lachen.
„Wahnsinn, ich mein mir ist das schon am Flughafen aufgefallen, aber das du sooo sehr abgenommen hast hätte ich nicht gedacht. Man ey, so kann ich dich nicht rauslassen, wer weiß was da passiert!“, staundend sabbelte mir das mein Bruder entgegen.
„Ha, ich bin alt genug um alleine fortzugehen, und deinen Beistand brauche ich ganz bestimmt nicht. Lass mal gut sein, was soll schon passieren?“, völlig genervt fragte ich ihn das.
„Aber, Bianca, du weißt nicht was so alles passieren kann in der Nacht. Du bist eine hübsche junge Frau und, naja so wie du angezogen bist könnten vielleicht einige der jungen Männer sonstwas denken. Mir wäre es auch lieber du würdest mit Andy fortgehen. Er trifft sich heute abend ja auch mit seinen Freunden.“
Entrüstet sah ich meine Mutter an. „Das ist jetzt aber nicht euer Ernst? Ich bin 24 Jahre alt und in diesem Aufzug bin ich fast nur weggegangen als ich in Deutschland lebte und da ist nix passiert. Also behandelt mich jetzt bitte nicht, auch wenn ich erst wieder da bin, wie ein Baby!“
„Princess“, sagte mein Vater da,“ wir machen uns ja nur Sorgen, weil du nunmal so verdammt hübsch geworden bist.“
„Ach Daddy, ich weiß ja, aber Claudia kommt gleich und wir treffen uns dann auch noch mit den anderen. Glaubst du echt ich bin heute auch nur eine Minute allein?“
„Wir können eh nix machen Arne, du weißt wie sie ist und ich vertraue ihr. Wo werdet ihr denn hingehen?“, leicht seufzend schaute mich meine Mutter an. „Wir gehen in den Moon und vielleicht noch zu Chris in de Kneipe, aber keine Angst, ich habe mein Handy bei mir!“
Bei diesen Worten klingelte es an der Tür und ich drückte meinen Eltern noch nen Kuss auf de Wange, meinem Bruder bedachte ich noch mit einem wütenden Blick *der soll sich aber nicht einfallen lassen, mit seinen Kumpels in den Moon zu kommen, sonst passiert was* dachte ich mir, schnappte mir meine Tasche, meinen schwarzen langen Mantel, meinen weißen Schal und weg war ich.

9. Kapitel

Jedoch, als ich die Tür aufmachte dachte ich, ich bin im falschen Film!! Da standen doch nicht etwa Pauli und Aki. *Na ja, immer noch besser als Lauri* ging es mir durch den Kopf.
Irgendwie sehen sie schon lustig aus mit diesem entgeisterten Blick und dem leicht geöffneten Mund.
„Hei Jungs, schön euch mal wieder zusehen, geht rein er sitzt noch im Wohnzimmer. Und macht den Mund zu es zieht!“, grinste ich die beiden an und ging trotzdem schon mal zum Tor.
„Ähm...ähm, Bianca?“, hörte ich die zwei hinter mir stottern. Ich drehte mich mit einem etwas gemeinem Lächeln um: “Ja?“
„Wow, du...du...du siehst wahninnig gut aus. Wie geht es dir? Was hast du denn so getrieben in den letzen 3 Jahren?“, leicht verlegen schaute Aki mich an.
„Hmm, gut, nix - ich war in Deutschland.“, mehr konnte und wollte ich in diesem Moment nicht sagen.
*Was geht die das auch an? Schließlich sind das die besten Kumpels von Lauri und die werden ihm das sonst gleich auf de Nase binden...und...ich dachte die sind auf Tournee, im Studio oder irgendwo sonst! Scheiße, hoffentlich kommen die nicht auf die Idee uns nachzuspionieren, obwohl, nee das machen die eh ned*, man, meine Gedanken sind wieder nur gequirlter Mist.
„Ach so, na ja, dann mach’s mal gut, wir sehen uns ja bestimmt mal wieder?!?“
*Nicht, wenn ich es verhindern kann mein Lieber!*, dachte ich mir und lief wieder Richtung Tor.
Okay, die beiden können nix dafür, aber meinen Bruder und Lauri hasse ich bis zum Tode und deswegen auch alle seine Freunde, auch wenn das denen gegenüber etwas unfair ist, aber sie sich haben damals ja auch alle lustig gemacht über mich als das passierte.
„Nein!“, sagte ich laut zu mir, „Nein du fängst jetzt nicht schon wieder an darüber nachzudenken, du hast heute deinen Spaß und lässt ihn dir durch nix vermiesen!!“
Ich schaute auf die Uhr, nanu es war ja gleich acht, wo bleibt sie denn nur?
Und schon hörte ich ein Auto das näher kam...nein ich hörte DAS Auto, denn Claudias Auspuff ist kaputt und deswegen klingt ihr kleiner Fiesta wie ein Panzer.
Lachend trat ich vor das Tor und ging auf den Fußweg um gleich in das Auto zu steigen. Als sie mit quietschenden Reifen anhielt und mir die Tür öffnete, hörte ich zu meinem Erstaunen, das Claudia Evanescence hörte. „Wow Süße, jetzt habe ich wirklich keine Chance mehr gegen dich im Bezug auf die Männer. Nur gut das ich meinen schon habe! Du siehst klasse aus“, lächelte Claudi und knutschte mich erst mal ab. „Hey, ist ja wieder gut, lass mich am Leben. Und das mit den Jungs kannste vergessen, ich habe im Moment keinen Bedarf“, lachte ich und gurtete mich an. Von meinen Eltern bis zum Moon dauert es ca. 15 Minuten und als wir davor standen, sah ich auch schon den Rest der Clique.

10. Kapitel

Es war schon ganz schön voll im Moon, doch wir fanden trotzdem einen großen Tisch in der Ecke des DJs und setzten uns hin. Erst mal tranken wir alle zur Feier das ich wieder da bin einen schönen Cocktail, ok nur die Mädels, die Jungs trinken lieber ein Bier, „sieht doch sonst schwul aus, nen Kerl mit nem Cocktail“, durfte ich mir anhören.
Wir erzählten über alles Mögliche, ich redete über meine besten Erinnerungen an Deutschland, z.B. die Story vom Vorstellen in der Ausbildung.
„Ja, da hat uns Frau Haunstein nacheinander gefragt, wie wir heißen, was wir so gemacht haben bisher und naja. Jedenfalls fragte sie mich ob ich mobil sei, und ich sagte so voller ernst, ‚ja ich bin mobil, ich habe ein Handy!’. Man ihr glaubt gar nicht wie die Klasse gelacht hat, vor allem Natalie die neben mir saß.“ Na gut, meine Freunde lachten sich gerade auch total schlapp, aber das war ja auch lustig.
Nach ein paar weiteren Cocktails gingen wir dann zusammen auf die Tanzfläche und rockten was das Zeug hält, na gut, ich konnte ned so rumhüpfen wie ich gerne wollte aber es machte trotzdem viel Spaß.
Nach gut anderthalben Stunde setzte ich mich wieder auf meinen Platz und bestellte mir erst mal etwas Alkoholfreies.
Ich trank gerade schön an meinem Wasser, als Claudia aufgeregt zu mir kam. „Bibbi, ich weiß das du das jetzt nicht hören möchtest, aber dort drüben in der VIP-Lounge sitzen dein Bruder und seine Freunde! Aber bitte, gehe nicht rüber und mache einen Aufstand, nicht hier und nicht jetzt!“
Ich schaute in die Richtung und tatsächlich, dort saßen sie. *Also ist er doch hergekommen* dachte ich wütend, aber ich versprach Claudia nix zu unternehmen, zumindest nicht hier.
Hmm, was sollte ich jetzt tun?? Auf der Tanzfläche rumhopsen kam mir nicht mehr in den Sinn, wollte mich ja ned zum Rollo schieben, also was mache ich jetzt?? *Erstmal eine Zigarette* war mein Gedanke, und ich nahm einen tiefen Zug. Ahh, wie gut das tut, da ist der Kopf gleich etwas freier.
Ich lehnte mich in meinen Sitz zurück und lies meinen Blick über die Tanzfläche gleiten. Lächelnd sah ich meine Freunde, wie sie abhotten und zu mir winken. Ich winke leicht zurück und schaue mich weiter um. Dort ist die Hawaii-Bar, ich glaube da werde ich mir jetzt mal nen Caipi holen und mal bissl durch die Disco laufen, vielleicht trifft man ja doch Bekannte.

Ich ging die kleine Treppe hinunter und lief in Richtung Bar, als mich ein Typ anrempelte. „Sorry“, sagte ich und wollte weiterlaufen, als mich dieser Typ am Arm festhält. „Du bischt aber eine Süsche!“, lallte er mich an während ich versuchte meinen Arm freizubekommen. „Willschte disch nüsch mit schu mir schetzen?“ quasselte er weiter. Langsam aber sicher wurde ich wütend, weil ich mich nicht befreien konnte, weil er mich so dämlich anmachte und weil wir schon beobachtet wurden. „Man, lass mich los und hau ab, bevor ich dir noch paar in de Fresse haue“, zischte ich ihn an.
„Ach wiescho denn?? Isch find disch hübsch, hascht nen knackischen Popo, und wer wird denn gleisch scho brutal werden?“
Man langsam treten mir die Tränen der Verzweiflung in die Augen, als ich diese Stimme hörte: „Wenn Du nicht gleich deine dreckigen Pfoten von ihr nimmst und das Weite suchst, lernste mich kennen!“
*Neeeeiiinnn, alle nur nicht er. Lass es nicht ihn sein, bitte!* Doch schon in dem Moment wo mir der Gedanke, der Wunsch, diese Bitte – was auch immer - in den Sinn kam, wusste ich das es vergebens war.
Er war es, aber vielleicht hat er mich nicht erkannt. Als der Typ mich losließ sagte ich schnell danke und versuchte zur Bar zu gelangen, was bei der proppevollen Disco nicht so ging wie ich das wollte.
Endlich an der Bar angelangt musste ich mich erst mal auf einen Hocker setzen und tief Luftholen.
„Hey, was kann ich dir denn bringen?“, fragte mich der Barkeeper mit einem freundlichen Lächeln. „Einen verdammt großen Caipirinha bitte“, lächelte ich zurück und merkte wie ich mich langsam wieder beruhigte.
„So, für die hübscheste Frau in diesem Lokal einen extragroßen Caipirinha!“ grinsend reichte mir der Barkeeper ein wirklich großes Glas. „Hey, des war aber nur ein Scherz“, sagte ich etwas überrascht, weil mit solchen Komplimenten konnte ich nicht umgehen. „Die Dame hat sich einen großen gewünscht, also erhält sie auch einen.“ Ich musste lachen, so was ist mir ja noch nie passiert.

11. Kapitel

Langsam und genüsslich zog ich an meinem Strohhalm und trank meinen Caipi, als ich ein leises Räuspern hinter mir vernahm.
„Ähm Bianca,…“, ich blieb erstarrt sitzen, an ihn hatte ich überhaupt nicht mehr gedacht, „…können wir bitte reden??“
Ich lachte trocken auf, ohne mich umzudrehen antwortete ich ihm: „Reden?? Wozu, worüber überhaupt sollten wir beiden reden?? Lass mich bitte in Ruhe Lauri!!“
„Dreh dich bitte um, sieh mir ins Gesicht und sag das noch mal!!“, fordert er mich mit einer verdammt leisen Stimme auf. Ich schluchzte auf, unfähig irgendwas zu denken geschweige denn zu tun, sagte ich leise: „Das kann ich nicht!!“
Ich drehte mich um und versuchte wegzurennen. Doch leider vergaß ich, dass sich die Location mittlerweile so gefüllt hatte, dass es kaum ein Durchkommen gab. Prompt landete ich in seinen Armen und musste mich zwingen nicht auf seinen Körper, seinen Geruch, ja sogar auf das leichte Pochen seiner Halsschlagader zu reagieren. „Bitte, lauf nicht weg, höre mir zu! Bitte nur dieses eine Mal!“, flehte er mich an.
*Schau ihn nicht an, schau ihn nicht an Bianca!!! Sonst bist du verloren!!!*
Zu meinem Glück kamen gerade Luisa, Caarsten, Claudia, Niils und Tania zur Bar geschlendert.
„Sorry Lauri, aber es ist für mich vorbei, lass mich bitte in Ruhe!“
Ich stieß mich von ihm ab und lief zu meinen Freunden.
*Scheiße, jetzt war der Abend gelaufen* ging es mir durch den Kopf und ich nahm mir einen großen Schluck meines Caipis.

„Hey war das nicht gerade Lauri?“ fragte mich auch schon Luisa. „Ja, aber ich will jetzt nicht darüber reden, lass uns lieber feiern!!“ gespielt fröhlich nahm ich meine Freundin, stellte das leere Glas irgendwohin und ging auf die Tanzfläche. Jetzt war es mir egal wer mich tanzen sah. Ich ließ meinen ganzen Frust raus.
Nachdem wir eine ganze Stunde zu R´n´B, etwas was eigentlich so gar nicht meine Musikrichtung ist, getanzt haben, waren wir total erschöpft und gingen zu unserem Tisch zurück wo schon die Anderen auf uns warteten.
„Mönsch, wir dachten schon ihr werdet nie fertig mit rumhopsen! Aber habt ihr gesehen, die Kerle aus der VIP-Lounge, besonders der kleine Dunkelhaarige und der größere Blonde dort, haben euch die ganze Zeit nicht aus den Augen gelassen, bzw. eigentlich nur Dich Bibbi.“ Sagte Caarsten.
„Echt?? Was ham die denn für ein Problem mit euch?“ fragte mich Niils in dem Moment.
„Ach nix, das ist nur mein großer Bruder mit seinen Kollegen und ich weiß nicht, anscheinend hat er es sich zur Aufgabe gemacht, heute den Aufpasser für mich zu spielen.“ Ich rollte leicht mit den Augen und Luisa verkniff sich ein Lachen. „Wassn, immer noch dein Staatsfeind Nr.1?“ Jetzt musste auch ich lachen. „Aber immer doch und daran wird sich auch nix ändern!“
Ich winkte einem der Kellner heran und bestellte eine Flasche Sekt (heute war mir es egal was ich bezahlen musste). Wir feierten fröhlich weiter, aber langsam wurde es doch ein bisschen warm, so dass ich meinen Blazer aufknöpfte. Ich merkte das Caarsten, Tiino und Niils sich an ihren Gläsern verschluckten und sah sie fragend an.
„Was ist?“ die Jungs wurden knallrot und fingen an zu stottern: „Naja, du, du, du...“ fing Caarsten an, „Du siehst absolut geil aus!“ beendete Tiino den Satz. Die Mädels mussten anfangen mit lachen.
„Sacht mal, wart ihr schon mal beim Optiker? Ich sehe normal aus!“ so langsam ging mir das aber auf den Keks: erst Pauli und Aki, dann der Besoffene, dann der Barkeeper und nun die 3! Ham die se nimmer alle??
Kichernd stupste mich Claudi an: „Gugg mal darüber, da fallen grad mindestens 2 Jungs die Augen aus dem Schädel. Von den übrigen Gaffern hier ganz zu schweigen!!“
Kopfschüttelnd stand ich auf und ging zu den Toiletten. Unterwegs achtete ich aber etwas mehr auf die männlichen Besucher und tatsächlich, alle glotzen mich an wie das erste Fahrrad!

Als ich in der Toilette war musste ich kurz warten und schaute mich deswegen im Spiegel etwas genauer an. Alles was ich sah, war eine junge Frau, 163cm groß, blonde Haare, blau-grüne Augen, in einem Anzug und einer Korsage drunter. Also nix besonderes.
*Was die nur alle ham?? Hier rennen so viele hübsche Mädchen rum, da bin ich ganz bestimmt nix Aufregendes.*
Endlich wurde eine der Kabinen frei und ich ging hinein.

12. Kapitel

Ich war gerade fertig und zog meine Hose an, als ich 2 Mädchen reinkommen hörte, die sich unterhielten.
„Man, das kotzt mich so an! Lauri hat nur Augen für – wie sagte er gleich noch mal?“ hörte ich die eine sagen, „ Seine blonde Elfe. So was schwachsinniges!“ antwortete ihre Freundin, „Ok, sie sieht verdammt gut aus, is aber auch ein geiles Teil was sie drunter trägt, aber hey, sie beobachtet ihn doch überhaupt nicht, dabei ist er so süüüüß!“
*Lauris Elfe?? Hat der schon wieder zuviel getrunken? Typisch, da labert der immer solchen Stuss und naive Girls kaufen dem das ab.*
„Aber Aki ist heute auch nicht viel besser!“, ich merkte wie sich eine der beiden in die Kabine neben mir setzte, „der kichert auch nur rum de ganze Zeit, wie so ein Vollidiot! Die sollen sich lieber mit uns beschäftigen!“
*Oje, nur schnell raus hier, sonst platze ich gleich noch vor Lachen*. Ich machte die Tür etwas auf und sah, dass der Gang leer war. Ganz schnell ging ich zum Waschbecken und wusch mir die Hände. Dabei schaute ich noch mal in den Spiegel und bemerkte das Funkeln in meinen Augen. Dann machte ich aber, dass ich zur Tür kam, weil ich hörte, dass die 2 Mädels fertig wurden und unbedingt übern Weg laufen wollte ich denen nun auch nicht.

Breit grinsend lief ich zurück zu meinen Freunden und trank mein Glas aus. Allerdings wurde mir langweilig, so dass ich Claudi fragte ob wir nicht noch wo anders hingehen wollen.
„Lass uns zu Chris fahren, dort is auf jedenfall noch was los!“ Claudi fing an zu grinsen wie ein Honigkuchenpferd.“ Ach, sag bloß Morten ist dort?“ „Ja er hat schu gefragt wann wir denn endlich kommen.“, lachend gaben wir den anderen Bescheid und gingen zum Ausgang. An der Garderobe holten wir unsere Mäntel und Taschen und gingen zur Kasse um unsere Karten abzugeben damit wir die Getränke bezahlen können. Naja, ich muss wohl keinem erzählen das es mich leicht auf meinen Allerwertesten gesetzt hat, aber heute war es mir wert soviel Geld auszugeben.
Natürlich mussten wir wieder warten, weil sich einige noch von Bekannten und Freunden verabschiedeten.
Als wir dann alle soweit waren und loslaufen wollten, merkte ich, dass irgendjemand an meinem Mantel war. Als ich mich umdrehte sah ich jedoch niemanden, außer Gäste, die entweder gingen oder kamen. Ich zuckte leicht mit den Schultern und hakte mich bei Claudi unter. Zusammen liefen wir zu den Autos und fuhren zum Chris.

13. Kapitel

Als wir eintraten sahen uns die Leute die dort waren leicht verwundert an, naja in dem Aufzug wie wir rumrannten, normal würde ich sagen. Chris blieb der Mund offen stehen als er mich sah, er stellte das glas was er gerade saubermachte ab und kam auf mich zu. „Bianca, Mensch, schön das du wieder hier bist. Lass dich mal anschauen. Hammer, Deutschland hat wohl kein Essen gehabt oder wie?“ feixte er und drückte mich.
Claudi knuddelte derweilen Thorben ab, und als ich ihm Hallo sagen konnte, war ich angenehm überrascht. Claudi hatte nicht gelogen, er sah wirklich gut aus.
Wir setzten uns wieder an einen großen Tisch und zum ersten Mal heute Abend konnten wir uns unterhalten, da im Moon die Musik einfach zu laut war.
Wir tranken noch reichlich (außer die Fahrer) und ich glaube ich habe auch nen ganz schönen Schwips, als Claudi sagte, dass es doch Zeit sei, endlich wieder nach Hause zu fahren. Ich sah auf die Uhr und stellte fest, dass es schon fast 3 war. Man wo ist nur diese Zeit hin??
Ich verabschiedete mich von allen und ging dann mit Claudi und Morten zu ihrem Auto. Ich ließ mich auf den Rücksitz plumpsen und machte es mir bequem (naja, so richtig geht das bei nem Fiesta eh ned, aus Erfahrung sprech) und schloss die Augen.
„Hey Schlafmütze, wir sind da.“ leicht rüttelte Claudi mir am Arm und weckte mich. „Wow, ich bin die paar Meter echt eingeschlafen?“ mit halboffenen Augen sah ich Claudi grinsend vor mir stehen.
„Los jetzt, wir wollen auch ins Bett, beweg dich!“
Zum Abschied gab ich Morten die Hand und Claudi knuddelte ich noch mal richtig, bevor ich zur Haustür ging.

Als ich in meine Manteltasche griff, merkte ich, dass sich neben dem Schlüssel ein Zettel darin befand. *Nanu, ich hab doch die Taschen erst geleert gehabt. Woher kommt das dann?* dachte ich mir, während ich leise die Türe öffnete, eintrat und wieder schloss.
Ich zog meine Schuhe aus und ging die Treppe hoch zu meinem Zimmer. Dort angekommen zog ich erstmal den Mantel aus und setzte mich auf mein Bett.
Dann ging ich ins Bad und schminkte mich ab und putze mir die Zähne…meine Kleidung, die tierisch nach Qualm und so roch, zog ich aus und legte sie zur Schmutzwäsche. Dann ging ich in mein Zimmer und zog mir ein T-Shirt an und legte mich ins Bett. Doch so wie ich lag viel mir der Zettel ein und ich stand noch mal auf und ging zu meinem Mantel.
Als ich den Zettel rausholte, merkte ich sofort, dass der nicht von mir ist, er sah eher aus, als wäre er von einem Notizblock oder so abgerissen worden.
Ich öffnete ihn und wollte ihn sofort zerreisen.
>>Bitte Bianca, rufe mich - egal wann - an, wir müssen reden!!!! Nr.: XXXX/XXXXXXX Lauri<<
Seufzend legte ich mich wieder ins Bett, der gab ja nie auf. Mein Blick viel wieder auf das Photo wo er mit Pauli und meinem Bruder drauf war. Wieder wurde ich an damals erinnert.

14. Kapitel

°°Es war eine Woche nach der Geburtstagsfeier meines Bruders, als ich Lauri wieder begegnete. (Ich hab mich de ganze Zeit nur bei Freunden oder an anderen Plätzen rumgedrückt)
„Hey, schön dich wieder zusehen, ich war jetzt fast jeden Tag hier um dich zu treffen, aber irgendwie bist du immer weg gewesen.“ Verdutzt schaute ich ihn an. Mir wurde es leicht warm und in meinem Bauch fingen die Schmetterlinge an zu flattern
„Äh ja, ich musste viel für de Schule vorbereiten und war deswegen fast nur bei Claudi, “ log ich ihn an, „aber warum wegen mir? Wir kennen uns jetzt seit 8 Jahren und du wolltest noch nie zu mir!“
Ich sah wie es in seinen verdammt geilen, grünen Augen aufblitzte „Naja, ich weiß auch nicht, seit einiger Zeit, naja da sehe ich dich irgendwie mit anderen Augen. Und, hmm, naja, ich glaub ich hab mich in dich verguggt!“
*Hö?? Mir leicht in den Arm zwick, nein ich schlafe nicht. Also welche Droge hat er dann genommen?*
“Ja klar, auf einmal!“ antwortete ich ihm sarkastisch und wollte an ihm vorbei. „Nein ehrlich, du musst mir glauben. Du bist anders als die anderen Mädchen und das hat mich schon immer fasziniert!“
Irgendwas in seiner Stimme veranlasste mich stehen zu bleiben und mich umzudrehen. Beinah musste ich lachen, so wie er da stand und mich mit einem treudoofen Blick ansah.
„Glaube mir, das habe ich noch nie gefühlt! Es ist der Wahnsinn!“ beteuerte er noch einmal. Mit gemischten Gefühlen ging ich auf ihn zu. „Ach ja, und was nun?“ fragte ich ihn und zog meine rechte Augenbraue hoch.
„Am besten ist, wenn wir jetzt Kaffeetrinken gehen und dann sehen wir weiter.“, schlug er vor und ich stimmte zu. *Was soll schon passieren bei ner Tasse Kaffee??* dachte ich mir.

Wir gingen zu einem kleinen Straßencafé, welches etwas abseits lag, damit ihn nicht allzu viele Teenies sahen und uns hinterher rannten. Es wurde ein gemütlicher Nachmittag und nach einem gemeinsamen Spaziergang am Meer, brachte er mich nach Hause. Zum Abschied drückte er mir einen Kuss auf die Stirn und versprach mir am nächsten Tag wieder zukommen.
Mit einem seligen Grinsen ging ich rein und auf mein Zimmer und wählte die Nummer von Claudia.
„Du wirst es nicht glauben!“ fing ich an sobald sie abgenommen hatte, „Ich war heute mit Lauri Kaffeetrinken und am Strand spazieren. Der hat sich allen ernstes in mich verguggt!“
„Ja, hallo auch dir!“ murmelte sie mir ins Ohr, „Wie, der hat sich in dich verguggt?? Das glaubst du doch selbst nicht?“
Schon nimmer so fröhlich sagte ich ihr, dass er es mir zigtausendmal beteuert hat, und, dass ich das in seinen Augen sehen konnte. Auf einmal fing sie an mit Lachen.
„Das ist nicht dein Ernst oder?? Das ist nur wieder so eine Masche von ihm meine Liebe. Lass lieber die Finger von ihm!“
Irgendwie wurde ich immer wütender. „ Du glaubst wohl nicht, dass er es mal ernst meinen könnte? Oder sehe ich so hässlich aus, dass sich keiner in mich verguggn darf?“
„Hey Mausi, sei nicht böse, aber du rennst genauso ins Verderben wie Anna. Da hat er doch fast dieselbe Masche abgezogen. Am Ende will er dich nur ins Bett bekommen. Und denke dran was du dir immer geschworen hast!“
„Jaja, du hast wahrscheinlich Recht und nein, ich werde es schon nicht vergessen! Aber hach, er ist so süß und seine Augen, wenn ich ihm in die Augen schau bin ich verloren!“ seufzte ich resigniert in den Hörer.
„Warum er?? Warum ned Anttii oder Jonne oder sonst wer?? Warum ausgerechnet der Ylönen?“ – Ja, diese Frage stellte ich mir auch gerade.
„Ich weiß es nicht, ach ist jetzt auch egal, ich werde mich morgen trotzdem mit ihm treffen. Was ist schon dabei?“ sagte ich ihr, wünschte ihr noch eine gute Nacht und legte auf.
Als ich mich schlafen legte verfolgten mich ein Paar grüne Augen, und ich drehte mich mehrmals hin und her bis ich in einen ruhelosen Schlaf fiel.

Am nächsten morgen war ich wie ein Aufziehmännel, ich konnte nicht eine Minute ruhig sitzen bleiben, wusste ich doch das Lauri kommt. Meine Familie sah mich an, konnte aber nur mit dem Kopf schütteln.
>>Ding, Ding, Ding<< Endlich, er war da. Wie von der Tarantel gestochen stand ich auf, zog mir meine Schuhe an und meinen Mantel und wollte schon zur Türe gehen, als ich sah, dass mein Bruder sie öffnete.
„Ah, Lauri, komm rein! Schon so zeitig heute hier?? Wir sind doch erst für 9 verabredet!“ sprach mein Bruder in diesem Moment auf Lauri ein.
„Nein, ich hole nur deine Schwester ab, “ fing er an.
„Du machst was???“ völlig entgeistert sah mein Bruder Lauri an. „Naja, ich hab heute ein Date mit ihr.“ War alles was er noch rausbrachte.
„Los Andy, rutsch mal ich will los. Hey Lauri, schön das du schon da bist!“ fröhlich trat ich aus der Tür und bemerkte noch das Grinsen und das Zwinkern meines Bruders. *Hat der ne Entzündung am Auge oder was?*
Ich hakte mich bei Lauri unter und zog in fort.
„Und was machen wir?“ fragte ich ihn.
„Hmm, lass uns Richtung Hafen laufen und dann sehen wir weiter.“ schlug er vor.
Arm in Arm gingen wir zum Hafen, sahen uns die ankommenden und ablegenden Schiffe an die in alle Richtungen verschwanden. Als es zu kühl wurde, setzen wir uns in das Hafencafé und tranken gemütlich Kaffee und liefen dann noch weiter.
„Weißt du, ich genieße das richtig.“ Fing Lauri auf einmal an mit reden. „Du bist nicht wie die anderen, die immer über irgendwelchen sinnlosen Quatsch reden müssen, du bist so ruhig, das gefällt mir.“ *Solange ich nicht langweilig bin ist das ok*
Auf einmal blieb er stehen und drehte mich zu sich. Ich schaute wieder in seine grünen Augen und es war vorbei. Alle inneren Schranken, mich nicht in ihn zu verlieben waren gebrochen und ich merkte wie ich hoffte, dass er mich doch bitte küssen möge. Und juchhu, er tat es. Er legte seine Lippen ganz sachte auf meinen und ich wurde wie Wachs unter ihm. Unser Kuss wurde immer intensiver und ich vergaß alles um mich rum. Nach einiger Zeit löst er sich von mir und ich schaute mit etwas verklärtem Blick in seine Augen. „Wow“, war alles was ich noch rausbrachte.
Wir gingen langsam wieder zu mir nach hause, beobachteten den Sonnenuntergang und bleiben alle paar Meter stehen um uns zu küssen. Auch als wir schon bei mir zuhause ankamen, küssten wir uns und wollten uns gar nicht loslassen. Nur leider wartete ja mein Bruder auf ihn. Nach einem letzten Kuss im Hauseingang sperrte ich die Tür auf und wir gingen rein. Ich rannte sofort in mein Zimmer, während Lauri in den Keller; das Reich meines Bruders; ging.
Bei mir angelangt legte ich mich auf mein Bett und schrieb meine Gefühle, die gerade Achterbahn fuhren in mein Tagebuch. Da stand so vieles drinnen, Dinge, die ich Claudia nicht anvertrauen konnte bzw. wollte.
Danach nahm ich mir noch ein Buch und las bis ich müde wurde.

15. Kapitel
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Das ging dann mehrere Monate so, wir trafen uns wenn er von seinen Gigs wieder da war, gingen mal ins Kino, schön essen oder irgendwo hin. Oft unternahmen wir auch was mit seinen Freunden (leider vergaß ich darüber meine eigenen). Ich genoss diese Zeit und eines Tages war es dann soweit. Er holte mich an einem Freitagabend ab und wir liefen wieder zum Hafen und setzten uns dort auf eine Bank.
„Lass uns zu mir gehen und DVD guggn“ schlug Lauri vor und ich stimmte ihm zu.
Als wir bei ihm ankamen setzten wir uns auf sein kleines Sofa und legten irgendeinen Film ein, von dem wir nicht wirklich viel mitbekamen. Die meiste Zeit küssten wir uns. Aber dabei blieb es dieses Mal nicht. Wir gingen weiter, zogen uns gegenseitig aus und ich erlebte zum ersten Mal diese Dinge. Ich ließ mich von meinen Gefühlen führen, ich glaub den Verstand hatte ich schon am Hafen ausgeschaltet.
Ich merkt das Lauri sehr viel Erfahrung in diesen Dingen hatte und genoss die kleine Spielchen und Erregungen die er mit seiner Zunge bei mir auslöste. Irgendwann nahm er mich bei der Hand und führte mich in sein Schlafzimmer zu seinem großen Bett, legte mich sachte darauf und spielte weiter mit meiner Extase. Ich meinerseits streichelte ihn sacht auf dem Rücken, seine Brust mit den kleinen Härchen und seinen Bauch mit den straffen Muskeln. Weiterzugehen getraute ich mich nicht. Irgendwann lagen wir nur noch mit Slips bekleidet da und irgendwie merkte Lauri jetzt meine Zurückhaltung.
“Keine Angst“ raunte er mir ins Ohr, „ich werde dir ned weh tun!“ er streichelte mich wieder überall bis ich dachte ich steh in Flammen und dann war mir alles egal. Ich fing ihn an wieder überall zu streicheln, dieses Mal ging ich sogar weiter (weiß nicht, aber ich hatte bestimmt nen roten kopf) und merkte wie Lauri leise die Luft einzog.
*Ach so selbstsicher sind wir dann wohl auch nicht was?* dachte ich mir und fuhr mit meinem Spiel fort. Ich spielte mit meiner Zunge an seiner Brustwarze die sich daraufhin erhärtete und irgendwann war es auch soweit - ich erlebte mein erstes Mal -. Es tat nur einen kurzen Augenblick weh, doch in diesem Moment sah ich in den Augen von Lauri etwas, was ich nicht beschreiben konnte. War es Angst, Wut, Trauer, Überraschung oder Verzweiflung? Wahrscheinlich von jedem etwas… Ich weiß es nicht, aber es war auch schon wieder weg ehe ich es richtig realisieren konnte. Was ich dann nur noch sah war grenzenlose Leidenschaft.
Wir liebten uns noch 3 Mal und es war jedes Mal unbeschreiblich schön, bis wir dann vor lauter Erschöpfung einschliefen.

16. Kapitel

Am nächsten Morgen wachte ich mit leichten Schmerzen zwischen den Beinen auf, doch als ich mich zur Seite drehte, sah ich ihn schlafend neben mir. Er sah aus wie ein Engel.
Leise stand ich auf und ging ins Bad mich duschen und zog mich wieder an. Als ich fertig war und aus dem bad kam, sah ich ihn in der Küche mit der Kaffeemaschine hantieren.
“Guten Morgen“ strahlend setzte ich mich auf einen Hocker.
„Hmm“ brummte er mir entgegen.
*Naja, is wohl ein Morgenmuffel* dachte ich mir.
„Was machen wir heute noch?“ fragend schaute ich ihn an. Er hielt kurz in seiner Beschäftigung inne, sah mich kurz an und drehte sich wieder weg.
„Warum?“
„Warum was?“ verdutz sah ich ihn an, was hatte der denn nun auf einmal??
„Warum hast du es mir nicht gesagt?“ „Was denn?“ völlig perplex nahm ich den Kaffeebecher entgegen.
„Na das du noch Jungfrau warst!! Gott verdammt, dass hättest du mir sagen müssen“ schrie er mich an.
Vor lauter Schreck verschluckte ich mich an meinem Kaffee und musste so husten, dass es mir die Tränen in die Augen trieb.
„Na ich habs vergessen, ich meine, du hast ja auch nicht gefragt. Was ist denn daran so schlimm?? Ich bin alt genug zu wissen was ich will!!“ Irgendwas war gar nicht in Ordnung, nur konnte ich mir nicht erklären was. *Mein Gott, gut ich war noch Jungfrau, aber das er deswegen so einen Aufstand machen muss?? Ich bin schließlich schon 20!*
„Du hast es vergessen? Ich glaube ich höre nicht richtig? So was vergisst man doch nicht! Mensch, was soll ich denn jetzt machen?“
„Sag mal geht’s noch? Was sollst du schon machen? Nix!“ langsam war es mir echt wie heulen zu mute, ich verstand nicht was er da jetzt von mir wollte, ich habe doch nix falsch gemacht.
„Nimmst du wenigsten die Pille?“ fragte er mich etwas leiser. „Na klar, was dachtest du denn?“ trotzig sah ich ihn an.
Frustriert wandte ich mich ab, packte meine wenigen Sachen zusammen.
„Ich glaub, es is besser wenn ich jetzt gehe“ etwas unschlüssig stand ich in seinem Flur, nicht fähig einen klaren Gedanken zu fassen.
„Mmh“ war alles was er sagte.
Ich nahm meine Tasche und schloss leise die Tür hinter mir. Im Treppenhaus bemerkte ich, wie mir die Tränen liefen. Scheiße, so hatte ich mir das nicht vorgestellt.
Blind vor Tränen lief ich nach Hause, öffnete die Tür und rannte in mein Zimmer.
Stundenlang lag ich auf meinem Bett und heulte wie ein Schlosshund.
Als meine Oma zu mir kam hatte ich keine Tränen mehr, ich lag nur da und starrte ins Leere.
„Was ist los Kleines? Sosehr hast du seit dem Tod deines Opas nicht mehr geweint.“ Meine Oma nahm mich leicht in den Arm und ich schluchzte leise auf. Irgendwie kamen die Worte von ganz alleine, ich erzählte meiner Oma alles und als ich fertig war, fühlte ich mich – ja, ich fühlte mich erleichtert.
Lange saßen wir so da, keiner sagte ein Wort, meine Oma urteilte nie. Als ich mich wieder beruhigt hatte stand ich auf und ging ins Bad. „Wenn du soweit bist ist eine heiße Schokolade für dich fertig“ sagte meine Oma.
Ich ließ mir ein bad ein und versuchte herauszufinden, was ich falsch gemacht hatte. Doch mir fiel nix ein.
Als ich fertig war ging ich in die Küche und trank meine heiße Schokolade und knabberte an einem Keks. Mir war nicht nach essen und nach reden auch nicht.
In diesem Zustand schlich ich die nächsten Tage durch die Gegend, Lauri meldete sich nicht und zu uns kam er auch nicht mehr, warum fragte ich schon lange nicht mehr. Meinen Freunden erzählte ich auch nix, obwohl sie mich ständig drauf ansprachen. Was sollte ich auch erzählen??
„Hey, ich hab mit Lauri geschlafen und er hat sich seitdem nicht mehr gemeldet?“ nein, das konnte ich nicht. Claudi konnte ich auch nicht mehr in die Augen schauen, weil sie mich ständig daran erinnerte, was ich aufgegeben habe und wie Recht sie doch hatte.

Eines Tages saß ich mit meinen Freunden in einer kleinen Kneipe am Hafen und als ich auf die Toilette ging, hörte ich ein Gespräch neben mir.
„Hast du schon gehört?? Lauri hat ne neue!!“ sagte da ein Mädchen.
„Ach nee, ich dachte er is mit dem keinen Pummelchen, der Schwester von Andy zusammen?“ kicherte die andere.
„Die?? Das war nur ne Wette! Die ham bei irgendeiner Party mal gewettet ob er es schafft sie rumzukriegen. Hat sie natürlich schön um den Finger gewickelt und naja, den Rest kannst du dir ja denken“ lachte die andere.
„Wie blöd kann man nur sein, vor allem das Andy da mitgemacht hat. Ich glaub wenn die das wüsste, nee ich würde beide köpfen!“
Und in diesem Moment brach alles in mir. Die Liebe zu beiden, Lauri und meinem Bruder wandelte sich in Hass um, und ich war nicht fähig irgendwas zu tun. Mein Kopf war wie leergefegt, ich hatte nur das eine Wort im Ohr . Als ich hörte, dass sie rausgingen stand ich langsam auf, wusch mir die Hände, ging zum Tisch nahm meine Jacke, bezahlte meine Getränke und lief ohne ein weiteres Wort raus. Wohin ich lief war mir egal, mir war alles egal. Schließlich stand ich vor den Scherben meines Lebens. Wunden, die tief in mir bluteten…°°

17. Kapitel

Ich legte das Photo in eine Schublade, drehte mich zur Wand und lag noch lange wach da. Und wieder musste ich weinen, dieser Schmerz ist heute noch genauso real wie damals. Irgendwann, die Sonne ging schon langsam über Helsinki auf, fiel ich in einen ruhelosen Schlaf. Immer wieder wurden meine Träume von Erinnerungen an damals heimgesucht. Als ich gegen Nachmittag endlich erwachte fühlte ich mich ausgepowert. Ich lag noch eine Weile in meinem Bett, bis ich mich zur Ruhe zwang und sagte, dass es endlich Schluss sein sollte mit dieser Quälerei. Beide hatten das nicht verdient, dass ich mich noch einmal so kaputtmachen ließ.
„Verdammte Axt, ich habe 2 Jahre gebraucht um darüber hinweg zu kommen und er schafft es an einem Abend wieder alles einzureisen! Nein, dieses Mal wird er es nicht schaffen, meine Mauer durchzubrechen!!“ schwor ich mir und ging ins Bad.
Als ich mich im Spiegel anschaute, erschrak ich zutiefst. Meine Heulerei hatte ihre Spuren hinterlassen. Ich hatte rote Augen, meine Lider waren geschwollen, dunkle Augenringe lagen wie Schatten um meine Augen und auch sonst war mein Gesicht leicht aufgedunsen. *Man und so wollte ich heute in die Stadt gehen??*
Nach einer langen und ausgiebigen Dusche putze ich mir meine Zähne und cremte mich ein. Dann ging ich in meinen Bademantel gewickelt in mein Zimmer und suchte mir ein paar Sachen zum anziehen heraus.
Ja, diese Jeans, das dunkelblaue Oberteil und meine weiße Trainingsjacke von Adidas würden reichen. Darüber mein hüftlanger Wildledermantel und auf ging’s. Als ich an der Küche vorbei wollte rief mich meine Oma.
„Ach Kleines, du isst wohl überhaupt nicht mehr?“
„Ich werde mir dann etwas bei Mc Donalds holen Omilie, keine Angst.“ rief ich ihr noch zu und ging außer Haus.
Ich lief schön gemütlich Richtung Innenstadt, dabei musste ich am Hafen vorbei. Ich sog tief die Seeluft ein, es gibt nix besseres und überlegte ob ich mich wieder auf meine Lieblingsbank setze. Als ich näher trat, bemerkte ich, dass dort schon jemand saß. *Na gut, es sollte wohl nicht sein.* dachte ich mir und ging wieder Richtung Innenstadt.
Dort machte ich erstmal einen langen Schaufensterbummel und blieb dann vor einem Laden stehen, der mich an das ‚British Empire’ in Nürnberg erinnerte. Ich trat ein und sah mich interessiert um. Hier hingen verschiedene Trainingsjacken in allen möglichen Farben, Oberteile und Hosen, sowie Schuhe, alles was das Herz begehrte gab es hier. Ich nahm mir einige Jacken und ein paar Shirts und probierte sie an. Nach langem Hin und Her entschied ich mich für eine blau-weiße Jacke und ein dunkelblaues Oberteil. Als ich zur Kasse ging entdeckte ich einen Ständer an den Ketten hingen. Eine besondere stach mir ins Auge. Ein ledernes Band mit meiner Geburtsrune – Dagaz. Ich konnte nicht anders und nahm sie mit. Als ich aus dem Laden ging stieß ich mit einer Person zusammen. Als ich verwirrt aufblickte erkannte ich Aki.
„Hey Bianca, was machst du hier?“
„Na, wonach sieht es denn deiner Meinung nach aus?“ fragte ich ihn leicht gereizt. *Musste ich denn immer irgendeinem von denen begegnen.*
„Naja, stimmt auch wieder. Hast du kurz Zeit ich würde mich gerne mal mit dir unterhalten“ fragte mich Aki.
„Ok, aber nur kurz und auch nicht über Lauri oder so, weil sonst kannste des gleich vergessen!“ sagte ich ihm und ging zu einem Café.
Wir setzen uns und bestellten uns einen Kaffe und ich mir ein Stück Kuchen, weil ich merkte das ich doch langsam Hunger bekam.
„Also, was ist?“ fragend schaute ich ihn an.
„Ähm ja, also, ich wollte dich mal fragen wie es dir so geht und was du so gemacht hast. Du warst auf einmal von der Bildfläche verschwunden und keiner wusste was Genaues.“
„Ach, ich wusste gar nicht, dass ich so interessant war“ verkniffen schaute ich ihn an. „Aber nur zu deiner Information ich war in Deutschland und habe mir meinen Wunden geleckt. Warum brauche ich dir ja wohl nicht erklären“ verächtlicht blickte ich von meinem Teller auf.
Ich merkte wie unangenehm ihm dieses war und ich fand das als kleine Genugtuung für den Schmerz der mir damals zugefügt worden war.
„Hmm, naja, also weißt du“ stammelnd und leicht errötend fing er wieder an mit sprechen, „ Lauri hat halb Finnland nach dir abgesucht. Er wollte, bzw., will noch immer mit dir reden. Du hast damals irgendwie etwas falsch verstanden“.
„Was bitte schön, sollte ich damals nicht verstanden haben? Er hat mit meinem Bruder und sonst wem gewettet mich rumzukriegen, als er merkte das ich noch Jungfrau war, hat er Schiss bekommen und sich mit der einfachsten Methode aus der Sache herausgezogen. Er hat sich einfach nicht mehr gemeldet, kam nicht mehr vorbei und gut ist. Und bitte, die beiden Mädchen haben sich das ganz bestimmt nicht ausgedacht, als sie sich damals in de Toilette über mich lustig machten. Die wussten doch gar nicht, dass ich dort war!“ ich merkte, wie mir die Wut Tränen in die Augen trieb und etwas unwirsch wischte ich sie weg.
„Wir, bzw. er hat dich überall in Finnland gesucht. Er wollte mit dir reden, alles wieder gutmachen. So sollte es nicht kommen, glaube mir. Aber ich sehe schon, es ist besser, ihr beide redet miteinander. Ich kann da jetzt nix ausrichten.“
„Nein, nein und nochmals nein! Er kann sich sein Gerede sonst wohin stecken! Ich will meine Ruhe, ich habe lang genug gebraucht um das Ganze zu verarbeiten. Und nur weil er nachts nicht schlafen kann, braucht er nicht denken, dass das mit einem Gespräch aus der Welt ist. Oh nein, so läuft das nicht und damit basta!“ wütend stand ich auf, legte das Geld auf den Tisch und lief an dem völlig verdutzen Aki vorbei raus aus dem Laden.
*Scheiße*, der Tag war gelaufen.

18. Kapitel

Als ich wieder zuhause ankam stellte ich meine Einkaufstüte erstmal in die Ecke und legte Lacrimosa mit ‚Fassade’ ein.
Dieses Album bekam ich mal von Natalie geschenkt, als es mir ziemlich schlecht ging und es half mir immer wieder mich aufzubauen und nach vorne zu blicken. Und schon erklangen die ersten Töne des Liedes ‚Fassade – Part I’.

Schaut mich nicht an!
Ich bin kein Tier!
Nur ein Menschenkind - für euch ein fremdes Wesen - vielleicht
Mit Augen und Ohren
Einem Herz und viel Gefühl
Und immer noch mit einem klaren und auch freien Verstand!
Vielleicht bin ich nur ein Schatten
Der euren Plan verdunkeln will
Vielleicht bin ich ein Gewitter
Dessen Regen manches Samen Durst nach Wachstum leiste stillt

Schaltet - die Menschen - Maschinen - gleich und seht -
Im Gleichschritt - sie schreiten - ganz ohne - Bedacht und -
Sie glauben - zusammen - verschieden - zu sein und -
Ganz eigen - ganz frei und - selbstbestimmt - zu sein

Schaut mich nicht an!
Tief in euch werft euren Blick!
Nicht die anderen sind Täter - und vergiften diese Welt
Nein - ein Jeder kämpft und streitet und gestaltet dieses Leben
Und wenn ihr redet
Wessen Geist ist eurer vielen Worte Inhalt?
Wart ihr jemals an dem Abgrund zwischen Herz und dem Verstand?
Könnt ihr sagen: Ich erlerne mich?
Eure schreckliche Einfältigkeit
Zu glauben was man euch erzählt:
Natürlichkeit und Selbstbestimmung
Aber bitte nur im Rahmen des Systems dieser Gesellschaft

Schaltet - die Menschen - Maschinen - gleich und seht -
Im Gleichschritt - sie schreiten - ganz ohne - Bedacht und -
Sie glauben - zusammen - verschieden - zu sein und -
Ganz eigen - ganz frei und - selbstbestimmt - zu sein

Warum Fassade?
Gibt es nicht genügend Egoismus in der Welt?
Gibt es nicht genügend Selbstsucht die den Selbsthass überspielt?
Reicht es nicht dass jeder sich der nächste ist und nicht versteht?
Dass die Mauern des Alleinseins die des Egoismus sind?

Schaut mich nicht an!
Ich bin kein Tier!
Nur ein Menschenkind - für euch ein fremdes Wesen - vielleicht
Mit Augen und Ohren
Einem Herz und viel Gefühl
Und immer noch mit einem klaren und auch freien Verstand?

(Lacrimosa – Fassade I. Satz)

Ich lag nur auf meinem Bett und lauschte Tilo Wolffs Stimme. Wahnsinn was man alles mit Worten aus drücken kann. Gleich fühlte ich mich besser.
Ich sah bei mir an die Uhr und merkte, dass es Zeit zum Abendessen, und somit zum ersten richtigen Familienzusammentreffen ohne Bruder, war.
Ich ging noch mal schnell ins Bad und machte mich frisch und lief dann runter in die Küche.
Meine Oma war schon wieder am Vorbereiten des Essens und ich half ihr dabei. So nach und nach kamen meine Vater und meine Mutter von der Arbeit und ich drückte sie ganz doll.
„War wohl gestern spät geworden?“ amüsiert zwinkerte mir mein Vater zu, als er sich aus die Eckbank setze und sich eine Zigarette anzündete.
„Ja, wir waren bis 3 unterwegs und ich muss sagen, ich habe es richtig genossen. Nur eine Sache hat mich gestört. Andy!! Hat er doch die Frechheit besessen ins Moon zu kommen!!“ ich ließ mich neben meinen Vater nieder und nahm mir auch eine Zigarette.
„Hmpf“ machte meine Oma, weil sie es nicht gerne sah wenn ich rauchte.
„Und wie war euer Tag heute so?“ interessiert sah ich meine Eltern an.
„Ach weißt du Schatz, es war wieder mal die Hölle los, irgendwie hatten heute alle Fragen bezüglich der neuen Krankenkarten und so“ seufzend setzte sich meine Mutter nieder, “Seit sie das System umstellen weiß man gar nicht mehr wo hinten und vorne ist!“ meine Mutter arbeitet in der größten KK´s Finnlands.
„Bei uns ist alles so wie immer, haben wie immer viel zu reparieren.“ Sagte mein Vater und zog genüsslich an seiner Zigarette.
„Arbeitet eigentlich Kimi noch bei euch? Oder hat er sich endlich seine eigene Werkstatt eröffnet??“ grinsend sah ich meine Vater an, er wusste das ich seinen Arbeitskollegen Kimi nicht leiden kann, weil er mich immer aufzog als kleines Kind.
„Nee, der is schon lange nicht mehr da, hat paar krumme Dinger abgezogen und ist rausgeflogen.“
Wir aßen gemütlich Abendbrot unterhielten uns über dieses und jenes.
Mir war es nicht mehr wie irgendwohin gehen, die Begegnung mit Aki hat mich wieder völlig aus dem Gleichgewicht gebracht.
Also ging ich in mein Zimmer und schaltete den Fernseher ein. Doch irgendwie kam nix gescheites und so schaltete ich auf MTV um und ließ es nebenbei laufen. Ich räumte meine eingekauften Sachen in die Wäsche und dann nahm ich mir ein Buch. Nur so richtig wusste ich nicht was ich da las, also klappte ich es wieder zu.

19. Kapitel

Wieder musste ich an damals denken.

°°Nachdem ich stundenlang durch Helsinki geirrt bin lief ich heim. Ich war mittlerweile so wütend, dass ich nicht mehr länger warten wollte. Ich musste mit meinem Bruder reden, ich konnte nicht glauben, dass er mich so demütigen konnte.
Ich fand ihn in seinem Zimmer, sah dass er schon recht viel getrunken hatte, aber das war mir egal.
„Du Schwein! Wie konntest du mir das nur antun?“ wütend blitze ich ihn an, meine Brust hob und senkte sich, weil ich so doll atmen musste. „Mich, deine kleine Schwester für was auch immer so zu hintergehen! Hat es dir Spaß gemacht, zuzusehen wie ich von deinem ach so tollen Freund verarscht wurde, hä? Ich dachte du liebst mich, was soll das?“
Er setze sich gerade auf, sah mich an und lachte los. „Hey, smooth down kleines! Wir haben gesoffen und naja, irgendwann sind wir auf dich gekommen und, ähm, da kam mir dann eben diese Idee. Was hast du erwartet? Das Lauri dir de große Liebe schwört oder so? Man, werd endlich erwachsen, wir wollten nur wissen ob du wirklich so ne eiserne Jungfrau bist, wie immer behauptet wurde!“
Mir blieb vor lauter Empörung die Luft und Stimme weg. *Ich, eine eiserne Jungfrau? Nur weil ich an Werten festgehalten habe?*
„Sach mal, geht’s noch? Und Lauri hat einfach so mitgemacht…ich hätte nie gedacht das du so was machst und dann…worüber habt ihr eigentlich gewettet?“ mir liefen die Tränen und ich versuchte nicht laut zu machen, damit ich meine Eltern nicht wecken würde.
„Nur um 10 Flachen Salmiakki.“ lachte mich mein Bruder an, „Nein, wir haben nur darum gewettet, ob er dich überhaupt rumkriegt…und komm, es hat dir doch auch gefallen! Oder war er so schlecht?“
„Warum?“ war alles was ich ihn fragen konnte.
„Tja, du solltest halt nicht deine Sachen so offen rumliegen lassen, ich hatte dein Tagebuch entdeckt und irgendwann habe ich es gelesen. Ja, und wie gesagt, dann kam mir die Idee. Ich wusste schon länger dass du auf ihn stehst. Und nachdem er abgefüllt war, naja du kennst ihn ja…“
„Das ist nicht dein Ernst, oder? Du hast mein Tage...“
Mir brannte die Sicherungen durch und ich knallte ihm eine, so dass man meine Hand sah. Ich drehte mich um und ging. Für mich stürzte nun endgültig eine Welt zusammen, und das nur wegen 10 Flaschen Salmiakki!!
Ich konnte die ganze Nacht kein Auge zu tun, ich überlegte fieberhaft was ich tun könnte. Meinen Eltern wollte ich nix sagen, sie hätten mir eh nicht geglaubt (wir hatten momentan eine schwierige Phase, weil ich meine erste Ausbildung kurz vor der Prüfung hingeschmissen hatte). Oma wollte ich damit nicht belasten also blieb mir nur ein Ausweg. Fort! Fort von hier, von den ganzen Lügnern, fort von den Schmerzen, irgendwo ein neues Leben aufbauen und alles hinter mir lassen. Einfach nur alles vergessen.

Am nächsten Morgen blieb ich in meinem Zimmer, bis alle außer Haus waren, holte das Telefon, rief Claudia an und bestellte sie zu mir.
Nach 30 Minuten kam sie, schaute mich an und alle Freude wich von ihrem Gesicht.
„Was ist passiert?“
„Ich haue ab, ich werde nach Deutschland gehen!“ war alles was ich rausbrachte, mir standen schon wieder die Tränen im Gesicht.
„Warum? Was ist passiert, du bist schon die ganze Zeit so komisch!“.
Nervös zuppelte ich an meiner Bettdecke.
„Kannst du dich noch daran erinnern, als ich dir sagte, dass mit Lauri ist nix, nur ab und an ausgehen und so? ja weißt du, es war da doch etwas mehr. Oh man Claudi“ ich fing an mit weinen, „Du hattest vollkommen Recht! Er hat mich nur benutzt, wollte mich nur ins Bett kriegen! Und alles nur, weil er gewettet hat.“ jetzt weinte ich wieder ohne Ende, und Claudia anzuschauen getraute ich mir schon gleich gar nicht.
Wir saßen eine Weile schweigend da, ich merkte das Claudi am nachdenken war.
„Du hast doch nicht deinen Schwur gebrochen? Bianca, sag dass das nicht wahr ist! Und dann mit ihm!“ ich merkte wie enttäuscht sie war.
„Aber, ich wollte es doch auch, ich dachte echt er meint es ernst mit mir. Wie naiv ich doch bin, eine richtig dumme Kuh!“ ich schluchzte weiter.
„Naja, überlege mal, was habe ich dir denn gesagt?? Er war so, er ist so und er wird immer so bleiben. Frauen sind für ihn nur ein Spielzeug, mehr nicht. Er liebt seine Musik und nix anderes. Und, was glaubst du denn, was er gemacht hat, wenn sie wieder einen Gig hatten? Glaubst du allen ernstes, er war dir treu??? Man, er ist 22, überall bekannt und die Mädels laufen ihm scharenweise hinterher…sorry, aber ich glaube du solltest den Tatsachen ins Auge blicken! Und wie war das, er hat gewettet? Mit wem?“ mit funkenden Augen und geröteten Wangen sah sie mich an.
„Mit meinem Bruder und einigen Freunden.“ schniefte ich. „Mit…? Du nimmst mich auf den Arm? Andy hat mit Lauri darum gewettet, dass er dich ins Bett bekommt? Das wird ja immer schöner, aber warum?“
Trocken musste ich auflachen. „Warum? Mein Bruder hat mein Tagebuch gefunden, es sich durchgelesen und nen Heidenspaß daran gehabt sich über meine Gefühle lustig zu machen, würde mich nicht wundern, wenn sie es vor versammelter Mannschaft gelesen haben. Und direkt ins Bett nicht, er sollte mich nur rumkriegen…is doch aber eigentlich das Gleiche…. Man ich fühle mich so elend. Was soll ich nur machen? Es ist wirklich das Beste ich gehe nach Deutschland!“
„Und lässt alle deine Freunde zurück? Man du bist ja echt feige, aber ich kann dich auch bissl verstehen…ach man, ich habs dir gesagt, dass er dir Unglück bringt, und nun das! Wann willst du denn da los?? Ich mein, wie viel zeit bleibt uns noch?“ traurig sah Claudi mich an, und ich fühlte mich echt nicht wohl in meiner Haut. „Und wieso überhaupt Deutschland?? Kannst doch auch nach Schweden oder so?“
„Naja weißt du, ich hab da vor längerer Zeit schon ein Mädchen im I-net kennen gelernt und die werde ich erstmal besuche. Ich mein, ich weiß selber nicht wie lange ich dort bleibe, nur ich muss hier erstmal weg. Und übers I-net werden wir schon noch Kontakt haben.“
„Naja, ich sehe ich kann dich nicht umstimmen. Los lass uns rausgehen und die letzten paar Tage genießen.“ Mit diesen Worten sprang Claudi auf und zog mich hoch.
Was folgte waren noch ein paar sehr schöne, aber auch gefühlvolle Tage. Ich musste mich von allen verabschieden, die mir am Herzen lagen, meiner Familie, besonders meiner Oma musste ich erklären warum, und mit meinem Bruder habe ich für immer gebrochen, er wusste auch nicht wohin ich ging, dass wird er auch nicht erfahren, meine Familie und Freunde haben es mir versprochen. Sonst erzählt er es vielleicht noch Lauri und Co. Lauri und seine Freunde habe ich in der zeit nicht gesehen, wie ich später hörte waren sie mal wieder auswärts zum spielen. Aber das war mir egal.
Und dann war es soweit, es kam der 19.10.2002 und meine Reise ins Ungewisse begann.
Claudi, Luisa, Melanie, Christiana, Mandy, Chris, Thorben, Matti, Cindy, Jonne, Anttii, Tania, Tiino, Andreas, Niils, Caarsten und Tanja standen alle mit in der Abflughalle und warteten auf den Aufruf für meine Maschine. Irgendwie verging diese zeit viel zu schnell und ich musste mich auf den Weg zum Gate machen. Nach einer letzen Umarmung, zahlreichen Tränen ging ich durch den gang zum Flugzeug, setzte mich hin und steckte mir die Stöpsel meines Cd-Players in die Ohren. Ja, ich wusste nicht was mich erwartet, zumindest war ich aber erstmal weg von ihm! °°

20. Kapitel

Ich stand auf, und machte endlich das, was ich schon damals hätte tun sollen. Ich nahm alle Bilder auf denen mein Bruder und irgendwer seiner Freunde war, und legte sie alle in die Kiste, in der schon alle Tapes und andere Geschenke von Lauri drinnelagen, wegschmeißen konnte ich sie nicht. Dann nahm ich diese Kiste und verstaute sie ganz unten in meinem Kleiderschrank. Irgendwie fühlte ich mich befreiter, in die Fotorahmen steckte ich Bilder von meinen Freunden aus Deutschland.
*Man, ich könnte mich eigentlich mal erkundigen, ob meine Sachen schon da sind*, weil da waren noch mehr Erinnerungstücke von Deutschland und meinen PC brauchte ich auch mal wieder.
Plötzlich klingelte mein Handy und ich fuhr erschocken zusammen. Auf dem Display stand und ich musste lachen. Das sie sich meiner noch erinnerte.
„Ja?“
„Bibbi?? Ich bin’s, ich wollte mich mal wieder melden, nachdem ich erfahren habe, dass du wieder im Lande bist. Wie geht es dir so?“ aufgeregt quasselte sie auf mich ein.
„Hallo Jana, lange nix mehr von dir gehört oder gelesen. Mir geht’s gut, danke. Und selbst, was macht dein Leben? Noch am studieren in Tampere?“ kicherte ich nun meinerseits.
„Ach, naja ich bin noch immer mit Mikka zusammen, Wahnsinn, dass sind schon 6 Jahre mittlerweile, und ja ich studiere immer noch. Aber ich kann’s nimmer hören. Medizin war immer mein Lieblingsfach, aber zurzeit isses total öde. Was ich aber fragen wollte, was machst du denn dann?? Ich bin grad in Helsinki bei meiner Mutter. Hast du Lust auf Kino?“
So kenne ich sie, man hört gradmal alle halbe Jahre was von ihr und dann erzählt sie dir immer das gleiche.
„Na klar, was läuft denn so? Ich mein wenn nicht gehen wir halt in eine kleine gemütliche Kneipe setzen und mal wieder richtig quatschen. Du hast doch Zeit, oder?“
„Ich wollte mir Flight Plane (Anmerk.d.A: Ich weiß ned ob des auch bei denen läuft) anschauen, aber wenn wir keine Karten mehr bekommen können wir gerne irgendwohin gehen. Also, in 2 Stunden auf dem Markt?“
„Ok, bis dann.“ Ich legte auf und fuhr mir durch die Haare. *Was soll ich bloß anziehen? Meine neuen Sachen müssen ja erst gewaschen werden* also machte ich wieder meinen Kleiderschrank auf und schaute rein.
„Nein…nein…zu aufgetakelt…zu alt…oh mein Gott…ja, das ziehe ich an!“ ich wühlte noch eine kleine Weile, bis ich alles beisammen hatte und verschwand mal wieder im Bad. Als ich nach einer halben stunde rauskam, stand meine Mutter im Zimmer und sah mich bissl bedrückt an.
„Was is Mom?“ „Ach weißt du, jetzt warst du solange weg, und ich dachte, naja, vielleicht könntet ihr beiden euch wieder vertragen?“ bittend sah meine Mutter mich an.
„Nein, das, was er mir angetan hat war zu schmerzhaft und bitte, höre auf mich dauernd daran zu erinnern! Ich habe keine Lust gleich wieder fortzumachen, nur weil es sich einige Leute in den Kopf gesetzt haben, diese Geschichte noch mal aufzurollen!“ etwas gereizt fuhr ich meine Mutter an.
„Naja, er hat, nachdem du weg warst, immer gesagt das es ihm leid tut und Lauri hat sich seitdem auch erstmal eine Weile nicht getraut hierher zukommen. Ich weiß nicht genau was passiert ist, aber so schlimm kann es nicht sein, dass du jetzt nicht wieder mit ihm reden willst.“
*Nicht so schlimm? Sag mal, hat die überhaupt ne Ahnung?*
„Mom, bitte, lass es gut sein. Ich will nix mehr davon hören, ja?“ resigniert setze ich mich hin und schaute angestrengt in den Fernseher ohne etwas mitzubekommen.
Seufzend verließ meine Mutter das Zimmer und ließ mich mit meinem Gefühlschaos sitzen.
*Warum will jeder, dass ich entweder mit Lauri oder mit Andy rede?*
Ich stand auf, machte den Fernseher aus und ging langsam die Treppen runter. *Ich werde nicht schlau aus den Leuten* dachte ich mir. Unten angekommen verabschiedete ich mich von meinen Eltern und meiner Oma, zog meine Sneakers an und lief los.
Wieder kam ich am Hafen vorbei, an meiner Lieblingsbank und sah, dass diesesmal keiner dort saß. Ich setzte mich hin, weil ich ja noch ca. eine Stunde zeit hatte. Eine Zigarette rauchend genoss ich die Zeit und hörte den Wellen zu, wie sie gegen die Kaimauern schlugen. Es war so beruhigend.

Plötzlich merkte ich, wie sich jemand hinter mich stellte und als ich aufsah, blickte ich in Paulis grüne Augen. Sie unterscheiden sich ganz schön von Lauris, da glitzert nicht soviel mystischen drin.
„Darf ich?“ fragte mich Pauli und zeigte auf den freien Platz neben mir.
„Hmm.“
Einige Minuten saßen wir schweigend nebeneinander.
„Ich weiß, dass du das jetzt nicht hören willst, aber er will wirklich mit dir reden. Ich, bzw. wir alle wissen nicht, was passiert ist, er sagt uns ja nix.“
*Glaub mir, von mir erfährst du es auch nicht!*
Ich blickte weiter auf den Hafen hinaus.
„Weißt du, er war damals wirklich nicht gerade ein Unschuldslamm, aber ich glaube wirklich daran, dass das bei euch etwas anderes war. So wie er dann verzweifelt durch die Gegend gelaufen ist - man das glaubst du nicht. Und er hat fast nur noch gesoffen oder getextet.“
*Ist mir doch egal, mir hat er damals wehgetan, und nicht sich...sein blöden Stolz kann er sich ruhig mit wegsaufen* bei diesem Gedanken musste ich leicht grinsen.
„Ha, und was kann ich dafür?“ ich drehte mich zu Pauli um und blickte ihn herausfordernd an.
„Naja, als er dann endlich einsah, dass du nicht in Finnland bist, und dass er einen Riesenfehler gemacht hat, wurde er fast wieder der Alte. Er war wieder erträglich. Aber jetzt, seitdem du wieder da bist, ist es, als hätte man ihn 3 Jahre zurückgeworfen. Er ist wieder launisch, isst kaum noch und kann sich nicht konzentrieren und so. Deswegen bitte ich dich, rede mit ihm!“
„Weißt du Pauli, es ist schön, dass ihr Freunde seid, und dass ihr euch alle so einen Kopf um ihn macht, aber hat schon mal einer von euch nur ansatzweise an mich gedacht? Habt ihr überhaupt eine Ahnung davon, wie weh er mir damals getan hat??“
Ich fing an zu Zittern und steckte mir schnell eine Zigarette an.
Wieder saßen wir schweigend da und ich merkte, dass es in Paulis Kopf arbeitete.
„Du hast Recht. Wir alle haben nur an uns und unsere Band gedacht, dass wir nicht einmal an dich dachte. Sorry, aber Eero hatte recht, als er damals sagte, wir sollen auch versuchen dich zu verstehen. Gut uns viel das schwer, aber wie gesagt, wir wussten ja nicht warum ihr auf einmal auseinander wart.“
*Ach komm, jetzt tue nicht so, wahrscheinlich warst du genauso an der Wette beteiligt, wie Lauri und Andy*
„Aber meinst du nicht, dass es endlich mal an der Zeit ist, euer Problem zu beseitigen?? Ich mein, es würde uns allen helfen, weil sonst brauchen wir keine Gigs geben oder auf Tour gehen.“
„Sicherlich hast du recht, aber ich kann nicht.“ flüsterte ich mehr zu mir selbst als zu Pauli.
„Naja, ich habs zumindest versucht. Aber ich muss jetzt los, die Jungs warten schon auf mich. Wenn du mal jemand brauchst, ich bin gerne für dich da.“ sagte er und verschwand.
Ich ging ebenfalls langsam Richtung Markt und als ich dort ankam, sah ich dass Jana schon sehnsüchtig wartete.

21. Kapitel

Wir verbrachten einen lustigen Abend zu zweit, sie erzählte mir alles Neue von sich und ich erzählte ihr alles von Deutschland und so.
„Also, was ist denn nun mit Lauri? Ich mein jetzt wo du wieder da bist, wie stehst du zu ihm?“
„Ach höre mir auf, ich bin froh wenn ich ihn nicht sehe…weißt du, jeder fragt mich wegen ihm, warum?“ schelmisch blickte ich ihr in die Augen. „Du hast dich doch damals fast noch mehr über ihn geärgert als Claudi und so, du wolltest sein Weißt-schon-was abschneiden!!“ laut lachte ich los.
„Naja, das Ganze mal beiseite gelassen, ihr ward ein schönes Paar. Du die Ruhige und er, der Ausgeflippte. Und du meinst echt, dass das mit euch nix mehr werden kann?“
*So langsam fühle ich mich verfolgt.*
„Sag mal, warum schlägst du solche Töne an? Und bitte sei ehrlich!“
„Hmm, naja…“ druckste sie ein bisschen rum, „also, Lauri und ich haben uns vor nicht allzu langer Zeit in Tampere getroffen, als sie einen Gig hatten, und da sind wir irgendwann auf dich gekommen, und naja, er hat halt gesagt, dass ihm das Ganze leid täte, er sich gerne mit dir aussprechen wolle und…“, sie machte eine mächtig-verdächtige Pause, „…er will es wieder gutmachen.“
Entgeistert schaue ich meine Freundin an. „Geht’s noch? Ich mein, wer hat alles noch mit ihm darüber geredet?“ ich weiß nicht ob ich mich darüber freuen, oder ob ich heulen soll.
„Naja, soweit ich weiß, hat er versucht dich überall zu finden, nachdem du weg warst. Und so hat er so ziemlich jeden deiner Freunde abgeklappert, aber du siehst ja, keiner hat was gesagt. Dann war für ca. 22 Monate Ruhe, bis dein Bruder mal erwähnte, dass du wieder kommst. Das war bei der Geburtstagsfeier deines Bruders dieses Jahr, ja und dann ging das wieder los. Jeden den er traf und wusste, dass er Kontakt mit dir hielt, fragte er Löcher im Bauch. Also meiner Meinung nach fühlt der noch sehr viel für dich.“
„Aha, man lasst mich doch alle in ruhe damit, wenn melde ich mich schon bei ihm, und jetzt lass uns noch was trinken.“ Für mich war damit das Thema beendet.
Wir saßen noch recht lange in dem gemütlichen Café und redeten über alles Mögliche, sie fragte mich wie es in Deutschland war und ich erzählte es ihr.
So langsam machte sich bei mir die Müdigkeit breit und wir beschlossen nach hause zu gehen. Zum Glück wohnt Jana bei mir um die Ecke, so dass wir gemeinsam in eine Richtung laufen konnten. Weil, auch wenn wir eine kleine Hauptstadt sind, so passieren hier dann doch auch schlimme Sachen.
An Janas Haustüre angekommen umarmten wir uns noch mal richtig und sie flüsterte mir noch ins Ohr, dass sie, egal wie ich mich entscheide, immer lieb haben wird. Ich gab ihr noch nen Kuss auf die Wange und lief die 5 Meter bis zu unserer Auffahrt und ging in Haus hinein.
Gedankenverloren lief ich in mein Zimmer, entledige mich meiner Kleidung, ging noch mal ins bad und legte mich dann auf mein Bett.
*Haben sie alle vielleicht doch recht? Habe ich mir damals nur etwas eingebildet? Vielleicht haben ja die Mädels etwas falsch verstanden?* solche Gedanken und noch andere gingen mir durch den Kopf. Und über eben dieses Kopfzerbrechen bin ich eingeschlafen.

22. Kapitel

>>I become so numb, I can feel u there …<<<
Mit diesem wunderschönen Song von Linkin Park wurde ich geweckt, als mein Handy klingelte.
„Bianca, ich bin’s Andy!“, rief mir mein Bruder entgegen, „Ich wollte dir nur sagen, dass wir schon heute nach Lahti ziehe werden, das hat mit der Wohnung doch schneller geklappt als gedacht, ach ja, deine Sachen haben wir vom Frachter schon hierher bringen lassen. D.h., du kannst schon heute einziehen. Du hast ja noch den einen Schlüssel und unsere gebe ich erst mal an die Hausmeister hier. Kannst sie dir dann holen.“
Total verschlafen brauchte ich erst mal ein bisschen, um richtig realisieren zu können, was mir da gerade ins Ohr geschrieen worden ist.
„Hmm, man kannst mir das ned später sagen?? Ich hab noch geschlafen, verdammt Axt. Und wieso so plötzlich?“ schnaubte ich meinen Bruder an.
„Naja, du kennst doch Susan, sie hat halt ein gutes Überzeugungstalent und der Vermieter hat uns gestern Abend angerufen und gesagt wir können heute die Schlüssel holen. Zum glück ist alles schon eingerichtet. Also, dann mach’s mal gut!“ und schon hatte er aufgelegt.
Ich sah mein Handy an, schaute auf die Uhr. „Man, des ist erst gerade mal kurz nach acht, hat der nen Schatten?“ wütend warf ich meine Decke zur Seite und stand auf.
Völlig verschlafen ging ich dir Treppe runter und auf der letzen Treppenstufe kam mir meine Oma entgegen.
„Na Kleines, auch schon wach?“ sie nahm mich in den Arm und wir gingen in die Küche. Sie stellte mir einen Pott Kaffee vor die Nase und einen Teller mit Toast und das Glas Nutella.
„Nun iss erst mal.“ Lächelnd schaute ich meine Oma an: „Omilie, du bist einfach die Beste.“
„Warum bist du eigentlich schon wach? Das ist doch sonst nicht deine Zeit.“
„Nee, eigentlich ned, aber Andy hat angerufen und gesagt, dass sie schon heute umziehen werden.“
„Oh, das hat mir dein Vater aber noch gar nicht erzählt.“ Erstaunt sah mich meine Oma an.
„Naja, vielleicht weiß er es ja selbst noch nicht?“ schmunzelnd sah ich meine Oma an, „Ich mein, die ham das auch erst gestern Abend erfahren und ich glaube nicht, dass sie da noch bei unseren Eltern anrufen.“
„Ja das stimmt wohl. Aber das heißt dann auch, dass du heute ausziehen wirst?“
“Ja Omilie, ich werde dann wohl ab heute in mein eigenes Reich ziehen, meine Sachen sind auch schon dort, die haben sie beim Frachter gleich mit geholt. Hatten wohl nen Transporter oder so, müssen ja ihr Zeug auch irgendwie nach Lahti bringen.“
„Na dann, dann koche ich dir wenigstens noch zum Abschied etwas, und das du mir ja auch genügend isst, wenn du alleine wohnst!“
*Oh man, müssen sich Omas immer solche Gedanken um die Ernährung der Enkel machen?*
Nach meinem Frühstück ging ich in mein Zimmer und packte meine Klamotten wieder in meine Koffer und auch all die anderen Dinge, die ich nicht hier lassen wollte kamen in den Koffer. *Wahnsinn, da muss mein Vater aber mindestens 2X fahren um das ganze Zeug in die Wohnung zu bekommen.*
Aufgeregt wähle ich die Nummer von Claudi um ihr gleich die Neuigkeit mitzuteilen.
„Was, du ziehst heute schon ein? Geil, da können wir ja heute Abend richtig lange quatschen. Ich hab morgen frei…könnte ich da bei dir schlafen?“
„Ja na klar, kommst so gegen acht?“ lachend, dass sich Claudi gleich mal über Nacht eingeladen hat, wünschte ich ihr noch einen schönen Arbeitstag und legte auf.
Ich ging ins Bad und duschte mich, zog mich an und packte meinen ganzen Kram ein. Meine Oma kochte derweil was leckeres, und so wie es roch war es mal wieder einer ihrer Aufläufe, von denen man nie genug bekommen kann. Ach ja, das werde ich vermissen.
Nach dem Essen setzte ich mich mit meiner Oma ins Wohnzimmer und wir redeten über alles möglich, auch über die Geschichte von damals.
„Weißt du, ich glaube, du solltest dich mit deinem Bruder wieder vertragen“, sagte sie, „es ist jetzt solange her und er hat sich seitdem echt geändert. Ich weiß noch, wie dein Vater durchs ganze Haus schrie, als er erfahren hat was damals passiert war und glaube mir, wenn dein Opa noch leben würde, Andy wäre einen Kopf kürzer.“
“Naja weißt du, irgendwie bin ich auch nimmer sauer, nur mein Stolz ist noch ganz schön verletzt und warum soll ich den ersten Schritt machen?“
„Jaja, das ist der Dickschädel in unserer Familie. Keiner will nachgeben! Und was ist mit dem Jungen, Lauri? Kannst du auch ihm verzeihen?“
Ich dachte angestrengt darüber nach.
„Weiß ich nicht, ich mein gut, er hat mir nie gesagt, dass er mich liebt, aber irgendwie…ach ich weiß auch nicht Oma, einerseits will ich ja, aber dann, wenn ich ihn sehe, kommt die ganze Wut wieder hoch und ich hasse ihn fast noch mehr als vorher.“
„Du hasst ihn ganz bestimmt nicht Kleines, nicht bei deinen Gesichtsausdrücken, wenn du von ihm erzählst…ich glaube eher, du liebst ihn nach wie vor.“
Nun schaute ich meine Oma echt entsetzt an. „Ich und Lauri noch immer lieben? Nein! Das ist nicht wahr ich habe keine Gefühle mehr für ihn.“
„Ich sehe, wie du kämpfst und jetzt streite es nicht ab…glaube ruhig einer alten Frau, die schon viele verliebte junge Menschen gesehen hat. Du wirst es schon richtig machen Kleines.“ Damit war für meine Oma das Thema beendet und ich hing ziemlich ratlos auf meinem Sessel.
Zum Glück kam gerade mein Vater heim, somit war jedes weitere Grübeln sinnlos, wir mussten ja meine Sachen in die Wohnung schaffen.

23. Kapitel

Annankatu 5, Helsinki, 17:00 Uhr

„Endlich geschafft!“ stöhnte mein Vater, als wir mit meinem letzten Karton in meinem neuen Zuhause ankamen. Er setze sich erstmal hin und ich ging in die Küche um Kaffee zu kochen.
Ich liebe diese Wohnung, weil sie schön groß ist und einen Balkon hat, der sich fast um die ganze Wohnungsseite erstreckte.
Man kam vom Aufzug (*Juchhu*) direkt zur Wohnungstür, d.h. sollte mich mal wer nerven schmeiße ich ihn raus und in den Aufzug nach unten. Dann kam man in einen großen, verwinkelten Flur, wo ich paar Kleiderhaken, meine großen Spiegel und meinen Schuhschrank habe. Von da kam man, links gesehen, in das Bad mit Badewanne, WC, Dusche und Waschbecken.
Gerade aus kam man ins Wohnzimmer. Und von da kam man dann ins Schlafzimmer. Rechts vom Flur kam man in die große Küche.
Das Beste waren die riesigen Fenster im Wohnzimmer, die sich über die ganzen 3m Raumhöhe erstreckten und auch über die ganze Breite von beachtlichen 4,5 m. *Mmh, hoffentlich muss ich die ned glei putzen* und so breit wie das Schlafzimmer und das Wohnzimmer zusammen waren (4,5m + 2.5m = 7m), so breit war auch der Balkon. Nach vorne ging er dann ca. 2m hinaus. An der Seite des Balkons war eine Feuerleiter angebaut, die alle 3 Etagen miteinander verband.
Die Küche war Viereckig aufgebaut. An der einen Wand waren die ganzen Elektrogeräte (Kühlschrank, Herd, Geschirrspüler + Spüle) oben drüber hingen 3 große Schränke und an der Seite waren jeweils 2 normale Unterschränke, diese dienen als Ablage- bzw. Arbeitsfläche. Die Bar, welche jetzt die Seite zum Wohnzimmer ersetzte, bzw. ein Drittel davon, war so gebaut, dass auf Küchenseite alle Getränke hingestellt werden konnten, und die Gläser hingen in der Haltevorrichtung obendrüber, so dass man sich alles einfach nur nehmen brauchte.
*Fehlt eigentlich nur ein Zapfhahn, dann habe ich meine eigene Kneipe im Wohnzimmer*, dachte ich mir, als ich meinem Vater und mir einen Kaffee einschenkte.
„So Princess, jetzt wohnst du das erste Mal so richtig alleine. In Deutschland hattest du ja noch Mitbewohner. Ich hoffe du hast keine Angst so alleine, aber so wie ich dich kenne eher nicht. Und du weißt, wenn was ist, rufe uns an, ja?“ traurig sah mich mein Vater an. *Ach ist er nicht rührend?? Wie er sich so seine Gedanken macht um mich!*
„Ja, ich schaff das schon, bin doch jetzt ein großes Mädchen!“ lachte ich meinen Vater an, „und außerdem kommt dann noch Claudi vorbei und wir feiern bisschen.“
Etwas beruhigter ließ sich mein Vater zur Türe begleiten.
„Na dann, mach’s mal gut und pass auf dich auf. Andy hat erzählt, dass nur noch 1 Partei und halt das Klamottengeschäft im Haus sind, auf jeder Etage eine, also, sei nicht so laut.“ Ich umarmte meinen Vater noch mal herzlich, gab ihm einen Kuss und bedankte mich für alles, was er für mich getan hatte. Dann ging ich in meine Wohnung.

Ich konnte nicht anders, als ich im Wohnzimmer stand, musste ich erstmal einen Freudensprung tun. Danach fing ich an, meine Sachen auszuräumen. Man, es waren nicht nur meine Kleidung, sondern auch all meine Schätze aus Deutschland, die ich irgendwo unterbringen musste. Nach gut anderthalb Stunden war alles verstaut und die Kartons die ich wegschmeißen wollte konnte ich getrost erstmal in den Hausflur stellen, kann sich ja keiner aufregen. Dann sah ich mir alles noch mal genau an:
Im Flur standen die Buchegarderobe, im Bad standen meine sämtlichen Kosmetika, Duschgels, Shampoos, etc, im Wohnzimmer habe ich nicht viel verändern können. Da stand das große, weiße Ecksofa, der dazugehörend Sessel und Hocker, der kleine Keramiktisch davor, daneben auf einem Beistelltisch lag mein Laptop und das Telefon, die 2 kleinen, weißen Schränkchen, die ca. 50cm hoch waren und wo ich meine DVD-Sammlung reingelegt habe, auf diesen Regalen stand auch das Heimkinoset (Heimkinoreceiver, DVD-Player) und 2 große, blaue Vasen, und darüber hing mein ganzer Stolz - mein Plasmafernsehgerät von Panasonic. Den Subwoover zum Heimkinoset habe ich neben die Schränkchen gestellt, genauso wie den großen Kerzenständer mit der Rosenranke dran. Die 5 dazugehörenden Boxen habe ich an den Halterungen, die mein Bruder drinnen gelassen hatte, aufgehängt. Den Plasmabildschirm hat er auch schon vorher mit seinem Kumpel für mich aufgehängt (sehr liebensgewürzig). Die Küche war eisblau und die Bar leicht verchromt. Im Schlafzimmer stand mein großes Bett, welches ich mir in Deutschland gekauft hatte und darüber hing mein Moskitonetz, welches kleine Lichter enthielt (für romantische Nächte). Den Kleiderschrank haben mir mein Bruder und Susan überlassen, der war genau so groß, wie die ganze Wand, also 2,5m – man, da bekommt man ganz schön viel rein. Mehr brachte man nicht unter, da auch von hier eine Tür zum Balkon führte. Überall hingen vor den Fenstern helle Schals und im Schlafzimmer waren noch dunkelblaue Jalousien an den Fenstern. Grünzeugs stand auch überall rum. *Mal schauen wie lange das lebt*
Ich ließ mir Wasser in die Wanne und legte eine Nightwish-CD ein, und war dann nach einer halben Stunde auch schon fertig.
Keine Minute später klingelte es und ich konnte am Bildschirm der Sprechanlage sehen, dass es Claudi war. *Man, die wird Augen machen*

24. Kapitel

„Wow, is das eine geile Bude! Und die ist echt Deine? Geil!“ staunend sah sich Claudi meine Wohnung an. „Boah, nen Flachbildschirm! Wie geil, die sind doch sauteuer!“ grinsend und immer wieder kleine Schreie der Verzückung abgebend, lief sie in jede Ecke der Wohnung.
„Also, ich weiß ned, was geiler ist. Der Fernseher, das Bad oder die Bar. Es ist einfach alles so geil, und du hast auch noch Laminat. Richtig edel alles, wow, ich hab ned so ne schöne Wohnung!“ sie ließ sich auf das Sofa plumpsen.
„Und, weißt du schon was über deinen Nachbarn? Vielleicht wohnt ja was Junges, Männliches, Gutaussehendes hier?
*Typisch Claudi, denkt immer an das Eine, obwohl sie schon nen Kerl hat.*
Lachend ging ich in die Küche und bereitete das Abendessen und Cappuccino zu. Claudi setzte sich an die Bar auf einen Hocker, „Was sind jetzt eigentlich alles deine Sachen so aus Deutschland?“ fragte sie mich, als ich die Lasagne in den Ofen schob.
„Also, der Bildschirm + Heimkinoset. Die 2 kleinen Regale wo alles draufsteht, der Kerzenständer, die Vasen, das Geschirr + Besteck + Gläser, das Bild übern Sofa, das Bett und halt die Sachen, die so im Schrank in der Schlafstube sind. Ach ja, und halt mein Auto in der Tiefgarage…das hat Andy gleich vom Frachter hier hergefahren. Ja, mehr nicht, da ich die Möbel im Zimmer in Deutschland gelassen habe, die was nach mir in das Zimmer gezogen ist, hat sich total gefreut.“
Kichernd zeigte Claudi auf das Bild.
„Ich würde gerne wissen, wie du dazu kommst, nen nackten Mann an de Wand zu hängen.“
„Ach, das Bild habe ich mit Natalie mal auf nem Flohmarkt in Nürnberg entdeckt und ich konnte da nicht dran vorbei laufen. Der hat voll den geilen Hintern, findest du nicht?“ lachte ich und betrachtete das Bild.
Dann gingen wir in die Küche, aßen erstmal gemütlich und lachten noch viel, weil Claudi von ihrer Arbeit als Kindergärtnerin erzählte.
Danach setzten wir uns wieder aufs Sofa um das Essen zu verdauen.
„Ach übrigens, ich habe mich gestern mit Jana getroffen. Weißt du, was sie mir erzählt hat? Das Lauri mich in ganz Finnland gesucht hat, nur um mit mir zu reden! Ja und das sie sich mit ihm noch so unterhalten hat. Und ich soll mich doch bitte mit ihm unterhalten! Das Gleiche haben Aki und Pauli mir auch gesagt. Also was soll das denn jetzt?“ entrüstet sah ich sie an.
Claudia wiederum sah mich leicht verlegen an und fing an rumzudrucksen.
„Ähm, also, naja…kann schon sein, weiß nicht so genau! Na gut, ja er hat mit ihr gesprochen damals, ich war dabei.“
Perplex saß ich auf dem Sofa. *Waren jetzt schon meine besten Freunde der Meinung, dass ich ihm noch eine Chance geben sollte?? Das riecht doch nach Verschwörung!*
„Bitte??? 1. du hättest das ja schon mal am Montag erzählen können, 2. was soll ich denn jetzt machen?“ wütend sah ich Claudia an.
„He, komm mal wieder runter, ich mein das is deine Sache, du musst das wissen. Lass uns eine Rauchen und der Cappu is auch schon kalt.“ Beschwichtigend auf mich einredend kam Claudi mit mir in die Küche.
„Ne Ziggi, Cappu und ne warme Jacke sind das, was wir jetzt am dringendsten brauchen.“
Wir setzen uns auf die Holzmöbel auf den Balkon, ich zündete das Windlicht an und schaltete die kleine Lichterkette ein, die um die Brüstung gedreht auf dem ganzen Balkon eine gemütliche Atmosphäre schuf.
Wir saßen beide einfach nur da, genossen den Ausblick auf Helsinki bei Nacht, tranken unseren Cappu, rauchten eine Zigarette nach der anderen und hingen so unseren Gedanken nach.
Plötzlich hörten wir über uns auf dem Balkon laute Musik und das sich jemand oder etwas bewegte. Wir schauten uns beide an, als wir dann leise Stimmen vernahmen.
„Das ist…, das ist doch Lauri!“ flüsterte ich zu Claudi. „Was macht der hier in dem Haus?“
„Weiß ich doch nicht, bin genauso überrascht wie du!“ schulterzuckend sah mich Claudi an.
Ich getraute mich nicht, mich zu bewegen, nur um mich nicht zu verraten, was angesichts der Beleuchtung eigentlich ziemlich Käse war, aber ich hatte angst, das er uns entdeckt.
Plötzlich hörte ich ihn rufen: „Hey Viitaniemi, kommst mit hoch, Jonne schmeißt bei mir ne Party, de Jungs sind auch da, wir wollen bissl Saufen und Karten oder so spielen? Und bring noch bissl was mit, warte, ich komm runter und helf dir beim Tragen.“
Bei diesen Worten wurde so nach und nach immer mehr von Lauri auf der Feuertreppe sichtbar und ich saß da wie gelähmt. Die Jungs erzählten irgendwas, worüber Lauri anfing mit kichern und als er die letzte Stufe der Treppe erreicht und in unsere Richtung sah, blieb er wie angewurzelt stehen. Claudi verdrückte sich mit der Ausrede, sie müsse mal aufs Klo in die Wohnung. Nun waren wir alleine und schauten uns beide an.
„Bianca…“ Lauri fand als erster seine Sprache wieder.
„Hallo Lauri. Andy ist nicht da, sie sind heute nach Lahti gezogen.“ Ich hauchte diese Worte mehr, als das ich sprach.
„Oh, das hat er mir gar nicht erzählt, als wir gestern miteinander telefonierten. Naja, gut ich geh dann mal wieder. Machs gut.“ Weg war er.
Ich saß lange da und schaute auf die Treppe, bis Claudi vor meinen Augen die Hände zusammenschlug und mich wieder in die reale Welt holte.
„Hey, und?“ mit einem schiefen Grinsen sah se mich an.
„Nix, er is wieder hoch. Und ich gehe jetzt auch rein.“ Ich stand auf und wir gingen ins Wohnzimmer, setzten uns aufs Sofa und schalteten den Fernseher an.

25. Kapitel

„Nun weißt schon mal, wer über dir wohnt. Lauri höchstpersönlich, welch ein Zufall! Hast du ne Ahnung?“ fragend schaute mich Claudi an.
„Nö du, aber vielleicht ist das wieder eines von den perfiden Plänen meines tollen Bruders, immerhin wohnt der Vogel ja ned erst seit gestern hier, oder?“
„Nee sicher nicht, aber vielleicht soll das ne Art Wiedergutmachung von deinem Bruder sein? Zumindest könnt ihr so besser reden, gehst einfach über de Feuerleiter nach oben. Und wenn es so ist, wie wir alle denken, na dann….“grinste Claudi mich über ihre Tasse hinweg an.
„Ach Scheiß!“ mit diesen Worten stand ich auf, nahm meine Jacke und trat auf meinen Balkon.
„He, wo willst du denn hin?“ aufgeregt kam Claudi mir hinterher.
„Ich gehe zu ihm und rede mit ihm! Mal schauen ob ihr alle so recht hattet mit eurer Meinung, von wegen er fühlt noch was für mich!“ ich ging in Richtung Treppe.
„Warte, ich komm mit hoch, bleib aber draußen.“ Claudi holte schnell ihre Jacke, dann nahmen wir unsere Zigaretten und stiegen die Feuerleiter hoch.
Langsam stiegen wir die Treppe hoch und bei jeder Stufe, die wir näher an seinem Balkon waren, wurde es mir mulmiger zumute. *Fuck, worauf lass ich mich da gerade nur ein?*
Als wir oben ankamen, wollte ich mich schon umdrehen und wieder zurück, als Aki durch die Türe auf den Balkon trat.
„Hey Bianca und Claudia! Was macht ihr denn hier? Hab ja schon gehört das ihr jetzt Nachbarn seid!“ *Ja, das Schicksal kann schon gemein sein*
„Hei Aki! Ja, ähm, also ich…“ ich merkte wie ich anfing rot zuwerden, „also ich wollte eigentlich zu Lauri!“ Jetzt war es raus…jetzt gab es keinen Weg mehr zurück.
„Hmm, ja, der müsste drinnen an seiner Bar sein. Warte, da kommen Jonne und Antii, fragen wir die mal.“ Aber auch die beiden wussten nicht wo er sich aufhielt. *Na toll, isser ausgeflogen?*
„Hey Schnecke, kannst aber auch gerne auf meinem Schoß Platz nehmen!!!“ sagte der eine Typ mit den langen blonden Haaren zu mir. *Kerle – besser: besoffene Kerle - noch besser: besoffene, finnische Kerle!!*
Claudi setzte sich natürlich mit zu den Typen, natürlich vergaß sie nicht, mir noch zuzuzwinkern…
Leise öffnete ich die Balkontür und trat ein. Mir kam ein Gemisch aus Alkohol, Zigarrettenqualm und undefinierbarer Parfümgeruch entgegen. *würg* ich ließ gleich mal die Türe auf und sah mich um. Da saßen bestimmt 20 Typen mit irgendwelchen Weibern rum und ließen sich zulaufen. Aber von Lauri war nirgends eine Spur.
In der Küche fand ich nur Pauli und Eero vor, die spielten Karten und unterhielten sich.
„Hey, schön dich zu sehen, na wie geht’s denn so?“ fragte mich Eero während er mich umarmte. „Danke ganz gut, ich suche Lauri, habt ihr ihn gesehen?“
„Du suchst Lauri?“ verdutzt sah Pauli mich an.
„Ja, ich verfluche mich schon selber, aber da ich nun einmal hierbin, möchte ich das hinter mich bringen. Also, wo ist er?“
Die beiden sahen mich überrascht an. „Ist er denn nicht mit Aki, Jonne und Antii auf dem Balkon?“ fragte Pauli „Da müsstest ich ihm doch begegnet sein.“
Plötzlich sahen sich die 2 komisch an.
„Oh nein, lass das bitte nicht wahr sein!“ stöhnt Eero auf, worauf Pauli nur mit einem kurzen: „doch, das wird es“ antwortete. Ich verstand nur Bahnhof.
Eero erhob sich, wollte mit mir Richtung Balkon uns flüsterte mir zu: „Ich glaub das Beste ist jetzt, du gehst zu Dir und versuchst dich morgen mit ihm zu unterhalten.“ *Etwas war hier ganz und gar nicht in Ordnung!*
Ich nickte Eero zu, doch anstatt auf den Balkon ging ich in Richtung Schlafzimmer. *Irgendwo muss er doch sein!* Das Schlafzimmer war jedoch leer, benötigte nur mal ne Grundreinigung, so sah es dort aus. Also lief ich in den Flur, da lagen mehr Taschen und Schuhe als im H&M. Doch auch hier war niemand. Ich wollte grad wieder gehen und die Suche aufgeben, als ich plötzlich Stimmen vernahm, die aus dem Bad zu kommen scheinen.
Ich musste lächeln, ich hing auch öfters mit Freunden bei Feiern im Bad ab, wir veranstalteten dann immer eine von unseren Badparties. Da blieb ganz bestimmt keiner trocken. Ich ging zur Tür, nahm die Klinke in die Hand und machte strahlend auf.
Doch so schnell wie ich die Türe aufhatte, so schnell knallte ich sie auch wieder zu. Das Lächeln ist mir auf den Lippen erloschen. Ich ging zu Claudi, vorbei an einem Eero und einem Pauli, die ihre Vermutung höchstwahrscheinlich bestätigt sahen. Ich schüttelte den Kopf, und ging raus zu Claudi auf dem Balkon.
„Und, was ist los? Habt ihr geredet?“ ich verneinte und wollte zur Treppe laufen, als sich der blonde Typ von vorhin meldete.
„Zu wem wolltest du? Lauri? Der hängt schon den ganzen Abend mit diese schwarzhaarigen Tussi rum. Hätte ich dir gleich sagen können.“ Ich schluckte mühsam meine Tränen hinunter, ich wollte nicht schon wieder wegen diesem Arsch heulen, nein, diesesmal nicht mehr. Aki, der das sah, sprang wie von allen guten Geistern verlassen auf und rannte rein.
„Danke, deine Warnung kommt zu spät. Ich geh dann mal. Bye.“ Krächzte ich und drehte mich wieder um.
„Nein, bleibe bitte hier. Unten wird es nur noch schlimmer! Hier, nimm ein Bier.“ Claudia hielt mir eine Flasche entgegen und erst jetzt realisierte ich, dass sie sich an den Typen, mit dem der Blonde rauskam, gekuschelt hatte. *Oh nein, mach keinen Fehler, man jetzt muss ich hier bleiben.*
Also setzte ich mich neben diesen Blonden.
„Jonne“, ich schaute ihn an wie das erste Fahrrad. „Bitte???“
„Na ich bin Jonne und du bist dann wohl Bianca?“
„Ach so, ja bin ich.“
„Na, nun erzähle mal, was macht so ein hübsches Girl wie du hier und sucht diesen Langweiler von Lauri, der doch von nix ne Ahnung hat??“
„Hmm, das ist eine verdammt lange Geschichte. Aber ich habe jetzt keine Lust, darüber zu reden. Sei nicht böse, ok?“ Ich schaute ihn mir genauer an, und ich musste wieder schlucken. Der sah ja vielleicht cute aus.

Wir saßen den ganzen Abend auf dem Balkon und erzählten über alles Mögliche, ich erzählte auch, dass ich in Deutschland war, doch den Grund verschwieg ich weiterhin. Er erzählte mir, dass er auch Sänger sei, von der Gruppe Negative. Ich konnte sogar teilweise wieder lachen, als er kleine Anektoden aus seinem Leben preisgab. Z.B. aus seiner Zeit, als er im Kindergarten arbeitete. Claudi war in den Armen von diesem Antii eingeschlafen und so unterhielt ich mich nur mit den beiden.
Weil es so kalt war, kuschelten Jonne und ich uns unter eine Decke, die wir uns aus dem Wohnzimmer geholt hatten. Wir tranken fröhlich weiter und irgendwann, keine Ahnung warum, küssten wir uns. *Ups*
Ab und an kamen Pauli, Eero, Aki oder andere Personen raus um Frischluft zu schnappen, und als sie mich so mit Jonne rumknutschen sahen, waren ihre Blicke dann doch etwas verstört. *Hei, was der kann, kann ich schon lange!* Lauri sah ich den ganzen Abend nicht mehr, der traute sich wohl dann doch nicht mehr auf den Balkon oder was auch immer.
Es war schön, Jonne und ich knutschten noch eine ganzes Stücken, was mir sehr gefiel und mir dann doch die kleinen Flugzeuge im Bauch zum starten brachten.
Später lagen wir nur noch zusammengekuschelt auf der Bank und ich merkte wie ich müde wurde.
„Sei mir nicht böse, aber ich geh dann mal, Claudi schläft auch schon und ich will auch in mein Bett.“
„Soll ich mitkommen?“ süffisant lächelnd sah Jonne mich an.
„Hmm, nee du, es war schön, doch irgendwie, sei mir nicht böse, aber ich kann das nicht.“
„Es ist wegen ihm, stimmts?“ Ich nickte nur.
„Was die Weiber alle so an dem finden?? Der ist doch all diese Liebe nicht wert!“ grollte Jonne, gab mir noch einen Kuss und ich stand auf. Leise weckte ich Claudi, während Antii sich mit Jonne über irgendwas unterhielt und wir gingen wieder die Feuerleiter runter.
Claudi marschierte sofort Richtung Bett und legte sich schlafen. Doch wie Schlafen war mir nicht, also setze ich mich auf meine Sofa. Zu sehr gingen mir die Bilder und das Erlebte durch den Kopf.


26. Kapitel

Ich weiß nicht, wie lange ich jetzt schon so dasaß, als ich es an meiner Balkontüre klopfen hörte.
Ich stand auf und öffnete sie, vor mir stand Lauri.
„Was willst du?“ fuhr ich ihn an.
„Mit dir reden, und bitte, höre mir zu!!“ sichtlich nervös zog er an seiner Zigarette.
„Hmm, ok warte ich komm raus.“ Ich holte meine Jacke und ging auf den Balkon. Da ich keine Lichter mehr anhatte, sah ich nur seine Zigarette aufleuchten als er dran zog.
“Lass uns setzen.“ Forderte ich ihn auf.
„Bianca, es tut mir so unendlich leid. Alles. Ich weiß nicht, wie ich es dir sagen soll…“, fing er an.
„Dann lass es und vergeude nicht meine Zeit!“
„Nein, ich muss das jetzt klären. Ich kann sonst wieder nicht schlafen. Das mit damals, dass hast du falsch verstanden…“
„Was kann man denn da falsch verstehen?? Wir hatten Sex miteinander und danach hast du dich nicht mehr gemeldet. Was ist daran falsch zu verstehen?“ ich merkte wie sich mir der Hals zuschnürte.
„Ich…ich war…ich hatte…ach Mensch, ich konnte damit nicht umgehen, das du noch Jungfrau warst, das war mir zuviel. Ich liebe dich wirklich, immer noch, aber damals, weiß nicht, es war auf einmal zuviel!“
„Hach, jetzt erzähl ned solchen Mist, ich weiß ganz genau, dass das nur eine Wette war. Also spar dir dein Gesülze von Wegen Liebe. Ich glaub dir das nicht. Und das vorhin hat mir auch gezeigt, wie sehr du mich doch liebst!!!“
„Das mit Eva, das wollte ich nicht. Sie hat mich sozusagen verführt. Man du musst mir glauben. Ich war so was von durcheinander, weil du auf einmal hier wohnst und da habe ich mal wieder zuviel getrunken. Und das mit der Wette, das ham mir die Jungs erst später erzählt, was da war…hey, ich konnte doch nix machen. Dein Bruder hat mich gefragt wie ich dich finde, da hab ich gesagt, dass ich dich cute finde. Und dann hieß es auf einmal, ich solle ja sagen…und in meinem Tee wusste ich nicht warum, und habs einfach gemacht. Man ich hasse mich selbst dafür!“
„Jetzt kommt diese Rede! Der Alkohol ist dein bester Freund und du kannst mir nicht weismachen, dass du das nicht wolltest. Danach sah es verdammt noch mal nicht aus! Also spar dir deine Lügen für ein anderes naives Girl, Lauri, ich bin erwachsen geworden. Solltest du auch endlich mal werden!“
Mit diesen Worten stand ich auf und ging. Leider kam ich nicht weit, er stand plötzlich vor mir und hielt mich fest.
„Bitte, glaube mir, “ er raufte sich die Haare, “Ich will nur dich. Wie kann ich dir das beweisen?“
„Ich glaube, das kannst du mir nicht beweisen. Und diesesmal falle ich nicht noch mal auf dich rein! Lass es gut sein, es sollte halt nicht so sein.“ Nun musste ich doch anfangen mit weinen, es tat einfach zu sehr weh.
Ich merkte, wie Lauri mich in den Arm nahm und ich konnte nicht anders, ich musste all meinen Schmerz noch mal loswerden. Irgendwann ging es dann wieder, und als ich mir ein Taschentuch nahm, sah ich, dass auch Lauri weinen musste.
„Warum? Warum tust du mir das an?“ schniefte ich.
Darauf sah er mich lange aus seinen grünen Augen an.
Er senkte seinen Kopf und gerade, als sich unsere Lippen berührten, hörten wir Aki rufen.
„Hey Lauri, alles klar?“
Wir fuhren erschreckt auseinander, als Aki dann auf meinem Balkon stand.
„Oh, sorry, ich wollte euch nicht stören. Ich geh dann mal wieder.“ Er zwinkerte mir noch zu und rannte wieder hoch. Doch der Moment war vorbei.
„Ich geh jetzt ins Bett, schlaf gut, bis bald.“ Ich sah Lauri noch mal kurz an und wollte rein. Doch er hielt mich wieder fest und diesesmal küssten wir uns richtig.
Abrupt hörte er auf und sagte leise zu mir, „Wenn das wirklich alles war, dann sag es jetzt!“
Ich konnte nimmer klar denken und das merkte er. Leicht fing er an zu grinsen und schon küssten wir uns wieder. Wir vergaßen die Zeit, alles war egal, ich wollte nur diesen Moment auskosten, bevor ich wieder in die harte Realität zurück musste. Ihm ging es nicht anders.
Plötzlich wurde es oben laut, und Lauri hob den Kopf.
„Ich glaub, da gibt’s Probleme…willst du noch mal mit hoch?“ fragend schaute er mich an, doch ich schüttelte nur den Kopf.
„Ok, ich muss dann...“ noch ein kleiner Kuss und er hüpfte fast die Treppen hoch.
Ich ging wie schlafwandelnd in meine Wohnung, spürte noch seine Lippen auf meinen und konnte es noch gar nicht glauben.
Ich ging ins Bad, duschte lange, zog ein mintgrünes Nachthemdchen an und löschte überall die Lichter, vorher überprüfte ich, ob alles verschlossen ist und dann legte ich mich zu Claudi, die schon selig schlummerte.

27. Kapitel

Ich konnte lange nicht einschlafen, so aufgewühlt war ich.
*Was soll ich jetzt nur machen? Mein Herz spielt verrückt, meine Gefühle fahren Achterbahn und die Schmetterlinge flattern auch schon wieder. Ich würde vieles dafür geben, wenn ich jetzt darauf eine Antwort hätte.*
Als ich an meinen Wecker schau merke ich, das es gerade 5 Uhr durch ist und kein Schlaf in Sicht. Also stehe ich noch mal auf, und gehe in die Küche. Mein Bruder hat ja ganz bestimmt nicht jede Flasche mitgenommen, das wird seine Tusse ja ned erlaubt ham. Ich kram so im Schrank und tatsächlich, da liegt noch ne Flasche Salmiakki. Eigentlich hasse ich dieses Zeug, weiß ich doch, dass es nach 3 – 4 Schlückchen reinhaut, aber egal. Das muss jetzt so sein. Ich nehm mir ein Glas, fülle es auf und trinke es mit einem Zug leer. „Bäh“, mich schüttelst tierisch, aber egal, ein Zweites muss sein. Nach dem 2. merke ich die Wärme, die mich langsam durchflutet und ich entspanne mich. Ich trinke noch ein 3. und 4. und dann überkommt mich der Appetit auf eine Zigarette, also gehe ich raus, vorher habe ich mir noch nen Jogginganzug angezogen, nehm aber die Flasche mit.
Ich setze mich in einen der bequemen Stühle und zünd mir eine Ziggi an.
„Du kannst wohl auch nicht schlafen?“ erschrocken fuhr ich zusammen, als Lauri auf mich zukommt.
„Was zum Henker machst du denn hier?? Und nein, ich kann nicht schlafen!“
„Naja, die Jungs haben einen ziemlich über den Durst getrunken, und dann ist denen eingefallen, sie könnten noch mal ins Nosturi gehen. Eero ist schon lange bei seiner Frau, Pauli und Aki sitzen oben und zocken.“
„Und was machst du dann hier?“ ich höre wie er sich neben mich setzt.
„Ich denke nach.“
„Auf meinem Balkon?“ ich goss mir noch ein Glas ein und trank es aus.
Leise lachte es neben mir, „Willst du irgendwas wegsaufen?“
„Wenn es nur so einfach wäre!“ und schon war das nächste Glas weg.
„Hey, mach mal langsam mit dem Zeug, du hast sonst morgen ne tierischen Kater!“ Ich sah in von der Seite an.
„Kann dir doch auch egal sein!“ gab ich schnippisch zur Antwort und trank extra noch einen. *Ok, der hätte nimmer sein dürfe, langsam drehts mich*
Lauri muss das wohl gemerkt haben, denn er nahm mir sowohl das Glas als auch die Flasche aus der Hand.
Jetzt wurde es mir aber zu blöde, der kann doch ned einfach mein Zeug wegnehmen.
„Hey, gib dasch her!“ wütend blitze ich ihn an.
„Ich glaub, das reicht für heute.“
„Isch will aber mähr. Dasch isch meine Flasche, alscho, gib schie här.“ Ich torkelte leicht auf ihn zu und versuchte mir meine Sachen wiederzuholen. Doch ohne Erfolg.
„Wasch musch isch tun, damit isch die wiederbekomme?“ kokett sah ich an.
„Babe, ein anderes Mal, für heute ist Schluss!“
*Achja? Wollen wir doch mal sehen*
Ich öffnete meine Jacke leicht, habe ja nix weiter drunter als das Nachthemdchen. Ich merkte, wie er schlucken musste.
„Und du willscht mir wirschlisch nisch die Flasche wiedergeben??“ mich weiter ausziehend sah ich ihn an.
„Oh man, höre bitte auf, sonst passiert noch was, was wir jetzt nicht wollen!“ japste Lauri.
„Ach, wasch wollen wir denn?“
„Bitte!“ er trat auf mich zu und zog mir die Jacke wieder über die Schultern. Dabei berührte er mich nur ganz kurz, doch dieser Stromschlag schaltete alles aus, ich legte meine Arme um ihn und legte meine Lippen auf seine. Erst sträubt er sich ein wenig, doch dann stellt er die Sachen ab und nimmt mich aufseufzend in seine Arme. *Ja, hier gehöre ich hin*
Wir küssen uns, als ob es kein Morgen gibt, geben darf, und er fängt an, mich zu streicheln. Ich muss leise stöhnen, es fühlt sich einfach nur gut an, und ich fahre ihm leicht durch die Haare am Hinterkopf. Er geht mit seinen Händen unter meine Jacke und fährt jetzt sachte über meinen Rücken. Durch den Stoff merke ich jeden seiner Finger und mein Körper fängt langsam Feuer. Ich presse mich mehr an ihn und spüre, dass er auch erregt ist. Er geht langsam mit mir in Richtung Tisch und ich setze mich auf die Tischplatte, so dass ich ihn mit meinen Beinen umschlingen kann. Ich ziehe seine verdammte Jacke aus, weil sie mich stört und fahre über seinen Körper. Ich höre wie er die Luft scharf einatmet und lächle leicht. Er schiebt meine Jacke ein klein wenig zur Seite und beginnt meinen Bauch und meine Brüste zu streicheln. Ich ziehe sein T-Shirt aus der Hose und fahre drunter. Wieder einmal spüre ich seine Muskeln, fühle seine Härchen auf seinem Oberkörper. Ich lege mich langsam auf die Tischplatte und zieh ihn mit. Wir können nicht voneinander lassen und küssen uns wild weiter. Lauri geht mit seinem Kopf langsam hinab, küsst meine Halsbeuge, mein Schlüsselbein und den Brustansatz. Ich seufze leise auf und genau dieser Laut bringt ihn in die Realität zurück.
„Schice, wir dürfen das jetzt nicht machen! Sonst ist es schlimmer als vorher!“
Ich sehe ihn an, mein Blick ist noch leicht umnebelt, seine Worte dringen nur spärlich zu mir vor.
„Bitte, lass mich nicht alleine!!“ *Hab ich das jetzt wirklich gesagt?*
„Was soll das werden?? Wo soll das enden?“ traurig schaut mich Lauri an.
„Bitte!“ ich hauche diese Worte mehr, als das ich sie sprach.
Wortlos zog mich Lauri vom Tisch hoch, ging mit mir zur Balkontür und ging hinein. Ich trottete wie bissl doof hinterher, am Sofa angekommen blieb er stehen.
„Bitte sei mir nicht böse, doch ich gehe lieber. Es ist besser so. Geh du jetzt schlafen. Gute Nacht Babe!“ er gab mir noch einen langen Kuss und verschwand durch die Balkontür.
Wieder saß ich ewig da, mein Kopf war wie in Watte gehüllt, ich wollte, doch konnte ich nicht denken. *Habe ich das gerade wirklich gemacht? Ich weiß, ich werde ihm morgen dankbar sein, aber jetzt?? Ich will ihn!* doch ich blieb einfach nur sitzen.
Irgendwann gewann die Müdigkeit, ich machte wieder alles zu und löschte das Licht und legte mich wieder zu Claudi. Und diesesmal viel ich in einen erholsamen Schlaf.

28. Kapitel

Am nächsten Tag wurde ich gegen Mittag von leckerem Kaffeegeruch geweckt, und als ich aufstand sah ich, das Claudi liebevoll den Tisch gedeckt hatte.
„Morgen meine Schlafmütze!“ lachend kam Claudi zu mir und knuddelte mich.
„Na, alles klar?? Siehst so zerstört aus!“
„Nein, irgendwie ist nix mehr ok, aber lass uns erstmal Frühstücken und dann erzähle ich dir alles. Hmm, lecker, du warst beim Bäcker?“
„Ja, ich bin schließlich seit 10 Uhr wach! Ach ja, ich hab mal geduscht und auf dem Balkon aufgeräumt. Sag mal, haben wir gestern Abend Salmiakki getrunken? Oder warum stand die Flasche und ein Glas draußen auf dem Tisch? Ach ja, deine Kippen lagen auch dort.“
Ich merkte wie ich rot wurde. *soll ich ihr das echt jetzt erzählen?*
„Hmm, ja, also, naja…die Flasche ist von mir. Ich konnte gestern nicht schlafen und da hab ich mich noch mal rausgesetzt eine geraucht und dabei einen Schlummertrunk zu mir genommen.“ Ich schaute sie dabei nicht an.
„Aha, naja, ich weiß nicht, ich hab zuviel getrunken und dann bin ich eingepennt. Hab ich sehr viel verpasst??“
Glücklich darüber, dass sie nicht weiter nachhakte, verneinte ich und wir ließen das Thema fallen.
„Was hast du denn eigentlich geträumt? Ich meine, du weißt doch, das, was man in der ersten Nacht in seiner neuen Wohnung träumt, geht immer in Erfüllung!“
Erschrocken sah ich Claudia an. „Das ist nicht dein Ernst oder?“
„Doch! Und nun erzähl!“ genüsslich biss sie in ihr Brötchen, mir war mit einem Mal der Appetit vergangen.
„Na? Ich höre!“
„Das kann ich nicht erzählen, du liegst sonst heulend vor lachen am Boden!“ ich trank meinen Kaffe und wärmte mich, weil es mir plötzlich kalt wurde.
„Doch, los, raus mit der Sprache!“
„Also gut…aber versprich mir, dass du nicht lachst!“ Claudia nickte.
„Ich hab geträumt, dass ich Lauri heiraten werde, wir ein Kind bekommen und auf einem Hausboot wohnen. Er ist Versicherungsvertreter und ich bin Sängerin….“
„Hahahahahaha, ich hau mich weg…das hast du geträumt?“ Claudia musste heulen vor lachen und bekam sich nicht mehr ein.
„Du und der Vogel, und auch noch nen Kind!! Und auf nem Hausboot? Hahahaha….“
„Na, ich finde des ned so witzig, aber naja, is eh Schwachsinn, das wird nicht in Erfüllung gehen, also komm mal runter!“ leicht genervt sah ich sie an.
„Na, des is aber auch lustig…aber ok, ich bin ja schon wieder ruhig:“ gluckste sie und schmierte sich noch ein Brötchen, nen gesunden Appetit hat sie ja.
Als wir fertig mit frühstücken waren, gingen wir auf den Balkon eine rauchen, von oben kamen noch keine Geräusche, die werden sicherlich alle noch im Land der Träume sein.
„So, und nun erzähl mal, warum ist nix mehr ok? Ich habe mich jetzt lang genug zurückgehalten, jetzt will ich es aber wissen!!!“
„Also, ok, vorher gibst du ja eh keine Ruhe. Ich habe mich gestern Abend mit Lauri rumgebissen!“ so, es war raus.
Claudi sah mich mit riesengroßen, blauen Augen an.
„Bitte, du hast was?? Ich hab wohl nen Hörfehler? Wie kommt das und wann überhaupt?“ Ich erzählte ihr alles, ich musste es tun, es brannte wieder auf meiner Seele. Danach war erstmal Stille und ich rauchte verzweifelt meine Zigarette und schaute in Richtung Hafen.
„Also, noch mal zum mitmeißeln, “ fing Claudi an, „ du und Lauri hab euch geküsst, habt beinah wieder miteinander geschlafen, nur er hat noch mal die Kurve bekommen. Und was bitte, abgesehen von der Sache mit dieser Eva, ist daran so schlimm?? Du hast noch Gefühle für ihn, genauso wie er. Also?“
Diese Worte aus Claudias Mund überraschten mich, war sie es nicht, die mir sagte, ich soll es vergessen?
„Hä?? Ich hab mich wohl verhört…ich war drauf und dran meinen größten Fehler zu wiederholen, und du sagst das alles in Ordnung ist? Was ist los mit dir?“
„Ach vergiss es, du willst es dir ja selbst noch nichemal eingestehen, was soll ich dir da noch helfen? Weißt du, denk erst noch mal drüber nach, bevor du einen Schritt tust.“ Damit war für sie das Thema erledigt uns sie stand auf. Wieder saß ich ratlos da, liebe ich ihn den wirklich noch, war die einzigste Frage, die ich mir die stellte.
Ich rauchte gerade meine Zigarette auf, als ich oben jemanden lamentieren hörte.
„Ach Lauri, das war so eine schöne Nacht, aber warum muss ich denn schon gehen? Lass mich doch noch bissl beim aufräumen halfen!“ das war doch – richtig, das war diese Eva!!!
„Nein, es ist besser wenn du jetzt gehst, bevor dich noch einer sieht. Und rufe bitte nicht wieder an, es war ein Versehen!“ krächzte Lauri (hatte zuviel gesoffen und geraucht)
Ich hörte, wie sie wieder reingingen und sich noch kurz stritten.
°°Man ey, ich bin aber auch so ein Idiot. Ich dachte echt, dass das gestern ernst gemeint war. Ha, nur gut, dass er mich echt von dieser Kurzschlusshandlung abgebracht hat. Ich hätte mich nie wieder getraut, einen Blick in den Spiegel zu werfen.°°
Ich stand auf und ging zu Claudia, aber diesesmal hielt ich den Mund, dass musste keiner wissen was ich gerade gehört habe.
„Hey Süße, ich mach dann auch mal los, Morten holt mich ab, wir müssen noch einkaufen und so. Kommst du heute Abend mit ins Tenth Floor?? Da steigt wieder ne Rockparty?“
„Ja, klar, wann soll ich denn dort sein?“, ich war bissl traurig, dass Claudi jetzt schon gehen will, naja.
„Also, wir treffen uns gegen 9 am Eingang, sollen wir dich abholen?“
Ich schüttelte den Kopf, „Ich werde selber fahren!“
„Na gut, ich geh dann mal.“ Ich brachte Claudi bis zum Aufzug und als sich die Türen hinter ihr schlossen, ging ich in meine Wohnung und direkt in mein Bett. Dort fiel ich noch mal in einen, diesesmal traumlosen Schlaf.

29. Kapitel

>>Ring, Ring<< (Telefon)
Ich schlage meine Augen auf und schaue auf meinen Wecker: 16:00 Uhr. *man habe ich lange geschlafen, war wohl nötig?*
„Ja bitte?“
„Hei Babe, ich bin’s, hast du Zeit?? Kann ich runterkommen?“ Lauri!
„Ähm, naja, ich habe bis gerade eben geschlafen und naja, ich müsste mich duschen und so…“
„Ach Unsinn, in einer Minute bin ich da!“ sagte er und legte auf.
*Als erstes werde ich mir morgen eine neue Festnetznumer geben lassen!*
Ich hieve mich aus dem Bett, gehe ins Bad und putze wenigsten meine Zähne, dann renne ich schnell ins Schlafzimmer und zieh mir Unterwäsche und den Jogginganzug an. Und schon klopft es an der Balkontür.
Ich öffne gleich die vom Schlafzimmer, weil ich ja eh lüften muss, ziehe die Jalousien hoch und gehe dann mit ihm in die Küche.
„Wow, sieht ja total anders jetzt aus!“ anerkennen schaut sich Lauri um.
„Was willst du??“ mürrisch schaue ich ihn an und setze Kaffee auf.
„Na, noch mal über das von gestern reden!“ grinste er mich an.
„Ach, willst mir jetzt sagen, dass du nicht mit mir gepoppt hast, weil Eva oben in deinem Bett lag?? Danke das weiß ich schon! Und ja, ich bin dir dankbar!“
Ich sah, wie ihm leicht das Gesicht einschlief.
„Ich habe nicht mit Eva geschlafen, zumindest nicht so, wie du meinst. Gut, sie hat bei mir im Bet geschlafen, aber was sollte ich machen?? Aki und Pauli sind auf der Couch eingepennt und so war kein Platz mehr! Hey, glaubst du allen ernstes, ich würde was mit DER anfangen?? Nee, danke, die hat doch schon fast jeden durch!“
„Naja, was stört dich das dann?? Ich meine…“
„Was meinst du? Weil ich gestern einmal nachgedacht habe, bevor ich was mache? Babe, ich liebe dich, noch immer, und denkst du echt, ich würde das so leichtfertig zerstören?? Hey, ich war gestern drauf und dran alle Sinne über Bord zu werfe und hätte dich draußen auf dem Tisch genommen, nur weil ich es diesesmal richtig machen wollte, habe ich es nicht getan. Wäre es dir lieber gewesen?“ er sah mich enttäuscht, aber auch wütend an.
„Naja, weißt du, nachdem was ich heute früh gehört habe…was sollte ich denn da denken?“ ich sah ihn ebenfalls traurig an.
Ich hörte wie er seufzte einen Schluck von seinem Kaffee nahm und mich dann lange anschaute.
Ich blickte auf und sah in seine grünen Augen, sah die kleine Träne, die an der Seite runterrollte.
„Wenn du das echt von mir denkst, dann hat das wohl alles keinen Sinn! Ich geh dann mal.“ Er stand langsam auf und ging Richtung Tür.
„Lauri, nein…bleibe bitte!“ flüsterte ich, doch er hörte mich nicht mehr, denn er war schon hinausgetreten.
„PASKA!!!!“ schrie ich und merkte wie mir die Tränen liefen.
*Was soll ich jetzt machen? Ich hab in einer halben Stunde alles das zerstört, was mir wichtig war!*
Ich stand auf und lief ihm hinterher, doch er ist nicht wie sonst zur Balkontür raus, sondern zur Wohnungstür. Ich machte sie auf und sah gerade noch, wie sich die Lifttüre schloss. Ich sah auf die Anzeige, doch als ich merkte, dass er nicht zu sich, sondern hinab fuhr, wusste ich, dass es zu spät war. Ich hatte ihn verloren, wiedermal, doch dieses Mal war es meine Schuld!
Ich ging in meine Wohnung und legte Doro Pesch & Warlock ein >>Für immer<< und drehte ganz auf, konnte sich ja keiner beschweren.

Bleib' Dir treu
niemals auseinandergeh'n
werden zueinandersteh'n
für immer

Keine Macht
wird uns jemals trennen
werde wie ein Tier drum kämpfen
Du lernst mich kennen!

Denn Freunde gehen mir über alles -immer-
Ich werd' immer für Dich sein - für immer-
Deep inside my heart - für immer-
Deep inside my heart - für immer-
Deep inside my heart - i see you and me

So lange Zeit
Sehne ich mich nach Ehrlichkeit
Vermisse ich dich, Geborgenheit
in Freiheit

Mut und Kraft
führen mich durch jeden Tag
begleiten uns in tiefster Nacht
- bald geschafft !-

Ich würde mein Leben
für Dich geben -immer-
werden alles überstehen - für immer-
Deep inside my heart - für immer-
Deep inside my heart - für immer-
Deep inside my heart ...

There's a message in this sound
Hay una promessa en el sonido
Für immer zusammen
werden uns niemals trennen
- uns niemals trennen !-

Für immer

Das Lied ließ ich immer und immer wieder laufen, ich heulte wie ein Schlosshund und als ich keine Tränen mehr hatte, ging ich ins Bad, ließ mir die Wanne voll Wasser laufen und ging baden.
Etwas entspannter stieg ich nach einer halben Stunde aus der Wanne, cremte mich ein und zog meinen Bademantel über.
Ich ging ins Wohnzimmer und überlegte, was ich machen könnte. Da fiel es mir ein – Aki und Pauli!
Ich drehte meine Musik leise, kramte im Handy nach der Nummer meines Bruders und ihn sie an.
Ich fragte ihn nach der Nummer von Pauli und Aki; verschwieg ihm aber den Grund. Als ich sie dann hatte, rief ich die beiden an und wir verabredeten uns für 18:00 Uhr am Café am Hafen.

30. Kapitel

Café am Hafen, 18:00 Uhr, durchwachsenes Wetter (wie meine Stimmung)

Ich stand schon eine viertel Stunde vorher am Café und wartete auf die beiden. Pauli war bissl eher da als Aki, doch ich wollte nicht alles 2x erzählen. Als dann Aki auch da war, setzten wir uns in eine Nische, wo uns keiner sehen konnte.
„Nun erzähl mal, was ist passiert?“ forderte mich Pauli auf und Aki nickte.
„Ja, was ist los, weil gestern Abend alles ok schien, als Lauri hochkam.“
Ich erzählte den beiden alles, und als ich fertig war, saßen sie erstmal schweigend da.
„Man, ich wusste, wir hätten Eva nach Hause schicken sollen, aber ich denke, du kannst Lauri da vertrauen, wenn er sagt es war nix, dann ist da nix gewesen! Leider ist er ziemlich stur, d.h., du wirst es schwer haben!“ sagte Aki.
*Ach nee, erzählt mal was Neues!*
„Ihr macht aber auch Sachen! Da denkt man, endlich ist alles geklärt, dann das! Ich könnte fluchen!“ regte sich auch Pauli auf.
„Das hat jetzt alles keinen Sinn, sagt mir lieber, wie ich das wieder gut machen kann??“
„Heute Abend sind wir im Nosturi, aber glaub mir, lass ihm einen Tag um sich abzureagieren, ich pass auf ihn auf, ok??“ riet mir Aki.
Ich nickte, „ Aber was ist, wenn ich es endgültig vermasselt habe?? Ich mein er kann so viele bekommen, da ist er auf mich Zicke nicht angewiesen.“ Schniefte ich, weil ich schon wieder heulen musste. „Ich will ihn nicht verlieren!“
„Glaub uns, da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, er liebt dich zu sehr, nur er ist eben auch sehr verletzt. Ich weiß noch wie er gestern hochkam und gestrahlt hat, aber verraten wollte er nix! Vertrau uns, wir kennen ihn, er ist auch so eine Zicke!“ Lachte Pauli und ich musste irgendwie mitlachen.
Nach einer Stunde gingen wir dann raus, ich fühlte mich echt erleichtert und dankte den Beiden.
„Ach nix zu danken. Das hier ist nix im Gegensatz zu dem, was damals war!“ meinte Aki und griente mich an.
„Also dann, wir müssen zum Soundcheck, wir passen auf ihn auf, aber du auch, ja?“ Pauli nahm mich in den Arm und Aki auch.
„Macht’s gut, viel Spaß heute und nochmals danke.“ Ich winkte noch mal, drehte mich um und lief zu mir nach Hause.
Dort angekommen, stylte ich mich noch mal für den heutigen Abend um und fuhr mit dem Lift in die Tiefgarage.
Dort stand er, das Geburtstagsgeschenk meiner Eltern zum 18. Mein schwarzer 3er BMW mit den hellen Lederbezügen. Ich war damals so stolz und auch jetzt, wusste ich doch, dass das meiste Geld mein Opa dafür zu Seite gelegt hatte. Ich stieg ein und fuhr aus unserer Tiefgarage, in der sonst nix weiter stand, hinaus auf die Straße.
Ich fuhr bis zum ‚Sokas Hotel Vaakuna’, stellte mich auf den Parkplatz und wartete auf meine Freunde, die auch schon kamen.
„Na, alles klar? Kann’s losgehen?“ freudig umarmte Claudi mich und wir gingen hinein.
Es wurde ein schöner Abend, ich vergaß sogar Lauri für paar Stunden, doch als ich merkte, dass ich langsam müde wurde fuhr ich nach Hause. Je näher ich unserem Haus kam, wurde ich trauriger und mir liefen dir Tränen.
*Hoffentlich haben Pauli und Aki recht* dachte ich mir, als ich mein Auto wieder in der Tiefgarage abstellte.
Ich stieg in den Lift und fuhr bis zu meiner Etage.
Ich ging in meine Wohnung, zog mich aus, machte mich bettfertig und legte mich hin. Die Jalousien ließ ich offen, weil ich noch bisschen den Wolken am Himmel zuschauen wollte. Ab und an blinkerte ein Stern darunter hervor.


31. Kapitel

Am nächsten Morgen wachte ich gegen 10 Uhr auf und wusste nicht so recht, was ich machen sollte, und ging erstmal in die Küche.
Es war mal wieder ein sonniger Tag und irgendwie fühlte ich mich auch besser, nicht gut, aber besser. Ich kochte mir einen Kaffee und schmierte mir ein Marmeladenbrötchen, wobei mir auffiel, dass ich doch mal einkaufen gehen könnte. Also machte ich mich fertig, fuhr in die Tiefgarage und stieg in mein Auto. Als ich rausfahren wollte, sah ich die Besitzer der Boutique aus unserem Haus und winkte ihm zu. Er ist ein älterer Herr und da fiel mir auch wieder ein, dass ich mich noch um einen Job kümmern musste. Ich hatte doch an dem Tag, als ich hier herzog, einen Zettel mit der Aufschrift >>Aushilfe gesucht<< an der Eingangstür hängen gesehen.
Ich fuhr in das nächstgelegenen Shoppingcenter und holte mir so die Sachen für den täglichen Gebrauch. In der DVD-Abteilung schaute ich nach schönen, kitschigen Film und wurde fündig. Ja, ich würde mir heute mal einen ruhigen DVD-Abend machen und die Seele baumeln lassen. Ich ging zur Kasse, bezahlt und fuhr den Einkaufswagen zum Auto und lud das Zeug um. Als ich den Wagen zurückschob, traf ich komischerweise Jonne.
*Sag bloß, der ist schon wach??* ich lächelte ihm zu und ging zurück zum Auto.
„Hei, warte mal!“ rief er mir hinterher und ich blieb stehen.
„Hei, schön dich wieder zu sehen, du gehst mir seit vorgestern nicht mehr aus dem Kopf!! Und sag nix, ich weiß, dass du wieder mit Lauri zusammen bist. Man, der hat aber echt mehr Glück als Verstand!!“ schief grinsend stand er vor mir.
„Hei, ja, freu mich auch dich zusehen.“ Auch ich musste lächeln, zu dem Thema sagte ich lieber nix, nicht das er sich noch Hoffnungen machte.
„Was ich dich mal fragen wollte, was machst du Samstagabend? Wir, d.h. meine Jungs und ich, haben einen Gig in der Factory, ich würde mich freuen, wenn du kommst! Sag mir aber vorher Bescheid, hier is meine Nummer.“ Er reichte mir einen Zettel und verschwand.
Ich stand noch wenig da und schüttelte nur den Kopf. *Was bildet der sich nur ein?*
Ich stieg in mein Auto und fuhr los.
Wieder zuhause in der Tiefgarage war ich froh, dass wir einen Aufzug haben, denn ich habe mal wieder, typisch Frau, zuviel gekauft.
In meiner Wohnung räumte ich erstmal die Sachen in die Schränke, legte die Flasche Wein in das Weinregal und putzte dann meine Wohnung.
Nach gut 2 Stunden war ich fertig, die CD von Placebo kannte ich nun auswendig, und ließ mich auf mein Sofa fallen. Ich liebe meine Wohnung.
Aber so richtig Zeit zum entspannen hatte ich nicht, ich wollte ja den Besitzer fragen, ob er nicht eine Aushilfe oder so brauch. Also hieß das, noch mal ins bad, ordentlich schminken und bisschen Schmuck anlegen.
Als ich im meinem Schlafzimmer stand, fragte ich mich mal wie so oft, was ich denn zu einem solchen Gespräch anziehen sollte. Ich entschied mich für meinen dunkelblauen Zweiteiler und ging dann zum Aufzug.

Als ich in der 1. Etage ankam, hatte ich schon wieder Muffesausen und wollte umkehren, doch ich musste ja langsam mal mein eigenes Geld verdienen. Also zog ich die Schultern straff und ging zur Haustüre hinaus und zur Ladentüre wieder hinein. Der Zettel hing noch dort.
Ich sah, dass es ein sehr exklusiver Laden war und ich machte mich schon auf eine Absage gefasst, als dieser freundliche Herr auf mich zutrat.
„Kann ich Ihnen helfen?“
„Ja, also, ich habe mal eine Frage an Sie.“ Leicht verlegen stand ich ihm gegenüber.
„Bitte!“
„Mein Name ist Bianca Viitaniemi und ich bin Anfang dieser Woche aus Deutschland zurückgekommen und vorgestern hier eingezogen. Und, ja ich suche nun Arbeit und wollte sie fragen, weil ich das Schild an Ihrer Tür gesehen habe, ob Sie denn noch jemand suchen, und wenn ja, wofür?“ *Puh, das hast du gut gesagt, mehr als ‚Nein’ kann jetzt eh nicht mehr kommen*
„Hallo, also ich bin Herr Halonen, der Besitzer. Setzen wir uns doch. Kann ich Ihnen etwas anbieten?“
Dankend lehnte ich ab.
„Ja, ich suche noch eine Aushilfe für die Buchhaltung. Und sollten Sie sich qualifizieren, könnte es möglich sein, dass ich Sie festanstellen kann. Ich eröffne gerade mein 2. Geschäft in Espoo und kann deswegen nicht mehr jeden Tag hier in Helsinki sein. Sie interessieren sich wohl für diese Stelle?“ freundlich sah er mich an.
„Ja.“ Mehr brachte ich nicht heraus, soviel Zufälle gibt es ja im Leben nicht.
*Ruhig, das könnte deine Chance sein Bianca, also nutze sie!!*
„Darf ich Sie fragen, was Sie gelernt haben?“
„Ich bin gelernte Fremdsprachensekretärin.“
„Sie sagten, sie kämen von Europa zurück. Waren Sie nur in Deutschland oder auch in anderen Nachbarstaaten?“
„Nein, ich war auch für eine Sprachreise, die von der Schule aus ging, in Frankreich.“
„Oh, Frankreich, wie schön, wo waren Sie denn da?“
„Wir haben in einem kleinen Dorf namens La Bégude de Mazenc gewohnt, das liegt in der Nähe von Montelimar, und sind von dort aus nach Valence an das Centre D´etude des Langues gefahren und haben dort am Unterricht teilgenommen. Wir waren auch in Oranges, Lyon oder Nyon, aber hauptsächlich waren wir dort, um mit französischen Schülern zu lernen.“
„Ah ja, eine sehr schöne Gegend. Waren sie auch in Avignon? Der Papstpalast, die Brücke aus dem Lied oder der Pont du Gard sind tolle Sehenswürdigkeiten.“
„Ja, wir waren auch dort.“
„Welche Sprachen können Sie da alles sprechen?“
„Finnisch, deutsch, englisch und französisch. Ich hab auch begonnen, spanisch zu lernen, aber es ist wirklich nur für den Urlaub gedacht.“
„Ausgezeichnet, wie schnell können Sie mir Ihre Unterlagen zukommen lassen?“
Ich war erstaunt, aber ich versicherte ihm, dass ich sie sofort runterreichen konnte.
„Dann würde ich mich freuen. Gehen Sie gleich hier raus und wenn Sie wiederkommen, hier ist die Klingel. Bis gleich Frau Viitaniemi.“
Als ich in den Lift stieg, hatte ich ein seliges Grinsen auf dem Gesicht und das konnte mir keiner nehmen.
Schnell packte ich meine Mappe mit allen Unterlagen zusammen und fuhr wieder hinab zum Geschäft.
Als ich klingelte dauerte es ein klein wenig, doch als Herr Halonen öffnete, musste ich lächeln. Er hatte ein Maßband und mehrere Nadeln im Mund und bat mich herein.
„Es dauert mal noch einen Augenblick, ich habe gerade eine Kundin, die sich gern einen Blazer kaufen möchte und diese lässt sich nur von mir bedienen.“
Ich nickte uns setze mich in den gleichen Sessel von vorhin.
*Hoffentlich muss ich nicht auch verkaufen, weil dann geht er schnell Pleite!!* dachte ich mir.
„So, da bin ich wieder.“
Ich erschrak, weil ich ihn nicht gehört habe.
„Hier sind die gewünschten Unterlagen. Wenn Sie noch Fragen haben, können sie mich jederzeit anrufen.“ sagte ich und wollte aufstehen.
„Wohin wollen Sie? Ich schaue mir das jetzt gleich an und sage Ihnen sofort bescheid, ich mache gerne gleich Nägel mit Köpfen.“ Er lächelte mich an und lehnte sich in seinen Stuhl zurück.
Ich saß ihm gegenüber und schaute mich um, wisst ihr, was man so alles entdeckt, wenn man nix zu tun hat? Ab und an kam ein erstaunter Ausruf aber mehr auch nicht, ich wusste einfach nicht, wie ich das deuten sollte.
Nach einer halben Ewigkeit, wie mir schien, klappte er die Mappe zusammen und schaute mich an.
„Also, wenn Sie den Job haben wollen, dann kann ich Sie hiermit nur beglückwünschen. Sie haben ihn.“
Ich glaube, nur die Sonne strahlte heute heller.
„Wirklich?? Ich kann es noch gar nicht glauben. Wann kann ich da anfangen?“
„Naja, ich würde sagen, weil heute Freitag ist, fangen wir erst am Montag an, seien Sie 10 Uhr am Hintereingang, dann weise ich Sie ein, stelle Ihnen Majia vor, sie ist die Verkäuferin hier. Sie kümmern sich nur um die Buchhaltung.“
„Ok, danke, ich danke Ihnen vielmals. “ stotterte ich und reichte ihm die Hand.
„Ich danke Ihnen und Gott für diesen Zufall. Bis Montag Frau Viitaniemi. Ein schönes Wochenende.“ Er gab mir ebenfalls die Hand.
„Ich behalte diese Unterlagen erstmal bei mir, es sind ja alles Kopien wie ich sehe. Am Montag machen wir dann den vorläufigen Arbeitsvertrag fertig. Ich freue mich auch die Zusammenarbeit mit Ihnen.“
Noch ein kurzes ‚OK’ von mir und ich war entlassen.
*Ich hab nen Job, das glaube ich jetzt nicht!!* ging es mir durch den Kopf, als ich wieder zu mir in die Wohnung fuhr.
Ich rief erstmal meine Oma an, diese freute sich genauso wie ich und sagte, dass wir das feiern müssten, ich solle doch zum Abendessen erscheinen.
Ich konnte nicht nein sagen.
Dann rief ich Claudi auf Arbeit an und diese war auch ganz aus dem Häuschen.
„Man, das müssen wir feiern, was machst du heute Abend?“ quasselte sie fröhlich ins Telefon.
„Ich, ich werde heute nix machen, nur mich ausruhen und eine DVD anschauen. Aber morgen können wir fortgehen.“
„Schade, aber ok. Dann sehen wir uns morgen. Ich freu mich. Hab dich lieb, bis dann.“
Ich legte auf und ging in die Küche mir was zum Essen zu kochen.

32. Kapitel

Nachmittags fuhr ich dann zu meinen Eltern und es wurde ein schönes Essen. Meine Eltern freuten sich riesig für mich, war es doch ein recht großer Zufall, dass gerade jetzt Herr Halonen jemanden für die Buchhaltung suchte.
Gegen neun fuhr ich dann wieder nach Hause und in meiner Wohnung angekommen machte ich es mir gemütlich.
Ich schaute mir die DVD an, welche ich mir gekauft hatte, und trank gemütlich die Flasche Wein. Ich musste wie so oft bei den Schnulzenfilmen bei jeder Kleinigkeit heulen und freute mich am Ende doch wieder mit den Hauptdarstellern.
*Warum kann das normale, reale Leben nicht so verlaufen, bzw. warum kann ich mich nicht in jemanden verlieben, der weniger kompliziert ist?*
Seufzend stand ich auf, zog mir eine dicke Jacke an und ging auf meinen Balkon eine rauchen. Es war recht kühl, aber das ist es immer, wenn der Herbst Einzug hielt. Ich rauchte auf, ging wieder in meine Wohnung und beschloss, heute mal zeitig ins Bett zu gehen.
Gegen halb zwölf lag ich dann im Bett und dachte über mein Glück nach.
*Ich hab eine Job, dafür keinen Freund! Ist es denn im Leben immer so, dass man immer nur eins haben kann? Ich meine, wie bekommen die anderen Paare das hin?? Bin ich vielleicht einfach nur zu blöde dazu, eine Beziehung zu führen??*
Solche und ähnliche Gedanken gingen mir durch den Kopf, bis ich in einen unruhigen Schlaf fiel, aus dem ich mehrmals erwachte.

Am nächsten Morgen kochte ich mir deswegen erstmal starken Kaffee und beschloss dann, einen großen Spaziergang durch den Park zu machen.
Ich setze mich im Park auf eine Bank, und beobachtete die Kinder, die auf dem Spielplatz tobten, Paare, die engumschlungen durch den Park liefen, wobei mir das jedes Mal einen Stich ins Herz gab. Langsam stand ich wieder auf, lief um den Teich und beobachte noch ein wenig die Enten und ging dann wieder Richtung Ausgang. Ich ging langsam durch die Straßen Helsinkis und schaute ab und an in eines der Schaufensterläden ohne mich wirklich für die Auslage zu interessieren. Nach gut 3 Stunden kam ich bei mit wieder zuhause an und wollte mich gerade ins Bad begeben, als es an der Türe klingelte.
*Nanu, wer kann denn das sein??*
Ich schaute auf den Bildschirm und erkannte den Postboten.
*Hmm, ich hab doch gar nix bestellt?? Was der wohl will??*
„Ja bitte“ fragte ich den Postboten über die Freisprechanlage.
„Ein Paket für Herrn Ylönen. Könnten Sie es bitte entgegennehmen, da anscheinend niemand zuhause ist.“ Erklärte er mir.
„Ok, kommen Sie hochgefahren“ ich drückte den Öffner und wartete an der Wohnungstür auf den Briefträger.
Als er dann bei mir ankam, reichte er mir das Paket und bat mich noch den empfang zu bestätigen.
„Soll ich Herrn Ylönen einen Zettel schreiben, dass sie das Paket haben?“ ich nickte und wünschte ihm ein schönes Wochenende.
Dann ging ich wieder in meine Wohnung und stellte das Paket im Flur ab, um endlich ins Bad gehen zu können. Dort ließ ich mir wieder Wasser in die Wanne laufen, weil ich doch leicht unterkühlt von dem langen Spaziergang war, ging ins Wohnzimmer legte mal wieder meine Lacrimosa-CD ein und als ich in der Wanne lag, schloss ich genüsslich die Augen.
*Das tut mir und der Seele gut!* ich summte leise die Lieder mit und als das Wasser langsam kalt wurde, goss ich immer neues heißes auf.
Nach ca. 1 Stunde stieg ich dann doch aus der Wanne und trocknete mich ab. Ich cremte mich wieder sorgfältig ein, bis auf das Gesicht, da legte ich mir eine Maske auf, und zog dann meinen Bademantel an. Ich ging in meine Küche, setze mich an den Küchentisch und schlug das Rätselheft, das ich immer irgendwo liegen habe, auf und so verging auch wieder eine halbe Stunde.
Danach ging ich ins Bad um mich endgültig für heute abend fertig zu machen. Diesesmal zog ich verführerische aber nicht zu auffällige Unterwäsche, eine Jeanshose an, ein schwarzes Top und Socken an. Als Schuhwerk wählte ich heute meine Doc Martens mir der 8-Loch-Schnürung.
Plötzlich fiel mir ein, dass ich ja Jonne noch bescheid sagen muss und so kramte ich den Zettel aus meiner Tasche.
Nach dem dritten Klingeln ging ein verschlafenes Etwas ans Telefon.
„Hmmm??“
„Hei Jonne, ich bin’s Bianca. Das mit heute abend geht klar!!“ sagte ich ihm und als Antwort bekam ich nen undefinierbaren Laut. Er scheint sich wohl zu freuen.
„Aber, ich bringe noch jemanden mit, ist das ok??“
„Männlich oder weiblich??“ fragte er mich ernst.
„Weiblich, ich bringe Claudi mit, die mit Antii gekuschelt hatte.“
„Yeah, das geht in Ordnung. Seid so gegen halb sieben da, der Gig geht um acht los und so können wir uns noch bissl unterhalten.“ Fröhlich sich verabschiedend legte er auf.
Ich konnte wiedermal nur noch mit dem Kopf schütteln. *Was ist das denn für ein Verrückter??*
Ich fuhr wieder mit dem Fahrstuhl in die Tiefgarage und stieg in mein Auto.

33. Kapitel

Ich fuhr zu Claudia und klingelte bei ihr.
Aber irgendwie reagierte niemand, doch zum Glück kam gerade eine Nachbarin, die mich mit ins Haus nahm. Ich stieg die Treppen bis zur Wohnung hoch und je näher ich kam, umso deutlicher vernahm ich laute Stimmen. *Hey, das sind doch…*
Tatsächlich, Claudi stritt sich mit Morten. Ich drückte abermals die Klingel und diesesmal kam auch Claudi und machte mir auf.
„Hei, komm rein!“ sagte sie, als sei nix gewesen.
„Ok, ich will aber nicht stören!“ sagte ich leise und umarmte sie.
„Du störst nicht!“ fauchte Morten mich an, „und du, mach doch was du willst! Mir reichts!“ fauchte er in Richtung Claudi. Sprachs und ging zur Tür hinaus.
„Ui, ich komme wohl sehr ungelegen?? Aber wir sollen in einer Stunde an der Factory sein. Und wie ich Dich kenne, weißt du wieder nicht, was du anziehen sollst, richtig??“
„Ach, lass mal, das renkt sich schon wieder ein! Und ja, ich brauche Hilfe!“ lächelte Claudi mich an.
„Wohin soll’s denn eigentlich gehen??“ fragte mich Claudi, während sie ihren Kleiderschrank so halbwegs ausleerte.
„Ins Factory, dort haben Negative heute nen Gig, und Jonne hat mich, bzw. uns, eingeladen. Also, mach hinne!“
„Der Jonne??? Der von Lauris Party?? Weiß das Lauri?“
„Nein, er weiß es nicht, ist aber auch egal, weil…“ ich konnte nicht darüber reden.
„Weil was????“ irritiert sah Claudi mich an.
„Weil wir nicht mehr zusammen sind, wenn wir es überhaupt wieder waren!“
„Und das sagst du mir mal so einfach zwischen Unterwäsche und T-Shirt? Was ist passiert?? Als ich gestern von dir wegging, war alles noch in bester Ordnung!!“
„Naja, weißt du, dass war so.“ und ich erzählte ihr die ganze Geschichte.
„Oh man, was machst du denn nur für Sachen?? Man, ich dachte echt, das ihr euch endlich wieder gefunden habt, und nun das!!“ sich tippte mir leicht an die Stirn. „Du hast echt nen Vogel!“
„Ja ich weiß, Aki und Pauli konnten das auch nicht verstehen. Nun ist es so und ich kann nix machen!“ seufzte ich.
„Aber, nun komm, du musst dich noch schminken und dann müssen wir los, ich will noch nen Parkplatz bekommen.“
Nach einer weiteren viertel Stunde war sie dann fertig und wir konnten losgehen.

Als wir ankamen, sahen wir die Schlange von Leuten, die schon davor standen. Ich holte mein Handy aus der Tasche und rief Jonne an.
„Wir sind da, wo sollen wir hinkommen?“
„Warte, ich schick nen Security zum Hintereingang, der bringt euch dann zu uns. Bis gleich.“
Wir stellten uns zum Hintereingang, wo wir von einigen Leuten bisschen dumm angeschaut wurden, als der Sec uns reinließ.
Wir liefen einen langen Gang entlang und standen dann vor der Garderobe der Jungs, und konnten hören, dass sie schon fleißig am feiern waren.
„Hei, immer hereinspaziert, wenn es so hübsche Frauen sind wie ihr!“ begrüßte uns Jonne.
Wir lachten, grüßten die Jungs und unterhielten uns noch einen kurzen Moment.
Dann mussten sie auch schon auf die Bühne und Claudi und ich setzen uns in den VIP-Bereich der Bar.
Die Jungs lieferten eine tolle Show und als sie fertig waren, kamen sie dann zu uns.
Natürlich floss der Alkohol in Strömen, nur ich blieb bei Cola, da ich ja wieder fahren musste. Wir verbrachten einen lustigen Abend, obwohl Jonne mehr oder weniger versuchte, wieder mit mir anzubandeln.
„He, Jonne, lass das!“ sagte ich, als er mal wieder, wie zufällig mein Knie berührte, “Du weißt doch, dass ich mit Lauri zusammen bin!“
„Na und, ist er hier?? Nein, also…!“
Claudi amüsierte sich derweil wieder mit Antii und die anderen Jungs hatten auch jeder ein Groupie im Arm.
Irgendwann wurde mir das zu viel, Jonne ließ nicht ab, so ging ich kurz vor die Tür und stieß dort mit Lauri und Aki zusammen.
*Oh schice, was machen die hier, ham die keinen Gig oder so?*
„Hallo.“ Sagte ich und schaute dabei nur Aki an, ich konnte Lauri nicht in die Augen schauen.
„Hei, was machst du denn hier?? Wir haben uns gelangweilt und sind dann hierher, weil wir gehört haben, das Jonne und so hier sind.“
„Ja, die sind drinne, wir sitzen bei ihnen mit, sie haben uns für heute abend eingeladen.“
„Aha, kommst wieder mit rein?“ fragte Aki mich.
„Nein, ich will noch etwas frische Luft schnappen, wir sehen uns dann drin!“
Lauri hat bisher nix gesagt, aber ich weiß, dass er mich die ganze Zeit anschaute.
Sie gingen rein, und ich atmete einmal mehr tief ein. Als es mir dann zu kalt wurde, ging ich wieder rein. Auf den Weg zu unserem Tisch, kam mir Claudi entgegen.
„Es gibt Problem! Lauri und Jonne liegen sich in den Haaren wegen dir!!“ raunte sie mir zu, drückte mir meinen Mantel in die Hand und wollte mit mir rausgehen.
„Nein, warum denn das?? Was ist dort los??“ ich mein, man konnte sie trotz der Musik hören.
„Jonne hat irgendwas gesagt, und da ist Lauri an die Decke gesprungen. Ich weiß nicht was los ist, ist echt besser wir gehen, glaub mir!“ drängelte Claudi.
„Nein, ich gehe jetzt dahin und klär das!“
Als ich mich dem Tisch näherte, hatte ich echt Schiss, was wird wohl jetzt passieren?
„Lauri, komm runter!“ hörte ich Aki sagen. Doch Lauri schüttelte nur den Kopf und brüllte Jonne an.
„Auch wenn wir vielleicht nicht mehr zusammen sind, möchte ich, dass du die Finger von ihr lässt, sie ist eine klasse Frau, und hat es nicht verdient von jemanden wie dir verarscht zu werden!“
„Was ist denn hier los?“ fragte ich, als ich an den Tisch trat.
Plötzlich war es ruhig, alle sahen mich an.
„Ha, Dein neuer Freund hat mir gerade einiges erzählt!! So von wegen Mittwochabend auf meinem Balkon! Na, fällts dir ein?“ ein knallroter Lauri schrie mich an und ich trat einen Schritt zurück.
Ich musste kurz überlegen, was er meinte, bis es mir siedenheiß einfiel.
*Scheiße, wer hat da gelabert?* Ich sah Aki an, doch er schüttelte den Kopf und nickte zu Jonne.
Jonne fing an zu lachen.
„Ich wüsste nicht was es da zu lachen gibt!“ schnaubte Lauri.
„Doch, man ist das geil, du benimmst dich wie ein wildgewordener Ehemann, den man die Hörner gehörig aufgesetzt hat. Das is einfach nur geil!!“ kicherte Jonne.
So langsam platze mir die Hutschnur. Ich trat an Lauri ran, packte ihm am Kragen und schaute ihm in die Augen.
„Sach mal, DU, gerade DU, hast Dich hier nicht aufzuregen!!!!! Wenn DU DIR nicht von Eva im Bad einen … (musste ich so machen wegen FSK, Anm.d.A.) lassen hättest, wäre es niemals soweit gekommen!! DU bist selbst dran schuld, und außerdem, wir waren am Mittwoch noch nicht wieder zusammen als das mit Jonne passiert ist. Also halt gefälligst den Ball flach!!!“ schnauzte ich ihn an.
„Und DU, wenn DU es nicht verstehen willst, dann tattoowier die das auf deinen Hintern oder sonst wohin: Ich habe kein Interesse an Dir, zumindest nicht auf Beziehungsebene!!! Ist das klar???“ fuhr ich Jonne in dem selben Ton an.
Aki musste sich das Lachen verkneifen, genauso wie die andern Jungs, die Groupies waren wohl geflüchtet.
Ich drehte mich um, und ging zu Claudi, de an einer Ecke auf mich wartete und das Ganze mit reger Interesse verfolgt hatte, genauso wie viele andere Gäste.
Als wir am Ausgang ankamen, hörten wir, wie sich die beiden wieder anschrieen, doch mir war das egal.
Draußen angekommen, schnappte ich mir erstmal eine Zigarette zur Beruhigung und sah Claudi an. Wir mussten plötzlich beide lachen, wir lachten und konnten nicht aufhören.
„DU, gerade DU, hast Dich hier nicht aufzuregen!!!!!“ äffte Claudi mich nach und wir prusteten wieder los. Ich hatte schon Tränen in den Augen und Bauchschmerzen.
Als wir uns wieder beruhigten, gingen wir zum Auto und als wir einsteigen wollten, sahen wir, dass die Beiden soeben hochkantig rausgehauen wurden.
Ich unterdrückte ein Kichern und stieg in mein Auto.
Wir fuhren zu Claudi, und gingen hoch.

34. Kapitel

Claudi machte erstmal lecker Cappuccino und wir setzen uns aufs Sofa.
„Und, was denkst du, was werden die beiden jetzt wohl machen??“ fragte mich Claudia und ich musste anfangen mit kichern.
„Ich habe keine Ahnung, und es is mir eigentlich auch egal, aber so wollte ich meinen 1. Arbeitsplatz eigentlich nicht feiern. Naja egal.“
Wir tranken schweigend weiter, als wir hörten, dass Morten wieder kam.
„Hei, Schatz, es tut mir Leid wegen heute Abend, ich wollte das nicht.“ Sagte er, und ich hielt es für angebracht, nach Hause zu fahren.
„Machts gut ihr zwei“ sage ich noch und ging. Ob sie mich noch bemerkt haben weiß ich nicht, denn sie lagen sich engumschlungen in den Armen.

Bei mir angekommen, fand ich, dass es noch zu früh war zum Schlafen, also ging ich zu Fuß noch mal in die Innenstadt und setze mich in eine kleine Kneipe. Dort traf ich Matti und wir unterhielten uns lange Zeit.
Nach meinem 5. oder 6. Salmiakki bezahlte ich und ging nach Hause. Bei mir an der Tür angekommen, bekam ich erstmal einen Schock. Dort saß Lauri und sah schrecklich aus.
„Hei, was machst du denn hier? Und wie schaust du aus?“ fragte ich ihn und hockte mich vor ihn hin. Ich sah, dass er geweint hatte.
„Wir haben uns geprügelt.“ Antwortete er tonlos.
„Ihr habt was?? Seid ihr noch ganz atta? Komm erstmal rein, das muss bestimmt gereinigt werden.“
Ich sperrte die Türe auf und fiel beinah über sein Paket, welches ich dort früh abgestellt hatte. Wir gingen in meine Küche und ich setze ihn erstmal auf einen Stuhl. Dann suchte ich Watte und etwas Wundsalbe und versuchte ihn zu verarzten. Er sah echt schlimm aus. Das eine Auge wird morgen blau und geschwollen sein, seine Unterlippe war aufgeplatzt und auf der rechten Wange hatte er auch Kratzer.
„Man, was macht ihr nur für Sachen?? Habt ihr euch den endgültig den Verstand weggesoffen?? Pass auf, das könnte wehtun!“ sagte ich ihm, als ich mit dem in Wundsalbe getauchten Wattebausch auf seine Kratzer drückte. Er zuckte leicht zusammen, doch sagte keinen Ton.
*Tapferer kleiner Lauri* ich musste grinsen.
„So lustig is das nicht! Alles nur wegen Dir!“ brummelte er und sah mir in die Augen.
„Wegen mir?? Ich habe euch nicht gesagt, dass ihr euch die Fressen einhauen sollt!“
„Hmm….“
„So und nun erzähl mal, was passiert ist.“ Ich legte ein Kühlkissen auf sein Auge und setze mich ihm gegenüber.
„Hast du noch was zum trinken?“
Ich nickte, holte die halbvolle Flasche Salmiakki und stellte 2 Gläser auf den Tisch und füllte sie.
„Kippis“ und weg war das erste.
„Also, als du raus gegangen warst, haben wir uns gegenseitig die Schuld gegeben und naja, dann wurden wir rausgeschmissen, weil wir zu laut waren und draußen hat Jonne dann zu mir gesagt, dass ich dich gar nicht verdient hätte und dann sind mir endgültig die Sicherungen durchgeknallt, selbst Aki konnte mich nicht mehr zurückhalten. Naja, und dann haben wir uns geprügelt. Ich weiß nicht wer schlimmer aussieht von uns beiden!“ er versuchte zu grinsen, doch das ging nicht so recht.
Ich schenkte noch mal nach.
„Warum eigentlich? Ich mein, du wolltest doch nix mehr von mir.“ Ich sah ihn an.
„Das habe ich so nie gesagt. Du weißt das ich dich liebe, sonst hätte ich mich nie geprügelt, nicht mit dem!!!“
Ich musste lächeln, weil ich mir gerade vorstellte, wie Lauri, 1,69cm, und Jonne, 1,75cm, sich gegenüberstanden und sich prügelten.
„Was, glaubst du mir nicht??“ irritiert über mein Lächeln sah er mich an.
„Doch, ich hab mir euch nur bildlich vorgestellt, das ist alles!“ ich konnten nicht anders und musste lachen. Nach ein paar Sekunden fiel er in mein Lachen ein wobei er sich den Brustkorb festhielt.
„Verdammt, ich darf nicht lachen, das tut weh.“ Fluchte er leise.
„Lass mal sehen“ bat ich ihn und er zog seinen Pullover und sein T-Shirt hoch.
„Ui. Das sieht nicht gut aus, ich glaub wir sollten damit mal zum Arzt!“ besorgt sah ich mir die roten, teils schon blauen Stellen auf seinem Oberkörper an.
„Nein, keinen Arzt, ich will das nicht!“ jammerte er plötzlich wie ein kleines Kind. „Aki wollte mich auch schon dorthin schleifen.“
„Weil er verdammt recht hatte. Warte ich ruf ihn an und dann fahren wir ins Hospital. Ohne Widerrede!!“ Ich holte mein Telefon, wählte Akis Nummer, die mir Lauri vorsagte und wartete kurz.
„Ja?“
„Aki ich bins, Bibbi. Kannst du mal zu mir kommen? Lauri muss dringen untersucht werden.“
„Ach, er ist bei dir?? Ja ich komme sofort. Ich klingle dann kurz und ihr kommt runter, ok??“
„Ok, bis gleich!“
Ich legte auf und sah, das Lauri sich gerade wieder einen Salmiakki genehmigte.
„Aki ist gleich da und dann fahren wir. Hast du deine Chipkarte mit??“
„Ja, irgendwo in meinem Portemonaise ist sie. Ich will aber wirklich nicht!“ wie ein kleiner Hund sah er mich aus traurigen Augen an.
„Pass auf, ich komm mit und halte Händchen, ok?“ leicht grinsend sah ich ihn an.
„Würdest du das machen?? Aki kippt ja bei jeder Gelegenheit gleich aus den Latschen. Er ist noch ne größere Memme als ich.“ Er versuchte wieder zu lachen doch die Schmerzen waren zu groß.
Endlich klingelte es an der Tür und wir fuhren runter.

35. Kapitel

Im Krankenhaus angekommen, musste Lauri erstmal in die Röntgenabteilung, wohin ich nicht mit durfte, so setze ich mich mit Aki in den Gang davor.
„Wie hast du es geschafft, dass er doch ins Krankenhaus geh?? Mit mir wollte er einfach nicht gehen.“
„Er hatte gar keine Chance, ich bin halt auch de Bibbi!“ ich zwinkerte ihm zu.
„Und, wie sieht’s jetzt nun aus?? Seid ihr wieder…?“ fragend schaute mich Aki an.
„Ich weiß es nicht, schauen wir mal.“
Nach ca. 10 min kam Lauri wieder aus dem Raum und versuchte krampfhaft sein T-Shirt in die Hose zu schiebe, was ihm durch die Schmerzen nicht gelang.
„Komm her, ich helf dir.“ Sagte ich und steckte sein T-Shirt in die Hose.
Aki fing an mit lachen und Lauri funkelte ihn wütend an.
„Das is nicht lustig Hattu!!! Mir tut alles weh!!“
Ich wollte gerade etwas sagen, als der behandelnde Arzt kam und Lauri zu sich ins Besprechungszimmer holte.
„Kann, kann meine Freundin mitkommen??“ fragte er ich etwas weinerlich.
*Man erst den Großen markieren und dann so ein Jammerlappen sein!!*
„Natürlich, das ist kein Problem.“ Antwortete der Arzt freundlich.
Wir gehen ins Zimmer und setzen uns hin.
„Armer Aki, der muss draußen warten, aber so wie ich ihn kenne, wird er nach irgendeiner hübschen Schwester Ausschau halten.“ Kicherte Lauri, wobei er sich wieder die Rippen festhielt.
„Also Herr Ylönen, ich bin Dr. Puolakainen und ich habe sowohl eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie.“
„Dann bitte erst die schlechte.“ Sagte Lauri und hielt dabei krampfhaft meine Hand fest.
„Also, sie haben eine ziemlich ernsthafte Rippenprellung und bekommen daher von uns einen Verband angelegt, der das alles festigen soll. Die Gute ist, sie können normal weiterarbeiten wie bisher, nur sollten Sie darauf verzichten, auf der Bühne rumzuhopsen.“ Er musste leicht grinsen.
*Aha, er kennt ihn also doch, ist aber so fair ihn wie jeden anderen auch zu behandeln.*
„Echt?? Man, naja, wenn man nix machen kann??“ etwas treudoof sah Lauri den Arzt an.
„Nein, sie würden sich vielleicht sonst noch nen Bruch einfangen und der dauert länger mit der Heilung. Aber ich sage Ihnen gleich, die Schmerzen sind kaum auszuhalten, und haben sie jemanden, der ihnen in den nächsten 14 Tage den Verband fachmännisch wechseln kann??“
Er sah mich an, und ich muss wohl sehr entsetzt ausgesehen haben.
„Es ist nix weiter schlimmes, nur die Salbe bekommt er schlecht auf den Rücken und es ist besser, wenn der Verband hinten geschlossen wird.“
„Naja, wenns weiter nix ist, traue ich mir das schon zu, oder willst du lieber Aki oder einen der Jungs fragen?“ ich schaute Lauri an.
„Nee, mach du das lieber!“ grinste er mich frech an.
Der Arzt gab mir noch die Salbe und einen Wechselverband mit und wir konnten wieder nach hause.
Lauri stöhnt bei jedem Schritt, den wir machen mussten und ließ sich erleichtert is Akis Auto fallen.
„Und, was issn nun?? Ist was gebrochen??“ frage Aki aufgeregt Lauri.
„Nee, zum Glück ned, aber ne tierischste Prellung, kann nur rumstehen oder sitzen bei den Gigs!! Und den Verband muss ich auch noch mindestens 14 Tage tragen…verdammte Scheiße!“
„Naja, hätte schlimmer sein können, denk aber dran, in 3 Wochen geht’s wieder auf Tour, da musst du fit sein…bei den kleinen Gigs hier kannste eh ned so rumhüpfen wie du willst. Und wer muss dann immer den Verband wechseln?? Also ich mach das nicht!!“ grinste Aki Lauri an.
„Ich wird es machen, soll ja nicht so schwer sein.“ Antworte ich Aki.
Dieser zog daraufhin seine Augenbraue hoch, sagte aber nix. Als wir vor der Haustür ankamen, fragte er Lauri ob er noch mal mit hochkommen solle, doch dieser schüttelte den Kopf.
„Fahr du ruhig heim, ich hab ja Bianca!“
Wir fuhren wieder zu mir, wo ich sein Paket holte und dann weiter zu ihm.


36. Kapitel

Bei Lauri in der Wohnung angekommen, zog ich mir erst mal die Schuhe und den Mantel aus, stellte sein Paket bei ihm in den Flur und ging mit ihm ins Wohnzimmer. Dort setzte ich ihn auf das Sofa und half ihm dabei, sich auszuziehen, was mir einige Male das Grinsen ins Gesicht trieb.
*Wie kann man sich mit 26 Jahren nur so mädchenhaft anstellen??*
„Man, verdammt, wie soll das dann erst mit dem anziehen werden?? Kannst du nicht hier bleiben? Zumindest solange, bis ich mich wieder selbst anziehen kann??“
Er schaute mich verzweifelt an, und sagt mir bitte, wie soll man diesen Augen nur widerstehen können??
„Ja, aber ab Montag gehe ich arbeiten, da müssen wir sehen wie wir das dann machen.“
„Du gehst arbeiten?? Aber wie... so schnell?? Wo??“ bestürzt sah Lauri mich an.
„He, keine Angst... Ja ich hatte Glück gehabt, ich kann unten in der Boutique anfangen mit arbeiten, erst mal nur aushilfsmäßig, aber vielleicht wird’s ja was.“
„Cool, aber da bist du dann ja trotzdem noch im Haus, das reicht mir.“ Süffisant lächelnd, ließ er sich im Sofa nach hinten fallen und schloss die Augen.
„Ok, komm Lauri, ich glaube für dich ist es echt Zeit, ins Bett zu gehen. Ich werde hier auf dem Sofa schlafen... wenn was ist, brauchst du nur zu rufen.“ Ich brachte ihn ins Bett, und wider Erwarten sträubte er sich nicht.
„Danke“ sagte er mir schlaftrunken und ich deckte ihn zu.
*Ich wollte schon immer mal Babysitter sein*
Ich ging wieder zurück ins Wohnzimmer und setze mich auf das Sofa. Zum ersten Mal konnte ich mir seine Wohnung so richtig anschauen. Sie war ähnlich der meinen aufgebaut, nur das seine Küche und das Wohnzimmer anders aufgebaut waren, als bei mir. Er hatte weniger Möbel als ich, so gut wie gar keine. Ein weiße Sofa, worauf ich gerade saß und was sehr gemütlich ist, ein kleiner Couchtisch, eine Bar, die ebenfalls mit der Küche verbunden ist und paar Grünpflanzen. Er hatte keinerlei Gardinen und auch irgendwie komische Lampen... Männerhaushalt eben. Dafür hatte er einen überdimensionalen Fernseher, den ich mir erst mal anmachte. Ich ging in die Küche und holte mir ein Glas Wasser und machte es mir auf dem Sofa bequem. Im TV kam ein Schnulzenfilm und ich dachte, zum Einschlafen ist dieser perfekt.
Ich war wohl grad etwas eingedöst, als ich Lauri durch das Wohnziemer laufen hörte.
„Mhhm, was ist los Lauri?“ fragte ich ihn müde.
„Du bist eingeschlafen und der Ton vom Fernseher hat mich gestört, deswegen hab ich ihn ausgemacht. Willst du wirklich hier schlafen?? Ich mein, das ist doch nicht so bequem das Sofa.“ Fragend schaute er mich an.
„Ja, warum nicht?? Pauli und Aki schlafen doch auch des Öfteren hier. Und kalt ist es auch nicht.“ Irritiert schaute ich ihn an.
„Würdest du... würdest du trotzdem mit zu mir kommen?? Ich will heute nicht alleine schlafen. Bitte??“
„Ok, aber nur weil ich zu müde zum diskutieren bin.“ Ich stand auf, brachte ihn wieder ins Bett und ging noch mal ins Bad.
*Verdammt, ich hab gar keine Zahnputzsachen mit!!* Fiel es mir siedenheiß ein.
Also ging ich wieder zu ihm ins Schlafzimmer.
„Sag mal, hast du noch eine Zahnbürste für mich??“
„Ja, sind im großen Schrank in der 2 Ebene. Kannst dir ruhig eine nehmen.“ Schläfrig antworte er mir, bzw., er murmelte das in sein Kopfkissen.
„Danke“ und ich ging wieder ins Bad. Nachdem ich mich abgeschminkt und Zähne geputzt hatte, ging ich ins Schlafzimmer und stand leicht verlegen vor dem Bett.
„Na komm endlich, oder willst du Wurzeln schlagen?“ leicht amüsiert schaute Lauri mich an.
„Nee, aber ich hab nix zum drüberziehen mit.“ Ich merkte, wie ich rot wurde.
Lauri versuchte zu lachen, doch die Schmerzen erinnerten ihn daran, dass es besser sei, dies nicht zu tun.
„Macht nix, ich halte meine Augen geschlossen und dann kommste rein, ok??“
„Hmm... .“ Also zog ich meine Jeans und mein Oberteil aus und stieg zu ihm ins Bett.
Ich kuschelte mich mit meinen Rücken an ihn, wobei ich den Verband bei jedem seiner Atemzüge spürte, und schloss meine Augen.
„Schlaf gut Babe.“ Nuschelte es neben meinem Ohr.
„Hmm, du auch.“ Nuschelte ich zurück.
Er legte seinen Arm um mich und ich nahm seine Hand in meine.

Irgendwann in der Nacht wachte ich auf, weil Lauri unruhig schlief.
Ich drehte mich zu ihm und fuhr sanft mit meiner Hand über sein Gesicht. Sofort wurde er ruhiger. Ich legte meinen Kopf auf seine Brust, wobei mich die kleinen Härchen krabbelten, und lauschte seinem Herzschlag, der beruhigend auf mich wirkte so dass ich gleich wieder eingeschlafen war.

37. Kapitel

Am nächsten Morgen wurde ich dadurch wach, dass mir jemand sachte die Wirbelsäule streichelte. Ich drehte meinen kopf und sah Lauri in die Augen.
„Guten Morgen Babe, hast du gut geschlafen?“
„Ja, du warst heute Nacht nur etwas unruhig. Hast was Schlimmes geträumt?“ ich kuschelte mich wieder in die Decke.
„Weiß nicht, kann mich nicht erinnern.“ Er nahm mir die Decke weg und zog mich an sich.
“Ich bin viel wärmer als jede Decke“ raunte er mir zu.
Ich kuschelte mich an ihn und wieder kitzelten seine kleinen Härchen an meiner Nase. Er roch so gut, zwar bisschen nach Krankenhaus, aber verdammt noch mal, ganz sehr viel nach Lauri.
„Och menno, lass mich noch bisschen schlafen!“ ich versuchte mir die Decke wiederzuholen, doch er hielt mich fest.
„Nee, nix da, oder willst du ewig im Bett bleiben?? Ich würde gerne mal duschen und dazu müsstest du den Verband abmachen!“
„Am Liebsten würde ich ewig liegen bleiben *Neben Dir*, und duschen kannst auch später noch.“
Ich schlug meine Augen kurz auf und schaute ihn mir genauer an. Das Auge war leicht blau aber nicht weiter geschwollen, die Lippe war dick und die Kratzer hoben sich auch rot von seinem Gesicht ab.
„Sehe ich so schlimm aus??“ fragte er mich, als er merkte, dass ich ihn begutachtete.
„Naja, sahst schon besser aus. Aber das wird wieder!“ kicherte ich an seiner Brust und kuschelte mich richtig an ihn.
„Nur noch 5 Minuten bitte!!“ ich sah ihn aus meinen Augen schmachtend an.
Er seufzte und ergab sich seinem Schicksal, holte die Decke und breitete sie über uns aus. Ich genoss diese Zweisamkeit und fing gedankenverloren an, mit seinen kleinen Härchen unterhalb des Bauchnabels zu spielen.
„Wenn du so weitermachst, habe ich nicht nur Schmerzen an den Rippen, sondern noch eine Region tiefer.“ flüsterte er mir erregt ins Ohr.
Ich hob kurz den Kopf an, sah ihn an und musste lächeln.
„Oh, das kann ich natürlich nicht verantworten, was bin ich nur für eine Krankenschwester??“ ich legte meine Hand auf seinen Bauch und tippelte dort leicht rum.
Irgendwann wurde es ihm zu bunt und er zog mich auf sich. Jetzt hatte ich keine Decke mehr, die mich wärmte und fing an zu zittern. Als er mir jedoch sachte über den Bauch streichelte, war mir alles andere als kalt. Überall da, wo seine Finger mich berührten brannte ein kleines Feuer und ich dachte, ich muss sterben. Ich spürte seine Erregung, das machte mich total heiß. Er legte seine Hand in meinen Nacken und zog mich zu sich runter um mich leidenschaftlich zu küssen. Ich fuhr sachte mit meinen Fingern durch sein Haar, an seinem Hals entlang, ich spürte die Halsschlagader unter meinen Fingerkuppen pulsieren, über seine Brust, den Verband bis zu seinem Bauchnabel, am Bund seiner Shorts entlang und entlockte ihm damit ein Stöhnen. Er wiederum strich mir sachte mit seinen Fingern über den Rücken, vor zum Bauch, hoch zur Brust wo er sie sanft mit seiner Hand umschloss. Als er leicht mit dem Daumen über meine Brustwarze strich, warf ich alles über Board und gab mich diesem Moment grenzenlos hin. Er öffnete langsam den BH und fuhr mit seiner Zunge leicht darüber hinweg, so dass dich die Knospe aufrichtete, währenddessen rollte er sich unter mir hervor, so dass ich wieder neben lag.
„Wenn wir jetzt nich aufhören, dann weiß ich nicht was passiert!“ keuchte ich zwischen 2 Küssen.
„Hast du Angst?“
„Nein, ich bin nur besorgt um deine Gesundheit!“
„Glaub mir, dass ist jetzt die geringste Sorge, die du haben solltest!“ er schaute mich mit einer hochgezogenen Augenbraue an.
„Küss mich!“ waren die letzten Worte für eine halbe Stunde.

„So langsam sollten wir aber dann doch aufstehen! Ich will duschen und die Creme müsste auch wieder erneuert werden.“ Seufzte er neben mir. „Und eine Rauchen will ich auch!“
Ich gähnte und sagte, dass ich auch gerne eine Rauchen möchte, also standen wir langsam auf. Lauri unter großen Schmerzen, doch er biss die Zähne zusammen, denn mit mir vorher Sex haben konnte er auch.

38. Kapitel

Nachdem wir gemütlich eine Zigarette geraucht haben, gingen wir ins Bad, wo ich ihm den Verband abnahm und er duschen gehen konnte.
„Kommst du mit?? Dann kannst du mir gleich helfen!“ grinste er mich an und ich überlegte nur kurz, bevor ich mir die Sache, die ich in aller Eile angezogen hatte, wieder auszog und zu ihm unter die Dusche stieg.
„So, dann halt wenigstens still, damit ich dir den Rücken waschen kann! – Oh mein Gott!!“
„Was ist??“
„Was hat er dir angetan?? Du siehst…grauenvoll aus, Lauri, was hat Jonne getan??“
„Nix, das war gestern. Lassen wir das, ich habs überlebt!!“ sagt er und dreht sich so, das ich seine Vorderseite zusehen bekam. Doch diese sah nicht viel besser aus.
„Oh mein Gott, das tut mir leid!“
„Was?? Das ich mich mit Jonne geprügelt habe, dass ich am Boden lag?? Das er mir noch mit dem Fuß paar gelatscht hat, bevor Aki ihn von mir wegziehen kann?? Das brauch dir nicht leid tun, ich bin selber schuld!!“
„Nein, ich bin schuld!!“ ich musste weinen. Lauri sah wirklich schlimm aus. Die großen blauen Flecken, so was habe ich noch nie gesehen. Und alles nur wegen mir!!!
„Hey, nicht, ist schon gut. Ich bin alt genug zu wissen was ich mache und Jonne hat auch was abbekommen!! Glaub mir, alleine gehe ich nicht unter!“
Er strich mir die Tränen weg und küsste mich.
„Außerdem habe ich die süßeste Krankenschwester weit und breit.“ Ich musste lächeln.
*Ich werd Jonne noch meine Meinung sagen, der hat wohl nen Rad ab??*
„Ok, nun komm, ich kann mich nicht so lange aufrecht halten!“ ich seifte Lauri ein und dann mich und duschte uns gegenseitig ab. Als wir fertig waren, setze ich ihn auf den Badewannenrand, trocknete ihn ab und schmierte ihn mit der Salbe ein und legte den Verband an. Ich merkte, das er Schmerzen hatte, den er zog mehrmals die Luft ein, und ich hätte beinah vor heulen aufgegeben.
*Das gibt noch ne Menge Ärger, Jonne!!*
Als ich fertig war, zog sich Lauri etwas umständlich seine frischen Shorts an, aber ich sollte ihm ja nicht helfen. Danach tapste er ins Wohnzimmer und ließ sich aufs Sofa plumpsen und schaltete den Fernseher ein.
Als auch ich mich angezogen hatte ging ich in die Küche und bereitete das Frühstück für uns vor.
„Man, hab ich einen Hunger! Ist der Kaffee schon fertig??“ Rief Lauri vom Sofa aus.
„He, ich kann nicht zaubern, heiße nicht Harry Potter!!“ Flachste ich ihn an.
Plötzlich klingelte mein Telefon. „Kannst du mal bitte rangehen?“
„Ok. Ja?... Die ist in der Küche…wer ist dort??…Saby??... Moment…Süße, irgendeine Saby ist am Telefon!“
*Oh Scheiße, die habe ich ja vollkommen vergessen seid ich hier bin!!*
„Ja warte, ich komme…Hei Kleene, sorry, aber es war total viel los hier!“ mit einem Seitenblick auf Lauri, der irgendwie ganz große Ohren bekommen hat.
„Wie geht es dir?“ ich fing an deutsch zu reden, weil Lauri zu neugierig war, „Wie, Natalie is solo??...hmm…ihr macht was??... Geil, und wann??...ja, das geht…ok…gut…dann, bis Samstag…ich freu mich…Ja, ich dich auch!!... Bye.“ Ich legte auf und ging zurück in die Küche.
„He, was ist denn?? Warum hast du deutsch gesprochen? Was darf ich nicht erfahren? Und wer ist diese Saby überhaupt?“ aufgeregt sah Lauri mich an.
„Ich bekomme besuch am Samstag, Saby ist eine meiner ehemaligen Klassenkameradinnen und eine sehr gute Freundin.
„Und wer ist Natalie?“
„Auch eine meiner Freundinnen aus Deutschland und eine meiner Mitbewohnerinnen aus der WG!!“ rief ich ihm zu.
„Und was wollen die hier??“
„Sie kommen mich besuchen, weil Natalies Freund Schluss gemacht hat und sie erstmal Abwechslung braucht.“
„Und da kommen die mal so einfach zu dir?“ *Süß, der Kleine ist eifersüchtig!!*
„Ja!“ ich freute mich jetzt schon wie ein kleines Kind an Weihnachten.
„Hmm“ war alles was er noch dazu sagte.
„Aber, aber was ist mit deiner Arbeit und mit mir?? Soll ich da dann wieder auf dich verzichten?? Wer pflegt mich dann??“ etwas wehleidig sah er mich an, als ich mit dem Frühstück ins Wohnzimmer kam.
„Hmm, das habe ich mir noch nicht so recht überlegt, aber tagsüber, während ich arbeite können sie ja Helsinki und Umgebung erkunden. Abends machen wir dann was zusammen. Ich kann ja bei dir schlafen, wenn du mich wirklich sooo dringend brauchst!“ lachte ich.
„Naja ist doch so!! Da hast du nicht so viel Zeit für mich…und ich?? Ich kann ned viel machen!“ grollte er.
Ich stellte meine Tasse hin, kuschelte mich an ihn und sagte:
„Keine Angst, ich wird mich schon um mein krankes Hascherle kümmern! Und außerdem geht’s dir eh wieder besser, wenn diese Woche rum ist! Und du hast ja auch noch die Jungs! Du wirst mich gar nicht vermissen!“
„Doch, ich brauche Dich, keiner kann so schön…“er küsste mich sanft auf die Stirn.
„Keiner kann was so schön?“ fragend schaute ich ihn an.
„Mich von meinen Schmerzen ablenken!“ kicherte er.
„Ach komm schon! Jetzt sei mal bissl ernst!“ leicht haute ich ihm auf die Hand, die wieder auf Wanderschaft gegangen ist.
„Auuu!“ *Zigge*
„Was ist eigentlich in dem Paket?“ mal überhaupt nicht vom Thema ablenkend, schaute ich ihn wieder an.
„Das?? Ja, das is ne Überraschung!“ verschwörerisch blinzelnd sah er mich an.
„Ooch nö, los, sag schon!!“ ich wollte aufstehen um mir das Paket zu holen, als er mich festhielt.
„Das erfährst du, wenn ich auf Tournee gehe. Und nicht eher!“
Jetzt war ich eingeschnappt, ich hasse so was!
„He, wenn du es jetzt bekommen würdest, wäre es ja keine Überraschung! Normalerweise solltest du es noch gar nicht sehen, nur ich war zu faul zum Aufstehen! Also komm wieder her und vergiss es!“
Ich seufzte, wusste ich doch, dass ich keine Chance hatte.
Wir frühstückten zu ende, wobei mehr Schokolade und so in unseren Gesichtern war als auf den Brötchen. Als wir fertig waren, räumte ich das Zeug weg und setzte mich wieder zu Lauri.
„Hach, daran könnte ich mich gewöhnen!“
„Vergiss es, sobald du dich wieder normal bewegen kannst, darfste wieder alles selbst machen!!“
„Wirklich alles??“ skeptisch schaute er mich an, und bevor ich antworten konnte klingelte es an der Tür.
„Ich geh schon!!“

38. Kapitel

Unten stand Aki mit einer Tüte an der Hand und zappelte rum, er kann einfach nicht stillhalten. *Wie süß, Krankenbesuch*
Ich drückte auf den Summer und wartete im Flur auf ihn. Dabei fiel mein Blick auf das Paket und mir brannte es in den Fingern, ich wollte endlich wissen was da drin ist. Ich schaute es mir näher an, hörte Lauri kichern.
„Du erfährst es nicht, steht kein Absender drauf!“
Er hatte recht, kein Absender, nichemal irgendeine kleine Signatur oder so. nur das Adressschild und der Poststempel. *Fuck*
„Hei!“ ich fuhr erschrocken zu Aki um.
„Man, hast du mich erschreckt! Hei!“ ich umarmte ihn und er gab mir einen Kuss auf die Wange.
„Das habe ich jetzt mal nicht gesehen!“ rief Lauri aus dem Wohnzimmer.
„He du Lappen, lass mich doch auch mal eine schöne Frau küssen! Ich hab dir auch was zur Aufmunterung mitgebracht!“ ich schlug Aki kurz auf dem Arm, mir war das bisschen peinlich.
„Das ist meine! Aber das was du mitgebracht hast, kannste reinbringen!!!“ Lauri versuchte wieder zu lachen. „Ah, man das tut weh!!“
„Hahaha, sag mal, ist vielleicht noch Kaffee da?? Das ist verdammt kalt draußen!“
„Ich bring ihn dir, setzt dich ruhig zu ihm!“ sagte ich zu Aki und ging in die Küche. Sie bekeksten sich noch eine Weile.
„Wie hältst du das nur mit diesem Kind aus? Ich würde nach ner Weile aufgeben!“
„Ach, man gewöhnt sich so an alles!“ lachte ich und stellte seinen Pott auf den Tisch.
„Na, dann zeig mal her, was du mir mitgebracht hast.“ Forderte Lauri ich auf.
„Naja, ned viel. Bisschen Schokolade, Salmiakki zum betäuben der Schmerzen und das hier!“ er knallte eine Zeitung auf den Tisch.
Auf dem Cover war ein riesiges Bild von Jonne und Lauri, wie sie sich prügelten und ein großer Artikel darunter. Ich nahm mir die Zeitung und setzte mich auf die Lehne des Sofas neben Lauri.

>>Prügelei unter Rockstars<<

Dann kam das Bild mit den Beiden und daneben stand der Artikel:

Man ist ja so einiges von Rockstars gewöhnt. Auch, das Lauri Ylönen,
Sänger von The Rasmus, und Jonne Aaron Virgo, Sänger von Negative,
gerne mal einen über den Durst trinken, aber das, was gestern Nacht vor dem Club ‚Factory’ passierte, gab’s noch nie. Beide Sänger haben sich, nach Augenzeugenberichten, geprügelt, und das alles nur wegen eines Mädchens. Wie unser Reporter herausfand, muss das Ganze seinen Anfang bereits im VIP-Bereich des Lokals genommen haben, denn mehrere Gäste können sich an eine laute Auseinandersetzung beider Sänger erinnern. Sie wurden dann nach Aussage des Besitzers rausgeschmissen, wo sie sich dann weiterstritten. Dieser Streit artete jedoch zu einem Handgemenge aus, bei dem L. Ylönen zu Boden ging und J.A.Virgo nur durch das beherzten Eingreifens von Aki Hakala, Drummer von The Rasmus, davon abgehalten werden konnte, L. Ylönen weiter zu maltredieren. Leider stand bis zum Redaktionsschluss noch nicht fest, wer sowohl das Mädchen sei, als auch, wie es L. Ylönen geht. Unsere Recherche in den umliegenden Krankenhäusern hat keine Erkenntnisse zu tage befördert.

Dennis Liimatainen

Ich legte die Zeitung zur Seite und sah beide an.
„Was bitte ist das?? Ich glaub ich wird nicht mehr! Wisst ihr was das heißt?“
„Ja, das es nicht mehr lange dauert, und sowohl die Presse als auch alle anderen werden bei mir klingeln und ein Interview haben wollen. Ich warte nur darauf, das Matti anruft und mich zamscheißt!“ sagte Lauri leise.
„Und, was machen wir da jetzt?“
„Wir?? Das Gleiche wie immer. Abwarten und Salmiakki trinken!“
„Lauri, es ist 5 Uhr nachmittags!!! Ich kann mich jetzt hier nicht zusaufen!! Ich muss morgen schließlich arbeiten!!“
„Naja, es weiß ja auch keiner, dass du es bist, also keine Angst Babe. Aber Aki und ich ham da mehr Probleme. Wundert mich sowieso, dass mich noch keiner angerufen hat. Noch nichemal meine Familie. Kannst du mir mal mein Handy holen??“
Ich stand auf, ging ins Schlafzimmer und suchte sein Handy. Irgendwann entdeckte ich die Hose, die er gestern Nacht anhatte und griff in die Tasche. Mir kam zwar alles Mögliche in die Finger, aber kein Telefon. Kleingeld, Scheine, Zettel (nein ich habe sie nicht gelesen), Schlüssel…
„Lauri, da is nirgends ein Handy, hast es vielleicht gestern verloren??“ fragte ich ihn, als ich zurück zu den Jungs ging.
„Scheiße, ich brauch des…nee, ich glaub ned, dass ich das im Factory oder davor verloren habe. Kann’s nur bei Aki rumliegen oder im Proberaum. Man und ich kann jetzt ned raus. Aki gib mir mal dein Tele ich muss wenigstens meine Schwester anrufen!“
Ich verzog mich mit Aki auf den Balkon, damit er in Ruhe mit ihr telefonieren konnte.
„Scheiße, das habe ich nicht gewollt!“ traurig sah ich Aki an.
„Ach, mach dir mal keinen Kopf, wir standen schon mit weit Schlimmeren Sachen in der Zeitung. Das ist halt der Nachteil, wundert mich sowieso, das keine Polizei kam. Sonst sind die als erstes da. Aber vielleicht ist es besser so, sonst hätte Lauri wieder Ärger mit seinem Dad bekommen.“
„Ach, verdammter Scheiß, wäre ich nur in Deutschland geblieben, dann wäre das alles ned passiert!“
„Sach ma, geht’s noch?? Weißt du, wie froh wir waren, eingeschlossen Lauri, als wir hörten du kommst wieder?? Noch mal den Ziehauf wie damals will ich ned ham!! Kannste abessen! Du bleibst schön hier! Das is nun mal so, wenn du jemanden als Freund hast, der in den Medien steht! Deswegen hat mich ja meine Ex auch verlassen, weil sie mit dem Druck ned klar kam, aber so wie ich Lauri kenne, wird er dich ewig und drei Tage im Verborgenen halten, nur um glücklich zu sein!“ ein leicht angesäuerter Aki stand mir gegenüber.
„Ja und? Siehst doch was bei raus kommt! Er lässt sich lieber totprügeln, als an seinen Ruf zu denken!“ wieder musste ich heulen.
*Ob das an der Luft hier liegt, oder weil Helsinki am Wasser gebaut ist, ich weiß es nicht!*
„Komm mal her. Pintu hat ja noch uns und seine Freunde sind auch unsere Freunde, und wenn er nix für dich empfinden würde, hätte er sich nicht mit Jonne so in die Haare bekommen! Und ich war leider etwas zu langsam gestern. Und es ist ihm ja nix weiter passiert! Nix, was einen bleibenden Schaden von tragen würde.“ Aki nahm mich in den Arm und drückte mich leicht.
„Ich liebe ihn doch auch, und es stört mich ja weniger, dass er in den Medien steht, nur ich möchte gern in Ruhe durch Helle laufen ohne von irgendwem angemacht zu werden.“ Schniefte ich.
„Sag das bitte noch mal!“ hörten wir da Lauri von der Tür aus. Wir fuhren auseinander und sahen ihn entgeistert an.
„Setz dich sofort wieder hin, man, sonst wird des doch nie was mit der Heilung.“ Riet ich Lauri und ging auf ihn zu.
„Erst, wenn du das letzte noch mal wiederholst!“
„Was, das ich in Ruhe durch Helle laufen will?“ ich wusste nicht was er meint. Aki stupste mir in die Seite und nickte mir zu. Ich sah ihn ebenfalls irritiert an.
„Das, was du davor gesagt hast!“ Lauri lehnte am Türrahmen und sah mich verträumt an.
*Sach mal, was hastn du genommen?*
„Ich weiß nicht, ich hab soviel gesagt. Das ich dich liebe, dass ich…“
„Genau, das wollte ich hören, weil ich es bisher nicht geglaubt habe!“
„Was?“
„Das du mich nach all dem noch immer liebst!“
*Langsam viel bei mir auch der Groschen, zwar Centweise, aber immerhin!*
„Ja, ich liebe dich!“
Aki führte so was wie ein Freudentänzchen auf und murmelte irgendeine Entschuldigung, von wegen Mutti und so, und ging.
„Komm her! Ich will dich halten und nie wieder loslassen!“ ich ging auf Lauri zu, er umarmte mich, so dass ich bald keine Luft mehr bekam, und schleifte mich ins Bett.


39. Kapitel

Irgendwann am Abend, wir haben die restlichen Stunden im Bett verbracht, schaue ich Lauri an.
„Lauri, ich muss runter, ich muss morgen auf Arbeit und duschen, bzw. in die Badewanne müsste ich auch mal.“
„Bitte, schlaf heute bei mir, oder wir gehen zu dir, ich will nicht alleine sein. Nicht jetzt, wo wir uns gefunden haben. Ich fühl mich sonst so leer.“ Lauri nahm mich in den Arm.
*Man, muss der so gut riechen? Nach Moschus, Parfüm und etwas, was ich nicht definieren kann, eben einfach nach Lauri!!*
„Ok, gehen wir zu mir, da habe ich meine Sachen, am Besten wir packen von dir auch noch Sachen ein, dann brauchen wir nicht immer hin und herpendeln.“
„Gut, da in den 2 Schränken ist alles, was ich für paar Tage brauche.“ Raunte er mir ins Ohr.
„Soll ich etwa…? Das ist nicht dein Ernst?? Ich wühle doch nicht in deinen Sachen rum!“
„Weißt du, was andere Frauen dafür tun würden?“
„Ich bin aber nicht andere Frauen!“ ich machte Anstalten dazu, aus dem Bett zu steigen, als ich wieder zurückgerissen wurde.
„Nein, du bist meine kleine, süße Maus, die versucht, der Welt zu beweisen, wie stark und abgehärtet sie ist, dabei bist du leichter umzuhauen als ein Kartenhaus. Ich liebe dich dafür!“ er knabberte mir sanft am Ohr.
„Ok, ok, ich pack dir die Sachen ein, aber nur, damit wir endlich mal runter können!“
„Also, da im ersten Fach liegen meine Shirts, nehm am besten das Dunkelblaue, das Schwarze und…naja das Dunkelblaue…“ entgeistert sah ich ihn an.
„Da liegen nur dunkelblaue und schwarze rum!!!“
„Ja eben…*kicher* und dann die schwarze Hose im zweiten Fach und in der Schublade rechts liegen die Socken und links die Shorts.“
*Der issn Scherzkeks oder?? Hier ist alles schwarz, dunkelblau und, nein, hier is was Dunkelgrünes!*
Ich nehme mir die Sachen und packe sie in eine kleine Reisetasche, im Bad hole ich Zahnputzzeug und seine ganze Ausrüstung von Kosmetika und Haarstyling. *Schlimmer als jedes Weib!*
Dann gehen wir langsam zum Aufzug. Dabei fällt mein Blick wieder auf das Paket.
„Denk gar nicht mal dran. Das bleibt hier!“
*Fuck*
Wir fuhren die eine Etage zu mir und gehen rein. Seine Tasche stelle ich ins Schlafzimmer und schaute erstmal auf meinen AB.
„Man, 10 Anrufe, ma guggn wer des war.“
„Sie haben 10 neue Nachrichten: empfangen – heute um 11:35 Uhr: >> Hei Süße, ich bins, hast du es schon gehört?? Ist ja voll krass oder?? Ruf mich mal zurück!<< „Claudi; ich drückte auf den Knopf um die nächste zu hören.
„Empfangen – heute 13:17 uhr: >>Bianca, sag mal was macht Lauri da?? Geht es da um Dich? Ruf mich bitte zurück, ich mach mir Sorgen!<< *Omilie, mir geht’s gut*
Empfangen – heute 13:36 Uhr: >>Sach ma Kleene, was machst du mit meinen Kumpels?? Bringst sie schon soweit sich zu prügeln, aber geiles Pic! <<
*Trottel von Bruder*
Empfangen – heute 14:06 Uhr:>> Ja, hallo hier ist Dennis Liimatainen vom Helsinki Post, ich würde Sie gern zu dem Vorfall im Factory befragen, ein Informant hat mir gesagt, dass Sie der Auslöser waren. Meine Nummer XXX-XXXXX<< *Na toll, wer hat da geplaudert?*
Empfangen - heute 14:07 Uhr: >> Bibbi, geht’s dir gut?? Wie geht es Lauri, ruf mich an, bitte!“<< *Luisa, ja mach ich!*
Empfangen – heute 14: 21 Uhr: >>Ich hoffe es tut dir jetzt schon leid, laufe mir nie nachts übern weg, Gruß Eva!<< *Paska*
Empfangen – heute 14:27 Uhr: >>Mensch, geh endlich an dein blödes Telefon ran!!! Ich hasse es auf AB zu sprechen, muss aber wohl sein. Was macht Lauri da für Sachen?? Hätte gern einen detaillierten Bericht! << *Jana*
Empfangen – heute 15:38 Uhr: Schönen guten Tag, hier ist Risto Koulanen vom Helsinki Mirrow, ich hätte gern ein paar Angaben von ihnen zu der Sache mit Herrn Ylönen und Herrn Virgo. Uns wurde mitgeteilt, dass sie die junge Frau
sind. Sie erreichen mich unter XXX-XXXXX. << *Idioten*
Empfangen – heute 17:15 Uhr: >>Hallo, ich warte noch auf meine Antwort, sitze nur wegen dir hier rum, obwohl Morten mit mir nach Espoo fahren wollte, also, ran ans Tele und erzähl mal!!<<
Empfangen – heute 17:53 Uhr: >>Bianca, hier ist Eero, ich wollt nur fragen ob es Lauri gut geht. Er hat ja sein Handy im Proberaum liegen lassen. Ruft bitte mal zurück wenn ihr das hört. Danke.<< “
Ich ließ mich zu Lauri aufs Sofa fallen.
„Soviel zum Thema sie finden mich nicht! Was machen wir jetzt??“
„Am Besten, du lässt dir eine neue Nummer geben, die geheim ist und ich kläre das mit der Presse auf meine Art.“
„Aber, was ist mit Eva, die macht mir mehr Kopfzerbrechen, die schickt die Pressefuzzis zu mir! Paska, ich hau wieder ab!“ geknickt sah ich ihn an.
„Nix da, du bleibst schön hier, das kriegen wir schon hin, ich ruf erstmal Eero an ok?“
Ich gab ihm das Telefon und schrieb unterdessen meinen Freunden eine SMS, das es mir gut ginge uns ich ihnen alles noch erzählen werde. Nachdem Lauri fertig war, rief ich schnell meine Oma an und sagte ihr dasselbe wie meinen Freunden. Sie war zwar noch etwas aufgeregt, aber beruhigte sich schnell. Nach Lauri fragte sie auch, aber ich sagte nur, dass er ok sei.
Danach ließ ich mir erstmal die Badewanne ein.
„Darf ich mitkommen?“ grinsend sah mich Lauri an.
„Von mir aus, aber pass auf….“
Wir gingen zusammen baden, das Telefon habe ich zuvor ausgestöbselt.
Nach dem Baden, was sehr lustig war und eine halbe Überschwemmung mit sich brachte, setzen wir uns in die Küche und aßen Abendbrot. Danach rauchten wir noch gemütlich eine und gingen ins Bett.

40. Kapitel

Am nächsten Morgen wurde ich sehr unsanft von meinem Wecker geweckt. Neben mir wuschelte sich ein schwarzhaariges Etwas unter der Decke hervor und sah mich mit schläfrigen grünen Augen an.
„Morgen Schatz, ich muss dann runter!“
„Wie spät ist es?? Ich will noch im Bett bleiben!!“ nuschelte er.
„Als, es ist jetzt, warte…es ist jetzt genau 8:47:35 Uhr.“ sagte ich mit einem Blick auf meinen Wecker. „Und du kannst ruhig weiterschlafen!“
„Hmm…“ war alles was ich aus den Tiefen meiner Bettdecke noch vernahm und dann stand ich auf. Ich ging ins Bad, putze meine Zähne etc…nach gut einer halben Stunde war ich dann fertig und konnte noch in Ruhe Kaffee trinken und was essen.
Als es dann viertel vor 10 war, ging ich zu meiner Schlafmütze und küsste ihn sachte auf die Stirn. Ich mich wollte gerade wieder aufrichten, als mich seine Arme noch mal nach unten zogen.
“Ohne richtigen Kuss gehst du mir nicht weg!“ und schon presste er seine Lippen auf meine.
„Oh….“
Als ich mich mal wieder von seinen Lippen lösen konnte, schaute ich ihn an und seufzte.
„Schatz, ich muss auf Arbeit, kann doch nicht gleich am ersten Tag zu spät kommen. Und du hast auch noch viel zu erledigen! Ich liebe dich!“ und weg war ich.
Ich stieg in den Lift und fuhr nach unten. Ich klingelte an der Tür und Herr Halonen öffnete mir die Tür und lächelte mich freundlich an.
„Guten Morgen Frau Viitaniemi, schön das sie so pünktlich sind. Setzen wir uns erstmal.“ Er wies auf die kleine Sitzecke in seinem Büro und erklärte mir alles das, was ich wissen müsste und gab mir den Schlüssel für die Türe, damit ich nicht immer klingeln muss. Dann stand er auf und sagte:
„Frau Jussilainen ist auch schon da, ich hole sie kurz.“ Er ging in den Verkaufsraum und kam dann mit einer schwarzhaarigen, kleinen Frau, etwa mein Alter wieder.
„Hei, ich bin Majia und du bist also die Glückliche?“ sie lächelte mich freundlich an und streckte mir die hand entgegen.
„Hei, ich bin Bianca und ja, ich darf mich ab heute ihr Kollege nennen.“
„Bitte, alles, aber siezte mich nur nicht. Ich zeig dir jetzt alles mal, da Herr Halonen nach Espoo fahren muss. Aber es ist nicht viel zu beachten, das meiste macht eh der Rechner.“ Ich verabschiedete mich noch bei Herrn Halonen, der schon auf dem Weg zur Türe war.
„Also, jetzt wo wir alleine sind, kann ich auch nen Kaffee machen, wenn jemand kommt, das hören wir ja an der Glocke, kann ich wieder vorgehen. Und nun erzähl mal was von dir! Ich bin unheimlich neugierig und Herr Halonen hat nur gesagt, dass du Sekretärin bist und erst aus Deutschland kamst. Findsch cool.“ Majia setzte sich mir gegenüber und quasselte wie ein Wasserfall.
„Naja, also ich bin Bibbi, 24, wohn hier im Haus und ja, ich war bis vor 7 Tagen noch in Deutschland. Und naja, jetzt arbeite ich halt hier. Erzähl du mal was!“ ich trank meinen Kaffee, es gibt nix schlimmeres als solche Verhöre. *Man, ich hab doch nen Lebenslauf abgegeben, da hättese ja auch lesen können.*
„Naja, gibt nicht viel, bin 27, wohne 3 Blocks weiter und habe Verkäuferin gelernt. Hast nen Freund oder so?? Ich bin zurzeit mal wieder Single und naja.“
„Ja, ich habe einen Freund. Und nun zeig mir mal mein Arbeitsbereich.“ Ich stand auf, da ich nicht noch länger dieses Frage-Antwort-Spiel spielen wollte.
„Also, dein Schreibtisch is in dem Raum, neben der Küche und einrichten kannst du ihn dir selber. Schau, hier ist er.“ Sie führte mich in einen kleinen, aber recht gemütlichen Raum mit einem großen Fenster einem Schreibtisch, einer Hängeregristatur, einem Schrank und Stuhl. Auf dem Schreibtisch standen ein Telefon und der Rechner. Alles im allen ein normales Büro und mit paar Kleinigkeiten locker anschaulich zu machen.
Sie zeigte mir dann, was ich machen sollte, Herr Halonen hatte auch Notizen für mich hinterlassen, so dass ich mich in Ruhe einarbeiten konnte. Gegen Mittag bekam ich eine SMS von Lauri.
>>Schatz, mir is langweilig, ich vermiss dich! Wann kommst wieder? Muss duschen etc… d.K. <<
Ich musste grinsen, weil ich mir das vorstellen konnte, wie er oben im Bett oder auf dem Sofa saß und mit sich nix anzufangen wusste.
Ich lief raus zu Majia, die gerade eine Kundin bediente und sagte, dass ich in die Pause ginge.
„Hei, wenn du noch kurz wartest, dann können wir zu zweit gehen. Haben ja von 13 – 15 Uhr geschlossen.“ Fragend sah sie mich an.
„Oh, tut mir Leid, aber mein Freund ist im Moment krank und braucht meine Hilfe. Ich fahre dann lieber zu mir. Ein anderes Mal.“ Leicht geknickt sah ich sie an.
„Ok, dann bis nachher.“
Ich nahm meine Sachen und ging zum Aufzug. Dort musste ich kurz warten, weil er aus dem Keller erst hochfahren musste. Wie ich so da stehe, bemerke ich einen Krach an der Haustüre. Leider bin ich so neugierig, das ich nachguggn gehen muss. Ich hätte es lieber nicht tun sollen. Da standen bestimmt 10 Girlies rum, die alle Lauri ähnlich sahen, wenn er auf Tour ist. Aber die waren nicht das Problem, sondern die Kamerateams und Reporter, die, sobald ich die Türe geöffnet hatte, auf mich einstürmten, Photos machten und mir unzählige Fragen stellten. Ich hatte zu tun, die Tür wieder zu zubekommen und musste mich dann erstmal von innen anlehnen.
Zu meinem Unglück kam auch noch Majia und fragte mich was ich denn hier mache.
„Hmm, da stehen en Haufen Leute vor der Tür und wollen entweder zu mir oder zu meinem Freund.“ Antworte ich leicht gereizt.
„Aha, und warum?? Was wollen die Leute?“
„Naja, die wollen uns Fragen stellen wegen Wochenende und so. Nix besonderes eigentlich.“
„Sach mal, wer is denn dein Freund?? Weil die irgendwie Lintu oder so rufen…“
„Naja, er ist Lauri Ylönen von The Rasmus.“
„Der mit den Federn im Kopf? Der kleene…is ja cool, ich hab schon öfters überlegt, ob er vielleicht hier wohnt, aber Ylönen gibt es ja viele in Finnland. Und du bist echt mit dem zusammen?? Boah, is zwar ned mein Typ, keiner von denen, aber cool. Und was wollen die da jetzt von dir??“
Ich erzählte ihr in kurzen Sätzen, was passiert war und sie bekam immer größere Augen.
„Wahnsinn…und was machen wir da jetzt?? Ich mein, ich kann durch die Tiefgarage abhauen….“
„Ach lass mal, da wird sich schon drum gekümmert, mach dir keinen Kopf….“ Ich stieg in den Fahrstuhl, der mittlerweile seit 5 Minuten da war.

41. Kapitel

Als ich die Türe aufsperrte, hörte ich Lauri mit irgendjemand diskutieren.
„Man, Matti, das geht nicht, ich liebe sie und ich werde sie nicht wegen dir abschießen!! Vergiss es, da lieber steige ich aus!!!“
„Hei, Schatz!“ flüsterte ich und er drehte sich kurz zu mir um, deutete einen Kuss an und wandte sich dem Telefongespräch wieder zu.
„Ok, so können wir es machen. Ja, ich sag den Jungs Bescheid. Bis später.“
„Tief einatmend legte er auf und klopfte neben sich auf das Sofa.
„Komm her Babe, ich will jetzt kuscheln, das ist der reinste Wahnsinn dahier. Wie im Irrenhaus.“
Ich setze mich neben ihm, legte vorsichtig meinen Arm auf seinen Bauch und gab ihm einen Kuss.
„Na dann solltest du mal unten vor die Tür gehen! Da sind wer weiß wie viele Leute und wollen was von uns. Wir können weder raus, noch kann einer rein!!“
„Wie, die Presse ist hier?? Aber wie haben sie das herausgefunden?? Die Jungs haben nix gesagt. Und Aki gleich gar nicht, der wird mit demselben Problem kämpfen dürfen wie wir.“
„Nicht nur Presse, auch Fans. Ach man, ich hab irgendwo angst. Ich will wieder meine Ruhe haben. Am Samstag kommen ja auch meine beiden Mädels!“
„Hey, das wird schon, wir werden denen einfach irgendwas erzählen. Das machen wir öfters. Jonne hält auch seinen Mund, der hat auch schon Anschiss vom Management bekommen. Und jetzt ist gut, ich will nämlich langsam mal duschen, kann aber den blöden Verband ned abmachen.“
Wir standen auf und gingen ins Bad.
„Wie lange hast du jetzt eigentlich Pause??“ fragte Lauri mich.
„Bis 15:00 Uhr, warum??“
„Oh, wirklich solange?? Dann können wir doch….“ Mit leicht gesenkten Augenlidern sah er mich an.
„Was können wir?? Woran denkt dein kleines Spatzenhirn gerade wieder?“ ich musste lachen.
„Was hast du gesagt?? Ich hab kein Spatzenhirn!! Na warte…“er nahm die Brause, drehte das Wasser auf und spritze mich voll.
„He, ich hab noch Sachen an!! Das gibt Rache!!“ ich nahm mir den Schwamm, tauchte ihn in Wasser bis er richtig voll gesaugt war und schmiss ihn zu Lauri.
Der hatte zu tun, dass er die Balance nicht verliert und hielt sich am Badewannenrand fest. Ich kam lächelnd auf ihn zu, tat so, als würde ich ihn umarmen wollen und schubste ihn langsam in die mittlerweile halbvolle Wanne. Nur entweder, er hat es geahnt, oder es war Reflex, jedenfalls zog er mich mit rein.
„Das hast du jetzt davon, jetzt sind wir beide klitschnass!!“ kicherte Lauri, als er sich eine Strähne aus der Stirn strich.
„Super, darf ich mich dann noch mal umziehen, und jetzt hilf mir wenigstens aus den Sachen!!“ ich versuchte mir mein Shirt auszuziehen, aber es klebte total an meinem Körper fest.
„Also, mir gefällt die Aussicht auch so!!“ witzelte Lauri, „Aber nur weil ich weiß, was mich erwartet, wenn ich es dir ausgezogen habe…“ er half mir, nicht ohne ab und an das Gesicht zu verziehe, weil so ne Badewanne, auch wenns eine Eckbadewanne ist, nicht gerade groß ist. Dann zerrten wir beide, sowohl an seiner als auch an meiner Jeanshose bis wir sie aushatten und schließlich zogen wir noch Unterwäsche und Socken aus. Danach ließ ich mich erstmal genüsslich in den Schaum gleiten, konnte mich jedoch nicht wirklich entspannen.
„Hallo?? Kannst du bitte noch den Verband abmachen? Es fängt an mit krabbeln.“ Lauri tauchte über mir auf.
Ich musste lachen, er war zu Hälfte mit Schaum bedeckt und kam einem Zwerg somit ziemlich ähnlich. Ich erbarmte mich seiner und wickelte den Verband ab, während er nix anderes zu tun hatte, als mit der einen Hand aufreizend meine Schenkel hoch und runter zu fahren. Ich mein, steht mal in der Wanne, wenn ihr de ganze Zeit hüpfen könntet.
Als ich dann fertig war, legte ich mich an Lauri gelehnt, er war wieder schneller als ich, mit in die Wanne und genoss seine Streicheleinheiten.
Im meinem Rücken merkte ich, das klein Lintu auch wieder einsatzfähig ist, bzw. eine Eigenleben zu führen scheint. Ich drehte mich langsam um, so das ich jetzt mit meinem Bauch auf Lauris drauflag. Ich fuhr mit meinen Fingern leicht durch seine kleinen Härchen und dann langsam zu seinem Gesicht. Er hat ein schönes Gesicht, vielleicht nicht so markant wie das von Aki, aber die weichen Konturen lassen ihn kindlich aussehen, kein Wunder das viele Probleme haben, ihn ernst zu nehmen. Die schmalen Lippen, die so sanft sein können, die kleine Stupsnase, die er immer krauszieht wenn er nachdenkt und seine Augen, die er geschlossen hält. Aber ich weiß auch so, was mich erwartet, wenn er sie öffnet: ein tiefes Grün, ein richtiges tiefes Grün, worin man am liebsten versinken würde.
„Bist du fertig von der Bestandsaufnahme??“ raunt er mir zu und öffnet leicht seine Augen, so dass ich es nur leicht blitzen sehen kann.
„Weil, wenn ja, würde ich dich jetzt gerne küssen wollen!!“
Ich setzte mich auf die Stufe der Badewanne und schaute ihn weiter an.
„Wie kann man nur in 1,69 m soviel geballte Ladung Sexappeal unterbringen??“ er richtet sich langsam auf und schaute mich jetzt aus diesen unergründlichen grünen Augen lange an.
„Weißt du, andere Mädels würden sich auf mich stürzen und du fragst dich, warum ich soviel Sexappeal haben kann?? Weißt du, ich möchte einmal wissen wie deine Gehirngänge gewunden sind!“
Er stütze sich jetzt mit den Händen am Wannenrand ab und neigte seinen Kopf leicht um mir besser in die Auen sehen zu können.
„Bekomme ich jetzt einen Kuss oder...“ weiter kam er nicht, den ich hatte ihm die Arme um den Hals geschlungen und meine Lippen auf seine gelegt. Sein Kuss, so zart, wie wenn man eine chinesische Vase hält - einfach nur so mehr eine Ahnung haben wie fühlen, ließ mich leise aufstöhnen.
Seine Zunge fuhr mir genauso sachte über die Lippen und forderte Einlass. Bereitwillig öffne ich meinen Mund und beginne mit seiner Zunge zu spielen.
Er stütz sich jetzt nur noch mit einem Ellenbogen ab und streicht mir mit der anderen Hand langsam über meinen Körper. Ich fahre mit meinen Händen an seinem Körper hinab, umschließe ihn und streichle ihn sanft, bis er mich bettelt. Ich öffne leicht meine Beine, die er mit etwas mehr Druck auseinander spreizt und langsam in mich eindringt. Langsam, ganz langsam beginnt er sich zu bewegen und ich falle in seinen Rhythmus ein. Als wir beide kurz nacheinander zum Orgasmus kommen, ist es das erste Mal, das wir uns dabei in die Augen schauen, und man kann es einfach nicht beschreiben, was sich in so einem Moment alles Widerspiegeln tut. Nur das Strahlen, was auch noch danach da ist, das vergisst man nie.
„Ich lieb dich Lauri!“
Anstatt mir zu antworten küsst er mich innig.
Mittlerweile wurde das Wasser langsam kalt und wir stiegen aus der Wanne, umhüllten uns mit Riesenhandtüchern und gingen ins Wohnzimmer aufs Sofa.

42. Kapitel

Wir saßen eng aneinander gekuschelt da, als Lauri mich anstupste.
„Du, sag mal, was ist das eigentlich für grauenvolle Musik, die da in deinem CD-Player ist?? Ich habe heute früh ja bald nen Herzschlag bekommen!!“
Ich musste lachen. „Das, mein Lieber ist Lacrimosa. Das ist Gothic. Der Sänger, Tilo Wolff hat mit Abstand die besten Lyrics und so, allerdings sind die meisten der Texte auf Deutsch. Obwohl ich weiß auch, das vieles zweisprachig gesungen wird.“
„Na aber trotzdem, das ist echt nix für meine Ohren! Da fühlt man sich ja wie halb tot. Was haben die nur aus dir gemacht, als du in Deutschland warst??“
„Tja, nicht die haben mich verändert, sondern ich mich!! Und fragen, warum, das ist hier an der Stelle ja wohl überhaupt nicht angebracht!!!“ leicht verärgert funkelte ich ihn an.
„Sorry Babe, „ er küsste mich sanft auf die Nase, „ ich weiß, ich bin der Trottel vom Dienst. Aber ich weiß immer noch nicht, wie man Gefallen daran finden kann. Ist doch nur Gejaule!“
Immer noch verärgert lenkte ich ein.
“Hmm…ist ja auch egal jetzt, ich hab ja auch andere Musik da. Du musst nur deine Augen aufmachen und im Ständer schauen, da sind über 200 CDs, also….“
„Hast du eigentlich von uns Alben??“ fragte er mich ohne das ich zu ende gesprochen hatte.
„Hmm, ja, aber die habe ich in eine Kiste gepackt und zuhause gelassen. Eigentlich wollte ich sie damals wegschmeißen, aber ich weiß nicht, war wohl zu sentimental.“
„Schön, kannst sie gerne alle noch mal haben!“ grinste er mich an.
„Hmm, nee du, lass mal. Aber was ich schon immer mal wissen wolle, was macht ihr eigentlich so mit eure Fanpost??“ *Überhaupt nicht ablenken von dem Thema*
„Hmm, welche meinst du jetzt??“
„Na, ihr bekommt doch sicher Fanpost zu eurem Management geschickt, oder etwa auch hierher??“
„Ja, ich bekomme auch Post hierher, genauso wie die andern 3 auch Post nach Hause bekommen. Wieso, bist du eifersüchtig??“
Ich musste lachen. „Nein ich bin nicht eifersüchtig, schließlich kenne ich dich von Anfang an und weiß wie du bist, aber was macht ihr da mit der ganzen Fanpost?? Ich habe nix bei dir gesehen!!“
„“Naja, die liegt in Kisten, vieles habe ich noch nichemal geöffnet. Kuscheltiere etc. spenden wir an Kinderheime oder so, Unterwäsche, die wir bekommen, die geben wir in die Kleiderspende. Stell dir mal vor, wir würden alles aufheben!! Dann müssten wir ein Haus mieten um das alles unterzubringen!“
Ich kuschelte mich an ihn, und stellte mir vor, wie Lauri ein Paket öffnet, welches Unterwäsche etc enthielt. Allerdings wurde mir langsam kalt in dem Handtuch und ich nuschelte an Lauris Ohr: „Können wir ins Bett gehen??“
Leise stöhnte er auf. „Wie lange hast du gesagt haben wir noch Zeit?? Bis 3?? Dann haben wir noch knapp 50 Minuten, die wir sinnvoller nutzen können, als über Fanpost zu reden. Ich habe mein Kuscheltier neben mir und das reicht mir vollkommen.“
Ich spürte wie seine Erregung wuchs. *Oh Mann!! Wie oft will der denn am Tag?? Der soll sich lieber schonen!!*
„Sag mal Babe, willst du noch ewig träumen?? Lass uns endlich in Schlafzimmer gehen und….“
„Kuscheln!! Da bin ich sofort dabei, mir ist nämlich schon kalt geworden!!“ ich grinste ihn an.
„Das habe ich zwar nicht gemeint, aber wenn es dein Wunsch ist….“ Geknickt sah er mich an. Ich half ihm langsam auf die Beine, wobei er mal wieder sein Gesicht vor Schmerzen verzog, und wir gingen ins Schlafzimmer. Ich wollte mich gerade mit der Decke zudecken, als er sie mir wegzog.
„He, was solln das?? Mir ist kalt!!“ böse funkelnd sah ich ihn an.
„Das wirst du gleich sehen!!“ griente er mich diabolisch an. Ich ahnte, was er vorhat und wollte mich aus dem Bett drehen, doch erhielt mich fest und lächelte nur noch fieser.
„Nix da, schön hier geblieben, oder willst du wirklich auf das…“er küsste meinen Hals, „ und das…“ jetzt küsste er mein Schlüsselbein, „und das…“ er fuhr sanft mit der Zunge über meine Halsbeuge Richtung Brust, leckte sach über die Brustwarze, …alles verzichten?? Mir ist es egal!!“ er rücke ein kleines Stück von mir ab und sah mich erwartungsvoll aus seinen grünen Augen an.
Wo mir vor 3 Sekunden noch kalt war, brannte mein Körper jetzt lichterloh und ich hätte ihn erschlagen können.
„Wenn du jetzt wirklich aufhörst, Lauri Johannes Ylönen, dann wird dir morgen mehr weh tun als deine Rippen!! Und jetzt komm her!!“ fordernd zog ich ihn wieder zu mir ran.
„Ist ja schon gut, ich wollte ja nur mal fragen, hab ja schon verstanden!“ kicherte er und küsste mich dann auf den Mund. Ich zog ihn mit, als ich mich aufs Laken fallen ließ und als wir so dalagen, drehte ich mich so, dass ich rittlings auf ihm saß. Nun spielte ich mein Spielchen mit ihm, küsste ihn zärtlich an jedem kleinen Zentimeter Haut unter mir, strich mit meinen Händen sachte durch sein Haar, über sein Gesicht, seinen Körper bis zum Bauchnabel, umfuhr in langsam und glitt dann weiter hinab. Ich sah, wie sein Blick immer gläsriger wurde, dass er sich kaum noch konzentrieren konnte. Er fuhr mit seinen Händen sacht meinen Oberkörper und als er es nicht mehr aushielt, stieß er langsam zu. Ich bewegte mich langsam auf ihm und irgendwann fanden wir wieder unseren Rhythmus. Als Lauri seinen Orgasmus bekam, spannte er sich kurz an, sog die Luft tief ein und presste sich an mich. Als ich kurz nach ihm kam, fiel ich auf ihn und wir suchten noch lange einen Atemrhythmus, der unsere beiden Gehirne wieder mit genug Sauerstoff versorgte. Als es uns wieder kalt wurde, zog er die Decke über uns.
„Am liebsten wäre ich ewig krank!!“
„Hmm, deine Jungs und Fans werden sich bedanken!“ nuschele ich an seiner Halsbeuge.
„An die Tour will ich noch gar nicht denken, dann muss ich ganze 3 Monate auf dich verzichten und auf den Sex mit dir!! Das überlebe ich gar nicht!!“
„Ach du, du kannst noch nichemal 3 Tage ohne Musik, geschweige denn ohne Jungs!! Also hab dich nicht so….“ sagte ich und löste mich von ihm, weil ich mich wieder anziehen musste um auf Arbeit zu gehen. Als ich im Bad fertig war und mich angezogen hatte, ging ich zu Lauri, doch der war selig eingeschlafen. *Süß, wie ein Engel!!*
Ich küsste ihn sachte auf die Stirn, zog die Decke noch mal richtig hoch und verließ dann die Wohnung.
Als ich in der 1. Etage ankam, viel mir auf, dass keine Leute mehr vor der Türe waren, was mich leicht verwunderte.
Ich sperrte die Türe zum Laden auf, und sah Majia mit einem Pott Kaffee auf mich zukommen.

43. Kapitel

„Hei, auch schon da??“
„Ja, Lauri schläft glücklich und zufrieden!“ ich musste grinsen.
„So möchte ich auch mal meine Pause verbringen!!“ lachte sie.
„Ist noch Kaffee da?? Und was ist eigentlich mit den Leuten von vorhin?? Wo sind die denn alle??“
„Du meinst die Pressefuzzis?? Ich hab mir nur nen kleinen Spaß erlaubt und gesagt, dass sie hier falsch sind, dass hier kein Lauri Ylönen, sondern ein Lars Ylönen wohnt. Naja und dann habe ich mit der Polizei gedroht. Obwohl, die Reporter waren schwer zu überzeugen, weil sie angeblich stichhaltige Beweise haben. Nunja, erstmal sind sie weg, bin ja mal gespannt, was da noch auf euch zukommt.“
*Ja ich auch, vor allem möchte ich gerne mal wissen, wer da plaudert!!*
Der Nachmittag verlief ruhig und wir konnten pünktlich Schluss machen.
„Also, dann bis morgen früh!“ ich winkte Majia noch zu, ging zum Briefkasten und holte meine Post.
Als ich sie so durchblätterte bekam ich bald nen Schlag. Da waren mehrer Briefe, die entweder komplett schwarz, oder mit schwarzem Stift bemalt waren. Mir zitterten die Hände und ich konnte kaum noch laufen, konnte ich mir doch denken, was da auf mich zukommt.
Ich fuhr zu mir und schloss die Türe auf.
Lauri saß in der Küche und trank Kaffee, als er mich sah, fing er an mit grinsen, was ihm angesichts der Briefe, die ich auf den Tisch haute, schnell wieder verging.
„Paska!!! Was ist das??“
„Ich weiß es nicht, ich schreib mir nicht solche Briefe!!“ ich merkte wie mir die Tränen liefen.
„Komm her, wir rufen Eero an und fahren zu ihm und seiner Frau, pack paar Sachen zusammen, dort sind wir jetzt sicher. Sag aber deinen Eltern Bescheid. Aki ist auch nach Espoo zu seiner Familie.“
*Toll, jetzt darf ich schon um mein Leben fürchten!!*
Ich packte in Windeseile meine Tasche, die von Lauri war ja noch gepackt und rief fix meine Eltern an und sagte, das ich für paar Tage mit zu Eero fahre, weil sie renovieren und ich auf denen ihr Kind aufpassen will.
*Scheiß Ausrede ich weiß, aber mir ist nix eingefallen!!*
Wir fuhren dann mit dem Fahrstuhl in die Tiefgarage, stiegen in mein Auto und fuhren los. Lauri navigierte und nach gut 15 Minuten standen wir bei Eeros Haus in der Auffahrt. Als wir klingelten öffnete uns seine Frau und wir gingen rein. Sie gaben uns ein Zimmer mit einem großen Bett und ich stellte die Taschen, da ja Lauri nix tragen konnte, in die Ecke vor die Kommode. Es sah recht gemütlich aus, doch ich wollte nach Hause zu mir.
Wir gingen dann mit in die Küche und tranken erstmal einen Kaffee und erzählten den Beiden alles ausführlich, teilweise mussten wir lachen, doch ich sah, dass sich beide Gedanken machten. Eeros Frau sage, dass sie das Gefühl kennt, und dass sie sich mittlerweile damit abgefunden habe. Normalerweise sind Fans ja auch nicht so schlimm, aber die Lage ist bei ihnen ja auch ganz anders.
Mit der Zeit kamen wir auf ein anderes Thema und ich konnte mich bisschen in Eeros Haus umschauen. Es war gemütlich, halt bisschen spirituell angehaucht, aber schön. Es standen helle Möbel in den Zimmern, sie hatten weiße Bastvorhänge und überall Traumfänger und Perlenschnüre hängen. *Wie bei Hippies* dachte ich mir und musste lachen.
Alle drei schauten mich verdutzt an und ich erzählt ihnen, was ich dachte. Auch sie mussten lachen, waren aber nicht böse!
Als dann das Kind wach wurde, gab Eeros Frau ihm was zum Essen, während Eero für uns Erwachsene kochte.
Als wir dann zusammen aßen, sprachen die Jungs von ihrer anstehenden Tour und Lauri äußerte seine Bedenken wegen mir und das Matti ihm gesagt habe, er solle sich von mir trennen, damit es nicht mehr solchen Ärger gibt.
Eero schaute erst Lauri, dann mich und wieder zu Lauri.
„Hat der ne Meise?? Geht’s dem noch ganz euja?? Wow, und was hast du gesagt??“ stellte er Lauri die Frage.
„Na, dass er das vergessen kann und ich lieber die Band dafür aufgebe!!“ Eero nickte zustimmend.
„He, wenn das besser für die Band ist, dann müssen wir das halt…“ ich wollte sagen, dass wir es eben beenden müssen, als Lauri aufsprang, mich wütend ansah und schrie:
„Denk nichemal im Traum an das, was du gerade sagen wolltest!! Das kannst du vergessen!! Eher is in Finnland die neue Eiszeit, als das ich dich noch mal aus den Armen lasse!!“
Wir zuckten erschocken zusammen.
„Naja, aber ich weiß doch wie das so ist…“ wollte ich einwenden, da haute Lauri auf den Tisch, so dass die Teller wackelten.
„Nein! DAS kannst du vergessen! Eher nehme ich dich noch mit!!“ Er hatte jetzt ein krebsrotes Gesicht und funkelnde Augen. Ich hatte richtig Angst vor ihm und als er das merkte, sackten seine Schultern runter und er sah mich traurig an.
„Lass uns eine Runde laufen, ich glaub das brauche wir jetzt!“ schlug Eero vor und seine Frau sagte nur, sie bleibe zuhause wegen dem Kind. Also liefen wir zu dritt los, schwiegen aber erstmal ne Weile.
„Also, was geht jetzt wieder in euren Köpfen vor?? Da ist endlich mal alles ok, Lauri prügelt sich sogar mit Jonne wegen dir und nun, nur weil Matti sagt, das des kein gutes Licht auf uns wirft, gibst du auf? So hätte ich dich nie eingeschätzt Bibbi!!“ Eero wurde etwas lauter.
*Das hab ich wohl verdient!!*
„Na, ich mach mir Sorgen wegen der Band und so. Ich weiß doch, dass da Lauris Herz drinsteckt und euch gehts ned viel anders! Ich will das nicht zerstören!!“
„Also, ich halt ja nix von Gewalt, aber wenn du ned aufhörst, vergesse ich meinen Grundsatz und hau dir mal 2 hinter die Ohren, damit sich dein Denkapparat wieder einschaltet!“ Eero blieb stehen und drehte sich zu mir.
Ich schaute ihn an und musste anfangen mit lachen, der kann kein böses Gesicht ziehen. Lauri schaute mich kurz an und musste dann auch lachen und Eero schließlich auch.
„Ihr habt ja Recht, aber ich meine es nur gut!“ ich schniefte kurz.
„Ach Mensch, ich hab so was echt nicht verdient!“ Lauri nahm mich in den Arm und Eero ging langsam voraus. Wir küssten uns wieder wie Wahnsinnige und als es kalt wurde, stapften wir Eero hinterher.

44. Kapitel

Als wir wieder bei Eero ankamen, erwartete uns seine Frau Niina (ich nenn die jetzt mal Niina, weil mir keiner sagen konnte, wie sie heißt) mit heißer Schokolade und der Nachricht, das Aki angerufen hat. Ihm geht’s soweit ganz gut und er weiß wer uns verpfiffen hat.
„Echt, wer denn??“ kommt es wie aus einem Mund von Lauri und mir.
„Eva…“ ich glaub mir wurde kurz schwarz vor den Augen, denn ich verschüttete meine Schokolade auf meine Jacke. Mir wurde schlecht und ich setze mich hin.
„Welche Eva??“ fragte Lauri, und ich dachte ich muss ihn paar klatschen.
„Die, von der du einen geblasen bekommen hast auf der Party!!“
„Hä, im Club hab ich mir von…oh, du meinst DIE Party!!! Bitte, ich hab die schon längst vergessen! Und die hat...? Oh mein Gott, kein Wunder das die Presse wusste wohin sie muss!!“
„Als, bevor hier wieder die Emotionen hochschaukeln, ihr bleib erstmal hier und wir regeln das so wie immer Lauri. Und Matti bekommt auch was zu hören!!“
Ich nickte nur und ging mit Niina ins Wohnzimmer. Wir setzen uns auf den Teppich, der lustig gemustert war, und erzählten über alles Mögliche. Sie sagte mir auch, wie es für sie früher war und das es auch jetzt noch nicht einfach ist, aber sie es schafft durch ihr Yoga alles zu vergessen. Ich musste lachen, weil ich ein so unruhiger Geist bin, aber sie nahm es mir nicht übel. Wir unterhielten uns lange und irgendwann kamen auch die 2 Männer zu uns. Lauri setzte sich hinter mich, so wie Eero sich hinter seine Frau setzte. *Fehlt nur noch, das wir beide schwanger sind und dann sind wir perfekt für den Vorbereitungskurs*
Ich ließ mich gegen seine Brust fallen und sah ihn von unten her an.
„Und, was is nun??“ er schaute mir tief in die Augen.
„Alles ok, wir bleiben die nächsten 3 Tage hier, in der Zwischenzeit erfinden wir etwas und dann interessierts eh keinen mehr. Und wenn, na dann muss ich dich eben heiraten!!“
Also, ne Stecknadel hätte nicht fallen dürfen. Ich sah ihn an und fühlte seine Stirn.
„Aber du bist schu noch klar bei Verstand?? Wegen so ner Lappalie heirate ich doch ned!!“
Lauri sah mich leicht bedrückt an, da waren wohl noch mehr Hintergedanken dabei gewesen.
„War ja nur nen Vorschlag….“ Er seufzte resigniert.
„He, das is ja lieb, aber ich bin 24, also noch wenig jung finde ich!!“
Eero und Niina bekamen einen leichten Hustanfall.
Ich schaute sie verwirrt an, bis mir einfiel, dass sie ja schu verheiratet sind.
„Ups, sorry, so war des ned gemeint. Aber, naja, wir sind erst so kurz wieder zusammen und…man ich liebe ihn ja, aber das geht mir zu schnell!!“ ich kuschelte mich an Lauri, der mich fest in die Arme nahm und mir einen Kuss auf dir Schläfe hauchte.
„Ich liebe dich auch!“ flüsterte er mir ins Ohr. Ich genoss diese Stimmung, Eero und Niina kuschelten auch während Benji (so heißt jetzt mal der Sohn) im Traumland war.
„Paska!!“ ich stand auf und raufte mir die Haare, und dir 3 schauten mich erschrocken an. „Sorry, aber wir haben eins vergessen!!“
„Was denn??“ fragte mich Niina.
„Das ich arbeiten muss?? Ich muss jeden Tag dorthin!! Ich kann ned gleich am Anfang fehlen, dann hatte ich die längste Zeit Arbeit!!“ ich lief erregt auf und ab, was wiederum Eero nervös machte.
„Setz dich mal wieder!! Auch daran haben wir gedacht! Niina bringt dich die nächsten Tage hin und holt dich, unser Auto kennt keiner, deswegen.“ Ich setze mich wieder neben Lauri und seufzte auch, aber so richtig aus tiefstem Herzen.
„Man, was für eine doofe Sache. Will nicht wissen, ob da noch was kommt wegen Jonne. Man, diese blöde Eva hat mir gedroht!! Scheiß, der traue ich alles zu!!“
„Das können wir nur abwarten, was da noch kommt. Aber ich würde sagen, wir gehen jetzt erstmal alle schlafen, du musst morgen auf Arbeit und es wird bestimmt ein anstrengender Tag!!“ Eero und Niina umarmten uns und wir gingen ins unser Zimmer. Ich holte mein Nachthemd und Lauri eine Hose (der hat so was auch) und wir gingen mit unseren Zahnbürsten ins Bad. Wir hatten viel Spaß zusammen und ich musste echt lachen, bis mir die Tränen kamen, als Lauri in der Schlafanzughose vor mir stand.
„Haha, ich find das nicht lustig, aber wegen Benji und Niina…“ er kam auf mich zu, „… wir können ja gerne tauschen!!“
Ich musste noch mehr lachen, als Lauri sich über die Hose mein Nachthemd anzog, was leicht, aber nur leicht, kaputt ging.
„Na toll, jetzt ist die Seite kaputt!“ schimpfte ich lachend und zog ihm das Nachthemd aus.
„Aber ich kann dich besser fühlen“ er fuhr mit seiner Hand in das Loch und streichelte meinen Bauch.
„Wenn ihr da drinnen fertig seid, ich müsste auch mal ins Bad!“ hörten wir Eero, der gegen dir Türe klopfte. Wir packten schnell unsere Sachen und liefen kichernd an Eero vorbei in unser Zimmer. Dort schmissen wir uns aufs Bett und…


45. Kapitel

„Mensch Lauri, wir können nicht jedes Problem auf diese Art lösen!!“ kicherte ich, als er mir wieder sehr deutlich zu verstehen gab, wie heiß er ist.
„Warum nicht?? Mir gefällt diese Art…und dein Körper verrät mir, dass du auch nicht ganz abgeneigt bist!!“ er knabberte mir am Ohr.
„Ja schon…aber…was ich…eigentlich…damit sagen…wollte…“zwischen verschiedenen Gefühlen hin- und hergerissen, versuchte ich Lauri zu erklären, warum man nicht alles mit Sex wieder gutmachen kann.
„Oh Mann…lass mich doch…doch mal…oh…oh…mach weiter!!“
Es war zu spät, denn der Strudel meiner Gefühle riss mich fort von jeder Vernunft und hinein in eine aufregende Welt von Farben, Gefühlen und…Lauri. Ich vergaß alles um mich herum.
Als wir beide glücklich, aber erschöpft, uns endlich in die Decke kuschelten, hörte ich ihn neben mir lachen.
„Und ob ich das kann, immer wieder und jederzeit!“
„Was??“ schon leicht am Einschlafen nuschelte ich ihn an.
„Ich kann unsere Probleme, zumindest dieses eine, ganz gut so beseitigen!!“
„Nimmersatt!! Was machst du, wenn ihr dann auf Tour seid?? Oder wenn ich mal unterwegs bin, oder wenn ich meine…“ich drehte mich zu ihm und spielte mit seiner Brustbehaarung, als er mich mal wieder unterbrach.
„Hör auf mir solche Gruselgeschichten zu erzählen!! Ich will noch gar nicht daran denken…kein Sex!! Ich bin süchtig nach dir!!“
„Du hast echt nen Vogel, Ylönen!! Es gibt weiß Gott genug andere schöne Dinge auf Erde als Sex!!“
„Ja?? Was denn??“
„Musik, und damit meine ich gute Musik, Essen, Urlaub….und nun lass mich schlafen, ich muss morgen auf Arbeit!!“ ich drehte mich mit dem Rücken zu ihm und schloss meine Augen.
„Darüber reden wir morgen noch mal, über das Thema Musik!“ hörte ich ihn mit grollendem Unterton flüstern. Ich musste trotz Müdigkeit kichern. Er nahm mich in den Arm, drückte mir einen Kuss auf den Kopf und legte sich dann hin.
„Ich liebe Dich!“ ob er es verstanden hat, was ich ihm flüsterte, weiß ich nicht, da er eingeschlafen war, was ich an seinen regelmäßigen Atemzüge bemerkte.

Am nächsten Morgen wurden wir von leckerem Kaffeegeruch, einer lieblichen Stimme, die ganz leise „Guten Morgen“ sagte und von einer kleinen Kinderhand geweckt. Als ich mein eines Auge leicht hob, erkannte ich Benji vor mir und musste grinsen.
*Nur gut, dass ich nachts mein Nachthemd noch angezogen habe*
Ich spürte, wie Lauri neben mir langsam munter wurde und griff unter der Decke nach ihm. Ich werde selten rot, doch ich glaube, in dem Moment glich ich wieder einer Tomate.
„Morgen Niina, wir kommen gleich in die Küche, lass uns erstmal wach werden und so…“ ich sah sie bittend. Sie fing daraufhin an mit lachen, nahm sich Benji und ging aus dem Zimmer.
„Morgääähn…was ist denn??“ ein wirrer Haufen Haare bahnte sich seinen Weg durch die Decke und Kissen und als dann noch diese kleine Stupsnase zum Vorschein kam, wusste ich, das Lauri erwacht war.
„Wo sind deine Sachen?? Man ich bin…“
„Na da, wo du sie gestern Nacht hingeschmissen hast! Sag mal, warum bist du denn so rot??“ murmelte er und legte sich auf den Rücken und sah mich grinsend an.
„Was??“ dieses Grinsen bedeutet eh nix Gutes.
„Ooch naja, könntest du noch mal so sanft unter die Decke greifen?? Das hat sich so gut angefühlt!!“
„Sach ma…geht’s noch??“ ich war so perplex, das ich ihn ansah wie das erste Mondfahrtzeug.
„Ja, bis eben schon!“
*Na warte, das bedeutet Ärger!!*
Ich griff langsam unter die Decke, beugte mich über ihn und fuhr mit meiner Hand sachte über den Bauch, strich weiter bis zu seinem erregten Glied, weiter zu seinem Oberschenkel und an den Innenseiten entlang. Dabei sah ich ihm die ganze Zeit in die Augen, das Grün wurde immer dunkler uns sein Blick verhangener. Als er nicht mehr konnte, stöhnte er leise auf, schloss die Augen und strich sich ab und an mit der Zunge über die Lippen. Auf diesen Moment habe ich gewartet, ich drückte ihm noch einen Kuss auf sein Glied und stand auf.
Ich war schon fast an der Tür, als ich von 2 starken Armen umfasst und zurück zum Bett gewirbelt wurde. Nun lag ich wieder darauf und Lauri hielt meine zwei Arme fest und beugte sich zu mir runter. Ich spürte seinen heißen Atem als er mit mir sprach und mir zog sich alles zusammen.
„Mach…Das…Nie…Wieder!! Ich, man du machst mich echt verrückt!! Schau, ich weiß nimmer was ich noch machen soll!!“ sein Blick wanderte von mir in Richtung Klein Lintu.
Ich schaute ihn die ganze Zeit an, wie das Kaninchen die Schlange.
„Ich?? Was mache ich denn??“ fragte ich ganz unschuldig.
„Verrückt!! Du machst mich einfach nur verrückt und ich benehme mich wie ein verliebter Gockel oder so!! Oder wie willst du es dir sonst erklären, dass ich dich immer und überall nehmen könnte?? Und jetzt schau mich nicht so an, ich werde dich schon nicht vergenotwurschteln, ich gehe lieber kalt duschen!!“ er stand auf und suchte seine Hose, während ich nur dalag, über seine Worte nachdachte und ihm zuschaute.
„Nein!“
„Wie jetzt?? Nein??“ er drehte sich zu mir.
„Komm mal her!! Du bist nicht verrückt, zumindest nicht in diesem Sinne. Aber ich…wir…naja, wir sind doch hier nicht zuhause und…naja…hmm…also, ich würde ja auch gerne, aber ich muss noch zur Arbeit und duschen!!“ ich nahm seinen Wuschelkopf in meine Hände und küsste ihn zärtlich, bevor ich aufstand.
„Wenn du jetzt nicht aufhörst, dann…“ er zog mich an seine Brust und küsste mich noch einmal feurig. Als ich die Augen wieder öffnete, sah er mich genauso fragend an, wie ich ihn. Doch diese Entscheidung wurde uns soeben abgenommen, als Eero eintrat.
„Sagt mal, wo bleibt ihr…Ups, sorry, wollte nicht stören!“ so schnell wie er im Zimmer war, war er auch wieder draußen.
Wir holten tief Luft, nahmen unsere Sachen und gingen ins Bad. Ich putzte mir die Zähne und ging schnell duschen, während Lauri sich erstmal rasierte und dann nach mir duschen ging. Zusammen gingen wir in die Küche, wo uns Niina und Eero breit angrinsten.
„Es ist nicht so, wie ihr denkt!!“ knurrte Lauri und trank einen Schluck Kaffee.

46. Kapitel

„Ach, was denken wir denn??“ fragte Eero belustigt.
„Na, das kann ich doch an euren Nasenspitzen ansehen, dass ihr denkt, wir hätten noch mal schnell…! Ham wir aber nicht!!“
„Das haben wir gar nicht gedacht. Niina hat nur erzählt, wie es aussah, als sie euch beide geweckt hat!! Vor allem Bibbis roter Kopf!!“
Ich merkte wie ich wieder rot wurde und senkte ganz schnell meinen Kopf über die Kaffeetasse. Als ich auf die Uhr schaute musste ich einen Fluch unterdrücken.
„Es ist ja schon halb Zehn durch!! Ich muss um auf Arbeit sein!!“ schnell trank ich meinen Kaffee aus und ging in den Flur um meine Schuhe und Mantel anzuziehen,
„He, was essen musst du auch!!“ rief Lauri-Mama mir hinterher.
„Danke, ich frühstücke nicht, nur ab und an kleine Lauris!!“ ich hörte wie er sich am Kaffee verschluckte und Eero anfing mit lachen. Niina hatte in der Zwischenzeit Benji angezogen und sich, so das wir fast pünktlich 10 vor 10 starten konnten. Wie saßen schon fast im Auto, als Lauri angerannt kam und eine finstere Miene zog.
„Sag mal, ciao sagst wohl auch nimmer??“ *OOOOPS*
Ich gab ihm noch einen tiefen Kuss, stieg wieder ein und musste lachen. War der Trottel ned barfuss aus dem Haus gerannt?? Ich winkte ihm noch mal zu und schon fuhr Niina aus der Ausfahrt.

Das ich lebend am Laden angekommen bin, verdanke ich wohl 100 Schutzengeln, denn das, was Niina fahren nennt, ist für mich Selbstmord auf Helsinkis Straßen!!
Kurz nach 10 standen wir vor dem Laden, und sahen das schu wieder einige Mädchen dort standen und anscheinend auch einige Reporter mit ihren Autos. Ich zog mir schnell ein Tuch auf die Haare, drückte Niina und ging schnell durch den Eingang in den Laden.
Dort kam mir Majia schon grinsend entgegen und hielt mir eine Zeitung vor die Nase.
>>Lauris Freundin!!<< daneben ein etwas unscharfes Bild von mir und darunter:

Sie ist der Grund, warum sich Jonne A. Virgo und Lauri Ylönen am Samstag geprügelt haben.


Wie schon berichtet, wurden Lauri Ylönen, Sänger von The Rasmus, und Jonne A. Virgo, Sänger von Negative, am Samstag bei einer wilden Prügelei beobachtet. Wir alle haben uns gefragt, was der Auslöser dafür sein könnte, aber so wie unser Informant mehrmals glaubhaft bestätigte, handelt es sich dabei um diese junge Frau. Leider standen noch keiner von den betreffenden Personen zu einem Interview bereit, aber sobald wir eine Möglichkeit haben, informieren wir sie über alles weiter.


Wir sahen uns an und mussten lachen. So einen Mist interessiert doch eh keinen!!
Wir machten uns einen Kaffee, weil Herr Halonen ja heue noch mal in Espoo war. Es wurde ein recht ruhiger Vormittag, ich traute mich aber auch nicht vor die Tür und an meinen Briefkasten gleich gar nicht.
Zur Mittagspause fuhren wir beiden zu mir in die Wohnung, wo ich sah, das mein AB schon fast wieder am Überlaufen war, aber ich zog einfach den Stecker. Mir war es egal wer des alles war.
Wir tranken gemütlich Cappuccino und aßen Spaghetti ala Bibbi. Ich rief fix Lauri an und erzählte ihm, dass es mir soweit ganz gut ginge. Er war beruhigt und richtet mir noch liebe Grüße von den andern aus.
Plötzlich klingelte mein Telefon und ich ging ran.
„Viitaniemi?“
„Ach, die Prinzessin ist auch mal zuhause?? Na, fühlst dich wohl?? Wo ist Lauri?? Ich würde mich an deiner Stelle schämen. Man, du zerstörst hier voll den Ruf von den beiden!! Fühlst dich damit wohl du Bitch?? Er hätte es bei mir viel besser, da wäre das nie passiert!! Was die überhaupt an dir sehen!!“
(für alle neuen, oder alle vergesslichen, das is Eva)
„Ich…“ mir viel das Telefon aus der Hand und ich sackte weg.
„Paska!“ war alles was ich noch hörte, bevor ich kurzzeitig das Bewusstsein verlor.
Als ich die Augen wieder öffnete, sah mich Majia besorgt an.
„Hei, was war denn los??“
„Nix!“ ich setze mich auf und griff mir an den Kopf.
„Gib mir mal mein Telefon. Ich muss Lauri anrufen.“ Ich wählte seine Nummer und sagte, dass er bitte Niina losschicken solle.
„Majia, sei mir ned böse, aber das mit arbeiten wird nix!! Ich rufe gleich mal Herrn Halonen an und melde mich ab für heute.“
Als es bei mir klingelte, fuhren wir mit dem Aufzug runter und Niina sah mich ebenfalls besorgt an.
„Was ist passiert? Du siehst echt aus, als wenn du nen Geist gesehen hast!!“
„Nix, ich will nur zu Lauri.“ War alles was ich sagte, ich drückte Majia kurz und stieg dann bei Niina ins Auto.

47. Kapitel

Niina sah mich öfters von der Seite an, und mir machte es nix aus, wenn sie die Kurven mal wieder zu schnell nahm, ich wollte einfach nur zu Lauri.
„Wenn du jemanden zum reden brauchst, kannst gerne zu mir kommen!“ sagte sie nach ner kurzen zeit.
„Danke, aber ich glaub, ich will darüber nicht reden. Ich will einfach nur meine Ruhe haben, mit Lauri zusammen sein und schlafen!“ presste ich heraus. Sie nickte nur und sagte nix mehr. Als wir dann bei ihrem Haus ankamen, sah ich Lauri aus dem Haus kommen.
„Babe, was ist los?? Du siehst nicht gut aus!!“ er nahm mich in den Arm, und ich merkte erst jetzt, wie tief der Schock in meinen Knochen saß, denn ich fing an mit zittern. Er brachte mich in Haus und Eero beeilte sich, mir einen Tee zu kochen. *Bäh, ich hasse diese gesundes Zeugs*
Ich setze mich auf die Eckbank und überlegte, ob es wohl eine Lösung gab für dieses Problem.
„Was denkst du nach?? Was ist überhaupt passiert??“ fragte mich Lauri leise.
„Eva…sie hat bei mir angerufen und…und mich…ich kann nicht, sorry…das tut verdammt weh!!“
„Was??“
„Bist du dir sicher, dass du das jetzt so weiterführen willst?? Ich meine, weiß du was sie mir an den Kopf geknallt hat?? Ich sei eine Bitch!! Nur weil Jonne und du…weil ihr euch wegen mir geprügelt habt und…naja…wir waren ja nun ned offiziell und so…ach scheiß, ist das alles kompliziert!!“
„Sie hat was???“ Lauri erhob wieder seine Stimme, doch Eero legte ihm beruhigend die Hand auf die Schulter.
„Lass es, es bringt nix!“ sagte er in einem ruhigen Ton, der ihn nur noch wütender machte.
„Man, ich lass doch nicht mein Mädel beleidigen, nicht von einer, die diesen Titel zu recht tragen würde!! Scheiß ey, ich hätte ned…egal zu spät…was soll ich jetzt machen?“
„Ich würde ihr gerne mal meine Rechte zeigen!!“ ich musste komischerweise kichern.
„Nix da, Gewalt ist keine Lösung!! Aber, ich kann dich verstehen!“ sagte Niina und musste auch leicht grinsen.
„Mädels, das soll kein handfester Skandal werden, bzw. nicht noch schlimmer als es schon ist!!“ ermahnt uns Eero.
„Ja Papi!!“ diesen Kommentar konnte ich mir nicht verkneifen.
„Am Besten ist es echt, wir treten vor die Presse und sagen denen, was sie hören wollen!!“ warf Lauri, der Spaßvogel, ein.
Wir schauten ihn alle verwirrt an.
„Na ist doch so!! Wir gehen in drei Wochen auf Tour und sie alleine hier lassen mit der Meute kann ich nicht!!“ ich tippte ihm auf die Stirn.
„Alles klar?? Ich bin alt genug um auf mich selbst aufzupassen!!“ ich stand auf, weil ich mich ausruhen wollte.
„Du kennst die Presse nicht!! Die sind echt wie Hunde!!“ Lauri stand mit auf und begleitete mich nach einem kurzen Zwiegespräch mit Eero und Niina ins Zimmer.
„Es ist doch egal, wo wir sind, solange das nicht aus der Welt ist, bin ich nirgends sicher!“ ich schaute ihn an.
„Hmm“ war alles.
Ich zog mich aus und legte mich ins Bett. Die Decke über mir ist echt interessant.
„Weißt du, irgendwie ist es unfair!!“ hörte ich Lauri sagen.
„Was??“
„Da bin ich einmal glücklich und keiner gönnst mir!! Ich meine, was mache ich denn nur falsch?“ ich hörte ihn resigniert ausatmen, als er sich zu mir legte.
„Das hat nix mit dir zu tun Schatz, glaub mir. Die Presse hat bald was anderes. Das ist Eva, die das Feuer schürt…und glaub mir, da kommt noch mehr!“ ich drehe mich zu ihm und kuschelte mich an ihn.
„Egal, das schaffen wir schon!!“ er küsste meine Stirn und ich schloss die Augen.
„Hoffentlich, sonst bin ich wieder weg von hier!!“
„Oh nein…das hatten wir schon mal…kannste abhaken das Thema!!“ er nahm mich in die Armen und ich schloss die Augen. Kurz darauf war ich eingeschlafen.

Irgendwann wurde ich durch ein Kitzeln an der Nase geweckt.
„Hei Babe, aufwachen, es ist schon gleich sechs!!“
„Hmm, lass mich in Ruhe!“ ich dreht mich auf die andere Seite. Lauri fing an mit Lachen und kitzelte mich durch.
„Och Mönsch!! Ich wollte noch weiterschlafen!!“ ich murrte und versteckte mich unter der Decke.
„Glaubst du echt, ich komm da nicht hin??“ er zog mir die Decke weg und ich fing an mit frieren.
„Mann Ylönen, das ist nicht witzig!! Jetzt gib die Decke her!!“ ich griff ins Leere. Der Blödmann lachte sich einen Ast.
„Nee, nix da du Schlafmütze, raus jetzt. Aki und Pauli kommen dann auch!!“
„Pah, was gehen die mich an?? Ich will schlafen!!“ so langsam bekam ich meine Augen auf und sah in böse an.
„Yeah, so gefällst du mir, du Morgenmuffel!!“
„Hahahaha, ich lach mich tot!!“
Er setze sich neben mich und sah mich ernst an.
„Nee, wir müssen das mal klären, das kann so nicht weitergehen! Also, bevor ich mir es noch anders überlege und auch im Bett bleibe!“
Mit einem Sprung war ich aus dem Bett und zog mich an. Es gibt nix schlimmeres, als geweckt zu werden!!!

Ich torkelte dann so langsam Richtung Tür, als ich merkte, wie Lauri sich zu mir gesellte.
„Spielverderberin!!“
„Was denn nun schon wieder?? Kannst dich auch mal entscheiden??“ fuhr ich ihn ziemlich genervt an.
„He, ich kann nix dafür…na gut, kann ich schon…aber, es betrifft ja nun mal auch dich Süße!!“
„Ja ich weiß…“ nuschelte ich, nur um meine Ruhe zu haben. Lauri lief kopfschüttelnd neben mir her und brummelte etwas in seinen nun nicht mehr vorhandenen Bart.
Im Wohnzimmer saßen schon Aki, Pauli, Eero und Niina und quasseln. Ich begrüßte die Beiden und haute mich dann auf einen der Sessel. Lauri setzte sich neben mich auf den Fußboden und sah erwartungsvoll in die Runde.
„Also, was habt ihr euch überlegt??“
„Hmm, naja…also, erstmal nix überstürzen dahier. Ich mein wir wissen wie die Presse ist, sie will immer alle genau wissen. Geben wir ihr halt einige Details, aber nur soviel, wie das Management zulässt. Mit Matti habe ich schon gesprochen und es tut ihm leid!“ fing Eero an.
„Toll…weiter!“ war überhaupt nicht ironisch gemeint.
„Hmm, sollte sich der Hype in den nächsten 3 Wochen wider Erwarten nicht legen, dann musst du eben erstmal mit auf Tour!!“
Lauri klatsche neben mir begeistert auf. „Ja, das wäre ne geile Idee!!“
„Halloooooo?? Was ist bitte daran so geil?? Du scheinst zu vergessen, dass ich Arbeit habe und nicht einfach so mir nix dir nix mal mit auf Tour gehen kann. Ich bin leider nicht so wie Tiina, die kein Vertrauen hat!“ noch mehr angenervt setzte ich mich im Sessel aufrecht und funkelte Lauri wütend an.
„He, beruhigt euch mal wieder!! Das mit Tiina stimmt, sie gehört ja eh zur Belegschaft!“ warf Aki ruhig dazwischen, „Und du solltest nicht so egoistisch sein, Bianca wird schon auf sich aufpassen können!!“ wandte er sich an seinen Kumpel.
Der saß erstmal da wie ein kleiner Trotzkopf, der er ja auch ist.
„Lauri, ihr seid jetzt für 3 Monate auf Tour um euer neues Album zu promoten etc., glaubst du echt, das in den 3 Monaten, bzw. danach, noch ein Hahn danach kräht??“ ich fuhr ihm durch seine Haare, doch er schüttelte nur unwirsch den Kopf.
„Und was ist mit Eva??“ fuhr er mich an.
„Ja, was ist denn eigentlich passiert. Das wollte ich schon mal wissen!“ fügte sich Pauli endlich mal in die Gesprächsrunde ein.
Wir erklärten ihm das noch mal in kurzen Sätzen und sein Gesicht wurde länger und länger.
„Is nicht euer Ernst?“ zu Eero gewandt sagte er: „Ich habs doch gewusst, dass die uns Ärger bringt! Hab ich es dir nicht schon auf der verdammten Party gesagt, dass das nicht gut enden wird!!“ aufgeregt fuchtelte er mit seinen Armen rum, worüber ich wieder lachen musste.
Lauri sah nun Pauli böse an und brabbelte etwas. Ich musste wieder lachen.
„Man, das ist jetzt eh sekundär, was damals war, ihr seid ja nicht sein Babysitter…wenn sie nicht damit klar komm, das er sie, zwar recht unsanft, aber doch abserviert hat, ist sie selber Schuld. Manche Frauen können damit eben nicht leben!!“ ja, ich war wieder mal zu Prof. Dr. Bianca Viitaniemi mutiert.
„Hmm, aber wenn sie….“ Lauri sprach seinen Satz nicht aus, ich wusste was er meinte.
„ Dann prügele ich mich eben mit ihr wegen dieser Sache!!“ kicherte ich und alle fielen mit ein.
„Naja, hat eigentlich schon wer was von Jonne gehört?? Wie geht es ihm denn??“ fragte Niina.
„Also, so wie es Matti gesagt hat, geht’s im recht gut, nur sein Gesicht muss ziemlich derangiert sein. Hmm, und es tut ihm echt leid, er hat wohl zu sehr sich eingebildet, was mit dir anfangen zu können!“ meinte Eero in meine Richtung.
*hüstel, wie kommt der nur darauf?*
„Pah!!“ machte Lauri und ich fand ihn in diesem Moment echt knuffig mit seiner Eifersucht. Ein Seitenblick auf Aki bestätigte mir, dass auch er gerade das gleiche gedacht hat. Wir mussten lachen.
„Man, ihr seid so witzig!!“ Lauri sprang auf und ging auf die Terrasse, weil bei Eero nicht geraucht wird.
„Zicke!!“ kicherten Aki und ich und standen ebenfalls auf.
Im Grunde genommen hat dieses Gespräch zu nix geführt, aber es war schön, das alle mal da waren.
„Was ist eigentlich mit Tiina?? Hab sie schon lange nimmer gesehen.“ Fragte ich Aki, da Lauri sich von uns abgewendet hat.
Aki steckte die Hände in die Hosentasche und sah einige Zeit sinnierend vor sich hin.


48. Kapitel

Ich zündete mir erstmal eine Zigarette an und rauchte schweigend, während ich Lauri beobachtete. Ein kleines Lächeln umspielte meine Lippen, so was Zickiges!! Irgendwann sah Lauri wohl zu mir und musste auch anfangen mit Grinsen. Wir standen uns einige Zeit gegenüber, bis wir anfingen mit Lachen. Er stand auf und kam zu uns, nahm mich in den Arm und knuddelte mich durch.
„Du bist verrückt!! Ich könnte dich…!“
„Wer hier verrückt ist von uns beiden, steht wohl nicht zur Debatte, das bist nämlich du mein Lieber!“
Wir kabbelten und noch eine Weile, bis Aki neben uns tief ein- und ausatmete.
Wir sahen ihn beide fragend an.
„Mit Tiina ist Schluss!“
„Waaaaaaaaaaaaaaaaas?? Seit wann?? Und warum??“ Lauri überschlug sich bald mit seinen Fragen, so dass ich ihm erstmal die Hand auf den Mund legte.
„Naja, wisst ihr, es ging mir auf den Keks, das sie ständig überall dabeisein musste. Auf Tour, hier, wenn ich mal mit den Jungs weg wollte und überhaupt. Bei jedem Girl war sie eifersüchtig und…ach Lauri, du weißt doch wie sie zuletzt war!!“ er setzte sich auf einen der Gartenstühle.
„Hmm, aber ich dachte, ihr habt euch wieder verstanden?? Nicht??“ Lauri setzte sich mit zu Aki und ich ging rein, dass sollten die beiden erstmal selbst regeln.
Im Haus angekommen setze ich mich zu den dreien und wir waren gerade in einer angeregten Unterhaltung, als mein Handy klingelte.
Es war Jonne und so verzog ich mich in die Küche.
„Ja?“
„Hei, ich bins…du, sorry wegen Samstag, ich wollte ned, naja…also ich wollte ihn ned so verletzen, aber ich…wir haben zuviel getrunken…und dann ist eins ins andere und…naja, ich hoffe du weißt was ich meine!“ Jonne hatte eine recht undeutliche Aussprache.
„Weißt du, mir hättest du am Samstag ned übern Weg laufen dürfen!! Ich hätte dich nicht nur ins Krankenhaus gebracht, sondern gleich 2 Meter unter die Erde! Hast du nen Schatten, so auszuticken?? Man, dem hätte wer weiß was passieren können!! Aber sei froh, das es nur ne Rippenprellung ist…man, was ist dir da im Kopf rumgeschwirrt??“ ich schnauzte ihn so richtig an.
„Ja, nix…man, zum Glück war Aki da…ach Mönsch, des tut mir echt leid… weißt du, ich würde mich gerne mit euch treffen und das persönlich klären.“ Jonne klang echt down.
„Hmm, ok…wann??“
„Wie wäre es am Samstag im Nosturi??“
„Gut, bis Samstag!“ ich legte auf und wollte wieder zu den anderen, als mein Handy schon wieder klingelte.
„Ja??“ leicht genervt nahm ich ab.
„Hei, grüßt man so seine beste Freundin??“
„Claudi, hei Maus, sorry, aber ich hatte gerade Jonne vor dir am Ohr! Wie gehts denn so??“
„Das wollte ich dich auch fragen. Also erzähl endlich!“
Ich erzählte ihr, was der neuste Stand der Dinge ist, und sie wurde immer wütender auf Eva.
„Man, diese Schnalle…wenn die des echt wagt, man die kann was erleben!!“ Claudi fluchte noch bisschen vor sich hin und ich musste lachen.
„Langsam mach ich mir echt Sorgen um diese Frau. Naja, mal schauen was die Jungs der Presse verklickern wollen. Was machst denn eigentlich morgen?? Könnten wir doch glatt mal wieder Pizzaessen gehen, oder ned?? Ach ja, am Wochenende kommen meine Mädels aus Deutschland…oh Schice!!“ ich haute mir mit der Hand an die Stirn.
„Ja, morgen geht klar…was???“
„Wir wollen uns doch mit Jonne treffen, aber meine Mädels kommen…hmm…müssense eben mit. Kommst auch??“
„Na klar, diesen Staatsbesuch lass ich mir nicht entgehen!!“ lachte Claudi und wir redeten noch bisschen über die Arbeit und ihren Freund. Als ich wieder ins Wohnzimmer ging, saßen Lauri und Aki mit dabei und wir unterhielten uns alle zusammen noch ein bisschen.
„Wisst ihr, eigentlich könnte ich ja wieder nach Hause, wenn ihr das eh geklärt habt mit der Presse…und für Lauri wäre es auch besser.“ Fiel ich so zusammenhangslos in das Gespräch ein, wie wenn man im größten Schneesturm von Schmetterlingen anfängt zu sinnieren.
Dementsprechend sahen mich alle auch an.
„Bitte??“ fragte Lauri mich.
„Naja, Eero und Niina wollen auch ihre Ruhe haben, und naja…ich kann mich nicht ewig verstecken!!“ ich sah Lauri an, dass er mit der Idee eigentlich mehr als zufrieden war.
„Ach so, ja, alles klar!! Jetzt versteh ich was ihr meint!!“ lachte Niina.
„Ich ned!!“ sagte Eero und wir fingen alle an mit lachen.
„Schatz, es geht darum…na du weißt schon…beiden wären gern für sich!!“
„Hä??? Ach jetzt!!“ Eero eben.
„Ok, dann packe ich mal unsere Sachen. Aki, nimmst du uns mit?? Bitte!“ ich sah ihn an.
„Ok…hab eh nix zu tun!“ er tat mir richtig leid, auch wenn ich nicht böse drüber war, dass Schluss ist bei den beiden.
Ich ging ins Gästezimmer und packte schnell unsere paar Habseligkeiten zusammen und ging in den Flur.
„Aber ohne ein ordentliches Abendessen geht ihr mir nicht!!“ kam Niina und verschwand in der Küche.
„Ja Mama!“ rief ich hinterher und ging vor einem heranfliegenden Topflappen in Deckung. „Solange ich nicht helfen muss, geht das in Ordnung!!“
Ich lief kichernd zu den anderen und schickte Eero in die Küche.
Pauli, der die ganze Zeit über ruhig war, fragte mich, ob ich mir das auch recht überlegt habe.
„Ja, es geht ja nicht mehr um die Presse, sondern nur noch um Eva und das ist mein privates Problem, was ich auf meine Art lösen werde!!“
„Hmm, na gut!“
Wir unterhielten uns noch eine guten halbe Stunde, als Eero uns zum Essen holte. Es gab lecker Kartoffelauflauf und Salat und als wir dann endlich vollgefuttert waren durften wir los.
Ich umarmte Niina noch mal kräftig, legte ihr aber ans Herz, noch mal zur Fahrschule zu gehen, dann knuddelte ich den kleinen Benji und Eero. Pauli fuhr bei Aki mit.
Der haute uns dann bei uns raus und wir fuhren hoch zu mir.

49. Kapitel

Oben angekommen stellte ich die Tasche ins Schlafzimmer und ging zum Telefon und stöpselte den AB an. Zusammen hörten wir uns alles an und ich musste mehrmals mit den Tränen kämpfen. Diese Eva lässt einfach nicht locker und quatschte nur dummes Zeug. Lauri wurde auch langsam sauer, doch ich löschte einfach die Nachrichten und gut ist. Bei meinen Eltern rief ich auch wieder an und erzählte ihnen, dass ich wieder zuhause sei. Sie machten sich zwar ein paar Gedanken, aber ich sagte, so schlimm sei es gar nicht, da ja die Jungs alles geklärt hatten. Andy, der mich auch sprechen wollte, fragte mich wie es Lauri so gehe und ich gab das Telefon weiter.
Während Lauri telefonierte machte ich uns beiden Kaffee und schaltete mein Fernsehen ein. Auf den Musikkanälen kam nix gescheites, so dass ich dann eine DVD einlegte.
Ich holte unsere Kaffeepötte und kuschelte mich an Lauri, der in der Zwischenzeit fertig wurde.
„Ähm, Schatz, ich müsste dir noch was sagen!!“ etwas verlegen sah ich Lauri an.
„Was ist denn jetzt noch??“ etwas gereizt sah er mich an.“
„Ok, is wohl kein guter Zeitpunkt…ich sags dir später noch mal!!“
„Nee, jetzt sag schu!!“
„Ok, wir treffen uns am Samstag mit Jonne und reden noch mal drüber!!“
Ich sah ihn an und wartete gespannt seine Reaktion ab.
„Wir machen was?? Ich glaub, ich hab was mit den Ohren!! Wie komm ich denn dazu?? Erst lass ich mich halbtot schlagen und dann soll ich mit ihm eine Woche später gleich wieder gut Freund sein??“ Lauri redete sich so in Rage, dass ihm seine Rippen anfingen weh zu tun.
„He, reg dich ab ja. Ich will auch mit ihm reden!! Was ist schon dabei?? Du bist genauso schuld an dem Ganzen!!“ langsam regt mich meine Zigge ganz schön auf.
„Ich denke deine Freundinnen kommen am Samstag?? Was machst mit denen??“ fragt Lauri mich ironisch.
„Die kommen mit!! Claudi is ja auch dabei…man, was ist denn dein Problem bitteschön??“
„Was mein…sach mal, hast du nen Filmriss??“
„Nein, aber ich denke, wenn wir miteinander reden, isses gut. Und je eher, desto besser!!“
„Ach vergiss es…ich gehe zu mir…ich muss erstmal alleine sein!“
Ich schaute ihn verwundert an.
„Lauri, warum regst du dich jetzt so auf?? Was ist los, ist es wegen Aki??“
„Hmm…aber ich will jetzt echt ned drüber reden. Sei nicht böse, aber ich will echt alleine sein. Gute Nacht.“ Er gab mir noch einen Kuss und ich brachte ihn noch zu Tür.
Wieder allein, setze ich mich hin und dachte nach, was Aki wohl Lauri erzählt haben könnte. Allerdings konnte ich mir noch so den Kopf zerbrechen, ich kam auf keinen Nenner.
Ich ging duschen und machte mich bettfertig, schaltete den Fernseher plus DVD-Recorder aus und ging ins Bett. Ich lag vielleicht gerade mal 10 Minuten, als es an meiner Tür klingelte.
*Wer stört denn jetzt noch??*
Ich stand wieder auf und ging zur Tür und als ich durch den Spion guggte, dachte ich träume. Da standen Lauri und Aki.
„Hei, was ist denn nun??“
„Können wir reinkommen??“ fragte mich Aki.
„Klar, kommt rein.“ Wir gingen ins Wohnzimmer und ich macht erstmal Licht an.
„Oh, tut mir Leid, du lagst wohl schon im Bett??“ Aki sah mich leicht rot an und auch Lauri konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
„Ähm, ja…macht nix.“ Ich sah an mir herunter und musste auch lachen. Ich hatte mir ja meinen heißgeliebten Snoopyschlafanzug angezogen. Naja gut, er sah recht ordentlich aus, halt grün und Snoopy drauf. Ich setze mich mit aufs Sofa und sah beide erwartungsvoll an.
„Also??“
„Hmm, also…folgendes. Aki zieht erstmal in meine Wohnung, kann ich da solange bei dir wohnen?? Du weißt ja, das Schluss is bei den beiden und die muss ziemlichen Terror machen.“ Sagte Lauri und sah mich bittend an.
„Klar kein Thema, aber das hätte doch bis morgen Zeit gehabt oder nicht??“ ich verstand die Jungs nicht.
„Schon, aber ich…wir…naja, du sollst auch wissen warum Schluss ist!“ Aki fühlte sich nicht gerade wohl und so holte ich eine Flasche Salmiakki und 3 Gläser.
„Dann erzähl mal!!“ forderte ich ihn auf, als ich die Gläser voll goss.
„Also…kippis…es ging schon damals bei der DL-Tour los. Dauernd hatte sie was rumzumeckern, bei jedem Girl war sie eifersüchtig, selbst auf Hannah. Es wurde immer schlimmer, dann waren wir ja in Stockholm um das neue Album aufzunehmen und da hat sie echt bald 15-mal am Tag angerufen. Jedenfalls, als wir wieder zurück waren, ich habe ihr nicht gesagt wann, fand ich sie mit irgendeinem Typen in der Kiste vor. Für mich brach eine Welt zusammen und ich…naja…seitdem penne ich mal hier und mal dort, des is aber auf Dauer auch nicht gut. Und heute, als ich mit Lauri gesprochen habe, hat er mir seine Wohnung angeboten. Als er vorhin dann hochkam dachte ich, ich seh nicht recht. Er wollte aber auch nix sagen, zu dir, weil er Angst hatte.“ Wir tranken mittlerweile den 3 Salmiakki und mir wurde recht warm.
„Aha, ähm…warum?? Lauri weiß doch, das er bei mir schlafen kann!!“ ich schaute ihn an.
„Naja, weil du…naja, du hast schon wieder mit Jonne angefangen und…ach man, ich will dich nicht verlieren!!“ flüsterte Lauri.
„Hä?? Wie kommst auf diesen Schmarrn?? Ich liebe dich, daran gibt’s nix zu rütteln!! Also, was soll das?? Männer!!!“ ich nahm mir noch ein Gläschen, wusste ich doch, das ich morgen tierischste Kopfschmerzen haben würde.
„Ach Mönsch, ich sag ja, du machst mich verrückt!! Lass uns eine Rauchen gehen!!“ Lauri stand auf, Aki ebenfalls und weil es mich auch nach einer Ziggi gelüstete folgte ich den beiden. Wir unterhielten uns dann über meine Arbeit, ich erzählte wie es gekommen ist, das ich die Stelle bekam und als ich erzählte, ich sei in Frankreich gewesen, wollten sie alles wissen.
*Man, schlimmer als der BND!!!*
Irgendwann gewann meine Müdigkeit und ich sagte zu beiden „Gute Nacht“ gab beiden einen Kuss auf die Wange und verschwand im Bett. Ich glaube, ich hätte nicht im Schlafanzug auf den Balkon gehen sollen, denn ich fing an, erbärmlich zu frieren. Ich zitterte noch immer, als ich Lauri leise in Schlafzimmer kommen hörte. Als er sich ins Bett legte, drehte ich mich zu ihm und kuschelte mich an seinen warmen Körper.
„He, was ist los, du zitterst ja!!“
„Ich sollte nicht im Schlafanzug auf den Balkon gehen…ist schließlich Herbst. Aki oben??“ nuschelte ich an seinem Hals.
„Ja, ihm geht’s aber wieder etwas besser. Schlaf gut.“ Er küsste mir noch mal die Stirn, legte seinen Arm um meinen Körper und presste mich fest an sich. Kurz darauf war ich eingeschlafen.

50. Kapitel

Am nächsten Morgen wurde ich sehr unsanft aus meinen Träumen gerissen, als das blöde Teil von Wecker losging.
Ich quälte mich aus dem Bett, wo Lauri noch schön vor sich her träumte, holte mir Klamotten aus dem Schrank und ging ins Bad.
Ich stellte mich erstmal unter die Dusche um richtig wach zu werden, putze mir dann die Zähne und zog mich an. Ich legte nur ein leichtes Makeup auf und machte mir einen einfachen Pferdeschwanz.
Ich zog meine Schuhe an und nahm meine Tasche, ging zum Aufzug und fuhr runter.
Herr Halonen war heute auch wieder da, aber ich hatte gar keine Zeit, groß ein Gespräch anzufangen, denn ich musste Geschäftbriefe, Mahnung und andere Listen bearbeiten, bzw. schreiben. Als dann Majia mal bei mir reinschaute, bemerkte ich, dass es schon Mittagszeit war. Ich nahm meine Sachen, ging schnell zum Briefkasten, doch da war nur noch gewöhnliche Post drinne und fuhr hoch.
Aber von Lauri war keine Spur.
*Hmm, kann ich auch schlafen gehen!*
Ich legte mich hin und schlief sofort ein. Als ich gegen halb drei wieder erwachte, fühlte ich mich wie durch den Kakao gezogen. Ich frischte mich im Bad bisschen auf und fuhr wieder runter. Der Tag wollte irgendwie nicht vergehen und abends war ich wie erschlagen.
Als ich in meine Wohnung kam, stand auf meinem Couchtisch ein riesiger Strauß Rosen und ein Brief davor.
Er war von Lauri:
>>Hei Süße, sorry, aber wir sind mal auf Wohnungssuche gegangen, kommen gegen 8 wieder. Love & Kiss…Lauri<<

Ich musste grinsen, fand ich diese Geste doch süß. Ich ging in die Küche und bereitet Abendessen her, wusste ich doch, dass die Jungs dann Hunger haben würde. Als die Pizza fast fertig war, hörte ich, wie die Tür geöffnet wurde und 2 lachende Rasmusse eintraten.
„Das muss ich dir erzählen!!“ lachte Lauri, gab mir einen Kuss und setze sich auf einen Stuhl.
„Aki, der is ne Nuss!! Haben wir heute 3 Wohnungen angeschaut, geile Wohnungen und was sagt der Drops?? ‚Kann ich ned nehmen, liegen zu hoch, oder die Küche ist zu klein, das Bad hat kein Fenster…’ Anstatt sich erstmal überhaupt eine zu nehmen, mäkelt der an allem rum. Die Frau is bald gestorben, dann hat er bei der einen Wohnung übersehen, dass da ne Glastüre ist und rennt volle Kanne dagegen!! Ich musste so lachen, hab mir bald eingepisst. Nee, der is schlimmer als jede Frau, glaub mir!“
„Na ist doch so, ich muss mich ja auch wohl fühlen können!! Aber mal was anderes, was riecht denn hier so lecker??“ Aki setzte sich ebenfalls an den Tisch und beide sahen mich grinsend an.
„Ich habe Pizza gemacht. Und wegen der Wohnung, lass dir ruhig Zeit. In 2 Wochen fahrt ihr eh erstmal auf Tournee, danach kannst dir immer noch was suchen!!“ ich holte das Blech mit der Pizza raus und die 2 stürzten sich wie Idioten darauf. Als wir uns dann gesättigt hatten, erzählten wir noch bisschen und Aki ging dann auch wieder hoch zu Lauri. Wir beide gingen scheen in die Badewanne, wo ich sehen konnte, das die Verletzungen von Lauri langsam abheilten, zumindest die blauen Flecken verblassten. Er bestand auch darauf, keinen Verband mehr anzulegen. Mir sollte es recht sein.
„Ach Süße, wir haben am Freitag einen Gig, willste mitkommen??“
„Öhm, weiß noch nicht. Kommt drauf an, was meine Leute so machen. Wir müssen ja ned immer aufeinander hocken!!“ ich cremte Lauri ein und er schloss seine Augen um zu genießen.
„Hmm…“
„Was??“
„Mach weiter, fühlt sich gut an!!“ säuselte er und setze sich so, dass ich ihn besser massieren konnte.
„Das ist aber unfair, ständig massiere ich dich und du mich nie!!“ jammerte ich gespielt und wartete gespannt Lauris Reaktion ab.
„Hmm…kommt noch!!“ schnurrte er und seufzte noch mal genüsslich. Als es mir zu doof wurde, drückte ich ihm einen Kuss in den Nacken und ging ins Schlafzimmer.
„He, was ist mit deiner Massage??“ rief er lachend aus dem Bad.
„Ein anderes Mal, ich will jetzt pennen!!“ fies grinste ich in mich hinein. Ich hörte, wie er das Licht ausschaltete, genauso wie den CD-Player und in Schlafzimmer kam. Dort blieb er erstmal in der Türe stehen, bzw. er lehnte sich an den Rahmen an. Als ich mich drehte, erschrak ich total, der steht ja nackt dort!!! Nicht das er so schlecht aussieht, aber….
Ich ließ auch sofort meine Sachen, die ich aus dem Schrank holte fallen und fluchte leise vor mich hin, wobei ich bemerkte, dass ich doch leicht rot wurde. Lauri kicherte und kam zu mir.
„Also…steht dir gut, das rot!! Ich hab das Oel mitgebracht, also lege dich aufs Bett, ich habe es dir versprochen!!“ er zog mich sanft zum Bett, so dass ich keine andere Wahl hatte. Ich legte mich bäuchlings hin und schloss meine Augen als Lauri etwas Oel auftrug und mit sanften Bewegungen meinen Rücken massierte. Ich seufzte glücklich auf und nach einiger Zeit merkte ich, dass es mir dort, wo Lauri mich berührte verdammt heiß wurde, und ich mich schon gar nicht mehr entspannen konnte, weil ich Lauri anders spüren wollte. Ich drehte mich unter ihm langsam um und sah, dass er auch wieder diesen gewissen Blick drauf hatte. Ich lächelte leicht und fuhr ihm mit der Hand leicht über den Körper und diese gewisse Stelle. Als wenn es nur dieser Berührung benötigte, stand klein Lintu und wir küssten uns stürmisch. Genauso stürmisch liebten wir uns, wohl auch deshalb, weil Lauri in 2 Wochen fortfuhr und das für ganze 3 Monate.
Als wir erschöpft, aber glücklich nebeneinander lagen, fuhr Lauri mir geistsabwesend durch die Haare.
„Ich habe Angst!“
„Wovor??“ ich kuschele mich ganz fest an ihn und gab ihm einen leichten Kuss auf seine halbgeöffneten Lippen.
„Das du, wenn wir nicht da sind, dich in jemand anderes verlieben könntest!! Kannst du echt nicht mitkommen?? Ich will dich nicht verlieren!!“
„Wie kommst denn jetzt darauf?? Ich werde mich nicht neu verlieben, höchstens in dich. Und das mit auf Tourgehen weißt doch selbst. Ich habe hier meine Arbeit und es wäre nicht so gut, siehst doch was bei Tiina und Aki rausgekommen ist. Ich mache mir da eher Gedanken um dich!!“ sagte ich leise und sah in seine Augen, die mich ängstlich anschauten.
„Um mich brauchst dir auch keine Gedanken machen!“ er atmete erleichtert aus, gab mir eine zärtlichen Kuss und deckte uns zu.
Die restlichen Tage verliefen ereignislos, Aki suchte nach wie vor eine Wohnung und fand keine passende, Eva meldete sich komischerweise auch nicht und ich fieberte dem Wochenende entgegen, weil ich mich sooo auf meine Mädels freute.

51. Kapitel

Es war Freitagabend und ich rannte durch meine Wohnung wie ein Aufziehmännel. Lauri kicherte nur vor sich hin, und ich schmiss eines meiner Sofakissen nach ihm.
„Man, die kommen morgen früh gegen zehn, also beruhige dich wieder! Is ja schlimm mit dir. Komm lieber her, schließlich haben wir nur noch 2 Wochen und eine davon können wir ja nun nicht nutzen, wegen…“ sagte Lauri und zog mich aufs Sofa zu ihm.
„Hmm, ich kann nicht, ich muss was machen sonst drehe ich noch durch!!“
„Ich wüsste da schon was, was du machen könntest!! Hat mit Bett und mir zu tun, oder wir bleiben hier – ist bestimmt auch sehr bequem, meinst nicht??“ flüsterte er neben meinem Ohr.
„Hör mir auf, du kannst echt immer und überall oder wie??“ ich schaute ihn gespielt entsetzt an.
„Ja, du nicht??“ er knabberte mir sanft am Ohr „Außerdem muss ich diese eine Woche noch so gut wie es geht nutzen…ähm, wo schlafen eigentlich deine Freundinnen??“ fragend schaute er mich an.
„Na hier, wo denn sonst?? Ach, du meinst, wegen…?“
„Ja deswegen, schice…da können wir…da kann ich ja gar nimmer nackt durch die Wohnung laufen!! Am Besten ich penne da bei mir, aber…schice, müssen die echt morgen schon kommen und eine Woche hier bleiben?? Können die ned kommen, wenn ich eh ned dabin??“ enttäuscht sah Lauri mir in die Augen, weil ihm erst jetzt klar wurde, was das Bedeutet, wenn meine Freundinnen da sind. Ich schaute ihn sanft an, zog seinen Kopf zu mir und küsste ihn. Wir sprachen erstmal nix, weil wir diesen Moment genießen wollten, Zeit zum Reden würden wir noch genug haben.
Als wir wieder auf dem Boden der Tatsachen ankamen, kuschelte ich mich sanft an Lauri.
„Du wirst das schon überstehen, diese eine Woche. Du musst eh mit deinen Jungs für eure Promotour noch üben und ich glaube, ein paar Interviews müsst ihr auch noch geben. Ich muss eh arbeiten und danach werde ich mit Natalie und Sabrina abhängen. Ab und an sind wohl Claudi und so noch mit dabei, aber ich will den Beiden meine Heimatstadt zeigen. Außerdem hast du noch Aki, der braucht dich vielleicht auch??“
„Ja, ich weiß!“ stöhnte er und strich mir sanft über den Arm. „Ich will noch gar nicht daran denken, all diese Teeniezeitungen und die Radiosender, die eh nur in deinem Leben rumwühlen um dann irgendwelche Storys hervorzaubern, die nicht stimmen! Und Aki, ja ich glaub der braucht mich echt…aber ich brauche dich doch auch!!“ seufzte er.
„Ja, ich weiß, aber das müssen wir auch lernen. Wir können nicht ständig aufeinander hocken!! Und jetzt komm, lass uns zu Aki hochgehen, mal schauen was er macht.“ Ich stand auf, zog mich an und ging zur Tür. Lauri folgte mir langsam, ich sah, dass er mit meiner Antwort nicht einverstanden war.
Aki öffnete uns mit einem bekümmerten Gesicht und als ich ihn umarmte, merkte ich, dass er geweint hatte, denn er atmete noch unregelmäßig.
„Hei Großer, was ist los?? Red mit mir!“ forderte ich ihn sanft auf, als wir uns auf das Sofa setzten. Lauri schaute ihn mitfühlend an, sagte aber nix.
„Sie hat gerade bei mir angerufen und gesagt, dass ich bis zum Sonntag meine Sachen geholt haben soll, ihr Typ will bei ihr mit einziehen!! Sie wirft 3 Jahre einfach so mal weg!! Ich versteh das nicht!!“ ich zog ihn in meine Arme und er weinte.
Als er sich soweit gefangen hatte, reicht ich ihm ein Taschentuch und nahm seine Brille, damit er sich seine Nase schnäuzen konnte und die Tränen aus den Augen wischen. Sie funkelten wie kleine, tiefe Bergseen.
„Soll ich dir helfen, das Zeug zu holen?? Lauri kann ja nicht viel tragen!“ fragte ich ihn sanft und ich merkte, wie Lauri sich neben mir versteifte.
*Er wird jetzt doch wohl nicht noch auf Aki eifersüchtig??*
„Nee, lass mal, ich hab schon eine Firma angerufen, die mein Zeug transportieren, dafür ist es gut, dass man bekannt ist. Aber es tut so verdammt weh!!“
Lauri setzte sich auf die andere Seite von Aki und nahm ihn nun seinerseits in den Arm. Ich stand auf, gab Lauri einen dicken Kuss und Aki einen auf die Stirn und ging zu mir. Ich konnte hier nix ausrichten, dazu kannte ich Tiina zuwenig.
Bei mir angekommen ließ ich mir die Badewanne einlaufen und legte Linkin Park rein und stieg genüsslich in die Wanne. Nachdem ich fast eingeschlafen wäre und meine Haut schon anfing einzuschrumpeln, ging ich wieder raus, trocknete mich ab, cremte mich ein und zog mir Haussachen an. Ich ging schnell mit dem Staubsauger durch meine Wohnung, bereitete für meine 2 Freundinnen die Bettsachen vor, überprüfte die Vorräte und schrieb dann Lauri noch eine Nachricht, dass ich ihn liebe und vermisse. Danach ging ich ins Bett, weil ich ja schon gegen 9 aufstehen musste.

52. Kapitel

Ich war so aufgeregt, dass ich schon vor meinem Wecker wach war. Als ich mich drehte, stieß ich plötzlich gegen Lauri.
*Nanu, wann und warum ist er hier??*
Ich genoss seine Wärme, weckte ihn aber nicht, weil er so süß aussieht, wenn er schläft, wie ein Baby. Ich fuhr leicht die Konturen seines Gesichtes nach, über seine kleine Stupsnase und seine Lippen. Er wachte davon nicht auf. Als mein Wecker anfing mit piepsen, schaltete ich ihn aus, stand leise auf, gab Lauri einen Kuss auf die Lippen und ging in die Küche um mir Kaffee aufzusetzen. Dann ging ich ins Bad um meine Zähne zu putzen und mich anzuziehen uns zu schminken. Als ich fertig war, trank ich schnell eine Tasse Kaffee, nahm meine Tasche, meinen Mantel und fuhr in die Tiefgarage. Dort stieg ich schnell in mein Auto und sah mal so nebenbei Akis Ferrari daneben stehen. Ich kämpfte mich durch den allmorgendlichen Verkehr Helsinkis durch und am Flughafen musst ich mir auch noch einen Parkplatz suchen, so dass ich erst kurz vor 10 Uhr die Halle betreten konnte. Ich schaute kurz auf die Anzeigetafel und ging dann zu dem angegebenen Ausgang.
Endlich sah ich die ersten Passagiere kommen und nun wurde ich aufgeregt, als ich plötzlich von hinten umschlungen wurde,
„Warum hast du mich nicht geweckt?? Ich bin doch dein Freund!!“ sagte Lauri und küsste mich. Er sah lustig aus, die Wollmütze und seine Brille ließen ihn ziemlich, naja sagen wir mal so, ungewöhnlich aussehen.
„Du hast noch schön geschlafen…aber das klären wir dann, dort sind Natalie und Saby!“ ich winkte den Beiden aufgeregt zu, lief freudestrahlend zu ihnen und wir knuddelten uns erstmal so richtig dolle. Lauri hielt sich die ganze Zeit dezent im Hintergrund und als meine Freundinnen ihn begrüßten, war es, als ob sie sich auch schon ewig und drei Tage kennen. Wir liefen dann zur Gepäckannahme holten ihre Koffer und quasselten die ganze Zeit. Als wir dann vor dem Flughafengebäude standen, sah ich Lauri fragend an.
„Wie bist du eigentlich so schnell hierher gekommen??“ Er zeigte mit seinem Finger auf den roten Ferrari von Aki, der im Halteverbot stand. Ich musste lachen. Ich stellte ihn meinen Mädels vor und dann luden wir die Koffer in mein Auto. Lauri fuhr wieder bei Aki mit und ich konnte mich das 1mal so richtig ungestört mit meinen beiden Freundinnen unterhalten.
„Und nun sag mal, wie es kommt, dass Alex Schluss gemacht hat?? Versteh ich ned so ganz, ihr ward doch beide glücklich!!“ ich weiß, ein Elefant im Porzellanladen ist nix dagegen.
„Hmm, er war dienstlich unterwegs und da musste er mit einer Kollegin fahren und ja, jetzt isser halt mit ihr zusammen!!! Was soll ich da noch weiter sagen?? Aber wie kommt es, dass du wieder mit Lauri zusammen bist?? Ist ja viel passiert in den 2 Wochen seitdem du hier bist.“ So ist Natalie, über ihr eigenes Leben schweigt sie sich meist aus.
„Hmm, das erzähle ich euch beim Pott Cappuccino, ist echt eine laaaange Geschichte!! Und Saby, was ist bei dir so passiert in letzter Zeit??“ ich drehte mich zu dem ruhigen, blonden Mädchen neben mir.
„Nix, ich bin noch mit Daffy zusammen, wir fliegen demnächst nach Irland und machen Urlaub. Sonst, naja doch, wir sind zusammengezogen und ich Arbeite jetzt bei uns am Krankenhaus.“
„He, das freut mich zu hören. Natalie, wer wohnt eigentlich alles noch in der WG?“ das schwarzhaarige Mädchen hinter mir fing an zu lachen und erzählte mir die neuesten Stories aus der WG. Ich musste noch immer lachen, als wir in die Tiefgarage fuhren. Aki und Lauri waren schon da, kein Wunder, so wie Aki fährt (wenn man das noch als Fahren gelten lassen kann). Wir fuhren mit dem Aufzug zu mir (gelobe sei der Erfinder dieses Teils) und setzen uns gemütlich in die Küche, Lauri war bei Aki/sich. Wir unterhielten uns stundenlang, dazwischen aßen wir Mittag und ich zeigte ihnen meine Wohnung. Ich wies sie auch gleich daraufhin, dass es passieren kann, dass hier einige Kreischies vor der Türe ständen, vor allem wenn rauskommt, dass Aki hier mit wohnt. Nachmittags gingen wir bisschen im Hafen spazieren und ich zeigte ihnen meine Lieblingsplätze dort, erzählte Anekdoten und wir mussten viel lachen. Als wir wieder bei mir ankamen, rief ich kurz Lauri an um ihn zu fragen, wann wir zusammen ins Nosturi fahren würden und danach noch Claudi, weil ich wusste, dass sie bald vor Neugier platzen würde. Wir verabredeten uns für acht am Eingang.
Wir aßen noch gemütlich zu Abend und stylten uns dann fürs Nosturi. Meine beiden Mädels waren aufgeregter als ich, und mir viel ein, dass ich ihnen noch sagen musste, das ich kurz nicht bei ihnen sein könnte, doch das störte sie nicht. Als wir dann soweit waren, klingelte es auch schon an der Tür und die Jungs standen davor. Zusammen liefen wir zum Nosturi, is ja auch nicht kalt im Herbst *brrr. Ich hielt mit Lauri Händchen und versuchte so gut es ging, alle in ein Gespräch zu verwickeln, doch Aki war mit seinen Gedanken am Ende der Welt und Saby und Nata verstanden kein finnisch. Beim Nosturi angekommen, sah ich auch schon Claudi mit Luisa aufgeregt wartend. Sie begrüßten meine deutschen Freundinnen etwas verhalten, was ich zuckersüß fand. Wir gingen rein und setzten uns in den VIP-Bereich. Wir tranken alle erstmal was Alkoholfreies und erzählten über belanglose Dinge. Ich spürte, wie Lauri immer nervöser wurde und nahm seine Hand, die eiskalt war. Ich strich sachte drüber und er entspannte sich langsam wieder.
Kurze zeit später traf auch Jonne mit Antti und Christus ein und wir 3 verzogen uns erstmal. Ich hatte schu Bammel, einerseits, was bei dem Gespräch rauskommen würde, andererseits, was am Tisch passieren würde.

53. Kapitel

Lauri hielt sich an mir fest und ich merkte, dass er zitterte. Naja, ich hatte auch Angst, aber Jonne sah nicht viel besser aus. Am Anfang saßen wir uns in dem Proberaum von TR nur gegenüber und sagten kein Wort. Jeder zog nervös an seiner Zigarette. Irgendwann wurde diese Stille von Jonne unterbrochen.
„Ja…also…es tut…es tut mir…es tut mir echt leid!“
+Klatsch+ - er hatte die Erste von mir sitzen. Er fiel, weil er darauf nicht vorbereitet war, rücklings und lag nun am Schlagzeug von Aki gelehnt da und sah mich entgeistert an.
„Was…was bitte schön, hat dich damals geritten, ihm…“ damit zeigte ich auf Lauri, der wie versteinert dasaß, „ ihm DAS anzutun?? Geht’s noch?? Ich sag ja nix dagegen, wenn ihr euch eins in die Fresse haut, aber gegen jemanden, der wehrlos am Boden liegt, latscht man nicht!!“ ich schnauzte Jonne an, ließ meinen ganzen Frust an ihm aus.
Dieser rappelte sich auf, stellte sich vor mich, so dass ich nach oben schauen musste, und sah mich lange an.
„Ich sagte doch schon, dass es mir Leid tut, und ich werde auch für die Kosten aufkommen!!“
„Und, das beantwortet meine Frage nicht!!“
„Ich weiß doch auch nicht…ich war so sauer, dass er dauernd die geilsten Weiber abbekommt…man, ich dachte echt, dass das zwischen uns was werden könnte!! Aber wahrscheinlich bist du auch so ne…“ weiter kam er nicht, denn er hatte den Nächsten von mir sitzen.
„Überlege DIR gut, was DU jetzt sagst!!!“ knurrte ich ihn an.
Lauri konnte nur einen erstickten Laut von sich geben, so perplex war er.
„Ich habe dir NIE in irgendeiner Hinsicht Hoffnungen gemacht, auch nicht damals auf dem Balkon, wo wir uns rumgebissen haben!! Und wage es ja nicht, mich Bitch oder so zu nennen!!“ ich stand, wie ein kleiner Kampfzwerg, Jonne gegenüber, und wenn es nicht mich und meinen Freund betroffen hätte, hätte ich wahrscheinlich gelacht.
„Nein, das wollte ich nicht sagen, ich wollte sagen, dass du wahrscheinlich auch eine von denen bist, die sich nur einmal verlieben kann. Weißt wie ich es meine??“ er sah mich aus seinen grün-blauen Augen an.
„Und du, du kannst echt stolz auf deine Freundin sein! Sie hat nen ganz schönen Schlag drauf!“ sagte Jonne an Lauri gewandt und wischte sich das Blut von den Lippen.
Wieder saßen wir da und keiner sagte etwas, bis sich das Lachen, was ich die ganze Zeit unterdrückt hatte, einen Weg bahnte und ich auf dem Boden knien musste. Erst sahen mich beide entgeistert an und vielen dann doch ein.
„Man, wenn wir das immer so klären würden, hätten die Krankenhäuser nie Freizeit!!“ kicherte ich vor mich hin. Auch Lauri und Jonne konnten nicht mehr und als wir uns beruhigt hatten, drückten wir uns gegenseitig. Damit war die Sache gegessen.
Halt, nein, der Salmiakki auf Freundschaft fehlte noch und Lauri zog eine Flasche aus dem Kühlschrank. Nach 3 Gläsern war dann alles endgültig geklärt und wir gingen zu den anderen zurück.
Wir drei grinsten von einem Ohr zum anderen und setzten uns hin. Alle sahen uns erwartungsvoll an und als ich meine Hand auf den Tisch legte, bekamen meine Mädels nen Schrecken und Aki kippte weg. (Plumps, wech war er unter der Bank!!)Ich sah auf meine Hand und musste lachen, die war noch mit Jonnes Blut beschmiert.
Claudi zog mich erstmal ins Klo wo ich meine Hand waschen konnte, ich musste noch immer wegen Aki lachen, das sah aber auch zu göttlich aus, wie wenn ein Baum gefällt wird.
Als wir zurück zum Tisch gingen, sah ich, dass es Aki wieder gut ging, nur etwas blass um die Nase war er. Lauri und ich sahen uns an und mussten kichern, was uns ein *hmpf von Aki einbrachte, aber dann lachte er und die anderen mit. Es wurde ein wunderschöner Abend, auch meine Mädels tauten auf und ich merkte, das…

54. Kapitel

…ich nix mehr vertrag!!
Nachdem wir zusammen bestimmt bald 3 Flaschen Salmiakki geleert haben, sieht Aki aus wie Rudolph, nur das er eine rote Birne hat anstatt einer roten Nase, Jonne kichert wie ein Mädchen und hängt an Christus, Lauri hatte auch zu tun, sich normal zu artikulieren und ich?? Naja ich versuchte mich in einem Deutsch-Englisch-Finnisch-Wirrwarr mit meinen Freunden zu unterhalten.
„Also, so breit hab ich dich noch nie erlebt Bibbi!“ sagte Saby vorwurfsvoll an mich gewandt.
„Dasch üsch allesch Laurisch Schuld!! Üsch trinke schonscht nüsch *hix…isch bin schonscht ümmer nüschtärn!! Frag Aggü, der weisch desch auch!!“ ich hatte zu tun, gerade zu sitzen und rauszufinden, wer von den drei Köpfen mir gegenüber Sabrina war. Natalie war nur am kichern.
„Üsch weisch nüscht!!“ lallte Aki und hatte zu tun sich zu halten.
Lauri kicherte und versucht aufzustehen, blieb dabei mit seinem Fuß am Tisch hängen und fiel der Kürze nach hin. Ich musste lachen, was mir einen bösen Blick seinerseits einhandelte. Ich war aber einfach zu besoffen um ihm jetzt irgendwie zu helfen, meinem kleinen Käfer dort unten. Aki bemühte sich und half ihm hoch.
Wir beschlossen dann auch langsam heimwärts zu torkeln und packten unsere Sachen.
Als wir an die frische Luft kamen, dachte ich, ich muss sterben. So sehr hat sich die Welt noch nicht gedreht!! Ich hakte mich bei Lauri und Aki unter und wir versuchten einen halbwegs gleichmäßigen Schritt zu bekommen. War aber irgendwie ein Ding der Unmöglichkeit. Claudi, Nata, Luisa und Saby lachten sich über uns tot und schossen mit der Digicam pausenlos Fotos, wenn es uns mal wieder hingesetzt hatte. Als wir dann, nach einer endlosen Zeit endlich vor unserer Haustür standen verabschiedete ich mich noch bei Claudi und Luisa mit einer Umarmung und folgte den anderen ins Haus. Ich gab Nata und Saby den Schlüssel, weil wir alle nicht in den Fahrstuhl gepasst hätten und sie fuhren schon mal vor. Wir standen daweile sinnlos rum und bealberten uns über irgendwelche Dinge, als Lauri mich zu sich ranzog und mir einen feuchten Kuss gab.
„He, üsch wüll auch mal!!“ klagte Aki und ich sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an.
„Wasch wüllscht du?? Lauri küschen??“ ich kicherte.
„Nein!! Düsch!!“ ich starrte ihn nur ungläubig an und Lauri fing an mit lachen.
„Müsch hat er schu geküscht…aber du darfscht gerne mal!!“ lallte er zu Aki und ehe ich mich versah, hatte ich Akis Lippen auf meinen. *OMG*
Und schon kam der Aufzug…wir stiegen ein und ich war noch mehr verwirrt als vorher. *Hat mir der Kuss jetzt gefallen dürfen?? Hätte das überhaupt passieren dürfen?* ich sah Lauri an, doch der schien schon fast zu schlafen und als ich Aki ansah, merkte ich, das er sich genauso zu fragen scheint. Kurz bevor wir ankamen spürte ich seine Lippen noch mal auf meinen und ich musste mich an ihm festhalten, sonst wäre ich gestürzt. *Nein!! Nein!! Das darf nicht sein!!*
Bei mir angekommen stieg ich aus und Lauri folgte mir, während Aki noch eine Etage höher fuhr. Wir gingen zu mir, die Mädels bauten das Sofa auf, Lauri ging daweile ins Bad und ich…ja ich hing diesen bösen Gedanken nach. Als Lauri fertig war, murmelte er nur was von wegen gute Nacht und verschwand im Bett. Ich erzählte, zumindest versuchte ich es, mit meinen Mädchen und ging dann auch ins Bad und ins Bett. Dort lag Lauri und wartete auf mich.
Er lächelte und hob die Decke an, so dass ich drunterkriechen konnte.
„Es war von einem die Rede und nicht von 2!!“ nuschelte er, bevor er einschlief.
*Na toll…schice, was mach ich jetzt?? Ich liebe doch Lauri, aber Aki hat ihn mir auch ein Saite angezupft, die nach mehr von ihm schreit!!*
Ich kuschelte mich an Lauri und schloss die Augen. Sein ruhiger Atem lullte mich mit der Zeit ebenfalls ein und ich folgte ihm ins Traumland.

55. Kapitel

Irgendwann wurde ich am nächsten Morgen von Lauri durch ein Kitzeln geweckt.
„Hmm, nee, lass mal…bin noch zu müde!!!“ nuschelte ich und drehte mich weg.
„Ich würde ja gerne mit dir im Bett bleiben, aber ich glaube, dein Besuch wäre nicht so erfreut!“ kicherte er.
„OMG!! Schice, die hab ich ja voll vergessen!“ ich sprang auf, nur um gleich wieder zurück ins Bett zu sinken. Mir drehte sich alles!! *Wer auch immer auf den Text ‚Die Welt steht still’ kam, hat noch nie richtig gesoffen!!!*
„Hihihi, verträgst wohl echt nix!!!“ lachte sich Lauri schlapp und ich schaute ihn böse an.
„Hahaha!“ war alles was ich sagen konnte und ich versuchte es diesesmal mit Langsamaufstehen.
„Was war das eigentlich gestern mit Aki?“ fragte mich Lauri, als ich in meinen Jogginganzug schlüpfte. Ich wäre vor Schreck beinah nach hinten gefallen.
„Wie mit Aki??“ ich tat auf die ich-nix-wissen-Tour und hoffte, dass mein rotes Gesicht mich nicht verraten würde.
„Na, weißt du es nimmer?? Ihr habt euch geküsst!!“ polterte er los. *Oooops*
„Also, ich weiß es wirklich nicht, kann mich gar nicht an irgendwas erinnern!“ ich drehe mich zum Schrank, damit ich ihn nicht ansehen musste. *Schice!!*
„Hmm, ach is auch egal, aber damit dir klar ist, noch mal nicht!!“ knurrte er, bevor er zur Tür raus und auf den Balkon ging.
*Schöner Scheiß, was kann ich denn dafür?? Warum Aki, warum ich??*
Ich rappelte mich zusammen und ging zu meinen Mädchen, die schon in der Küche saßen und Frühstück vorbereiten.
„Morgen!“ nuschelte ich und verschwand mit einem Lachen von beiden begleitet im Bad. Dort ließ ich kaltes Wasser auf meinen Kopf rieseln, damit ich wieder klar werde.
„Ich liebe Lauri, Aki ist nur ein guter Freund für mich!!“ sagte ich wie einen Reim immer wieder vor mich her. Vielleicht sollte ich es auch mal mit Yoga versuchen!!
Als ich soweit wieder alltagstauglich war, ging ich zu den Beiden in de Küche und sah, das Lauri auch schon seinen Kaffee trank. Ich gab ihn einem Kuss und flüsterte ihm eine „Schuldigung“ ins Ohr, woraufhin er mich fest umarmte und sagte „Bin selbst Schuld, habe es ja zugelassen!!“
„So ihr beiden, wollt ihr dann die Bilder von gestern anschauen?? Die sind echt der Hammer!“ sagte Saby und Nata musste wieder kichern.
„Ok, aber nicht ohne Aki!“ meinte Lauri und ich sah ihn fragend von der Seite an.
„Na, er war ja auch mit dabei…“ murmelte er, während er herzhaft in sein Brötchen biss.
„Dann kann ich gleich alle einladen und wir schauen uns das an, wie ich Saby kenne, hat sie auch Videos gedreht!!“ lächelte ich ihn an.
„Wie, was?? Video?? Schice…nee oder??“ ihm viel fast das Essen aus dem Gesicht und ich musste lachen.
„Na aber logisch!! Ich mache immer Videos von Parties!!“ kicherte Saby und Nata musste auch lachen.
„Ok, wenns sein muss…schice, das sind doch Beweise!!“ fluchte Lauri, doch nun gab es kein Zurück. Ich schrieb Jonne, Claudi, Luisa und Aki eine Sims, dass sie gegen sieben bei mir sein sollten. Dann ging ich ins Schlafzimmer und zog mir normale Sachen an, denn wir wollten spazieren gehen. Na gut, Lauri ned *Weiberkram*, der ging lieber hoch zu Aki um ihn zu nerven.
Wir liefen ca. 2h durch den Park und Helsinki, tranken in einem kleinen gemütlichen Café Cappuccino und unterhielten uns über Gott und die Welt.
„Sach mal, was is da eigentlich gessan zwischen dir und Aki gelaufen?? Ihr habt euch dauernd Blicke zugeworfen, wo man denken könnte, ihr fahrt aufeinander ab!“ fragte mich Natalie geradeheraus.
„Bitte??“ ich schluckte schnell den Cappuccino runter, sonst hätte ich mich vollgekleckert.
„Na, schon seit du vom Klo wiederkamst, als Aki ohnmächtig wurde. Da habt ihr euch immer wieder so Blicke zugeworfen!! Oder hab ich da was gesehen, was nicht da war??“ Nata sah mich durchdringend an.
„Nee, das bildeste dir nur ein, ich bin doch mit Lauri zusammen und ich liebe ihn!!“ sagte ich rasch.
„Naja, wie gesagt ich wollte nur mal fragen…!“
„Stehst wohl auf ihn??“ kicherte ich.
„Nein…nee, der is ned mein Typ, sorry!“ sagte Natalie und ich wusste, dass es die Wahrheit ist.
Nachdem wir bezahlt hatten gingen wir gemütlichen Schrittes zu mir und kurz darauf kamen dann auch schon die Leutz von gestern - Jonne sah lustig aus mit seiner geschwollen Lippe, Antii und Christus hatten noch/wieder einen in der Krone, Pauli sah aus wie gerade aus dem Bett gefallen und Aki…den sah ich lieber nicht an. Wir tranken alle ein Bier und lachten uns über die Bilder und das Video, welches Lauri bei seinem Sturz zeigte, nur so kaputt, dass ich schon richtige Bauchschmerzen hatte. Irgendwann kam ein Bild, was mich mit Aki zeigte, auf dem wir uns einen verdammt vielsagenden Blick zuwarfen. *OMG*, ich spürte, wie sich Lauri neben mir verkrampfte und dann aufstand. Ich folgte ihm auf den Balkon und stellte mich neben ihn.
„Sags jetzt, bitte!!“ flüsterte er kaum hörbar, doch ich merkte an seinem Zucken, dass er zu tun hatte, seine Tränen zurückzuhalten.
„Ich liebe dich, mit Aki ist nix, ehrlich…weiß gar nicht, wie diese Bilder zustande kommen!! Hei, glaubst du echt ich mach mich hier wegen dir kaputt, bin wieder mit dir zusammen, glücklich, und dann fang ich was mit deinem Besten Freund an?? Also bitte!! Es gibt für mich nur einen Lauri Ylönen im Leben!!“ ich nahm sein Gesicht in meine Hände, so dass er mich anschauen musste und küsste ihn. Erst kam keine Reaktion, doch dann drückte er mich fest und küsste mich stürmisch. Ich schmeckte seine Tränen, doch das war mir egal.
„Nie…tu mir DAS nie an!! Red mit mir oder was auch immer, but don´t hurt me…“ schnieft er und ich vernahm hinter uns ein Räuspern.

56. Kapitel

Als wir uns umdrehten stand Jonne da.
„Ähm ja, wir wollten jetzt wieder los, müssen Schlaf nachholen und so…ich hoffe ihr habt nix dagegen. Claudi und…wie hieß sie noch mal?? Ach ja, Luisa,… die kommen auch gleich mit!!“ grinste er.
*Hahaha, und morgen kommt der Nikolaus!!*
„Ok, bis bald…“sagte ich, drückte ihn kurz und ging hinein, damit ich meinen anderen Freundinnen Ciao sagen konnte. Antii und Christus waren auch schon fertig angezogen und standen im Flur, als Pauli kam und sagte, er würde auch gleich mit abschwirren. Ich verabschiedete mich von allen und ging dann wieder zu den anderen. Mittlerweile schienen sie sich so halbwegs verständigen können, doch ab und an musste ich doch über die drei lachen. Nur Lauri hing seinen Gedanken nach.
„He, Huhu, aufwachen!“ Aki wedelte mit seinen Armen vor Lauris Gesicht, der daraufhin leicht erschrocken hochfuhr.
„Was ist denn los mit dir??“
„Ach nix…kann jetzt nicht darüber reden!“ war die Antwort von Lauri und ich schaute ihn fragend an, doch er schüttelte nur mit dem Kopf. Als ich den Kopf hob, sah ich Aki direkt in die Augen und wandte schnell meinen Kopf zu Saby, die von ihrem Daffy schwärmte.
„Jetzt komm mal mit Lintu, ich glaub wir ham was zu klären!“ forderte Aki Lauri auf und sie gingen auf den Balkon.
Ich seufzte leise auf und Nata setzte sich zu mir und nahm mich in den Arm.
„Das wird schon wieder, glaub mir…lass ihn erstmal!“ sachte strich sie mir über den Kopf.
„Man, ich hab mir das anders vorgestellt. Ihr solltet Spaß haben und ned meine Kummerkastentanten spielen…sorry!“
„Passt scho!! Sind doch einiges von dir gewohnt!! Aber wir wissen jetzt mit Sicherheit, dass ihr euch liebt, man spürt die Energie. Glaub ruhig Nata, des wird wieder…und das mit Aki, dass würde ich als Unfall abhaken.“
Ich musste wider Willen lachen…Aki und der Unfallkuss…naja, gut, war ja eigentlich nix dabei…schließlich haben sie sich auch schon geküsst. Als mir das einfiel konnte ich mich nimmer halten. Saby und Nata schauten mich entgeistert an, doch das konnte ich ihnen ned sagen. Als ich mich wieder beruhigt hatte, kam Lauri rein und sagte ich soll mal mit rauskommen.
Ich stand langsam auf, warf einen flehenden Blick zu den Mädels doch sie deuteten nur auf die Tür. Wieder seufzte ich leise und ging dann raus. Verdammt ist es kalt geworden, haben doch erst September!!
„Also, was ist??“ fragte ich die beiden und umschlang meinen Körper.
„Es tut mir leid wegen gestern, war wohl eifersüchtig auf Lauri…und da wollte ich halt…naja, ich musste dich küssen, weil ich auch etwas Zuneigung haben wollte. Sorry…ich mag dich, doch du bist die Freundin meines besten Kumpels…es kommt nie wieder vor!“ stammelte Aki und ich musste lächeln.
„Na, ist doch ok…war vielleicht unser aller Schuld!!“ wir drückten uns noch mal alle zusammen, dann nahm mich Lauri an die Hand und Aki ging rein.
„Ich liebe Dich!“ flüsterte er an meinem Ohr und mir rieselten kleine Schauer der Erregung den Rücken hinab.
„Ich liebe dich auch!“ wir küssten uns sanft und seine Zunge umfuhr sachte meine Lippen. Ich stieß sanft mit meiner Zunge gegen seine und wir verloren uns wieder in einem nicht enden wollenden Kuss. Als es uns beiden zu kalt wurde gingen wir wieder rein.
Dort saßen die drei und unterhielten sich über Gott und die Welt. Wir ließen uns aufs Sofa fallen und beteiligten uns am Gespräch.
Gegen zehn verließ uns Aki und auch Lauri ging mit hoch, weil er dann doch nicht am nächsten Morgen alleine mit den Mädels sein wollte.
Wir Mädels laberten noch ne Weile und dann verzog ich mich in mein großes Bett. Es war so richtig kalt ohne Lauri *schnüff.
Am Morgen stand ich dann ziemlich genervt und traurig auf und ging nach einem gemeinsamen Frühstück mit den Mädels auf Arbeit, während sie Helsinki entdecken gingen.

56. Kapitel

Der Arbeitstag zog sich lange hin, weil Herr Halonen viel Post für Espoo mitgebracht hatte, so konnte ich noch nichemal richtig Pause machen. Lauri war darüber überhaupt nich begeistert und ging mit Aki wieder auf Wohnungssuche. Majia erzählte mir von ihrem Wochenende und ich ihr von meinem, natürlich ließ ich gewisse Parts außen vor, aber lachen mussten wir doch. Saby und Natalie kamen auch mal ins Geschäft, nur leider konnte ich nicht solange mit ihnen reden. Als der Tag endlich rum war, stand vor dem Hintereingang Lauri und umarmte mich stürmisch.
„He, du hast mir auch gefehlt, aber lass mich bitte am Leben!!“ lachte ich.
„Los komm, draußen warten Aki und deine Mädels, wir wollen Essen gehen. Pauli kommt auch noch, ich glaub, der hat sich in Natalie verguggt!!“ kicherte er und zog mich zu Akis Auto, während er zu Pauli ins Auto stieg.
Ich begrüßte alle drei und wir fuhren los. Es ging außerhalb Helsinkis, da gab es ein kleines schickes Restaurante. Wir bestellten uns jeder was Feines. Lauri nahm die vegetarische Platte, Aki nahm sich Steak mit Pommes, Natalie bestellte sich was mit Hähnchen, Pauli das Gleiche, Saby nahm sich was mit Seelachs und ich bestellte mir überbackene Muscheln. Dazu tranken wir Wein und unterhielten uns angeregt. Nebenbei beobachtete ich Pauli und Lauri hatte Recht, er steht auf Natalie. Wir sahen uns an und mussten lächeln. Aki fragte Saby nach ihren Plänen wegen Irland und war beeindruckt, aber ich sah ihm an, dass er auch traurig war. Warum?? Ich kuschelte mich an Lauri und wir unterhielten uns leise darüber, was Aki wohl haben könnte und wie sehr wir uns vermisst haben. Als unsere Essen kam, unterhielten wir uns nur noch wenig, aber jeder versuchte mal bei jedem zu kosten. Meine Muscheln schmeckten nicht allen, nur Lauri probierte öfters. Als wir nach ner guten dreiviertel Stunde fertig waren mit Essen, dachte ich, ich muss platzen. Lauri streichelte sanft meinen Bauch, was die anderen wieder falsch auffassten.
„Bibbi, bist du etwa…?“ fragte mich Saby.
„Nein, ich bin nur vollgefuttert!“ lachte ich uns sah kurz zu Aki, der einen leicht benebelten Blick hatte.
„Aki, alles ok??“
„Um ehrlich zu sein – nein! Aber das wird wieder!“ er sprach sehr leise, so dass ich zu tun hatte, ihn zu verstehen.
Lauri nahm meine Hand und drückte sie kurz und als ich ihn daraufhin ansah, schüttelte er leicht den Kopf. Ich zog eine Augenbraue hoch und er nickte leicht. Er wusste also was los ist. Man, und ich bin doch so neugierig!!
Pauli frage unterdessen Natalie über ihr Leben aus und ich sah, dass auch sie von ihm angetan war, obwohl er ja nun gar nicht ihr Typ ist. Aber sie hatten wohl doch einiges entdecken können, was sie gemeinsam haben, denn ab und an lachten sie. Später am Abend fuhren wir dann wieder zurück, wobei Natalie diesesmal bei Pauli mitfuhr. Ich setze mich mit Lauri in den Fond von Akis Wagen und kuschelten miteinander.
„Aki, die Straße ist nach vorne und nicht im Rückspiegel!“ ermahnte Lauri Aki leise. Was mich wieder dazu veranlasste genauer hinzuschauen. Und tatsächlich, Aki sah einmal mehr in den Rückspiegel und als sich unsere Blicke mal begegnete, blitze es kurz in seinen Augen auf. Nun war ich endgültig durch den Wind, wollte wissen was mit ihm ist. Aber ich konnte ihn jetzt nicht fragen. Ich lehnte mich wieder an Lauri, seufze leise und spiele mit seinen Nackenhaaren. Ich beugte mich zu ihm und flüsterte in sein Ohr: „Ich liebe Dich!“
Er zog mich zu sich ran und presste mir fest seine Lippen auf den Mund. Als ich ihn umarmte, was in einem Auto ned gut geht, merkte ich, dass er wieder zitterte. *Also stimmt hier was ganz und gar nicht!!!*
„Was ist los??“ fragte ich ihn leise.
„Ich kann jetzt nicht darüber reden, ich bin mir nicht sicher! Bitte, dränge nicht weiter!!“ er schloss die Augen und lehnte sich an mich.
Ich saß da wie bestellt und nicht abgeholt und hing meinen Gedanken nach. Saby war eingeschlafen und hing zusammengesunken auf dem Beifahrersitz.
Als ich kurz in den Rückspiegel schaute, sah ich wieder, dass Aki mich beobachtete. Und wieder hatte ich dieses Gefühl in meiner Magengegend. Als wir endlich bei uns ankamen und aussteigen konnten, weckte ich Saby, diese stand völlig schlaftrunken auf und wir gingen zum Fahrstuhl. Natalie hatte den Ersatzschlüssel bekommen, falls sie schneller sein sollten.
Ich fuhr mit Saby schon mal vor, den ich merkte, dass Lauri mit Aki reden wollte. Oben angekommen baute ich schnell das Sofa auf und Saby verschwand im Bad. Nachdem sie sich bereits hingelegt hatte, kam auch Natalie mit einem Grinsen im Gesicht. Von Aki und Lauri war keine Spur, so dass ich beschloss, über die Feuerleiter hochzugehen. Als ich fast auf der letzen Stufe stand, hörte ich, wie Lauri und Aki sich stritten. *Oje*

57. Kapitel

„Ich würde da jetzt nicht reingehen. Ist ziemlich ungünstiger Zeitpunkt!“ hörte ich es rechts neben mir sagen. Ich fuhr erschrocken zusammen.
„Mensch Pauli, willst du, dass ich sterbe?? Was ist denn los zwischen den Beiden??“ ich setzte mich zu ihm und zündete mir eine Zigarette an.
„Es ist wegen dir, soviel habe ich mitbekommen. Aki muss sich wohl in dich verguggt haben…naja und du kennst Lauri, ihm ist es dann egal wer das ist, du bist schließlich seine Braut. Also streiten die sich jetzt schu seit knapp 10 Minuten, aber glaub mir, die haben sich gleich wieder lieb! Ist nicht das erste Mal das sie sich wegen Weibern streiten!“ grinste er mich an.
„Man, das sind echt 2 Kindsköpfe!! Lauri weiß doch, das ich ihn liebe!! Gut, ich war auch überrascht wegen Aki, bin es immer noch, aber mehr als ein guter Kumpel wird er nie sein!!“ schüttelte ich den Kopf und zog an meiner Zigarette.
„Dein Wort in Gottes Gehörgang!“ lachte Pauli und ich musste mitlachen. Langsam wurde es auch im Wohnzimmer von Lauri ruhig und ich stand auf und ging leise rein. Da saßen Aki und Lauri auf dem Boden und Lauri hielt Aki im Arm, der weinte. *Schluchz, ich muss auch gleich weinen!!*
„He, was is denn nun los??“ fragte ich leise und setzte mich neben beide.
„Ach man…ich…ich hab mir eingebildet…*schnief…naja…ich hab mich wohl in dich verguggt…*schluchz…aber, ich weiß das du Lintu liebst, ich sehe es, wenn ihr zu zweit seid…weiß auch nicht wie das kam….“ Heulte Aki in Lauris Schulter und dieser sah mich mit verweinten Augen an.
„Hör mal Aki, ich liebe dich so, wie ich meine Oma lieb oder Natalie, Saby, Claudi oder Pauli!! Ich freu mich dich zu sehen, mit dir kann ich am Besten reden, aber mehr ist da leider nichts. Der Kuss gestern, besser gesagt alle beide, haben mich zwar auch durcheinander gebracht, aber ich liebe Lauri vom ganzen Herzen, für ihn würde ich sterben!!“ nun liefen mir auch die Tränen und Aki nahm mich in den Arm, während Lauri zu Pauli ging eine rauchen.
„Ich kann nix dafür…seit Tiina Schluss gemacht hat, läuft alles drunter und drüber! Ich wollte mich ja auch nie in dich verguggn, aber seit du damals aus dem Haus kamst, als Pauli und ich Andy abholten, weiß nicht…da war ich dann wohl wie geblendet!! Es tut mir echt leid…ich hoffe du kannst mir verzeihen??“
Ich strich ihm sanft eine Träne aus dem Gesicht.
„Ist schon gut…es gibt nix, was ich dir verzeihen müsste. Es ist auch für mich verwirrend, diese Gefühle, die ich nicht haben dürfte…ich weiß auch nicht, was gerade richtig und was falsch ist…jetzt höre auf zu heulen, sonst setzt du Lauris Wohnung, besser gesagt meine, noch unter Wasser!!“ versucht ich ihn aufzumuntern. Wir drückten uns noch mal und gingen dann raus zu Pauli und Lauri. Diese saßen auf den Stühlen und ich setzte mich zu Lauri auf den Schoß, drückte ihm einen zärtlichen Kuss auf den Mund und sah ihm tief in die Augen.
„Alles ok??“ fragte Pauli uns.
„Ja, wir haben es geklärt, wissen nun, woran wir sind und können damit umgehen. Aber glaub mir Aki, du findest bald die Richtige! Vielleicht lernst du ja jemanden auf der Tour kennen, man weiß nie!“ ich zwinkerte ihm zu.
„Stimmt, gibt nur dann das Verständigungsproblem, mein Englisch ist nicht das Beste und Deutsch kann ich gleich gar nicht wirklich gut. Aber naja, wir werden sehen!“ sagte er und ging wieder rein. Pauli folgte im ‚unauffällig’ und ich war mit Lauri alleine.
„Was wird jetzt wohl passieren??“ nuschelte ich an seinem Hals.
„Nix, wir sind erwachsen genug um damit umzugehen, also…“ er atmete einmal tief ein und aus, „ ich weiß nur nicht, wie ich damit so richtig umgehen soll. Schließlich ist er mein bester Freund und diesen Fall hatten wir noch nie! Aber lass uns nicht mehr davon reden, gib mir lieber noch einen Kuss, bevor du ins Bett gehst.“ Er vergrub sein Gesicht in meinen Haaren und ich spürte sein Herz klopfen. Sanft strich ich mit der Hand über seinen Oberkörper, drehte meinen Kopf und küsste ihn.
„Kommst du mit runter?? Will nicht schon wieder alleine schlafen. Aki hat doch Pauli!!“ bettelnd sah ich ihn an. Er überlegte lange, doch schließlich nickte er. Wir gingen noch mal kurz zu Pauli und Aki, die sich die PS2 angeschalten haben und zockten.
„Jungs, ich schlaf heute mit bei meiner Süßen. Wir sehen uns morgen früh…und Aki, Kopf hoch, wird schu wieder!“
„Ok, schlaft gut…und danke!“ sagte ein ziemlich abgelenkter Aki und Pauli nickte nur mit dem Kopf. Wir gingen über die Feuerleiter zu mir und traten leise ein. Natalie saß noch in der Küche und trank Milch, während von Saby kleine Schnarchgeräusche kamen. Wir grinsten uns an, wünschten Natalie eine gute Nacht und verschwanden erstmal im Bad.

58. Kapitel

Wir gingen zusammen duschen und ich merkte wieder, wie sehr er mir die letzte Nacht gefehlt hatte. Die blauen Flecken verblassten so langsam und er schien auch noch kaum Schmerzen zuhaben.
„Bist du dann fertig, oder willste noch die Lupe holen und genau nachschauen??“ lachte Lauri und zog mich an sich ran. *Hmmmmmmmmmmm*
„Nein, aber lass mich ruhig alles mal genau anschauen, schließlich muss ich bald 3 Monate darauf verzichten!!“ ich saugte mich an seinem Hals fest.
„Ey, mach mir keinen Knutschfleck!!“ kicherte er und wand sich leicht. Ich biss noch mal kurz ins seinen Hals ehe ich mich ihm zuwand.
„Nee, eher würde ich dir nen Tattoo verpassen, auf dem meine Initialen vermerkt sind, so als mein Eigentum!!“ nun musste ich kichern.
„Nee, das mach ich dann wohl eher bei dir, dass is mir zu gefährlich, dich hier alleine zulassen!!“ er schäumte mich leicht ein, wobei seine Hand in gefährliche Zonen wanderte. Mir wurde verdammt heiß und ich lehnte mich an ihn. Doch ihm ging es nicht viel anders, als ich sein Duschgel nahm und ihn einseifte. Ich fuhr sachte an ihm entlang, nahm vorsichtig seinen kleinen Freund und seifte ihn ein, danach nahm ich die Brause und duschte uns ab. Lauri war jedoch so heiß, das er ganz schnell die Brause in die Haltevorrichtung steckte, mich anhob und tief in mich eindrang.
Es dauerte nicht lang, dafür waren wir beide zu hot, doch es war mit sehr viel Leidenschaft. Danach ließen wir uns noch leicht berauschen, trockneten uns ab und cremten uns gegenseitig ein, was unsere Gefühle wieder in Wallung brachte. Kichernd gingen wir ins Schlafzimmer, wünschten aber vorher nochmal Natalie eine gute Nacht, die immer noch am rätseln war.
Als sich die Tür hinter uns schloss, umfasste mich Lauri und trug mich zum Bett, ich musste leise quietschen. Dort angekommen legten wir uns hin und ich sah ihn mit großen Augen an.
„Was??“
„Och Schatz…das habe ich vermisst!!“ flüsterte ich und fuhr mit meiner Hand über seine Brust. Er hielt sie fest, zog sie zum Mund und küsste jeden Finger einzeln bevor er sich zu mir beugte und mir in die Augen sah.
„Ich auch!“ er hauchte einen Kuss auf meine Lippen, legte sich neben mich und nahm mich in den Arm. Ich kuschelte mich an ihn, doch als ich die Augen schloss, verfolgten mich ein paar blauer Augen.
Am nächsten Morgen stand ich leicht gerädert auf, Lauri lag wie immer irgendwo unter der Decke, ich hörte nur leise Schnarchgeräusche. Ich zog die Decke von seinem Gesicht und musste lachen. Er sieht echt aus wie ein Baby, da kann seine Männlichkeit noch so ausgeprägt sein, sein Gesicht is das eines Babys!! Ich drückte ihm einen zärtlichen Kuss auf die Schläfe und ging zum Schrank um mir Kleidung rauszuholen.
*Ja, was ziehe ich denn heute mal an??* ich entschied mich für Jeans und ein Shirt und ging ins Bad. Alle waren noch am schlafen, doch als ich wieder am, saß Saby schon in der Küche.
„Morgen Kleene!! Gut geschlafen?? Was macht ihr heute eigentlich??“
„Morgen…also ich weiß nicht, ob Natalie was mit Pauli macht, hat gestern solche Andeutungen gemacht, aber ich muss dann wohl erstmal Karten schreiben und abschicken. Und nach Tampere wollte ich ja auch mal fahren!! Hab ihr eigentlich so nen Planner, wo die ganzen Gigs und so von den Kneipen etc. drinnestehen?? Vielleicht gibt es ja diese Woche noch was Interessantes. Weil, wir fliegen ja am Samstag schon wieder!“ leicht betrübt sah sie mich an.
„Ja ich weiß…hmm, da musst mal Lauri fragen, der kennt sich bestens aus!! Du, ich muss runter, wir sehen uns dann heute Mittag!!“ ich knuddelte sie noch mal durch und fuhr dann auf Arbeit.
Herr Halonen war heute wieder in Espoo, so dass ich mich mit Majia unterhalten konnte ohne „gestört“ zu werden.
Ich offenbarte Majia jetzt auch mein Problem.
„Oh Süße! Das ist ja n ganz scheenes Dilemma worin du gerade sitzt!! Aber glaube mir, die Gefühle sind nur da, weil du nicht darauf gefasst warst, das ist nix Ernstes!! Und bei Aki, naja ich kenn ihn ja so ned, aber ich glaub, er hat in dir nur so eine Art Ersatz für seine Ex gesucht!“ meinte sie und ich musst sie drücken.
„Danke, so wird es wohl sein. Ich hatte echt schon Angst vor meinen Gefühlen!! So ein Kuddelmuddel!! Manchmal wünschte ich mir, ich wäre ihm nie wieder begegnet!!“ seufzte ich und wand mich meinem Papierkram wieder zu. Arbeit hat einen Vorteil: sie lenkt ab, aber auch nur solange, bis man wieder mit der Nase darauf gestoßen wird. In meinem Falle eine SMS von Aki.
>>Hei…ich kann nicht einfach so tun, als wäre es kein Ernst, ich habe mich wirklich in dich verguggt, deswegen werde ich auch zu Pauli gehen, ich verzweifle sonst jedes Mal, wenn ich euch beide sehe…sei nicht böse…HDL Hattu<<
Ich saß wie vor den Kopf geschlagen da und starrte abwechselnd mein Handy und meinen PC an.
“DAS ist nicht dein Ernst Aki!! Was tust du dir, mir…uns allen an??“ flüsterte ich in den Raum. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Vor allem, was soll ich jetzt machen??

59. Kapitel

Ich weiß nicht, wie lange ich so dasaß, allerdings wurde ich durch Majia wieder zurückgeholt, als sie eine Pott mit Kaffee vor meine Nase stellte.
„Huhu, aufwachen!! Was ist denn nun schon wieder?? Schlafen kannste doch nachts, oder lässt Lauri dich nicht??“ lachte sie, doch ich konnte nur müde lächeln.
„He, was issn los??“ sie setzte sich auf die Tischplatte und schaute mich an.
„Man, das mit Aki…ich glaub das ist doch was Ernstes von seiner Seite her! Und ich weiß nicht was ich machen soll!! Ich hab ihn gern, vielleicht etwas mehr als das, aber ich liebe Lauri!!“ ich nahm meinen Kopf zwischen meine Hände und starrte die Tischplatte an.
„Hmm, was soll ich sagen…ich dachte ihr habt das gestern geklärt??“
„Ja, dachte ich auch, aber anscheinend ist gar nix geklärt!“ ich nahm einen Schluck von meinem Kaffee und dachte nach.
„Weißte was, nimm dir heute Nachmittag mal frei, unternehm was mit deinen Freundinnen, bekomm mal den Kopf frei!! Morgen sieht es dann schon wieder anders aus!!“ freundlich sah mich Majia an und nickte mir aufmunternd zu.
„Ich kann doch nicht so einfach Blau machen!!“ entsetzt, aber auch bisschen hoffend, sah ich sie an.
„Ach, des geht schu klar. Mach dir mal keenen Kopf!! Und nun los!!“
Ich packte meine Sachen zusammen und gab ihr ein Bussi bevor ich aus der Tür verschwand. Ich fuhr hoch zu mir, wo ich Lauri und die Mädels in der Küche albern hörte. Als ich eintrat sahen mich alle entgeistert an.
„Schatz, was machst du denn schon hier!! Lass dich knutschen!!“ kam Lauri auf mich zu. „Von dir erfährt man ja Sachen, tztztztz!!“ lachte er mich an.
„Hei, was haben sie dir erzählt?? Das stimmt alles gar nicht!!“ auch ich musste lachen, knuddelte meine Mädels durch und setzte mich hin.
„Was machen wir heute??“ fragend schaute ich in die Runde.
„Heute? Du musst dann wieder arbeiten Schatz!!“ sagte Lauri verwundert.
„Nee eben nicht, aber das erkläre ich dir später!!“ lächelte ich ihn an und ich sah, wie ein Leuchten in seine Augen trat.
„Das heißt…das heißt, wir könnten mal wieder einen Nachmittag verbringen??“ er hüpfte freudig von einem Bein auf das andere.
„Naja schon, aber ich wollte auch was mit Natalie und Sabrina unternehmen.“
„Ähm, ja, also ich bin schon mit Pauli verabredete!!“ nuschelte Nata und ich sah sie mit großen Augen an.
„Ja, wir haben uns das gestern im Auto ausgemacht, habs wohl vergessen zu sagen!!“ grinste sie mich verlegen an.
„Aha!“
„Ja und ich, ich gehe mir mal die Innenstadt in Ruhe anschauen, paar Bilder für meine Eltern machen, also hab ich auch keine Zeit!“
„Achso…so rein zufällig?? Ihr wisst aber schon das Samstag in 4 Tagen ist oder??“ leicht mürrisch sah ich die beiden an.
„Ach Schatz, klingt fast so, als wolltest du nicht mit mir zusammen sein!!“ gespielt traurig sah Lauri mich an.
„Du Spinner, weißt doch das ich gerne und am Liebsten mit dir zusammen bin, aber die Mädels sind nur noch 4 Tage da und kommen so schnell nicht wieder!!“ ich knuddelte Lauri und er hatte zu tun, sich auf seinem Stuhl zu halten.
„Ooch, toll, ich bin nur noch anderthalb Wochen da, dass ist dann nicht schlimm oder wie??“ jetzt wurde er wieder zum kleinen Kind.
„Man…ok, was willste denn machen?“ neugierig sah ich ihn an.
„Ach, du…ich wüsste da so einiges!!“ fies grinsend küsste er mich und stand auf.
„Du bist unmöglich Ylönen!!“ rief ich ihm nach.
„Hab ich nur von dir Viitaniemi!!“ lachte er.
Ich sprang auf und rannte ihm nach.
„Na warte!!“ und schon flog ein Kissen auf ihn.
„Das hast du nicht für umsonst gemacht!“ kicherte er und griff sich auch ein Kissen. Wir waren mitten in einer tollen Kissenschlacht, als wir ein Räuspern vernahmen. Als ich mich umdrehte, nutze Lauri diesen Moment und schmiss ein Kissen nach mir. Es traf mich mit voller Wucht, so dass ich gegen die Tür viel. Sofort kam er besorgt zu mir und schaute nach. Doch ich konnte nur lachen. Saby, die an der Tür stand sagte nur:
„Wie die Kinder, erst streiten und dann wieder sich liebham!! Ich wollte nur sagen, dass wir jetzt abhauen, Pauli steht schon unten!!“ sie lachte und ging. Ich lag noch immer auf den Boden und musste lachen, während Lauri nur Saby hintersah und nickte. Wie so ein Wackeldackel sah er aus.
Als er sich meiner erinnerte, drehte er sich und sah mich an, doch ich war immer noch am kichern, griff das Kissen, welches neben mir lag und haute es ihm um die Ohren!!
Die Kissenschlacht entbrannte erneut und als wir uns erschöpft auf einen Waffenstillstand einigten, ließ ich mich nach hinten fallen. Ich war total groggy, doch als Lauri zu mir gekrochen kam, musste ich lachen. Seine Haare standen sonst wo und er hatte kleine weiße Feder darin. Sein Gesicht war knallrot vor Anstrengung und er atmete sehr schnell.
„Lach ned, du siehst nicht viel besser aus!!“ griente er und zog aus meinen Haaren ebenfalls einige Federn.
„Na, bei dir machen die Federn deinem Namen alle Ehre!!“ ich prustete wieder los, als Lauri mich anfing durchzukitzeln.
„He…das ist…gemein!!“ versuchte ich ihm klarzumachen, doch mir fiel es schwer Luft zu holen.
„Rache ist nun mal süß!“ äußerte er sich, als er mir langsam das Shirt hochzog und meinen Bauch mit kleinen Küssen übersäte.
„Oh…du…bist…noch…gemeiner!!“ kleine Wellen der Erregung flossen durch meinen Körper und ich hörte auf mich zu wehren. Ich wuschelte durch sein Haar, das war eh hinüber und stöhnte leise auf als er mit seinem Mund meine Brustwarze umschloss. Als sein Gesicht langsam auf meine Höhe kam, öffnete ich die Augen uns schaute ihn an. In seinen stand unbegrenztes Verlangen und als ich mich leicht bewegte, spürte ich es auch in seiner Hose. Schnell zog ich ihm sein Hemd aus, auch wenn ich mich leicht verhedderte, die Knöpfe wollten einfach nicht so wie ich. Als ich es endlich geschafft hatte, fuhr ich genüsslich mit meiner Hand über seine Brustbehaarung und er seufzte wohlig auf. Ich folgte wieder dem kleinen schmalen Weg, den seine Haare Richtung Bauchnabel einnahmen und fuhr weiter bis zum Bund seiner Hose. Dort angekommen, öffnete ich diesesmal ohne große Probleme den Knopf und fuhr langsam hinein. Sein kleiner Lintu stand prall und ich umfasste ihn leicht, während Lauri sich drehte und mich mit sich zog. Ich lag nun halb auf ihm und konnte besser greifen. Es machte mir Spaß, ihm diese Freude zu bereiten, doch ich merkte an seinem fordernden Kuss, dass er mehr wollte. Ich öffnete den Reißverschluss seiner Hose und zog sie ihm langsam aus, seine Socken folgten und dann seine Shorts. Nun lag er nackt vor mir und atmete mehr als nur stoßweise. Ich begann wieder mein kleines Spiel und fuhr sachte mit meiner Zunge sein rechtes Bein hoch, entlang an der Innenseite des Oberschenkels, das Gleiche machte ich mit der linken Seite und er konnte nur noch leise stöhnen. Langsam wanderte ich mit meinem Mund aufwärts bis ich am Ziel ankam. Ich umschloss ihn sachte und begann leicht daran zu saugen. Lauri legte sich eine Hand auf den Mund, um nicht laut zu stöhnen, er war kurz davor die Beherrschung zu verlieren und hob mir sein Becken entgegen. Ich musste leicht grinsen. Kurz spannte er sich an und dann kam er mit einem mehr als langen Stöhnen. Ich küsste seinen kleinen (jetzt wirklich wieder klein) Freund und wischte mir den Mund am Shirt ab, das in meiner Nähe lag. Er lag einfach nur da und hatte seine Augen geschlossen und ein seliges Lächeln auf dem Mund. Ich stand auf und ging ins Bad um mir den Mund auszuwaschen.

60. Kapitel

Als ich ins Schlafzimmer zurückkam lag er noch immer so da, wie ich ihn verlassen hatte, doch diesesmal sah er mich aus halbgeöffneten Augen an.
„Du bist unglaublich…das war…das…das war einfach nur geil!!“ brachte er mühsam hervor. Ich lächelte ihn an und kam zu ihm hinunter.
„Lass uns aufs Sofa legen oder ins Bett, nur hier holste dir noch ne Erkältung, dann wars des mit Tour!!“ ich zog ihn hoch, und er folgte mir ‚widerwillig’ ins Bett. Ich kuschelte mich an ihn und spielte träumend mit seiner Brustbehaarung.
„Aki is zu Pauli gezogen!“ sagte Lauri tonlos.
*Sollte ich ihm sagen, dass ich weiß warum??*
„Hmm…“ sagte ich daher nur.
„Ich versteh das nicht. Was ist nur mit ihm los??“
*Ok, ich muss es ihm sagen*
„Ich weiß warum, aber ich glaub, es wäre besser, wenn ich es dir nicht sage!“ setzte ich vorsichtig an.
„Ach komm schon, ich bin dein Freund und seiner!!“ Lauri stütze sich auf seine Hand und schaut mich verzweifelt an.
„Ok, also, er hat sich echt in mich verschossen…und kann unser Glück im Moment irgendwie nicht vertragen!! Ach ich weiß doch auch nicht…Seit 3 Wochen ist mein Leben komplizierter als jede Soap!!“
Er strich mir sachte eine Strähne aus dem Gesicht.
„So schwer hats ihn also erwischt?? Auf der einen Seite bin ich stolz, dass du es bist, aber…ich hab Angst, dass ihr…ich will dich nicht verlieren…ich liebe dich!“ eine kleine Träne rollte seine Wange hinab.
„Ich liebe dich auch…keine Angst, ich…es wird nix…die Gefühle für Aki…Paska!! Immer dann, wenn ich richtig glücklich bin, passiert was!!“ ich legte meinen Kopf auf seinen Arm, so dass er mich fest umschließen konnte.
„Wir schaffen das Honey…er tut mir ja auch leid…aber welche Gefühle für Aki meinst du??“ er fuhr mir sanft durch die Haare.
„Ich weiß nicht…als er mich geküsst hatte…ich weiß ned, da hat er an einer Saite gezupft…naja, ich weiß auch ned…ich liebe doch aber nur dich, ich will doch nur mit dir Zusammensein…und jetzt das!“ langsam traten mir die Tränen in die Augen.
„Scht…es is gut…ich glaub Aki verrennt sich da in etwas…ich mein gut, du wärest sein Typ, aber er weiß auch, dass er…naja…halt…das du mich liebst!!“ er küsste meine Tränen weg und ich beruhigte mich. Wie gut es tat, mit ihm darüber zu reden, merkte ich erst jetzt. Ich zitterte noch leicht, deswegen legte er die Decke über uns.
„Ich liebe dich echt mehr als du denkst!!“ flüsterte ich an seinem Hals. Das Pochen seines Herzschlages hatte eine beruhigende Wirkung auf mich. Als ich mich soweit wieder akklimatisiert hatte, viel mir ein, dass er komplett nackt neben mir lag und mir wurde heiß. Ich presste mich näher an ihn heran, damit ich seine Wärme absorbieren konnte. Er lachte leise, zog mich auf sich drauf und spielte am Knopf meiner Hose, der gleich aufsprang. Ich bemerkte, dass er jetzt das gleiche Spiel mit mir spielte, wie ich. Freudige Erregung jagte wieder diese Schauer über, bzw. durch meinen Körper, als er mich wieder sanft hinlegte und mit seinen Zähnen langsam meine Hose runterzog. Auf seinem Weg hinterließ er immer wieder kleine Küsse, so dass ich bald nimmer wusste, bei welchem Bein er eigentlich nun ist. Langsam fuhr er sachte wieder hoch und ich wollte nur noch ihn spüren. Als ich mich aufsetzen wollte, um ihn an mich zu ziehen, schüttelte er leicht den Kopf, gab mir einen Kuss und drückte mich wieder ins Kissen. Jetzt fuhr er langsam meinen Hals entlang über meinen Brustansatz, wo ihm auffiel, dass ich meinen BH noch anhatte. Mit geübten Griffen öffnete er diese Blockade nur um sanft an den Brustwarzen zu saugen und mit der Zunge kleine Kreise drumherum zu malen. Dann ging er wieder abwärts, obwohl seine Hand mir schon sehr viel Froide bescherte. Er umkreiste meinen Bauchnabel, stupste ab und an seine Zunge hinein, was mich wahnsinnig machte.
„Lauri…bitte…ich…ooooh“ keuchte ich unter seinen Küssen und Berührungen. Kleine Bisse von ihm stachelten meine Erregung nur noch mehr an und ich fragte mich, warum ich noch nicht zerflossen bin. Die Antwort sollte ich erhalten, als er mit seiner Zunge sachte über meine intimste Stelle strich. Ich gab es auf, ich wollte nur noch, dass er da weitermachte, wo er kurz aufgehört hatte, um mich anzuschauen. Ich krallte mich an seinem Rücken fest, ich glaube die Abdrücke sieht man auch noch in 3 Jahren, stöhnte mehrmals seinen Namen und griff nach seiner Hand, die meine Brust massierten. Als ich merkte, dass ich gleich zu einem Orgasmus kam, drückte ich seine Hand so fest, dass er froh sein kann, nicht die ganze Zeit Gitarre, Bass oder Drums spielen zu müssen. Mit einem letzten Aufstöhnen kam ich und in meinem Gehirn explodierten wieder tausende Feuerwerkskörper. Lauri fuhr noch einmal mit seiner Zunge über meinen bebenden, erhitzen Körper und wieder jagte mir diese Berührung Gänsehaut über den Körper. Ich lag mit geschlossenen Augen da, hielt noch seine Hand, die glaube ich nicht mehr zu benutzen war, als er sich leicht auf mich legte. Ich spürte, dass er wieder bereit war und das erregte mich ungemein. Wir lieben uns noch 3mal, und fielen dann, engumschlungen, in einen erschöpften Schlaf.
Als wir erwachten sahen wir, dass es schon dunkel war und mein Wecker zeigte 19:36 Uhr an.
„Ich liebe dich!“ flüsterte ich und er hauchte mir einen Kuss ins Ohr.
„Man, darauf muss ich jetzt echt 3 Monate verzichten??“ jammerte er und ich stimmte ihm leicht enttäuscht zu.
Er murmelte irgendwas, legte seinen Arm um mich und pustete mir ab und an ins Ohr.
„He lass das!“ kicherte ich und er machte extra weiter!!
„Babe, deine Vorspiele sind echt interessant, dass muss ich dir lassen, aber ich glaub wir sollten mal aufstehen und schauen, ob wer da ist!“ gähnend stand ich auf und hörte nur noch ein kurzes „Mmh“ von ihm, als er mich wieder sooo verdammt rattig ansah.
„Nein, jetzt nicht!!“ obwohl ich diese Wärme auch wieder verspürte, blockte ich ab und suchte meine Sachen. Ich nahm mir ein neues Shirt aus dem Schrank, da mein Altes ja leicht schmutzig war und ging ins Wohnzimmer, wo Saby saß und DVD schaute.
„Oh, du bist ja schon da!!“ wieder mal gähnend setzte ich mich zu ihr.
„Ja, ihr habt so schön geschlafen, da wollte ich euch nicht wecken!! Weiß doch, dass ihr die wenige Zeit noch nutzen wolltet.“ Meine Wangen fingen an heiß zu werden, so ertappt fühlte ich mich.
„Nicht böse sein, ok??“
„Nein, kann euch ja verstehen. Ging mir mit Daffy auch so, als ich ihm sagte, dass ich dich besuchen fahre.“ grinste sie mich an.
Kurz nach mir kam ein etwas zerstrubbelter Lauri und ging ohne eines Worte in die Küche. Saby sah mich an, doch ich meinte nur, das sei normal.
„Was gibsn heute zum Essen??“ rief er aus der Küche, als er in den Kühlschrank sah.
„Öhm, ich hab keinen Hunger!! Aber ihr könnt euch doch was bestellen oder so?“ sagte ich und nahm mir einen Schluck von der Cola, die neben dem Sofa stand.
„Geht wer mit rauchen?? Ich hab grad so das Verlangen danach!“ meinte Lauri im Vorbeigehen, als er die Balkontüre öffnete. Ich sprang sofort auf und Saby kam auch mit. Er hatte für mich schon eine mitangezündet und ich tat einen tiefen Zug. *aaaaaaah*
„Also, ich wäre für chinesisch!“ platze Saby raus und wir schauten sie entgeistert an. *Chinesisch, wassn das für ne Stellung??*
„Na wegem Essen!!“ klärte sie uns auf und wir mussten lachen, anscheinend hatten wir beide das Gleiche gedacht.
„Ja, ich ess eh nix, also…“
„Hmm, klingt nicht schlecht, was willste denn essen?? Weil dann bestell ich gleich was!“ sagte Lauri und drückte seine Zigarette aus.
„Öhm…ja, ich nehm gebratene Nudeln mit Hühnchen.“ *Typische Sabybestellung*
„Ok, geht klar.“ Und er verschwand im Wohnzimmer. Ich gähnte wieder und Saby lachte.
„Ich glaub du bist echt bettreif!! Ich frag mich nur, wo Nata bleibt!!“
*Ja, ich auch…*
Wir gingen ebenfalls rein, weil es doch sehr kalt war.
Ich verzog mich aufs Sofa, während Lauri bestellte und Saby kurz ins Bad ging.
„Schatz, wir könnten doch auch…*fg* bei mir schlafen? Aki ist ja nimmer da!“ er grinste mich schelmisch an.
*Welche Hintergedanken hast du jetzt wieder Herr Ylönen??*
„Ja, von mir aus, aber du denkst dran, dass ich morgen wieder arbeiten muss??“ skeptisch sah ich ihn an.
„Natürlich!!“
„Wärest du Pinnoccio, würde deine Nase jetzt wachsen!! Ich seh es dir an!!“ lachte ich, was mir einen beleidigten Blick einbrachte.
Kurz darauf klingelte es an der Tür und das Essen kam. Mit dem Essen stand auch Natalie vor der Tür, die von einem Ohr zum anderen grinste. Ich brauchte sie nicht fragen was los ist. ich glaub wir haben ein neues Paar!!
Während Lauri und Saby aßen unterhielt ich mich leise mit Nata, die mir vorschwärmt, wie schön doch der Tag war. Sie sind außerhalb Helsinkis gewesen, an einem ruhigen See, wo Paulis Familie eine Blockhütte besitzt. O.o
Als mein Vielfraß endlich fertig war, sagten wir den beiden, dass wir die restlichen Tage bei ihm verbringen würden, was die mit einem Grinsen quittiert wurde.

61. Kapitel


Bei Lauri angekommen schmiss ich mich erstmal aufs Sofa und legte meine Beine auf das kleine Tischchen davor. Ich gähnte hinter vorgehaltener Hand und nahm mir eines der Sofakissen und kuschelte mich in die Ecke.
„Schatz, lass uns ins Bett gehen, bevor du mir hier noch einschläfst!!“
„Ok…hast du eigentlich einen Wecker??“ müde erhob ich mich vom Sofa. Ich ging langsam ins Bad, nahm meine Zahnbürste vom letzten Mal und wusch mein Gesicht. Dann ging ich ins Schlafzimmer, wo Lauri mir diesesmal eines seiner T-Shirts reichte. Ich musste grinsen, zog mich aus, wobei Lauri ganz schnell ins Bad verschwand und legte mich, nachdem ich sein Shirt angezogen hatte in das noch kalte Bett.
Als Lauri wiederkam, war ich schon fast im Traumland.
“Wann musst du aufstehen?“ flüsterte er.
„Spätestens neun!“ nuschelte ich, ohne meine Augen zu öffnen. Ich merkte noch, wie er mit seinem Wecker hantierte und leise fluchte. Dann krabbelte er auch unter die Decke und kuschelte sich an mich.
„Schlaf schön Kleine, ich liebe dich!“
„Hmm“ ich genoss seine Wärme und war auch gleich eingeschlafen.
Am nächsten Morgen, Mittwoch, wurde ich von Lauris nervtötendem Wecker aus meinem Traum gerissen, doch der werte Herr neben mir zeigte keinerlei Reaktion.
Ich quälte mich aus dem Bett, ging ins Bad und duschte kurz. Dann holte ich mir aus meiner Tasche, die ich mir für die 3 Tage gepackt hatte, frische Kleidung und ging in seine Küche. Ich merkte, dass Aki kurzzeitig hier mit gewohnt hatte, denn der Kühlschrank war mit gesunden Sachen gefüllt. Ich trank ein Glas Milch, schmierte mir ein Toast und ging dann leise aus der Wohnung.
Auf Arbeit empfing mich der übliche Alltag: Briefe schreiben, Bestellungen aufnehmen, Änderungen vornehmen, mit Lieferanten und Gläubigern, sowie Schuldner telefonieren. Ich hatte auch gar keine Zeit weiter, mich mit Majia zu unterhalten, weil heute eine Dame nach der anderen kam. Herr Halonen gab mir noch einige Extraarbeiten für Espoo, so dass ich meine Mittagspause hindurch mit Arbeiten beschäftigt war. Ich erstellte gerade eine Tabelle für die neue Sommerkollektion, als Lauri mich anrief.
„Wo bleibstn du??? Mir ist langweilig!!“ murrte er ins Telefon.
„Hei, ja tut mir leid, ich hab zuviel zu tun…ich komm dann erst viertel sieben, denke bis dahin habe ich alles geschafft.“ Versuchte ich ihn zu trösten.
„Waaaaaaas, so lange muss ich warten?? Tue mir das nicht an!! Warte, ich komm mal fix runter!!“ erlegte auf und ich musste lächeln.
Keine 5 Minuten später klingelte es an der Hintertür, Herr Halonen und Majia sind ja in der Pause, ich machte auf und bekam einen dicken Kuss. Als wir dann im hinteren Bereich des Geschäfts waren, schaute er sich erstmal interessiert um und machte bei einigen Sachen so seine Bemerkungen. Dann ließ er sich auf meinen Stuhl fallen, drehte erstmal paar Runden und zog mich dann zu sich auf den Schoß.
„Man, ich geh noch kaputt, wie soll ich denn diese 3 Monate aushalten??“
Er fuhr mit der Hand durch die Haare, klemmte eine Strähne hinter das Ohr und schaute mich an.
„Ja, ich weiß nicht…diesesmal sind es ja nur 3 Monate. Zur Not musste eben mit Aki kuscheln!!“ kicherte ich.
„Nä, da muss ich aufpassen, dass ich mir ned nen Spreißel einfange, so dünne ist der!! Außerdem bin ich ned schwul!!“ auch er musste grinsen.
Ich lege meine Arme um seinen Hals, und küsste ihn sanft auf sein Stupsnäschen, doch er presste ganz schnell seine Lippen auf meine, fuhr mit seiner Hand meinen Rücken hinab und seufzte.
Plötzlich klingelte mein Handy und ich nahm an.
„He Bianca, hier ist Aki! Können…können wir uns diese Woche, oder nächste Woche nochmal treffen?? Wenns geht, ohne Lauri was zu sagen??“
*Puh, was mach ich jetzt??*
„Hei Susan…man das is ja schön, dass du dich mal meldest!!... Wann hast du gesagt??... Am Samstag??... Klar, ich bringe früh meinen Besuch zum Flughafen und dann könnte ich zum Mc Donalds kommen!!...Ok, bis dann!!“
*Hoffentlich bin ich ned rot geworden, ich habe soeben Lauri betrogen und belogen!!**
„Wer issn Susan?? Und was ist mit Samstag??“ fragte mich Lauri.
„Ne ehemalige Klassenkameradin, sie hat Claudi getroffen und so meine Nummer bekommen. Naja, ich treffe mich mit ihr, wenn ich Nata und Saby zum Flughafen gebracht habe. Du schläfst da ja eh noch!!“ ich küsste ihn, doch ich konnte es nicht genießen, denn mein schlechtes Gewissen rührte sich.
*Habe ich wirklich richtig gehandelt??*
„Hmm, dass wird wohl sein, haben ja einen Gig am Freitag im Oranssi-Club. Kommt ihr mit??“ er drückte mich an sich und ich bekam immer mehr ein schlechtes Gewissen.
„Ja, mache ich…und meine Mädels auch.“ Ich ließ mich gegen ihn fallen und sog den Duft seines Körpers in mich auf. Nach ca. 10 Minuten kuscheln musste ich ihn aber wieder raushauen, weil ja Herr Halonen gleich wiederkommen wollte. Ich gab ihm noch einen dicken Kuss und als ich im Büro war, rief ich nochmal Aki an.
„Hakala“ antwortete er müde.
„Aki, ich bins. Pass auf, wir reden am Freitag, nach eurem Gig, da ist Lauri sicher noch abgelenkt mit Fans und so, und es fällt nicht so auf. Ok??“ redete ich ziemlich schnell auf ihn ein.
„Ja, ok…aber wir könnten uns auch am Samstag treffen, das wäre egal.“
„Naja, ich glaub ich will dann Samstag lieber nochmal ins Bett.“ Lachte ich leise.
„Ok“ er klang ziemlich enttäuscht, aber ich wollte ihm keine unnötigen Hoffnungen machen.
Als ich auflegte und mich meiner Arbeit wieder zuwandte, gingen mir beide nicht mehr aus dem Kopf. *Worauf habe ich mich da nur eingelassen??*
Als ich nach einigen nicht so gut verlaufenden Telefonaten und den fertig geschriebenen Briefen endlich Feierabend machen konnte, fühlte ich mich wie gerädert. Ich fuhr zu mir, wo jedoch keiner war, Natalie hatte sich mit Pauli verabredet und Saby ging shoppen. So ließ ich mir erstmal die Wanne vollaufen und nahm ein entspannendes Bad. Als mir eine kalte Hand die Schultern begann zu massieren, bekam ich einen riesen Schreck und wäre beinah in meiner Badewanne ertrunken.
„Scht…ich bins doch nur!!“ raunte Lauri mir ins Ohr.
„Man, ich wäre beinah ertrunken, erschreck mich nie wieder, wie kommst…besser gesagt, woher weißt du, dass ich hier bin??“ noch leicht irritiert sah ich ihn an.
„Na, als es dann so halb sieben wurde und du immer noch nicht da warst, bin ich runter, da war keiner mehr, da habe ich halt mal angenommen, du bist hier und als ich dich nicht vorfand, aber deine Schuhe dich verraten haben, schloss ich daraus, dass du baden bist!! Und das ohne mich!!“ bei diesen Worten zog er sich aus und kam zu mir in die Wanne. *Vorbei du scheenes Entspannungsbad*
Als er mir sachte die Füße massierte, seufzte ich leise und schloss die Augen. Nach zehn Minuten stiegen wir wieder raus und trockneten uns ab und zogen uns wieder an.
„Was machen wir noch??“ fragte er mich leise.
„Keine Ahnung. Natalie ist mit Pauli unterwegs und Saby ist shoppen, wird aber dann bald kommen. Lass uns was zum Essen kochen.“ Schlug ich vor und wir gingen in die Küche.

62. Kapitel

Wir bereiteten einen Gemüseauflauf und für Pauli und Natalie, sowie für Saby brutzelten in einer Pfanne Schnitzel. Als wir uns gerade küssten, klingelte es an der Tür und ich sah, das Saby, ziemlich voll gepackt unten stand. Ich öffnete ihr die Tür und wartete dann am Aufzug auf ihre Ankunft, um ihr behilflich zu sein.
Als sie endlich kam, konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen.
„Na, hast jetzt alle Weihnachtsgeschenke zusammen??“
„Hahaha, nee, nur die für meine Familie. Den Rest werde ich aber in Deutschland kaufen, man, die Preise hauen einen ja aus den Socken!!“ schniefte sie und zog sich ihre Schuhe aus.
„Was riecht denn hier so lecker??“
„Ach, wir haben mal für euch gekocht, haben ja so schon kaum Zeit füreinander!! Komm rein, ich mach dir erstmal einen Cappu.“ Ich zog sie hinter mit her, Lauri stand auf dem Balkon und rauchte eine. *Toll, das Essen kann ja ruhig anbrennen!!*
„Weißt, eigentlich ist es schade, dass wir in 3 Tagen schon wieder heim müssen!! Wir hatten gar keine richtige Zeit für uns!!“ nuschelte Saby in ihr Tasse.
„Naja, dafür feiern wir am Freitag richtig!! Da rockt dann das Haus, de Jungs haben einen Gig und wir sitzen gemütlich in der VIP-Lounge!!“
„Solange es nicht so endet, wie was du mir erzählt hattest, dann ist ja gut!!“ kicherte sie.
*Hmm, das wird vielleicht noch schlimmer, sollte Lauri DAS rausfinden* schon hatte ich wieder ein schlechtes Gewissen und keinen Hunger mehr.
„He, was ist los??“ fragte Saby mich.
„Nix, warum??“
„Weil du einen total abwesenden Blick und eine leicht leidende Miene hattest.“
„Hmm, nee, ist echt nix!!“ ich schaute im Ofen nach, ob der Auflauf schon fertig sei.
Plötzlich raschelte es im Flur und ich hörte Natalie kichern und Pauli lachte auch. Die beiden kamen wie kleine Kinder ins Wohnzimmer gestürmt, und als sie uns entdeckten, liefen sie rot an.
„Na, was habt ihr denn gemacht??“ fragte ich sie grinsend.
„Ooch, naja…*hüstel…ja, also…wir waren mal hier und mal dort. Und im Zoo waren wir, von da kommen wir grad. Pauli und ich haben festgestellt, dass seine Verwandtschaft gut untergebracht ist im Affengehege!!“ beide mussten wieder lachen und hielten sich den Bauch, auch ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen.
„Mensch Pauli, was machst du denn hier?? Und was lachst du so dämlich??“ fragte Lauri und nahm seinen Freund in den Arm.
„Ach nix Lauri, das würdest du nicht verstehen!!“
„Soll das heißen, ich bin doof??“ leicht entrüstet stand er da.
„Nein, aber dir fehlt das Feedback dazu!! Ich erzähls dir mal später, uhuhah!!“ ich lag nun ebenfalls vor Lachen auf dem Boden und Lauri kratzte sich die Stirn.
Wir setzten uns dann erstmal an den Küchentisch und aßen Abendbrot. Alles haute rein, nur ich konnte nicht wirklich essen, das mit Aki lag mir schwer im Magen.

Je näher wir dem Freitagabend kamen, und das ging sehr schnell, weil Donnerstag verging genausoschnell wie Mittwoch, umsomehr wurde ich nervös.
Als es Freitagnachmittag war, konnte ich mich nur noch mit Mühe beherrschen. Ich zappelte pausenlos, rauchte wenns ging eine nach der anderen. Dies fiel natürlich auf, und irgendwann hatten die drei gelinde gesagt die Schnauze voll und Lauri hielt mich fest und schaute mir in die Augen.
„Jetzt sag endlich was los ist!! Seit fast 2 Stunden, seitdem du fertig bist mit arbeiten, tigerst du durch deine Wohnung, hast unnötigerweise saubergemacht, eine Schachtel Zigaretten aufgeraucht, 5 Tassen Kaffee getrunken…also, was ist los??“ ziemlich wütend blitzte er mich an. *Ich liebe diese Grün!!*
„Es ist…ich kann es dir nicht sagen!! Sorry!!“ ich versuchte mich von ihm loszureißen, doch er versperrte mir den Weg.
„Ich würde das aber jetzt gerne wissen, sonst rufe ich die Jungs an und lass den Gig sausen!!“ schnaubte er. *Ui, Paska!!*
„Man, ich kann dir das echt nicht sagen!!“ in meinen Augen sammelten sich Tränen und eine stahl sich aus dem Augenwinkel über meine Wange davon.
„Verheimlichst du mir was??“ er war jetzt irgendwie sauer und…und ängstlich.
„N…n…nei…nein“ war alles was ich rausbrachte.
„Lüg mich nicht an!!“ Lauris Augen verzogen sich zu kleinen Schlitzen und seine Stimme bekam einen dunkleren Klang, weil er jetzt wirklich sauer wurde.
„Ich…ich…kann echt…nicht…!“ nur stoßweise kamen diese Worte über meine Lippen.
„Es geht um Aki richtig?? Ich wusste es!! Ich wusste es die ganze Zeit!! Glaubst du echt, ich hab dir den Schice mit Susan abgenommen?? Für wie blöd hälst du mich??“ brüllte er mich an und die Adern an seinen Schläfen schwollen an.
Natalie und Sabrina verzogen sich auf den Balkon und ich sah, dass Natalie jemanden anrief.
„Wie, du hast es gewusst??“ irritiert über seinen Ausbruch sah ich ihn an.
„Na glaubst du echt, ich versteh ihn ned?? Ich bin ned schwerhörig!! Aber das du mich angelogen hast, dass hätte ich nie von dir erwartet!!“ etwas leiser und trauriger sagte er diesen Satz.
„Ich wollte dich nicht anlügen, man…aber ich habe es Aki versprochen!!“ fast tonlos antwortete ich ihm.
Er legte kurz seine Stirn an meine, sah mir in die Augen und wischte mir eine Träne aus dem Gesicht.
„Ich habe Angst, verdammt Angst…ich weiß wie es um dich steht!! Ich habs an den Blicken gesehen, die ihr euch zugeworfen habt. Aber verdammt…ich liebe euch beide, dich noch mehr als ihn, warum müsst ihr mir beide so wehtun?? Entscheide dich…“ er hauchte mir einen Kuss auf die Stirn und verschwand.
Ich saß da wie erschlagen als Saby und Nata kamen.
„Was ist passiert?? So haben wir ihn noch nicht erlebt!“ fragte mich Nata.
„Ach, is ne lange Geschichte, es geht um Aki.“ Murmelte ich und legte meinen Kopf auf meine Arme und fing an mit weinen.
„Lass mich raten, Aki steht auf dich, du bist ned abgeneigt, liebst aber Lauri viel zusehr und weißt nicht, was du machen sollst??“
Ich liebe Sabys klaren, analytischen Verstand, doch jetzt war er fehl am Platze. Ich konnte nur nicken und schluchzte weiter in meinen Arm.
„Hmm, da kann dir keiner helfen, dass musst du selbst wissen!!“ wieder konnte ich nur nicken. Nachdem sie noch ca. eine viertel Stunde auf mich eingeredet hatten, ging ich ins Bad um mich zu restaurieren und für den Abend zu kleiden. Ja, ich gehe trotzdem, schließlich will ich das ein für alle Mal mit Aki klären.
Als ich aus dem Bad kam, hörte ich Natalie telefonieren, anscheinend mit Pauli, denn sie hatte dieses Grinsen im Gesicht. Sie nickte mir zu und hob ihren Daumen, als Zeichen, dass alles ok sei. Ich schaute sie fragend an, doch sie winkte erstmal ab. Als sie nach ca. 20 Minuten endlich fertig war, drehte sie sich strahlend um und schaute mich an.
„Was??“
„Also, Pauli war grad bei Lauri und hat mit ihm geredet. Alles ok, er sieht ein, dass du keine andere Möglichkeit hattest. Er fährt gerade mit ihm zum Club, wir sollen nachkommen und ich denke, dass ihr euch heute Abend wieder lieb habt.“
„Ähm, ich glaube nicht, er wird wohl noch nichemal mit Aki reden, außer es geht überhaupt nicht. Schice, warum??“ war alles was ich darauf antwortete.
„Hmm, musst du wissen!“ sagte sie und ging ins Bad. Saby war während unseres Gesprächs im Bad gewesen und sah mich mitfühlend an.
„Das wird schu wieder Große!!“ sie drückte mich. Als wir dann alle fertig waren, gingen wir Richtung Bahn, heute wollten wir nochmal richtig feiern. Als wir einstiegen, sahen uns die Leute bisschen komisch an, weil wir ziemlich chaotisch aussahen. Natalie hatte, trotz eisigen Windes, ihre kaputte Hose, ihr Green Day- Shirt, ihre grünen Chucks und ihren Allwettermantel an, natürlich durfte ihre Tasche nicht fehlen, ihr Makeup bestand aus grünem Lidschatten und Mascara. Saby war die, die am feinsten angezogen war: schwarze Hose, weiß-pinkes Shirt, normale Schuhe und eine normale Jacke, sowie Handtasche und dezentes Makeup, während ich meine schwarze Hose, mein schwarzes Shirt, meine schwarzen DocMartens sowie meinen, man kanns kaum glauben, meinen schwarzen Mantel. Dazu hatte ich meine Augen mit schwarzem Kajal umrandet und meine Haare leicht zerzaust.
Als wir am Oranssi-Club ankamen, standen schon etliche Leute davor, doch anscheinend hatte Pauli auf uns gewartet, denn wir konnten wieder durch den Hintereingang ins Gebäude.

63. Kapitel

Als wir durch den Gang gingen, kam Lauri an uns vorbei, doch er würdigte mir keines Blickes. Ich seufzte leise, schüttelte den Kopf und ging voraus zur Lounge. Natalie hatte sich derweil bei Pauli eingehängt und sie unterhielten sich angeregt, warfen ab und an einen Blick zu mir. Als wir endlich saßen, dachte ich, ich sehe nicht richtig. Gegenüber saß keine andere als Eva, die mir gleich mal gehässig zugrinste.
*Was bitte, macht die dahier??*
Ich bestellte mir ein Bier, Saby einen Wein und Natalie eine große Cola. Wir unterhielten uns eine Weile, als eine Band auf die Bühne trat. Sie waren noch neu, aber sie rockten den Club, leider konnte ich mir den Namen nicht merken, ich weiß nur, dass der Sänger aussah wie Ville Valo. O.o
Danach kamen The Rasmus und ich merkte, das Lauri nicht so ganz bei der Sache war, er alberte noch nichemal mit Aki rum, aber er schaute auch nicht zu uns, sondern…ja, der Hund schaute die ganze Zeit zu Eva!!! Als sie nach 90 Minuten fertig waren, hatte ich bereits das 5 Bier hinter und stand auf, mit leicht wackeligen Schritten ging ich in den Backstagebereich um mich mit Aki auszusprechen. Als ich endlich ihren Raum gefunden habe, stürmte Lauri an mir vorbei, Pauli schaute mich traurig und Eero fragend an. Aki saß auf dem Sofa uns starrte Löcher in die Luft. Als dann alle weg waren, setzte ich mich auf einen Stuhl ihm gegenüber und schaute zu Boden. Eine kleine Träne stahl sich wieder aus meinen Augen. *Was, verdammt nochmal, soll ich bitte jetzt machen??*
Als sich Aki leicht räusperte, zuckte ich erschrocken zusammen.
„Ja, also, was gibt’s??“ fragte ich ihn mit sehr brüchiger Stimme.
„Ich glaube, ich muss dir das nicht erzählen oder??“
„Aki, verdammt…ich kann…ich will…ich habe auch Gefühle für dich…aber, ich liebe Lauri!! Das mit uns kann nix werden!! Bitte!!“ ich merkte, dass mir die Tränen liefen, aber bei Aki war auch der Wasserhahn aufgedreht.
„Ich weiß…aber, man ich kann nicht…weißt du, es ist das erste Mal, dass Lauri mich so links liegen lässt. Wir haben uns immer vertraut…und nun…behandelt er mich…wie…wie seinen größten Feind. Und Pauli und Eero können nix machen. Er lässt nicht mit sich reden!!“ Aki heulte wie ein Schlosshund. Ich rutschte mit meinem Stuhl näher an ihn ran und nahm ihn in den Arm. Wir saßen vielleicht gut 10 Minuten so da, als er seinen Kopf drehte und mir einen leichten Kuss gab. Ich war zu perplex, um zu reagieren, ließ es einfach geschehen, als die Tür mit einem Krachen zuviel und Lauri sich mit seinen 1,69m vor uns aufbaute. Er war knallrot im Gesicht, seine Augen funkelten dunkler als Loch Ness und er zitterte am ganzen Körper.
„Ich wusste es, ich habs geahnt seit wir Essen waren!!“ er schrie nicht, er flüsterte fast und das brachte meine Härchen im Nacken zum Stehen.
„Das du so eine Bitch bist…und von Dir, als meinen BESTEN Kumpel hätte ich das nie gedacht!! Aber danke, gut zu wissen!!“ jetzt schrie er und überschlug sich fast. Seine Worte fühlten sich an wie Messerstiche in meinem Herzen, jeder um eine Zentimeter tiefer als der andere.
„Lauri…ich…wir…das ist…nicht so…“ setzte ich an, doch ich wurde durch eine harsche Handbewegung von ihm zum Schweigen gebracht.
„Red mich nie, hörst du, NIE wieder an!!! Wir sind fertig!! Und mit dir bin ich auch fertig Aki!!“ er rannte raus und knallte die Tür hinter sich zu.
Nun erst merkte ich, dass ich aufgestanden war und ließ mich auf den Boden fallen. Um Aki konnte ich mich nicht kümmern, weil meine eigene Welt gerade zerstört wurde – von mir selbst!!! Ich weinte unaufhörlich, als sich Aki an mich kuschelte und mich in den Arm nahm. Er heulte zwar selbst, hatte aber noch genügend Kraft, mich zu trösten. Nach einer halben Ewigkeit, hatten wir uns soweit beruhigt, dass wir uns nur noch im Arm lagen und nix sagten.
Als mir dann langsam die Beine Weh taten vom Boden, erhob ich mich und setzt mich aufs Sofa, wohin mir Aki nach kurzem Zögern folgte.
Ich kuschelte mich an ihn, doch es war nicht das Selbe wie mit Lauri, in keinster weise. Klar, ich fühlte mich wohl, aber…
„Bibbi…was…was…ist jetzt??“ leise, sehr leise kamen die Worte an mein Ohr.
„Aki…ich weiß es nicht…ehrlich…lass uns zu den Anderen gehen, bitte!“
Er nickte und wir standen langsam auf. Am Waschbecken erfrischten wir uns kurz mit kaltem Wasser, so dass wir wieder halbwegs normal aussahen und gingen raus. Am Tisch schauten uns alle verwirrt an, doch wir schüttelten nur den Kopf. Als ich mich setzte, merkte ich, das die Vorband ebenfalls da waren und grüßte sie freundlich. Lauri war nirgends zu sehen, doch ich wollte mich nicht so auffällig umschauen.
Als mein Bier kam, was ich an der Bar bestellt hatte, nahm ich einen großen Schluck und auch Aki machte es so. Neben mir saß der Sänger und versuchte mich in ein Gespräch zu verwickeln und nach dem 2. Schluck ließ ich mich drauf ein. Ich erfuhr, dass er Joonas heißt und vor kurzem den Plattenvertrag unterschrieben hatte. Wir verstanden uns auf Anhieb gut und redeten, als mich Aki anstupste und mit dem Kopf zur Seite nickte. Als ich mich dorthin drehte, schlief mir wirklich das Gesicht ein. Da liefen ein sehr besoffener Lauri mit einer breitgrinsenden Eva und hielten Händchen. Ich drehte mich zurück, sah Aki an und, als wenn das die Initialzündung war, nahm er meine Hand in seine und legte sie auf seine Beine. Ich versuchte gegen den Schmerz in meiner Brust mit sehr viel, vielleicht zuviel Alkohol, entgegenzuwirken und irgendwann schaffte ich es auch. Saby und Natalie ließen sich von Pauli und Eero heimbringen, doch ich wollte nicht zu mir, noch nicht. So saß ich dann mit Aki ganz alleine in dem Club, weil sich die Jungs von SaraLee, so hieß die Vorband, auch verabschiedet hatten, und linderten unseren Schmerz mit Alkohol. Irgendwann konnten wir nicht mehr und liefen nach Hause, bzw. wir torkelten und fielen mehr hin, als alles andere, aber wir lachten. Irgendwann, als wir am Hafen vorbeiliefen, fragte Aki mich, ob ich nicht bei ihm bleiben könnte diese Nacht und ich sagte „ja“. War doch eh alles egal.
So gingen wir zu ihm und ich hatte zu tun, mich aufrecht zuhalten, so dass er meine Hand nahm und mich mit sich zog. In seiner Wohnung angekommen, ließ ich mich auf sein Sofa fallen und schloss meine Augen, doch irgendwie hatte nen Ticket fürs Karussell erhalten, so dass ich umkippte und auf dem Boden lag. Aki lachte sich schlapp und zog mich wieder hoch. Als ich mich auszog, hatte ich meine große Not, so musste Aki mir helfen. Als er mein Shirt auszog und seine Finger kurz meinen Körper berührten, entfuhr mir ein leises Stöhnen, welches Aki als Aufforderung auffasste und drückte mir seine Lippen auf. Ich gab mich seinem Kuss hin und nach einer Weile standen wir beide nur noch in Unterwäsche da. Er führte mich zu seinem Schlafzimmer und in sein großes Bett. Dort küssten wir uns weiter und ich fuhr sachte mit meiner Hand über seinen Körper, was ihn erzittern und ebenfalls leise stöhnen ließ. Er küsste meinen Hals und dann meine Schultern, öffnete dabei meinen BH und umfasste sanft meine Brust. Als er mit seiner Zunge meine Knospe berührte, stöhnte ich auf und drückte mich ihm entgegen. Meine Hand wanderte weiter an seinem Körper hinab zu seiner Shorts und fühlte seinen kleinen Hattu, der hart war. Als wir unser Verlangen nicht mehr durch kleine Küsse und Streicheleinheiten beruhigen konnten, entfernten wir die letzten Barrikaden und erkundeten nun den gesamten Körper des anderen. Aki fühlte sich so anders an, so neu und das reizte mich dann doch, so dass ich ihn niederdrückte und nun meine Zunge auf Wanderschaft auf seinem Körper schickte. Als ich immer näher seiner intimsten Stelle kam, stöhnte er lauter und als er nicht mehr konnte, zog er mich hoch, legte mich hin und drang tief in mich ein. Es war kurz, aber sehr schön, als er kam, stöhnte er laut meinen Namen und sank danach, verschwitzt und zitternd, auf mich und küsste meine Halsschlagader. Ich genoss seine Nähe, auch wenn mein Herz nach Lauri rief. Zusammen schliefen wir nebeneinander ein, und ich hörte ihn, zumindest nahm ich es an, dass er das sagte, „bitte verzeih“ flüstern.

64. Kapitel

„Sagt mal, geht’s euch noch ganz gut??“ hörte ich eine Stimme, die sehr schmerzhaft an meinen Nerven zerrte, doch ich konnte und wollte meine Augen nicht öffnen.
„Man, Bibbi, los. Natalie und Saby müssen zum Flughafen und warten unten im Auto!! Was macht ihr hier?? Aki, Bibbi, Hallo???“
Als ich endlich eines meiner Augenlider auf halber Höhe hatte, sah ich Pauli vor dem Bett stehen und der sah verzweifelt aus. Ich drehte mich um und kuschelte mich an Aki, der noch tief und feste schlummerte, als der gestrige Abend mit brachialer Gewalt in mein Gehirn strömte. Mit einem Aufschrei erhob ich mich, was meine Gehirngänge ziemlich durcheinander haute und presste die Decke an mich, da wir ja nackt waren. So schnell ich konnte, suchte ich den Weg zum Klo und „unterhielt mich erstmal mit Ulf“. Nachdem mein gesamter Restmageninhalt auch den Weg nach draußen gefunden hatte, ließ ich mich gegen die Wand fallen und setzte mich hin.
„Man, Bibbi, was habt ihr beide gemacht?? Wo ist Lauri?? Und komm jetzt, der Flug geht in knapp 45 Minuten.“ Pauli zog mich unsanft nach oben, nahm die Decke weg und stellte mich unter die Dusche. Das Wasser hatte seine gewünschte Wirkung und so langsam wurde es in meinem Kopf licht. Ich fing wieder an mit weinen, und hielt mein Gesicht in den Wasserstrahl. Dann ließ ich mir von Pauli ein Handtuch geben und ging zurück ins Schlafzimmer. Dort saß ein ziemlich bedrückter Aki in Unterhosen und schaute mich an. Als ich meine Sachen zusammen hatte, ging ich zurück ins Bad und zog mich an. Fertig angezogen ging ich zurück zu Pauli, der in der Küche Kaffee kochte und irgendwas zu Aki sagte.
„Was machst du eigentlich hier Pauli??“ fragte ich ihn müde.
„Ich, ich wohne hier. Die Frage was ich mir stelle ist, was machst du hier und das in Akis Bett!!“ enttäuscht sah er mich an.
„Weiß ich nicht, ist doch jetzt aber auch egal! Ich bin soweit!“ knurrte ich und ging mir meine Schuhe anziehen.
„Das klären wir dann, wenn wir zu zweit sind!!“ kam es als Antwort von Pauli.
Ich drückte noch mal kurz Aki, der mir ein leises „Es tut mir leid!“ ins Ohr flüsterte und dann folgte ich Pauli zu seinem Auto. Dort saßen Saby und Nata und schauten mich traurig, aber auch wütend an.
„Morgen“ nuschelte ich und setzte mich zu Saby.
„Hmm, guten Morgen!“
Die gesamte Fahrt zum Flughafen sprach keiner ein Wort, ich schaute zum Fenster hinaus und einige Tränen rollten an meiner Wange hinab.
*Dafür bin ich zurückgekommen?? Nur um alles wieder auf Anfang zu stellen?? Kann ich ja gleich mitfliegen!!*
Ich drehte mich zu Saby, die mir kurz über die Wange streichelte und mir damit zu verstehen gab, dass sie mir nicht böse ist.
Am Flughafen mussten wir uns beeilen, weil der Flug in 15 Minuten ging und sie noch zur Passkontrolle und zum Einchecken mussten. Als alles soweit war, umarmte ich beide ganz lange und beide sagten mir, dass es schön war, sie mich lieb haben und ich mich melden soll. Ich konnte nur nicken, denn der Kloß im Hals verhinderte jedes Sprechen und mir liefen die Tränen unaufhörlich. Ein letztes Mal umarmten wir uns und ich schaute Saby lange an.
„Nimm mich bitte mit!! Ich will wieder zurück!“ flüsterte ich leise, doch sie schüttelte nur den Kopf und folgte dann Natalie, die sich in einer hollywoodreifen Verabschiedung von Pauli verabschiedete. Lange, nachdem sie um die Ecke verschwunden waren, standen wir noch da und heulten.
„Komm jetzt, lass uns Kaffee trinken gehen und dann erzählst du mir mal bitte alles von Anfang an, und bitte…keine Lügen!!“ sanft nahm Pauli mich am Arm und zog mich fort.
In einem kleinen Café nahe des Flughafens setzten wir uns hin und bestellte uns einen Kaffee, nach Essen war mir nicht zumute.
„Was bitte, sollte das??“ er sah mich an.
„Was??“ fragte ich ihn.
„Warum bist du mit Aki, was ist da überhaupt gewesen. Von Lauri erfährt man ja nix!!“
Ich erzählte ihm die ganze Story und als ich geendet hatte, saß er da und raufte sich die Haare.
„Man, der Vogel, der ist so was von dumm, eifersüchtig auf Aki…man, und nun? Habt ihr…? Was frag ich nur, klar habt ihr…man, ihr macht Sachen!!“
„Wem sagst du das??“
„Hast du Gefühle für Aki??“
„Naja, ich weiß nicht, ich mag ihn, sehr sogar, aber in meinem Herzen ist Lauri, wird auch immer dort bleiben. Ach man, das ist alles genauso wie am Anfang. Ich wusste, ich hätte nie zurückkommen sollen. Jetzt ist sogar die Band kaputt!!“
„Na, soweit geht’s nicht, klar, Lauri ist enttäuscht, denkt jetzt, du hast dich für Aki entschieden, aber rede doch noch mal mit ihm!!“
„Meinst du echt??“ ein kleiner Funke Hoffnung brannte in mir auf.
„Ja, so wie ich das sehe, hat er einfach nur überreagiert der kleine Vogel!!“ ich konnte schon etwas lachen, doch der Schmerz in mir, wollte nicht verschwinden.
*Hoffentlich hat Pauli Recht!!*

65. Kapitel

Als wir dann bezahlt hatten, fuhr Pauli mich nach Hause. Ich holte meine Post und fuhr dann zu mir. Vor meiner Tür lag das Paket, meine Reisetasche und obendrauf ein Brief. Langsam schloss ich meine Türe auf, hob die Sachen auf und ging in meine Wohnung. Ich ließ alles im Flur liegen, nahm nur den Brief und ging ins Bett. Wie lange ich auf meinem Bett lag und den Brief in meinen Händen gehalten habe, weiß ich nicht, doch irgendwann konnte ich nicht mehr und öffnete ihn.

>>Hei Bianca!
Nachdem Du gestern Dich ja für Aki entschieden hast, was mein Herz in 1000 Stücke zerfallen ließ, weil ich Dich noch immer liebe, finde ich es besser, wenn wir erstmal keinen Kontakt haben. Ich wohne bei Hannah und bitte Dich, Dich nicht zu melden!! Ich habe - ich liebe Dich, wie noch keine zuvor, aber das, was ihr mir gestern angetan habt, ist zuviel. Ich dachte wirklich, dass das, was wir hatten für immer ist, aber das du nicht anders bist als alle anderen, hätte ich echt nicht gedacht…<<

Ich ließ den Zettel fallen und fing an mit weinen. Lange lag ich einfach nur da, hielt den Zettel und weinte. Als ich keine Tränen mehr hatte, rief ich Claudi an, die dann auch sofort zu mir kam. Ich machte einen Cappu und erzählte ihr mein Leid. Manchmal war sie kurz vorm Ausflippen, doch am Schluss nahm sie mich nur in den Arm und drückte mich.
„Ich glaube, diesesmal wirklich, dass da noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Aber das er wieder mit Eva!!“ entrüstete sie sich.
„Weißt was, wir gehen heute Abend fort, leg du dich jetzt schlafen und ich bin gegen acht hier!!“ damit drückte sie mich noch mal und verschwand. Ich ging ins Bett, doch so richtig schlafen konnte ich nicht.
Nach einem unruhigen Schlaf, wachte ich gegen 7 wieder auf und mir war echt nicht nach feiern, aber den ganzen Abend zuhause bleiben wollte ich auch nicht.
*Was hätten wir wohl jetzt gemacht??* stellte ich mir die Frage, aber sofort fing ich an mit weinen. Wir hätten bestimmt irgendwas schönes zu zweit angestellt.
Mühsam erhob ich mich aus meinem Bett, der Brief war total zerknittert, doch das interessierte mich nicht. Als ich in den Flur ging, sah ich das Päckchen, doch ich konnte es nicht öffnen, so räumte ich es in einen Schrank. Im Bad stieg ich unter die Dusche und drehte das Wasser ganz warm, so dass ich danach aussah, wie ein kleiner Krebs. Ich cremte mich wieder ein, ging dann ins Schlafzimmer und zog mir Kleidung an, die wieder komplett schwarz waren. Sollten doch die Leute sonst was denken. Ich schminkte mir auch meine Augen komplett schwarz und steckte meine Haare nur locker hoch. Als es an der Tür klingelte, hoffte ich erst, das es Lauri war, doch als ich auf den Bildschirm sah, erkannte ich Aki.
Leise seufzte ich und öffnete ihm die Tür. Oben angekommen, sahen wir mehr aneinander vorbei, als uns an.
„Komm rein!“ kurz drückte er mich und ging ins Wohnzimmer. Dort ließ er sich aufs Sofa fallen und nahm sein Cappi in die Hände.
„Ähm, schice…weißt du was vom Lauri?? Auf meine SMS und Anrufe reagiert er nicht!!“ ich sah Tränen in seinen Augen.
„Und das eine Woche vor Tour, wir haben die ganzen Tage jetzt noch Proben, man, so wird das doch nix!!“ er zerknautschte sein Cappi und ich setzte mich neben ihn. Reden konnte ich wieder nicht, dazu fehlte mir die Kraft.
„Warum?? Warum musste ich mich auch in dich verlieben?? Man, er ist doch mein bester Kumpel!!“
„Hmm….“
„Es tut mir leid, ich wollte dir eigentlich nur dein Handy vorbeibringen.“ Er gab mir mein Handy, wo mehrere Anrufe in Abwesenheit waren, darunter auch Lauri, sowie mehrere SMS. Ich legte das Telefon beiseite, weil ich dafür auch keine Kraft mehr hatte und sah Aki an. Dieser hatte sich die Brille abgenommen um die Tränen aus den Augen zu wischen und schaute kurz auf. Ich fuhr ihm sanft übers Gesicht, damit die Tränenspuren verschwinden und er hielt kurz meine Hand fest, zog mich dann an sich und küsste mich. Nach kurzem Widerstand gab ich mich ihm wieder hin und genoss den Kuss. Seine Zunge forderte sanft Einlass, den ich ihnen gewährte und wir spielten miteinander. Als wir kurz aufhörten um Luft zu schnappen, hielt ich die Augen geschlossen, ich wollte jetzt nicht daran denken, dass da keine grünen, sondern blaue Augen waren. Aki küsste mich daraufhin noch einmal, diesesmal verlangender und wenn es in dieser Minute nicht an meiner Tür geklingelt hätte….
Ich stand auf, strich mir einmal übers Gesicht und ging zur Gegensprechanlage. Unten stand Claudi und ich holte Aki, sowie meinen Mantel und meine Tasche.
„Ich gehe jetzt mit Claudi fort, keine Ahnung wohin…was…was machst du??“ schüchtern sah ich ihn an.
„Ich werde nach Espoo fahren…aber, wenn was ist, rufe mich an ja?? Ich…ich liebe dich!!“ ein kurzer Kuss und er verschwand im Treppenhaus. Als ich aus der Tür trat, sah mich Claudi fragend an.
„War das gerade Aki?? Man, du machst Sachen!!“ ich nickte doch sagte nix weiter dazu.
Wir fuhren zu einem Club und dort trafen wir auch die anderen aus der Clique. Wir hatten recht viel Spaß, sogar ich konnte mitunter wieder lachen, doch als ich von den Toiletten zurückkam, sah ich Eva auf mich zukommen. *Sach ma, is die überall, wo ich auch bin, habsch nen Peilsender??*
„Na, hat dich Lauri endlich fallengelassen?“ fies grinste sie mich an.
„Was weißt du denn schon??“ frage ich sie schlecht gelaunt.
„Na, nur das, was er gestern bereit war zu erzählen, aber wir haben nicht wirklich viel erzählt muss ich dazu sagen, waren anderweitig beschäftigt!“ sie lachte höhnisch und wollte abrauschen, als bei mir die Sicherung durchknallte.
„Du elende Schlampe, lass ja deine dreckigen Finger von ihm…glaubst du echt, dass du ihm das geben kannst, wonach er sucht??“ ich sagte das ganz ruhig, doch ich merkte, wie sich meine Wut staute, dann brennt es leicht hinter meiner Stirn.
„Ja, ich denke doch…schließlich mache ich nicht mit seinem besten…falsch, ex-besten Kumpel rum!!“ wieder lachte sie, doch ich konnte nicht anders.
Diesesmal schlug ich zu. Ich traf ihr kleines, vielleicht gerade frischoperiertes, Näschen, meine Faust verlangte aber sofort mehr, so dass ich gleich noch mal auf sie einschlug.
Ich wurde von Claudi, die das mitbekommen hatte, zurückgerissen, was Eva mit einem Grinsen quittierte.
Ich riss mich los und schaute Claudi böse an.
„Lass mich…sie hats verdient!!“ Claudi schleifte mich zu Bar, stellte mir einen Whiskey vor die Nase uns sagte „Trink!“ Also trank ich ihn auf ex, drehte mich um und ging zum Ausgang, dort nahm ich mir meinen Mantel und Tasche und lief los. Ich war gerade 10 Minuten gelaufen, als ich hinter mir einen sehr bekannten und einen nicht bekannten Schritt hörte.
„Man, die hat mir echt voll die Nase gebrochen, Lauri, das kann die nicht machen. Nun warte mal, wo willst du hin??“ hörte ich Eva heulen. Ein fettes Grinsen machte sich auf meinem Gesicht breit.
„Man, schnallst du es endlich?? Ich will nix von dir, dass mit gestern, das war ein Getränkeunfall!! Und sollte ich noch einmal erfahren, dass du erzählst, wir hätten was miteinander gehabt gestern, solltest du dir um mehr Sorgen machen als deine Nase!!“ Lauri fluchte noch etwas.
*Bitte, was war das?? Sie hat mich angelogen?? Diese Bitch!!*
Ich drehte mich um und lief zu den Beiden. Meine DocMartens hinterließen einen harten Klang und als ich sie beide sah, musste ich lachen. Lauri stand an einer Mülltonne und zündete sich eine Zigarette an und sie saß auf der Bank und hielt sich ein Taschentuch an die Nase.
Lauri ließ vor Schreck seine Kippe fallen funkelte mich aber böse an und Eva sprang auf und keifte auf mich ein. Kurz darauf hatte ich eine Faust im Gesicht, so dass ich erstmal Sternchen sah.
„Bianca, nein!!“ hörte ich Claudi, die wohl geahnt hatte, dass was passiert, doch es war zu spät. Ich zog meinen Mantel aus, ließ ihn auf den Boden fallen und packte mir Eva. Sie war zwar ein ganzes Stück größer und auch etwas kräftiger als ich, doch in mir war so eine Wut, so dass ich ausholte und ihr eine zurückgab. Wir prügelten und eine Weile, bis sie zusammensackt, nachdem ich mein Knie Richtung Magen angehoben habe. Als sie so am Boden lag, aus dem Mund blutete und nur noch fluchte, ließ ich von ihr ab. Erst da bemerkte ich, dass auch ich viel abbekommen hab, mein Shirt war kaputt, meine Lippe war aufgeplatzt und meine Hose war an den Knien aufgerissen.
„Paska…man, was hast du denn gemacht!!“ Claudi kam atemlos bei uns an, Lauri sah mich mit riesen Augen an.
„Yeah!“ mit diesem Wort hob ich meinen Mantel und ging zu Claudi, die mich packte und mich schüttelte.
„Alles klar??“ brüllte sie mich an.
„Ja, jetzt schon!“ grinste ich sie an, nahm mir eine Zigarette und wollte weitergehen.
„He, du kannst…wo willst du hin??“ fragte sich mich wütend.
„Geht’s noch?? Man, die muss zu nem Arzt!!“ sagte da auch Luisa, die ebenfalls angestürmt kam.
„Mir doch egal, soll se gehen!!“ ich zog genüsslich an meiner Zigarette, wobei mir auffiel, dass meine Hand auch blutig war.
„Das wird noch ein Nachspiel haben, glaub mir!!“ kam es von Eva, die mittlerweile aufgestanden war. *Jetzt habsch aber Angst*
Mittlerweile waren auch ihre Freundinnen eingetroffen, die es jedoch vorzogen, nix zu sagen, sonder nahmen Eva und gingen. Lauri stand da und wusste ned, was er machen sollte.
„Lass uns fahren!“ sagte ich zu Claudi und ging zurück zum Club, wo ihr Auto stand.

66. Kapitel

„Bianca…warte…ich…“ als ich Lauri rufen hörte, drehte ich mich um und blieb stehen.
„Was ist??“
„Ich, es tut mir leid…ich liebe dich…mit Eva war nix…bitte…“ flehte Lauri mich an.
„Sorry, ich kann nicht…heute so und morgen so?? Geht nicht Lauri, lass mich in Ruhe, lasst mich alle in Ruhe!!“ schnauzte ich ihn an und stieg ins Auto. Er stand davor wie ein begossener Pudel und wusste nicht was er machen sollte.
„Man, das war ja hart, ich denke, du liebst ihn??“ fragte mich Claudi irritiert.
„Ja, ich liebe ihn, doch er kann nicht denken, dass ich so schnell…außerdem habe ich mit Aki geschlafen, glaubst du echt, dass wenn er das erfährt, er noch mit mir Zusammensein will?? Glaubst du doch selbst nicht!!“
„Na, dann sag ihm doch, wie es gekommen ist…es war ja keine Absicht!!“
Ich musste trocken auflachen, zog es aber vor, nix zusagen. Als wir bei mir ankamen, verabschiedete ich mich und ging in meine Wohnung. Dort lief ich erstmal ins Bad um meine Wunden zu versorgen und schaute mich im Spiegel an.
„Hast schu bessere Tage gehabt Mädchen!!“ sagte ich zu mir selbst und verzog mein Gesicht zu einem Grinsen, raus kam eine Grimasse.
Danach legte ich mich ins Bett und schlief meinen Rausch aus. Am nächsten Nachmittag wurde ich durch ein nerviges Klingeln an meiner Tür geweckt und verfluchte die Person davor jetzt schon. Ich tapste also zur Tür und öffnete diese. Vor mir stand mein Bruder mit seiner tollen Freundin.
„Hei, wir waren grad mal bei den Ellies und da du dich ja kaum meldest, haben wir gesagt, wir schauen hier mal vorbei. Na alles ok, siehst ziemlich schice aus!!“
„Danke, du mich auch!“ knurrte ich ihn an.
Sie machten es sich erstmal im Wohnzimmer bequem und schauen sich um.
„Man, sieht so anders aus dahier, chic - chic kleine Schwester!! Was macht eigentlich mein Lieblingsnachbar?? Isser noch im Bett??“
„Keine Ahnung, in meinem auf jedenfall nicht! So, jetzt ward ihr da, habt euch überzeugt, dass ich noch lebe, könntet ja auch wieder gehen!!“ recht unfreundlich, ich weiß.
„Nana, wir haben noch was anderes mit dir zu klären, bzw. Susi!“ der Ton den er da anschlug, ließ mich Böses ahnen.
„Ja, also, es geht um meine kleine Schwester, Eva…kennst du sicher!!“
Hmm, soeben war ich munter.
„Das ist deine Schwester??“ wieder fing ich an mit grinsen, war aber auch zu geil gewesen.
„Ja, und ich bitte dich, lass sie in Ruhe!! Ansonsten bekommst du mal echt noch Ärger mit mir. Gut, sie ist eine Schlägerbraut, deswegen kannst du froh sein, dass sie keine Anzeige erstattet, aber noch mal, und…“ ich konnte nicht mehr vor lachen.
„Willst etwa du mir mit deinen lackierten Fingernägeln was antun??“ Höhö..
„Nein, aber dann wirst du um keine Anzeige Drumherum kommen!“
Ich sah sie böse an, aber verkniff es mir, ihr zu antworten. Mein Bruder schaute mich an, musste zwar grinsen, hielt sich raus.
„Also, nur um dir das noch mal zu erklären…sie hat damit angefangen, also…und wenn, soll sie mit mir selber reden!!“ ich sagte ja doch was.
„Na, ach macht doch was ihr wollt!!“ zickig wie sie war, drehte sie sich zu Andy um und meinte, dass sie nicht länger mit mir in einem Raum sitzen möchte, sie möchte nach hause.
*Gut, haut endlich ab… ich will auch meine Ruhe!!*
Sie verabschiedeten sich mehr als höflich von mir und ich schmiss die Türe hinter ihnen zu. *Endlich*
Im Wohnzimmer angekommen, schmiss ich erstmal Rammstein in meinen Player und ging wieder ins Bad um Badewasser einlaufen zulassen.
Das tat gut und ich genoss so richtig meine Ruhe.
Als ich wieder aus der Wanne stieg, mir ein Handtuch um den Körper schlang und ins Wohnzimmer ging, bekam ich einen Herzanfall und ließ mein Handtuch fallen. An der Balkontür stand Lauri und wartete auf mich. Als er sah, was mir passierte, fing er an mit grinsen und ich beeilte mich, mein Handtuch zu heben.
„Scheen, so kannste öfters öffnen!!“ griente er, als ich ihm aufmachte.
„Hahaha, was willst du hier?? Verdammt, hab ich dir nicht gesagt, dass du mich in Ruhe lassen sollst??“ fauchte ich ihn an.
„Ach, das meinst du doch nicht so!“
„Und ob ich es so meine!! Du kannst nicht einfach so mal sagen, heute habsch keinen Bock, schießen wir sie mal ab und dann, wenn dir einfällt, es könnte falsch gewesen sein, kommste wieder an?? Nee du, so geht das nicht!!“ ich wurde immer wütender.
„Bianca, bitte, das mit Freitag tut mir echt leid, ich weiß auch nicht, was mich da geritten hat…Eero und Pauli haben mit mir gesprochen, Aki…den finde ich nicht!!“ wieder sah er mich mit seinen, vor lauter Tränen, moosgrünen Augen an.
„Weißt du, Aki ist in Espoo, weil er mit sich und so nicht klar kommt, ist wohl verständlich oder?? Nicht nur, das er mich liebt, nein, sein bester Kumpel hat sich von ihm losgesagt, als er ihn am Meisten brauchte…und…er weiß echt nicht was nun ist…er hat angst, auch vor dem…“
„Vor was??“ Lauri sah mich ernst an.
„Vor dem, was am Freitag noch passiert ist!“ sagte ich und starrte dabei auf mein Poster.
„Was am Freitag passiert ist??“ echote Lauri mich.
„Ja, das was passiert ist…“ leise sagte ich diese Worte, wusste ich doch, dass dieses Ereignis alles verändern würde.
„Nein!!“ war alles was von ihm kam, und ich nickte nur, konnte ihn nicht ansehen.
„Nein! Nein! Nein! Nein! Nicht ihr beide?? Bitte…lass das nicht wahr sein??“ er war aufgesprungen, stand vor mir und zitterte am ganzen Körper.
„D…o…c…h!“ schluchzte ich in mein Handtuch.
„Nein!!“ er raufte sich die Haare und ich merkte, dass gerade seine Welt zusammenbrach.
Ich schaute ihn nicht an, auch nicht, als er mich anflehte, in anzusehen.
Er atmete tief ein, legte einen Finger unter mein Kinn und hob es leicht an.
„Ich liebe Dich!!“ mit einem leichten Kuss verschwand er und ließ mich zurück, ein Häufchen Elend.

67. Kapitel

Ich ging ins Schlafzimmer, zog mir paar bequeme Sachen an und setzte mich auf mein Sofa, doch lange konnte ich so nicht sitzen bleiben, deswegen beschloss ich, meinen Eltern einen Besuch abzustatten. Schnell band ich mir meine Haare zu einem Zopf, nahm Autoschlüssel, Papiere und fuhr in die Tiefgarage. Die war, jetzt wo Aki wieder ausgezogen war, sehr leer, und ich fühlte mich wieder mieser. *Du hast eine seit 10 Jahren bestehende Band in weniger als 3 Wochen zerstört!!* ging es mir durch den Kopf. Ich hielt mich nicht an die 50km/h und konnte wohl von Glück reden, dass heute Sonntag war. Bei meinen Eltern angekommen, stand meine Oma in der Tür und mit einem Blick auf mich, erfasste sie die gesamte Situation, nahm mich in den Arm und führte mich in die Küche.
Als sie mir einen Pott heiße Schokolade vor die Nase stellte, kamen auch meine Eltern in die Küche und fragten mich was los ist. Ich konnte nicht mehr, fing wieder an mit weinen und erzählte mir alles vom Herzen. Ob sie mich so recht verstanden, wusste ich nicht, aber ich fühlte mich besser.
„Hmm, ihr macht aber auch Sachen!! Zeig mal wenigstens deine Hand, nicht das die sich noch entzündet!!“ Omilie war wieder nur um das Wohl besorgt, zu mehr ließ sie sich nicht hinreißen.
„Bianca, ich weiß, dass du jetzt eh nein sagst, aber meinst nicht, du solltest erstmal mit Lauri in Ruhe über die Situation reden?? Ich mein, gut das mit Aki is doof, aber, naja…wie soll ich sagen…Linda, helf mir doch mal!!“ unbeholfen wie mein Vater ist, wand er sich hilfesuchend an meine Mutter, die ein kleines Lächeln auf ihrem Gesicht hatte.
„Ach Arne, immer dann, wenn du nimmer weiterweißt, muss ich einspringen!! Aber, ich glaube, dass müssen die Beiden mit sich selbst ausmachen. Ich finde auch, dass sie ein sehr schönes Paar sind, aber vielleicht tut es ihnen gut, wenn die Jungs erstmal auf Tour gehen. Dann haben sie eine räumliche Trennung voneinander und sehen dadurch dann vielleicht einiges anders. Lauri braucht das denke ich bald mehr, als unsere Kleine!!“ *Ähm, ja…toll*
„Ja, da hast du recht Linda, ich denke Lauri braucht wieder Adrenalin in seinem Körper, wer weiß. Weißt noch, damals, als sie Into rausbrachten, zu uns kamen und gegrinst hatten bis über beide Ohren. Die konnten nicht still sitzen die Jungs, von einer Seite zur anderen…ach ja. Naja, jedenfalls, ich würde erstmal gar nix machen.“
*Ich liebe das, wenn deine Eltern erzählen und du irgendwie unsichtbar geworden bist!!*
Meine Oma schien das gemerkt zu haben und strich mir sanft über den Kopf.
„Hmm, also, ich muss dann auch wieder, ich muss morgen arbeiten!“ sagte ich und erhob mich.
„Ja, ok, wann kommst du das nächste Mal zu uns??“ fragte mich meine Mutter augenzwinkernd.
„Hmm, weiß nicht, wird wieder spontan werden!!“ ich lächelte umarmte alle noch mal und ging zurück zu meinem Auto. Doch so richtige Lust auf mein einsames Zuhause hatte ich nicht, deswegen fuhr ich wahllos auf die Autobahn. Als ich mich dann endlich beruhigt hatte, sah ich, dass ich keine hundert Kilometer mehr bis Tampere hatte und so nahm ich mir vor, meiner Freundin Lena mal einen Besuch abzustatten. Nach einer halben Stunde war ich in Tampere und eine viertelste später stand ich vor dem Studentenwohnheim wo Lena wohnte.
Als ich an ihrem Zimmer klopfte, hörte ich sie leise schimpfen und musste aufpassen, dass ich nicht anfing mit lachen. Endlich öffnete sie mir die Tür und ließ ihren Mund offen stehn. Ich klappte ihr Kinn wieder nach oben, knuddelte sie und fragte, ob ich im Gang stehen bleiben sollte. Sie fing sich wieder, kreischte auf und zog mich in ihr Reich. An der Wand hing ein riesen Placebo-Poster und aus dem Player kam „Bitter End“. Ich musste lachen.
„Also, was verschlägt dich nach Tampere?? Ich mein so einfach kommst du nicht auf die Idee und besuchst deine olle Lena!!“ kichern ließ sie sich auf einen ihrer Sitzsäcke fallen und ich nahm auf dem zweiten Platz.
„Ach naja, ich wollte mal raus aus Helle und da bin ich in mein Auto gestiegen und einfach losgefahren. Naja, und jetzt bin ich eben hier. Freust dich wohl ned??“ auch ich musste lachen, weil sie ja doch recht hatte.
„Doch schon, aber ich seh es in deinen Augen, das etwas ganz und gar nicht stimmt. Also, erzähl mal, was hast du jetzt so gemacht, seitdem du wieder da bist??“
Zum dritten Mal an diesem Tage erzählte ich meine Story und jedes Mal fühlte ich mich danach schlimmer als vorher.
„Ui, ganz scheenes Stück, was da passiert ist. Man, ihr bekommts aber auch nicht auf die Reihe oder?? Ein ewiges Hin und Her!!“ an einer Tasse Tee nippend saßen wir da und überlegten.
„Weißt, ich glaub, deine Eltern haben Recht. Lass ihn erstmal in Ruhe, genauso wie Aki und so, kümmere dich um dich selbst und so. Das kommt von alleine wieder. Das denke ich bei euch beiden!!“ flunkerte sie mich an und auf ihr Wort konnte ich eigentlich immer verlassen. Woher sie ihre Weisheiten nahm, konnte ich nicht sagen, jedenfalls war ich wieder einen großen Brocken von meinem Herzen los. Lange konnte ich nicht mehr bei Lena bleiben, denn ich hatte noch eine ewig lange Heimfahrt vor mir. Wir drückten uns und ich versprach, das nächste Mal zeitiger zu kommen.
Auf dem Heimweg hörte ich mir Depeche Mode an und als die CD zu dem Song ‚Somebody’ kam, drückte ich auf Endlosschleife. Aus tiefster Seele sang ich dieses Lied mit, und mir liefen wieder die Tränen.

I want somebody to share
Share the rest of my life
Share my innermost thoughts
Know my intimate details
Someone who’ll stand by my side
And give me support
And in return
She’ll get my support
She will listen to me
When I want to speak
About the world we live in
And life in general
Though my views may be wrong
They may even be perverted
She’ll hear me out
And won’t easily be converted
To my way of thinking
In fact she’ll often disagree
But at the end of it all
She will understand me
Aaaahhhhh....

I want somebody who cares
For me passionately
With every thought and
With every breath
Someone who’ll help me see things
In a different light
All the things I detest
I will almost like
I don’t want to be tied
To anyone’s strings
I’m carefully trying to steer clear of
Those things
But when I’m asleep
I want somebody
Who will put their arms around me
And kiss me tenderly
Though things like this
Make me sick
In a case like this
I’ll get away with it
Aaaahhhhh....


Als ich dann völlig übermüdet, verheult und kaputt bei mir ankam, stellte ich mein Auto irgendwie in die Garage, fuhr zu mir und fiel samt Kleidung ins Bett und schlief ein.

68. Kapitel

Die gesamt Woche zog sich hin wie ein Kaugummi, Lauri sah ich überhaupt nicht, weil ich es vermied zuhause zu sein. Ich verbrachte meinen Pausen zusammen mit Majia in der Innenstadt, was auch sehr lustig war, ich gab wieder sinnlos Geld für Klamotten aus (Frustkauf), ließ mir ein Bauchnabelpiercing stechen und schnitt meine Haare ab. Jetzt hatte ich einen flotten Kurzhaarschnitt und ich überlegte schon, ob ich mir nicht vielleicht mal eine andere Haarfarbe zulegen sollte, entschied mich dann aber dagegen. Die Arbeite erledigte sich fast wie von selbst, da ich jetzt eine gewisse Routine drinnen hatte. Mit meinen Mädels aus Deutschland habe ich auch schon telefoniert, und ihnen das Neueste erzählt, was mehr oder weniger positiv aufgenommen wurde. Natalie erkundigte sich nach Pauli, doch leider konnte ich ihr keinerlei Auskunft geben, so dass sie etwas enttäuscht war, weil er sich noch nicht gemeldet hatte. Ich beruhigte sie, wusste ich doch, dass die Jungs im Proberaum waren und noch an ihren Performances feilten. Danach war auch Natalie wieder fröhlicher, wusste sie doch, dass sie sich in Deutschland treffen würden.
Am Donnerstag war ich extralang in der Stadt, weil ich vermeiden wollte, am letzte Tag, an denen die Jungs in Helsinki sein würden, irgendeinen von ihnen zu begegnen, sie würden eh irgendwo feiern. Und ich wusste, das Lauri sich mit mir nochmal aussprechen wollte, hatte ich doch fast täglich kleine Zettel an meiner Tür, mal mit einer weißen Rose, mal mit eine kleinen Tafel Schokolade. Nur, ich traute diesem Frieden nicht und hörte einmal im Leben auf meine Eltern. Nicht, das mir das leicht viel, aber ich wusste, wir benötigten dies jetzt.
Doch, als ich nach Hause kam, wurde ich eines Besseren belehrt. Ein Herr Lauri Ylönen gibt so schnell nicht auf, nein, da lieber hockte er sich mit all seinen Kollegen in seine Wohnung, nur um daheim zu sein, wenn du kommst. Und das konnte ich nun auch nicht verheimlichen, da ich nun mal keinen Röntgenblick habe und somit meine Beleuchtung einschalten musste. Keine 5 Minuten später klopfte es an meiner Balkontür und ein ziemlich fröhlicher Aki und ein ziemlich angespannter Lauri standen davor.
„Was??“ fragte ich beide etwas unfreundlich.
„Ähm…ja…also…hmm…also, wir vertragen uns wieder…haben uns ausgesprochen. Und…naja…wir…wollten…noch mal mit…dir, naja…also…ja, reden.“ Etwas unwohl wippte Lauri von einem Bein aufs andere.
„Aja…und das wäre??“ ich verschränkte meine Arme vor der Brust und sah beide an.
„Hmm…können wir reinkommen?? Is bisschen kalt hier!“ nuschelte nun auch Aki, der einen sichtlichen Dämpfer von mir erhalten hatte.
„Nö, ich wollte eh grad eine rauchen!“ ich trat auf den Balkon und zündete mir eine Zigarette an. Dann drehte ich mich zu beiden um.
„Also, was ist so wichtig??“ langsam gingen sie mir auf den Zeiger, stehen da wie 2 pubertierende Jungs und bekommen den Mund ned auf.
„Ich glaub…schice…Lauri, klär das selbst!! Bye!!“ mit diesen Worten verschwand Aki.
„Toll…“ sagte Lauri und nun standen wir uns beide mal wieder wortlos gegenüber.
„Hallo?? Ich höre??“ ich zog an meiner Zigarette und schaue ihn etwas böse an.
„Warum…warum hast du nicht geantwortet?? Ich war extra jeden Tag zuhause, bin nicht durch die Clubs gezogen, nur wegen dir!!“
„Hmm, schön, und?? Hättest ja ned warten brauchen…Lauri, was soll eigentlich der ganze Mist?? Du hast letzte Woche mit mir Schluss gemacht und jetzt…was soll das??“ empört stand ich vor ihm.
„Naja…so einfach ist das nicht…man, ich liebe Dich, und ich habe da überreagiert!! Ich mein, weißt du, wie das für mich aussah, du und Aki in einer Umarmung und seine Lippen auf deinen?? Da gehören meine hin!!“
„Bitte?? Ich glaub ich hab gerade nen Hörschaden!!“ wütend funkelte ich ihn an.
„Du glaubst wohl, nur weil du Lauri Ylönen, Sänger von The Rasmus bist, kannst du mit mir umgehen, wie du lustig bist?? Ich bin keine deiner Gitarren, die du einfach mal so in die Ecke stellst, wenn sie nicht mehr die Töne spielt, die du möchtest!!! Und ich bin auch nicht eines deiner Betthäschen, die du über den gesamten Kontinent verteilt hast!!“ ich war kurz davor zu explodieren.
„Nein…man…du verstehst mich völlig falsch!!“
„Was soll ich denn da bitte jetzt wieder falsch verstehen??“
„Ach man…wie kann ich es dir beweisen??“
„Gar nicht, du kannst es mir nicht beweisen Lauri. Warte kurz…“ ich ließ ihn stehen, ging ins Wohnzimmer und holte das noch immer verschlossene Paket.
„Da, gibt das jemanden, der mehr damit anfangen kann. Ich wünsch euch viel Spaß und Glück auf eurer Tour.“ Ich wollte wieder zurück ins Wohnzimmer, doch er hielt mich fest.
„War’s das?? War das jetzt alles?? So einfach machst du dir das??“ er sah mich gefährlich glitzernden Augen an.
„Lauri…“ ich bekam Angst.
„Nein, jetzt rede ich!! 1. Das Paket ist nur für Dich, also behalte es!! 2. Ich habe keine Betthäschen auf dem gesamten Kontinent…“ schrie er mich an, holte tief Luft und im ruhigen Ton sprach er weiter, „…gut ich hab vielleicht mal einen Groupie vernascht, aber das sind andere Zeiten gewesen. 3. Ich gehe nicht eher, als bis ich weiß, ob das dein Ernst gerade war!! Und wenn ich die Tour verschieben muss!!“ er war jetzt ganz nah, so das ich seinen warmen Atem auf meinem Gesicht spüren konnte.
Ich schaute gebannt in seine Augen, das Farbspiel ist einfach der Hammer – zwischen saftigen Grün einer Sommerwiese, dem Grün von nassem Moos, dem Grün von Tannen und dem Grün vom Wasser in den Grotten (z.B. Crôte de la Madeleine in Frankreich). Es wechselt so schnell, das man es manchmal gar nicht gleich bemerkt. Es faszinierte mich immer wieder aufs Neue und so bemerkte ich nicht, dass er weiter zu mir sprach.
Erst als er seine Augen schloss und tief seufzte wurde ich zurück in die Wirklichkeit geschleudert.
„Was…was hast du gesagt??“
„Ich könnte dir hier einen Heiratsantrag machen und du würdest es nicht mal bemerken!!!“ traurig sah er mich an. „Hast du denn wirklich keine Gefühle mehr für mich, ist dir das alles wirklich schon so egal??“ kleine Tränen bildeten sich in seinen Augen.
„He, wer hat denn das gesagt?? Natürlich liebe ich dich noch, mehr als alles andere, aber…das ändert nix an meiner Entscheidung!!“ ich fuhr mir durch die Haare, was ich immer mach, wenn ich mir nicht sicher war.
„Ok…ich muss das wohl so akzeptieren…aber glaube mir…ich liebe dich!!! Gute Nacht Rakas!!“ mit einem Kuss auf die Nase verschwand er mit schweren Schritten über die Feuerleiter.
Ich zündete mir noch eine Zigarette an und ließ mich auf einen der Stühle fallen. Den Blick gen Himmel gewand, versuchte ich das Ganze zu verarbeiten, doch meine Speicherkapazität war heute begrenzt. Als ich aufgeraucht hatte, ging ich in meine Wohnung, löschte das Licht und verzog mich in mein Bett. An Schlaf war nicht zu denken. Leise drangen die Geräusche der Party über mir an mein Ohr und ich zweifelte wirklich schon wieder an meiner Entscheidung. Mir tat er leid, doch sollte ich nicht auch mal an mich denken?? Oder hätte ich mal an mich denken sollen, und ihm noch eine Chance geben sollen?? Egal, morgen früh würden sie abfliegen und ich hätte 3 Monate – das sind 12 Wochen oder 90 Tage oder 2.160 h oder 129.600 Minuten oder 7.776.000 Sekunden – an denen ich mir alles genau überlegen könnte, mehr als zu spät wird es dann nicht sein. Über diese Berechnung viel ich in einen traumlosen Schlaf.

69. Kapitel

>>I become so numb, I can feel you there …<<
Es klingelte mein Handy, doch ich drückte auf lautlos und drehte mich um. Ich wollte nur weiterschlafen, am liebsten für immer.
Als ich dann doch gegen Mittag wieder aufwachte, drehte ich mich auf den Rücken und starte das Netz über mir an. Ich erinnerte mich an all die schönen Stunden mit Lauri, die ich hier verbracht hatte, und als ich mich seufzend auf die andere Seite drehte, landete ich auf meinem Handy. Ich hob es an und sah, das ich 5 Anrufe drauf hatte und eine Kurzmitteilung. Die Anrufe kamen alle samt von Lauri, genauso wie die SMS. Ich ließ sie jedoch ungeöffnet und drehte mich auf die andere Seite und schaute durch meine Jalousie an eine strahlend blauen Himmel. *Ironie des Schicksals*
Irgendwann quälte ich mich aus dem Bett und ging duschen, doch alles erinnerte mich an gemeinsame Stunden mit Lauri, so dass ich mir ganz schnell was anzog und in die Stadt ging. Am Hafen angekommen, irgendwie führen mich meine Schritte immer hierher wenn ich Depri schiebe, lehnte ich mich an die Balustrade und sah den Wellen zu.
Und da kam mir die Erleuchtung des Tages, vielleicht sogar des Jahrhunderts. Wollte ich die nächsten 3 Monate Trübsal blasen, oder alles ein für allemal klären?? Ich entschied mich für letzteres, fuhr nach Hause, rief Herrn Halonen an und bat um Urlaub.
„Ja Frau Viitaniemi, ich kann ihnen leider erst im November Urlaub geben, da Frau Jussilainen im Oktober für 2 Wochen nicht da ist.“
„Nein, das ist ok. Dann kann ich besser planen. Danke!“
Danach ging ich noch mal in die Stadt in eines der Reisebüros, buchte mir einen Flug mit Übernachtung in Berlin und schon fühlte ich mich beschwingter. Als ich wieder zuhause ankam, stand eine junge Frau vor meiner Tür.
„Hallo, kann ich ihnen helfen??“ frage ich sie interessiert anschauend. Sie sah Lauri verdammt ähnlich, hatte auch diese kindlichen Gesichtszüge, grüne Augen, die freudig aufblitzten, als ich sie ansprach.
„Ja, wenn du Bibbi bist, dann kannst du mir weiterhelfen!“
„Ähm…ja, komm doch rein.“ Leise schloss ich die Türe auf und ließ sie eintreten. Als wir im Wohnzimmer saßen, fragte ich sie, ob sie was trinken möchte und bereitete für uns einen Cappuccino.
„Ich glaube, ich brauch dir nicht sagen, wer ich bin oder??“ lächelte sie mich an.
„Nein…du bist Hannah, Lauris Schwester.“
„Genau. Sicherlich fragst du dich jetzt, was ich bei dir will, oder??“
„Hmm, irgendwie schon.“ Auch ich musste lächeln, ich fand sie sehr sympathisch.
„Also, es geht, wie kann es auch anders sein, um meinen kleinen Bruder!“ grinste sie und ich merkte, dass sie fast das gleiche Lächeln wie er hatte.
„Aha!“ war alles was ich sagte.
„Keine Angst, ich mache dir keine Vorhaltungen…ich soll nur…naja, ich soll auf dich aufpassen!!“ nun lachte sie.
*Toll, was denkt der sich??*
„He, nicht!!“
„Was??“ entgeistert sah ich sie an.
„Du verschließt dich genauso wie Lauri, wenn er über etwas nicht reden will!!“
„Hmm“
„Also, es geht um folgendes: nachdem du heute nicht ans Telefon gegangen bist und auch nicht auf seine SMS reagiert hast, rief er mich schon fast verzweifelt vom Flughafen an. Er bat mich, mit dir zu reden, und dir zu sagen, dass es ihm alles Leid tut und er dich über alles liebt. Und, ich soll dir das hier geben…“ sie reichte mir eine kleine schwarze Schachtel. Als ich fragend die Augenbraue hochzog, lachte sie wieder fröhlich und ich muss sagen, ihr Lachen war einfach ansteckend.
„Was soll ich damit, ich habe ihm schon gesagt, dass ich ihn nicht heiraten werde!! Zumindest jetzt nicht.“ Kicherte ich, obwohl mir eigentlich wie weinen war.
„Na, ich glaube soweit ist selbst mein kleines Brüderchen noch nicht!!“ lachte sie wieder.
„Was soll es denn dann sein??“
„Na, machs doch auf, dann siehst du es.“ *Schlaue Antwort*
Lange betrachtete ich das Kästchen und ich merkte, wie Hannah neben mir fast platzte vor Neugier, doch ich legte es auf den Tisch und sah sie an.
„Sorry, ich kann das nicht!! Noch nicht!!“ meinte ich traurig.
„Aber wieso?? Du musst ihm echt ne Menge bedeuten, weil sonst zieht er mich nicht in seine Liebenssachen hinein, also los, öffne es!!“
„Nein…ich kann wirklich nicht!“ ich schaute auf meinen Fernseher, damit sie die Tränen nicht sah.
„Liebst du ihn nicht mehr?? Wie kann man diesen süßen, kleinen Gnom nicht lieben?? – Oh, jetzt kommt wieder die Schwester in mir durch…nee, was ist??“
„Das ist es nicht, ich liebe ihn nach wie vor mehr als mein Leben…aber…“
„Aber??“ sie rückte näher und sah mich direkt an.
„Ich habe Angst. Er kann mich nicht so behandeln, wie er es in den letzten Tagen gemacht hat…und ich habe Angst davor, ihn erneut zu verletzen.“
„Hä?? Versteh ich jetzt nicht. Erklär mal bitte!“
„Ich habe meine Tage noch nicht bekommen!“
„Du hast was?? Sach mal…“ sie fing an mit lachen, doch als ihr die Tragweite meiner Worte bewusst wurde, sah sie mich mit riesigen Augen an.
„Du hast was??“ fragte sie mich daher noch mal leise.
„Ich habe meine Periode noch nicht bekommen, und eigentlich müsste ich sie schon seit 2 Tagen haben!!“ zerknirscht sah ich sie an.
„Heißt das…bedeutet das…nein!!“ sie sprang händeklatschend auf und strahlte übers ganze Gesicht.
„He, komm mal wieder runter…es gibt da nur ein Problem!!“
„Dieses wäre??“
„Wenn, dann kämen 2 in Verdacht… aber eigentlich nehme ich ja die Pille!!“ ruhig sah ich sie an.
„Aki??“ fragte sie mich zögernd. Ich nickte und schlang die Arme um meine Beine.
„Oh man…und du bist dir sicher?? Naja, obwohl, bei den ganzen Stress in letzter Zeit kann das auch ein psychologische Ursache sein…aber trotzdem, das wäre zu geil!!“ sie strahlte wieder über ihr beiden Pausebäckchen.
„Naja…ich glaube nicht, dass er sich darüber freuen würde. Aber wie du schon sagtest, es kann auch an dem ganzen Stress liegen!!“
„Hmm, also, ich sehe, ich komm hier nicht viel weiter. Du willst definitiv nicht das Geschenk öffnen??“ zwinkernd sah sie mich an.
„Nein!“ ich musste grinsen.
„Ok, ich habs versucht. So, ich mach mich aber wieder vom Acker, da ich zu meinen Eltern muss. War nett, dich kennen zu lernen und ich hoffe, wir sehen uns bald wieder!!“ sie drückte mich und ich brachte sie noch zur Tür.
„Ja, bis bald vielleicht!“

70. Kapitel

Langsam ließ ich mich auf die Polster meines Sofas fallen und betrachtete das kleine Kästchen.
„Man, erst das Paket, welches noch auf dem Balkon liegt, und nun das hier!!“
Ich ging auf den Balkon und holte das Paket rein, dann nahm ich das Kästchen und legte es in meinen großen Kleiderschrank oben ab.
Danach rief ich Claudi an und wir verabredeten uns für abends ins Kino.
Und dann machte ich das, was ich immer mache, wenn ich mit mir ins Reine kommen muss. Ich schmiss Lacrimosa in den Player und drehte voll auf, nahm meinen Staubsauger und begann zu den Klängen von ‚Schakal’ meine Wohnung aufzuräumen. Als ich mit Saugen fertig war, nahm ich mir einen Eimer füllte ihn mit Wasser und wischte komplett durch. Nach dieser körperlichen Ertüchtigung war ich so kaputt, dass ich mir doch eine Wanne vollaufen ließ um entspannt zu baden. Die ganze Zeit lief Lacrimosa und als ich so den Klängen und der Stimme Tilo Wolffs, bzw. Anne Nurmis, lauschte, traten mir wieder die Tränen in die Augen.
„Habe ich vielleicht das Beste weggeworfen, nur weil ich meinen Stolz nicht runterschlucken wollte?? Aber warum muss ich immer klein beigegeben?? Hat nicht er gesagt, dass ich nicht mehr mit ihm reden soll, dass er fertig mit mir ist?? Warum soll ich nach seiner Melodie tanzen?? Besteht eine Beziehung nicht aus Geben und Nehmen??“ sprach ich mit mir selbst. Als es mir zu dumm wurde, stand ich auf, nahm ein großes Handtuch, wickelte mich darin ein und lief ins Wohnzimmer. Dort nahm ich mir mein Handy, um wenigstens die SMS von Lauri zu lesen.

>>Hei Babe!! Ich hoffe, du konntest gestern Nacht gut schlafen, ich nicht, weil ich dauernd daran denken muss, was für ein riesen Arschloch ich gewesen bin!! Ich liebe Dich, daran wird sich auch nix ändern!! Ich bitte Dich, verzeih mir…ich brauche Dich…Deine Nähe…Deine kaputten Gedanken…Dein Lachen…einfach alles!! Glaube mir, ich liebe Dich ohne Ende, und ich weiß nicht, was ich tun soll!! Ich denke nur an Dich…d.K. Lauri<<

Ich schmiss das Handy in die andere Ecke, des Sofas. *Immer bleibt alles an mir hängen. Entscheide ich mich dagegen, werde ich bald von Psychiatern auf meinen Geisteszustand untersucht, gebe ich nach, hat der Herr wieder seinen Willen bekommen und lernt nix daraus!! Ich rede heute mal mit Claudi darüber…* waren meine Gedanken, während ich mir was zum Anziehen raussuchte.
Ich entschied mich heute für meinen Samtanzug, der dunkelblau ist, ein weißes Top und meine Springer. (Sieht gut aus, habsch mal bei jemanden gesehen *Traum)
Als Makeup entschied ich mich für dezente schwarze Umrandung der Augen und ein leichtes Violett als Lidschatten, Mascara und bisschen Lipgloss. Meine Haare stylte ich so, dass sie zerstruppelt aussahen und war mit mir ganz zufrieden.
Als ich auf die Uhr schaute, sah ich, dass Claudi erst in 10 Minuten kommen würde, so schmiss ich noch einmal Lacrimosa mit Fassade 3. Satz rein und sang laut mit.

Lacrimosa

Fassade - 3. Satz

Vielleicht bin ich nur ein Mensch
Und vielleicht bin ich auch nur ein Argument
Vielleicht bin ich letztlich einer dieser Fragen
Deren Antwort sich die Blöße gibt ein fragend Mensch zu sein

Und so kann man mich verneinen
Und so kann man mich auch tatenlos benennen

Einheit - war Stärke - war Gleichschritt
War Macht über euch selbst
Euch selbst - euch selbst

Und so bin ich unbefangen
Nicht verlogen - nicht bestochen und nicht blinder Macht
verkauft
Nein - ich bebe vor Verlangen echte Worte zu empfangen
In Wahrhaftigkeit einander zu begegnen

Warum Fassade?
Musst du wirklich fragen was ich fühle?
Musst du wirklich fragen wie ich bin?
Bei allem was mich umtreibt - wie ich lebe - mich bewege
Bei allem was ich gestern - hier und heute vor dich bringe

Gibt es wirklich so viel Egoismus in der Welt?
Gibt es wirklich so viel Selbstsucht
Dass die Liebe nicht mehr zählt?
Reicht es nicht dass jeder sich der nächste ist und nicht
versteht
Dass die Mauern des Alleinseins die des Egoismus sind?

Kann ich vergeben
Kann ich dir jetzt vergeben sag mir
Sag an - was du von mir willst

Musst du wirklich fragen was ich fühle?
Musst du wirklich fragen wer ich bin?
Bei allem was mich umtreibt - wie ich lebe - mich bewege
Bei allem was ich gestern - hier und heute - vor dich bringe
Kann ich vergeben
Kann ich dir jetzt vergeben sag mir

Ganz allein - ich will alleine sein
Ich will nichts hören - will nichts sehen
Will alleine mit dir sein

Ganz allein -
Ich will nur alleine sein!
Ganz allein -
Bitte nur in Ruhe lasst mich sein!

Als die letzten Töne so langsam verklangen, drehte ich die Musik leiser, holte meinen Schal und Mantel und schaltete dann alles aus und ging zum Fahrstuhl. Dort angelangt, viel mir ein, dass ich Claudi die SMS von Lauri zeigen wollte und rannte nochmal zurück um meine Handy zu holen. Doch irgendwie fand ich es ned und war schon wieder am Schimpfen, als mir einfiel ich könnte mich ja vom Festnetz aus anrufen. Gesagt, getan und siehe da, zwischen Sitzfläche und Lehne leuchtete es auf. Ich schnappte mir mein Handy und rannte dann die Treppen hinunter, weil Aufzug zu lange gedauert hätte. Vor der Tür stand schon Claudi und fror ein bisschen, so dass wir gleich weiterliefen.
„Und, was kommt den nun im Kino??“ fragte ich sie.
„Nix, lass uns lieber einen Trinken gehen, danach is mir heute!“ jetzt erst bemerkte ich, dass auch sie leicht Depri schob.
„Was ist los??“
„Nix, nur das Übliche mit Morten, der fühlt sich wieder mal nicht verstanden…nur weil ich heute mit dir fortgehe und nicht mit zum Bowlen!!“ schnaubte sie neben mir.
„Ach, das hätten wir doch auch machen können!! Naja, jetzt ist es eh egal…“
“Nee, lass mal, mit seinen Arbeitskollegen und deren Freundinnen – muss ich mir nicht antun!!“ grinste sie mich schief an.
Wir gingen in eine kleine Bar in der Innenstadt und suchten uns eine kleine Ecke, wo nicht gleich jeder vorbeiläuft. Nachdem wir uns jeder ein großes Bier bestellt hatten, schwiegen wir erstmal und schauten uns um. Ich musste auf einmal anfangen mit lächeln, denn keine 3 Tische weiter saßen die Jungs von SaraLee. Als sie mich erkannten, hoben sie ihr Hände und ich grüßte winkend zurück.

71. Kapitel

„Also…“ wandte ich mich Claudia wieder zu, „Was ist denn nun so los bei euch?? Das ist jetzt schon das 2. Mal, das ihr euch streitet.“
„Ach ich weiß auch nicht, wahrscheinlich nur der Alltag…ich mein, wenn ich von der Arbeit heimkomme, dann will ich erstmal etwas Ruhe haben, und nicht gleich mit seinen Problemen konfrontiert werden. Und das versteht er nicht. Es geht immer nur um ihn, mich fragt er nicht, wie mein Tag war!!“ regte sie sich aus, und ich hörte ihr zu ohne etwas zu sagen.
„Dann, seitdem du wieder da bist, regt er sich noch mehr auf. ‚Wie kannst du denn nur mit ihr befreundet sein, die hat doch jetzt ihren Freund und lebt in einer ganz anderen Gesellschaft als du!! Schau dir doch an, steht sogar schon was in der Zeitung über sie…und was ich sonst noch so höre!!’ so und och andere Sachen darf ich mir anhören!! Ich halte das nimmer lange aus!!“ stöhnte sie und ich merkte, dass jetzt meine Sache völlig falsch am Platze war.
„Hmm, vielleicht ist er nur eifersüchtig und hat Angst, dich an jemanden aus der…, wie sagte er…anderen Gesellschaft??,…verlieren!! Versteh doch mal einer die Männer!! Die aus der ‚anderen Gesellschaft’ sind genauso gestrickt!!“ meinte ich und musste dann darüber lachen.
„Was ist denn nun so witzig daran??“ irritiert schaute sie mich an und ich erzählte ihr, wie eifersüchtig Lauri doch eigentlich ist.
„Ach ja, was is denn nun eigentlich mit euch beiden?? Habt ihr euch wieder vertragen??“ jetzt war ich diejenige, die sie irritiert ansah. „Naja, komm schon, sag mir bitte nicht, dass du ihn hast so ohne weiteres fliegen lassen??“
„Doch!! Aber warum fragst du??“
„Warum ich…Sach mal, hast du se noch alle?? Du lässt die Liebe deines Lebens so einfach mir nix dir nix nach Deutschland fliegen?? Was, hast du genommen??“ entrüstet fuhr sie mich an, so dass ich erschrocken zurückzuckte.
„Hä?? Was ist denn jetzt los mit dir??“
„Na, man…ist doch wahr!! Habt ihr überhaupt nochmal miteinander geredet oder so??“
„Ja, gestern waren er und Aki kurz unten, naja…Aki ist dann gleich wieder abgehauen, weil ich schlechte Laune hatte und wir haben, nunja…also, hmm…er hat sich entschuldigt und so….“ ich erzählte ihr die ganze Story und ihr Gesicht wurde mit jedem Satz länger. Als ich fertig war und sie anschaute, dachte ich echt, die will mich gleich lynchen.
„Nimm sofort dein Handy und schreib ihm eine Nachricht!! Du spinnst doch, man er schickt sogar seine Schwester zu dir, und du?? Ich verstehe dich nicht, wenn du ihn wirklich so liebst, wie du immer behauptest…“
„Ich behaupte das nicht nur, es ist so!!“ fiel ich ihr mürrisch ins Wort.
„…dann solltest du es ihm vielleicht auch mal zeigen??“ beendete sie unbeeindruckt ihre Tirade.
„Fertig??“ fragte ich nach paar Sekunden.
„Hmpf!!“
„Ok, also, nur damit du dir mal keine Sorgen mehr um Lauri machst. Ich werde ihn im November in Berlin besuchen. Aber, und das sag ich nur dir, das ist eine Überraschung. Die Einzige, die ich noch einweihen werde, ist Natalie, weil ich ja nicht weiß, wo die sind. Und die Geschenke werde ich erst dann aufmachen, wenn wieder alles gut ist!!!“
Mit großen Augen sah sie mich an und brachte nur ein „Oh“ zustande.
„Ja, oh!“ lachte ich und sie viel ein.
„Aber, weil wir gerade bei Natalie sind. Meinst du, dass das was werden könnte bei ihr und Pauli??“
„Hmm, ehrlich??…ich habe keine Ahnung! Ich meine, sie mögen sich echt, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das auf Dauer mit dieser Entfernung gut geht. Vielleicht zieht ja Natalie auch nach Helle, wäre auf jedenfall lustig.“
„Naja, aber sie kann doch kein Finnisch!!“ meinte Claudi.
„Na, das ist dann wohl das geringste Problem würde ich mal meinen, das lernt die dann schon!“ lachte ich.
Wir saßen noch lange gemütlich zusammen und lachten viel. Als es ich dann müde wurde, gingen wir heim und ich wünschte Claudi noch ein schönes Wochenende und ging dann zu mir. Zuhause angekommen zog ich meine Sachen aus und ließ sie einfach fallen. Müde wie ich war, viel ich einfach in mein Bett. Kurz bevor ich einschlafen konnte, nahm ich mein Handy und schrieb Lauri eine Nachricht:

>>Hei! Sorry, dass ich so blöd war, ich liebe Dich und hoffe, dass ich jetzt nicht alles kaputtgemacht habe durch meine Sturheit! Du fehlst mir…ich liebe Dich…d.K. <<

Keine 5 Minuten, nachdem ich die SMS abgeschickt hatte, klingelte mein Handy und Lauri war dran.
„Ich liebe dich auch!! Du weißt gar nicht wie ich mich über diese SMS gefreut habe…ich dachte schon, dass jetzt alles vorbei ist, nachdem du dich nicht gemeldet hast…“ rief er freudig ins Telefon, so dass ich es von meinem Ohr weg hielt.
„Ja, ich dich auch…du fehlst mir…“ flüsterte ich ins Telefon, als ich hörte das er fertig war.
„Und…warum konntest…warum musstest du…man, ich vermisse dich auch und ich hätte mich gestern echt gefreut, wenn wir die paar Stunden noch gemeinsam verbracht hätten!! Ich war mehrmals drauf und dran, zu dir zu gehen und…“ er brach ab, denn er musste einmal tief Luft holen.
„Lauri, es tut mir leid, ich weiß ich habe einen Fehler gemacht und ich…ich würde es gerne ungeschehen machen! Aber, ich habe…ich werde es wieder gutmachen, wenn ich darf?“ wieder konnte ich nur mit leiser Stimme reden.
„Wieso fragst du?? Du hast es doch schon längst!! Ich habe heute den ganzen Tag unter Strom gestanden, weil ich nix von dir gehört hatte!! Und Hannah konnte mir auch nix weiter sagen, nur, dass du dich genauso verhalten hast, wie ich es mir schon dachte!! Aber…warum hast du die Geschenke nicht geöffnet??“
„Weil es da noch etwas gibt…etwas was ich erst noch klären muss. Und dann möchte ich die Geschenke gern in deiner Gegenwart öffnen…“
„Was ist los??“ fiel er mir ins Wort.
„Das, kann ich dir jetzt nicht sagen…du sollst nur wissen, egal was passiert, ich liebe dich vom ganzen Herzen!!“
„Bianca, was ist los?? Was soll passieren?? Red mit mir!!“ sprach er mit zittriger Stimme.
„Ich kann nicht…Lauri, ich liebe dich! Gute Nacht, ich bin müde…und du brauchst auch deinen Schlaf, ihr habt morgen euer erstes Konzert!“
„Ok…ja, du hast recht…ich sollte auch schlafen, aber…man…ich mach mir jetzt wieder Gedanken!!“
„Brauchst du nicht, es ist alles ok!!“ versuchte ich ihn zu beruhigen, „ich werde nächste Woche mal schauen, was Niina macht…die freut sich bestimmt auch über bisschen Besuch.“ lenkte ich ab und es funktionierte.
„Ja, das glaube ich auch…ich liebe dich!!“ leise verabschiedeten wir uns und ich legte auf. Kurz darauf war ich eingeschlafen.

72. Kapitel

Am nächsten Morgen wachte ich mit einem leichten Kater auf und überlegte, was ich so mit mir anstellen sollte. Da vielen mir meine Eltern ein und ich rief sie an und lud mich zum Essen ein.
Als es dann für mich Zeit wurde, mich aufzuraffen und ins Bad zugehen, quälte ich mich aus meinem Bett und als ich vor dem Spiegel stand streckte ich mir die Zunge raus. Unter der Dusche fiel mir das Telefonat mit Lauri ein und ich musste leicht lächeln.
*Was ist, wenn ich wirklich schwanger bin??*
Ich konnte mir das absolut nicht vorstellen: er als Papa und ich als Mama! Ich musste lachen und drehte das Wasser ab. Schnell cremte ich mich ein, zog mir einfache Sachen an und ging dann zum Aufzug. Im Auto schaltete ich Radio ein, damit ich mich von sämtlichen Gedanken befreien konnte und nach einer viertel Stunde stand ich in der Auffahrt meiner Eltern. Als ich an der Tür klingelte, öffnete mir mein Paps der mich sofort freudestrahlend in den Arm nahm.
„Hallo Princess…na, was zieht dich zu uns??“ lachte er und führte mich ins Haus.
„Ach Paps, weißt du, ich hab mich so alleine gefühlt ohne Lauri und zum Kochen hatte ich auch keine Lust. Und da viel mir Hotel ‚Mama’ wieder ein!!“ lachte ich.
„Hmm, wohl eher Hotel ‚Oma’!“ lachte nun auch mein Vater.
„Was kichert ihr beiden denn schon wieder??“ grinsend kam meine Muter auf uns zu und umarmte mich.
„Ach nix…kennst uns doch!“ lachte ich noch immer und folgte den beiden in die Küche, wo meine Oma - *Wer auch sonst??* - am Kochen war.
„Hei Omilie!“ ich drückte meiner Oma einen dicken Kuss auf die Wange, welchen sie mir mit einem Lächeln quittierte.
„Na Kleines…alles ok bei dir??“ frage sie mich.
„Ja…ich fühl mich nur bisschen alleine. Lauri ist für ganze 3 Monate auf Tour.“ Erklärte ich ihr.
„Und, habt ihr euch wieder vertragen??“
„Naja…hmm…ich denke schon.“
“Wie, du denkst schon?? Das musst du jetzt mal erklären.“ Mischte sich nun auch meine Mutter in das Gespräch ein.
„Naja, am Freitag war er kurz unten und ich hab halt überreagiert, kennst mich doch…naja, jedenfalls…jedenfalls hab ich ihn abserviert und naja…am Samstag war seine Schwester bei mir und hat mir noch ein Geschenk von ihm gereicht…naja, ich hab mich dann heute früh, als ich zuhause war bei ihm gemeldet.“ Ich schämte mich und meine Eltern sahen mich nur mitleidig an.
„Ach Kindchen, was machst du denn nur?? Aber bei deinen Eltern war es auch nicht anders, die haben auch knapp 2 Jahre gebraucht um zu wissen, dass sie zusammengehören!!“ sanft sprach meine Oma mich an.
„Man Omilie, weißt du, wie sehr ich mich selbst dafür hasse?? Wenn ich könnte, würde ich die Zeit zurückdrehen…und…alles anders machen!“ schniefte ich leise.
„Naja, so dramatisch würde ich jetzt nun auch nicht reagieren! Du bist eben wie dein Vater, ein richtiger Sturkopf, der auch vor lauter Bäume den Wald nicht sieht!! Hat Lauri denn irgendwie geantwortet??“ fragte mich meine Mutter.
„Ja, wir haben gestern telefoniert, und soweit ist auch alles ok…“
“Aber??“ fiel mir mein Vater ins Wort.
„Ich habe Angst, dass ich schwanger bin, denn dann wüsste ich erstens nicht von wem genau und ob er sich…ich mich…wir uns darüber freuen würden!!“ ich versank bald im Boden, denn vor der Reaktion meiner Familie hatte ich Angst.
„Du bist vielleicht…ich werde vielleicht…oh mein Gott, dass muss ich begießen!! Ich werde vielleicht Opa!! Weißt du was das heißt Linda??? Ich kann es nicht glauben…“ mein Vater war total aus dem Häuschen und ging kurz ins Wohnzimmer an die bar um sich einen Whiskey einzugießen.
„Arne, noch ist es doch gar nicht raus, ob sie schwanger ist! und ob sie es behält weißt du doch auch nicht!! Aber du hast recht, wieder so einen kleinen Wurm…ach, ich würde mich freuen!!“ auch meine Mutter bekam so einen komischen Glanz in den Augen. Und meine Oma, na die rührte irgendwie mit Tränen in den Augen das Gemüse um.
*Hallo?? Ich hab gerade gesagt, dass ich eventuell schwanger bin!! Wo bleibt das normale, elterliche ‚Oh mein Gott Kind!!’-Gerede, die entsetzten Gesichter und alles?? Wo ist meine Familie geblieben??*
Ich räusperte mich leise und meine Eltern sahen mich an.
„Ihr würdet euch echt freuen?? Ich meine…ich weiß doch selbst noch nichemal ob ich mich freuen soll!!“ fragend sah ich sie an.
„Natürlich, bist doch alt genug!! Und in deinem Alter hatten wir ja schon Andy gehabt!! Weiß es Lauri schon??“
„Oh nein!! Das kann ich ihm doch nicht sagen!!“ erschrocken sah ich meine Mutter an.
„Warum denn nicht?? Er würde sich doch nicht von dir trennen??“ fragte mich meine Oma.
„Ich…ja, das weiß ich eben nicht.“ Ich fühlte mich wieder elend.
„Ach komm…du hast ihm das noch nicht gesagt?? Wann willst du es ihm denn sagen??“ mich in den Arm nehmend fragte mich mein Vater das.
„Ja, wann willst du es ihm sagen??“ auch meine Mutter wollte das wissen.
„Ich weiß es nicht…davor habe ich ja Angst!! Was ist, wenn es von Aki ist?? ich liebe doch aber nur Lauri!!“
„Wann hast du es denn nun festgestellt?? Ich meine, bist du dir total sicher??“ meine Oma setzte sich neben mich und schaute mich an.
„Naja, nee…weil ich ja die Pille nehme!! Aber normalerweise müsste ich sie seit gut 3 Tagen haben!!“
„Ach Kindchen…dann mach dir mal keinen Kopf!! Durch diese ganze Umstellung, deine Rückkehr und so kann sich dein Körper nur bisschen zeit lassen!! Und wenn du die Pille genommen hast, dann erst recht nicht!!“ meine Oma nahm mich nun in den Arm und ich musste weinen.
„Irgendwie…ich fände es schön weißt du?? Ist komisch, aber er ist der Mann, mit dem ich mir das vorstellen könnte…so Kinder und ewig zusammen bleiben. Wir müssen ja noch nicht mal heiraten!“
„Ich wollte doch aber…ich würde dich aber so gerne als stolzer vater zum Altar führen wollen!!“ schniefte nun mein Vater.
„Naja…ich weiß nicht…ich habe dazu noch keine Ambitionen!!“ lächelte ich über die Sentimentalität meinen Paps.
„Naja, jetzt lasst uns erstmal essen und das andere hat noch genug Zeit…und ich muss Oma zustimmen, dass wird nur eine körperliche Reaktion auf den ganzen Stress sein!!“ damit war für meine Mutter das Thema erledigt und sie räumte die Teller und das Besteck hin.

73. Kapitel

Nach einem sehr leckeren Mahl saß ich noch mit meinem Vater in der Küche und rauchte eine. Meine Oma hat sich zu ihrem Mittagsschläfchen hingelegt und meine Mutter wollte irgendeine Sportübertragung anschauen.
„Paps, was würdest du machen, wenn ich schwanger wäre, Lauri sich aber von mir trennen würde??“
„Was soll ich machen?? Das ist seine Entscheidung, dafür muss er gerade stehen, ich kann da nix machen!!“ irritiert schaute er mich an.
„hmm, hast auch wieder recht, aber davor hab ich am meisten Angst!! Ich will ihn nicht verlieren!!“ wieder traten mir Tränen in die Augen.
„So schätze ich ihn aber nicht ein. Gut er wird lange brauchen, sich daran zu gewöhnen, weil das viele Probleme aufwirft, besonders für ihn, aber ich denke…ja glaube es sogar, er wird sich mit dir freuen!!“ sanft strich er mir über die Wange.
„Hmm…ok. Du, sei mir nicht böse, aber ich werd wieder heimfahren und mich ausruhen. Morgen muss ich ja wieder arbeiten.“ Ich sprach leise und erhob mich.
„Ok, aber wenn du was hast…du weißt, du kannst immer zu uns kommen!! Wir lieben dich und stehen hinter dir, egal wie du dich entscheidest!!“ mein Vater umarmte mich und ich ging nochmal zu meiner Mutter um mich zu verabschieden.
„Was, du gehst schon?? Schade, aber ich kann dich verstehen!! Aber, wenn was ist…“
„ich weiß, ich kann immer zu euch kommen!!“ lachte ich und meine Mutter fiel ein.
„Ok, nun…dann komm gut heim und pass auf dich auf. Ich liebe dich, vergiss das nicht!!“ sie küsste mich auf die Wange und ich ging in den Flur und zog mir meine Schuhe und meinen Mantel an.
Ich war schon fast zu Tür raus, als meine Oma nach mir rief.
„Warte…du kannst doch nicht einfach ohne Wiedersehen zu sagen verschwinden!!! Und hier, damit du mir das Essen nicht vergisst!!“ mit einem Lächeln reichte sie mir einen Beutel und küsste mir ebenfalls die Wange.
„Danke Omilie… ich liebe dich!“
Ich lief zu meinem Auto, stellte den Beutel auf den Beifahrersitz und fuhr nach Hause.

Dort angekommen, ließ ich meine Sachen im Auto und ging in den Park. Ich lief am Teich entlang und betrachtete wieder die Enten. Dann lief ich zur Tuomiokirkkokirche und setzte mich auf eine der Treppen.
Hier konnte man stundenlang sitzen und die Leute, vor allem Touristen beobachten. Es gibt die unterschiedlichsten: die, die wegen der Kunst hier sind, manche von ihnen sind mit Block und Papier bewaffnet; dann solche, die just for fun hier sind; solche, denen man es ansieht, dass sie nur mal was gesehen haben wollen um damit angeben zu können und solche, die gezwungenermaßen hier sein mussten.
Z.B. die Gruppe von Mädchen, die am Fuße der Treppen standen, solche kamen eigentlich nur nach Helsinki und an die Tuomiokirkko, weil sie hoffen, jemand Bekanntest zu reffen. Davon haben Lauri und die Jungs schon oft erzählt. Ich beobachtete die 6 Mädels und als sie näher kamen, konnte ich hören, dass sie Deutsche waren.
„Also, naja, so wie es aussieht haben wir heute noch nix erreicht!! Und ich hatte echt gehofft, ihn hier mal zu treffen!!“ sagte die eine, die etwas älter aussah als der Rest.
„Ach Luci, du weißt doch…wir haben in solchen Sachen kein Glück!!“ antwortete ein anderes Mädchen, sie hatte lange schwarze Haare und ein schönes Gesicht.
„Vielleicht treffen wir ja heute Abend, in einem der Clubs die Jungs…man, das wäre so schön!! Einmal ohne irgendwelche Kreischies Lauri treffen!!“ sprach da gerade das Mädchen mit den blonden kurzen Haaren. Sie fiel eigentlich am meisten auf, weil der Rest schwarze, bzw. dunkle Haare hatte und sie Blonde. Auch die Kleidung der Mädchen war komplett schwarz.
Ich musste grinsen.
„Wenn ihr mit Jungs The Rasmus meint, muss ich euch leider enttäuschen. Die sind in Deutschland oder so…haben Pressetermine und dann ihre Tour.“ schaltete ich mich in das Gespräch ein.
„Oh nein…woher willst du das wissen??“ fragte mich diese Luci.
„Hmm…ich weiß es aus sehr zuverlässiger Quelle.“ Antwortete ich, da ich Angst davor hatte, den Mädels zu erzählen, dass ich Lauris Freundin bin. Sie sahen mich schon alle bisschen schräg an und ich konnte mir denken, was durch deren Köpfe ging. °°Woher will die denn das wissen?? Die Tour fängt doch erst Mitte Oktober an!!°°
„Achja?? Und warum wissen wir dann nix davon?? Wir sind große Fans und wissen eigentlich über vieles Bescheid, zumindest was so was angeht!“ etwas ungehalten sah mich Luci an.
„Hmm, sorry, ich kann das euch echt nicht sagen, aber die Jungs sind gestern früh nach Berlin geflogen!“ ich lächelte leicht.
„Nach Berlin?? Das ist nicht dein Ernst!! Wir sind am Freitag von Berlin hierher geflogen!! Wenn das stimmt was du da sagst, könnte ich mich…arrgh!! Angie, da wird es wohl nix mit Aki!!“ Luci drehte sich zu dem Mädchen mit den schwarzen kurzen Haaren, dass eine leichte Ähnlichkeit mit Aki hatte um.
„Oh man…war mir aber eigentlich schon vorher klar…ich hab bei so was nie Glück!!“ seufzte diese Angie.
„Aber…warum kannst du so gut Deutsch?? Bist du auch aus Deutschland?? Oder wieso hast du uns verstanden??“ wandte sich Luci wieder an mich.
„Nein, ich bin Finnin, habe aber 3 Jahre in Nürnberg gewohnt. Ach übrigens, ich bin Bianca!“ ich reichte ihr meine Hand.
„Aha, cool…ich bin Luci, das hier ist Angie, das ist Constance, das ist Crazy und das dort ist Uli! Nett dich kennen zulernen!“ nacheinander reichte ich jedem der Mädchen die Hand. Aber genauso zurückhaltend wie ich sie musterte, sahen sie mich an.
„Lasst uns einen Kaffee trinken, ich kenn hier ein nettes Café von meinem letzten Besuch.“ Schlug Luci vor und ich sah sie irritiert an.
„Ich soll mitkommen??“ fragte ich daher nochmal nach.
„Na klar…ich freue mich immer jemanden kennen zu lernen. Und die anderen auch, keine Angst!!“ lachte sie und ich musste auch grinsen.
„Ok…“

74. Kapitel

Zusammen gingen wir in ein kleines Café, wo ich auch schon des Öfteren mit Lauri oder meinen Freunden saß.
Wieder überraschte mich Luci, als sie im perfekten finnisch für alle bestellte.
„Wow, kannst du aber gut finnisch!!“
„Ja, ich lerne das ja jetzt auch schon ewig!! Habe viele Freunde hier und so…und vielleicht ziehe ich auch eines Tages mal nach Helle.“ Lachte sie.
„Cool und wie kommt das??“ interessiert fragte ich sie das.
„Naja, wir wollen, zumindest Angie, Constance und ich wollen das.“ Antwortete ich.
„Naja…vorausgesetzt ich bekomme das mit der Sprache hin!“ meint Angie.
„Und wieso??“
„Was wieso??“ fragte mich Constance.
„Warum wollt ihr denn nach Finnland ziehen??“
„Naja, einerseits, weil die Leute hier unglaublich nett sind und weil…naja, ein bisschen auch wegen The Rasmus.“ Antwortete Crazy schüchtern. Ich musste lachen.
„Das ist nicht euer Ernst?? Wegen den Jungs wollt ihr hierher ziehen??“
„naja…ja, warum?? Was ist daran so lustig??“ meldete sich nun auch mal Uli zu Wort.
„Naja, die Wahrscheinlichkeit, sie hier mal zu treffen und so ist doch ziemlich gering oder meint ihr nicht??“ ich tanke einen Schluck von meinem Kaffee.
„Naja, nö, eigentlich nicht. Ich meine wenn man hier wohnt ist die Chance immer noch größer und…naja, wir kennen doch nun auch die meisten Clubs wo sie abhängen!!“ sagte Angie.
„Das stimmt, aber die meisten, eigentlich alle bis auf Aki haben doch eine Freundin!!“ antwortete ich.
„Das ist richtig, aber wir glauben das nicht so ganz, dass Lauri auch eine hat, denn das wurde schon oft behauptet. Aber, wir kommen jetzt nicht nur wegen denen hierher. Ich habe ja wie schon erwähnt viele Freunde hier.“ Sagte Luci.
„Naja…egal…und, was macht ihr sonst so?? Woher kommt ihr denn so?? alle aus Berlin??“ fragend sah ich sie alle an.
„Ich nicht, ich komm aus einer kleinen Stadt in Norddeutschland!“ antwortet Crazy.
„Und ich bin aus Bonn, naja, eigentlich aus Österreich, aber ich studiere in Deutschland.“ sagte Uli.
„Ich bin zwar in Berlin aufgewachsen, aber ich wohne jetzt in Hamburg.“ lachte Constance.
„Ja, nur wir beiden, also Angie du ich kommen aus Berlin.“
„Aha, und woher kennt ihr euch da alle??“
„Naja, wie schon gesagt, sind wir alle TR-Fans und da gibt es ein Forum…“ fing Constance an. „Ein was?? Was ist denn ein Forum??“ fiel ich ihr ins Wort.
„Na, das ist so ne offizielle Fanseite, wo du dich mit anderen Fans austauschen kannst. Jedenfalls, wir haben uns da alle kennen gelernt und sind jetzt gut befreundet.“ Beendete Constance ihren Satz.
„Für TR-Fans gibt es ein Forum?? Wusste ich noch gar nicht, hat er gar nicht erwähnt.“ Redete ich so drauflos.
„Wer hat das nicht erwähnt??“ interessiert aufhorchend sahen mich die Mädchen an.
„Was?? Wer?? Ich weiß jetzt gar nicht was ihr meint.“ Versuchte ich mich aus der Situation zu retten.
„Na du hast gesagt, das irgendjemand dir nichts erzählt hat von diesem Forum, wo es übrigens 3 von gibt.“ Hakte Luci nach.
„Ach, das hab ich nur so gesagt…ich meinte niemanden bestimmtes damit!“
„Sag mal, kennst du etwa die Jungs von TR??“ mit großen Fragezeichen in den Augen sah mich Crazy an.
„Hmm, also…“ doch bevor ich irgendwas sagen konnte, wurde ich von hinten umarmt.
„Hatte ich doch recht, das du es bist Bibbi!! Hättest doch was sagen können, dass du auch in de Stadt bist?? Jetzt wo Lauri in Deutschland ist musst du dich doch langweilen!!“ stürmisch umarmte mich Luisa und drückte mir einen Schmatzer auf.
„Hei…sorry, war gar nicht so geplant. Ich hab nur vorhin diese Mädchen kennen gelernt du da wir uns so gut verstanden haben, sind wir noch Kaffeetrinken gegangen.“ lachte ich.
„Oh…hei, schön euch kennen zu lernen!!“ sprach Luisa die Mädchen an, doch nur Luci schien zu verstehen, was sie sagte, denn sie antwortete als einzigste.
„Hei…ja, aber leider versteh ich nur was du sagst. Wir sind von Deutschland und machen Urlaub hier.“
„Achso…naja, Bibbi, ich will mal nicht stören, ruf mich doch mal an, wenn dir die Decke auf den Kopf fällt!!“ damit verschwand sie wieder.
Ich drehte mich entschuldigend wieder zu den Mädchen, als ich merkte, wie mich Luci anschaute.
„Ich glaube, die Frage hat sich dann auch erledigt. Du kennst also TR und du bist die Freundin von Lauri, richtig??“
Ich nickte und hörte neben mir einen leisen Aufschrei. Crazy sah ziemlich blass aus.
„Was ist los??“ frage ich sie besorgt.
„Oh mein Gott, ich dachte immer, dass die Presse uns was vorgaukelt!! Und…wie ist es so…wie ist er so privat?? Und die anderen??“ aufgeregt sah sie mich an.
„Hmm…ich würde meinen, sie sind nicht viel anders als ‚normale’ Jungs!“
„Also…wie lange seid ihr denn jetzt nun zusammen??“ fragte mich Luci, die etwas betrübt aussah.
„Naja, genauso genommen erst seit gut 3 Wochen wieder…“
„Wie, seid 3 Wochen wieder??“ forschte Uli nach.
„Naja, das ist eine lange Geschichte und ich möchte darüber auch nicht erzählen, wenn ihr versteht??“ etwas unsicher schaute ich sie an.
„Hmm, ist ok…aber ich hätte da so viele Fragen…ach man...“ seufzte Crazy und ich musste lächeln.
Wir unterhielten uns noch sehr lange, doch ich vermied es auf private Dinge zum Sprechen zu kommen, schließlich weiß man ja nie. Als es dann schon dunkel draußen war, verabschiedete ich mich von den Mädchen, was mir nicht leicht viel, da ich sie sehr nett finde und lief langsam nach Hause. Dort angekommen, rief ich Lauri an um das eben Geschehene zu erzählen.

75. Kapitel

„Du hast ihnen doch aber nix weiter verraten. So von wegen wo wir wohne und so??“ ängstlich fragte er mich das.
„Nein…ich hätte eigentlich auch gar nix verraten, wäre Luisa nicht aufgetaucht. Und da diese Luci finnisch versteht, konnte ich nicht mehr lügen. Bist du jetzt böse??“ ich hielt den Hörer fest umklammert.
„Nein, nein…ich mach mir nur Sorgen!! Warte mal kurz…he Aki, hast du gehört…meine Gute hat Fans von uns kennen gelernt…(echt?? Und was ist da jetzt??)…na nix…Schatz??“
„Ja??“
„Bist du dir sicher, dass sie dir nicht gefolgt sind??“ fragte er sichtlich erregt.
„Ja, bin ich mir. Aber sie haben auch nicht diesen Eindruck gemacht, als wären sie so drauf!!“ konnte ich ihn beruhigen.
„Naja…ich weiß nicht so recht…aber ok. Man ich muss dir erzählen, was hier los ist!! Die spinnen alle total!! Waren wir heute bei 3…3 waren das oder Aki?? (jep…aber total öde)…also, wir waren bei 3 Radiosendern. Erst mussten wir uns immer wieder dieselben Fragen anhören, dann mindestens 50 Autogramme überall geben und dann, überall hysterische Fans, ich hab echt Angst bekommen!! Am liebsten würde ich wieder nach hause fliegen und zu dir ins Bett kommen!!“ regte er sich auf, Aki kicherte uns sagte „Du hast nur Entzugserscheinungen!!“ da musste ich auch lachen.
“He, da gibt’s nix zu lachen…ich vermisse dich wie verrückt!!“ er klang leicht sauer.
„Ich vermisse dich auch…aber naja, so lange ist das ja nicht mehr…nur noch 89 Tage!!“
„Wie nur noch 89 Tage?? Versteh ich jetzt nicht!!“ Lauri klang echt irritiert, während ich hörte, wie Aki nicht mehr konnte vor lachen.
„Na, in 89 Tagen bist du wieder hier…das habe ich am Sonntag mal so ausgerechnet.“ kicherte ich.
„Aso, echt…so lange ist das?? Oh nö…man ich halte diese 2 Tage schon nicht aus, wie soll das dann am Ende sein?? Muss Aki wohl doch noch herhalten??“ nun lachte auch er wieder.
Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile und als ich auflegte, merkte ich, wie sehr er mir wirklich fehlt. Ein Leben ohne ihn kann ich mir echt nicht mehr vorstellen.
Nach dem Gespräch rief ich nochmal bei Luisa an und wir verabredeten uns für den Freitag.
Danach ging ich duschen und ins Bett, da ich ja wieder früh aufstehen musste.
Die Woche verlief ereignislos, da ich viel zu tun hatte und froh war, wenn ich zuhause sein konnte. Mit Lauri telefonierte ich fast täglich, der mir immer sein Leid schilderte, diese bösen, bösen Fans und Presse und so. Manchmal musste ich lachen, weil ich mir das einfach nicht vorstellen konnte, dass man so ziemlich alles versuchte, nur um jemanden nahe wie möglich zu sein.
Als es Freitag war, freute ich mich, als ich pünktlich um eins das Geschäft verlassen konnte und fuhr zu mir hoch. Vorher leerte ich noch die Briefkästen von Lauri und mir, und ich freute mich über eine Karte aus Wien, die mir die Jungs schickten. Sehr viel stand nicht drauf, dafür war ein recht schräges Herzchen von Lauri mit einem riesen „Ich liebe Dich“ aufgezeichnet. In meiner Wohnung angekommen, pappte ich diese Karte an meinen Spiegel im Flur, wo schon andere hingen. Grinsend, weil ich mir Lauri vorstellen konnte, wie er sich angestrengt hatte, es so schön zu malen wie es geht, legte ich mich ins Bett und schlief bis 18 Uhr, da ich mich mit Luisa um 21 Uhr vorm Tavastia treffen wollte. Heute sollte eine Newcomerband spielen und ein kleinwenig hoffte ich ja, dass es wieder die Jungs von SaraLee wären, die mir in recht kurzer Zeit sehr an Herz gewachsen sind.
Kurz verschwand ich im Bad, duschte mich und machte mich hübsch und stand dann wie immer vor meinem riesen Kleiderschrank, um mir zu überlegen, was ich denn anziehen sollte. Mit einem Blick aus dem Fenster entschied ich mich für eine schwarze Cordhose und ein dunkelblaues Poloshirt. Drüber zog ich eine der neuen Trainingsjacken, die ich mir kürzlich in Helle gekauft hatte und mir viel die Begegnung mit Aki ein. Lächelnd zog ich mich an und ließ den letzten Monat Revue passieren.
*Wow, schon einen Monat hier und mein Leben hat ne Gradwendung von 180° genommen!! Eigentlich wollte ich mein Leben ja gaaanz anders führen!!* dachte ich mir und legte mir den Schal um den Hals, zog meine Handschuhe an, als mir einfiel, man könnte ja noch Straßenschuhe anziehen. Also kramte ich in meinem Schuhschrank nach Winterstiefeln und zog, bzw. zerrte, ich diese an. Nun noch schnell in den Mantel und ab konnte es gehen.
Unten angekommen lief ich schnell zur Straßenbahn und genoss die Schneeflocken die um mich herum ihren ewigen Tanz führten.
Als die Bahn kam, steig ich ein und setzte mich auf einen der freien Plätze und schaute träumend aus dem Fenster.
Als ich dann am Tavastia ankam, wartete ich noch paar Minuten, da keine Luisa in Sicht war. Dabei viel mein Blick auf das Plakat und ich musste mir ein Grinsen echt verkneifen. Odin war wieder zu gütig mit mir, denn die Jungs von SaraLee standen heute wirklich auf der Bühne. Und während ich noch so sinnierte, klopfte es plötzlich auf meine Schulter. Ich drehte mich um und mein Grinsen vertiefte sich, denn…

75. Kapitel

…vor mir stand kein geringerer als Joonas, Sänger von SaraLee.
„Hei, musst du nicht drinne sein??“ fragte ich ihn immer noch wie ein Honigkuchenpferd grinsend.
„Ja, ich hab verschlafen, und als ich ankam sah ich dich. Weiß auch nicht, aber ich musste dich einfach ansprechen. Wie geht es dir so??“ fragte Joonas mich ebenfalls grinsend.
„Ach naja, geht schon. Lauri ist ja auf Tour, und da ist es mitunter anderem schon recht langweilig. Aber ich treffe mich gleich mit einer Freundin und dann schauen wir euch mal zu. Ich freu mich schon!!“
„Hei cool…vielleicht sehen wir uns ja danach nochmal?? Würde mich jedenfalls freuen!!“ er drückte mich kurz und verschwand dann im Backstagebereich, wo an der Tür schon Der Drummer stand und ungeduldig wartete.
Kurz nachdem Joonas weg war, kam auch schon Luisa atemlos angelaufen.
„Sorry, aber ich musste noch schnell was erledigen!! Ich hoffe du wartest noch nicht allzu lang??“ entschuldigend sah sie mich an und gab mir einen Begrüßungskuss.
„Nein, ist schon ok!! Aber lass uns jetzt reingehen, damit wir noch einen guten Platz erwischen!!“ lachte ich und wir bezahlten den Eintritt und gingen etwas an die Seite, wo man immer noch einen guten Blick auf die Bühne hatte.
„Man…ist ja schon ganz schön voll hier!!“ jammerte Luisa, “ aber hey…sag mal, sind das dort nicht die Mädchen, die du am Sonntag kennen gelernt hast??“ mit dem Finger auf eine Gruppe schwarzgekleideter Girls zeigend sah sie mich fragend an.
„Hmm, könnte schon sein, sicher bin ich mir aber nicht. Weil, hier rennen eine Menge schwarzgekleideter Menschen rum!!“ lachte ich.
Wir bestellten uns jeder einen Weißwein und ich steckte mir genüsslich eine Zigarette an, als ich sah, dass Luisa Recht hatte. Die Girls waren wirklich die vom Sonntag und ich hob grüßend meine Hand. Als sie mich erkannten, winkten sie zurück und lächelten freundlich.
Ca. eine halbe Stunde später begann die Show von SaraLee und ich war, wie schon das eine Mal zuvor, begeistert. Ich glaube, ich habe soeben eine neue Lieblingsband gefunden, auch wenn ich schon jetzt weiß, dass dann bei Lauri die Alarmglocken losgehen.
Die Jungs rissen einen total mit, mit ihrem Gothicrock und als sie nach etwas mehr als 60 Minuten fertig waren, bekamen sie vom Publikum einen tosenden Applaus und spielten dann noch paar Zugaben. Als sie dann endgültig von der Bühne verschwanden, und es für eine andere Band umgebaut wurde, hoffte ich, dass sich Joonas an sein versprechen hielt.
„Hei, was ist denn mit dir?? Du schaust so verträumt!!“ stupste mich Luisa an.
„Ach, weißt…ich liebe diese Band…ehrlich, total geile Mukke und so! und, vielleicht kommen die Jungs noch mit an unseren Tisch, zumindest hat es Joonas versprochen.
„Wie, du kennst die?? Erzähl!!“ forderte mich Luisa auf und ich gab bereitwillig Auskunft.
Luisa bekam große Augen und ich musste lachen, so dass ich meinen Wein verschüttete.
„Ach fuck…“ fluchte ich.
„Nanananana, so was sagt man aber nicht!!“ hörte ich eine raue Stimme hinter mir.
„Hei…ich dacht schu, dass das vorhin ein Scherz von dir war. Setzt euch…geile Show….“ Ich sah Joonas freudestrahlend an und sie setzten sich zu uns.
Wir unterhielten uns noch nicht sehr lange, als ich hörte, wie die nächste Band anfing mit Spielen.

76. Kapitel

„Wer sind eigentlich die Jungs davorne???“ fragte ich Joonas.
„Hmm...Clan, wer waren die Jungs noch mal??“ er schaute seinen Drummer fragend an.
„Hmm, frag mich mal um kurz nach eins Uhr was anderes!!“ feixte Clan.
„Was?? So spät ist es schon??” erschrocken sah Luisa mich an.
„Ja, warum??“
„Fuck, ich muss morgen früh raus...ach menno...sei mir ned böse, ich gehe jetzt!!!“ mit einem Bussi verabschiedete sie sich bei mir und den Jungs gab sie die Hand.
„Hmm, nun sind wir alleine. Was machen wir da schönes??“ lachte Ari.
„Du...du bist mir einer!!“ auch ich musste lachen. „Jungs, bestellt mal was zum Trinken, ich bin gleich wieder da!!“ ich stand auf und ging zur Toilette. Als ich fertig war, kam ich an dem Tisch mit den Mädchen vom Sonntag vorbei und blieb kurz stehen.
„Hei, na, wie geht’s euch denn so?? Und, gefällts euch hier??“ ich setzte mich spontan mit an den Tisch, wo schon einige Flaschen Bier und eine Flasche Salmi stand. Ich musste grinsen, Lauri wäre jetzt absolut begeistert gewesen.
„Hei...ja, ist total geil hier. Du kennst die Band, die grad aufgetreten ist??“ mit leuchtenden Augen sah mich Uli an.
„Naja, was heißt kennen. Sie waren mal Vorgruppe von TR.“
„Aber, ihr sitzt doch zusammen!!“ irritiert sah mich Crazy an.
„Hmm, ja stimmt, aber ich denke, dass ist so in diesem Business. Auf der eine Seite kennst du dich, aber eigentlich hast du nicht wirklich was miteinander zu tun.“ Seufzte ich leise. Als ich mich zu den Jungs umdrehte, sah ich, dass sie auch 3 Flaschen Salmi bestellt hatten.
„Oh...aber...naja...was sagt eigentlich Lauri dazu??“ platzte Crazy heraus.
„Lauri??“ ich zog fragend eine Augenbraue hoch.
„Dein Freund?? Der, der grad auf Tour in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist??“ kicherte Luci.
„Na, was soll der schon sagen?? Durch ihn kenne ich die ja auch erst...“ erwiderte ich lachend, weil ich den Zweck der frage nicht verstand.
„Na, ist der denn nicht eifersüchtig?? Das steht doch immer in den Teenieblättern!!“ hakte Crazy nach.
„Doch, schon...“ lachte ich.
„Und...da machst du dir nix draus??“ etwas grimmig sah mich Luci an.
„Na, was weiß ich denn, was er in Deutschland macht?? Aber zu einer ordentlichen Beziehung gehört auch Vertrauen... und er weiß ja, dass ich heute hier bin!!“
„Und weiß er auch...das die da sind??“ mit einem Kopfnicken zu den Jungs schaute Angie mich an.
„Hmm, nö...woher?? Die spielen, bzw. haben selber gespielt und werden jetzt selbst irgendwo feiern. Und, wenn wir morgen telefonieren, kann ich es ihm immer noch erzählen, oder nicht??“ ich grinste und erhob mich langsam, da ich zurück wollte.
„Wenn das mal gut geht!!“ flüsterte Luci, als ich mit einem Winken verschwand.
*Was soll gut gehen?? Da passiert doch nix!!“*
Zurück am Tisch, setzte ich mich hin und nahm dankend das Glas entgegen, was mir Juha reichte. Ich hob an, meinte noch „kippis“ und kippte es hinter.
Danach unterhielten wir und über ihre Band. Als es so gegen 3 Uhr wurde, mussten wir aus dem Tavastia gehen. Als wir davor standen, sahen wir uns alle an.
„Ich hab fei noch keine Lust nach Hause zu gehen!!“ meinte ich.
„Ich auch nicht...und ihr??“ fragte Joonas.
„Ach, ich komm auch noch mit...“ kicherte Clansman. Er war mir überaus sympathisch.
„Na ich bin auch dabei!!“ Joonas auf die Schulter klopfend trat Ari zu unserer Gruppe.
„Also, Kinners, ich gehe heim...ich bin futsch.“ Sagte Kimberly und auch Juha trat schon den Heimweg an.
„Ok...wir sehen uns!“ rief ich ihnen noch hinterher.
Langsam liefen wir vom Tavastia weg, wie so viele andere Gäste auch.
„Wo wollen wir denn jetzt noch hingehen??“ fragend sah ich Joonas von der Seite an.
„Ach Kleine, lass dich mal überraschen!!“ griente er mich an.
Unterwegs alberten wir und ich musste echt Tränen lachen über soviel Blödheit!! Irgendwann kamen wir in einer mir sehr vertraute Gegend.
„Wir gehen doch nicht etwa ins...?“
„Doch, da wollten wir schon vor Stunden sein, aber irgendein kleiner blonder Engel hat mich davon abgehalten!!“ flüsterte Joonas an meinem Ohr.
Ich blieb abrupt stehen, so dass Ari mich fast über den Haufen rannte und sah Joonas teils entsetzt, teils belustigt an.
„Erzähl mal hier keine Märchen...wegen mir hättet ihr ned bleiben müssen!!“ leicht knuffte ich ihm in die Seite.
„Naja, ich wollte aber...und...“ er brach grinsend ab.
„Und was??“ ich lief langsam weiter.
„Naja...nix...lass uns reingehen, bevor Clan und Ari alles wegtrinken!!“ er nahm mich an die Hand und zog mich mit sich fort.
Es fühlte sich gut an, mit ihm Hand in Hand zulaufen, die kleinen Schauer die mir dabei durch den Körper jagten, ignorierte ich mal.
Im Nosturi war echt noch die Hölle los, so dass ich ganz nah an Joonas gelehnt durch den Club ging. Er roch gut, und ich sog tief den Duft seines Aftershaves ein. Mit wackeligen Knien folgte ich ihm weiterhin und verdrängte so ein Gefühl, dass mich immer wieder an etwas erinnern wollte, bzw. mich vor etwas bewahren wollte.

77. Kapitel

Als er verkehrsbedingt anhalten musste, stolperte ich in ihn hinein, so das ich gegen seinen Körper gedrückt wurde. *Holla die Waldfee!!*
„He, nicht so stürmisch!!“ raunte er mir leise ins Ohr, und ich kann euch sagen...OMG. Ich war echt auf dem besten Wege mich neu zu verlieben!!
„Hmm...sorry!!“ antwortete ich geistesabwesend, weil mich diese Erkenntnis einfach zu sehr aus den Socken haute.
*ich liebe doch aber Lauri, warum passiert mir dann das dahier??*
„Hallo, Erde an Bianca!! Wo warst du denn grad??” mit einem verletzten Ausdruck in den Augen sah mich Joonas an.
„Glaub mir, das willst du gar nicht wissen!!“ kaum verständlich verließen diese Worte meinen Mund. *und wieder habe ich es getan!!*
„Ach, alles will ich von dir wissen!!“ lachte er und zog mich in eine Ecke, wo schon die anderen saßen.
Er drückte mich in die Polster des Sofas und stellte einen Whiskey vor mich hin.
„Da, trink erst mal, du siehst so blass aus!!“
ich nahm das Glas in die Hand und merkte, wie sie zitterte und trank schnell alles aus. Eine wohlige Wärme breitete sich in mir aus und ich entspannte mich langsam wieder.
„Man, ist heute hier viel los, und das noch um diese Uhrzeit!!“ jammerte ich, da ich Angst hatte, jemand bekanntes zu treffen, der dann womöglich wieder eine Story in Umlauf brachte, die so nicht stimmt.
„Hmm, hast recht, aber mir gefällts und Ari auch, hat er doch Frischfleisch vor seinen Augen!!“ lachte Joonas und ich merkte, wie das Timbre seines Lachens mein Herz höher schlagen ließ.
Ich lehnte mich zurück und schloss kurz die Augen, weil ich mit mir selbst klar werden musste, als ich einen warmen Hauch verspürte. Als ich leicht die Augen öffnete, blickte ich in die von Joonas, die vergnügt blitzten.
„Geschlafen wird nicht...sonst bin ich doch so alleine!! Ari ist schon wieder auf Schau gegangen!!“ lächelte er.
„Hab nicht geschlafen!! Hab nur nachgedacht!!“ erwiderte ich etwas mürrisch.
„Worüber denn?? So eine schöne Frau wie du, sollte ihren Kopf nicht mit sinnlosen Gedanken maltredieren, wenn sie neben mir sitzt!!“ er setzte sich wieder neben mich und legte seinen Arm auf die Lehne des Sofas.
„Ach naja...ich weiß auch nicht. Ich glaub ich mach gerade alles falsch!!“ niedergeschlagen wandte ich den Blick von seinem Körper ab.
„Wie das??“ er zog mich zu sich ran und drehte meinen Kopf zu sich.
„Naja, weißt...Lauri ist seit 1 Woche unterwegs und ich sitze hier mit dir...ich liebe ihn, doch ich...du...ich...verdammt!! Erst Aki jetzt du!! Hab ich denn total meinen Verstand verloren??“ wütend auf mich selbst sprang ich auf und wollte gehen, doch er hielt mich zurück.
„Du hast deinen Verstand nicht verloren!!! Dein Herz geht halt nur seinen eigenen Weg...das ist alles. Und keiner bestreitet, dass du Lauri liebst... wer weiß was da drinnen...“ er stupste mich leicht oberhalb meiner Brust an, „...was da drinnen los ist??“ sanft drückte er mich aufs Sofa zurück und nahm mich in den Arm.
„Joonas, das darf nicht sein!! In mir ist zurzeit alles auf Chaos gestellt!!“ schluchzte ich und ich fing an, ihm die ganze Story zu erzählen. Als ich geendet hatte, fühlte ich mich total kaputt und war froh, das er mich noch immer im Arm hielt.
Lange saßen wir da und sprachen kein Wort, ich hielt meine Augen geschlossen und genoss seine Nähe, auch wenn ich wusste, dass das verbotener Boden war.
Ich muss wohl eingeschlafen sein, denn auf einmal spürte ich sanfte Finger an meinem Gesicht entlangfahrend. Ich hielt meine Augen weiterhin geschlossen, musste aber leicht lächeln, weil sich das sooooooooo gut anfühlte.
„Lass uns losgehen, Ari hat jemanden kennen gelernt und da wird er heute nicht mehr zurückkommen.“ Flüsterte Joonas und ich stimmte ihm müde zu.
Als wir aus dem Club kamen, empfing mich kalte Luft, die nach Schnee roch. Tief atmete ich ein und vergrub meine Hände im Mantel, da es recht kalt war. Schweigend liefen wir die Straße entlang, auf der keine Menschenseele, außer ein paar Nachtgestalten, unterwegs war.
„Bianca, alles ok?“ fragte mich Joonas besorgt.
„Ja, ich...mir geht es gut. Ich denke, ich brauch einfach nur etwas Schlaf, dann geht das schon wieder.“ Grinste ich ihn schief an.
„He, so wie ich dich einschätze, schon....“
Kurze Zeit später kamen wir bei mir an und ich drehte mich zu ihm.
„So, hier wohne ich...wir...also, danke für heute und so...bis bald!“ ich drückte ihn kurz und wollte mich dann zur Tür drehen, als er mich zurück hielt.

78. Kapitel

„Wenn du jemanden zum Reden brauchst, ruf mich bitte an!! Wenn ich schon nicht…lass mich ein guter Freund für dich sein ok?? Mir liegt viel an dir, vergiss das bitte nie!!“ mit einem Kuss auf die Stirn lief er davon.
Langsam ging ich zum Fahrstuhl und dachte nach.
*Soll ich das Lauri wirklich erzählen??* „Ja!!“ antwortete ich mir selbst.
Zuhause angekommen, ließ ich alles irgendwo fallen und viel in mein Bett.
Am nächsten Morgen fühlte sich mein Kopf an wie in Watte gepackt und ein ständiges Klopfen erinnerte mich daran, dass es dann wohl doch zuviel Alkohol gewesen war.
Kaputt ging ich ins Bad und wollte auf die Toilette, als ich wie eine Doofe anfing zu feixen.
„Ich bin nicht schwanger!!! Ich bin nicht schwanger!!“ freudig hüpfte ich von einem Bein aufs andere. Und schon hatte ich wieder verdammt gute Laune. Als ich im Bad fertig war, rief ich schnell meine Eltern an und gab Entwarnung, sie waren leicht betrübt, doch sie freuten sich auch für mich.
Als ich mit telefonieren fertig war, setzte ich mich das erste Mal seit 4 Wochen wieder an meinen PC (besser gesagt, ich nahm mein Laptop) und checkte meine E-Mails. Das ein Postfach so überquellen kann, hätte ich nicht für möglich gehalten. Knapp 80 Mails, viele von Saby, Natalie, Jana, Luisa, Claudi und anderen Freunden, wie z.B. Frederic der jetzt in England studiert. Ich wühlte mich so durch meine Mails, als mir einfiel, was die Girls aus Deutschland gesagt hatten. Also gab ich einfach mal so bei Google TR und Forum ein, und was sich mir da bot, verschlug mir echt die Sprache. Da gab es 2.330.000 mögliche Links. Ich klickte einfach auf das erste, was mir als internationales Forum vorgestellt wurde und stöberte bisschen drinnen rum. Ich musste bei vielen Dingen herzhaft lachen und fragte mich, ob das die Jungs wohl auch ab und an lasen. Ich ging dann auch mal auf das deutsche Forum und auch hier musste ich herzhaft lachen. Und dann blickte ich auf einmal staunend auf den einen Namen ‚LucifersAngel’, die Frau auf dem Bild glich doch glatt dieser Luci, die ich hier getroffen hatte. Als ich weiterlas, erkannte ich so nach und nach alle andern, außer Uli aber als ich weiterscollte entdeckte ich jemanden, worauf ich schlissen konnte, dass sie das wäre. Ich musste über manche Kommis von ihnen lachen, viele brachten mich zum Nachdenken.
Kurzerhand rief ich Lauri an und der freute sich wie ein Schneekönig.
„Hei Rakas…du glaubst nicht, was hier los ist. Die drehen alle total am Rad und dann haben wir eine neue Merchandisingverkäuferin…die hängt sich vielleicht an uns wie ne Klette. Momentan stiefelt sie Aki hinterher, doch der hat sie schon so oft abblitzen lassen, dass die das nicht checkt!!“ kicherte er sich am anderen Ende fast tot.
„Aha, und warum springt Aki nicht auf diese…wie auch immer sie heißt an??“ fragte ich neugierig.
„Naja, eigentlich, von optischen her wäre sie sein Typ, also blond, klein etc…aber ich weiß nicht. Bei mir hat sie es noch nicht versucht…hätte eh keine Chance die Frau. Und sie heißt Paula.“ Kicherte er weiter.
„Haja…aber, weißt du wo ich gerade bin??“ fragte ich ihn geheimnisvoll.
„In Deutschland??“ ich hörte die Hoffnung aus seinen Worten.
„Naja, nicht ganz…ich bin im deutschen TR-Forum. Dass es so was gibt…ist echt krass…und ich hab hier schon Tränen gelacht deswegen.“ Erwiderte ich lachend.
„Na, so was gibt es doch von jeder Band…wusstest du das echt nicht?? Und, was steht da so drinnen??“
„Hmm, ich denke, dass brauche ich dir nicht sagen, wirst du selber wissen!! Aber es ist erheiternd!!“ lachte ich noch immer.
„Weißt du was…“ plötzlich wurde er ernst.
„Nein, was??“
„Ich liebe dich und vermisse dich!! Wie soll ich das alles hier schaffen??“ schniefte er leise am Telefon.
„Ich vermisse dich auch…ach ja, bevor ich es vergess, ich soll dir einen schönen Gruß von SaraLee ausrichten!!“
„Cool, wann hast du die denn gesehen??“ freute er sich wieder.
„Ich war mit Luisa gestern im Tavastia und da sind sie aufgetreten und danach haben wir gefeiert. War ganz lustig!!“ erzählte ich ihm alles.
„Aber, passiert ist nix oder??“ fragte er zweifelnd.
„Wie, was soll denn passieren??“
„Naja, ich weiß wie du aussiehst und…“
„Nein, keine Angst, ich bin treu!!“ konnte ich ihn beruhigen.
„Dann ist gut…du, ich muss Schluss machen, wir wollen essen gehen und dann fahren wir weiter…ich liebe dich!!“
„Ich liebe dich auch!!“
Als ich aufgelegt hatte, lächelte ich vor mich her und schloss das Internet.
Ich ging kurz duschen und dann fiel mir ein, Claudi anzurufen und zu fragen, ob sie diese Woche Zeit hätte.
„Na, wie fühlt man sich so?? Fällt dir die Decke schon auf den Kopf??“ lachte sie.
„Und wie, ich dreh hier noch ab. War gestern schon mit Luisa bis in die Puppen unterwegs!!“
„Ja ich weiß, ich sollte ja mit, aber Mortens Mutter hatte Geburtstag…aber diese Woche habe ich zeit…können wir gerne was unternehmen!!“
„Ja, das wäre cool, ich rufe dich da am Donnerstag aber nochmal an ok?? Und dann erzählst mir mal alles Neue!!“ kicherte ich, wusste ich doch, wie Claudi ihre Schwiegermutter leiden konnte.
„Hahaha, so witzig ist das nicht!! Aber ja…soviel Neues gibt es zwar nicht, aber hmm. Und, wie sieht’s bei dir und Lauri aus??“
„Ja…alles beim Alten und ich bin nicht schwanger!!“
„Wie jetzt?? Versteh ich nicht, dachtest du, du bist schwanger?? Und so was sagst du mir nicht??? Also du bist die treuloseste Tomate die ich kenne!!“ schimpfte sie mit mir. „Und, wusste Lauri was davon??“
„Nein, nur meine Eltern und die sind leicht traurig, hatten sich schon auf Nachwuchs gefreut!! Und sorry, aber das war dann wohl zuviel in letzter zeit, wollte dich nicht absichtlich außen vor lassen. Aber naja, ist ja eh egal…“ entschuldigte ich mich bei ihr.
„He, das musst du mir dann mal in Ruhe erzählen…ok, Morten nervt schon wieder, ich hab dich lieb, bis zum Donnerstag dann!!“ sie legte auf und ich strich den heutigen Tag rot im Kalender an, damit ich nächsten Monat weiß, wann meine Tage begonnen hat. Obwohl es unwahrscheinlich ist, da Lauri ja noch für 82 Tage unterwegs sein würde. Als ich weiterblätterte fiel mein Blick auf den grün umrandeten 19.11.05 und ich fing wieder an mit Grinsen.
*Ja, da fliege ich nach Deutschland um Lauri zu überraschen!!*
Ich legte den Kalender zurück und verzog mich dann mit einer heißen Schokolade auf mein Sofa und schaute mir ne DVD an.

79. Kapitel

Nachdem der Film zu Ende war ging ich todmüde ins Bett. Musste ja am nächsten Tag wieder arbeiten.
Als mein Wecker klingelte hätte ich die ganze Welt verfluchen können. Ich hatte Kopfschmerzen und Bauchschmerzen, ich sah aus wie dreimal durch den Kakao gezogen und schleppte mich ins Bad. Irgendwie brachte ich es fertig, nicht auszusehen wie ein totales Wrack und als ich dann angezogen war ging ich auf Arbeit. Dort empfing mich Herr Halonen freudestrahlend, er reichte mir mehrere Zettel und als ich ihn fragend ansah, erklärte er mir, dass ich soeben meinen festen Arbeitsvertrag in den Händen hielt. Ich ließ einen kleinen Freudenschrei zu und las mir dann erstmal in aller Ruhe den Vertrag durch. Zum Schluss unterschrieb ich ihn und gab ihm seinen Part zurück. Wieder auf meinem Platz schrieb ich schnell Lauri eine Mail und begann dann, die Post zu bearbeiten.
Zur Mittagspause ging ich mit Majia zu einem Chinesen und sie schwärmte mir von ihrem bevorstehenden Urlaub vor.
Ich konnte mich leider nicht so freuen, weil die Bauchschmerzen einfach unmöglich waren. *Man, so was hatte ich doch noch nie!!*
„He, was ist los?? Du hast ja kaum was gegessen!!“ fragte mich Majia.
„Ja, ich habe meine Tage und könnte mich am Liebsten in mein Bett verziehen mit einer Wärmflasche!!“ stöhnte ich.
„Oh, das kenne ich!! Und, wie war dein Wochenende so??“
Ich erzählte ihr einige Dinge, somit war ich kurzzeitig von meinen Unterleibsschmerzen abgelenkt und ich konnte sogar wieder lachen.
Als wir aufgegessen hatten (ich ließ mir den Rest einpacken) schlenderten wir noch bisschen durch die City und genossen die frische Luft. Als wir an einem Laden mit Accessoires vorbeikamen, musste ich glatt hineingehen um für meinen kleinen Vogel was Besonderes zu kaufen. - Und wen treffe ich da?? - Die Mädels aus Deutschland. Kurz unterhielten wir uns und ich erfuhr, dass sie am nächsten Tag zurückflogen. Ich war etwas traurig, wünschte ihnen aber noch alles Gute und viel Glück und verließ dann mit Majia das Geschäft, weil ich sah, dass wir nur noch 15 Minuten Pause hatten. Also musste Lauris Geschenk noch bisschen warten.
Die restlichen 3 Stunden auf Arbeit vergingen genauso öde wie die vormittags, doch als es endlich 18:00 Uhr war, stöhnte ich erleichtert auf. Schnell verabschiedete ich mich und sprintete zu mir hoch. Dort ließ ich mich aufs Sofa fallen und streckte meine Beine aus. *Ich hasse meine Tage!!* Kurz danach stand ich wieder auf um mir einen Kaffee zu kochen und um die Wärmflasche vorzubereiten.
Mit beidem bewaffnet setzte ich mich wieder aufs Sofa und schaltete den Fernseher ein um mal einige Nachrichten anzuschauen. Doch es interessierte mich nicht wirklich, so zappte ich mich durchs Programm, bis ich bei einer Kochsendung hängen blieb. Das Essen sah so verführerisch aus, so dass ich mir schnell mein Mittagessen in der Mikro aufwärmte.
Heute war so ein richtiger Gammeltag, ich wusste mit mir nix anzufangen und lag nur faul auf dem Sofa und erschrak total, als mein Handy klingelte.
„Viitaniemi??“
„Bibbi?? Ich bins Aki…“
„Hei Aki! Was gibt’s??“ freudig begrüßte ich ihn.
„Kannst du mir mal helfen?? Ich bekomm die Paula nicht von der Pelle!!“ jammerte er.
„Ja, was soll ich denn da machen?? Ich kenn die doch gar ned und ich kann hier auch nicht fort, hab grad meinen festen Arbeitsvertrag unterschrieben!!“
*Da fällt mir ein, meinen Eltern muss ich das auch noch erzählen*
„Na, wie kann ich ihr bestimmt, aber nicht zu böse sagen, dass…das ich ned will??“ angespannt redete er auf mich ein.
„Ach Aki…weiß ned, erfind einfach was!! Sag, du hast ne Freundin oder so…sonst stellt ihr euch doch auch nicht so an!!“ ich musste gegen meinen Willen kichern.
„Das ist nicht witzig!! Erklär mal was ich mit der….Ziege anstellen soll. Was würdest du machen, wenn sie sich an Lauri schmeißen würde??“ erbost schnauzte er mich an.
„Hmm, ach ich weiß doch a ned…wo ist der eigentlich??“ fragte ich mal so ganz nebenbei.
„Duschen!!“ kicherte Aki.
„Ok, das kann dauern…wegen deiner Usche...koi Plan…musst du wohl selbst klären!!“ lachte ich.
Wir unterhielten uns noch ne Weile, bis ich Lauri rufen hörte.
„Ok, dein Männe is fertig, ich geb ne dir mal…machs gut Kleene!!“
„Ja…he, ich bin ned…na gut…bis bald Aki…HDL!!“ verabschiedete ich ihn und wartete darauf, mit Lauri zu reden.

80. Kapitel

„Hmm??“ nuschelte Lauri am Telefon.
„Hei Babe!!“
„Schatz…warum telefonierst du mit Aki??“
„Weil du duschen warst…und außerdem brauchte Aki meine Hilfe wegen einer gewissen Person!!“ lachte ich.
„Ach hör mir auf…der ningelt hier schon die ganze zeit rum. Eero ist nur am meditieren um sich das nicht anhören zu müssen. Gut, sie ist echt penetrant, aber hei…er hat doch nix zu verlieren!!“ kicherte nun auch Lauri. „Autsch, Mensch ich steh nicht auf Schläge Aki!!“ hörte ich ihn fluchen.
„Man, ihr zwei…ich werd wohl erstmal auflegen was??“ neckte ich Lauri.
„Halt…nix da, du bleibst dran, ich muss nur erstmal…“ ich hörte ihn irgendwas schmeißen, „…so, jetzt liegt er erstmal unten!! Hab ihm das Kissen um de Birne gehauen…“ wie ein Kleinkind freute er sich und ich konnte mir seine strahlenden Augen vorstellen.
„Solange die Kissenschlacht nicht den selben Ausgang nimmt wie bei uns, bin ich beruhigt!!“ lachte ich.
„Hä?? Was mein- ach so…nein, Gott bewahre!! Ich hab doch dich!!“ kicherte er wieder. „Weißt du was??“
„Nein, aber du wirst es mir sicherlich gleich erzählen!“
„Ich liebe dich!!“ auf einmal war er völlig ernst.
„He…ich liebe dich auch. Aber wie kommst du jetzt darauf??“ irritiert fragte ich ihn.
„Na, es sind noch ganze 84 Tage (es ist der 12.09.05), die ich ohne dich aushalten muss. Ich meine die Tour ist ganz ok, aber du fehlst mir!!“ seufzte er leise.
„Du fehlst mir auch… aber warum 84 Tage??“
„Na, weil ich vergessen hab, dass wir am 4.12. nicht heimfliegen, sondern ein Konzert geben!!“
„Ach man, naja…ich konnte heute meinen Arbeitsvertrag unterschreiben, meinen Festen!!“ ich freute mich wie ein Keks.
„Echt, dass ist ja mal ne tolle Neuigkeit!! Und ich bin nicht da, um mit dir zu feiern!! Ich hätte da schon so einiges gewusst…“ ich merkte, dass er schon wieder diese diabolische Grinsen drauf hatte.
„Na, das wäre eh nicht gegangen!!“ informierte ich ihn und ich hörte, wie er enttäuscht die Luft ausstieß.
„Ach menno, warum müsst ihr des auch ham?? Naja, egal…so, du, ich muss mir mal was anziehen, mir wird’s doch kalt und Aki starrt schon dir ganze zeit so…“ kicherte er und ich hörte Aki ein entsetztes ‚Spinnst du?? Das stimmt überhaupt nicht!!’ rufen, was mich zum Lachen brachte. Die Zwei sind echt der reinste Kindergarten!!
„Ok Schatzi, bevor dich Aki noch sittlich berührt, legen wir lieber auf. Ich liebe und vermisse dich ganz dolle…Kuss!!“ hauchte ich ins Telefon und legte auf.
Da nix gescheites im TV laufen wollte, verzog ich mich lieber ins Bett und schlief sofort ein.

Die restliche Woche verlief ereignislos, Majia schwärmte mir von ihrem Urlaub vor, der in drei Wochen starten sollte.
„Ich bin mal gespannt, wie die Aushilfe ist, die dann die 2 Wochen für dich einspringt, weil ich das nicht übernehmen kann!!“ lachte ich und nahm einen Schluck von meinem Kaffee.
„Oh, sie ist gut, hat schon öfters hier ausgeholfen…keine Angst, brauchst also nix machen!!“ auch sie musste lachen. „Herr Halonen hat mir gesagt, du hast ab Mitte November Urlaub?? Wo geht’s denn hin??“
„Nach Deutschland. Ich besuche erst Lauri in Berlin und dann will ich nach Nürnberg und meine anderen Freunde besuchen!“
„Cool, weiß er davon??“
„Nein, wird eine Überraschung, ich muss aber nochmal nachfragen, wann genau sie dort spielen, im Newsletter stand glaube ich der 20. aber ich muss nochmal mit Natalie reden. Also, verrat bitte keinem was, ja?? Sind noch gut 2 Monate bis dahin.“ Bittend sah ich sie an und sie nickte.
„Cool, ich würde so gerne Mäuschen spielen um zu wissen, wie Lauri darauf reagiert.“ Kicherte sie und ich musste mitlachen.
Nachmittags rief ich dann Claudi von der Arbeit aus an, ob es dabei bleiben würde und wir verabredeten uns für Freitag gegen 9 im Moon.

Vor dem Moon standen schon viele Leute, und ich hatte schon angst, dass wir keinen Platz mehr bekommen, als ich Tiino, Caarsten, Cindy und Niils in der Reihe entdeckte.
„Hei, man bin ich froh euch zu sehen, haben ja lange nix voneinander gehört!!“ begrüßte ich die 4.
„Hei, sagt bloß, ihr lebt auch noch?? Kommt ihr mit rein?? Das wäre cool!!“ lachte Cindy.
Zusammen gingen wir rein und suchten uns ein gemütliches Plätzchen und bestellten uns was zum Trinken und unterhielten uns so gut es eben ging.
Ab und an gingen wir auf die Tanzfläche oder liefen durch das Lokal und man traf hier und da auch einige Bekannte, mit denen man sich wiederum ein bisschen unterhielt.
Als ich wieder mit Claudi in unserer Ecke saß, sprach sie mich auf das Thema Kind an. Ich musste grinsen und erklärte ihr es nochmal ausführlich und sie bekam immer größere Augen.
„Wahnsinn, was hättest du gemacht, wenn es so gewesen wäre??“ fragte sie mich.
„Was hätte Bibbi gemacht, wenn was so wäre??“ fragte da auch Tiino, der gelauscht hatte.
„Ach, ich dachte ich wäre schwanger!! Und was ich gemacht hätte? Keine Ahnung ehrlich gesagt. Aber da dem ja nun nicht so ist, muss ich mir auch nicht den Kopf darüber zerbrechen.“ Kicherte ich und trank einen Schluck von meinem Campari-Orange.
„Man, heute ist aber nix los hier??“ meckerte Cindy.
„Hmm, nicht wirklich…lasst uns zu Chris fahren. Können wir ne Runde darten und so.“ fragend schaute ich in die Runde und alle nickten zustimmend.
Wir bezahlten und holten unsere Jacken und gingen dann vor die Tür, wo es recht kalt war. Ich schlug den Mantelkragen hoch und stopfte meine Hände in die Taschen. Gemütlich liefen wir zu Haltestelle und schwatzten über alle möglichen Sachen.
„Wo ist eigentlich dein Freund??“ fragte mich Caarsten.
„Ach, irgendwo in Deutschland glaube ich...“
„Eh, du weißt nicht was der macht?? Is ja krass!!“
„Naja, ich muss seinen Tagesablauf ned wissen, ich vertrau ihm einfach...er wird schon nix anstellen!!“
Die Bahn kam und wir stiegen ein. Auf der Fahrt zu Chris alberten wir nur rum und ich hatte schon Angst, dass wir aus der Bahn fliegen, doch wir kamen ohne groß Aufmerksamkeit zu erregen bei Chris an.
„Dort stellte ich mich erstmal vor den Automaten und warf einige Male meine Darts um dann mit den Leuten ein kleines Battle auszutragen. Ich war mit meiner Leistung ganz zufrieden, hatte ich doch ewig schon nimmer gespielt und dritter Platz klingt immer gut. Gemeinsam tranken wir dann noch und als ich auf die Uhr schaute, bemerkte ich, dass es schon fast 3 war.
„Man, wo die Zeit nur immer bleibt!! Ich muss dann langsam los. Kommt wer mit??“
„Nö, ich bliebe noch!“ sagte Claudi und auch die anderen wollten noch nicht nach hause, so dass ich mich alleine auf den Weg machte.
Als ich mich verabschiedete, versprach ich, den anderen Bescheidzusagen, was ich in der nächsten Woche machen werde. Ich umarmte und busselte jeden und ging dann los. Langsam lief ich durch die jetzt leeren Straßen Helsinkis und nutze die Zeit um nachzudenken. Ich war so vertieft, dass ich nicht bemerkte, dass sich mir Schritte näherten.

81. Kapitel

„Ich habe dir doch gesagt, begegne mir niemals alleine!!“ flüsterte es auf einmal hinter mir.
„Eva??“ ich drehte mich um und blickte in ihr Gesicht, sie grinste dreckig.
„Ja ich!! Und, was ist, immer noch die große Klappe??“ zischte sie wütend.
„Woher weißt du, dass ich hier war und so..??“
„Ich bin euch gefolgt, als ich sah, dass du alleine losgingst, war dass das Zeichen für mich!! Also, lass es uns hier zu Ende bringen!!“ und schon hatte ich eine Faust in meinem Gesicht. Ich war zu perplex um zu reagieren und stolperte rückwärts. Sie folgte mir und schon hatte ich die 2. und 3. drinne. Als ich irgendwann mal am Boden lag, trat sie auf mich ein und das weckte den Überlebenswillen und eine unbändige Wut.
*Schice auf Andy und seine Tussi, schice auf alles!!*
Ich stand auf und ließ meinen Mantel fallen, packte sie, und wich gekonnt einem weiteren Schlag aus. Ich drückte ihr ebenfalls meine Faust ins Gesicht und ihre Lippen platzten auf. Wir prügelten uns eine ganze Weile, bis auf einmal irgendwer dazwischen ging. Es waren Passanten, die uns mit Mühe voneinander trennten.
„Seid ihr des Wahnsinns?? Was macht ihr da?? Wollte ihr euch umbringen??“ fragte der eine Mann.
„Lassen sie mich los!!“ sagte ich gefährlich leise, in mir strömte das Adrenalin durch den Körper, ich zitterte richtig und ich musste meine Wut rauslassen. Eva zappelte auch in den Händen des anderen und versuchte wieder an mich ranzukommen, doch die beiden Männer waren zu stark.
Ich merkte, dass einer der Männer die Polizei rief. Das brachte meine Gehirnwendungen wieder zum laufen und ich sagte, dass das nicht nötig sei, doch er blockte ab. *Fuck!!*
Kurze zeit später kam ein Polizeiwagen und wir wurden ‚netterweise’ zum Revier gefahren, dort mussten wir eine Aussage tätigen und das viel zu meinen Gunsten aus, da sie angefangen hatte. Ich musste meine Personalien abgeben und durfte dann nach hause. Was weiter passieren wird, werde ich wohl erst später erfahren.
Als ich bei mir ankam, fühlte ich mich so elende, das ich lieber sterben wollte. Mir tat alles weh, ich musste mich übergeben, wobei fast nur Blut kam, mein Schädel brummte und als ich in den Spiegel schaute, blickte mir das ganze Grauen entgegen. Als ich mich ins Wohnzimmer schleppte, merkte ich, dass irgendwas ganz und gar nicht in Ordnung war und ich rief bei Claudi an. Als ich ihr alles erzählte, sagte sie, ich solle mich nicht bewegen sie komme sofort.
Nach ca. 15 Minuten klingelte es bei mir und ich quälte mich zur Tür. Oben angekommen stieß sie einen Schrei aus, nahm mich und brachte mich ins Wohnzimmer. Dort angekommen legte sie mich aufs Sofa und stütze meinen Rücken mit Kissen ab. Sie zog nur leicht das Shirt hoch, und nach ihrem Gesichtsausdruck zu urteilen, sah sie nix gutes.
„Wir müssen ins Krankenhaus…ich kenn mich nicht aus, aber das sieht nach paar gebrochenen Rippen aus!!“ sagte sie, rief ein Taxi und suchte notdürftig alle erforderlichen Unterlagen zusammen. Ich merkte, wie sich in mir eine bleierne Müdigkeit breitmachte und schloss meine Augen, wurde jedoch von Claudi sofort wieder durch einen leichten Klaps auf die Wange geweckt.
„Du darfst jetzt nicht schlafen!! Bleib wach!!“ betete sie mich an, doch dieses Gefühl war zu stark, ich konnte kaum noch dagegen ankämpfen. Immer wieder rief Claudi meinen Namen, der mich nur noch leise erreichte, die Watte um meinen Geist war zu stark.
Auf einmal spürte ich, wie ich hochgezogen wurde, was einen heftigen Schmerz in mir auslöste und ich laut aufschrie.
„Sorry, aber das Taxi ist da, ich hab auch schon im Krankenhaus angerufen, die wissen Bescheid…komm jetzt!!“ forderte sie besorgt.
Ich weiß nicht, wie wir es geschafft haben, aber irgendwann kamen wir am Krankenhaus an, wo schon 2 Schwestern mit einer Liege standen, auf die ich hinaufgehievt wurde und dann versank ich in angenehmer Dunkelheit.

Als ich meine Augen leicht öffnete, hörte ich ein Piepsen, was mir sehr penetrant in den Ohren lag. Ich fragte mich, wo ich hier bin und schaute umher. Vor meinem Bett saß eine junge Frau mit schwarzen Haaren und blickte mich freudig an.
„Hallo Maus, alles ok??“ sagte diese junge Frau.
„Wer…wer…sind sie?? Wo bin ich?“ krächzte ich und schaute sie fragend an.
„Bibbi…ich bins Claudi!!“ sie erhob sich und schaute mich genauer an.
„Kenn ich sie??“ ich wusste nicht wer sie ist, ob ich sie jemals kannte, ich wusste ja nichemal, wer ich selber bin.
„Oh mein Gott…warte ich hole den Arzt!!“ sagte sie und verschwand.
*Arzt??*
Ich drehte meinen Kopf und blickte aus einem großen Fenster auf einen recht kahlen Baum. Der Himmel war trübe und es schien zu nieseln.
*Wo bin ich?? Wer bin ich?? Wer sind all diese Leute??*
„Ah, Frau Viitaniemi, schön dass sie wieder unter den Lebenden verweilen!! Haben uns einen ganz schönen Schrecken eingejagt!! Ich bin Dr. Puolakainen, wir kennen uns noch von ihrem Lebensgefährten.“ Er schaute mich besorgt an.
„Was?? Wer sind sie?? Und wer ist mein Lebensgefährte?? Wer bin ich??“ ich schaute ihn ebenfalls fragend an, dass alles war zu viel für mich. In meinem Kopf hämmerte es und ich konnte keinen klaren Gedanken fassen, alles fühlte sich so verschwommen an.
Der Arzt machte einige Routineuntersuchungen und sog dann besorgt die Luft ein.
„Sie haben ganz schön was abbekommen, sie haben eine schwere Gehirnerschütterung gehabt, und das führte wohl zu dieser Amnesie. Körperlich geht es ihnen soweit gut, sie haben einige gebrochene Rippen davongetragen, aber diese heilen wieder. Mir macht diese Amnesie mehr Sorgen.“
„Was ist denn passiert??“ ich ließ meinen Kopf nach hinten sinken, mir war alles so fremd.
„Sie haben sich mit jemanden geschlagen und diese Person hat sie wohl mehrere Male hart am Kopf getroffen…ich gebe ihnen jetzt was zur Beruhigung.“ Eine Schwester trat an mich heran und gab mir eine Spritze.
„Ich komme in ein paar Stunden wieder zu Ihnen, ich rufe erstmal ihre Familie an und sage ihnen, dass sie soweit übern Berg sind.“ Freundlich lächelnd ging er aus dem Zimmer und die Schwester mit.
Nun war ich wieder alleine mit dieser jungen Frau und ich merkte, wie sich das Mittel entfaltete. Kurze zeit später war ich wieder eingeschlafen.

82. Kapitel

Als ich erneut die Augen aufschlug, blickte ich in grüne Augen, die leicht verweint aussahen.
„Hei Rakas!!“ sagte diese Person und ich sah sie nur an.
„Hei…aber wer bist du denn??“ °°Ist das mein Freund??°°
„Bianca ich bin es…Lauri!!“
„Lauri?? Tut mir leid…kenne dich nicht, ich kenne niemanden, nicht mal mich selbst!!“ sagte ich leise und wendete meinen Kopf von ihm ab.
„Paska!! Ich wusste, ich hätte dich nicht hier lassen sollen!!“ sacht drehte er meinen Kopf zu sich und küsste mich leicht. Es fühlte sich vertraut an.
„Wie allein lassen??“ fragte ich ihn dann.
„Wir sind auf Tour, ich und die Jungs und ich bin sofort hochgeflogen, als mich Claudia angerufen hat. Schatz…was ist los?? Ich mach mir Sorgen, muss morgen aber wieder zurück…ich will nicht, aber das Management hat schon gemeckert, weil ich jetzt da bin!!“ eine Träne rollte sein Gesicht hinab.
„Tour, Jungs??“ ich sah ihn immer noch fragend an, ich komme mir so hilflos vor.
„Naja, Aki, Eero, Pauli und ich…hier, ich hab dir Bilder mitgebracht.“ Er hielt mir Fotos vor die Nase, doch ich erkannte niemanden, die Namen waren mir alle fremd.
„Es tut mir leid…ich kenn die ned, ich weiß nix…sorry. Lass mich bitte alleine!!“ flüsterte ich.
„Nein…ich kann nicht!!“ er strich mir sanft über die Wange und sah mich traurig an.
„Pass auf…ich erzähle dir jetzt von uns, vielleicht fällt dir was ein“ hoffnungsvoll sah er mich an.
„Ok…mach halt.“
Und er erzählte von einer Bianca, Leuten, die sie kennt, Dinge die sie gemacht hat, doch in mir fühlte sich alles leer an. Für mich war es eine schöne Geschichte. Er erzählte lange, und als er irgendwann Deutschland erwähnte, zuckte ich zusammen. Das kam mir bekannt vor, irgendwas in mir wusste, dass das mit mir zu tun hatte, doch es wollte sich mir nix offenbaren. Als er fertig war, schaute ich ihn traurig an und schüttelte leicht den Kopf.
„Tut mir Leid, sagt mir nix…“
Erschöpft seufzte er auf und blickte zum Fenster hinaus. Wir schwiegen uns an, in meinem Kopf arbeitete es, doch es wollte nix Konstruktives dabei rauskommen.
Als es leise an der Tür klopfte und danach eine Schwester mit Essen eintrat, sagte er, dass er erstmal geht, aber nachmittags wiederkomme und ich nickte. Er gab mir noch einen Kuss, strich sacht über meinen Kopf und verließ das Zimmer.
„Na Frau Viitaniemi, wie gehts uns denn heute??“ fragte mich die Schwester freundlich und ich nickte. Sie stellte mir das Essen auf das Tischen neben mir, half mir, mich aufrecht zu setzen, was einen Schmerz verursachte und verließ dann das Zimmer. Ich starrte auf den Teller vor mir, rührte aber nix an. Ich nahm mir die Fotos, die dieser Lauri da gelassen hatte und schaute darauf. Es waren mehrere, und auf jedem war er mit einem anderen Mann zu sehen. Sie schienen viel Spaß zu haben und sich gut zu verstehen, denn sie lachten alle. Nach einigen Minuten ließ ich die Bilder fallen und lehnte mich zurück.
In meinem Kopf wirbelten so viele Fragen durcheinander, doch ich konnte keine Antworten finden. Als die Schwester wieder kam, schimpfte sie mit mir, aber mir war es egal. °°Was nützt es mir zu leben, doch nicht zu wissen wer man eigentlich ist??°°
Meine Gedanken wanderten zu Lauri, er tat mir leid, musste er doch viel für mich empfinden, wenn er einfach so mal zu mir kam an. Ich quälte mich aus dem Bett und mit wackeligen Schritten ging ich zum Fenster und schaute mir den trüben Himmel an. Langsam ging ich zum Bett zurück, als sich die Türe wieder öffnete und ein älteres Ehepaar vor mir stand.
„Bianca…was machst du nur für Sachen!!“ kam die Frau auf mich zu, und das ganze Spiel ging von vorne los. °°Ich scheine ja echt ne Menge Leute zu kennen°°
Als die Leute, die sich als meine Eltern herausgestellt haben, wieder gingen, lief ich zum Bad und schaute das erste Mal seit ich wieder wach war, in einen Spiegel. Ich fuhr erschrocken zurück und musste mich am Waschbecken festhalten. Laut stöhnte ich auf, denn das Bild war grauenvoll. Das, was nicht verbunden war, war die Augen-Nase-Kinn-Partie, aber man konnte sehen, dass alles bläulich angelaufen war auf der einen Wange und die obere Lippe war aufgeplatzt und ich hatte Kratzer. Zumindest war meine Nase noch gerade. Da ich nicht wusste, wie ich mich so duschen sollte, klingelt eich nach der Schwester, die bald einen Herzinfarkt bekam.
„Frau Viitaniemi, was machen sie denn für Sachen?? Sie sollten doch vorerst im Bett liegen bleiben!!“
„Ach, da ist es mir zu langweilig…und ich müsste echt mal duschen!!“ mich noch immer am Waschbecken festhaltend sah ich sie an.
„Hmm, da muss ich erst mit den Doktor reden. Gehen sie erstmal in ihr Bett zurück!“ forderte sie mich energisch auf und ich ging zurück.
5 Minuten später kam sie mit dem Arzt zurück, der mich untersuchte, nickte und sagte, dass ich duschen gehen könnte, aber die Schwester sollte dabei bleiben.
Ich schaute ihn erschrocken an, doch er erklärte, dass das eine Vorsichtsmaßnahme sei, so dass ich mich geschlagen geben musste.
Ich holte mir aus der Reisetasche, die mir meine Eltern brachten, frische Kleidung und folgte der Schwester.
Als ich die ersten warmen Wasserstrahlen auf meiner Haut spürte, schloss ich meine Augen und genoss es. Plötzlich zogen schemenhafte Bilder an meinem inneren Auge vorbei – Menschen, die ich kannte, Orte die ich besucht hatte - doch ich konnte nix zuordnen. Als ich fertig war, reichte mir die Schwester ein Handtuch und ich trocknete mich ab. Beim Ankleiden half sie mir und erfrischt ging ich zu meinem Bett, welches die Schwester aufschüttelte, zurück. Ich dankte ihr und als ich wieder alleine war, versuchte ich, die Bilder wieder hervor zuholen.
Da war ein großes weißes Gebäude mit einer Kuppel als Dach, ein Ort, wo viele Schiffe waren, ein Raum mit einer orange-gelben Wand…ich wusste, dass das wichtige Erinnerungen waren.
Als Lauri wieder kam, stellte ich ihn Fragen darüber und er antwortete mir, schien sich zu freuen, dass mir wieder Dinge einfielen.
„Das Gebäude ist die Tuomiokirkkokirche hier in Helsinki, dann ist das andere der Hafen, wohin du dich immer zurückziehst, wenn du alleine sein willst und der Raum, den du beschrieben hast, ist unser Proberaum.“ Er erzählte mir Stories, die wir zusammen erlebt hatten und ich musste lachen.
„Bin ich echt so schlimm?“ kicherte ich und Lauri schüttelte den Kopf.
„Nein…du bist das Beste, was mir jemals passieren konnte. Aber ich hab die noch einige private Sachen mitgebracht, vielleicht helfen sie dir ja.“ Er kramte CDs, Bilder, noch mehr Fotos, einen Teddy und ein Radio hervor.
Das Radio stellte er auf das Tischen neben mich, genauso wie die Bilder und die CDs, doch den Teddy drückte er mir in den Arm. Er roch nach Parfum und als ich ihn darauf ansprach, sagte er, dass das mein Lieblingsduft an ihm sei. Ich musste grinsen und dankte ihm.
„Es tut mir Leid, aber ich muss dann auch wieder los, mein Flieger geht in 2 Stunden. Ich soll dich ganz lieb von den Jungs grüßen, genauso wie von Jonne und Joonas. Meine Schwester kommt dich morgen mal besuchen, genauso wie Niina.“ Er stockte kurz, „ Schaffst du es?? Ich will dich eigentlich nicht alleine lassen…ich muss…ich…ich liebe dich!!“ er küsste mich sachte, und ich schmeckte seine Tränen.
„Ja, ich werde es schaffen. Guten Flug und grüße an die Leute zurück!!“
Nachdem er mich noch einige Male geküsst hatte, ging er und hinterließ eine Leere in mir. Ich presste den Teddy an meine Nase und sog den Geruch ein.
Danach legte ich eine CD ein „The Rasmus“ und hörte sie mir an. Ich fand die Stimme von dem Sänger sehr bekannt und als ich im Booklet nachlas erkannte ich, dass das Lauri ist. Aber ich konnte damit nix anfangen. Als es mir im Zimmer zu doof wurde, stand ich auf und trat auf den Gang. Am Schwesternzimmer angekommen, frage ich, wie ich in den Park kommen konnte und lief dann der Beschreibung nach. Im Park angekommen, setzte ich mich auf eine Bank und atmete tief ein. Über mir saß auf einem der kahlen Äste ein schwarzer Vogel und als ich ihn näher betrachtete, war es, als hätte in meinem Kopf der Blitz eingeschlagen.

83. Kapitel

Bilder fuhren an meinem Auge vorbei, ich wurde in diesem Strudel mitgezogen, Gefühle fuhren in meinem Körper Achterbahn, ich musste mich anlehnen und meine Augen schließen, so gewaltig waren die Eindrücke die ich zu verarbeiten hatte.
Ich zog meine Beine nah an mich und stütze meinen Kopf auf. Lange saß ich so da, überdachte meine wiedergewonnenen Teilerinnerungen und verfluchte mich selbst.
„Warum kann ich mich nicht an alles erinnern?? Was ist passiert, warum bin ich so wie ich bin??“
Als die Krähe über mir mit einem Krächzen davon flog, schaute ich ihr nach und fing die Feder auf, die sie verloren hatte. Ich betrachtete diese und wusste, dass das ein entscheidendes Indiz für den Rest meiner Erinnerungen ist, welches sich mir noch im Verborgenen hielt.
Ich stand langsam auf und lief zurück zum Krankenhaus, wobei ich mit meinen Gedanken immer wieder an den Punkt gelangte, wo ich nicht mehr weiterkam. Es ist, als wäre dieser Abschnitt meines Lebens für immer in einen Schleier verhüllt worden.
Auf Station kam mir Herr Puolakainen entgegen und ich grüßte ihn. Erschrocken blieb er stehen und schaute mich an.
„Sie können sich erinnern Frau Viitaniemi?? Ich komme gleich nochmal zu ihnen und untersuche sie!!“ freundlich blickte er mich an und ich lächelte.
Im Zimmer legte ich eine CD mit einem Harlekin auf dem Cover rein und schaltete es an. Mir kamen traurige Klänge eines Orchesters entgegen, ein Mann sag mit einer sehr schönen Stimme, begleitet von einer Frau. Ich war gefangen von der Musik, konnte sie jedoch nirgends zuordnen.
Leise klopfte es an der Tür und Herr Puolakainen trat ein. Er setzte sich auf den Stuhl neben meinem Bett und sah mich nachdenklich an.
„Wie fühlen sie sich heute denn so??“
„Ganz gut, ich habe einen Teil meiner Erinnerung wieder erhalten, doch ich weiß, dass sich mir etwas verhüllt, etwas, das ganz wichtig ist. Etwas, was damit zu tun hat, dass ich heute hier bin.“ Ich seufzte leise.
„Ja, das ist richtig, aber…glauben sie mir…ich kann ihnen da keine Hoffnung machen, ob und wann sie sich daran wieder erinnern können!!“ mit fester Stimme sagte er mir dies und ich wusste, dass er mich nicht angelogen hatte.
„Hmm…ich strenge mich an, immer wieder denke ich daran, auch an Lauri, der wohl mein Freund ist, doch wissen sie wie sich das anfühlt?? Ich sollte mich doch freuen, etwas für ihn empfinden, doch da ist nur gähnende Leere!!“ ich fing leise an mit weinen. „Mein Herz sagt mir, dass es richtig ist, wenn wir uns küssen, doch in meinem Kopf ist ein großes Fragezeichen…“
Traurig blickte ich Herrn Puolakainen an.
„Ich will mich erinnern, doch es scheint als würde mein Unterbewusstsein eine Sperre davor schieben Als wollte es nicht, dass ich mich an diesen Teil meines Lebens erinnere. Aber warum?“
„Frau Viitaniemi. Ich weiß nicht wie ich Ihnen da helfen kann. Haben Sie Geduld und sehen sie sich weiter Sachen von dieser Zeit an, vielleicht kommen die Erinnerungen zurück.“ Erklärte er mir. „Gesundheitlich geht es ihnen ganz gut, sie könnten morgen sogar nach Hause.“
„Hmm, ja…sie haben wohl recht, aber es ist so…so…deprimierend!!“ sagte ich leise, als er ging.

Später, als das Abendessen kam, saß ich gedankenverloren davor und stocherte in dem Essen rum. Ich zwängte mir jeden Bissen hinunter und hörte mir die Musik an, die mir Lauri mitgebracht hatte.
Als es leise klopfte, schaute ich überrascht auf.
„Herein??“
Die Tür öffnete sich und eine blonde Frau trat ein.
„Hei, na du…wie geht’s dir??“ lächelnd umarmte sie mich.
„Hei, danke ganz gut, wer bistn du??“
„Hanna…Lauri hat mir schon gesagt, dass du dich nicht erinnern kannst. Du machst aber auch Sachen!!“ sie zog sich den Stuhl ran und setzte sich.
„Aha..“ °°Wieder dieser Lauri°°
„Also…hmm...ich erzähl dir mal, wie wir uns kennen gelernt haben.“
Als ich nickte, fing sie an und ich musste lachen.
„Echt, ich dachte ich bin schwanger? Man, es kotzt mich so an, dass ich mich an nix erinnern kann, zumindest nicht an diese Sachen!!“
„Ja und störrisch wie ein Esel bist du gewesen!! Die Geschenke von Lauri wollteste auch ned annehmen!! Da passt ihr echt gut zusammen!!“
Wir unterhielten uns noch eine Weile und ich musste Tränen lachen, da sie einige Anektoden aus der Kindheit von Lauri zum Besten gab.
Nach gut einer Stunde verabschiedete sie sich von mir und ich musste noch danach grinsen, weil ich mir das nicht vorstellen konnte, was sie mir erzählt hatte.

Ich wollte gerade ins Bett gehen, als es wieder an der Tür klopfte und ein junger Mann mit schwarzem halblangem Haar eintrat. Ich schaute ihn kurz an und fing an mit grinsen.
„Joonas??“

84. Kapitel

„Joonas!!“ mit einem Aufschrei flog ich ihm entgegen, umarmte ihn und fing an mit weinen.
„He Kleine, alles ok??“ raunte er mir ins Ohr.
„Joonas, du…du warst der Schlüssel!! Nicht die Feder, nicht die Musik…du!!“
„Wie Schlüssel?? Zu was??“ er folgte mir zum Bett und ich sah ihn mit strahlenden Augen an.
„Durch dich kann ich mich wieder erinnern!! Du warst der Auslöser!! Ich weiß zwar nicht wieso, aber…ich danke dir!!“
„Hä?? Jetzt erzähl mal von vorne und ned so hastig!!“ er strich sich eine Strähne aus der Stirn und sah mich entgeistert an.
Als ich geendet hatte, starrte er mich mit riesen Augen an und schüttelte nur den Kopf.
„Dich kann man ja echt nicht alleine lassen!! Ich hab mich schon gewundert, warum ich dich besuchen sollte, aber Lauri klang so verzweifelt, dass ich halt hergekommen bin!! Soll dir auch liebe Grüße von Ari, Juha, Clansmann und Marcus ausrichten!!“ jetzt begannen seine Augen zu leuchten und ich knuddelte ihn.
„Danke…hast du dein Handy mit?? Könnte ich da mal…könnte ich Lauri anrufen??“ ich sah ihn bittend an und er nickte.
Es klingelte dreimal, als Lauri endlich ans Telefon ging.
„Und, was ist?? Kann sie sich erinnern?? Ich mach mir Sorgen ich kann noch nichemal richtig singen!! Der Gig heute war total mies!!“ er redete wie ein Wasserfall, so dass ich gleich gar nicht zu Wort kam.
„Ja, Schatz, mir geht es wieder gut…ich weiß alles wieder!!“ sagte ich ihn dann mal unterbrechend und gleich war es mucksmäuschenstill am anderen Ende. Doch nicht lange, denn dann ertönte ein Schrei, so dass ich das Telefon weiter weg halten musste.
„Rakas?? Ich bin so froh…ich…ich…“ er fing an mit weinen, und ich konnte auch nicht reden, weil sich in meinem Hals ein Klos gebildet hatte.
„Ich hab die Hoffnung nicht aufgegeben…ich liebe dich, ich vermisse dich…wie fühlst du dich?? – Akiiiiiiiiii…Bianca ist wieder wohl auf!!“ ich hörte nur, wie Lauri zu Boden sackte, weiter weinte und Aki ihn in den Arm nahm. ‚Grüß sie ganz lieb von mir!!’
„Lauri, ich liebe dich auch…“ auch mir liefen die Tränen und ich reichte ihm kurz Joonas.
„He Kurzer, alles klar bei dir?? Man, ich war keine 5 Sekunden da und sie konnte sich erinnern!! Hab ich so nen hässliches Face??“ lachte er und ich konnte hören, wie Lauri gluckste. Auch ich musste lachen, denn daran lag es wohl ganz bestimmt ned.
„Gib her…du bist mir eener!!“ ich nahm das Telefon und schlug Joonas leicht auf den Kopf, der daraufhin sein Gesicht verzog und die Zunge rausstreckte.
„Babe?? Ich bins wieder…man, wie lange lag ich eigentlich hier??“ fragte ich ihn.
„Willst du das ehrlich wissen??“ fragte er mich leise.
„Ja, eigentlich schon!“
„Ok…fast 5 Tage!!“ nuschelte er.
„Bitte was?? Dann haben wir ja heute…Donnerstag??“ ich sprang auf, doch mein Kopf rebellierte dagegen. Joonas sprang besorgt auf, doch ich lächelte ihn kurz an.
„Ja…deswegen hatte ich schon angst!!“
°°Wow, 5 Tage ohne Bewusstsein°°
„Was ist eigentlich mit…“
“Eva?? Die haben deine Eltern angezeigt und sie bekommt wohl ne saftige Schmerzensgeldklage und so an den Hals!!“ knurrte Lauri.
„Hehe…ok. Du, ich wird mal Schluss machen, dass ist nämlich Joonas` Handy…ich liebe dich, bis morgen. Ach ja, ich kann morgen wieder raus!!“
„Ich liebe dich auch, ich schick dir deine Eltern ok?? Kuss…ich bin…ich vermisse dich!!“ ich hörte wieder seine Tränen und Aki, der beruhigend auf ihn einsprach.
Leise klappte ich das Handy zusammen und sah Joonas an.
„Danke…ich weiß nicht…ich bin…ach verdammt…5 Tage!!“ ich schaute ihn an und musste heulen. Er nahm mich in den Arm und streichelte mir sanft den Rücken.
„Man Kleine, das wird alles wieder, ok?? Ich bin da, Lauri ist da, alle sind da…wir haben uns alle einen Kopf gemacht. Ich werd jetzt aber auch gehen, du brauchst Ruhe. Ich meld mich morgen mal bei dir, ok??“ er wischte meine Tränen weg, hauchte einen Kuss auf die Stirn und ging.
„Joonas??“ er drehte sich um. „Hmm“
„Danke dir…ich...ich liebe dich…ich mein...ich mag dich…naja, du weißt was ich meine??“
„Ja…ich liebe dich auch Kleine!! Jetzt schlaf, du musst wieder die Alte werden!!“ damit trat er aus der Tür und schloss sie hinter sich.

85. Kapitel

Ich ließ mich in das Kissen fallen und schloss meine Augen.
°°5 Tage meines Lebens fehlen mir, nur weil ich mich nicht unter Kontrolle hatte!!°°
Leise seufzte ich auf und versuchte dann, endlich einzuschlafen, was mir nach anfänglichen Problemen auch gelang. Ich träumte von Lauri, Aki, Luci, Constance und mir. Es war total verwirrend, mehr so, als ob ich Zuschauer eines schlechten Films war. Immer, wenn ich auf die Leutz zugehen wolle, rannten sie weg, versteckten sich oder standen auf einmal hinter mir und lachen mich aus. Ich lief hin und her, ohne mich eigentlich wirklich vom Fleck zu rühren.
Schweißgebadet wachte ich mitten in der Nacht auf und sah mich im Zimmer um. Alles war ruhig, der Mond schien und so trank ich einen Schluck aus meiner Flasche.
°°Warum konnte ich mich nicht an alles erinnern, als Lauri da war, aber als Joonas eintrat war alles so klar?? Warum er, wenn doch Lauri mein Freund ist??°°
Ich lag noch lange grübelnd da und kam doch zu keinem Ergebnis. °°Ich meine, ich liebe Lauri genau wie am 1. Tag und Joonas ist nur einer meiner guten Freunde…hätte ich vielleicht doch nich ‚Ich liebe Dich’ sagen sollen?? Ich meine, er hat so komisch geschaut, aber in meiner Freude ist mir das nicht aufgefallen. Paska!! Ich muss schlafen, sonst behalten die mich hier noch länger als nötig…was wird wohl Herr Halonen sagen??°°

Als ich meine Augen öffnete, standen meine Eltern vor meinem Bett und lächelten.
„Guten Morgen, Lauri hat uns angerufen und gesagt wir können dich abholen. Sind wir froh…“ meine Mutter umarmte mich und gab mir einen Kuss. Auch mein Vater stand bisschen betröppelt da und ich musste grinsen.
Kurz darauf betrat nochmal Herr Puolakainen den Raum und untersuchte mich, doch er hatte keinerlei Bedenken und so konnte ich nach hause. Was heißt nach Hause, ich musste zu meinen Eltern, da ich noch gut eine Woche krankgeschrieben war und sie sich zu viele Sorgen machten.

Als ich wieder in Freiheit war, nahm ich mir erstmal mein Handy und las die die ganzen Mails die ich bekam. °°Nunja, antworten werdsch nimmer müssen, wissen eh alle was war!!°° ging mir durch den Kopf. Also löschte ich alle Mails und ging zu meinen Ellies, die am Auto warteten.

Bei uns zuhause angekommen, stand meine Omma in der Tür und erwartete mich sehnsüchtig.
„Kindchen…du machst mir Sorgen!! Wie konnte es nur soweit kommen??“ sie umarmte mich und ich wurde mal wieder in die Küche geführt. °°Legga, Essen von Omma!!°°
Als ich mich setzte, kam auf einmal mein Bruder in die Küche und sah mich lange schweigend an.
°°Passbild gefällig??°°
Gerade wollte ich zu einer zynischen Attacke ansetzten, als er mich kurz drückte und mir sagte, wie leid es ihm tat, dass er damals nicht schon eingegriffen hatte. Nun saß ich wieder bedeppert da und konnte nix sagen.
„Susan tut es auch leid und sie entschuldigt sich bei dir über mich, weil sie zu ihren Eltern musste…Eva wird jetzt wohl erstmal eingewiesen um eine Therapie gegen ihre Aggressionen zu machen. Und naja…den Rest werden dir de Ellies erzählen, ich muss los. Ach ja, grüß Lauri von mir, wir haben uns nur kurz sehen können, als ich im KH war und er kam.“
Ich saß noch immer völlig perplex über das eben gehörte auf dem Stuhl und starrte auf die Tapete, als mich meine Omma zurückholte.
„Ja, das stimmt, er war bei dir, fast jeden Tag…es tut ihm echt Leid…und Lauri war auch froh ihn zu sehen!! Ach Kindchen…mit dir!!“ sie stellte einen Pott Cappuccino vor die Nase und setzte sich mir gegenüber.
“Hmm, früher haben wie so was nicht gemacht!! Ich versteh euch nicht…auf der einen Seite wollt ihr wie Prinzessinnen behandelt werden und auf der anderen Seite benehmt ihr euch wie wildgewordene Hühner!!“ ich musste lachen, ich mein sie hatte recht, aber ich fand den Vergleich zu köstlich.
„Ach Omilie, die Zeiten ändern sich eben. Und normalerweise bin ich ja auch nicht so, aber die reizt mich immer so sehr und wenn mein Blut einmal kocht, dann ist koi Zurück mehr!! Aber ich werde versuchen, mich zu bessern…schon alleine wegen Lauri!!“ versprach ich ihr und sie nickte.

86. Kapitel

„Er ist ja so süß der Lauri…“ schwärmte meine Oma und ich musste grinsen.
„Ich weiß, deswegen liebe ich ihn ja auch!! Ich freu mich schon auf November, wenn ich Urlaub habe.“ Ich lächelte meine Oma an.
„Warum?? Er ist doch in Deutschland??“
„Ja eben, ich fliege rüber um ihn zu überraschen. Hoffe er freut sich dann auch. Und dann will ich meine Freunde in Nürnberg noch besuchen.“
„Oh, dass ist aber schön…wer sich da nicht freut…nuja, nun wirst du aber erstmal gesund meine Kleine und dann ist es ja nimmer lange hin.“
„Omilie??“ fragend sah ich sie an.
„Ja, was ist meine Kleine??“
„Warum konnte ich mich nicht erinnern, als Lauri da war, aber als Joonas eintrat viel mir alles wie Schuppen vor die Augen??“
„Ja, das weiß ich nicht, aber vielleicht, weil Lauri dein ganzes Ich dominiert, schließlich ist es deine große Liebe. Manchmal geht der Geist seinen eigenen Weg und nimmt nicht gleich die erste Tür, die ihm geöffnet wird. Weißt??“
„Nee, versteh ich ned!!“
„Ganz einfach…mit Lauri hast du sowohl gute, als auch schlechte Zeiten durchlebt, dass könnte für die Sperre gesorgt haben, so als eine Art Schutz. Doch mit Joonas hast du ja bisher nur Positives erlebt, deswegen…“
„Naja, soviel nun auch wieder nicht.“ fiel ich meiner Oma ins Wort. „Er ist eine wichtige Person in meinem Leben, mit ihm kann ich über alles reden. Aber Lauri ist meine große Liebe, das stimmt.“ Und wieder musste ich lächeln.
„Ja, das stimmt…so, ich glaube nun hab ich dich genug in Anspruch genommen, geh ruhig zu deinen Eltern.“
Ich ging ins Wohnzimmer, wo sie saßen und sich unterhielten.
„Das mit Andy, ist das wahr??“ ich setzte mich zu meinem Dad aufs Sofa und zupfte an der Ecke des Kissens.
„Was denn??“
„Na, dass er jeden Tag bei mir war und so??“
„Ja, er hat sich riesen Vorwürfe gemacht, weil er damals nix gesagt hatte. Und mit Susan gibt es wohl im Moment auch nur Stress, weil sie immer noch dir die Schuld geben will, obwohl ja erwiesen ist, dass Eva angefangen hat. Wie kam das eigentlich?? Wir wissen auch nur das, was uns der Polizist mitteilen wollte.“ Hakte meine Mutter nach.
„Ach Mom, darüber will ich lieber nicht reden. Es ist gut so, wie es ist.“ wiegelte ich ab.
„Was machen wir heute noch?? Fortgehen darf ich ja bestimmt nicht oder??“
„Nein!! Du bleibst schön zuhause!! Seit du wieder in Finnland bist, standen wir öfters vor einem Herzinfarkt, als in den ganzen 24 Jahren davor!!“ kreischte meine Mutter auf.
„Es war nur ein Spaß, so getraue ich mich doch nicht unter die Leute. Aber dürfen meine Freunde herkommen?? Dann können wir unten im Keller feiern und so…bitte!!“ ich sah meine Eltern bettelnd an.
„Naja, ok…aber nicht zu viele!!“ ließ sich mein Vater erweichen.
„Ok!!“ ich umarmte beide, rannte raus, schnappte mir das Telefon und rief paar meiner Freunde an. Schnell waren es 20 Leute und ich ging in den Keller, um alles vorzubereiten.
Als ich die Tür öffnete, wurde ich wieder an eine Party meines Bruders erinnert, auf de ich das erste Mal Lauri sah. Lange ist das her, fast 12 Jahre.
Ich ging zur bar und strich sanft darüber und musste och grinsen. Hier hing Lintu und war total besoffen. Seine Haare standen in alle möglichen Richtungen und waren damals noch gelb-blond. Aber, und das war das Lustigste, er war fast nackt, weil er beim Strippoker dauernd verloren hatte. Ein Anblick für die Götter war das – Lauri in Boxershorts mit kleinen Herzchen und Teddies. Ich fing an mit Lachen, zu komisch war das Bild von damals und musste mir die Tränen aus den Augen wischen.
„Nur gut, dass er so was heute nicht mehr trägt!!“ sagte ich selbst zu mir und musste wieder kichern.
Ich überprüfte die Vorräte, machte schnell sauber und ging dann wieder zurück, da es gleich Essenszeit war.

87. Kapitel

Wir aßen zu Mittag und ich alberte viel mit meinem Vater rum, der ganz glücklich war, dass es mir wieder gut ging. Meine Mutter machte sich Gedanken, ob denn die Party heute Abend das Richtige sei, doch ich beruhigte sie.
Nach dem Essen ging ich in mein altes Zimmer und ruhte mich etwas aus, d.h., ich zappte mich durch alle möglichen Programme und lachte bei manchen Reportagen.
Auf einem der Musiksender wurde ein Bericht über TR gebracht und ich schaute interessiert zu. Es war ein Blick hinter die Kulissen, wenn die Jungs auf Tour sind. Da zeigen sie das erste Mal diese Paula und ich lachte mich bald schlapp. Ich konnte mir gut vorstellen, dass sie nervig sein musste, denn so richtig schien sie keinen Plan von dem zu haben, was sie da machte. Auf die Frage, ob sie sich denn mit einem der Jungs etwas mehr als ein freundschaftliches Verhältnis vorstellen könnte, grinste sie und sagte: „Darüber gebe ich jetzt keine Auskunft, aber möglich ist alles!!“
Ich schüttelte nur den Kopf über soviel Naivität und lachte mich im nächsten Moment halbtot, als sie Pauli zeigten, der mit Eero versuchte, einen auf harten Rocker zu machen. Von Aki und Lauri sah man nicht sehr viel, nur dass sie wohl zu jeder zeit an jedem Ort zu sein schienen. *Typisch*
Als es dann langsam Zeit wurde, sich für die Party vorzubereiten, ging ich ins Bad und badete, pflegte mich danach und versuchte mit viel Geschick, die Spuren von Eva zu verwischen.
Als ich fertig war, pfiff ich mir selbst anerkennend zu. Schnell holte ich mir was zum Anziehe und stiefelte dann in die Küche.
Dort trank ich mit meiner Oma einen Cappuccino als es auch schon klingelte. Davor standen Claudi, Luisa, Matti, Tiino, Caarsten, Lena, Morten, Niils, Thorben, Chris, Cindy, Andreas und Tanja.
“Hei...man, und gleich alle auf dem Haufen!! Wahnsinn, kommt rein!!“ ich lachte, als sich die Leutz im Flur versammelten und zu tun hatten, ihre Schuhe und Jacken auszuziehen!!
“So, kommt mit…ich hab heute schon alles vorbereitet!! Ich hoffe, ihr habt noch nix gegessen?? Ich will dann Pizza bestellen!!“ wandte ich mich fragend an meine Freunde, als sie es sich gemütlich gemacht hatten.
„Nö, also wir wussten ja, dass es heute wieder mal ne geile Party von dir wird und dazu gehört einfach Pizza!! Also, nicht böse sein, wir haben alle Hunger!!“ kicherte Matti und alle lachten mit.
„Nee, ich kenne euch ja nun mittlerweile gut genug!! Was wollt ihr trinken??“
Die Jungs nahmen jeder ein Bier und die Mädchen erstmal Wasser oder etwas anderes Alkoholfreies. Als die Pizzen nach 45 Minuten kamen, saßen wir erstmal fast schweigend da und aßen. Jeder genoss es und ich freute mich, solche Freunde zu haben. Meine Eltern schauten ab und an nach, ob alles ok ist, doch was soll schu sein??
Nachdem wir fertig waren mit essen, fühlte sich jeder erstmal total kaputt und lehnte sich zurück. Doch dafür gibt es ein Heilmittel – Jägermeister!! Also stellte ich 3 Flaschen auf den Tisch und als wäre das die Initalzündung gewesen, fingen die Gespräche wieder an. Wir leerten erstmal eine Flasche und danach fühlten sich alle erleichtert. Wir lachten viel, als wir über unsere Schulzeit redeten und ich musste echt viel heulen.
„Wisst ihr noch, als Matti uns in Geo zeigen sollte, wo Venezuela liegt und er irgendwo in Russland rumkurvte mit seinem Finger??“ ich hatte schon Bauchschmerzen, aber das war zu köstlich.
„Hahaha, Bibbi…von dir wollen wir hier mal ned anfangen ne??“ kicherte er.
„Was?? Ich war doch immer ganz lieb!!“ zwinkerte ich ihm zu und wir lachten wieder.
„Also, wenn du lieb warst, dann fress ich den Besen!! Es hat sich keiner so scheen mit den Lehrern angelegt wie du!!“ lachte Lena.
„Ach wieso denn?? Die ein, zwei Male…“ fing ich an. „Ein, zwei Mal?? Du hats fast jede Stunde was auszusetzen gehabt!!“ fiel mir Lena ins Wort und ich hielt ihr den Mund zu.
„Scht…lass mich doch auch mal träumen!!“
Wir kabelten noch lange und lachten viel über alte Kamellen aus unserer Schulzeit und auch der Alkohol floss schon kräftig. Plötzlich klopfte es an der Tür und ein blonder Haarschopf schob sich langsam ins Rauminnere.
„Jonne?? Was machst du denn hier?? Und sag bloß nicht…ich werde wahnsinnig!! Christus und Joonas auch… Wie habt ihr es geschafft reinzukommen?? Was hast du meiner Mom gegeben??“ ich fiel ihm um den Hals und natürlich auch Christus und Joonas, der sich hinter den beiden versteckte.
„Naja, wir haben gesagt, dass wir die Einzigen sind und das wir auch ganz artig sein werden. Naja und dann habe ich meinen traurigsten Blick aufgesetzt und schon durften wir rein. Ich soll dich vom Rest der Truppe grüßen und knuddeln. Also komm her!!“ und schon wurde ich gedrückt, und musste mich fast freikämpfen. Auch Joonas ließ mir Grüße von den Anderen ausrichten. Sie grüßten auch meine Freunde und suchten sich einen Platz. Schnell war meine zweite Flasche Jägermeister alle und die Stimmung steig. Ich fühlte mich echt wohl, auch weil sich alle gut zu verstehen schienen. Chris und Joonas unterhielten sich darüber, ob SaraLee nicht mal bei ihm spielen könnten und Christus und Jonne schäkerten mit den Girls rum.
Ich setzte mich zu Thorben und fragte ihn nach Melanie und der kleinen Siiri und er erzählte mir mit strahlenden Augen, wie sie sich entwickelte und lud mich zu ihnen ein. Dankend nahm ich an und wir unterhielten uns noch weiter.
Irgendwann kam einer auf die Idee Flaschendrehen zu spielen und wir lagen bald flach am Boden. So ziemlich jeder hatte schon jeden geküsst oder bei Nichterfüllen einer Pflichtaufgabe etwas ausziehen müssen.
Gegen 2 machten sich dann die ersten Leute auf den Weg nach Hause, so dass nur noch Joonas, Jonne, Christus, Claudia, Morten, Matti, Lena, Tanja, Chris und ich übrig waren. Wir feierten noch lange und waren wohl ziemlich blau, doch wir hatten unseren Spaß. Matti bandelte mit Tanja an und Christus machte Claudi wieder schöne Augen, was Morten nicht so gefiel. Joonas, der jetzt neben mir saß, unterhielt sich viel mit Jonne über die Musik und ich lauschte den Beiden zu.
„Was macht eigentlich Lauri??“ fragte Jonne mich da plötzlich.
„Hmm, der wird wohl spielen, ich hab heute noch nicht mit ihm telefoniert, werde das im Laufe des Tages machen. Aber ich hab sie heute im Fernsehen gesehen und musste lachen. Er hat mir ja von dieser Paula erzählt und die is echt strohdoof!!“ kicherte ich.
„Warum??“ fragte mich Joonas und ich erzählte ihm meine Eindrücke und auch er musste lachen.
Als ich langsam müde wurde, lehnte ich mich an ihn und er streichelte mir sanft den Rücken.
So nach und nach gingen auch die Anderen und zum Schluss saßen nur noch Joonas und ich da.

88. Kapitel

„ Woher wusstet ihr eigentlich, dass ich ne Party geb??“ fragte ich Joonas, um die Stille zwischen uns zu durchbrechen.
„Claudi hat wohl Jonne getroffen und der hat mich angerufen und da ich eh Zeit hatte, bin ich halt mitgekommen. Warum??“
„Nur so…aber…ich weiß ned…wie ich es sagen soll…ich möch-“, weiter kam ich nicht, da Joonas seine Lippen auf meine legte und mich sanft küsste. Ich stieß ihn weg und sah ihn böse an.
„Was soll das??“ fragte ich ihn sauer und wischte mir mit der Hand über den Mund.
„Ich…mir war…ich dachte…“er raufte sich die Haare und stand auf, „verdammt Kleine, in den paar tagen, wo du im Koma lagst wurde mir klar, dass ich nicht mehr ohne dich leben kann!! Ich liebe dich mit jeder Faser meines Herzens!! Verstehst du das?? Ich würde für dich alles tun!!“ er lehnte sich an den Pfosten vom Tresen, während ich wie betäubt da saß.
„Man, Joonas…was machst du denn für Sachen??“
Er lachte trocken auf, „Ich verlieb mich in eine total süße Frau, die leider ihr Herz schon verschenkt hat, so was kann auch nur mir Trottel passieren!!“ er schlug mit der flachen Hand auf die Theke und ich zuckte zusammen. Ich hockte mich in die Ecke des Sofas und schaute ihn aus großen Augen an, mehr konnte ich nicht tun.
„Ja, aber…das wusstest du doch von Anfang an…und ich dachte, dass du auch nur…ach verdammt Axt!! Ich mag dich echt, mit dir fühl ich mich wohl, aber eben nur als Freund!! Ich liebe Lauri, verdammt er ist mein Leben!!“ ich zündete mir eine Zigarette an und blies den Rauch aus.
„Verdammt…ich weiß es, deswegen ist es auch so schwer für mich, Lauris Bitte nachzukommen!!“ er zündete sich ebenfalls eine Kippe an.
„Welcher Bitte??“ irritiert sah ich ihn an.
„Ich soll auf dich aufpassen!! Der is nen Scherzkeks!! Ich kann nicht ständig in deiner Nähe sein und doch wissen, dass du unerreichbar für mich bist!!“ er sank an der Bar hinunter und vergrub sein Gesicht.
Lange saßen wir schweigend da und zogen an unseren Zigaretten. In meinem Kopf wirbelten die Gedanken durcheinander, doch ich kam nur zu einem Entschluss.
„Joonas…wenn das so ist…dann…“ mir liefen die Tränen. „Was dann??“ er sprach so leise, dass ich ihn kaum verstand.
„Dann…ich mein…“ fing ich an, doch er unterbrach mich. „Ich weiß es…und es tut mir leid…vielleicht sehen wir uns mal wieder Kleine!! Ich liebe dich!!“
Er stand auf, schaute mich nochmal kurz an und ging.
Ich rollte mich auf dem Sofa zusammen und heulte, denn soeben hatte ich einen Freund verloren.
Als meine Tränen langsam versiegten räumte ich auf und öffnete die Fenster, damit der Rauch sich verzog. Ich stellte alles wieder ordentlich zusammen und wischte die Theke und die Tische ab und räumte die Flaschen, die noch Inhalt hatten in die Bar.
Als ich fertig war, schloss ich die Fenster, löschte das Licht und ging in mein Zimmer.
Dort schaltete ich meinen CD-Player an und hörte mir stundenlang „Huomenna“ von Uniklubi an.
Morgen…was morgen ist, wollte ich nicht wissen, denn zu schmerzhaft ist der Verlust von Joonas.
Ich ging ins Bad und machte mich bettfertig, ging in meine Zimmer und nahm meinen MP3-Player mit ins Bett um das Lied noch ewig anzuhören.
Irgendwann schlief ich dann ein…

89. Kapitel

Am nächsten Tag wurde ich durch leises Klopfen an meiner Türe geweckt und meine Oma schaute rein.
„Kleines, alles ok??“ fragte sie sanft.
„Nein…ich hab gestern eine wichtige Person verloren!!“ wieder fing ich mit weinen an und meine Oma strich mir sanft über den Kopf.
„Weißt du was?? Mach dich fertig, komm runter zum Essen und danach fahren wir Zwei mal zu deiner Oma ihrem Platz, an dem sie nach dem Tod deines Opas immer war!!“ sie küsste mich sachte und ich konnte ihr Fliederduft einatmen.
„Ok…aber erwarte nicht allzu viel von mir!!“ nuschelte ich und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht.
Ich schleifte mich ins Bad, drehte die Dusche auf und steig drunter. Lange ließ ich mich vom Wasser berieseln und langsam gingen auch meine Kopfschmerzen weg.
Danach cremte ich mich ein und legte ein leichtes Makeup auf, zog mir bequeme Sachen an und ging in die Küche.
„Guten Morgen, hast ja schon aufgeräumt!!“ begrüßte mich meine Mutter und ich lächelte sie an.
„Ja, ich konnte das nicht so stehen lassen!!“
„Aha, und war es wenigstens schön?? Ich mein, eigentlich sollten ja nicht so viele Leute kommen, aber ihr ward erstaunlich ruhig. Was habt ihr denn gemacht??“ fragte mein Vater mich belustigt.
„Ach, viel gelacht, über alte Zeiten geredet und bisschen was getrunken!“ lachte ich und aß mein Frühstück.
Als ich fertig war, verabschiedeten meine Oma und ich uns von meinen Eltern, gingen zum Auto (ja meine Oma kann noch fahren) und fuhren los.
Wir fuhren lange durch Finnlands Gegend und ich überlegte, wohin mich meine Oma wohl „entführte“, als wir auch schon in einem kleinen Dorf ankamen, dass vielleicht gerade mal 300 Einwohner hatte. Meine Oma fuhr bis an die Hafenpromenade und hielt an. Wir stiegen aus und liefen die Promenade entlang, kamen zu einem kleinen Café und setzten uns hinein.
„Oma, wo sind wir hier??“ fragte ich sie leise.
„Hier habe ich deinen Opa vor fast 60 Jahren kennen- und lieben gelernt!“ sie strahlte übers ganze Gesicht.
„und wie heißt der Ort??“
„Inkoo, hier habe ich früher gewohnt und dein Opa war hier mit Freunden zum Zelten gewesen.“
„Und warum kommst du immer wieder hierher??“ ich schaute mich um. Hier saßen viele ältere Menschen und auch paar Jugendliche, aber es sah nach nix besonderem aus.
„Ach, weil das die aufregendste und sogleich auch schönste Zeit war. Hier bin ich deinem Opa näher als irgendwo sonst.“
„Aha, warum??“ ich weiß, dass ich neugierig bin. Und so erzählte meine Oma mir, wie sie sich kennen lernten und ich musste viel lachen, weil ich mir das nicht vorstellen konnte.
Nachdem wir ausgetrunken und bezahlt hatten, raten wir wieder auf die Promenade und meine Oma führte mich zum Ende des Stegs, da standen Bänke und die sahen aus, als ob noch Odin selbst darauf gesessen hätte. An einer dieser Bänke blieb sie stehen und fuhr andächtig darüber. Ich blieb hinter ihr stehen und beobachtete sie. Kleine Tränen fielen ihr auf die Jacke und ich nahm sie in den Arm.
„Hier hat er mir damals seine ewige Liebe geschworen und den Antrag gemacht. Er gab mir damals als Beweis einen einfachen Ring mit einem kleinen Saphir in Form einer Träne….“
Sie brach ab und ich wusste, dass jedes weitere Wort überflüssig war. Ich fühlte mich wie eine Fremde, wusste ich doch, dass dieser Ort meiner Oma viel bedeutete, so ging ich an die Balustrade und schaute auf das Meer hinaus.
„Ich liebe dich Lauri“ flüsterte ich und der Wind trug meine Worte hinaus aufs Meer.
Sachte legte sich eine Hand auf meine Schulter und ich neigte meinen Kopf leicht zur Seite.

90. Kapitel

„Kleines, das wird schon wieder!! Er liebt dich und solange dauert es ja nicht mehr, bis er da ist!!“ flüsterte meine Oma und ich umarmte sie.
„Omilie, ich wünschte, es wäre alles so einfach wie bei euch damals!! Ich meine, ich kann mich kaum an Opa erinnern, aber ich weiß, dass er dich geliebt hat. Ich weiß noch, immer wenn wir bei euch zu Besuch waren, saß Opa in dem großen Sessel am Fenster, Andy und ich saßen davor und er erzählte uns Geschichten von seinem Leben, was er mit seinen Freunden angestellt hat, oder auch von Papa. Wir haben immer viel gelacht und wenn du mit ihm geschimpft hast, funkelten seine Augen immer so vergnügt und er brummte was in seinen Bart. Oder auch, wenn wir Schokolade vor dem Essen naschten, zwinkerte er uns verführerisch zu und legte seinen Finger auf den Mund, damit wir dir nix erzählen!“ als ich daran dachte musste ich lachen. Mein Opa war damals mein bester Kumpel und ihm vertraute ich vieles an.
„Kleines, du warst immer sein Liebling, sogar ich musste den Platz freigeben, als du geboren wurdest!! Es hat ihm soviel bedeutet, er strahlte heller als das Polarlicht!!“ schniefte meine Oma, und auch ich musste seufzen.
„Ob es ihm wohl gut geht?? Wie schaffst du es eigentlich??“
„Ja, ich denke ihm geht’s gut…wie ich es schaffe?? Jedes Mal wenn ich dich sehe, habe ich ihn vor mir!! Der Schalk blitze ihm genauso aus den Augen wie dir, man wusste auch nie genau, woran man grade ist und er war genauso ein sensibler Mensch wie du es bist…und auch er hat eine Mauer darum gezogen, die nur wenige Menschen durchbrachen!!“ kleine Tränen rollten ihr über die Wange und in diesem Moment liebte ich meine Oma fast mehr als Lauri. Diese kleine Frau, die soviel in ihrem Leben durchmachen musste, stand hier und zeigte mir eine innere Stärke, die kaum ein Mensch hatte.
„Du liebst ihn noch genauso wie vor fast 60 Jahren richtig??“ fragte ich sie leise und drückte sie sachte.
„Ja, es vergeht kein Tag an dem ich nicht an ihn denke!! Und wenn ich dann dich sehe und erlebe, was passiert, bricht es mir das Herz!!“ Arm im Arm gingen wir wieder zurück, denn es wurde recht kühl.
„Hmm…ich weiß auch nicht. In Deutschland war das irgendwie nicht so!! ich konnte fortgehen, mit jemanden Zusammensein, ohne das ich mich mit eifersüchtigen Mädels rumschlagen muss. Aber vielleicht liegt das auch nur an Lauri. Ich mein, er ist ja nun mal doch ein recht bekannter Sänger und gut sieht er auch aus!!“ lachte ich verhalten.
„Ach mit dir…du bist echt wie dein Opa!!“
„Wieso??“ irritiert sah ich sie an.
„Naja, er hat auch immer alles heruntergespielt!! Für ihn war auch nix zu schwierig!! Hast du mit Lauri schon mal über deine Ängste geredet??“
„Welche Ängste?? Ich habe…“ doch schon wurde ich von meiner Oma unterbrochen.
„Doch hast du, oder warum suchst du dir immer jemand neues, mit dem du um die Häuser ziehen kannst, sobald er nicht da ist?? Und dann ist da ja noch Joonas!! Was dachtest du, was Lauri dazu sagt, wenn er erfährt, dass er ständig bei dir ist??“
„Joonas wird nicht mehr kommen Omilie…wir haben, wir sind…er liebt mich und ich hab ihm gestern gesagt, dass…außerdem hat Lauri ihm selbst gesagt, dass er auf mich achten soll!!“ ich blickte auf die See, die jetzt genauso aufgewühlt war wie mein Inneres.
„Trotzdem…wie soll das mal enden?? Ich meine, ich weiß dass du ihn liebst, aber zeige es doch auch mal!!“ leise sprach meine Oma diese Worte aus und ich wusste, sie hat recht. Ich habe Lauri in letzter Zeit zu sehr hängen lassen, emotional gesehen.

91. Kapitel

„Und…was soll ich denn machen?? Ich muss noch bis Mitte November arbeiten?? Mehr als ihn jeden Tag anrufen kann ich auch nicht machen. Will ihn ja auch nicht nerven!!“ langsam wurde ich sauer, ich weiß, dass sie recht hat, aber er ist nun mal auch nicht irgendwer!!
„Kleines, das sollst du ja auch nicht. Aber man kann seiner Liebe auch anders zeigen, dass man ihn liebt!! Weißt du, als dein Opa damals im Krieg war, hab ich mich immer sehr auf seine Briefe gefreut. Ich hatte jeden Tag Angst, dass ich Post bekomme, in der steht, er sei gefallen. Gut, das waren andere Zeiten, aber glaube mir, er würde sich freuen.“ Sie strich mir sachte über den Kopf.
„Ach Paska!!“ murmelte ich leise. „Liebe is schon ne verdammt komische Sache!!“
„Naja, aber eine der Schönsten ist sie auch.“ Sie blieb kurz stehen und schaute mir in die Augen. „Gib dir endlich einen Ruck Kleines!! Lass es doch einfach mal zu, dass jemand deine Gefühle leitet, du wirst sehen, es lohnt sich!!“
Ich schaute wieder auf die See und antwortete mit etwas brüchiger Stimme:
„Davor habe ich aber Angst!! Was ist…“
„Denke nicht an so was, dass sind nur Ausreden!! Lebe es!!“ resolut nahm mich meine Oma am Arm und führte mich zum Auto. Es wurde langsam dunkel und wir hatten noch ein ganzes Stückchen zu fahren, eh wir wieder zuhause waren.
Schweigend verging die Heimfahrt, zu sehr war ich mit dem Gespräch beschäftigt. Ich überlegte, womit ich Lauri, außer ihn zu überraschen, eine Freude machen könnte.
„Am Montag gehe ich wieder auf Arbeit, das heißt ich bin nur noch morgen da. Ich würde gerne wieder in meine Wohnung zurück.“ Sagte ich über meine Überlegung hinaus.
„Warum denn schon so zeitig?? Bist doch erst aus dem Krankenhaus entlassen worden!!“ fragte mich meine Oma überrascht.
„Naja, was soll ich denn zuhause?? Da kommen mir nur noch dumme Gedanken!!“ lächelte ich sie an und sie verstand.
„Ok, ich gebe mich geschlagen, vielleicht hast du ja auch recht!! Aber ich mach mir trotzdem Gedanken, wenn du wieder alleine bist!!“
„Hmm…machst du doch immer Omilie!!“ lachte ich jetzt.

Wir bogen gerade in unsere Einfahrt ein, als ich das Auto meines Bruders erkannte.
„Was macht denn der schon wieder hier??“
„Kleines, ich habe keine Ahnung!! Aber werden wir sicherlich gleich erfahren.“ Antwortete meine Oma und wir stiegen aus.
Zusammen betraten wir das Haus und uns schlug leckerer Essensgeruch entgegen.
„Hmm…das riecht aber gut!!“ mit diesen Worten betrat ich die Küche und dort saß meine Familie versammelt.
„Hei…was machst du denn hier??“ fragte ich meinen Bruder, nachdem ich meine Mutter und meinen Paps umarmt hatte.
„Hei…es gibt ne schlechte Nachricht!!“ mein Bruder sah mich entschuldigend an.
„Aha…die wäre??“ ich ahnte schlimmes, doch dass was er mir miteilte, haute mich echt vom Hocker.

92. Kapitel

„Andy, kann das nicht bis nach dem Essen warten??“ störte da schon meine Mutter und spätestens jetzt wusste ich, dass es sehr wichtig war.
„Hmm, is egal, kann jetzt eh nix essen!! Lass ihn ruhig erzählen.“ Winkte ich ab.
„Ok, also…hmm…“ fing Andy an.
„Nun mach schon!! Ich bin nicht aus Zucker!!“ drängelte ich ihn.
„Ok, mit Susan ist Schluss und ich komme wieder zurück.“
Ja, ne Stecknadel hätte man jetzt fallen hören können.
„Bitte was??“ ich sprang vom Stuhl auf und blitzte ihn an.
„Naja, ich ziehe wieder in meine Wohnung!!“ entgegnete er in einem ruhigen Ton.
„Toll…ganz toll. Und wo soll ich dann bitte hin?? Hast du dir das auch schon mal überlegt?? Wir können ned beide in der Wohnung wohnen!!“
„So, jetzt is aber gut…ich hab doch gesagt, dass sollt ihr nach dem Essen klären!!“ fuhr uns unsere Mutter an.
„Mom, ich kann jetzt…man…Paska!!“ ich stürmte aus der Küche, nahm meinen Mantel, zog Stiefel an und verließ das Haus.
Wie ferngesteuert rannte ich durch Helsinki, bis ich am Hafen ankam. Dort setzte ich mich auf eine Bank und starrte aufs Meer hinaus.
Meine Gedanken überschlugen sich und ich rauchte bestimmt schon die 5. Zigarette hintereinander, als sich mein Bruder neben mich setzte.
„He Kleene, tut mir echt leid…aber nach der Sache mit Eva und dir hab ich gemerkt, dass Susan nur an sich und sonst niemand denkt!! Weißt, sie wollte ja noch nichemal mit ins Krankenhaus kommen und so…und dann das Gejammer, von wegen du bist Schuld und so…naja, eigentlich wars nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte…“ fing mein Bruder an und ich hörte schweigend zu.
„Aber, ich denke du hast Arbeit in Lahti??“
„Ja, aber ich kann auch von hier aus arbeiten, dass ist nicht das Problem. Nur sie will in Lahti bleiben und behält die Wohnung.“ Irgendwie klang er bedrückt.
„Hmm…seit wann??“
„Seit wann was??“ fragend sah er mich an.
„Seit wann kriselt es schon bei euch??“ ich versteckte meine Hände in den Taschen.
„Ach…schon lange, aber du weißt ja, man will es nicht wahrhaben…es ist fast wie bei dir und Lauri, ihr wollt auch nicht wahrhaben, dass ihr zusammengehört!!“ leise kicherte er. „Aber wo wir grad bei ihm sind, meinst nicht, ob du bei ihm einziehen kannst??“
Ich zog erschrocken die Luft ein. „Bist du irre??“
„Wieso?? Ihr liebt euch doch, was soll daran so schlimm sein??“
„Ach vergiss es…scheiße, ich müsste ihn noch anrufen…“ fiel es mir siedenheiß ein.
„Na mach doch…kannst ihm gleich erzählen was los ist!!“ forderte mein Bruder mich auf.
„Ok…“ ich zog mein Handy aus der Tasche und rief Lauri an, doch als auch nach dem 5ten Klingeln keiner abhob, gab ich auf und steckte das Handy zurück.
„Geht ned ran!“ flüsterte ich und zündete mir ne Zigarette an.
„Hmm, wird vielleicht schlafen…oder es nicht hören…oder nen Gig haben, schließlich ist Samstag!!“ munterte mich Andy auf.
„Schlafen wird der ganz bestimmt ned!!“ lachte ich leise. „Eher irgendwo saufen oder so…ach ist das alles doof!! Wäre ich nur in Deutschland geblieben, da war alles so einfach!!“ seufzte ich und Andy nahm mich in den Arm. Erst sträubte ich mich, doch dann lehnte ich mich an ihn.
„Tut mir Leid wegen damals. Ich war ein Riesenarsch…das weiß ich nich erst seit gestern, aber du kennst mich ja. Ich…“ er räusperte sich „ich wollte dir nicht weh tun, dafür hab ich dich zu lieb Kleine!!“
„Hmm…ich war auch selbst schuld…ach verdammt!!“ ich merkte wie sich meine Tränen wieder ihren Weg über meine Wangen bahnten und er hielt mich nur fest. Als ich mich etwas beruhigt hatte, brach es aus mir raus und ich erzählte ihm alles, was mir auf dem Herz lag.
Danach saßen wir lange schweigend da, die Kälte fühlten wir beide schon nicht mehr.
„Du hast nen Dickschädel, der ist de wahre Pracht!! Ich weiß Eines ganz bestimmt: Lauri liebt dich vom ganzen Herzen!! Er hat damals fast ein halbes Jahr nicht mit mir geredet!! Und das war hart!!“ flüsterte mein Bruder und ich sah ihn zweifelnd an. „Meinste wirklich??“
„Kannst mir echt glauben!! Die haben wegen Lauri extra nen Termin verschoben, dass er dich besuchen kann…und bitte, wenn er dich nicht lieben würde, hätte er es dann getan??“
„Koi Ahnung…lass uns heimgehen, bevor wir komplett erfroren sind!!“ bat ich Andy und wir standen auf. Langsam liefen wir wieder nach Hause und sprachen dabei kein Wort, jeder hing seinen Gedanken nach. Bei uns angekommen, standen meine Eltern schon im Flur und betrachteten uns.
„Alles ok bei euch??“ fragte mein Vater misstrauisch.
„Ja, wir haben uns ausgesprochen…ich hab Hunger!!“ sagte ich und Andy fing an mit Lachen, und wir stimmten ein.
Zum ersten Mal, seit ich wieder in Finnland bin, saßen wir alle vereint am Küchentisch und es war harmonisch. Wir lachten wieder viel und zur Feier gab es sogar nen guten Jägermeister.
Noch lange, nachdem sich Oma und Ellies zu Bett begeben hatten, saßen wir noch in der Küche und unterhielten uns.
„Und du hast die Geschenke echt noch nicht angeschaut?? Krass!!“ lachte Andy und ich zuckte mit den Schultern.
“Naja, ich weiß ja auch, dass das doof ist, aber jetzt will ich bis Berlin warten…sind nur noch knapp 7 Wochen!!“ kicherte ich.
„Du bist echt unmöglich…aber da haben sich zwei gesucht und gefunden!! Aber du hats hier eh vieles erstmal durchgewirbelt!! Wenn ich da an die Sache mit Jonne denk…ich dachte echt, ich sitz im falschen Boot!! Aber geil war es allemal!!“
„Hmm, mit Jonne war ja…nuja…“ lachte ich.
„Und wer ist dieser Joonas?? Von dem hat Lauri mir auch erzählt, aber irgendwie ned zusammenhängend, naja, war ja nur kurz, als wir uns im Krankenhaus sahen.“
„Joonas ist…war ein guter Freund von mir. Er und seine Band waren mal Vorgruppe von TR und da habe ich sie kennen gelernt. Naja egal jetzt…“ ich gähnte und nach einem letzten Jägermeister verzog ich mich in mein Zimmer.
Dort probierte ich es noch einmal, Lauri zu erreichen, doch diesesmal war sein Handy komplett aus.
Ich machte mich bettfertig und als mein Kopf das Kissen berührte, war ich auch schon eingeschlafen.

93. Kapitel

Am nächsten Tag wachte ich gegen Mittag auf und fühlte mich recht gut. Ich stand auf, ging fix Zähne putzen und dann in die Küche, wo meine Oma schon wieder am Kochen war.
„Na, habt ihr euch einigen können??“ begrüßte sie mich.
„Ja, ich werde versuchen, mir eine eigene Wohnung zu suchen, da ich nicht unbedingt bei Lauri wohnen will.“ Ich setzte mich auf einen Stuhl und nahm dankend die Tasse Kaffee entgegen.
„Warum denn nicht??“
„Naja, wäre mir bisschen zu früh…und dann…naja, egal.“
Als plötzlich das Telefon klingelte, schrak ich leicht zusammen, als dann auch noch meine Mom zu mir kam und sagte, es sei für mich, war ich endgültig perplex.
„Hallo??“
„Schatz, ich bin es…tut mir leid…ich hab gestern ned gehört, dass du angerufen hast, und dann war mein Akku tot. Ich kann dir sagen…du fehlst mir Babe!!“
„Lauri…hei…du fehlst mir auch!! Naja mit dem Akku kann ja passieren. Du, warum ich eigentlich noch angerufen habe, außer dich zu hören ist, Andy kommt zurück!!“
„Was?? Is ja geil…und das heißt?“ irgendwie klang der wie auf Drogen, doch ich dachte mir nix dabei.
„Naja, ich muss wieder ausziehen.“ Stellte ich kurz fest.
„Äh…wie jetzt?? Und wohin…na dann kannste ja bei mir wohnen!!“ freute er sich am anderen Ende.
„Sorry, aber ich such mir was Eigenes!!“ ich versuchte die Geräusche im Hintergrund zu erkennen, denn das klang anders als sonst.
„Ach komm schon…dann können wir immer scheen gemeinsam einschlafen, essen kochen und andere Sachen…“ lachte er.
„Ja, dass stimmt, aber nee…is mir noch zu früh!! Und, du und deine Gedanken!!“ kicherte ich.
„Ich liebe dich eben und bin hier echt schon auf Entzug!! Wie geht’s dir denn so??“ fragte er plötzlich ernst.
„Ja, ganz gut. Sehe auch nimmer so schlimm aus. Morgen gehe ich wieder arbeiten. Ich freu mich schon richtig.“
„Sag mal, wann kannst du da eigentlich mal Urlaub machen?? Könnten wir doch dann über Silvester oder so wegfahren, da haben wir nämlich frei.“ Fragte er mich, doch ich wunderte mich, dass er das so einfach hinnahm.
„Ja, ich denke doch, dass ich mal Urlaub bekomme. Kann ja mal nachfragen.“ Ich grinste in mich hinein.
Ok, du, ich mach mal Schluss…wir…ich…es geht gleich weiter. Ich liebe dich!!“ und er legte auf.
Ich saß noch einige Sekunden da und starrte den Telefonhörer an, denn das war nicht der Lauri, den ich kannte!!
„Alles ok??“ fragte mich meine Oma.
„Ähm ja…sie sind nur wieder unterwegs, und da hat er wohl keine Verbindung mehr!!“ toll, nun habsch meine Oma angelogen.
„Ja, das ist öfters mal. Naja, mal sehen, wann dein Bruder heute aufsteht!!“
„Das kann dauern!!“ lachte ich und trank meinen Kaffee aus. Danach ging ich ins Bad und duschte mich, zog mir Klamotten an und packte meine Sachen zusammen, da ich nach dem Essen gleich heimfahren wollte.

Als ich wieder in meiner Wohnung ankam, ließ ich mich erstmal auf mein Sofa fallen. *Dies soll ich also wieder aufgeben??*
Ich stand auf und überlegte, wie ich das alles anstellen sollte?? *Ich muss nochmal mit Andy reden!!* ging es mir durch den Kopf, als ich vor dem Kleiderschrank stand.
Ich räumte meine Wäsche, die meine Mutter für mich gewaschen hatte in den Schrank, und zog danach das Paket und das Geschenk von Lauri raus. Diesesmal siegte meine Neugierde und ich öffnete als erstes das Paket. Was zum Vorschein kam, verschlug mir die Sprache.
*Der is ja nimmer ganz atta!!*

94. Kapitel

Nachdem ich mich durch mehrere Lagen Papier und Styropor gegraben habe, hielt ich eine Karaffe in der Hand, die genau so aussah, wie ich sie mir immer gewünscht hatte. Als weiteres kamen 2 dazupassende Weingläser zum Vorschein. Ich stellte dieses sachte auf den Tisch du betrachtete sie mit tränenverschleierten Augen. Ich hatte Lauri mal erzählt gehabt, dass ich auf diese Dinge steh, doch dass er sie mir gleich schenken würde und dann als Abschiedsgeschenk dafür, dass ich drei Monate ohne ihn auskommen müsste?? **Also, der Junge tickt echt nicht mehr richtig!!**
Ich stopfte gerade das Papier zurück, als ich auf einen weiteren Karton stieß und diesen hervorholte. Er war recht schwer und als ich auch diesen öffnete, hatte ich zu tun, nicht die Besinnung zu verlieren.
Es war der Gral, den ich damals in Nürnberg auf einem Mittelaltermarkt gesehen hatte, wo mir leider jedoch das Geld gefehlt hatte (119,99 €; Anm. d. A.).
Mir liefen nun die Tränen unaufhaltsam und ich konnte mich nicht beruhigen, als mein Handy klingelte.
„Ja??“ schniefte ich in das Telefon.
„Babe ich bins…alles ok??“ fragte mich Lauri.
„Ähm ja, ich hab…ich hab…dein Geschenk ausgepackt, das Große.“ Schniefte ich, „Du bist doch verrückt!! Du weißt, dass du mir nicht solche teuren Geschenke machen sollst!! Danke…ich liebe dich!“
„Oh…für dich ist kein Preis der Welt zu hoch…ich liebe dich auch!! Warte mal kurz…“ erlegte die Hand vor den Hörer, doch das störte mich gerade weniger, weil ich fasziniert den Gral ansah.
~Man Lauri…komm jetzt…mit der kannste später auch noch telefonieren!!~
> Das is meine Freundin und mit der telefoniere ich, wann es mir passt, und ned dir!!< hörte ich noch, bevor er wieder ans Telefon kam.
„So, ich bin wieder da, gab paar Probleme!!“ feixte er.
„Aha, diese Problem heißt nicht zufällig Paula??“ murrte ich in das Telefon.
„Doch, aber keine Angst…ich vermisse dich Babe. Es ist so voll öde dahier. Ok, die Auftritte sind gut, aber die Fans sind so nervig!!“ seufzte er und schon war ich wieder abgelenkt.
„Warum hast du mir die Sachen eigentlich geschenkt?? Ich meine, abgesehen vom Geld, solange sind wir noch nicht zusammen!!“
„Naja, ich war einfach nur glücklich, dich wiederzuhaben und als du mir dann mal von diesem Mittelalterding erzählt hattest, habe ich mich mal bisschen im I-net umgesehen und die Sachen dann gefunden. Ich hoffe sie gefallen dir wirklich??“ fragte er argwöhnisch.
„Ob sie mir gefallen??“ ich tippte mir an die Stirn, obwohl ich wusste, dass er es nicht sehen kann, „Ich bin begeistert, wäre beinahe aus den Schuhen gekippt vor Freude!!“
Begeistert davon, dass ich mich so freute, fragte er auch gleich, ob ich das Andere schon geöffnet hatte, doch ich verneinte.
„Das mache ich erst später, weil du ja gestört hattest…“ kicherte ich.
„Ach bitte, mach es jetzt auf!!“ flehte Lauri mich an.
„Ok…warte mal kurz.“
Ich stand auf und lief zum Tisch, wo ich das kleine Kästchen abgelegt hatte. Bedächtig nahm ich das kleine dunkelblaue Etwas in die Hand und klappte den Verschluss auf. Dann entfernte ich die kleine Watteschicht und zum Vorschein kam eine einfache silberne Kette mit einem kleinen Anhänger in Form einer Schatzkiste.
„Oh“ quiekte ich leise, „Die ist ja schön…danke“ hauchte ich in das Telefon.
„Mach die Kiste auf…“ forderte er mich leise auf.
„Ok…“ ich öffnete diese kleine Kiste und darin lag ein noch kleinerer Schlüssel.
„Öhm…ja…“ etwas irritiert sah ich auf diesen Schlüssel.
„Du besitzt nun offiziell den Schlüssel zu meinem Herzen.“ Flüstere er und mir traten wieder die Tränen in die Augen.
„Oh Lauri…ich liebe Dich!!“ brachte ich mühsam hervor.
„Ich liebe Dich auch!!“
Ich wischte mir die Tränen vom Gesicht du wünschte mir, er könnte jetzt hier sein, weil ich seine Nähe vermisste.
„Ich vermisse dich!!“ hauchte ich ins Telefon und er schniefte am anderen ende.
„Babe, ich muss auflegen, hier kommt jetzt ein Tunnel und da wird die Ver-…“ mehr verstand ich nicht, weil die Verbindung unterbrochen wurde.
Noch lange saß ich einfach auf meinem Boden und betrachtete weinend die Geschenke.

95. Kapitel

Nach diesem Angriff auf meine Nerven, brauchte ich erstmal nen Bad um mich wieder zu entspannen und meine Gefühle wieder in eine normale Bahn zu bringen. Danach war ich so kaputt, dass ich ins Bett ging.

So verstrichen die Tage, Majia war mittlerweile im Urlaub, mit Anika, der Vertretung, kam ich gut zurecht, wir waren auch ab und an unterwegs und hatten echt viel Spaß, auch ohne Schlägereien. Mit Lauri telefonierte ich regelmäßig, obwohl ich mir immer wieder Gedanken machte, warum diese Paula ständig um ihn rumschwirrte. *Aber wir sind nicht eifersüchtig Bianca!!*
Natalie hatte mir die Tourdaten bestätigt und mit Luci aus diesem Forum hielt ich auch mittlerweile regen Kontakt und habe sogar einige andere kennen gelernt. Diese werde ich dann in Berlin treffen, wurde mir versprochen.

Und endlich war es soweit!! Mein letzter Abend in Helsinki und einige meiner Freunde waren bei mir, um mit mir noch ein klein wenig zu feiern.
„Und, was denkst du?? Wird er in Ohnmacht fallen??“ kicherte Luisa und ich musste auch lachen.
„Naja, das nun nicht gerade, aber sprachlos wird er wohl sein. Nuja, nachdem er dann die erste Flasche Salmiakki getrunken hat, die ich mitbringe, geht’s dann wohl wieder!!“ meinte ich und wir lachten wieder Tränen.
„Man, ich werde dich vermissen, aber ich glaube, Lauri wird überglücklich sein und so…was werdet ihr dann wohl machen??“ fragte mich Claudi augenzwinkernd.
„Ach du erst wieder!! Wir werden reden und nix weiter!!“ feixte ich, was mir mit einem leichten Seitenhieb quittiert wurde.
„Wie hast du eigentlich Andy überzeugt, sich doch ne eigene Wohnung in Lahti zu nehmen??“ wechselte Tanja das Thema.
„Naja, weniger ich, mehr sein Chef und eine gewisse Siiri haben ihn überredet. Ich bin nur froh und er hat sie kürzlich auf mich umschreiben lassen, hab ihm nur fast mein ganzes Erspartes abgeben müssen, weil es ja seine Altersvorsorge war…aber es is ok so!!“
„Wie?? Er wollte Geld dafür haben??“ entsetzt sah mich Tanja an.
„Na klar, oder dachtest du, er schenkt sie mir mal eben so?? Nee, war nen faires Geschäft und für so lau bekommste hier nirgends so ne geile Wohnung!!“ zwinkerte ich ihr aufmunternd zu. „Mein Bruder zieht mich ned übern Tisch, des ham wir alles beim Anwalt gemacht!!“
„Achso, na dann...“ und wir stießen nochmal mit unseren Gläsern (nein nicht die Neuen) an.
„Wann geht dein Flug morgen??“ nuschelte Luisa.
„Um kurz nach acht. Warum??“
„Weil wir dich dann jetzt mal alleine lassen, damit du schlafen kannst!! Wir werden dich vermissen, melde dich bitte, wenn du angekommen bist!!“
„Ok“ ich begleitete meine 3 Damen noch zur Tür, verabschiedete mich in einer großartigen Hollywood-Umarmung von ihnen und ging dann zu Bett. Doch an Schlaf war nicht zu denken, zu groß ist die Aufregung vor dem morgigen Tag!!
Als der Wecker recht komische Töne von sich gab, schlug ich müde meine Augen auf und gähnte erstmal herzhaft.
„Oh man…schice, es is schu kurz nach sieben!! Paska!!“ mit einem Sprung stand ich auf, rannte ins Bad und war binnen 15 Minuten fertig, schnappte mir Tasche und Koffer und rannte runter um rechtzeitig am Flughafen anzukommen.

96. Kapitel

Was ich doch manchmal für ein schlaues Kerlchen bin!! Zum Glück hatte ich schon am Vorabend ein Taxi bestellt gehabt, welches jetzt fröhlich vor der Haustüre auf mich wartete.
„Zum Flughafen bitte!!“ sagte ich dem Fahrer atemlos und er lächelte mir freundlich zu, nickte und fuhr los.
Mit einem Blick auf die Uhr, sah ich meinen Flieger schon in der Luft: 7:35 Uhr!! Doch ich hatte nen guten Fahrer, der mich 7:48 Uhr am Flughafen absetzte, ich gab ihm dafür ordentlich Trinkgeld und hastete in die Halle.
„Man, wo muss ich denn nun wieder hin??“ murmelte ich vor mich her, als ich die Anzeigetafel durchlas.
>>Letzter Aufruf für die Passagiere des Finnair-Fluges 23.09 nach Berlin! Bitte befinden sie sich am Schalter zum Gate 14 ein!!<<
Und nix wie die Beine in die Hand genommen und losgespurtet!!
Prustend kam ich vor der Frau am Schalter an, hielt ihr mein Ticket unter die Nase, sowie pass und konnte dann gemütlich, nach Abgabe des Gepäcks ins Flugzeug steigen.
Noch nach Platz 28a suchen und hinsetzten, MP3-Player rausgeholt und entspannen. 2 Stunden Flug können aber ganz schön langsam vergehen, wenn man so wie ich auf heißen Kohlen sitzt!! Doch irgendwann sah ich Berlin unter mir und ich bekam das bekannte Kribbeln im Bauch wieder, weil ich mich sooooooooo freute.
Angekommen, konnte es mir wieder nicht schnell genug gehen, so dass ich beinahe meinen Koffer vergaß und mit einigen Personen zusammenstieß.
*Ok, du hättest doch mal was Trinken sollen, damit sich deine Gliedmaßen einigermaßen im Einklang mit deinem Gehirn befinden!!* meckerte ich mit mir selbst und musste grinsen.
Ich ging nun gemächlichen Schrittes zum Ausgang, wo ich schon Natalie stehen sah. Wir fielen uns in die Arme und auf den ganzen Weg vom Flughafen zu unserem Hotel latschten wir über alles Mögliche.
Im Zimmer angekommen, rief ich kurz bei Luci an, die bald nen Herzkasper bekam und dann bestimmt ihr Viertel zusammenschrie, so freute sie sich. Angie kicherte nur und nachdem Luci sich wieder beruhigt hatte, lud sie mich für den Abend auf eine Tour durch Berlins Locations ein. Ich stimmte zu und fragte, ob ich nicht Natalie mitbringen könnte. Das war kein Problem.
Dann fragte ich Natalie endlich, ob sie wisse, wo die Jungs seien, und sie lachte.
„Na, was glaubst du denn?? Sie ham hier nen Appartement und sind heute Abend auch auf Tour. Pauli gibt mir noch die Location durch!! Aber er weiß nicht, dass du da bist!!“ zwinkerte sie mir zu, weil ich schon erschrocken aufkeuchte.
„Puh, ich dachte schon. Los, lass uns schon mal auf eigene Faust Berlin erkunden!!“ schlug ich vor und wir gingen, kurz (2 h) nachdem wir uns erfrischt hatten los.
Wir besuchten so ziemliche jede Sehenswürdigkeit (Engel, Tor, Ku´damm…) und aßen gemütlich bei MCDoof, als ich merkte, wie müde ich bin.
„Lass uns zurück, damit ich bis heute abend noch bisschen schlafen kann!!“ bat ich Natalie und auch sie sah recht ko aus.
Wir stellten uns den Wecker auf sieben, da wir erst gegen neun am Eingang sein sollten.

Als wir endlich fertig angezogen waren, hüpfte ich wie ein Duracell-Häschen durch die Gegend, weil ich aufgeregt wie noch nie war.
Am Eingang standen Luci, Constanze und Angie und ich begrüßte sie stürmisch. Dann drückte ich ihnen meine mitgebrachten Geschenke in die Hand und sie fingen an mit weinen.
„Das musste doch nicht sein!!“ schniefte Luci, als sie ihre Flasche Salmiakki und Aniszigaretten auspackte, das Gleiche durfte ich mir von den Anderen anhören.
„Ach lasst mal“ winkte ich ab, „das hier ist Natalie – Natalie, das sind Luci, Angie und Constanze!!“ stellte ich sie vor und dann gingen wir los.
Die Girls erzählten mir, was sie so gemacht hatten, seit sie zurück sind und auch, dass sie den morgigen Abend kaum erwarten konnten.
Als wir in einer gemütlichen Kneipe Einkehr hielten, bestellte ich mir erstmal wieder ein richtiges deutsches Bier und trank es genüsslich aus. Wir alberten lange rum, ich hatte schon Bauchschmerzen und ich glaub mein Mascara war schon sehr verschmiert vom Weinen. Plötzlich piepte Natalies Handy und ich wurde, wenns denn möglich war, noch nervöser.
„Und??“ fragte ich sie.
„Was und??“ hakte Luci nach.
„Naja, Natalie is mit Pauli zusammen und der hat ihr grad geschrieben, wo sie denn sind“ klärte ich sie auf und musste dann über ihre Gesichter lachen.
„Hee, Mund zu, es wird kalt“ kicherte ich.
„Du…du…du bist Paulis Freundin??“ fragte Angie Natalie und diese bestätigte grinsend. Danach bestellte ich erstmal ne Runde Jägermeister, sonst würden die den Abend nicht überleben, würden sie doch gleich die Jungs treffen!!

97. Kapitel

Als sie so langsam diese Neuigkeit verdaut hatten, machten wir uns auf den Weg ins „Underground“, wo die Jungs sich vor Fans versteckten.
Am Eingang mussten wir unsere Ausweiße vorzeigen, und als der Türsteher sah, dass ich einen finnischen Pass besaß, zog er leicht grinsend die Braue hoch.
„Scheint wohl neuer Treffpunkt für kleinwüchsige Finnen zu sein!!“ lachte er und ich grinste ihn ebenfalls an. *Hat was!!*
Ich wurde unsanft angestupst und als ich meinen Kopf hob, blickte ich in Natalies braune Augen und folgte dann den 3 Anderen ins Lokal. Es war ein gemütlicher kleiner Schuppen, der bisschen Gothic angehaucht war. Alles größtenteils in schwarz-rot gehalten, überall kleine Lichterchen und in der Mitte eine mittelgroße Tanzfläche. Drumherum standen Tische und Stühle und im hinteren Teil gab es die Bar, die Separees und dort würden sie sein, hat Natalie gesagt. Je näher wir dem Separee von TR kamen, umso nervöser wurden Luci, Angie und Constanze, gut, von mir mal zu schweigen. Ich öffnete leicht die Jacke meinen dunkelblauen Cordblazers um etwas Luft zu bekommen, doch das Herz schlug mir bis zum Hals. Eigentlich wunderte es mich, dass Lauri es noch nicht hörte.
Ja, und dann stand ich vor ihm…einen so schnellen Wandel von Entgeisterung hin zur überschäumenden Begeisterung habe ich noch nie erlebt.
Er sprang auf, schmiss dabei sein Glas um, was die Blondine neben ihm traf und rannte mich fast über den Haufen, drückte mir seine Lippen auf wie ein Ertrinkender.
„Babe…was…machst…du…ich…liebe…dich!!“ sagte er zwischen tausenden von Küssen und ich hatte zu tun, mein Gleichgewicht zu halten.
„Also Lintu, nun benimm dich doch mal wieder!! Hier sind noch andere!!“ ermahnte ihn Aki kichernd und ich warf ihm einen dankbaren Blick zu.
„Na man…das ist das schönste Geschenk, was sie machen konnte!! Ich...ich...ich kann es noch nicht fassen!! Eero...sie is da!!“ er freute sich wie ein kleiner Junge (der ja noch ist eigentlich) und strahlte übers ganze Gesicht. Als er sich setzte, zog er mich mit sich, so dass ich nicht in der Lage war, die anderen zu begrüßen, bzw. ihnen Luci, Angie und Constanze vorzustellen, so dass es dann Luci im perfekten Finnisch übernahm. Ich winkte allen schnell zu, denn Lauri forderte wieder meine alleinige Aufmerksamkeit.
Er nestelte kurz an meinem Blazer, schob ihn zu Seite und fing noch mehr an zu strahlen, als eh schon. Er küsste mich leicht auf die Schulter, was neben uns mit einem leichten Aufkeuchen beantwortet wurde.
Erst da viel mir die Blondine wieder ein und ich drehte mich zu ihr.
„hei, du musst dann wohl Paula sein, richtig??“ fragte ich sie höflich, doch sie schickte mir nur giftige Blicke rüber und verzog leicht ihr Gesicht. Ich runzelte kurz die Stirn, wurde aber dann von Eero in ein Gespräch verwickelt, was Lauri nicht zu gefallen schien, denn er piekte mir ständig mit seinem Finger in die Seite. Als ich vor Lachen nicht mehr konnte, drehte ich mich zu ihm und sah ihn „ernsthaft“ an.
„Schatz, wir können noch die ganze Nacht reden, lass mich doch wenigstens von Niina die lieben Grüße und so ausrichten!! Du bist echt unmöglich!!“ ich küsste ihn sanft und er gab klein bei.
Während ich mich weiter mit Eero unterhielt, fing Lauri ein Gespräch mit Luci an und war erstaunt, als sie ihm ihr Alter verriet. Pauli und Natalie waren mit sich selbst beschäftig und schienen wirklich alles um sich her vergessen zu haben, während Aki im gebrochenen Englisch versuchte, sowohl mit Constanze, als auch mit Angie zu reden. Doch ich schoss mich bald weg, da er nun echt nicht der Beste ist, was er mir bisschen übel nahm.
Paula beteiligte sich nicht an den Gesprächen, sondern schickte mir ständig böse Blicke, auch wenn Eero sie belatschte. Als es Lauri zu lange dauerte, zog er mich runter und raunte mir ins Ohr, das er lieber mit mir alleine sein möchte. Ich lächelte, kraulte ihm leicht im Nacken und sah ihn zärtlich an.
„Was hast du denn vor??“ fragte ich sanft.
„Schatz, wir haben uns über 2 Monate nicht gesehen…ich meine...naja…du weißt schon!!“ und er hatte doch echt noch den Anstand, rot zu werden.
Ich blickte fragend zu Luci, doch die hob abwehrend die Hände und sagte, dass sie volles Verständnis hat. Angie und Constanze hingen eh an Akis Lippen, so dass ich mich mit Lauri auf die Socken machte, etwas zeit für uns alleine zu genießen, der Einzigen, der es nicht zu passen schien, war diese Paula, doch ich wollte Lauri nicht darauf ansprechen.
Als wir bei ihrem Appartement ankamen, dass echt nur 10 Minuten vom Underground entfernt lag, hatte er diesen speziellen Blick drauf, der sogar den größten Eisberg zum Schmelzen bringen würde.
„Lauri…“ hauchte ich, doch er versiegelte meine Lippen mit einem leidenschaftlichen Kuss, als die Tür hinter uns ins Schloss fiel. Auf dem weg zu seinem Zimmer, fielen unterwegs vereinzelte Kleidungsstücke zu Boden oder auch mal ein Schuh, doch dass interessierte uns nicht.
Aufstöhnend zog er mich an sich heran, als wir vor seinem Bett standen und vergrub sein Gesicht erst in der Halsbeuge, nur um dort leicht an der Halsschlagader zu knabbern. Danach fuhr er sachte mit seiner Zunge an der Ader entlang bis zum Ohr und ich hörte seinen Atem, der sehr stoßweise ging. Ich vergrub meine Hände in seinem Nacken und graulte ihn, zog ihn zu mir und küsste ihn verlangend, dabei drückte ich ihn sanft aber bestimmt nach hinten, so dass er sich erst setzen und dann legen musste. Nun saß ich auf ihm und betrachtete ihn.
Er war erregt, das spürte ich und merkte ich auch an der Atmung, doch sonst hatte sich nicht viel geändert, außer dass er einige Kilos verloren hatte. Sein Blick sprühte fast Feuer, als er mich zu sich zog und dabei in gekonnter Manier den BH öffnete. Sanft fuhr er mit seiner Hand erst über die eine, dann die andere Brust und streichelte sanft die Knospen bis sie sich verhärteten, nur um dann genüsslich mit der Zunge drüberzustreifen und drüberzuhauchen. Ich verlor fast den verstand und meine Hände wanderten über seinen Körper zu seiner Shorts und fuhren sacht hinein, umschlossen ihn, was ihm einen tiefen, kehligen Ton entlockte. So schnell konnte ich danach nicht guggn und mein Tanga war irgendwohin geflogen. Er konnte sich kaum noch zurückhalten, mir ging es ja nicht anderes, so dass ich schnell seine Shorts auszog und mich auf ihn setzte. Kurz sahen wir uns an, als er auch schon mit einem Stoß in mir Platz nahm. Ich hielt für einen Moment inne, bevor ich langsam, aber aufreizend mein Becken kreisen ließ. Doch die Extase erfasste von uns viel zu schnell Besitz, so dass wir nach ein paar Minuten zum Höhepunkt kamen. Danach ließ ich mich auf ihn sinken und küsste seine Brust, seinen Hals um dann zu seinen Lippen zu gelangen. Ein tiefer Kuss und ich spürte, wie sich das Feuer wieder in mir breitmachte.
„Das habe ich vermisst“ flüsterte ich wahrheitsgemäß an Lauris Ohr, bevor ich sanft daran knabberte und spürte, wie sich sein Freund, der sich noch in mir befand, bereitmachte.
„Ich auch…“ hauchte er und drehe uns so, dass ich nun neben ihn lag. Wir liebten uns noch einige Male und schliefen dann sehr glücklich nebeneinander ein.

98. Kapitel

>>währenddessen im Underground<<

„Wie habt ihr euch eigentlich kennen gelernt??“ fragte Eero Luci.
„Wen?? Bibbi oder wir uns untereinander??“
„Beides!!“ lachte Eero.
„Als, Angie und Constance habe ich im deutschen TR-Forum kennen gelernt und Bibbi hat uns sozusagen in Helsinki auf der Treppe von der Tuomiokirkkokirche angeredet.“ musste Luci nun auch lachen. „Aber es ist lustig.“
„Das glaube ich, und ich bin immer wieder beeindruckt, was doch so paar Lieder ausmachen können. Als wären wir gleich völlig neue Menschen!!“ sinnierte Eero und Aki schlug ihm kichernd auf die Schultern.
„Stell dir doch mal Lauri als Koch vor!! Oder ich, der kein Blut sehen kann, wäre Feuerwehrmann oder Polizist!!“ nun lachte er schallend, was bei Constanze und Angie ein Grinsen ins Gesicht zauberte, bzw. dieses verstärkte auch wenn sie kaum verstanden, was da gerade gesprochen wurde. Luci klärte sie auf und damit wurde das Grinsen bei beiden breiter.
Paula saß nur da und fixierte jetzt Aki mit ihren Augen und warf anfangs böse Blicke zu Angie und Constanze, doch als sie merkte, dass die beiden kein finnisch konnten, setzte sie eine selbstgefällige Miene auf und klinkte sich etwas in die Gespräche ein.
„Es ist schon ganz gut so, wie es ist!! Lauri als Koch?? Nee, da würde ich nicht essen gehen, muss man ja Angst haben, zu sterben, obwohl…dann würdest du kommen und mich retten!!“ säuselte sie Aki ins Ohr, und Luci unterdrückte einen Fluch und trank lieber noch einen Jägermeister. So verging der Abend und die drei Mädels lachten viel mit Aki und Eero, weil Pauli leicht abgelenkt von Natalie war.
„So, es tut mir leid, aber für mich ist es jetzt Zeit ins Bett zu gehen, morgen wollen wir ja ne große Show zeigen!!“ sagte Eero und stand auf. Aki und Pauli folgten ihm, doch blieb kurz vor der Tanzfläche stehen.
„Sollen wir euch heimbringen??“ frage er ganz fürsorglich nach und die Mädels nahmen begeistert an. Paula rümpfte ihre Nase, sagte jedoch nix. Zusammen liefen sie vom Underground durch Berlins Mitte und waren leider viel zu schnell bei Luci und Angie angekommen. Dort verabschiedeten sich die Nüsschen von den Mädels, natürlich nicht, ohne noch paar Fotos und Autogramme zu geben.
„Wir sehen uns ja morgen!!“ winkte nochmal Aki und sie verschwanden. Paula rauschte hinterher, sie klebte förmlich an Aki, was bei Constanze und Angie, als die 6 weg waren, gelinde gesagt, einen kleinen Sturm auslöste.
„Das is ja so ne dumme Pute!! Denkt wohl auch, sie ist was Besonderes?? Ich könnt der *arrrrgh!!“ schimpfte Constance und Angie stimmte ein. „Hast du gesehen, wie die am Aki hing?? Ich mein, gut wir werden ihn wohl nie bekommen, aber trotzdem…die hat sich benommen wie ne Bitch!!“
„Hmm, das stimmt!!“ meldete sich nun auch Luci, „die hat immer irgendwelche dummen Kommentare von sich gelassen, nur damit Aki sie ja auch registriert!! Ich hasse sie!!“
„Was werden wohl Bibbi und Lauri machen??“ warf Constanze kichernd die Frage in die Runde.
„Das, was ich auch gerne mit ihm machen würde!! Die Glückliche…aber habt ihr gesehen, wie seine Augen strahlten, als er sie erkannte?? Als ob jemand kleine Kerzen angezündet hat…und er konnte nicht von ihr lassen!! Einfach nur süß!!“ schniefte Luci und Angie und Constanze umarmten sie.
„Ach Süße, glaub mir…er liebt sie und da kommt keener ran an ihn!! Vielleicht auch besser so…wer weiß!!“ sagte Angie leise und Luci nickte.
„Lasst uns noch was trinken und dann schlafen, morgen kommen ja Claudia, Uli, Crazy, Heike und Gaby!! Man, das wird was werden!! Die ganzen Kreischies und so!!“ stöhnte Luci und goss jedem ein Glas Salmiakki ein und sie stießen mit einem fröhlichen „Kippis“ an.
Danach machen sie sich bereit für die Nacht, obwohl sie nicht wirklich viel schliefen, da sie immer wieder zu den Jungs und somit auch zum vergangenen Abend zurückkamen. (Weiber halt)

99. Kapitel

>>Im Appartement der Jungs, nachdem sie Paula ins Hotel gebracht hatten<<

„He, macht leise, die Beiden schlafen…man siehts hier aus!!“ kicherte Eero, „ Naja kann ich verstehen, hätte ich auch nimmer drauf geachtet an ihrer Stelle!!“
Während sie sich selbst auszogen und die Sachen der Beiden aufhoben, lachte Aki auf einmal los. „Ob er dann endlich wieder gute Laune hat?? Das ständige Rumgezigge nervt ganz schön!!“
Auch die andern lachten und stimmten ihm zu.
„Ok, wir beiden verziehen uns jetzt auch mal, schlaft gut, bis morgen!!“ sagte Pauli, nahm Natalie und verschwand im Zimmer.
„Ja, ich hau mich auch aufs Ohr, meine Drummerärmchen brauchen noch ein bisschen Ruhe!!“ kicherte er, nahm die Sachen von Lauri und Bibbi und verschwand mit einem breiten Grinsen im Zimmer. Dort schmiss er die Klamotten auf einen Stuhl und ging dann zu seinem Bett.
Er lag gerade drinne, als es an der Tür klopfte und Eero eintrat. Lächelnd blickte auch er zu den zwei Schlafenden, es sah aber auch zu süß aus. Lauri, mal ganz gegen seine Natur hatte den Arm um Bianca und sein Gesicht in ihren Haaren versteckt, während Bianca fast vollständig bedeckt war.
„He Aki…“ rüttelte e an dem Drummer. „Komm mit ins Wohnzimmer!!“
„Eero, was soll das?? Ich war gerade am Einschlafen!!“ maulte Aki rum
„Komm schon…oder willst du morgen bei den Beiden Zeuge sein??“ lächelte Eero verschmitz und Aki war mit einem Hops aus dem Bett.
„Nee…warte!!“ er nahm sich Kissen und Decke und tapste Eero hinterher.
Als sie im Wohnzimmer waren, klappten sie das Sofa auf und machten es sich so bequem wie möglich.
„Wirst du Bibbi etwas erzählen??“ fragte Eero.
„Was denn?? Schaute Aki verdutzt, „Ach das!! Nee, das muss Lauri selber machen, ist nicht meine Angelegenheit!!“ sagte er „Aber verschweigen können und dürfen wir es auch nicht!!“
Eero strich sich mit der Hand übers Gesicht und massierte sich dann die Nasenwurzel, etwas, was er öfters machte, wenn er nachdachte.
„Hmm…hast Recht, aber was ist mit Paula?? Meinst du echt, sie würde es Bibbi nicht erzählen? Sie versucht doch alles um an Lauri ranzukommen, seit du ihr damals klar gemacht hast, dass du nix von ihr willst!!“
„Stimmt auch wieder, aber sie würde sich doch dadurch nur selber schaden!!“ meinte Aki und legte sich hin.
Auch Eero legte sich hin und überlegte. Einige Zeit verstrich, als Aki die Stille wieder unterbrach.
„Was denkst du, wird sie ihn verlassen?? Dann wars das mit der Tour!!“
„Das werden wir erfahren, wenn es Lauri ihr erzählt hat.“ Flüsterte Eero, dem schon allein bei dem Gedanken kalt wurde.
„Das wäre sein Ruin, er liebt sie ohne Ende…was hat er auch die Scheiße gebaut??“ seufzte Aki, zog seine Decke bis zur Nase und schloss die Augen.
„Hmm…das weiß wohl leider nur er, wenn überhaupt!!“ antwortete Eero schläfrig, bevor er Aki eine gute Nacht wünschte und sie dann so langsam ins Traumland wanderten.

100. Kapitel

>>Zimmer von Lauri und Bibbi<<

„Guten Morgen Rakas!!“ flüsterte es an meinem Ohr und eine Hand wanderte sanft an meiner Seite entlang.
„Hmm…“ ich blickte an die Uhr - 7:45 Uhr – „Guten Morgen“ nuschelte ich, streckte mich und gähnte erstmal herzhaft.
„Wie kommt es, dass du schon wach bist??“ fragte ich ihn, während ich mich zu ihm umdrehte und ihn sachte küsste.
„Immer, wenn wir auf Tour sind, kann ich so schlecht schlafen, das ist komisch!! Und außerdem hatte ich heute Nacht einen warmen, weichen Körper neben mir liegen“ seine Finger wanderten weiter „…das war ich einfach nicht gewohnt!!“ lachte er leise.
Als ich meine Augen öffnete blickte ich in ein Paar grüner, verlangend glitzernder Augen.
„Du bist unmöglich Schatz!!“ kicherte ich und strich ihm dabei sanft über die Brust.
„Ich weiß…musste ja auch lange darauf verzichten!!“ raunte er mir zu und vergrub sein Gesicht an meiner Halsbeuge. „Ich liebe dich!“
„Ich liebe dich auch!!“ sanft küsste ich seinen Kopf „Ob die andern was sagen werden wegen den Klamotten??“
„Ooch, ich denke nicht!! Aber wir hätten sie echt mitnehmen sollen…fuck…“ stöhnte er auf einmal auf „Aki hat das schon gemacht…und ordentlich auf den Stuhl gelegt. Wie ne Mami!!“ lachte er und ich wurde durch das Vibrieren seines Körpers auf andere Gedanken gebracht als Wäsche. Seine Haare kitzelten verführerisch an meinem Körper, als er kurz in seine Hose griff und das Handy anschaltete.
„Was ist eigentlich mit Paula??“ fragte ich Lauri, als er feststellte, dass Aki nicht im Zimmer war.
Kurz versteifte er sich leicht, sein Herz fing auf einmal an, schneller zu schlagen und er blickte plötzlich weg. „Was soll mit ihr sein??“ fragte er mich mit spröder Stimme, und rückte etwas von mir ab. Sofort war mir klar, dass er nicht darüber reden möchte und lenkte für diesesmal ein.
„Nix…ist ok!!“ meinte ich daraufhin und kuschelte mich wieder an ihn, legte vorsichtig ein Bein auf sein Becken, was bei ihm ein Grinsen (und nicht nur das) hervorrief.
„Ich hätte da jetzt eine viel schönere Idee, als über irgendwen zu reden!!“ flüsterte er mir heißer ins Ohr und ich spürte wieder dieses Kribbeln in der Bauchgegend und weiter unten.
„Ach ja?? Klär mich doch mal bitte auf!!“ hauchte ich, während ich seine Brust küsste.
„Was??“ er zog mich hoch und sah mich gespielt entsetzt an „Du musst noch aufgeklärt werden?? OMG!!“ ein Lächeln, dem keine Frau widerstehen kann, blitzte mir entgegen.
„Also dann…lass dich von Dr. Lauri Ylönen in die Kunst des Liebens einweihen!!“ ich musste kichern, so wie er das sagte, klangs einfach nur ziemlich verrucht.
„Das hier ist ein Mund, er dient dazu, zu Essen, zu Sprechen, aber am Geeignesten ist er für dieses kleine Spiel…“ er legte seine Lippen auf meine und verharrte dort „nun musst du den Druck etwas erwidern, dann haben wir einen Kuss!!“ nuschelte er und ich musste mir ein Grinsen verkneifen.
„So Herr Doktor??“
„Ja…und wenn Sie jetzt noch etwas ihre Lippen öffnen, so dass meine Zunge ihre Mundhöhle erforschen kann, dann haben Sie schon die nächste Stufe erreicht: den Zungenkuss!!“
Ich tat wie mir geheißen und weiter kam mein Doktor erstmal nicht, denn wir versanken in einem tiefen Kuss. Als wir kurz aufhörten um wieder zu atmen, sah ich ihn keck an und fragte leise.
„Bin ich jetzt schwanger??“
Er lachte laut los, und ich tat, als würde ich schmollen.
„Dazu gehört etwas mehr…kommen wir zur nächsten Lektion! Frauen und Männer stehen sehr auf jegliche Art von Berührung, übern wir erstmal das einfache Streicheln. Legen sie ihre Hand hier her...“ er zeigte auf seine Brust „und fahren sie in kleinen Kreisen sanft über diesen Oberkörper!“
Er zog scharf die Luft ein, als ich mit beiden Händen seinen Körper erkundete. Dann zog er mich auf sich und erkundete nun seinerseits meinen Oberkörper.
„Und nun zur nächsten Stufe!!“ seine Stimme war kaum zu verstehen, so heißer war er schon. „Küssen sie nun den soeben mit der Hand erforschten Oberkörper.“
Als ich mich runterbeugte und ihn sanft küsste, strich mein Anhänger der Kette kalt über seinen Oberkörper und er verlor fast den Verstand. Am Ohr angekommen hauchte ich ein „Bin ich jetzt schwanger??“ und wanderte mit meiner Zunge weiter hinter sein Ohr, da ist seine erogenste Zone.
„Ich glaube wir überspringen mehrere Punke um kommen gleich zum Hauptkapitel!!“ keuchte er auf, drehte sich so, dass ich auf dem Rücken lag und fuhr nun mit seiner Zunge auf meinem Körper entlang. Als er mit seiner Zunge in meinen intimsten Bereich abtauchte, dachte ich, ich zerfließe und kurz bevor ich zum Orgasmus hätte kommen können, stieß er sanft zu und trug mich danach in ungeahnte Sphären.
Erschöpft aber sehr glücklich lagen wir danach nebeneinander und streichelten den andern.
„Bin ich jetzt schwanger??“ fragte ich ihn kichernd und er musste lachen.
„Ich hätte nix dagegen, aber wir haben ein Kondom benutz, da ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering!!“ er küsste mich sanft und stand dann auf.
„Ich muss eine Rauchen!! Sonst sterb ich hier noch!! Kommst mit??“ fragte er mich, während er sich seine Boxershorts und ein T-Shirt anzog.
„Hmm…ok, ich will dich nicht alleine lassen müssen!!“ ich zog mir auch Sachen an, und folgte ihm dann auf den Balkon, den man nur über das Wohnzimmer erhielt. Dort lagen Aki und Eero und schnarchten fröhlich vor sich hin, der Eine den Anderen leicht im Arm haltend. Wir kicherten und gingen dann ganz schnell auf den Balkon.

101. Kapitel

„He, macht wenigstens die Türe zu!! Es ist kalt!!!“ kam es vom Sofa im Wohnzimmer „Außerdem wollen einige noch schlafen!!“ murrte Aki.
„Moin Hattu…“ lachte Lauri, als er kurz den Kopf zur Tür reinsteckte „Es ist überhaupt nicht kalt!“
„Dir vielleicht nicht, aber mir. Ich habe keene heiße Braut neben mir!!“ meckerte der kleine Drummer weiter.
Ich ging ins Wohnzimmer und knuddelte kurz Aki. „Nee, aber Eero!! Den hattest ja scheen im Arm gehabt vorhin!! Muss ich mir etwa Gedanken machen Aki??“ lachte ich und er knuffte mir in die Seite.
„Ich hab gar nix!!“ gespielt trotzig sah mich Aki an und ich musste lachen.
„Man Lauri, wir haben heute den Gig und ich brauche meinen Schlaf!!“ er fuhr sich mit der Hand übers Gesicht.
Langsam regte sich auch Eero neben ihm und schaute uns verwirrt an.
„Guten Morgen!!“ rief ich ihm fröhlich entgegen.
„Morgen…ähm, schon wach??“ müde blickt er mich an.
„Frag nicht mich, frag Lauri!! Ich wäre auch gerne im Bett geblieben und hätte länger geschlafen, aber der werte Herr hatte andere Dinge vor!!“
„Rutsch mal bisschen!!“ raunte Lauri mir ins Ohr, nachdem er auch endlich wieder im Wohnzimmer war.
So saß ich am 20.11.05 um 9:45 Uhr in Berlin auf einem ausgeklappten Sofa zusammen mit 3 halbnackten Rasnüssen, wovon 2 noch recht müde waren. (aber ich kann sagen, ein geiler Anblick *sabber*)
„Ok, ich mach dann mal Frühstück!! Pauli und Natalie werden wohl noch nicht wach sein, oder??“ seufzte Eero und erhob sich. (karierte Shorts)
Kurz darauf ertönte in der Küche Geklapper und Wasserrauschen, was Aki dazu animierte, ganz schnell ins Bad zu verschwinden. (schwarze, enganliegende Shorts)
„He, warte ich helfe dir Eero!!“ rief ich und wollte mich erheben, als ich sanft zurückgezogen wurde.
„Nicht, ohne mir noch einen Kuss zu geben!!“ raunte er. Ich legte meine Arme um ihn, schaute ihm tief in die Augen und drückte dann sachte meine Lippen auf seine. Als sich Aki vernehmlich räusperte, trennten wir uns widerwillig und ich ging zu Eero in die Küche, um den Kaffee vorzubereiten und alles scheen zusammen zustellen.
Aki und Lauri räumten währenddessen das Wohnzimmer auf (ein geiler Anblick, beide nur in Shorts *rrrrr) und alberten etwas rum (Kinners).
„Hat Lauri schon mit dir geredet??“ fragte mich da Eero plötzlich.
„N, warum sollte er denn?? Wir waren gestern mit anderen Dingen beschäftigt“ kicherte ich.
Eero lachte leise, doch ich merkte, dass ihm was auf dem Herzen lag.
„Eero??“ doch er schüttelte nur den Kopf und sah mich traurig an.
Ich nahm mir das Tablett und ging ins Wohnzimmer, wo es ruhig geworden war. Aki saß Lauri am Tisch gegenüber und an der Haltung von Lauri konnte ich erkennen, dass es sich um kein scheenes Gespräch handeln konnte. Auf einmal schien Lauri sich aufzuregen und als ich vor ihnen stand, stellte ich das Tablett hin.
„He guys, stop it!!“ und beide blickten mich auf einmal erschrocken an „Helft mir lieber beim Herräumen des Frühstücks!!“ grinste ich.
Schnell war alles angerichtet und wir konnten frühstücken. Doch die entspannte Atmosphäre wollte nicht wieder aufkommen, da sowohl Eero als auch Aki ständig irgendwelche Blicke zu Lauri warfen, der daraufhin immer missmutiger wurde.
„Man Leute, spielt ihr Stille Post oder was?? Sagts halt laut wenn was ist!!“ fuhr ich die Jungs genervt an, dass konnte ja wohl nicht wahr sein.
„Nö, das muss Lauri schon selbst machen!!“ meinte daraufhin Aki und biss in sein Brötchen.
Lauri sprang auf und sagte nur noch böse „Jetzt nicht!! Lasst mich in Ruhe“ bevor er ins Zimmer verschwand.
Ich saß einige Minuten perplex da, bevor ich einen Schluck Kaffee nahm, die beiden Anderen ansah und denen stand das schlechte Gewissen buchstäblich im Gesicht.
„Also, was ist jetzt??“ fragte ich beide ziemlich ungehalten.
Eero wandte sich an Aki und klapste ihm leicht auf den Hinterkopf.
„Wollten wir uns nicht raushalten Herr Hakala?? Große Töne spucken von wegen Du hälst dich da raus!! Hattu, mach einmal das, was du dir vornimmst!!“ maule er rum.
„Sorry…er ist mein bester Kumpel!! Ich mach mir eben Sorgen!!“ rechtfertigte sich Aki halbherzig.
Plötzlich hörten wir Türe schlagen und sahen Lauri ins Bad gehen.
„Haaaallllloooooo??? Ich habe euch etwas gefragt!!! Klärt mich mal bitte einer auf, was Lauri mir sagen sollte??“ so langsam platzte mir echt die Hutschnur.
„Ach Mönsch Kleene, tut uns leid…aber das muss echt Lauri mit dir klären!! Verdammt nochmal!!“ dass Eero fluchen würde, hätte ich jetzt auch nicht gedacht, also muss es doch was Schlimmes sein.
„Hmm…ok, wenn ihr meint!!“ damit war für mich das Frühstück beendet. Ich erhob mich ebenfalls, sah beide nochmal böse an und ging dann zum Zimmer. Als ich am Bad vorbeikam, hörte ich ein Geräusch, das sich wie Weinen anhörte. Ich klopfte und ging dann hinein. Dort saß Lauri auf dem Badewannenrand und weinte!!
„Babe!! Was ist los??“ fragte ich ihn leise und nahm in den Arm
„Rakas…es tut mir leid…ich…glaube mir…ich wollte das nicht!!“ schluchzte er auf und klammerte sich an mir fest. Ich merkte, dass er zitterte.
„Was wolltest du nicht??“ ein flaues Gefühl machte sich in meiner Magengegend breit.
„Bitte…bitte…bitte verlass mich nicht!!“ weinte er weiter an meinem Bauch
Ich ging in die Hocke, zog sein Gesicht etwas nach oben und sah in seine verheulten Augen. (ein Grün kann ich euch sagen!!!)
„Lauri, jetzt sag mir bitte, was los ist!!“ ich wusste, dass das, was ich jetzt hören werde, mich zutiefst verletzen wird und das von der Person, die ich am meisten liebte – Lauri.

102. Kapitel

>>In einem anderen Appartement in Berlin<<

„Man, was soll ich denn anziehen?? Ich find nix!!“ jammerte Angie, als sie vor ihrem Schrank stand und nach was Passendem suchte.
„Wie wär’s denn mit was schwarzem??“ kicherte Luci, die gerade den Eyeliner auftrug.
„Haha, wie witzig?? Ham wir nen Clown gefrühstückt??“ Angie zog eine Schnute und stupste Luci an, die sich prompt vermalte.
„Nee, aber aussehen tue ich jetzt wie einer!!“ kichere sie weiter und Angie musste auch lachen.
„Wenn ihr zwei dann mal soweit seid, Heike, Crazy, Uli, Gaby und Claudia kommen in gut 15 Minuten an!!“ meckerte Constanze, die schon fertig angezogen auf dem Sofa saß und sich durch sämtliche Programme zappte.
„Jajaja…sofort, alte Frau is kein D-Zug!!“ alberte Luci weiter, während Angie sich dann doch für etwas Schwarzes entschied. Alle zogen über ihre Kleidung noch ein T-Shirt mit dem Aufdruck ihres Forumnamens und der Nationalflagge von Finnland. (Suomen lippu on sininen ja valkoinen.)
Als sie dann endlich soweit waren, gingen sie los und erschraken über die Kälte, die heute in Berlin vorherrschte.
„Man, da wollen wir echt ewig dort stehen?? Nur damit wir mal nen ordentlichen Platz bekommen??“ frage Luci bibbernd.
„Naja, wir können ja auch Bianca anrufen und fragen, ob sie uns nen Platz reservieren tut!!“ witzelte Constanze.
„Na die hats eh gut…was die wohl jetzt so machen??“ fragte Angie und stopfte ihre Hände tief in ihren Mantel.
„Schlafen denke ich…Bibbi und Lauri werden wohl nicht so schnell aus dem Bett kommen!!“ seufzte Luci, man merkte ihr an, dass es sie doch etwas mitnahm das Ganze.
Sie liefen zum Bahnhof, denn dort wollten sie die anderen treffen, die schon mit Kaffeebecher bewaffnet auf sie warteten. Nach einer großartigen Gruppenumarmung und Verteilung der T-Shirts, liefen sie zum „Alten Postbahnhof“ da dort das Konzert stattfinden würde. Es waren schon einige Fans da, doch denen schenkten sie kaum Beachtung, da sie sich über den gestrigen Abend unterhielten.
„Nein, ihr wart nicht wirklich mit denen einen Trinken??“ mit großen Augen sah Crazy Luci an, doch diese nickte.
„Glaub es ruhig!! Frag mal uns, wie wir uns gefühlt hatten…und freundlich sind die, haben viel gelacht. Und…ihr hättet Lauri sehen sollen, als er erkannte, wer da vor ihm stand. Ich glaub, ich wird diesen Anblick nicht vergessen!!“ schwärmte Luci und Crazy wurde etwas traurig. „Die haben gestrahlt…und er konnte seine Finger nicht von ihr lassen!! Einfach nur…hach, ich würde gerne mit ihr tauschen wollen!!“ seufzte Luci.
„Naja, aber habt ihr euch auch unterhalten??“ fragte Gaby.
„Na klar, gut, mit Aki war es etwas schwierig, der kann nicht so richtig englisch, aber sonst wars lustig. Ok Pauli und Natalie waren etwas ruhiger und diese Paula…“ fing Constanze an, wurde aber von Uli unterbrochen. „Wer ist Paula??“
„Ach, des is die, die den Merchstand führt!!“ klärte Angie auf und schnaubte abfällig.
„Und, warum könnt ihr die nicht leiden??“ hakte Crazy nach.
„Naja, die is so…so unhöflich. Und hing ständig am Aki oder so…kann man so jetzt nicht beschreiben!!“ schimpfte Constanze.

Während sie so dasaßen und warteten, dass es abends wird, kamen immer mehr Fans, darunter sogar männliche Exemplare, und man unterhielt sich über die verschiedensten Dinge, kam aber immer wieder auf die Jungs zurück.
„Ach ja, verratet das mal lieber Keinem, dass wir die getroffen haben!! Sonst gibt’s hier nur wieder Tränen und so!!“ sagte Luci zu den Anderen und sie nickten.
„Wir sind ja ned doof!! Wenn das die Kreischies erfahren, dann is hier Polen offen!!“ kicherte Claudia.
„Hei, lasst uns mal noch paar Fotos vor dem Konzi machen, vor allem von unseren T-Shirts!!“ schlug Angie vor und so stellten sie sich zusammen auf und Doreen, ebenfalls ein Fan, übernahm das Knipsen für sie.
Als sie sahen, dass die Securities sich bereitmachten, ahnten sie, dass die Jungs jetzt gleich kommen würden. Und richtig, da kam der Bus von den Jungs und viele Girls fingen an mit Kreischen und rannten zur Absperrung.
Doch die Jungs sah keiner.

103. Kapitel

>>bei TR<<

„Lauri, sag mir bitte was los ist!!“ bat ich ihn sanft.
„Ich kann…ich kann…es nicht!! Ich will dich nicht verlieren!!“ schluchzte er.
„Babe…was auch immer es ist…ich werde nicht unüberlegt handeln!! Mehr kann ich dir nicht versprechen!!“ sagte ich mit recht spröder Stimme, mein Hals fühlte sich zugeschnürt an.
„Ok…paska…“ fluchte er, nahm meine Hände und hielt sie fest. „Also…als du im Krankenhaus lagst…also, als ich es erfahren hatte…naja…da habe ich aus lauter Verzweiflung und Angst um dich gegen die oberste Regel verstoßen.“ Er atmete einmal tief ein.
„Naja…jedenfalls war ich dann so blau und als ich wieder zurück zum Hotel kam…da lief ich in Paulas Arme…naja…erst habe ich mich nur bei ihr ausgeheult, weil ich Angst hatte, dich für immer zu verlieren, und sie hat nur zugehört…“ er brach kraftlos ab. Ich stand nur da, wartete darauf, dass er dem Dolch in meinem Herzen noch den letzten Stoß gab. Während so langsam seine Worte mein Gehirn erreichten, kroch in mir eine Kälte hoch, die ich so noch nie gespürt hatte. Das Atmen viel mir schwer. Noch immer lagen meine Hände in seinen, doch ich entzog sie ihm. Verzweifelt schlug er die Hände vor dem Gesicht zusammen und weinte jetzt leise, und ich hatte zu tun, ihn zu verstehen.
„Jedenfalls…ich weiß nicht wirklich wie es kam…irgendwann waren wir in ihrem Zimmer…und…und…“ er schluchzte auf „…bitte glaube mir, ich liebe nur dich!!“
Ich lehnte mich an der Wand ihm gegenüber an, doch meine Beine konnten mich nicht mehr tragen, so rutschte ich langsam an der Wand hinab.
„Komm zu Sache!!“ forderte ich ihn tonlos auf.
„Rakas…ich habe sie geküsst!! Ich hätte sogar beinah mit ihr geschlafen!!!“
„Wie beinahe??“ meine Stimme war genauso kalt, wie ich mich fühlte.
„Naja…wir waren nur noch in Unterwäsche begleitet, als mich Aki aus dem Zimmer zerrte. Bianca…bitte!!“ flehte er mich an.
„Ich gehe jetzt spazieren und lasse mir deine Worte durch den Kopf gehen Lauri…“ mit diesen Worten erhob ich mich und ging an ihm vorbei und hinaus. Im Zimmer zog ich mir schnell meine Sachen an, band meine Haare zu einem Zopf, setzte meine Mütze auf und verschwand.
Ich folgte den Schildern Richtung Spree. Als ich endlich am Spreeufer ankam, verlangsamte ich das Tempo und ging am Schluss nur noch gemächlich am Ufer entlang. Als ich eine Bank entdeckte, setzte ich mich hin und erst jetzt ließ ich meine Gefühle zu. Ich weinte stumm vor mich hin, doch es tat zu weh.
Ich saß lange Zeit dort, lauschte den Geräuschen des Wassers und den Enten zu, konnte jedoch keinen einzigen klaren Gedanken fassen. Zu sehr war ich geschockt und auch verletzt. Als ich merkte, dass es mir auch nix brachte alleine zu sein, lief ich wieder gemütlich zum Appartement der Jungs zurück, wobei ich mal wieder merkte, wie gut mein Orientierungssinn doch funktionierte – nämlich gar nicht. Ich hatte mich total verlaufen und wusste jetzt nicht weiter, ich wusste ja noch nicht einmal, wie die Adresse vom Appartement war. Also blieb mir nix anderes übrig, als ins Hotel zu gehen, denn da wusste ich wenigstens den Namen von.
So lief ich über die Straße und versuchte mich an den Schildern zu orientieren und nach einem Irrlauf durch Berlin stand ich endlich vor dem Hotel. Ich ging auf unser Zimmer, nahm mein Handy und schrieb wenigstens Natalie, was los ist und wo ich bin. Danach legte ich mich aufs Bett und starrte zur Balkontüre hinaus.
Als mein Handy klingelte, schrak ich aus dem Schlaf hoch, der mich übermannt hatte.
„Ja??“ gähnte ich ins Telefon.
„Bibbi, wir sind jetzt auf dem Weg zum Postbahnhof, kommst du hinterher??“ fragte mich Natalie. Mein erster Impuls war, nein zu sagen, doch ich sagte ihr, dass ich in einer Stunde da sein werde.
Nachdem ich aufgelegt hatte, ging ich ins bad und duschte erstmal ausgiebig, damit ich wieder munter werde und zog mich dann an. Ein leichtes Makeup verschönerte noch das Ganze und ich konnte gehen.
An der Rezeption bat ich den jungen Mann mir ein Taxi zu rufen und während ich warten musste, zündete ich mir vor der Türe eine Zigarette an. Tief atmete ich den warmen Rauch ein, doch die Kälte in mir wollte nicht weichen.
Als das Taxi kam, nannte ich dem Fahrer die Adresse und er fuhr zügig bis zum Postbahnhof.
Ich stand auf einmal vor einem alten, etwas heruntergekommenen Gebäude, sah rechts von mir eine Masse von Fans, die fast alle gleich angezogen waren. Viele standen in Grüppchen da, aber am schlimmsten war das Geschrei. Ich zog mein Handy heraus und rief Natalie an, die mir sagte, ich solle zu den Absperrungen kommen, sie sage einem der Securities bescheid. Ich legte auf, hatte zwar kaum was verstanden, doch ich lief langsam Richtung Absperrung. Je weiter vor ich wollte, umso enger wurde das Ganze und ab und an rempelte ich aus Versehen jemand an. Manche waren höflich und lächelten mich an, andere wiederum fragten mich, ob ich keine Augen im Kopf hätte. Ich kämpfte mich bis zur Absperrung, wo ein Sec stand und als ich ihm auf Finnisch was zurief, fragte er mich, ob ich Bianca sei. Ich nickte und er ließ mich durch. Die Mädels, die um mich rumstanden und das beobachteten, fingen wütend an den Sec zu beleidigen und wollten sich mit durchdrängeln, doch ein Kollege sprang helfend herbei. Ich lief einmal um das halbe Gebäude herum und fand dann schließlich Natalie mit Pauli an einem Hintereingang.
„Na, alles klar?? Du musst mit ihm reden!! Er hat sogar den Soundcheck abgebrochen, weil er so down ist!!“ fragte mich Pauli, nachdem wir uns kurz umarmt hatten.
„Oh…hmm…ich geh mal rein!“ das klang sicherer als ich in diesem Moment war, da ich mir noch immer nicht klar war, wie ich darauf reagieren sollte.


104. Kapitel

Ich lief durch den Gang und als ich vor einer Tür stand, klopfte ich an. Drinnen saßen nur Aki und Eero, die als sie mich sahen aufsprangen, mir um den Hals fielen und mich fast erdrückten.
„Hehe…wo ist Lauri??“ fragte ich beide, als ich wieder Luft holen konnte.
„Keine Ahnung…vorhin wollte er nochmal kurz aufs Klo, seitdem ist er nicht wieder da!!“ sagte Eero kleinlaut.
„Hmm, ok, ich werde ihn suchen.“
Den beiden nochmal zuwinkend ging ich wieder aus dem Raum und Richtung Bühne, also ich nahms mal an, weil dort ein reges Treiben herrschte. Und tatsächlich, ich stand dann hinter der Bühne, stieg die 3 Stufen hoch und betrat den „heiligen“ Bereich. Hier stand schon von der Vorband das Equipment und einige Kabelfuzzies rannen noch rum, sonst wars ruhig. Ich blickte mich interessiert um und auf einer Box entdeckte ich Lauri. Er saß da, wie ein kleines Häufchen Elend.
„Babe??“ fragte ich leise und er hob erschrocken den Kopf.
„Lauri, …“ er sprang leichtfüßig von der Box und kam langsam auf mich zu.
„Rakas…“ er stand nur noch einen Hauch von mir entfernt und sah mir traurig, aber auch gespannt in die Augen.
„Ich liebe Dich!!“ flüsterte ich und schon presste er mir seine Lippen auf den Mund. Wir küssten uns stürmisch und als der Manager kam, wollten wir uns auch nicht voneinander lösen, doch er pfiff uns von der Bühne, da sie jetzt die Fans reinlassen wollten. Also verzogen wir uns nach hinten, nicht ohne von Jukka und Miska mit einem breiten Grinsen angeschaut zu werden.
„Blödmänner!!“ knurrte ich und Lauri lachte.
Vor der Garderobe küssten wir uns nochmal leidenschaftlich und dann verließ ich Lauri, damit er nochmal mit seinen Kumpels reden und was weiß ich machen konnte. Ich verzog mich mit Natalie hinter die Bühne und beobachteten das Spektakel der Fans. Wir lachten uns echt schlapp, wie die da drängelten du machten, Hammer. Und die Halle füllte sich und je mehr Leute kamen, desto lauter wurden die Rufe nach The Rasmus oder Deep Insight. Diese standen schräg neben uns und alberten rum. Ich musste wieder den Kopp schütteln, so was Verrücktes kann auch nur aus Finnland kommen!! Und dann stürmten sie an uns vorbei auf die Bühne, legten eine total geile Show hin, so dass ich sogar abfeierte.
Plötzlich wurde ich von 2 starken Armen umfasst und festgehalten.
„He Aufziehmännel, bekomme ich noch einen Kuss??“ raunte Lauri mir ins Ohr und ich drehte mich grinsend zu ihm um.
„Was bietest denn??“ ich streckte ihm frech die Zunge raus, welche er ganz schnell mit seine Lippen fing, nur um mir dann seine in den Mund zu schieben.
„Könnt ihr das nicht auf späte verschieben??“ meckerte Eero.
„He, wir sehen uns dann lange Zeit ned!! Lass uns doch unseren Spaß, außerdem, ohne mich fängt hier eh nix an!!“ feixte Lauri, woraufhin auch Eero lachen musste.
Wir hörten, wie Deep Insight sich von den Fans verabschiedete und das war das Zeichen für „meine Jungs“. Die Anspannung stand ihnen ins Gesicht geschrieben und sie zappelten nervös, während die Roadies das Equipment wechselten. Noch ein kurzer Kuss und Lauri hüpfte von dannen. Vor der Bühne wurden die „Rasmus“-, „Lauri“-, „Aki“-, „Pauli“- und „Eero“-Rufe immer lauter. Natalie und ich sahen uns an und schüttelten dann lachend den Kopf. Trotzdem war ich gespannt, wie sie denn diese Show gestalten würden. Wir stellten uns zur Tontechnik und konnten so ins Publikum schauen und ich entdeckte Luci, Constanze und Crazy, die begeistert mitsangen. Als ich ihre T-Shirts sah, musste ich lachen. Ich schaute mich weiter um und dabei fiel mein Blick auf Aki und als ich seinem Blick folgte, kam ich bei Konstanze an. *Bahnt sich da etwa was an??* ich musste grinsen. Lauri hüppte auf der Bühne rum, und ich frag mich, warum er das Tuch soweit unten hatte. Noch tiefer und er muss aufpassen, nicht wieder über irgendwelche Boxen zu fliegen.
Als sie gerade ihr „ITS“ zum Besten gaben, rannten die Guys von DI an uns vorbei, auf die Bühne und nahmen kurzerhand mal eben die Plätze der Jungs ein und sangen den Song noch zu Ende. Die Fans flippten bald aus, als Eero sich noch als Stagediver versuchte, lagen Natalie und ich bald auf dem Boden vor Lachen. Aki, der bei uns stand und etwas Wasser trank grinste auch schon im Kreis. Dann wechselten die Bands wieder und mit Küsschen links, Küsschen rechts gingen DI ins ihre Garderobe zurück.
Doch, irgendwann ist auch das scheenste Konzert zu Ende und die vier kamen erschöpft, verschwitzt aber äußerst glücklich wieder.
Ich grinse sie an, verkniff mir aber jeden Kommentar. Kurz drückte ich Lauri einen Kuss auf und sagte ihm, dass wir uns am Bus treffen würden.
Er nickte und tanzte dann aufgedreht bis zur Garderobe. Natalie und ich beobachteten die Roadies beim Abbau der Technik und konnten am Ausgang Paula sehen, die für den Verkauf verantwortlich war.

105. Kapitel

„Also, ich möchte das nicht machen müssen!!“ kicherte ich, als wir an ihr vorbei gingen, weil ich wusste, dass Luci und so noch vor der Halle standen.
Beim Vorbeigehen grüßte ich Paula, doch diese schaute mich nur böse an.
„Was die nur hat??“ flüsterte Natalie und ich zuckte mit der Schulter.
Draußen angekommen, sah ich mich nach den T-Shirts um, die die Mädels anhatten, und entdeckte sie dann etwas weiter hinten. Strahlend liefen wir zu ihnen und merkten, dass sie aufgeregt das Konzi besprachen. Wir umarmten uns und Natalie und ich lachten über die Dinge, die sie erzählten.
„Hast du das mit Aki mitbekommen?? Drei Sticks hat er in die Menge gehauen, nur mir hat er ihn persönlich in die Hand gedrückt.“ Schwärmte Konstanze.
„Wollt ihr mal mit hinter kommen??“ frage ich sie und es war, als hätte ich gesagt, morgen gibt’s ne Million für jeden. Sie waren noch aufgedrehter und ich bereute schon, dass ich wieder meinen Mund zu weit aufgemacht hatte.
Als wir wieder in die Halle gingen, sahen wir, wie Paula gerade die letzten Sachen verstaute. Sie blickte kurz auf, und als sie die Mädels sah, zog sich ihre Stirn zusammen.
„Bianca, du willst doch nicht etwa??“ fragte sie mich mit einem grollenden Unterton.
„Doch ich will, warum??“
„Man…musst du immer nur nach dir gehen?? Du bist so was von egoistisch!! Denkst du vielleicht auch mal an Lauri und die anderen Jungs?? Ich mein, vielleicht wollen sie ihre Ruhe haben!!“ fauchte sie mich an und ich zog leicht die Augenbraue hoch.
„Mädel, was gehtn mit dir??? Du solltest mal ganz schnell den Ball flach halten!!!“ knurrte ich sie an „Du hattest schließlich was mit meinem Kerl und mit Aki, also kannst du das auch nicht objektiv betrachten!!“ ich redete mich so in Rage, dass Natalie und die andern langsam in Deckung gingen.
„Ich hatte nix mit Aki…und mit Lauri…he, wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!!“ lachte sie mir höhnisch entgegen.
„Bitte?? Geht’s dir noch ganz atta??“ fragte ich sie etwas lauter als beabsichtig.
„Na?? Lauri hat mir alles erzählt!! Glaubst du, er macht sich über deine Eskapaden keinen Kopf?? Er liebt dich, aber meiner Meinung nach, hat er jemand Besseres verdient!!“ höhnte sie weiter.
„Wassn, jemanden wie dich??“ ich baute mich vor ihr auf und sah sie wütend an.
„Wer weiß??“
„Du hast doch nen Schatten!! Er liebt mich!!“ lachte ich ihr nun entgegen.
„Das Eine hat mit dem Anderen nix zu tun!! Glaube mir, wenn seine Musik und alles darunter leidet, ist diese Beziehung schneller beendet, als du Hei sagen kannst!!“
Ich wollte gerade was erwidern, als ich von Paula weggezogen wurde. Lauri funkelte mir böse in die Augen und zog mich in die Mitte der Halle.
„Sag mal, was issn hier los??“ fuhr er mich an. Ich hob trotzig das Kinn.
„Frag doch Paula…sie scheint doch eh alles zu wissen!!“
„Weißt du was…ich hab es langsam satt, den Babysitter für dich spielen zu müssen!! Du bist 24 Jahre alt und müsstest eigentlich wissen, wie man sich benimmt!! Und was sollen die Mädels hier??“ er deutete auf Luci, Angie, Crazy, Claudia, Uli und Konstanze, die nicht so recht wussten, was sie machen sollten. Ich glaube, nur Luci hat so richtig mitbekommen, worum es ging, da sie ja Finnisch verstand.
„Naja, ich wollte…“ fing ich kleinlaut an.
„Ich, ich, ich…immer nur du!!“ nun explodierte Lauri „Das ich auch irgendwann mal meine Ruhe haben möchte, oder die letzten paar Minuten mit dir noch genießen wollte, daran denkst du nicht??“
Ich zuckte erschrocken zusammen und sah ihn dann trotzig an.
„Na, keine Antwort parat??“ fragte da auf einmal Paula, die sich zu uns gesellt hatte, mit einem diebischen Grinsen. Die Wut in mir kochte, doch ein Blick in Lauris Gesicht genügte, um den Drang zu unterdrücken, ihr eine zu scheuern.
„Was ist?? ich hätte gerne eine Antwort!!“ fuhr Lauri mich an.
„Schön habt ihr das gemacht!! Das Gleiche durfte ich mir vorhin schon von Paula anhören, von wegen ich sei egoistisch und so!! fällt auch gar nicht auf?? Wen wollt ihr eigentlich verarschen??“ nun gewann die Wut in mir du mein Verstand wurde ausgeschaltet.
„Spinnst du?? Du drehst es schon wieder so, wie du es gerne hättest!!!“
“Ich drehe hier gar nix, ich stelle nur sachlich fest!!“ fuhr ich Lauri an.
Er sah mich müde an, seufzte und wollte mich in den Arm nehmen, doch ich blockte ab.
„Bianca…versteh mich doch bitte. Ich bin auch nur ein Mensch mit einem Herz…glaubst du, es ist so einfach?? Du kannst nicht immer verlangen, dass es nach deiner Pfeife geht. Dies hier…“ er zeigte um sich „ dies hier ist mein Leben!!“
„Ach so?? na wenn es so ist…“ ich griff nach der Kette an meinem Hals und riss sie ab „Dann nehm das zurück!!“ ich warf ihm die Kette vor die Füße und wollte gehen.
„Du benimmst dich echt wie ein Kleinkind!!“ schickte mir Lauri noch hinterher, während ich an Paula vorbeiging, die hämisch grinste.
„Bitch…“ flüsterte ich und ging zu den Mädels, die mich mit großen Augen ansahen.

106. Kapitel

„Was ist passiert??“ frage mich Constanze erschrocken, denn obwohl sie kein Finnisch konnte, musste man am Tonfall und den Gesten erkannten haben, dass wir uns gestritten haben.
„Später!!“ brachte ich mit zusammengebissenen Zähnen raus, in mir arbeitete die Wut und ich sah mich kurz um, als mein Blick auf das noch stehende Drumset von Aki fiel.
„Bis gleich!!“ sagte ich und unter ihren, Lauris und Paulas erstaunten Blicken ging ich auf die Bühne, nahm mir 2 Sticks in die Hand und legte ein ordentliches Solo hin, das selbst Tré Cool erblassen lassen würde. Doch als ich mich abreagiert hatte, stand das nächste Problem vor mir – Aki. Der sah überhaupt nicht begeistert aus, dass ich an seinen geliebten Drums gewesen bin, doch als ich ihn mit einem verheulten Blick ansah, zog er es vor, nichts zu sagen.
Ich schmiss die Sticks hinter mich, stand auf und ging, ohne irgendeinem noch einen Blick zu würdigen, aus der Halle raus.
Draußen zündete ich mir erstmal eine Zigarette an und atmete tief ein. In meinem Kopf hämmerte es, mein Herz sagte mir, ich solle wieder reingehen und mich entschuldigen, doch mein Stolz verbot es mir.
Als Luci mit ihren Mädels kam, richtete sie mir liebe Grüße von Natalie aus, und ich solle doch schon mal ins Hotel gehen. Sie würde nachkommen. Ich zuckte mit den Schultern und hob dann mein Gesicht in den Nieselregen, damit keiner mitbekam, wie sehr ich gegen die Tränen ankämpfen musste.
„Hmm…was passiert da jetzt??“ fragte mich Luci leise.
„Ich habe keine Ahnung…so habe ich ihn noch nie erlebt!!“ ich blickte ihr kurz in die Augen, doch das Grün erinnerte mich so sehr an Lauri, dass ich weinend zusammenbrach. Luci nahm mich in den Arm und auch die anderen versuchten mich so gut es ging zu trösten, doch ich konnte mich nicht beruhigen. Und genau diesen Augenblick hat sich Paula ‚rausgesucht’, um mir meinen Mantel zu bringen, der noch in der Garderobe der Jungs lag.
„Hier…das hast du vergessen, als du so schnell wie möglich abrauschen musstest.“ Grinste sie mich an und warf mir den Mantel zu. „Ach, und deine Tränen kannst du dir sparen…meinem Erachten nach hast du es schon eher hören sollen, dann wäre vieles anderes geworden!!“
„Was geht dich denn das überhaupt an??“ fragte jetzt Luci ziemlich ungehalten. „Du weißt doch überhaupt nix!! Schließlich bist du doch der Auslöser für diese Schice!!“
„He Omma, halt du dich da mal raus!!“ doch das hätte Paula nicht sagen sollen.
„Luci…nein…lass es!!“ versuchte ich sie abzuhalten, doch sie reagierte nicht mehr. Auch die anderen Mädels versuchten zu verhindern, dass Luci sich Paula schnappte, doch auch sie versuchten sich vergebens als Bodyguards.
Während Luci sich vor Paula aufbaute, hörte ich so viele finnische Schimpfwörter und Flüche, wie in meinem ganzen Leben noch nicht. Die Beiden bekeksten sich so lange, bis Paula eine sitzen hatte. Das würde ein feines Feilchen geben, doch auch Luci musste was einstecken, hätte nicht gedacht, dass so ne kleene Person so viel austeilen konnte.
Mittlerweile hatten dieses Spektakel einige andere Fans ebenfalls mitbekommen, so dass sie näher kamen. Wir zogen Luci fort von Paula, die jetzt ziemlich rumgiftete und versuchten so schnell wie möglich Land zu gewinnen. Luci mache sich ihrem Ärger Luft und ich konnte schon fast wieder grinsen, weil mir das alles mittlerweile wie ein schlechter Scherz vorkam. Als wir gerade die Straße erreichten, wurden wir beinah von einem Taxi überfahren, und als Angie leise aufquietschte, sah ich sie fragend an.
„Da saßen grad Lauri und Aki drinnen!! Und Lauri hat demonstrativ weggeschaut, als er dich erkannte Bibbi!!“ erklärte sie uns.
„Also, was ist passiert??“ fragte mich Constanze jetzt ziemlich forsch.
„Lauri und ich haben uns wegen Paula gezofft!!“ brachte ich leise hervor.
„Wegen der Alten??“ empörte sich Constanze.
„Naja, ich glaube, da hat schu lange was im Inneren gebrodelt beim Lauri, nur heut war es dann wohl zuviel!!“ sagte ich leise, fast zu mir selbst.
„Ach…na trotzdem…und was machst du da jetzt?? Sie spielen ja übermorgen in Warschau!!“ fragte mich Uli.
„Ich, ich wird erstmal nix machen!! Fahre morgen nach Nürnberg!!“ antwortete ich trotzig.
„Aber, ihr müsst doch drüber reden!!“ hakte Crazy nach.
„Ich muss gar nix…“antwortete ich, und als wir an der U-Bahnstation ankamen, verabschiedete ich mich. „Sorry, aber ich geh heute lieber wirklich gleich ins Hotel!! Mir ist nicht nach Feiern zumute!!“
Wir drückten uns alle und ich ging zum Taxistand.

107. Kapitel

„Wir können das doch nicht so enden lassen!!“ sagte Constanze, als sie außer Hörweite von mir waren.
„Was willst du machen?? Willst ihm nen Brief schreiben, er soll wieder lieb mit Bibbi sein?? Das glaubst wohl selbst nicht??“ fing Angie an mit lachen.
„Naja, so was in der Art!! Luci, du kennst doch viele Leute, meinst nicht, da lässt sich irgendwie die Nummer von dem rausbekommen??“
Luci lächelte nun auch. „Klar, ich ruf dann an und sag, ja hei hier ist Luci, die, die Paula paar auf de Fresse gehauen hat!!“
„Ach verflixt!!“ nun mussten auch die anderen lachen.
„Aber, wir können es über Natalie versuchen…deren Nummer habe ich, und die hat Paulis!!“ schaltete sich Claudia ein.
„Jetzt macht erstmal langsam, wer weiß, vielleicht ist morgen wieder alles in Ordnung bei denen!!“ stoppte Luci die Mädels in ihrem Bestreben.
„Ok, kann auch sein…was machen wir dann noch??“ fragte Angie.
„Lasst uns bei euch noch bisschen feiern!! Ich bin zu aufgedreht um überhaupt was zu machen!!“ meinte Crazy.

Während die Mädels sich auf dem Weg zu Lucis und Angies Wohnung machten, fuhr ich mit dem Taxi zum Hotel. Dort angekommen ging ich erstmal in die Bar, denn dort regelten Finnen bekanntlich ihre Kopfsachen.
Ich bestellte mir gleich eine Flasche Jägermeister und setzte mich dann in eine Ecke und trank genüsslich den JM.
Immer und immer wieder kamen mir die Worte, die Lauri mir an den Kopf knallte, in den Sinn und ich fragte mich, ob ich wirklich so eine schlechte Freundin bin.
Wenn ich mir so die letzten 3 Monate anschaue, so hatte er nicht ganz Unrecht. Ich hab mehr Schice gebaut, als in den ganzen 24 Jahren davor. Ich habe ihn eigentlich nicht verdient. Gut, er hat damals auch Mist gebaut, doch ich trieb es zu weit!! Je mehr Alkohol ich trank, umso unsachlicher wurde die Argumentation und ich wurde wieder wütend, weil ich nicht einsah, dass wegen der blöden Kuh von Paula so eine Diskussion von Zaun gerissen wurde. Ich bestellte mir die 2. Flasche Jägermeister und der Kellner sah mich fragend an, doch ich lächelte nur und goss mein Glas wieder voll.
Als ich so richtig in meiner Selbstmitleidstour war, holte ich mein Handy raus und überlegte, wen ich mal anrufen könnte, als mir Joonas einfiel. Und genau den rief ich an, mir war egal, wie spät es war.
„Ja“ kam es müde vom anderen Ende.
„Joonas, ich bins Bibbi…ich…hab ich dich geweckt??“
„Naja, sozusagen schon…“ gähnte er „Was gibt’s??“
„Oh…nee, dann lass mal…ich wollte nur mit dir reden!!“ nuschelte ich.
„Na dann, sprich!!“ sagte er nun etwas munterer.
Und ich fing an, ihm alles zu erzählen und als ich endete, war es kurze Zeit still am Ende.
„Joonas??“
„Babe…ich finde…also ganz ehrlich?? Er hat irgendwo recht!!“ sagte er leise „Du machst es ja eigentlich gerade schon wieder!!“
„Was??“ ich fühlte, wie sich in meinem Kopf alles drehte.
„Naja, bevor du mal in Ruhe für dich nachdenkst, rufst du lieber jemanden an, in der Hoffnung, dass es sich von selbst klärt!!“
„Das stimmt nicht…ich hab die ganze Zeit drüber nachgedacht!!“ antwortete ich empört.
„Und, wie viel hast du getrunken??“ fragte er mich sarkastisch. „Bianca, du weißt, dass ich dich liebe und ich finde das nicht fair!!“
„Ich hab nix weiter getrunken…was ist nicht fair??“
„Dass du mich damit belastest!!“ antworte er was mir doch glatt die Sprache verschlug.
„Ich belaste dich??“ fragte ich irritiert und zündete mir nervös eine Zigarette an.
„Nicht wie du jetzt denkst…ach man, wie soll ich das erklären??“ ich spürte, wie er sich die Haare raufte, dass macht er oft.
„Du brauchst es nicht zu erklären, ich habe schon verstanden…sorry, machs gut!!“ ich legte auf, schmiss mein Handy neben mich aufs Sofa und trank noch einen Jägermeister.
Plötzlich baute sich eine Person vor mir auf, und als ich erkannte, wer es ist, war mein erster Gedanke, die leere Flasche Jägermeister zu nehmen und sie der Person über den Schädel zu ziehen.

108. Kapitel

„Was willst du hier??“ frage ich genervt.
„Nanana, wer wird hier den unhöflich werden??“ poltere es mir entgegen und ich zuckte erschrocken zusammen.
„Ich hab dich nicht gebeten zu kommen, also…“ knurrte ich.
„Ich brauche keine Erlaubnis!! Und falls du vergessen hast, ich, als Manager, bin für das Wohl der Jungs verantwortlich!!“ schnauzte mich Matti an.
„Man…und was willst du hier??“
„Ich hatte damals recht gehabt, als ich Lauri sagte, er solle sich lieber von dir trennen, denn du würdest nur Ärger bedeuten!!“ er setzte sich mir gegenüber. „Das nützt dir auch nix!!“ er zeigte auf die Flaschen Jägermeister.
„Was weißt du denn schon??“ antwortete ich frostig.
„Vieles…und ich bin stolz auf Lauri, das er endlich Schluss gemacht hat!!“ grinste er dreckig.
„Er hat nicht…“ fuhr ich auf.
„Also mir hat er was anderes erzählt!!“ nun lachte er wirklich dreckig.
Ich schaute ihn an und in mir zog sich alles zusammen.
„Nein…er hat nicht Schuss gemacht!!“ flüsterte ich.
„Na, sind wir nun klein mit Hut oder was?? Er hat sich richtig entschieden, jemand wie dich braucht er nicht an seiner Seite, lieber jemanden wie Paula!!“ er verzog seinen Mund und ich folgte meinem Impuls und kippte ihn meinen Jägermeister über den feinen, weißen Zwirn, den er heute trug.
„Das hast du nicht für umsonst gemacht!!“ knurrte er, stand auf, warf mir noch einen bösen Blick zu und verließ die Bar.
In mir sackte alles zusammen. Es war aus, für ihn war es also endgültig aus!!
Ich kippte die 2. Flasche Jägermeister auch noch hinter, diesesmal trank ich gleich aus der Flasche.

So fand mich dann Natalie und erschrak total.
„Bibbi, was machst du hier?? Bist du wahnsinnig?“ sie zog mich mit sich fort, da ich nicht mehr gerade stehen konnte und schaffte mich ins Zimmer.
Dort setzte sie mich auf den Sessel und schaute mich wütend an.
„Was soll das?? Anstatt dich vollaufen zu lassen, solltest du dir mal langsam klar darüber werden, was aus euch beiden werden soll!!“ fuhr sie mich an. Ich lachte trocken auf. “Wasch ausch unsch…*hihihi* werden scholl?? Nüscht, esch isch ja schlusch, Laschi…nee, Lauschi…ach verdammt…“ ich hatte echte Kommunikationsprobleme.
„Du meinst Lauri…was hat denn Lauri??“ fragte sie mich unbarmherzig.
„Laurrrri hat jetzsch Paula!!“ sagte ich und torkelte zum Fenster.
„Was hat der?? Geht’s noch?? Er ist nach wie vor mit dir zusammen!!“
„Hat aber Matti geschagt!!“ nuschelte ich.
„Matti?? Wann??“
„Kurzsch bevor du kamscht…*hihihi* hat jetzt Jäschermeischtärfläckön auf scheinem Anschug…“ kicherte ich.
„Bianca, was ist passiert??“ sie sah mir in die Augen, doch ich kicherte nur weiter.
„Wasch paschiert isch?? Frag doch Lauri…für ihn isch Schlusch…hat er ja a Matti erschält…“ nun traten mir die Tränen in die Augen.
„Er hat was??“ rief sie, zog ihr Handy raus und rief jemanden an. Ich drehte mich zurück zum Fenster und mein Blick blieb am Engel hängen. Stolz und Golden reckte er empor.
„Pauli…Lauri hat gesagt es sei Schluss!!“ schrie Natalie auf einmal in das Handy und ich mit tat der Gitarist leid, sein Ohr würde wohl morgen wehtun… „Hmm, und was ist das mit Paula??“ fragte sie dann etwas leiser nach… „Was erzählt Matti dann für ne Scheiße…man, die sitz hier, total hacke und heult und das Gleiche macht Lauri bei euch??“ nun musste sie doch etwas lächeln… „Na gut, dann heult er eben nicht…aber ungenießbar ist er, stimmts??“…“Oh! Is nicht dein Ernst??“…sie legte kurz die Hand auf den Hörer.
„Er hat deine Kette aufgehoben und trägt sie nun selber!!“ informierte sie mich, doch ich reagierte nicht.
„Also…sie schaut gerade den Engel an…warte mal…“ -
„wo willst du denn jetzt noch hin??“
„Zum Engel!!“ sagte ich und wankte zur Tür.
„Scheiße…Pauli, ich ruf dann nochmal an…die haut ab!! Ich liebe dich, bis später!!“ se legte schnell auf und kam mir hinterher.
„Sach mal, geht’s noch?? Du bist total hacke, geh zurück!!“ schrie sie mich an und ich hob meine Hand und zeigte ihr den Mittelfinger.
„Leck mich…“ war meine Antwort, die sie wohl sehr erstaunte, denn sie blieb perplex stehen.
Forschen Schrittes ging ich weiter, auch wenn ich nicht wusste, wohin genau ich laufen musste, doch dieser komische Engel war ausgeschildert.
„Kannst du des ned morgen machen??“ fragte mich Natalie, als sie wieder neben mir lief.
„Nö, da fliege isch ja nach Nürnbersch…auscherdem, Scheitsiing bei Nacht hat doch wasch!! Gugg dir die viele Leute an…mir gefälltsch hier!!“
„Du bist hacke und solltest langsam mal schlafen!! Lass uns zurückgehen!“ forderte sie mich auf, doch ich schüttelte trotzig den Kopf. Entnervt gab sie sich geschlagen und trottete neben mir her.
„Ach ja…Lauri hat das nie gesagt!! Er hat nur zu Matti gesagt, dass ihr euch gestritten habt, mehr nicht!!“
„Und wasch faschelt dann Matti von wegen Paula und scho??“ ich sah sie traurig an „Dasch wird er sich ja wohl ned scho einfach mal auschgedacht haben??“
„Naja…“ nun wusste sie keine Antwort mehr.
„Scho schön…stolz und doch…“ sagte ich, als ich unter dem Engel stand. Ich setzte mich hin, mir war egal, ob ich mir nen kalten Hintern holte.
„Was redest du da??“
„Der Engel…ach man…bin ich wirklich so schlimm, wie Lauri sagt??“ fragte ich Natalie leise.
„Ich weiß es nicht…aber so, wie du im Moment bist, kenne ich dich auch nicht!!“ sie setzte sich neben mich.
„Verdammt, ich liebe ihn…aber ich weiß jetzt echt nicht, was ich machen soll!!“
„Hmm…am Besten, wir gehen zurück, du schläfst dich aus und dann können wir ja immer noch überlegen!!“ meinte sie.
„Ich will ihn nicht verlieren…ich will, dass wir beide glücklich sind!!“ weinte ich und Natalie nahm mich in den Arm.
„Komm jetzt!! Das bringt dir jetzt auch nix, hier sitzen und heulen!!“ sie zog mich hoch und wir liefen zurück zum Hotel, wo ich mich, nachdem ich im Bad war, ins Bett legte.

109. Kapitel

Mit einem schlimmen Kater, zugeschwollenen Augen und am ganzen Körper zitternd, wachte ich am nächsten Morgen auf.
„Oh mein Gott!“ stöhnte ich, als ich mich erhob, und der Schmerz in meinem Kopf zunahm.
„Selber Schuld!!“ kicherte Natalie neben mir und sprang freudestrahlend aus dem Bett. „Hätteste ned soviel gesoffen!!“
„Witzig, witzig, witzig!!“ ich sah sie wütend an und ging ins Bad.
Als ich unter der Dusche stand und mich einseifte, bemerkte ich, dass mir meine Kette abhanden gekommen ist. Erst erschrak ich total, doch dann viel es mir wieder ein. Ich hatte sie ja Lauri vor die Füße geschmissen, als ich mich, trotzig wie ein Kleinkind, aufführen musste, nur weil er mal mir seine Meinung gesagt hatte. Schluchzend sank ich auf den Boden, ließ mich vom Wasser berieseln und meinen Tränen freien Lauf. Es tat verdammt weh...
Nachdem ich mich wieder etwas gefasst hatte, duschte ich zu ende, zog mir meinen Bademantel über und ging zurück ins Zimmer.
„Man, bist du eingeschlafen??“ fragte mich Natalie, doch nach einem Blick in mein Gesicht, entschuldigte sie sich sofort. „Ach Süße... tut mir leid!!“
„Schon ok...“ schniefte ich, setzte mich aufs Bett und schaltete den Fernseher an.
„Das wird schon wieder bei euch!! Wenn es dich beruhigt, Lauri geht es auch nicht viel besser!!“ sagte sie, während sie ihre Sachen nahm und ins Bad verschwand.
Ich ließ mich nach hinten fallen, rollte mich zusammen und kuschelte mich an ein Kissen und dachte an meine große Liebe. Die Tränen rannen wieder über mein Gesicht, doch ich wusste auch nicht, was ich hätte machen sollen. Ich war nicht verletzt, sondern wütend, wütend auf mich, dass ich durch mein Handeln diese Beziehung zerstört habe.
Als Natalie aus dem Bad kam, lag ich noch immer im Bademantel bekleidet auf dem Bett und weinte.
„Jetzt zieh dich mal an, unser Flug geht in anderthalb Stunden!!“ sie zog mich auf die Beine „Es bringt dir auch nix, wenn du krank wirst!!“
Lustlos holte ich mir Kleidung aus meinem Koffer, ging noch mal kurz ins Bad uns schminkte mich, bevor ich alles in meinen Koffer schmiss.
Danach räumten wir noch etwas auf und gaben dann das Zimmer wieder ab.
Mit unseren Koffern beladen, warteten wir vor dem Hotel auf unser Taxi, welches uns zum Flughafen bringen sollte.
Dort checkten wir ein und gingen dann noch einen Kaffee trinken, da wir ja kein Frühstück hatten.

Wir saßen gerade scheen in einer Nische und ich nippte an meiner Tasse Kaffee, als ich neben uns Gekicher wahrnahm. Leicht drehte ich den kopf und erkannte 3 Girls, nicht älter als 14, die mich neugierig musterten.
„Is was??“ fragte ich sie unfreundlich, und sie zogen ihre Köpfe erschrocken ein. Dann trat eines der Mädels vor, sah mich kurz an und zog ihre Nase kraus.
„Wir wollten mal fragen, ob du gestern auch auf dem TR-Konzert warst. Du siehst aus, wie das eine Mädel, welches sich mit dieser Frau vom Merchandising-Stand gestritten hat. Bist du es??“
Natalie rollte genervt die Augen, während ich noch einen Schluck Kaffee trank, bevor ich antwortete.
„Ja, das bin ich, warum??“
„Naja, du hast doch gestern noch finnisch gesprochen... ähm... und... naja, bist du aus Finnland??“ die Kleine bekam einen roten Kopf und sah sich schüchtern um.
„Ja ich bin aus Finnland, aber warum fragst du??“ ich verstand den Zweck ihrer Fragen nicht.
„Kennst du die Jungs von TR??“ aha, daher weht der Wind.
„Kann man so sagen!!“ lächelte ich nun, und auch Natalie konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
„Bist du Lauris Freundin??“ platze da eines der anderen Mädchen in diese Unterhaltung.
„Ähm... warum?? Wie kommt ihr darauf??“
„Naja... du standest hinter der Bühne mit ihr...“ sie deutete auf Natalie „und da dürfen doch nur Freunde und Mitarbeiter hin!!“ dem Mädchen standen die Tränen in den Augen.
Ich blickte Natalie an, doch diese schüttelte kaum merklich den Kopf.
„Wir haben ein Meet and Greet gewonnen mit den Jungs!!“ sagte ich daraufhin.
Mit großen Augen sahen uns die Mädels an und ihre Wangen wurden rot.
„Echt?? Und wie sind die so?? Wie sieht es in der Garderobe aus, und haben sie irgendwas Privates verraten??“ aufgeregt stellten uns die Mädels diese Fragen.
*Arme Jungs, jetzt kann ich Lauri auch verstehen... ich kann sogar Matti irgendwo verstehen!!*
„Nee, haben nix verraten. Haben auch nur kurz mit ihnen reden können, waren ja nicht die Einzigen. Aber die Garderobe sieht normal aus, also Sofas, ein Tisch und so halt. Wie sie so sind... waren schon nett, aber woher soll ich wissen, wie sie wirklich sind!!“
„Cool, aber warum standet ihr hinter der Bühne und ned wie alle davor??“ hakte eines der Girls nach.
„Ähm... ja... Natalie musste auf die Toilette und dann haben wir uns verlaufen!!“ mir fiel nix Besseres ein.
„Cool... habt ihr auch Autogramme und so??“ jetzt grinsten sie und mir war es, als müsste ich der Kleinen den Hals umdrehen.
„Ja, aber die sind alle im Koffer!!“ mischte sich nun auch Natalie ein und kurz darauf verließen uns auch die Mädels.
„Puh... wenn das immer so ist, dann tun sie mir leid!!“ stöhnte ich auf.
„So wie Pauli sagte, ist es sogar manchmal noch schlimmer!! Die kommen auch mal locker in die Hotelzimmer oder so!! Die schrecken vor nix zurück!!“ erzählte sie und ich sah sie erstaunt an. Bei uns in Finnland ist das nicht so schlimm.
„Oh!!“ als ich auf die Uhr sah, merkte ich, dass wir in 15 Minuten abfliegen würden und trank schnell, meinen nun kalten Kaffee aus. Dann gingen wir zum Terminal, wo wir überprüft wurden und dann stiegen wir in den Flieger.

110. Kapitel

Dieses Mal hatte Natalie den Fensterplatz, doch da ihr immer schlecht wurde, tauschten wir. Ich beobachtete das treiben auf dem Rollfeld und als es dann endlich losging, schloss ich kurz die Augen. Was sich innerhalb eines Tages doch alles so ändern kann!! Ich blickte wieder hinaus, sah noch mal auf die Stadt Berlin und seufzte auf.
„Alles klar?? Mach dir mal nicht so viele Gedanken!! Lass ihn erst mal die Tour zu Ende bringen und dann klärt ihr das in Ruhe!!“ sie strich mir sanft über die Wange und ich sah sie mit tränenverhangenem Blick an.
„Es tut nur so weh!! Er hat ja Recht, aber...“ ich blickte wieder hinaus, denn der Kloß in meinem Hals war zu groß.

Nach 2 Stunden Flug kamen wir in Nürnberg an und nachdem wir endlich alles erledigt hatten, konnten wir zum Ausgang gehen. Dort standen Saby und Daffy, die uns abholen kamen.
„Hallo meine Süße... ich freu mich so, dass du da bist!! Wie geht es dir??“ wurde ich von Saby stürmisch begrüßt und geknuddelt.
„Hei...lass mich ganz!!“ lachte ich und wandte mich ihrem Begleiter zu.
„Hei, ich bin Bianca! Du bist dann wohl Daffy?? Freut mich, dich kennen zu lernen!“ ich hielt ihm die hand hin und er drückte sie sanft.
„Hallo... ja, freue mich auch. Habe ja schon soviel von dir gehört!!“ auch er lächelte mich sanft an.
Natalie und Saby umarmten sich und Natalie fragte, ob sie eventuell bei sich abgesetzt werden könnte.
„Klar, kein Problem... los, lasst uns hier keine Wurzeln schlagen!!“
wir liefen zu dem Auto von Daffy und fuhren durch Nürnberg. Ich war froh wieder hier zu sein, und ich freute mich auch darauf, wieder Bekannte zu treffen und Energie zu tanken.
Kurz hielten wir an, um Natalie bei sich rauszulassen und ich musste grinsen, als ich meine alte Wohnstätte sah. Es hat sich wirklich nix verändert. Danach fuhren wir zu Saby und ich verliebte mich sofort in ihre Wohnung.
Sie war hell, geräumig und farblich ineinander abgestimmt. Sie zeigte mir mein Zimmer für die nächsten 12 Tage und ich stellte fix den Koffer ab. Dann gingen wir in die Küche und tranken erst mal einen Cappuccino und erzählten.
„Und, wie sehen denn nun eure Pläne aus mit Irland??“ fragte ich die Beiden und sie grinsten mich an.
„Nächstes Frühjahr fliegen wir für 2 Wochen hin!! Ich freu mich schon!! Und im Herbst fliegen wir noch für 2 Wochen nach Indien!!“ strahlte Sabrina, während Daffy leicht sein Gesicht verzog. Ich musste lachen.
„Das is ja cool... ich weiß noch nicht, wie ich nächstes Jahr Urlaub habe. Und ob ich…egal!!“ ich brach ab, als mir einfiel, dass ich nicht wusste, ob ich denn noch mit Lauri zusammen bin oder nicht.
„Was ist??“ frage Saby nach und Daffy verdrückte sich, weil er merkte, dass dies ein Weibergespräch werden würde.
„Ach weißt du…ich habe Scheiße gebaut, auf gut deutsch gesagt!!“ und ich erzählte ihr alles, alles was seid ihrem Besuch in Helle passiert ist. Als ich endete, sah sich mich einerseits entsetzt, traurig aber auch vorwurfsvoll an.
„Was??“
„Na, das was du mir erzählst, klingt wie ne schlechte Soap!! Und überhaupt nicht nach dir!!“ sie seufzte „ich erinnere mich noch daran, wie schlimm es war, als Danny schlussmachte wegen seinen Eltern!!“ sie stand auf und goss uns noch etwas Cappuccino in die Tassen.
„Naja, was hat das nun mit Lauri zu tun??“
„Damals hast du aber geschworen, alles für eine gut funktionierende Beziehung zu tun, aber kaum bist du wieder in Helle, ist das alles für die Katze!! Oder ist das alles nur Show und du rächst dich so an Lauri??“

111. Kapitel

„Ob ich mich an ihm rächen will??“ ich sah sie entsetzt an „Sag mal, hast du sie noch alle??“ ich stand empört auf.
„Naja…sorry, aber diese Seite musste man ja auch mal in Betracht ziehen, wenn du dich so dämlich anstellst!!“ klärte mich Saby dann auf. „und nun setzt dich wieder!!“
„Also…wenn ich eines nicht – besser gesagt NIE – vorhatte, dann mich an Lauri zu rächen!! Ich wollte mich ja noch nichemal mehr in ihn verlieben!!“ ich sah sie vorwurfsvoll an und merkte, dass mir wieder die Tränen in die Augen traten.
„Und, was willste jetzt tun??“ frage sie mich, nachdem ich mich abreagiert hatte.
„Öhm…nix??“ ich sah sie an „Ich werde meinen Urlaub genießen, soweit es möglich ist und dann wieder heimfliegen!!“ überlegte ich laut, als ich auch schon eine Zigarettenschachtel am Kopf hatte.
„Was soll das??“ ich sah sie irritiert an.
„Das ist jetzt nicht dein Ernst??“ sie sah mich böse an „Wenn du ihn liebst, überlegst du dir lieber etwa, wie du das zwischen euch bereinigen kannst!!“
„Püh…“ sagte ich trotzig und zündete mir eine Zigarette an.
„Also weißte was?? Für mich klingt das mittlerweile so, als hättest du damit schon abgeschossen!!“ schimpfte sie dann mit mir.
„Naja…ist doch so!! ich habe nicht zu Matti gesagt, dass Schluss ist, das war der werte Herr Ylönen selbst!!“ brach es aus mir hervor. „Und…ach Paska!! Ich hab doch auch keine Ahnung, was ich machen soll!!“ schniefte ich dann.
Schweigend saßen wir uns gegenüber und jeder hing seinen Gedanken nach, als Saby aufstand und den Wasserkocher betätigte.
„Ich habe leider auch keine Ahnung, was du machen könntest. Aber dies ist definitiv der falsche Weg!!“ meinte sie dann. „hast du wenigstens nochmal mit ihm gesprochen??“
Ich musste anfangen mit lachen. „Wann denn?? Als ich die 2. Flasche Jägermeister innehatte?? Weißt was dann passiert wäre?? Ich hätte ihm sonst was gesagt!!“
„Tztztztz…“
„Lass uns lieber von was Anderem reden, ansonsten drehe ich hier noch Kreise.“ Bat ich sie.
„Ok, du musst selber wissen, was dir wichtig ist!!“ seufzte sie resigniert.
Wir redeten noch bisschen über die alten Zeiten, als auch Daffy wieder in die Küche kam und sich zu uns gesellte.
„Und, was machen wir heute noch so??“ fragte er uns.
„Lasst uns zum Italiener gehen, da war ich schon lange nicht mehr!!“ schlug ich vor und beide nickten.

Abends gingen wir dann zu unserem Lieblingsitaliener, der sich freute, mich mal wieder zusehen und uns gleich mal eine Flasche Rotwein spendierte.
Wir saßen in einer gemütlichen kleinen Ecke und redeten, während wir auf unsere Bestellungen warteten.
„Sag mal Bibbi, Saby hat erzählt, du hast auch einen Freund??“ richtete Daffy das Wort unverwandt an mich.
„Ja, ich hatte ist wohl die bessere Version!!“ sagte ich leise und nippte an meinem Glas.
Als unser essen kam, war es einige zeit recht leise, außer ab und an eine Bemerkung zum Essen, sprach keiner ein Wort. Ich dachte die ganze Zeit an Lauri, und warum es so gekommen ist, doch so recht wollte sich mir kein Ergebnis offenbaren.
„Bianca??“
Ich zuckte erschrocken zusammen, als ich auf einmal meinen Namen hörte und noch mehr, als ich aufblickte.
„Danny??“
„Ja, ich bins, was machst du denn hier?? Ich dachte, du bist in Finnland??“
„Hmm…bin ich eigentlich auch, doch ich hab zurzeit Urlaub.“ Nuschelte ich leise, denn ich musste den Schock erstmal verdauen.
„Cool…darf ich??“ fragte er, und setzte sich neben uns. Saby warf mir einen bösen Blick zu, doch ich ignorierte sie, was soll denn schu passieren?? Er ist schließlich nur mein Exfreund.

112. Kapitel

„Man, dass ich dich hier treffe!! Dachte du bist in Finnland??“ er lächelte mich charmant an „Was machst du so??“
„Ja, ich freu mich auch, dich zu sehen!!“ lächelte auch ich, wobei mir Saby gegen das Schienbein trat. „Ich mache nicht viel, arbeiten, feiern und solche Sachen halt!! Und du??“ er lehnte sich galant zurück und wieder mal war ich von seinen grau-blauen gebannt.
„Ich arbeite bei BMW in München, aber da meine Schwester heiraten will, bin ich diese und Woche hier.“ Grinste er mich an, während Saby ihre Nase rümpfte und Daffy fragend in die Runde schaute.
„Nein!! Is nicht dein Ernst!! Janine heiratet?? Wenn denn??“ frage ich ihn neugierig.
„Na ihren langjährigen Freund Maik. Das die es so lange miteinander aushalten hätte auch keiner gedacht!!“ er schmunzelte mich an „aber ich muss mal wieder vor zu meinen Kollegen!! Vielleicht sehen wir uns ja nochmal, bevor du zurückfliegst??“ er küsste mir sanft die Wange und verschwand. Neben mir fing Saby an mit schnauben, was mich veranlasste, mich ihr lachend zuzuwenden.
„Was denn jetzt schu wieder?? Außerdem hat es wehgetan!!“
„Ich kann den nun mal nicht ab!!“ stöhnte sie „Und das sollte auch weh tun!!“
„Kann mir mal wer sagen, wer das grad war?? Und warum kannst du den ned leiden??“ fragte Daffy seine Freundin. Saby erklärte ihm in kurzen Sätzen, wer Danny war und warum sie ihn nicht leiden kann. Danach sah Daffy mich kurz an, dann wieder seine Freundin um dann seinen Kopp zu schütteln.
„Nee oder?? Nur weil seine Ellies dagegen waren??“ frage er uns dann ungläubig, was mir einen Stich versetzte, als ich an damals erinnert wurde.
„Naja, ist ja jetzt auch Schnee von gestern!! Also, warum sich jetzt den Kopp darüber zerbrechen??“ blockte ich das Thema ab und trank meinen Wein aus. Saby und Daffy taten es mir gleich und danach bezahlten wir das Essen und verließen das Lokal. Als ich an dem Tisch von Danny und seinen Kumpels vorbeikam, zwinkerte dieser mir zu, als ich ihn nochmal zum Abschied grüßte.

°°Was solln das jetzt??°° dachte ich mir und trat dann vor die Türe.
„Woooooooooow is das kalt!!“ ich mummelte mich in meinen Mantel.
„Brr…was für ein hässlicher Wind!!“ stellte ich erschrocken fest.
„Das sagt die, die im hohen Norden wohnt, wo es locker mal minus 30 Grad wird!!“ lachte Saby, hakte sich bei Daffy und mir unter und zusammen liefen wir entlang der Pegnitz durch Nürnbergs Altstadt nach Hause.
„Was ist jetzt eigentlich mit Lauri?? Wirst du dich nochmal bei ihm melden??“ frage mich Saby leise, als wir auf dem Marktplatz ankamen und diesen überquerten.
„Hmm…ich weiß es nicht so genau. Heute jedenfalls nicht mehr.“ Nuschelte ich in meinen Schal. „Und morgen hat er ja wieder ein Konzert, da will ich ihn auch nicht nerven!!“ seufzte ich leise auf.
„Ok…“ war die einzigste Antwort, die Saby darauf wusste.
Als wir bei den Beiden zu Hause ankamen, verzog ich mich mit einer gemurmelten Entschuldigung in das Zimmer zurück und setzte mich auf das Bett. Traurig dachte ich an all die lustigen Momente mit Lauri, wie z. B. der, als wir auf Bettsuche für Aki waren und so ziemlich jedes Möbelhaus abklapperten. In jedem der Einrichtungshäuser probierten wir die Betten indem wir uns drauffallen ließen, und sobald jemand in Sichtweite kam, standen wir auf und verzogen uns in eine andere Ecke.
Ein leichtes Lächeln umspielte meine Lippen und während ich so dasaß und an ‚damals’ dachte, schaltete ich den Fernseher an. Auf MTV lief gerade Within Temptation mit ‚Memories’.
°°Passt ja…°° dachte ich mir säuerlich, doch als das Lied endete, viel mir plötzlich ein, wie ich es angehen musste, um noch einmal mit Lauri über die ganze Situation reden zu können.

113. Kapitel

Doch bevor ich alles genau planen konnte, musste ich schlafen und mich mit einigen Leuten in Verbindung setzen.
Kurz ging ich ins Bad, machte mich für die Nacht fertig und legte mich dann ins Bett, wobei mir mehr Möglichkeiten und Vorschläge für meinen Plan einfielen. So langsam manifestierte sich eine Idee in meinem Kopf, doch ich wollte diesen Schritt richtig planen, so dass ich mich zwang einzuschlafen. Dies gelang mir nach einigen Minuten und ich schlief traumlos bis zum nächsten Mittag.
Als ich aus dem Zimmer trat, war ich überrascht, dass Saby alleine war.
„Morgen…wo issn Daffy??“ fragte ich sie verschlafen.
„Er muss leider arbeiten!!“ sie stellte mir einen Kaffe vor die Nase und richtete das Frühstück her.
„Oh…naja, aber dann kann ich wenigstens mit dir in Ruhe über meine Idee reden!!“ zwinkerte ich ihr zu, bevor ich mir ein Brötchen schnappte und es mit Marmelade beschmierte.
„Also, was ist!!!“ fragte sie mich dann neugierig.
„Weißt du noch, wie das Hotel heißt, in dem Christiane jetzt als Sportmanagerin arbeitet!!“
„Öhm ja, Wellness Hotel Engel in Welschnofen oder so. Warum??“ sie sah mich gespannt an.
„Hmm, ganz einfach, ich werde ihn, wenn er fertig is mit seiner Tour einfach auf eine Woche Wellness einladen!! Und da können wir dann in Ruhe miteinander reden!!“ ich grinste sie schief an, denn ich fand diese Idee gut.
„Hmm…aber kannst da nicht irgendwo anders mit ihm hinfahren?? Ich meine, dort hast du ja wieder jemanden, den du kennst und wohin du dich zurückziehen kannst!! Du solltest versuchen, ganz alleine mit ihm zu sein!!“ riet sie mir.
„Toll, und was ist, wenns nix wird?? Dann sitz ich mit dem eine Woche irgendwo rum und wir schweigen uns gegenseitig an??“ brauste ich kurz auf, bevor ich meinen Kaffee trank.
„Und wenn du ihn gleich mal anrufst?? Ich meine, je eher das Thema aus der Welt ist, umso besser, oder nicht??“ frage sie mich und ich zuckte nur mit den Schultern.
„Nö, jetzt nicht!!“ kam der Trotzkopf in mir wieder durch.
„Weib, entweder…ach vergiss es!!“ entfuhr es Sabrina völlig genervt und sie stand auf. Ich blieb noch sitzen, denn ich wusste nicht, was ich jetzt schon wieder falsch gemacht haben sollte, als mein Handy klingelte.
„Viitaniemi??“
„Bibbi, ich bins, Hannah!!“
„Öhm…hei, was gibt’s??“ frage ich sie verwundert.
„Naja…ich häng mich sonst nirgends rein, aber…verdammt!! Weißt du, wie weh du meinem Bruder tust??“ fragte sie mich ziemlich wütend.
„Bitte?? Ich versteh grad nur Bahnhof!!“
„Was hast du denn Matti für einen Scheiß erzählt?? Mein Gott, der Kleine is völlig durch den Wind!!“ fuhr sie mich an.
„Hä?? Ich habe keinem was erzählt, das war Lauri selbst, der gesagt hat, dass Schluss ist!!“ empörte ich mich.
„Und Lauri hat mir gesagt, dass Matti…na jetzt wird mir einiges klar!! Matti wollte ja von Anfang an nicht, das Lauri ne Freundin hat!!“ sprach sie weiter.
„Ja und was is nun mit Lauri??“ fragte ich sie, weil ich mir Sorgen machte.
„Na, der denkt, dass Schluss is bei euch und ist ziemlich fertig!!“ seufzte sie. „Könnt ihr nicht eine normale Beziehung führen, wie andere Leute auch??“
Ich musste wider Willen lachen, denn was ist schon normal??
„Nee, ich glaube das bekommen wir ned hin!! Aber es ist gut zu wissen, dass Matti versucht uns auseinander zubringen...ich kann nämlich auch anders!!“
„He, mach keenen Mist!! Er ist zwar ein Arsch, aber die Jungs haben ihm viel zu verdanken!! Rede lieber erstmal mit Lauri in Ruhe!! Ruf ihn am Besten gleich mal an…“ meinte sie und wünschte mir dann noch einen schönen Tag. Ich legte ebenfalls auf du starrte dann erstmal aus dem Fenster.
°°Wollte ich das eigentlich noch??°° fragte ich mich selbst im Geiste.


114. Kapitel

°°Verdammt, ja ich will den ganzen Scheiß noch!! Ich will ihn und verdammt nochmal, ich werde alles dafür tun!!°°
Ich nahm mein Telefon, rief Luci an, ob sie wüsste, wie ich am Schnellsten nach Warschau kommen könnte, und ob sie mich den begleiten würde, weil ich ihr in der Hinsicht vertraute.
Diese fiel erstmal aus allen Wolken, als ich ihr erzähle, was Hannah mir erzählt hatte und sagte mir sofort zu. Ich legte nach einem kurzen „Danke“ auf und ging zu Saby.
„Maus, ich mach nach Warschau!!“ sagte ich ihr, als ich auch schon das Telefonbuch in der Hand hatte.
„Warschau?? Was willste denn dort??“ fragte sie mich überrascht.
„Naja, ich kläre das jetzt, bzw. nachher mit Lauri, ich muss nur noch schnell beim Flughafen anrufen.“ Ich suchte die Nummer und nahm dann mein Handy.
„Warte, ruf vom Festnetz aus an, is billiger! Aber, kommst du wieder??“ sie sah mich traurig an, doch ich hob nur schnell die Hand um mich der Dame am andern Ende zu widmen.
„Ja, schönen guten Tag, ich hätte gerne einen Flug nach Warschau gebucht…heute noch…in 3 Stunden geht einer?? Das ist gut…ja, reservieren sie es bitte für Bianca Viitaniemi…danke…ja, ich werde pünktlich da sein!“ ich legte auf und setzte mich zu Saby.
„Ich weiß noch nicht, was danach sein wird!! Nur ich will das nicht länger hinauszögern, ich möchte das geklärt haben!!“
„Wie kommt es denn??“ leicht sauer fragte sie mich das.
„Naja…Hannah hat angerufen…und naja…verdammt, du hast dich doch gestern noch darüber aufgeregt, dass ich mich bei ihm melden soll!!“
„Naja, zwischen melden und hinfliegen besteht ein kleiner, aber feiner Unterschied!!“
„Ja und, so sehe ich aber, ob er mir ne Geschichte erzählt, oder ned!! Es wird wieder gut werden!! Und danach komme ich zu dir zurück!!“
„Ok…man, ich hoffe nur du hast recht!!“ sie drückte mich sanft, während ich mir für 2 Tage frische Sachen einpackte.
„Hmm…who knows?? Wird ich wohl alles vor Ort erfahren!!“ ich lächelte ihr aufmunternd zu, obwohl es mir selber mehr als komisch zumute war.
Als es dann endlich Zeit war, zum Flughafen zu fahren, gingen wir runter, packten die kleine Tasche in den Kofferraum und fuhren durch Nürnbergs ‚wenigen’ Verkehr. Wir kamen aber gut eine halbe Stunde vor Abflug an, holten mein Ticket und setzten uns dann noch in die Wartehalle.
“Hast du dir das auch gut überlegt??“ frage mich Saby nochmal beunruhigt.
„Ich glaube, seit ich in Finnland bin, habe ich überhaupt nicht mehr logisch denken können!!“ lachte ich trocken auf „Aber ich mach jetzt auch keinen Rückzieher!! Ich sollte nur nochmal Natalie anrufen, damit ich weiß, wohin ich muss.“
Kurz darauf wurde auch schon zum Abflug aufgerufen, ich drückte Saby nochmal ganz kurz, die schu etwas resignierte und ging dann schweren Schrittes zum Flugzeug.

115. Kapitel

Als ich in Warschau ankam, musste ich mich erstmal durch eine große Menschenmenge schieben, bevor ich an unserem vereinbarten Treffpunkt ankam. Luci stand bereits da und als ich sie fragte, wie das so schnell ging, lachte sie leise auf.
„Naja, Berlin is ja nun a ned so weit wech von Warschau, da is man schneller da!!“
„Hmm, stimmt auch wieder!!“
„So, und nun erzählt mal, wie du dir das gedacht hast?? Ich meine, es ist nicht nur einfach mal mit nach Polen fliegen und dann mit ihm reden geklärt!! Was für einen Plan hast du??“ frage sie mich, während wir zum Taxistand gingen.
„Wir fahren erstmal ins Hotel der Jungs, Natalie hat mir gesagt wo sie sind. Ja und dann, hmm…gute Frage. Werde ich dann vor Ort entscheiden!!“
„Also hast du nicht wirklich einen Plan??“ meinte sie stirnrunzelnd.
„Nee, aber was soll ich hier auch planen?? Ich kann ja schlecht Lauri anrufen und sagen, dass ich jetzt vor seinem Hotel stehe…“ich brach abrupt ab, als ich das Bild, welches sich vor meinen Augen abspielte realisierte.
Da küsste doch Lauri tatsächlich Paula!! Und das nicht gerade auf platonischer Basis. Ich sah Luci an, diese sah mich an und all meine Hoffnungen, dass mit Lauri noch zu klären, gingen soeben flöten.

„Voi Paska!!“ hörte ich auf einmal Luci rufen und das brachte mich zurück.
„Du gottverdammtes Arschloch!! Du gottverdammter, hirnverbrannter Trottel, es is immer wieder schön zu sehen, wie sehr ich dir doch bedeute!! Hannah staucht mich am Telefon zusammen, von wegen, wie weh ich dir tue, und du hast nix anderes zu tun, als die nächstbeste Schlampe zu küssen??“ ich holte aus und meine Hand traf seine Wange mit voller Wucht.
„Bianca…Babe…ich…“ erschrocken sah Lauri mich an, Aki, der ins Foyer kam, verzog sich dezent und ich stand nun mit Luci, Paula und Lauri im Foyer des Hotels, wo uns einige Gäste schon beobachteten.
„Ich geh mal Zimmer reservieren!!“ nuschelte Luci und verzog sich ebenfalls.
„Babe…höre mir zu…ich…sie…“ fing Lauri an, doch ich unterbrach ihn mit einem eiskalten Blick.
„Spar dir deine Worte Lauri, es ist doch mehr als deutlich!!“ ich weiß nicht, woher ich diese Ruhe nahm, doch sie zeigte Wirkung. Lauri wurde immer blasser und Paula versuchte sich auch zu entfernen.
„Du Bitch…kannst ruhig hier bleiben, dass geht dich ja genauso was an!!“ fuhr ich sie an, so dass sie erstaunt stehen blieb.
„Warum??“ frage sie mich noch, und ich hätte ihr so gerne eine gescheuert, doch ich wusste nicht, ob es hier Paparazzi gab. Also schaute ich sie nur vernichtend an und wandte mich wieder Lauri zu.
„Babe…ich hab sie nicht…sie hat mich…und Aki…ich…ich liebe dich doch!!“ stotterte er, und brach dann verzweifelt ab.
„Lauri, ich bin hierher geflogen, um das mit dir zu bereinigen und du hast nix anderes zu tun, als dich mit irgendwelchen Schlampen rumzubeißen?? Man, hätte ich nur nicht Hannah geglaubt!! Nun bin ich ja wohl die, die sich hier zum Affen macht!!“
„Nein…es stimmt, was Hannah erzählt hat!! Es ist wirklich so, wie ich es sagte: ich wollte gerade an der Rezeption nach der Post fragen, als sie mich umarmte und mir einen Kuss aufdrückte. Du bist gerade eben in diesem Moment gekommen…bitte, glaub mir!!“ er nahm meine Hand und sah mich bittend an.
“Sorry Lauri, ich kann nicht…du kannst mir soviel erzählen!! Dass sie so ist, könnte ich mir schon denken, trotzdem…“ ich spürte, dass mir die Tränen kamen und wandte mich an Luci, die soeben zurückkam.
„Ok, ich hab unser Zimmer…lass uns erstmal hochgehen, ich glaub, wir haben schon zuviel Aufsehen erregt!!“ redete sie beruhigend auf uns ein und ich nickte mechanisch. Mir war alles egal, ich wäre am Liebsten nach Hause geflogen.
„Welches Zimmer habt ihr??“ hilflos sah uns Lauri an, doch ich schüttelte den Kopf.
„Lass gut sein, morgen fliege ich zurück nach Nürnberg und dann…“ traurig sah ich ihn an und ging dann Luci hinterher.
„Bianca…Babe…bitte!!“ Lauri schluchzte leise auf, doch ich konnte nicht mehr.
Als wir zum Fahrstuhl gingen, kam mir Eero entgegen, der lächelte erfreut auf, doch als er mein Gesicht sah, wusste er, das was passiert war.
„Hei Bianca…“ er drückte mich, gab Luci die Hand „was ist los Kleine??“
„Eero, is ok…geh lieber zu Lauri, der braucht dich jetzt mehr!!“ seufzte ich leise du stieg dann in den Fahrstuhl.
Zusammen fuhr ich mit Luci in unser Zimmer, stellte die Sachen in eine Ecke und setzte mich dann auf einen Sessel.
„Und was wird jetzt??“ fragte mich Lucie sanft, was mir die Tränen endgültig in die Augen trieb.
„Jetzt weiß ich es auch nicht mehr!! Ich glaub, es ist nun alles vorbei!!“ weinte ich und Luci nahm mich in den Arm.
„Red doch nochmal mit ihm…ich glaube ihm!!“ flüsterte sie, doch ich konnte mich nicht beruhigen.

116. Kapitel

„Nee du, jetzt nicht!!“ schniefte ich, nahm meinen Mantel und ging los.
„Wo willst du hin??“ fragte Luci alarmiert.
„In die Stadt, ich muss den Kopf freibekommen!! Ich bin dann zum Essen wieder da!!“ damit verschwand ich aus der Tür.
Während ich durch Warschaus Altstadt ging und mir einige Sehenswürdigkeiten, darunter das Schloss, ansah, versuchte Eero, zusammen mit Luci, herauszufinden, was denn nun genau passiert sei.
„Also nochmal zum mitmeißeln. Paula war de ganze Zeit hinter dir gestanden und mit einem Mal drückt sie dir nen Kuss auf??“ kopfschüttelnd setzte sich Eero auf einen Sessel.
„Es is aber so…verdammt, ich war so überrascht, dass ich nicht gleich reagieren konnte!! Und das hat Bianca eben gesehen!! Ach verdammt!!“ er zündete sich die mittlerweile 5. Zigarette nacheinander an.
„Aber, warum hast du sie nicht weggestoßen?? Ich meine…wir sind extra hergekommen, weil Bianca das alles mit dir klären wollte…“ Luci brach ab, als ihr ein Gedanke kam. „Du sagtest, sie stand hinter dir??“
Lauri nickte und zog an seiner Zigarette.
„Ich habe einmal einen Fehler gemacht…ich wusste es von Anfang an, dass sie nur Ärger bringt!! Leider ist sie die Cousine von Matti, deswegen können wir sie nicht einfach schmeißen!!“ seufzte er.
„Wo ist eigentlich Bianca??“ fragte Eero Luci.
„Sie wollte in die Stadt gehen um den Kopf freizubekommen. Man, man, man…hier ist was los!!“ auch sie zündete sich eine Zigarette an.
Als es klopfte, sahen alle erschrocken zur Tür, doch es war nur Aki.
„He, was ist nun?? Alles klar?? Wir müssen dann nämlich zu einem Interview!!“ er sah Lauri mitfühlend an.
„Nix ist klar…aber lass uns erstmal das Interview über die Bühne bringen…dann sehen wir weiter!!“ Lauri erhob sich schwerfällig, nahm seinen Mantel und folgte Aki nach draußen, der ihm den Arm um die Schulter legte. Eero und Luci folgten und weil Eero Luci sympathisch fand, lud er sie ein, die Jungs zum Interview zu begleiten.

Ich stand währenddessen auf dem Altmarkt und sah mir die Häuser an, und entdeckte ein kleines Café. Ich setzte mich hinein und bestellte mir einen Kaffee, während ich mir den kopf darüber zerbrach, was nun die Wahrheit und was nicht sei. Doch ich konnte keinen Nenner finden, zu sehr hat mich der Anblick verletzt.
„Hallo junge Frau!!“ wurde ich auf polnisch von der Seite angesprochen und als ich den Blick hob, stand ein gutaussehender Pole vor mir.
„Sorry, don´t understand it!!“ ich sah ihn entschuldigend an und wandte mich meinem Kaffee zu.
„Sprechen Sie deutsch??“ kam es dann gebrochen rüber.
„Ja, aber ich habe kein Interesse!!“ gab ich dem Polen eine Abfuhr, doch das schien ihn nicht zu interessieren, denn er setzte sich einfach an meinen Tisch.
„So eine schöne Frau…und ganz alleine hier??“ frage er mich mit seinem akzentbesetzten Deutsch.
„Ja, aber mein Freund ist auf Arbeit, deswegen bitte ich sie, lassen sie mich in Ruhe!!“ ich sah ihn genervt an, doch er wollte nicht aufhören.
Ich rief den Kellner herbei und bezahlte die Rechnung, damit ich das Café verlassen konnte. Ich trat vor die Türe und klappte den Kragen meines Mantels hoch, als sich dieser Pole wieder neben mich stellte.
„Wohin gehen sie denn jetzt??“
„Sagen sie mal, verstehen sie nicht, oder wollen sie nicht?? Ich habe einen Freund und ich will meine Ruhe haben!!“ fuhr ich ihn wütend an.
„Entschuldigung…“ murmelte er und verschwand. Erleichtert atmete ich aus und lief langsam zurück zum Hotel, da es gleich Abendessen geben sollte.
Träumend lief ich durch die Altstadt Warschaus zu unserem Hotel, so dass ich nicht bemerkte, dass mir der Pole folgte.

117. Kapitel

Kurz bevor ich das Hotel erreichte, hielt plötzlich ein schwarzer Van neben mir, die Türe wurde aufgerissen und ich spürte nur noch einen Schlag, bevor alles schwarz wurde.
Durch ein Wackeln wurde ich wieder wach und schaute mich verdutzt um.
°°Moah…verdammt, wo bin ich??°° dachte ich, während ich meine Beule abtastete, die schrecklich wehtat.
Ich versuchte mich aufzurichten und erst da bemerkte ich die Fesseln an meinen Hand- und Fußgelenken.
„He…was soll der Schice?? Ich finde das nicht lustig!!“ frage ich laut, als wir anhielten und die Tür geöffnet wurde. Vor mir stand der Pole mit einem Anderen, sehr böse aussehenden Mann und lachte gehässig.
„Jetzt sind wir nicht mehr so eingebildet wa??“ fragte er mich im perfekten Finnisch und ich starrte ihn nur noch an.
„Was wollt ihr von mir??“ zischte ich ihn wütend an.
„Von dir nix meine Süße, aber von deinem Freund!!“ kam es höhnisch von dem Polen.
„Meinem Freund??“ ich spürte, wie sich die Angst in mir breit machte. „ich habe doch aber keinen Freund mehr!!“
„Ach, das hat aber vorhin noch anders geklungen!!“ höhnte er und ich wurde ziemlich unsanft gepackt und in ein Haus getragen.
°°Hoffentlich hat das einer gesehen und die Polizei verständigt!!°° ging mir durch den Kopf, als mich meine Entführer in ein spärlich mobilisiertes Zimmer brachten. Wenigstens lösten sie die Fesseln, doch meine Tasche nahmen sie mit. Danach hörte ich nur noch den Schlüssel im Schloss und setzte mich auf das Sofa, was im Raum stand.
„Voi Paska!!“ schnauzte ich rum, doch ich wusste, dass das Ganze nix brachte, ich musste jetzt hier ausharren und auf Lauri hoffen.
°°Lauri..°° als ich an ihn dachte, traten mir die Tränen in die Augen.
°°Was wird er jetzt wohl machen?? Wird er mit sich mit Paula vergnügen und was ist mit Luci??“ ich dachte an alle meine Freunde und an meine Familie und musste nun bitterlich weinen, weil ich ja nicht wusste, ob ich sie je wieder sehen würde. Ich kuschelte mich in meinen Mantel und dabei merkte ich, dass meine eine Tasche etwas schwerer war. Als ich in sie hineingriff, hätte ich vor Freude beinah einen Schrei losgelassen, doch ich wollte meine Entführer nicht alarmieren. Ich hatte doch tatsächlich mein Handy bei mir.
Schnell wählte ich die Nummer von Luci, die mir erst eine Standpauke halten wolle, doch als ich ihr in kurzen Sätzen und sehr leise mitteilte, was geschehen war, verstummte sie entsetzt.
„Warte…hier ist jemand…“ sagte sie und reichte das Handy weiter.
„Babe?? Babe, was ist los, wo bist du??“ frage mich Lauri aufgeregt und als ich seine Stimme vernahm, flossen mir wieder die Tränen.
„Lauri, die haben mich entführt…die wollen was von dir!! Ich habe Angst!!“ schluchzte ich in das Telefon und ich hörte, wie etwas umgestoßen wurde.
„Lauri…lass dich nicht erpressen…nicht wegen mir!!“
„Hast du nen Schatten?? Ich zahle alles!! Ich liebe dich!!“ er schnaufte kurz. „Wärest du nur ein paar Minuten eher gekommen, dann wäre das alles nicht soweit gekommen!!“
„Wie eher??“ ich frage ihn irritiert, und schaute immer wieder ängstlich zur Türe.
„Babe, das klären wir dann, ich muss jetzt erstmal den Jungs bescheidgeben und das Konzert absagen!! So geht das nicht…“ er brach verzweifelt ab und als ich hörte, wie der Schlüssel im Schloss gedreht wurde, hauchte ich noch schnell ein „Ich liebe Dich!“ in den Hörer und legte auf. Das Handy versteckte ich in einer Ritze des Sofas und setzte mich normal hin.
„So, dein Freund dürfte jede Minute ein Schreiben erhalten, wollen doch mal sehen, ob er dich wirklich so liebt, wie er es P…unserem Chef immer erzählt hat!!“ sagte der eine Entführer, als er mir etwas zum Essen und Trinken ins Zimmer brachte.
„P…?? doch nicht etwa Paula??“ fragte ich erschrocken, weil wenn sie erfährt, dass ich mit Lauri telefoniert hatte, dann ist alles vorbei!!!
Der Entführer lachte böse auf und ging dann wieder fort, somit war klar, dass Paula dahinter steckte!! Schnell wählte ich wieder Lucis Nummer und sagte ihr, das Lauri nix sagen dürfte, sonst wäre alles verloren.
Diese regte sich, nein diese explodierte förmlich am Telefon, so dass ich wider Willen grinsen musste. Ich beendete das Gespräch, weil ich sparsam mit dem Akku umgehen wolle und sah mir erstmal dann das Essen an. Es war vom Chinesen, so dass ich ohne Bedenken was aß, nutzte ja nix, wenn Lauri die Forderung erfüllte und ich währenddessen verhungert bin. Nach dem essen machte ich es mir so halbwegs bequem auf dem Sofa und versuchte mich auszuruhen, doch in meinem Gehirn überschlugen sich die Gedanken.
°°Warum??°° stellte ich mir immer wieder diese Frage, doch eine Antwort fand ich nicht.

118. Kapitel

Als ich merke, dass ich ein menschliches Bedürfnis hatte, klopfte ich leicht an die Türe, die auch soeben geöffnet wurde.
„Ja…ähm…ich müsste mal wohin!!“ sagte ich zu dem Typen vor der Türe. Dieser führte mich die Treppe hoch in ein Bad, welches ordentlich aussah. Als der Typ sich nicht vom Fleck rührte, fragte ich ihn, was sein Problem sei, da ich nicht auf Zuschauer stehe.
„Sorry, aber Lasse hat gesagt, ich dürfte dich nicht aus den Augen lassen, egal bei was!!“
„Weißt du…Lasse ist nen Arsch, und bitte, wie sollte ich hier abhauen können?? Sollte ich mir aus dem Duschschlauch ne Leiter basteln und zum Fenster runterklettern?? Also, ich bitte dich!!“
„Veli“
Sagte er leise, als er sich umdrehte.
„Was??“ frage ich ihn irritiert.
„Mein Name ist Veli!“ klärte er mich auf, bevor er die Türe schloss. Schnell erledigte ich mein Geschäft und wusch mir die Hände. Dabei fiel mein Blick auf mein Gesicht im Spiegel und ich zog ne Grimasse. Der Mascara war verschmiert, und auch das Makeup hatte Flecken bekommen. Also wusch ich alles ab und schaute danach in mein nun ungeschminktes Gesicht. Als ich wieder aus dem Bad ging, stand Veli davor und schaute mich lächelnd an.
„Sieht viel besser aus!“ sagte er leise.
„Sag mal Veli, warum macht ihr das Ganze hier??“ versuchte ich ihn in ein Gespräch zu verwickeln und siehe da, es klappte.
„Naja, Paavo will sich irgendwie an Paula rächen, dafür dass sie ihn verlassen hat und nun mit diesem Lauri zusammen ist!!“ fing er an, doch ich merkte, wie sich ein Lachen in mir ausbreitete.
„Paavo?? Paula?? He, ich bin Bianca!!“ klärte ich Veli auf und dieser schaute mich verdutzt an. „Paula ist nicht mit Lauri zusammen!! Ich bin seine Freundin!!“
„Oh nein…ich wusste, dass das nur Ärger bringen würde, doch er hat gut gezahlt!!“ jetzt sackte der Riese vor mir zusammen und schlug die Hände vor das Gesicht.
„He, is ok…mir ist nix passiert! Ok, ich habe eine Beule, aber sonst geht’s mir gut…wo ist Lasse jetzt??“ fragte ich ihn. Komisch, er tat mir richtig leid.
„Auf den Weg zu Paavo und vorher gibt er den Brief ab!!“
Ich ging schnell ins Zimmer, nahm mein Handy und rief bei Luci an. Als ich fertig war, sagte sie, sie würde sich um alles kümmern, auch wenn sie zu gerne Paula an diesen Paavo verfüttern würde, doch sie wusste, dass dies nur Schwierigkeiten mit sich bringen würde.
Schnell ließ ich das Handy verschwinden, Veli musste ja nicht alles wissen und fragte ihn dann, ob er denn noch diesen Van hatte. Als er nickte, sagte ich ihm, dass er, wenn er keinen Ärger haben möchte, mich am besten wieder zum Hotel fuhr. Wie ein kleines Schoßhündchen folgte er meinem Rat und holte schnell noch meine Tasche und die Schlüssel für den Van.
Ich zog wieder das Handy aus der Tasche und rief nochmal bei Luci an, diese musste auch langsam Ohrenschmerzen haben.
„Pass auf, Veli fährt mich zum Hotel…na der eine Entführer…ja, mir geht’s gut…hör zu, ich lasse mich am Hintereingang absetzten und dann müssen wir sehen, das wir alle schleunigst da wegkommen…dieser Boss ist im Lande…naja, Paula muss weg!!... mir doch egal wie!!“ ich schaute ab und an aus dem Fenster, denn so ganz sicher war ich mir noch nicht, doch als ich das Hotel näher kommen sah, bat ich Luci, sich am Hintereingang zu platzieren, damit ich ungehindert rein konnte.
„Was soll ich jetzt machen?? Lasse wird mich anschreien und bei Paavo hab ich noch mehr Angst!!“ wie ein kleiner Junge sah mich Veli an.
„Sieh zu, dass du außer Landes kommst mit deinem Bruder!! Und lasst euch nie wieder auf solche Typen wie diesen Paavo ein!! Denn die stehen nicht hinter euch, wenns Probleme gibt!!“ sagte ich ihm, bevor ich aus dem Van sprang und durch die Personaleingangstür in das Hotel. Dort fiel ich erstmal einer überglücklichen Luci und dann einem noch glücklicheren Lauri in die Arme. Auch Eero, Pauli und Aki standen dort und knuddelten mich.
„Wo ist Paula??“ fragte ich, als wir langsam Richtung Foyer gingen.
„Weiß nicht, Matti hat sie irgendwo anders untergebracht, als ich mit ihm redete.“ Erzählte mir Eero und ich atmete einerseits erleichtert, anderseits auch etwas skeptisch ein.
„Was hat denn Matti diesesmal erzählt??“ fragte ich sarkastisch, doch Lauri drückte mir ganz schnell einen Kuss auf, so dass ich nicht weiter reden konnte.

119. Kapitel

„Lauri, kommst du jetzt?? Wir haben noch den Auftritt!!“ fragte Pauli leicht genervt, als Lauri auch nach dem vierten Mal rufen nicht reagierte, weil seine Lippen mit meinen verschmolzen waren.
„Geh jetzt, Luci ist ja da, wir werden nur noch zu zweit irgendwohin gehen!!“ lächele ich ihn an. Er drückte mich nochmal feste und ging, kam aber keine 2 Schritte später wieder zurück.
“Ich liebe dich…und hier, ich glaube das gehört dir!!“ er reichte mir mit einem schnellen Kuss die Kette und verschwand fast hüpfend von uns. Luci kicherte vor sich her, weil das zu komisch aussah. Ich knuffte sie in die Seite und wir gingen in unser Zimmer zurück. Dort ließen wir uns erstmal in die Sessel plumpsen.
„Man, das es mit dir aber auch nie langweilig wird!!“ stöhnte Luci theatralisch und ich schmiss ihr eines der kleinen Kissen rüber.
„Hahaha, ich habe mir auch was Schöneres vorgestellt!! Ich hätte mir echt jemanden nehmen sollen, der keen Star ist!!“ ich steckte mir eine Zigarette an und atmete tief ein.
„Was wird jetzt wohl mit Paula passieren?? Ich meine, ok, sie ist ne Bitch, aber so was hat keener verdient!“ überlege ich laut, und als Antwort erntete ich nur ein Schnauben.
„Was denn??“ fragend zog ich eine Augenbraue hoch.
„Du bist echt nicht von dieser Welt!! Jetzt tut sie dir auch noch leid!!!“ lachte Luci laut auf. „Vergisst du etwa, dass sie sich an deinen Freund rangeschmissen hat??“
„Wie jetzt??“ und da fiel Luci ein, dass Lauri und ich ja noch nicht wirklich über dieses Thema reden konnten.
„Naja, pass auf…das mit heute früh war so!!“ und sie erzählte mir den Werdegang und anstatt böse zu werden, fand ich Paula nur noch bemitleidenswerter, was bei Luci Kopfschütteln hervorrief.
„Ach, ist ja jetzt auch egal, lass uns was essen!!“ rief ich, und sprang freudig auf.
„Ok…aber ich weiß nicht, ob ich was essen werde. Der ganze Tag lieg mir bisschen schwer im Magen!!“
Wir gingen ins hoteleigene Restaurant und ich bestellte mir eine leckere Pasta und ein großes Bier, während Luci sich mit einem Salatteller begnügte.
„Wer kümmert sich denn jetzt eigentlich um den Merchingdisingverkauf??“ frage ich Luci zwischen 2 Gabeln.
„Hmm…keine Ahnung…das geht mich ja auch nix an!!“ meinte Luci.
„Hehehe, vielleicht muss sich ja Aki wieder hinstellen, der kann des ja!!“ lachte ich du Luci hatte zu tun, dass ihr nicht die Gurke von der Gabel viel, weil sie ebenfalls lachen musste.
„Du bist echt unmöglich!! Beinah wäre mir das Essen aus dem Gesicht gefallen!!“ sie tupfte mit der Serviette kurz ihren Mund ab „Wird wohl erstmal einer von den Rowdys machen.“
„Da könntest du recht haben!!“ ich schob mir die nächste Gabel beladen mit Pasta in den Mund. „Wärest du sehr böse, wenn ich heute bei Lauri schlafen würde?? Ich mein, nur wenn er des auch will??“
Ich sah sie mit meinem besten Hundeblick an, was sie wieder zum Lachen brachte.
„Man…wie hält das Lauri nur mit dir aus?? Oder seid ihr beide so??“ lachte sie und trank einen Schluck von ihrem Bier.
„Och komm…büdde…büdde…büdde…“ ich klimperte noch bisschen mit meinen Wimpern und als Antwort kam die zusammengeknüllte Serviette von Luci geflogen.
„He…“ kicherte ich, bevor ich mich meiner Pasta wieder zuwendete.
Als wir nach über einer Stunde endlich fertig mit dem Essen waren, gingen wir in die Bar um noch einen zu zwitschern. Durch die Fenster konnten wir sehen, dass es draußen schon dunkel war und es schien auch recht kalt zu sein, so dass wir gleich noch einen Jägermeister bestellten.
Irgendwann mitten in der Nacht, Luci und ich hatten jede Menge gelacht und getrunken, kamen die Jungs zurück, doch man sah ihnen an, dass sie eigentlich nur noch schlafen wollten. Eero verzog sich auch sofort in sein Zimmer, während es sich Aki, Pauli und Lauri doch noch mit gemütlich machten, als sie die Flasche JM sahen.
Und so saßen wir zu fünft, bis der Kellner kam und uns mitteilte, dass die Bar gleich geschlossen würde, und hatten mehr als die eine Flasche JM geleert, was die ganze Atmosphäre sehr gemütlich machte, weil wir auch viel lachen mussten. Ok, Lauri und ich beschäftigten uns zwischendurch auch mal mit anderen Dingen, diese wurden aber augenzwinkernd hingenommen.
„Können wir dann langsam ins Bett gehen??“ flüsterte ich Lauri ins Ohr, weil ich wirklich müde war.
„Willst du denn echt bei schlafen?? Was ist mit Luci??“ flüsterte er zurück, wobei seine Stimme eine Nuance tiefer klang.
„Wir haben des schon besprochen, des geht klar!!“ hauchte ich in sein Ohr, was bei ihm einen kleinen Schauer verursachte.
„Was habt ihr beiden denn nun für Geheimnisse??“ frage uns Aki grinsend.
„Ach, wenn du des wüsstest, wärst schlauer wa??“ feixte Lauri, zog mich hoch und winkte schnell in die Runde. Wir bezahlten noch unsere Getränke und verschwanden dann in Lauris Zimmer, nicht ohne, dass dumme Kommentare von den anderen hinterher gerufen wurden.
Bei ihm im Zimmer angekommen, zog er mich erstmal in seine Arme und drückte mich fest.
„Ich liebe dich!!“

120. Kapitel

„Ich dich auch!“ murmelte ich, als wir Richtung Bett gingen. „Aber, ich bin echt müde!!“ ich gähnte hinter vorgehaltener Hand und Lauri sah mich etwas fragend an.
„Babe?? Alles klar??“ er half mir beim Ausziehen und ich ließ es bereitwillig mit mir geschehen.
„Hmm…will nur noch schlafen!!“ nuschelte ich und ließ mich aufs Bett fallen. Kurz nachdem er mich ausgezogen hatte, fielen auch bei Lauri die Kleidungsstücke auf einen Haufen und er kam zu mir ins bett gekrochen, kuschelte sich an mich und drückte mir noch einen Kuss auf die Schläfen, danach versank ich in einen erholsamen Schlaf.
Am nächsten Morgen wachte ich vor Lauri auf du betrachtete ihn. Zumindest versuchte ich das, denn er war wieder unter der Decke vergraben und lag mit seinem Kopf auf meinem Bauch. Ich fand das ja sehr angenehm, doch der Dreitagebart krabbelte unangenehm beim Atmen und außerdem musste ich dringend auf die Toilette. Also bewegte ich mich langsam um ihn nicht zu wecken und stand auf. Lauri schlummert seelenruhig weiter, schmatzte etwas und ich musste mir das Lachen verkneifen. Als ich im Bad war, beschloss ich, gleich mal in die Badewanne zu gehen. Ich ließ, während ich meine Morgentoilette verrichtete das Wasser einlaufen und gab ordentlich von dem Badezusatz hinein, so dass sich richtig schön viel Schaum bildete. Als dann genug Wasser in der Wanne war, stieg ich hinein und schloss genießerisch die Augen.
„Morgen, hättest mich ja wecken können!!“ murmelt nach ca. 5 Minuten Ruhe Lauri an meinem Ohr, ging zur Toilette und setzte sich hin.
„Morgen…nö, du hast so schön geschlafen, außerdem wollte ich mal wieder baden!!“ kicherte ich ohne meine Augen zu öffnen.
„Ok, dann rutsch mal, ich will mit rein!!“ nackt stand er vor mir und ich rutschte etwas nach vorne, so dass er sich hinter mich setzten konnte. Ich lehnte mich aufseufzend an und er strich sachte über meine Arme.
„Nicht mehr lange, und wir können uns wieder richtig Zeit für uns nehmen!!“ raunte er mir ins Ohr und ich nickte träge. Irgendwie war es mir gerade nach nix zumute, außer mit ihm hier zu sitzen und zu baden.
„Weißt du was…kannst du dir nochmal Urlaub nehmen??“ fragte er mich dann leise.
„Ich weiß es nicht, warum??“
„Ich würde gerne mit dir alleine wohin fahren, egal wohin!!“
„Ich kann es versuchen, aber ich verspreche nix!!“ murmelte ich und umschloss seine Hände mit meinen.
Einige Zeit lagen wir so da und genossen die Nähe des anderen, als es an der Tür klopfte.
„Moah, immer dann wenn es am Schönsten ist!!“ maulte Lauri rum, erhob sich, schnappte sich das Handtuch und tapste zur Türe.
„Man Eero, ich weiß wann Abflug is…trotzdem werde ich wohl mal noch mit meiner Freundin baden dürfen!!“ hörte ich Lauri leise schimpfen.
„Aber das Frühstück geht nur bis Zehn!!“ Eero, die Mutter!!
„Na, dann esse ich eben nachher im Flugzeug was!!“ knurrte Lauri, bevor er Eero die Türe vor der Nase zuschlug.
„So babe, wo waren wir stehen geblieben?? Ach ja…“ er kam zurück in die Wanne und begann mich langsam einzuseifen.
„Was war denn??“ fragte ich ihn leise, als er mit dem Schwamm meinen Rücken wusch.
„Ach Eero…wollte mir nur sagen, dass es nur bis Zehn noch Frühstück gibt und um Zwölf unser Flieger nach Venezuela. Man, das der immer so peinlich darauf bedacht ist, dass alles ordentlich verläuft!! Wie mein Vater!!“ ningelte er und ich musste kichern. „He, das is nicht lustig, der is 26 und ned 56!!“ moserte er weiter.
„Naja, wenigstens einer in der Band, der noch…“ fing ich an, verstummte aber dann.
„Der noch?? Was??“ fragte mich Lauri und zog mich hinter zu sich, so dass er mir in die Augen schauen konnte.
„Der sich benehmen kann!!“ wich ich aus und hatte prompt den Schwamm im Gesicht.
„Das wolltest du nicht sagen!!“ lachte er mich an und schon hatte er den Schwamm im Gesicht und ich verschwand so schnell es ging aus der Wanne.
„Mmh…“
Ich drehte mich zu Lauri um und hob fragend eine Augenbraue.
„Dürfte ich das bitte nochmal sehen??“ kicherte er leise, bevor er auf Tauchstation ging um seine Haare zu waschen. Ich schaute erst verwundert und dann musste ich lachen, als ich verstand, was er meinte.
„Du bist nimmer ganz Atta Lauri Ylönen!!“ lachte ich, nahm mir ein anderes Handtuch und wickelte mich darin ein.
„Hab ich mir von dir abgeschaut!!“ kicherte er und ich drohte ihm spielerisch.
„Gib mal das Shampoo!!“ bat er mich, doch ich setzte mich lieber auf den Wannenrand und massierte ihm selbst das Shampoo in die Haare. Lauri lag mit geschlossenen Augen da und genoss diese Massage.
„Oh man…“ stöhnte er leise und ich machte noch etwas weiter. Danach wusch er sich schnell das haar aus und nahm eines der Handtücher und schlang es wie einen Turban um seinen Kopp. Ich machte wieder meine Witze, doch er zog mich schnell an sich und küsste mich.
„Das ist noch immer der beste Weg, dich zum Schweigen zu bekommen!!“ raunte er leise und ich musste lachen. Schnell zogen wir uns an und als wir auf die Uhr sahen, merkten wir, dass wir noch eine halbe Stunde hatten, bis das Frühstück beendet wurde. Also machten wir uns auf den Weg, natürlich musste Lauri vorher seine Haare noch fönen, und bekamen tatsächlich noch etwas zum futtern.
Danach ließ ich Lauri kurz alleine, damit er seine Sachen packen konnte und ging zu Luci. Diese stand auf den Balkon und rauchte ein, als sie mich hörte, drehte sie sich grinsend um.
„Na, wie wars??“

121. Kapitel

„Wie war was??“ frage ich kichernd und fing die Zigarettenschachtel auf, die luci mir entgegen warf.
„Na was wohl?? Das allgemeine Bordsteinrunterklappen früh am Morgen habe ich bestimmt nicht gemeint!!“
„Wir ham nix gemacht, nur geschlafen!!“
Augenzwinkernd sah sie mich an. „Ja, miteinander!!“
„Nee eben nicht!!“ meinte ich und trat zu ihr hinaus auf den Balkon. Während ich mir eine Zigarette anzündete, schaute sie mich zweifelnd an.
„Wie jetzt?? Was habt ihr denn dann gemacht??“ sie zog einmal tief an ihrer Zigarette „Sag bitte nicht, das ihr euch schon wieder gestritten habt!!“
„Dann wäre ich wohl nicht erst eben erschienen oder??“ lachte ich und sie nickte „Gutes Argument!!“
„Wir waren gessan echt zu müde um noch überhaupt was zu machen…nuja, heute früh waren wir dafür zusammen in der Badewanne.“ Ich sah es in Lucis Augen aufblitzen. Ich schüttelte leicht mit dem Kopf, während ich meine Zigarette aufrauchte.
„Luci, er ist auch nur ein Mann, wie jeder andere auch!!“ grinste ich sie an, doch ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen dachte sie bisschen anders darüber.
„Ok, er ist nicht ein Mann wie jeder andere auch, aber lass ihn das nicht hören, dass ich das gesagt hab!!“ lachte ich. Wir gingen zurück ins Zimmer und keine 5 Minuten später klopfte es an der Türe. Als ich aufmachte, stand Lauri in voller Montur vor mir und als ich die Türe schoss, zog ich ihm erstmal die Mütze vom Kopf und die Brille von der Nase. Es gab mir einen Stich im Herzen, wusste ich doch, dass es jetzt Zeit war, Abschied zu nehmen. Zärtlich fuhr ich mit meinen Händen durch sein Haar, auch wenn ich wusste, dass er es nicht mag und zog in zu mich ran. Sanft drückte ich meine Lippen auf seine und wir versanken nochmal in einen leidenschaftlichen Kuss.
„Babe, willst du nicht vielleicht doch mein Handgepäck sein?? Ich will mich jetzt nicht von dir trennen müssen!!“ flüsterte Lauri an meinem Ohr, als wir uns kurz lösten, doch ich schüttelte den Kopf.
„Gerne, aber leider bin ich dafür zu groß und zu schwer!!“ wisperte ich, als seine Lippen noch einmal die Meinen suchten und miteinander verschmolzen. Als sich jemand leise hinter uns räusperte, drehten wir uns ertappt um. Dort standen Aki, Eero und Pauli breitgrinsend im Türrahmen. Luci war in der Zwischenzeit auf den Balkon gegangen, wie ich feststellen konnte.
„Sorry, aber wir müssen Lauri!!“ meinte Eero leise und auch die Anderen sahen jetzt betreten zum Boden.
„Hmm…“ ich spürte, das Lauri im Inneren kämpfte und doch verlor, denn er drehte sich ein letztes Mal zu mir, küsste mich sanft und doch fest, nahm sich seine Mütze und Brille und ging noch schnell zu Luci um sich zu verabschieden. Mit einer festen Umarmung dankte er ihr nochmal für die Hilfe und ging dann wieder zurück. Kurz hielt er nochmal an, drücke mich und schloss dabei die Kette, die sich nun wieder an meinem Hals schmiegte.
„Du besitzt ihn immer noch!!“ flüsterte er, und ich merkte, wie mir die Tränen kamen.
„Lauri…“ er ging schon zu den Anderen, von denen ich mich in der Zwischenzeit verabschiedet hatte „Ich liebe dich!!“ leise schluchzte ich auf und hielt mir die hand vor den Mund, wusste ich doch, dass es ihm auch nicht leichter viel.
„Ich liebe dich auch Rakas!!“ hörte ich ihn noch, bevor die Türe leise in das Schloss fiel.
Ich setzte mich auf das Sofa und fing an mit weinen, weil es verdammt wehtat.
„He Kleine, nur noch 12 Tage und du hast ihn wieder!!“ sie nahm mich in den Arm, doch ich merkte, dass auch sie mit den Tränen kämpfte.
So saßen wir nun im Zimmer und heulten beide wegen demselben Mann!!

122. Kapitel

„Ok, genug geheult, lass uns lieber zusehen, dass wir wieder nach Berlin kommen, Angie wird schu Sehnsucht haben!!“ schniefte Luci, als sie sich erhob und ihre Sachen zusammenpackte.
„Ja, du hast recht….“ Ich erhob mich ebenfalls, ging kurz ins Bad und wusch mein Gesicht. Danach packte auch ich meine Sachen und wir gingen in die Lobby um unseren Schlüssel abzugeben und die Rechnung zu bezahlen.
Während wir auf das Taxi warteten, rauchten wir gemütlich eine Zigarette und hingen beide unseren Gedanken nach.
„Wie verbringt ihr eigentlich Weihnachten? Ich meine du und Lauri?? Es is ja allgemein bekannt, dass er es hasst!!“ fragte mich Luci leise.
„Öhm, ja…keine Ahnung, darüber haben wir noch nicht gesprochen…werden wir wohl erst machen, wenn sie wieder da sind.“ Ich blies den Rauch aus und zerdrückte meine Zigarette, weil das Taxi kam. Am Flughafen mussten wir nochmal ne gute Stunde warten und vertrödelten uns die Zeit, indem wir mal bisschen durch die Läden stöberten.
„He, gugg mal, ist das nicht Lauri mit…ich wird nicht mehr!!“ Luci stieß einen entsetzen ton aus, als sie mir die polnische Bravo vor die Nase hielt. Darin stand in großen Lettern irgendwas mit Lauri und Paula, da wir allerdings dem Polnischen nicht mächtig waren, konnten wir es nicht entziffern.
„Hmm, vielleicht steht des a in der deutschen Bravo drinne??“ schaute ich sie fragend an, doch sie schüttelte den Kopf.
„Nee, die ham bissl andere Sachen drinnestehen als wir. Ich kauf die jetzt und frage dann mal einen meiner Bekannten, ob er mir des übersetzen kann!“ meine Luci, nahm die Bravo und wir gingen zu unserem Flug.

Als wir wieder in Berlin ankamen, atmete Luci einmal tief durch.
„Es ist schon was komisches, wieder hier zu sein. Ich weiß nicht, fühlt sich immer so an!!“ sie drehte sich lachend zu mir um.
„Ja, ich weiß was du meinst, so ging es mir, als ich zurück nach Helle flog.“ Am Ausgang sahen wir Angie stehen, die Luci abdrückte, als hätte sie 2 Wochen und nicht nur 2 Tage auf sie verzichten müssen.
„Und wie war es??“ fragte sie mich, als sie mich umarmte und ich erzählte ihr auf dem Weg zum Schalter, was so passiert ist. als ich endete, sah sie uns beide an und kaute nachdenklich auf ihrer Unterlippe.
„Wisst ihr was…für mich klingt das alles, als wäre es von Paula geplant gewesen!!“ Wir schauten sie beide irritiert an, deswegen fuhr sie fort.
„Naja, schaut mal, Bianca kommt nach Warschau, sie drückt ihm den Kuss auf, da sie weiß, dass Bianca das sofort als Bestätigung von Mattis Worte sieht und verschwindet. Hat sie aber nicht gemacht, sondern sich ein Zimmer mit dir genommen, also war sie im Weg. So…“ ich unterbrach sie kurz. „Und wie passt des dann von Veli da rein??“
„Glaubst du ihm das echt?? Ich meine, der hätte dir sonst was erzählen können, schließlich hat er ja kalte Füße bekommen!! Also, ich würde das nicht so einfach hinnehmen!!“ sie zündete sich eine Zigarette an und schaute mich ernst an „Wer weiß, was sie alles noch plant, um dich und Lauri auseinander zu bringen!!“
„Meinst du echt??“ ich zündete mir auch eine an und dachte über Angies Worte nach, und kam zu dem Entschluss, dass sie wohl Recht haben könnte.
„Arrgh…was soll ich denn noch machen?? Ich kann doch nicht wie eine eifersüchtige Pute dauernd dort aufkreuzen, wo Lauri is!! Ich muss ihm doch vertrauen!!“ ich fühlte mich hin- und hergerissen, doch wusste ich auch nicht, was ich machen sollte.
„Stimmt, es würde auffallen…“ mischte sich da Luci ein „aber, wenn Lauri mein Freund wäre, würde ich ihn nicht mit der Bitch alleine lassen!!“
„Nein, ich vertraue ihm…ich hol mir jetzt das Ticket für Nürnberg und genieße meine 10 Tage noch, die ich bei Saby verbringen werde!!“ mit diesen Worten lief ich zu der Dame an der Theke und kaufte mir mein Flugticket nach Nürnberg.
Da der Flug aber erst in 5 Stunden ging, ließ ich mich dazu überreden, mit den beiden Mädels auf eine Shoppingtour zu gehen und nur 2 andere Personen konnten dieses toppen: Lauri und Aki!!!
Völlig im Eimer stieg ich in den Flieger nach Nürnberg und schlief kurz nach dem Start ein.

123. Kapitel

Als die Maschine zum Landen ansetzte, wurde ich durch eine der Stewardessen geweckt und daraufhin gewiesen, dass ich mich doch bitte anschnallen solle. Also tat ich wie geheißen und starrte müde aus dem Fenster. Zumindest versuchte ich es, doch der dicke Herr neben mir nahm zuviel Platz ein. Als wir landeten, stieß ich einen Seufzer aus und nahm mein Handgepäck und lief dann den Anderen nach zum Ausgang. Nachdem ich mir auch meine Reisetasche geholt hatte, lief ich zum Eingang und war mehr als erstaunt, als ich Danny gegenüber stand.
„Hei, was machst du denn hier??“
„Ja, Saby konnte nicht, weil sie was erledigen muss und ihr komischer Freund muss arbeiten. Also bat sie mich, dich abzuholen und voilá, da bin ich!!“ grinste er mich an, nahm meine Tasche und lief zu seinem Auto.
„Ok…“ meinte ich nur und ging hinterher, wobei ich mal wieder einen guten Blick auf sein Hinterteil werfen konnte.
°°Moah…geil…aba Lauri seiner is sexier!!°° kam es mir in den Sinn und ich musste grinsen.
„Was lachste denn nun schu wieder?? Kennst meinen Arsch doch!!“ neckte mich Danny und ich schlug ihn kurz auf den Arm.
„Ich hab dir gar ned…“ fing ich an und musste dann doch lachen. „Naja, ich hab ihn mir Lauris verglichen und naja, Lauri seiner ist scheener!!“
„Na danke auch, so was hört Mann gerne!!“ gekränkt sah er mich an und stieg in sein Auto.
„Ach man, der is immer noch scheen, aber ich liebe den von Lauri nun mal!!“
°°Jetzt unterhalt ich mich mit meinem Ex schon über den Hintern meines Kerls!!°° ich schüttelte den Kopf und steig ebenfalls ein.
Schweigend fuhren wir zu Saby und kurz vor der Haustüre, schaute er mich kurz an.
„Hättest du am Freitag Zeit??“
„Ja, bis jetzt schon, warum??“ fragte ich ihn misstrauisch.
„Naja, du weißt doch, Janine heiratet, und als ich ihr erzählte, dass du da bist, naja…würdest du mit mir dahin gehen?? Ich habe eh keine Begleitung!!“ sagte er leise und starrte auf die Straße.
„Öhm…“ ich atmete tief ein „von mir aus…wenn es dir so wichtig ist, warum ned?? Und da könnte ich vielleicht mal mit ihr bisschen reden, was sie denn so gemacht hat in der ganzen Zeit!!“ irgendwie war mir zwar unbehaglich zumute, doch ich schob das auf den Flug und auf Polen.
„Ok, dann hole ich dich ab.“ Er freute sich wirklich „ähm, hasst du überhaupt was zum Anziehen??“
„Naja, nee…aber ich werde mal schauen, ob ich nicht was Passendes finden werde. Saby und ich wollten eh in de Stadt gehen!!“ meinte ich und stieg aus. Er reichte mir noch die Tasche und verabschiedete sich mit einem Wangenkuss von mir.
Ich ging zur Tür und klingelte bei Saby, die mir auch aufmachte.
„Hei meine Kleene, na alles ok??“ begrüßte ich sie und wir umarmten uns.
„Die Frage kann ich wohl eher dir stellen, oder??“ lachte sie, als wir in ihre Wohnung gingen und ich mich auszog.
„Ok…ja, bei uns ist soweit wieder alles ok, haben die kurze Zeit zusammen genossen.“ Wir gingen zusammen in das Wohnzimmer und ließen uns auf das Sofa fallen.
„Nun erzähl, wie wars??“ und ich erzählte ihr alles, bis auf die Episode mit der Entführung, denn das würde sie nur unnötig aufregen. Sie freute sich, dass wir uns wieder vertrugen und deswegen öffnete sie eine Flasche Moscato. Abends, als Daffy von der Arbeit kam, kochten wir zusammen, bzw. Daffy kochte und wir naschten, und da erzählte ich auch den Beiden, dass mich Danny zur Hochzeit von Janine eingeladen hat.
„Ach nee…wie kommt denn das??2 fragte da Saby ganz erstaunt und erzählte mir, dass er eigentlich mit Denise gehen wollte.
„Naja, mir hat er erzählt, dass er niemanden hat und…ach is ja auch egal. Ich gehe ja nur mit und da wird schu nix passieren, sind ja noch genug andere Leute da.“ Versuchte ich mir selbst einzureden.
„Und seine Eltern??“ fragte Saby und nun wusste ich auch, was das Gefühl auslöste. Die Erinnerung an seine Eltern und an das, was ich mir damals anhören durfte.
„Oh…du hast recht!! Aber ich kann jetzt auch nicht absagen, das is ja schon in 2 Tagen!!“ ich raufte mir die Haare.
„Hast du überhaupt was zum Anziehen??“
„Naja, nee, aber ich dachte…war der Meinung…naja, könnten wir da ned morgen mal in de City gehen??“ ich sah sie fragend an und sie gab sich murrend geschlagen.
„Mensch Bibbi!! Weiß es Lauri, ich meine, wirst du es ihm sagen??“
„Ja, ich schreibe ihm nachher noch ne Mail und hoffe, dass er ned böse ist.“ das hoffte ich wirklich, weil ich nicht wusste, wie Lauri darauf reagieren würde, wenn ich ihm sage, dass ich mit meinem Ex auf die Hochzeit seiner Schwester gehe. o_O

124. Kapitel

Als Daffy mit Kochen fertig war, setzten wir uns an den Küchentisch und ließen uns seine Kochkunst schmecken. Über das Thema Hochzeit und so redeten wir erstmal nicht mehr, denn mir graute es schon davor, es Lauri zu erzählen. So stocherte ich dann auch mehr lustlos im essen, weil ich mir viel zu viele Gedanken machte, wie ich es ihm den schonend, denn das er nicht gerade Luftballons steigen lassen würde war mir klar, aber verständlich beibringen könnte.
„Mensch Bibbi…nun mach dir mal keinen Kopp, des wird er akzeptieren müssen. Und ich glaube ja mal nicht, dass du was mit Danny anfangen wirst??“ sah mich Saby an.
„Nee, Gott bewahre, aber er ist so eifersüchtig!! Der hats drauf und kommt hergeflogen!!“ musste ich zugeben.
„Ach Quatsch, der hat doch zu tun!“ meinte Saby und Daffy musste anfangen mit lachen, so dass ich ihn verdutzt ansah.
„Wassn??“
„Naja, ich glaube, so einfach von der Hand weißen würde ich es nicht, schließlich liebt er sie ja!! Und verliebte Männer machen manchmal ganz komische Dinge!!“
„Zum Beispiel mit der Tussi vom Merchandisingstand knutschen!!“ flüsterte ich sarkastisch und stopfte mir eine Kartoffel in den Mund.
„Ach komm…als wenn du nicht fremdgeknutscht hast!“ fragend sah Saby mich an und auch Daffy bekam große Ohren.
„Nee, habsch ned…bei uns war da ja Schluss…denke ich mal…nee, bin mir sicher!!“ ich krauste meine Nase, weil ich am Überlegen war.
„Sicher??“ hakte Daffy nach und bekam davon eins hinter die Ohren von Saby. „Mann wird ja mal noch fragen dürfen!!“ grinste dieser dann.
„Sicher, und nun Ende der Diskussion…ich geh dann mal Lauri anrufen!!“ sagte ich und erhob mich etwas schwerfällig. Im Zimmer angekommen holte ich mein Handy und wählte mit zitternden Fingern seine Nummer. Beim ersten Klingeln wollte ich schu wieder auflegen, doch ich war zu langsam, denn er meldete sich, zwar etwas verschlafen, aba er ging ran.
„Hei Hun!!“ murmelte er. „Alles klar??“
„Hei…ja, alles oki…naja, nee!!“ ich setzte mich aufs Bett.
„Warum??“
„Ich muss dir was sagen, aber bitte, versprech mir, nicht zu explodieren!!“ bat ich ihn leise.
„Was hast du schon wieder angestellt??“ seufzte er, versprach mir aber doch, ruhig zu bleiben.
„Naja, noch nix…“ ich brach ab, als mir die Tragweite meiner Worte bewusst wurde.
„Also, ich meine…naja“ druckste ich rum „Danny hat mich gefragt, ob ich ihn zur Hochzeit seiner Schwester begleiten könnte.“ So, nun war es raus und am anderen Ende still.
„Der Danny??“ fragte er mich in einem gefährlich leisen Ton, so dass es mir kalt den Rücken runterlief. Ich konnte ihm nicht antworten.
„Is das dein EX??“ fragte er nochmal lauter und ich murmelte ein ‚ja’.
„Ok“ ich hörte, wie er tief einatmete, sich eine Zigi anzündete und leise bis 3 zählte. Ich knaubelte an meinen Fingernägeln, wusste ich doch, dass er kurz vorm Ausrastern stand.
„Also, du willst Danny, der dein Ex ist, zur Hochzeit seiner Schwester begleiten, richtig??“
„Ja“ murmelte ich und verfluchte mich schon dafür, es ihm erzählt zu haben.
„Gut, mach…aber komm mir nicht wieder jammernd an, dass seine Eltern dich nicht leiden können!!“ war sein einzigster Kommentar, bevor er auflegte. Ich saß auf dem Bett und starrte auf mein Handy und war perplex, denn das hatte ich nicht erwartet.

125. Kapitel

„Ähm…ja, auch!!“ sagte ich dann laut und schmiss das Handy aufs Bett. Als ich raus zu Saby ging, wartete sie schu gespannt auf seine Antwort.
„Tolle Wurst, der hat aufgelegt!!“ sagte ich und ließ mich aufs Sofa fallen.
„Wie aufgelegt??“
„Na, du weißt schon…auf dem Handy ist meist so eine taste mit einem roten Hörer, da drückt man drauf und das beendet dann das Gespräch!!“ meinte ich sarkastisch.
„Wie witzig, ich meine, was hast du gesagt, dass er aufgelegt hat??“ sie schaute mich beleidigt an und ich grinste schief. Ich erzählte ihr alles du sie schüttelte mit dem Kopp.
„Geht’s dem noch gut??“ sie sah zu Daffy, doch der hob abwehrend die Hände. „Ich halt mich da raus!!“
„Was weiß ich denn?? Vielleicht bekommt ja die Sonne dort nicht so!! mir auch egal, ich geh dahin und wenn er mir ned vertraut, sein Pech!!“ so stinkig war ich schon lange nicht mehr auf Lauri. Genüsslich steckte ich mir eine Zigarette an und atmete tief durch.
„Na, und wenn de lieber ned gehst??“ versuchte Saby mich zu überzeugen.
„Man, was is denn schu dabei?? Es is mein Ex und da werden so viele Leute sein, da wird schu nix passieren!! Habt ihr denn alle kein Vertrauen in mich??“ fragte ich entrüstet.
„Doch schon…aber, ich meine, Lauri hat ja irgendwo recht, was meinst du, wie seine Ellies guggn werden, wenn du da mit auftauchst??“
„Mein Gott, dann sollen sie eben woanders hinguggen! Ich sitze ja nun nicht neben ihnen!!“ regte ich mich auf und Saby gab auf, denn sie wusste, dass es nix bringen würde. Wir schauten dann noch eine DVD und gingen danach schlafen. Ich war so wütend, dass ich nicht gleich zur Ruhe kam, ich sah es aber auch nicht ein, nochmal mit ihm zu reden oder ihm eine Mail zu schicken, soll er doch denken, was er will!!

Am nächsten Morgen wachte ich total müde und schlecht gelaunt auf, ging ins Bad und duschte erstmal ausgiebig, um meine Lebensgeister in Schwung zu bringen. Danach frühstückte ich mit Saby, da Daffy schon auf Arbeit war.
„Also, was is nun??“
„Wie??“ fragte ich sie und trank meinen Kaffee.
„Hast du es dir nochmal überlegt??“ sie sah mich über den Rand ihrer Tasse an.
„Nö, da gibbet nix zu überlegen, ich gehe und damit basta!!“
„Ok, deine Entscheidung. Wo willste da als erstes guggn??“
„Hmm, H&M vielleicht??“ ich zuckte mit den Schultern und als wir fertig waren, zogen wir auch gleich los.
Natürlich fand ich nix passendes im H&M, so dass wir noch mehrere Klamottenläden abklappern mussten, bis wir in einem sehr exklusiven Laden das Richtige fanden. Einen Nadelstreifenanzug in schwarz-rot, mit passendem Top und einem Tuch für den Hals. Natürlich mussten dann auch die passenden Schuhe her, denn mit Docks wollte ich da nicht aufkreuzen. Also gingen wir noch in ein Schuhgeschäft, wo ich mir ein paar rote Stiefel kaufte, die perfekt dazupassten. Danach gingen wir noch schön Kaffeetrinken und liefen noch bisschen durch die Altstadt. Ich kaufte eine Postkarte und schrieb meiner Familie liebe Grüße etc. und verschickte sie dann gleich noch. Dann kaufte ich noch etwas Kleines als Hochzeitsgeschenk und merkte mal wieder, das Einkaufen wirklich mein Frustbekämpfer Nr. 1 ist. als wir an einem Herrengeschäft vorbeikamen, sah ich einen Pullover, der perfekt zu Lauri passen würde, schwarz und mit Rollkragen und einem Reisverschluss daran also gingen wir noch dorthinein und ich kauft ihm diesen Pullover, da ja auch bald Weihnachten war.
Als wir aus dem Geschäft traten, kamen uns Dannys Eltern entgegen und als sie mich erkannten, sahen sie mich komisch an.
„Guten Tag!“ grüßte ich sie höflich und sie nickten. „Bis morgen!!“ konnte ich mir nicht verkneifen, als sie schon fast an uns vorbei waren, was sie zum Stehen bleiben anregte.
„Bitte?? Ich habe mich wohl verhört??“ frage mich Dannys Mutter, doch ich schüttelte lächelnd den Kopf.
„Nein, ich komme morgen als Begleitung von Danny zur Hochzeit!!“
„Das ist ja wohl…ich verbiete es mir, sie an diesem wichtigen tag ertragen zu müssen!!“ empörte sich seine Mutter, was mein Grinsen nur vertiefte.
„Komm jetzt Agathe, die Leute schauen schon so komisch!! Was ist denn dabei, lass sie doch, schließlich ist sie eine Freundin von Janine.“ Redete ihr Mann beruhigend auf sie ein.
„Aber Bernhard!! Ich möchte nicht, dass sie wieder mit Danny Kontakt hat!! Wer weiß, was dann wieder passiert.“
Ich musste lachen, so sehr, dass mir die Tränen in die Augen traten.
„Keine Angst Frau Müller, ich habe einen Freund und den liebe ich!!“
„Und, wo ist er?? Sie können viel erzählen!! Ich sag ihnen eins, lassen sie ja die Finger von Danny!!“
„Da sind sie nicht die Einzige, die dieser Meinung ist!! und mein Freund ist gerade in Venezuela, geschäftlich, verstehen sie??“ ich möchte diese Gesicht nicht missen, das sie da gerade eben zog, doch Saby schupste mich sanft aber bestimmt von dieser dummen Pute weg.
„Jetzt ist aber gut!! Man, wie zwei Hennen!!“ raunte sie mir leise zu.
„Na is doch so…ihr armer Danny!! Meine Fresse, kein Wunder das er keine längerfristige Beziehung hat!! Keine ist gut genug für ihn!!“ ich machte meinem Ärger Luft und Saby musste mir zustimmen.
Gemeinsam fuhren wir mit der U-Bahn bis zu Haltestelle, and er wir aussteigen mussten und gingen dann zu ihr nach Hause. Dort machte sie uns erstmal eine Cappuccino und ich räumte meine Einkaufstüten ins Zimmer. Auf meinem Handy waren mehrere Anrufe in Abwesenheit und als ich sah, wer mich angerufen hatte, runzelte ich argwöhnisch dir Stirn.
Was ist denn jetzt schon wieder, dachte ich, als ich auf den Hörer drückte, um zurückzurufen.

126. Kapitel

„Hei…ich bins, was gibbet denn??“ fragte ich leicht gereizt.
„Sach mal stimmt des, was Lauri erzählt??“ fragte mich Natalie aufgebracht „Das ist nicht dein Ernst oder?? Hast du vergessen, was damals war??“
Ich schaute kurz mein Handy an, bevor ich es wieder ans Ohr hielt.
„Man, was soll denn schu passieren, und woher weißt du das überhaupt??“
„ Ich habs von Pauli, der hat mich heute Nacht ziemlich angesäuert angerufen, man muss bedenken, bei denen ist es schu tag!! Naja, Lauri muss wohl, mit einer Flasche Jägermeister und Whiskey bewaffnet, am Strand ziemlich randaliert haben, denn er wurde sturzbetrunken und ziemlich aufgelöst von der Polizei aufgegriffen!!“ meinte Natalie lakonisch.
„Mein Gott, ich hab einmal das Richtige gemacht und ihm gesagt, was ich vorhabe und schon dreht er am Rad. Ich geh doch ned wegen Danny dahin, sondern wegen Janine!!“ regte ich mich auf.
„Na, aber versteh ihn doch mal!!“ versuchte nun auch Natalie auf mich einzureden.
„Nee, eben ned. Ich mein er kann doch dann ned alles, was ihm ned passt mit Alkohol betäuben, außerdem hätte er ja was sagen können!!“
„Und, was dann?? Hättest du seinetwegen auf diese Hochzeit verzichtet??“
„Mein Gott“ ich musste lachen „ihr hört euch an, als würde ich heiraten und ned Janine!! Und nein, ich gehe trotzdem, denn ich kann treu sein!!“
„Ich finde das nicht lustig. Die Jungs sollten die 5 Tage mal nutzen und sich etwas entspannen, bevor es weitergeht und ned so!!“ ich verzog grinsend mein Gesicht, denn so hatte ich Natalie noch nie erlebt.
„Mein Gott…ich versteh euch nicht!!! Und keine Sorge, seine Mutter wird schon aufpassen, dass da nix passieren wird! Glaub mir, sie ist genauso begeistert von der Situation wie Lauri!!“ spottete ich rum.
„Bibbi, kannst du wirklich nicht verzichten??“ nun verlegte sie sich ins Betteln und in mir wurde der Widerstand nur noch größer.
„Sorry, nö….“ Sagte ich und damit war auch das Thema für mich erledigt.
„Naja, ich habs zumindest versucht…oller Sturrschädel!!!“ knirschte Natalie bevor sie mir einen scheenen Tag und viel Spaß wünschte.

Ich legte immer noch grinsend das Telefon zur Seite und holte meine Taschen zu mir um meine neuen Besitztümer nochmal zu begutachten.
Ich bin echt gespannt, wie des morgen wird und grinste weiter genüsslich vor mich hin. Als ich den Pullover für Lauri in der Hand hielt, spürte ich, wie die Wut in mir aufstieg, doch ich unterdrückte sie und legte den Pullover zurück in die Tüte und stellte sie neben meinen Koffer.
Als es leise an der Tür klopfte, zuckte ich erschrocken zusammen, doch es war nur Saby, die mich zum Essen holte.
„Und, was is??“
„Naja, Natalie hat mich angerufen und wollte mich auch von meinem Vorhaben abhalten. Naja, und Lauri muss wohl besoffen am Strand randaliert haben...“ zuckte ich mit den Schultern und setzte mich an den Tisch.
„Meinst ned, du solltest vielleicht wirklich ned gehen??“
„Nope, jetzt wo ich das Geschenk und die Klamotten hab, gehe ich hin…da is doch nix dabei!! Und nun is gut, ich hab keinen Bock mehr!!“ lenkte ich ab und wir sprachen im Allgemeinen nur noch über den Tag und 20 Minuten später kam auch schon Daffy nach Hause.
„Hei ihr Zwei!!“ grüßte er uns und drückte Saby einen Kuss auf, während ich verlegen wegschaute. „Und wie wars??“
Er setzte sich zu uns an den Tisch und wir tranken erstmal schön Kaffee. Nebenbei erzählten wir ihm, was wir so erlebt hatten und er schüttelte nur den Kopf.
„Meine Mutter würde sich das nie rausnehmen! Ich muss doch glücklich sein… aber so ist nun mal die gehobenere Gesellschaft eben!!“
„Ach, kann doch lustig werden morgen!“ lachte ich und überlegte schu, wie ich auf irgendwelche Spitzen von Frau Müller reagieren würde.
„Aber Bibbi, ich sehs dir an der Nasenspitze an, lass es!!!“ riet mir Saby und ich wusste, dass sie in dieser Hinsicht recht hatte, denn ich wollte Janines Hochzeit ja ned betrüben.
„Ok…ich mache nix!!“ versprach ich ihr und wir redeten dann nur noch über belanglosere Dinge.

127. Kapitel

Zusammen kochten wir uns dann noch ein leckeres Abendessen, doch ich war die meiste zeit abwesend.
„Bianca, lass mal…ich glaube du bist heute nicht zum Kochen geeignet!!“ lachte Saby und ich musste ihr zustimmen.
„Ich gehe mal raus, ich brauch etwas frische Luft, ok?? Wartet mit dem Essen nicht auf mich, ok??“ ich zog meinen Mantel und meine Stiefel an.
„Ok…pass auf dich auf!!“ Saby umarmte mich kurz und ich ihr drückte einen Kuss auf die Wange bevor ich die Wohnung verließ.
Langsam lief ich, bewaffnet mit meinem MP3-Player, durch die Straßen von Nürnberg und irgendwie kam ich zum Hafen. Dort ließ ich mich auf einer Bank nieder und schaute an den mittlerweile dunklen Himmel. Leicht funkelten die Sterne hinter dem Wolkenschleier hervor und ich spürte den Sprühregen in meinem Gesicht, doch das störte mich nicht. Ich schloss meine Augen und atmete tief ein. Lange saß ich so da und dachte nach, dachte an Lauri, Janine, Sabrina, Luci, Polen, Angie, Joonas, Jonne, meine Familie, Natalie, Helsinki, Claudia, Morten und Danny.
>>Something´s gotten hold of my heart, keeping my soul, let my senses be apart…<< sang mir Marc Almond verführerisch ins Ohr und in diesem Moment wurde mir klar, warum es zwischen Lauri und mir ständig kriselte. Langsam stand ich auf und ging den Weg zurück, leise vor mich hersummend und zufrieden mit mir selbst.
Ich klingelte bei Saby und als ich oben ankam schaute sie mich fragend an.
„Ich fliege morgen zurück nach Helsinki.“ Platzte ich raus und sie sah mich entgeistert an.
„Wie jetzt??“
„Na, ich gehe nicht zur Hochzeit, ich bleibe auch nicht hier, ich fliege nach Hause und werde dort noch etwas ausruhen und…“ fing ich an, wurde aber unterbrochen.
„Wie, so einfach brichst du deine Urlaub hier ab?? Ok, schön das du nicht zur Hochzeit gehst, aber deswegen gleich ganz aufgeben??“ Saby ließ sich aufs Sofa fallen, so perplex war sie.
„Naja, ich werde kurz zur Hochzeit gehen, Janine das Geschenk geben und wieder abhauen. Ich rufe nur fix am Flughafen an, ok??“ damit verschwand ich ins Zimmer und rief beim Flughafen an. Ich bestellte mir ein Ticket und als ich fertig war, rief ich noch Danny an um auch ihm abzusagen. Begeistert war er nicht gerade, aber er musste es akzeptieren. Trotzdem bestand er darauf, mich abzuholen und ich gab bei. Als ich wieder zur Saby ging, hatte diese sich so halbwegs vom Schock erholt und ich erklärte ihr, dass solange ich hier blieb, die Gefahr bestünde, dass ich einen Fehler machen würde und da ich Lauri nicht verlieren wollte, zog ich eben meine Konsequenzen daraus. Auf der einen Seite war sie sehr traurig, doch sie freute sich auch über meine Einsicht und einige Tränen rannen ihr die Wange hinab.
„Was ist…wirst du es Lauri sagen??“ fragte sie mich dann schluchzend.
„Naja, nö…ich werde ihn damit überraschen. Und mit noch mehr!!“ lächelte ich geheimnisvoll, doch Saby erfuhr nix, so sehr sie auch drängelte.
Später ging ich dann ins Zimmer und packte meine Sachen soweit zusammen, dass nur noch meine Kleidung für den morgigen Tag dalag und das Geschenk auf dem Tsch stand. Völlig geschafft ging ich dann ins Bett du als ich gerade eingeschlafen war klopfte es an der Tür.
„Ähm…Bibbi…dein Handy hat geklingelt. Du hast es in der Stube liegen gelassen. Ich glaube, es war Lauri…“ sagte Saby leise und ich murrte etwas, nahm aber das Telefon entgegen. Als ich draufschaute stand keine Nummer da, was mich zwar irritierte, aber weil ich zu müde war, machte ich mir darum keine Gedanken. Leise verließ Saby wieder das Zimmer und ich konnte endlich einschlafen.


128. Kapitel

Am nächsten Morgen stand ich gut gelaunt auf und ging fröhlich vor mich herpfeifend ins Bad um mich zurecht zumachen. Nach einiger Zeit war ich dann endlich fertig und sah mich im Spiegel an und war zufrieden. Danach räumte ich alles in meinen Koffer und ging in die Küche, wo Saby doch schon dabei war, das Frühstück herzuzaubern.
„Morgen Süße!! Bist ja doch schon wach!!“ ich drückte ihr einen Schmatz auf und räumte dann das Geschirr auf den Tisch. Zusammen genossen wir unser letztes Frühstück und redeten über Janines Hochzeit.
„Wie willst du das machen??“
„Was??“
„Na, wie willst du das dann machen?? Weiß Danny schu Bescheid?? Und hast du Lauri schu angerufen??“ fragte sie mich, während sie genüsslich in ihr Brötchen biss.
„Naja, Danny weiß Bescheid, Lauri muss ich noch anrufen!!“ grinste ich und trank meinen Kaffee aus. Als es klingelte, schauten wir uns beide fragend an und Saby ging zur Tür um zu sehen, wer es war. An der Gegensprechanlage hatte sie Danny dran, der zu früh da war.
„Ja, warte, sie kommt gleich!!“ hörte ich sie nicht gerade freundlich sagen und stand daweile auf.
„Man, der sollte doch erst in einer Stunde da sein!! Was soll das??“ meckerte ich und ging ins Zimmer und holte meine Sachen.
„Keine Ahnung…ruf aber lieber Lauri noch an!!“ mahnte mich Saby und ich nickte geistesabwesend. Schnell verabschiedeten wir uns und ich ging runter. Dort stand Danny im Smoking und ich ertappte mich dabei, mir Lauri darin vorzustellen.
„Hei…sorry, aber da du ja wieder heimfliegst, hat Janine drauf bestanden, dass du vorher kommen sollst. Sie hat dich gestern zwar versucht zu erreichen, aber es war wohl schon zu spät.“ Er grinste mich schief an und machte mir dann ein Kompliment zu meinem Aussehen.
„Danke!!“ murmelte ich und stieg ein. Schnell holte ich mein Handy raus und wählte Lauris Nummer.
„Hmm??“ meldete er sich und ich war schu wieder kurz davor, aufzulegen.
„Hei ich bins, wollte dir nur sagen, ich gehe schnell zur Hochzeit und dann fliege ich nach Hause.“
„Wie nach Hause??“ fragte er mich jetzt etwas freundlicher.
„Na nach Hause. Ich breche meinen Urlaub ab und verbringe die restlichen Tage zu Hause in Helsinki!!“
„Aber warum dass??“
„Naja…ich hab Sehnsucht nach Hause und…naja…“ ich brach ab, weil Danny irgendwas sagte.
„Ist er schu bei dir??“ eifersüchtiger ging’s nicht.
„Ja, er hat mich abgeholt!“
„Gib ihn mir mal bitte!!“ forderte er mich auf und ich reichte wortlos das Handy weiter. Dann hörte ich nur einige schnelle Worte und sah, dass Dannys Gesicht immer länger wurde.
„Ja…“ presste er dann zwischen seinen Zähne hindurch und reichte mir mein Handy.
„So…ich bins wieder!!“ meinte ich ziemlich angesäuert.
„Babe, ich rufe dich dann zuhause an, haben jetzt eine Pressetermin…ich liebe dich und…danke!!“ ein gehauchter Kuss du das Gespräch war beendet.
„Ist der immer so??“ fragte mich Danny etwas sauer.
„Naja, wahrscheinlich nur bei mir!!“ lachte ich und schnallte mich an.
„Warum??“
„Danke, tolles Kompliment Danny!! Stell dir vor, er hat einfach Angst um mich, ich könnte ja was anstellen oder so!!“ grinste ich ihn an und holte meine Schachtel Zigaretten aus der Handtasche.
„Ok, da sind wir!“ er atmete einmal tief ein und fuhr dann auf das Anwesen.
„Was?? So schnell schon??“ ich hatte jetzt doch Schiss vor der Begegnung mit seiner Mutter und wünschte mir Lauri an meine Seite.
Schnell zuppelte ich mir meine Garderobe zurecht und überprüfte im Spiegel, ob mein Makeup und meine Frisur richtig waren und stieg dann langsam aus. Am Portal kam uns einer der Pinguine entgegen und nahm mir meinen Mantel ab. Ich nickte dankend und schaute mich wie schon beim ersten Mal staunend um. Die Villa is der absolute Hammer. Lange konnte ich das allerdings nicht begutachten, denn schon kamen seine Eltern auf uns zu. Seine Mutter hatte echt ihre „Ach-da-ist-ja-mein-Lieblingsgast-Miene“ aufgesetzt, denn es sollte keiner merken, dass ich nicht erwünscht war.
„Bianca, schön das du schon da bist. Janine ist gerade im Ankleidezimmer, möchtest du solange im grünen Salon warten??“ fragte sie mich in einem Ton, der für andere höflich gewesen wäre, doch ich hörte die Arroganz heraus und auch, dass sie keinen Widerspruch dulde.
„Ja, gerne!“ ich küsste sie links und rechts und Herrn Müller umarmte ich etwas liebevoller. Danach folgte ich einem der Pinguine in den grünen Salon, warum der diesen Namen trug, wusste ich allerdings nicht, denn hier war alles in beige gehalten. Aufseufzend ließ ich mich in einen der Sessel fallen und schloss meine Augen.
„Kann ich ihnen etwas anbieten??“ fragte mich da der Pinguin und ich bat ihn um einen Kaffee. Als er geräuschlos den Raum verließ, schaute ich zu einem der großen Fenster in den Garten, der trotz des schlechten Wetter etwas Romantisches. Ich fragte mich noch immer, warum sie im November heiraten, aber naja.
Als sich die Tür erneut öffnete, stand auf einmal Herr Müller vor mir.
„Bianca…es tut mir echt leid…aber du musst meine Frau verstehen. Ich versuche sie immer wieder zu überzeugen, dass sie damals einen Fehler gemacht hat, aber du kennst sie ja.“ Er seufzte leise auf und ging an eines der großen Fenster.
„Ich hatte mir immer gehofft, dass meine Kinder mal selbst entscheiden können, was sie wollen, doch nicht mal ich kann das!! Und heute gebe ich meine Tochter in die Hände eines Mannes, der den gleichen Schlag hat!!“
Ich saß in meinem Sessel und hörte ihm zu.
„Früher war sie liebevoll und alles, ich weiß nicht, was sie so verändert hat. Manchmal wünschte ich mir, ich hätte damals nicht ins Immobiliengeschäft investiert, dann wäre alles anders gekommen!!“ er sprach mehr zu sich selbst und ich wusste, dass macht er nur, weil er mir vertraute. Warum auch immer!!!
Als der Pinguin meinen Kaffee brachte, war das wohl ein Zeichen für Herrn Müller und er ging wieder hinaus. °°Komische Leutz gibbet schu!!°° dachte ich mir und nippte an meinem Kaffee.
„Bibbi????“ schrie es auf einmal von der Tür und ich verbrannte mir die Zunge.
„Man, bin ich froh, dass du da bist!! Und, wie sehe ich aus??“ Janine tanzte vor mir in einem Traum aus Weiß und ich konnte sie nur mit offenem Mund anstarren.
„Wow!! Ich bin…sprachlos!! Du siehst total…wow!!!“ ich getraute mir gar nicht, sie zu umarmen, aus Angst etwas kaputt zumachen.
„Ach Quatsch!! Lass dich drücken...schade dass dein Freund nicht da ist!!“
Ich drehte sie noch einmal um ihre Achse und bei ihrem Anblick bekam ich glatt auch Lust darauf.
„Ja, leider…aber bevor ich es vergesse, ich bleibe nicht lange, bin nur wegen dir und dem Geschenk, ich denke einer der Pinguine wird es schu auf den Tisch gestellt haben!! Man, wie kam das so schnell??“
„Ach, du kennst doch meine Mutter, naja und weil es eben passt…und ich auch wollte, naja, dann haben wir uns halt dazu entschlossen.“ Lachte sie.
„Aber im November?? Hättest du nicht bis zum Sommer warten können??“
„Nee, dann hätte ich im Umstandkleid heiraten müssen!!“ kicherte sie und ich bekam noch größere Augen.
„Nein?? Oh mein Gott…du wirst…das is ja…ich kanns nicht glauben!!“ sie lächelte mich an und meinte, es ist so, sie wird Mami. Und mit einen mal wusste ich, was mir fehlt und bekam einen dicken Klos im Hals.
„He, alles ok??“ fragte mich Janine besorgt, doch ich nickte nur und schob es auf die Freude.
Kurze Zeit später kam ihre Mutter und scheuchte Janine ins die Garderobe, wo die Ankleidedame mit dem Mantel wartet. Für mich war dies das Zeichen zum Aufbruch und ich verabschiedete mich mit einem dicken Kuss und einer innigen Umarmung von Janine und folgte ihr hinaus. Dort stand Danny schon bereit, mich zum Flughafen zu fahren. Ich verabschiedete mich von seinen Eltern und folgte ihm mit schweren Schritten zum Auto. Ich stieg ein und schloss meine Augen, weil sich die Tränen emporkämpften und ich krampfhaft versuchte, sie zu unterdrücken. Danny fuhr schweigend los und ich war ihm dankbar.

129. Kapitel

Ich starrte eine Weile aus dem Fenster, als mir auffiel, dass wir überhaupt nicht zum Flughafen fuhren.
„Danny, was is los?? Hier geht’s nicht zum Flughafen!!“ meinte ich irritiert, doch er lächelte nur leicht, fast traurig.
„Das ist schon richtig, wie ich fahre!!“ meinte er und ich lehnte mich zurück.
°°Verdammt, wenn das Lauri rausbekommt!! Ich kann das nicht tun!!°°
„Danny, bitte…fahre mich zum Flughafen!!“ bat ich ihn, doch er schüttelte den Kopf.
Als er langsamer wurde, sah ich mich um und mir verschlugs bald die Sprache. Danny war zur Kirche gefahren, wo schon etliche andere Hochzeitsgäste standen und dort standen auch…
„Ich werd verrückt, was machen DIE hier??“
…Sabrina mit Daffy, Natalie mit Pauli und Lauri!! Mit einem Aufschrei sprang ich aus dem Auto und rannte zu Lauri, der mich lachend in den Arm nahm.
„Na, ist es mir gelungen?? Alle haben mitgespielt!!!“ er küsste mich und ich konnte ihm noch nicht einmal böse sein!!
„Also war das alles…?“ setzte ich an und er lachte. „Ja, nix davon ist war!! Wir wollten nur sehen, wie du reagierst!!“
Als Danny zu uns kam, grüßten sich die beiden zwar nicht gerade freundschaftlich, aber immerhin. Ich ging in der Zwischenzeit zu Natalie, Pauli und Saby, die mich breit angrinsten und schlug ihnen leicht auf den Arm.
„Ihr!! Macht das nie wieder!! Ich habe echt Angst bekommen!!“
„Naja, das war alles Lauris Idee, weil er wusste, du würdest einen Weg finden um zu dieser Hochzeit zu kommen, also haben wir uns etwas einfallen lassen, damit du mal merkst, wie du mit ihm umgehst!!“ meinte Natalie die sich natürlich sehr darüber freute, dass Pauli Lauri begleitet hatte. Kurz drückten Pauli und ich uns und ich musste lachen. Zu komisch war diese Situation.
„Hmm…toll...was hättet ihr denn gemacht, wenn ich mit dem Taxi gefahren wäre??“ fragte ich sie etwas mürrisch.
„Naja, wir wussten ja, wann du geflogen wärest, weil den Flug haben wir eh storniert.“ Kicherte sie und auch Saby musste lachen.
„Aha…und wenn ich mir dann dort eines gekauft hätte??“ so schön ich das auch fand, etwas wütend wurde ich dann doch.
„Babe…nun beruhige dich, es ist alles so gekommen, wie wir es planten und ich liebe dich!!“ meinte Lauri, der mich in den Arm nahm und mich küsste.
„Man…ich könnte dir…was weiß ich!!“ ich musste schmunzeln und auch er lächelte.
„Ja, kannst mal sehen, aber schön, dass du nicht gegangen wärest…da bedeutet mir echt viel!! So, lass uns reingehen, is etwas kalt!!“ raunte er an meinem Ohr und schubste mich leicht vorwärts.
„Was sagst eigentlich zu meinem Aussehen?? Habe mich extra passend zu dir in Anzug geschmissen!!“ kicherte er und ich sah ihn mir an. Tatsächlich, er hatte sich einen Anzug angezogen, rasiert und sogar seine Haare ordentlich gestylt.
„Wow, wie kommt es eigentlich, dass ich heute her seit?? Ich meine, weiß Janine bescheid??“ ragte ich, als wir uns hinsetzten.
“Na, sie wollte doch, dass wir rüberkommen!! Sie wollte nicht auf dich verzichten und naja, dann kamen wir, also Natalie, Saby, Janine und ich, auf diese Idee. Du, voilá, da bin ich!!“ spitzbübisch grinste er mich an.
„Ich freue mich…weil ich es doch schade fand, wenn ich hätte nicht dabei sein dürfen. Aber naja…“ ich kuschelte mich an ihn.
„Glaubst du echt, ich würde das übers Herz bringen?? Gut, dass du mit Danny gegangen wärest, war schu ned so toll, aber ich wusste ja, das Saby und Natalie auch da sein werden.“ Meinte er und strich mir sanft über die Wange.
„Ich habe dich vermisst!!“ murmelte ich und schaute ihm tief in die Augen, die wieder wie kleine Smaragde glitzerten, oder waren das die Tränen??
„Macht mal bisschen Platz hier, sie kommen grad an!!“ sagte Saby neben uns und wir rutschten.
Die Kirche war echt total voll, kein Sitzplatz war mehr frei, und erst jetzt viel mir die Dekorationen auf. Alles in weiß gehalten, also Kosten haben sie keine gescheut. Als es plötzlich ruhig wurde, schauten wir auf, doch es war nur Frau Müller in Begleitung der Bräutigamseltern und Maik. Ihn sah ich ja zum 1. Mal und naja, er sah klasse aus. Der Pfarrer und seine Gehilfen nahmen vorne Aufstellung und der Orgelspieler setzte an um den Hochzeitsmarsch zu spielen. Alle erhoben sich von ihren Plätzen und wir schauten gebannt zur Türe. Ich wusste ja, wie Janine aussieht, doch als sie jetzt, am Arm ihres Vaters in die Kirche kam, traten mir wieder dir Tränen in die Augen. Sie sah so märchenhaft schön aus, dass kann man nicht beschreiben. Lauri, der merkte, dass mir das nahe ging, nahm meine Hand und drückte sanft zu. Während der ganzen Zeremonie ließ ich sie nicht los und auch er musste mehrere Male schlucken, auch wenn er wohl nicht sehr viel verstand. Als sich die beiden das Ja-Wort gaben, liefen mir die Tränen und Lauri reichte mir wortlos ein Taschentuch.
Als die Beiden an uns vorbeigingen, konnte ich Janine kurz ansehen und sie grinste mir glücklich entgegen und machte eine Kopfbewegung Richtung Lauri und nickte. Danach folgten alle Hochzeitsgäste dem Brautpaar und beglückwünschten es. Als wir vor Beiden standen, mussten Janine und ich lachen.
„Ich dachte echt, mir platzt bald alles raus!! Weißt du, wie schwer das war?? Aber ich freue mich so…wir reden dann!!“ ich drückte sie nochmal, gab Maik meine Hand, genauso wie Lauri und dann gingen wir zu den Anderen.

130. Kapitel

Zusammen sahen wir dem Brautpaar zu, wie es einen Holzblock zersägte und lehnte mich dabei an Lauri, der sachte seinen Arm um mich legte.
„Wann wird sie wohl den Brautstrauß werfen??“ fragte Saby und ich sah sie fragend an.
„Du willst dich doch nicht etwa da hinstellen??“
„Na doch, alle unverheirateten Frauen müssen dass…ja, DU auch!!“ lachte sie, als ich ihr einen Vogel zeigte.
„Was ist los??“ fragte mich Lauri, der nicht verstanden hatte, worum es ging und ich erklärte es ihm, woraufhin er anfing mit lachen.
„Doch, du musst!!“
„Und was ist, wenn ich ihn fange?? Naja, ich bin so klein, da wird das nicht passieren!!“
„Hehehe, sei dir da nicht so sicher!!“ kicherte er und Pauli lachte mit.
Nachdem die Brautfotos geschossen wurden, musste wir unverheirateten Frauen Aufstellung nehmen, es waren dawegen einige, so dass ich mir keine Gedanken machte. Als Janine sich umdrehte, schaute sie noch einmal, wohin sie überhaupt werfen musste und dann kam er geflogen. Ich stand relativ in der Mitte und hoffte, dass ihn eine andere fangen würde, doch was passierte da?? Alle gingen einen Schritt zur Seite, so dass ich auf einmal alleine dastand und den Strauß direkt in die Arme bekam. Alles klatschte Beifall und ich sah die anderen böse an.
„Was bitte, war denn das??“ frage ich sie, als sie grinsend zu mir kamen.
„Was?? Ach nix, du weißt doch, ich kann so schlecht fangen!!“ meinte Saby und Natalie schob noch ein „und ich habe Angst vor den Stacheln“ hinterher, so dass mir klar wurde, dass das geplant war.
Lauri freute sich wie ein kleiner König und sah mich an.
“Na?? Sind wir die Nächste die heiratet??“ meinte er fröhlich und ich streckte ihm die Zunge raus. Zusammen gingen wir dann zu den Autos und fuhren auf das Anwesen zurück. Lauri grinste fröhlich vor sich her, während er meine Hand festhielt. Ich starrte daweile auf das Bouquet in meinen Händen und dachte darüber nach, ob es wohl stimmt, dass man dann innerhalb eines Jahres selber heiratet. Irgendwo gefiel mir diese Vorstellung und ich merkte, wie ich anfing zu träumen.
„Und, wer ist der Prinz auf dem weißen Pferd und in der glänzenden Rüstung, der dich rettet??“ raunte es an meinem Ohr und ich wurde zurückgeholt in die Realität.
„Weiß ich nicht, er war noch zu weit weg!!“ antwortete ich schlagfertig und Lauri verzog das Gesicht. Ich legte meinen Finger unter sein Kinn und hob es an um ihn einen Kuss aufzudrücken. Wie habe ich diese Lippen vermisst!!! Am Eingang reihten sich die Leute ein, denn sie wollten sehen, wie der Bräutigam seine Braut über die Schwelle trug und als sie kamen, standen mir wieder die Tränen in den Augen. Sie fuhren in einem weißen Chevrolet von vor und er sah so traumhaft aus mit dem Rosenbouquet auf der Motorhaube, so dass ich mich leicht wegdreht und meine Tränen wegwischte. Als sie dann die Treppen hochkamen, sahen wir das Glück förmlich sprühen, so glücklich waren beide. An der Tür hob Maik Janine mit Leichtigkeit hoch und trug sie hinein. Ab heute würden sie hier mit wohnen.
Zusammen ging es in den großen Saal, der festlich geschmückt wurde und alle nahmen an ihren Plätzen Platz. Diese waren mit kleinen Kärtchen gekennzeichnet und ich wunderte mich wieder, wie es Janine geschafft hatte, ihre Mutter zu überzeugen!! Oder gehörte das alles zum Plan?? Ich gab einem der Pinguine meinen Strauß und setzte mich neben Lauri. Die Sitzordnung war auch lustig. Neben mir saß nicht Pauli oder Daffy, nein, da saß ein alter Herr mit Gemahlin, und als ich mich umschaute, stellte ich fest, dass das überall so war. Ich hatte mir gegenüber Natalie und wir wanken uns über den riesigen Tisch zu.
„Wo werdet ihr eigentlich heute Nacht schlafen??“ fragte ich Lauri leise, dieser grinste mir wieder schelmisch entgegen.
„Wir beide haben hier ein Zimmer!! Alles schu abgesprochen und deine Sachen stehen auch schon drinne!!“
„Meine Sachen…ach, die ausm Auto??“ er nickte und ich konnte wieder nur den Kopf schütteln.
„Freu dich doch!!“ raunte er mir zu, bevor er das besteck vor sich etwas skeptisch musterte.
„Immer von außen nach innen!!“ lachte ich und er kitzelte mich leicht.
„Nicht, wir fallen sonst auf!!“ sagte ich leise, weil Frau Müller schon wieder so ernst schaute.
„Mir doch egal, und wenn ich dich hier nehmen würde!!“ Ich spürte, wie mir die Röte ins Gesicht stieg und haute ihm leicht auf den Oberschenkel.
„Ja, bitte, ich steh auf Schläge!!“ Ich musste laut lachen, was uns wiederum einen schrägen Blick von Pauli einbrachte.
„Wo schlafen die eigentlich??“
„Auch hier, aber in einem anderen Flügel!!“ grinste er mich wieder an, und zeigt mir bitte denjenigen, der da noch sauer bleiben kann!!
Als das Essen gereicht wurde, staunten wir nich schlecht.
„Für Aki wäre es das Paradies auf Erden, warum ist er nicht mit??“
„Weil er nicht unnötig fliegen wollte!! Weißt doch, er mit seiner Flugangst. Und Eero ist aus Freundschaft geblieben!!“ meint Lauri zwischen 2 Bissen.
Später, als das Essen wieder abgeräumt wurde, standen wir erstmal auf und gingen in den Garten um das Essen zu verdauen und eine zu Rauchen. Pauli und Natalie gesellten sich zu uns und Pauli hielt sich den Bauch.
„Man, das war gerade mal das Mittagessen!!“ stöhnte er und ich musste lachen.
„Ach Tonni, bis zum Kaffee hast du des schu wieder verdaut!!“ gespielt trotzig sah er mich an und stupste mir mit dem Finger auf die Nase.
„Das musst du bei deiner Hochzeit erstmal hinkriegen!!“ zog er mich dann auf und ich schlug einen Waffenstillstand vor. Langsam liefen wir, wie so viele andere Gäste durch den parkähnlichen Garten und ich träumte schon wieder vor mich hin.
„Komme ich darin auch vor??“ fragte mich Lauri leise, als er den Arm um mich legte.
„Hmm…“ murmelte ich und wir blieben kurz stehen um uns zu küssen.
Danach gingen wir mit Pauli und Natalie zurück und kamen noch rechtzeitig um dabeizusein, als die ersten Toasts auf das Brautpaar ausgesprochen wurden.

131. Kapitel

„Wie hat das Pauli eigentlich vorhin gemeint, ich soll das erstmal bei meiner eigenen Hochzeit besser machen??“ fragte ich Lauri, als die ersten Torten reingetragen wurden.
„Ähm…naja, keine Ahnung!!“ stotterte Lauri und sah sich einen unbestimmten Punkt an der Decke an „Vielleicht, weil du den Strauß gefangen hast??“
„Aha…ja, klingt logisch!“ mir viel dabei nicht auf, wie Lauri sichtbar erleichtert ausatmete.
„Oh man, was is denn das für eine Riesentorte??“ platzte es aus Natalie heraus, als sie den Küchenchef mit Gehilfe eine 5stöckige Torte reintragen sah. „Wer soll denn das alles essen??“
„Pauli!“ sagten Lauri und ich in diesem Moment wie aus einem Munde, was Pauli ärgerlich machte. Wir fingen an mit lachen.
„Ihr müsst euch jetzt was wünschen!! Verhakt einen kleinen Finger mit dem des anderen und wünscht euch was!!“ forderte uns Saby aufgeregt auf und ich zuckte mit den Schultern. Leicht nahm ich Lauris Hand und verhakte meinen kleinen Finger mit seinem, kurz sahen wir uns in die Augen und wenn wir uns in diesem Moment nicht beide das Selbe gewünscht haben, dann fresse ich einen Besen!!
Wir setzten uns wieder auf unsere Plätze und genossen das Kaffeetrinken, wobei ich Pauli beobachte, der leise mit Natalie redete und beide sahen aus, als würden sie etwas aushecken. Selbst sein Stück Kuchen rührte er noch nichemal an!! Ich ließ meinen Blick über die Runde schweifen und als ich kurz bei Danny hingenblieb, erkannte ich, dass er mich auch beobachtete. Erschrocken wendete ich den Kopf und verschüttete dabei meinen Kaffee auf meine Hose. „Voi Paska!!“ raunte ich leise und Lauri versuchte mit der Serviette das Gröbste zu entfernen, doch ich schob sacht seine Hand weg und stand auf.
„Ich komme gleich wieder!!“ raunte ich ihm in meinem Kuss zu und ging langsam los. Doch er folgte mir, und nahm meine Hand.
„Weißt du überhaupt, wo du hinmusst??“ kicherte er neben mir und ich musste ihm Recht geben. Also ließ ich mich von ihm zu unserem Zimmer führen und versuchte, so gut es ging, die Blicke der Gäste und das Grinsen unserer Freunde zu verdrängen. Dort angekommen, schlüpfte ich erstmal aus den Stiefeln und atmete erleichtert aus, dann ging ich zu dem riesigen bett, das in der Mitte des Raumes stand und ließ mich drauf fallen.
„Puh…wie gut das doch tut!!“ stöhnte ich leise und Lauri lachte wieder.
„Weißt du, was dir jetzt auch gut tun würde??“ raunte er an meinem Ohr und stütze sich dabei neben meinem Kopf ab.
„Nein…was denn??“ hauchte ich mehr, als das ich redete, denn seine Nähe machte mich nervös, heiß, konfus,…und mein Körper reagierte auf seine eigene Weise.
„Ich habe da heute eine große Badewanne entdeckt in unserem Bad und ich glaube, da ist ganz schnell heißes Wasser drinne!!“ flüsterte er weiter, während er meinen Blazer langsam öffnet und an den freien Stellen kleine Küsse hinterließ. Ich stöhnte leise und er nahm das als eindeutiges „Ja“ und zog mich hoch und drängte mich sanft ins Bad. Unterwegs fielen beiderseits Kleidungstücke hinunter und als wir gerade das bad erreichten, wollten wir beide nicht erst warten, bis die Wanne vollgelaufen war. Wir liebten uns lieber auf dem Badewannenvorleger und gingen danach schön duschen. Als wir fertig waren mit Abtrocknen und Anziehen, standen wir beide vor dem Spiegel und schminkten uns neu und grinsten uns über den Spiegel an.
„Weißt du, dass du total verrückt bist?? Du bist wie eine Droge!!! Man bekommt von dir nie genug und sieht man dich einige Tage nicht, leidet man tierische Entzugserscheinungen!!“ sagte Lauri leise, als er seinen Kajal auftrug. Ich ließ den Arm sinken, weil ich ja eigentlich Mascara auftragen wollte und sah ihn an.
„Ich liebe dich auch und kann es kaum erwarten, wieder mit dir einzuschlafen, die Lichter von Helsinki anschauen und einfach nur nixtun!!“ ich ging langsam auf ihn zu und umarmte ihn. Seufzend legte er seinen Kopf auf meine Schulter und umschlang mich mit seinen Armen.
„Rakas, bitte…glaub mir eins!! So sehr wie ich dich liebe, habe ich noch nie für ein Girl empfunden!! Es ist Wahnsinn!! Als würde mein Herz zerbrechen vor lauter Gefühle!!“ wir küssten uns noch einmal, denn jegliche Worte wären jetzt überflüssig gewesen und als wir uns dann endlich fertig waren mit schminken, gingen wir wieder hinunter. Ich hatte noch dasselbe Oberteil und denselben Blazer an, doch trug ich jetzt meine schwarze Hose, aber es sah trotzdem noch gut aus. Als wir wieder in den Saal kamen, sahen wir, dass die Tische schon umgestellt waren, weil es dann nur noch ein Buffet gab, so dass man essen konnte, wann man wollte. Als man uns kommen sah, merkten wir, dass sie genau wussten, was wir gemacht haben, denn das Grinsen ersetze jede 5000 Watt-Birne!!!

Kurze zeit später, eröffnete das Brautpaar mit ihrem Walzer das Bankett und so nach und nach gesellten sich mehr Paare auf die Tanzfläche. Ich sah kurz Lauri an und wir schüttelten beide lachend den Kopf, denn wenn wir eins nicht konnte, dann zusammen Walzer tanzen. Doch irgendwie interessierte das keinen, denn Pauli und Natalie schubsten uns auf die Fläche, so dass wir notgedrungenerweise doch tanzen mussten. Doch irgendwie bekamen wir diesen ¾-Takt hin, und reihten uns in die Runde ein, ohne jemanden oder uns auf die Füße zu treten. Irgendwann kamen wir bei Maik und Janine an und wie es sich gehört, wurde ‚abgeklatscht’, so dass ich mit Maik tanzte und Lauri mit Janine.
„Es ist nett, dich endlich mal kennen zu lernen!!“ meinte ich zu Maik und er nickte.
„Ja, Janine hat echt alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit du hierher kommst!! Ich war auch neugierig, wer denn die Frau sei, die so vieles mit sich zieht!!“ lachte er und auch ich musste lachen. Als dann Janines Eltern vorbeikamen, wurde hier abgeklatscht, denn Frau Müller bestand auf diesen Tanz.
°°Sie hatte wohl eher Angst, dass ich mich an Maik ranmachen würde°° lächelte ich und merkte nicht gleich, mit wem ich da soeben tanzte.
„Warum lachst du so??“ fragte mich Danny am Ohr und ich erschrak sosehr, dass ich leicht aus dem Takt kam.
„Oh, sorry, wollte dich nicht erschrecken!!“ meinte er dann und verstärkte seinen Griff auf meinem Rücken. Ich schaute mich nach Lauri um, der nicht gerade begeistert aussah. Zum glück ging das Stück nicht mehr lange und ich konnte mich von der Tanzfläche verdrücken.
„Ihr saht so schön aus!!“ schwärmte Saby und ich sah sie irritiert an. „Na du und Lauri, wie als wenn ihr nix anderes machen würdet, als zusammen tanzen!! Und ich habe den Beweis!!“ lachte sie und hielt die Digicam hoch.
„Oh mein Gott, wer weiß, wie wir aussehen!!“ kicherte ich, während ich wieder zu Lauri ging und seine Hand in meine nahm.
So verging der frühe Abend, wir tanzten ab und an mal und als das Buffet eröffnet wurde, schlugen wir unsere Mägen erstmal mit allerlei Leckerein voll. Danach ging ich mit Lauri wieder eine Runde durch den Park, der von vereinzelten Laternen und dem Mond beleuchtet wurde. An einer Gartenbank blieben wir stehen und setzten uns hin. Lauri legte seinen Arm um mich, weil es mich fror und ich kuschelte mich an ihn. Schweigend saßen wir da und genossen die Nähe des anderen, als Lauri anfing mit Reden.

132. Kapitel

„Ich weiß, dass du das jetzt nicht hören möchtest, aber ich kann nicht länger warten!! Schon von dem ersten Moment an, wo ich dich wieder gesehen habe, war mir klar, dass ich nie wirklich über dich hinweg war. Ich meine…“ er atmete tief ein und seine Finger spielten mit meinen, „wäre das damals nicht passiert wären wir vielleicht nie auseinander gegangen…aber das ist jetzt eh egal!!“ er zog mich noch fester an sich.
„Aber spätestens, als du mir in Berlin die Kette vor die Füße gehauen hast, war es mir klar. Ich bin dir restlos verfallen und eigentlich kannst du alles mit mir tun, ich würde dir immer wieder verzeihen. Aber ich weiß auch, dass es dir nicht anders geht, auch wenn du alles versuchst zu überspielen. Rakas, du bist nicht so stark, wie du alle Welt glauben lassen willst!!“ er drückte mir einen Kuss auf den Kopf. Als ich was sagen wollte, hielt er meinen Mund zu und sprach leise weiter.
„Und weil ich weiß, wie du bist, weil ich weiß, dass du dir selber am Meisten wehtust, habe ich angst um dich!! Du bist genauso verletzlich wie ich, doch das gestehst du dir selbst erst viel zu spät, wenn überhaupt, ein. Weißt du, jeden Moment, den ich nicht in deiner Nähe sein kann, fühle ich mich leer. Du füllst mein ganzes Inneres aus, du bist die Kraft, die ich zum Leben brauch, meine Sonne!!! Doch ich möchte das Ganze auch für dich sein!! Ich habe oft das Gefühl, als würdest du um dich eine Mauer bauen, die selbst ich nicht einmal durchbrechen kann, aus Angst den Leuten zu zeigen, wie viel Mensch du eigentlich bist!!! Ich weiß, dass du Gefühle hast, doch du zeigst sie zu wenig!! Und das wiederum verletzt mich!!“ er zog an seiner Zigarette, die er sich zwischenzeitlich angezündete hatte, und ich lauschte ihm, unfähig etwas zu sagen.
„Doch nix, rein gar nix kann meine Liebe zu dir zerstören, deswegen möchte ich dich hier und…“ ich legte ihn meinen Finger auf den Mund.
„Sprich nicht weiter, bevor du mir nicht zugehört hast!!!“ bat ich ihn und lehnte mich an ihn.
„Lauri…du hast recht, wie ich mich dir gegenüber verhalte ist nicht korrekt. Ich liebe dich mehr als mein Leben und genau davor habe ich Angst!! Ich habe Angst davor, wieder vor den Scherben meiner Liebe zu dir zu stehen, ich habe Angst davor, mich endgültig fallen zu lassen. Ich würde dir gerne alles geben, alles, doch ich habe Angst!! Ich weiß, dass du mich liebst, kein normaler Mensch wäre wegen ner Hochzeit mal eben aus Venezuela hierher gekommen…aber ich kann mich auch nicht von heute auf morgen ändern!!! Gib mir die Zeit, das Vertrauen zu festigen…“ ich brach ab, weil ich nicht wusste, wie ich es hätte noch ausdrücken sollen.
Schweigend saßen wir da, als Lauri sich leicht drehte und seine Lippen meine suchten.
„Ich weiß, was du meinst…“ mit leicht brüchiger Stimme sagte er das und ich schmeckte seine Tränen. Ich drehte mich so, dass ich ihm in die Augen schauen konnte du zog seinen Kopf an meine Schulter.
„Danke…ich liebe dich!!“ raunte ich ihm ans Ohr und er drückte mich, als würde es kein nächstes Mal geben.
„Ich liebe dich auch…mehr als du glaubst!!“ schniefte er noch leise und ich wischte ihm dann die Tränen von der Wange, während ich krampfhaft schluckte um meine zu unterdrücken.
„Lass sie laufen!!“ meinte er und zum ersten Mal, ließ ich meine Gefühle so richtig zu und heulte mich an seiner Schulter aus. Wie lange wir dasaßen, weiß ich nicht, doch als meine Tränen langsam verebbten, war Lauris Blazer nass und ich fühlte mich ausgepowert.
Ich wischte mir die Tränen weg, während Lauri mir sanft über die Haare strich.
„Alles ok??“ fragte er und ich nickte. „Ja, du das auf der Hochzeit meiner Freundin!!! Was wolltest du eigentlich sagen, als ich dich unterbrochen hatte??“
„Ähm…ach nix!! Lass uns wieder reingehen, mir ist ganz schön kalt und die anderen werden uns auch vermissen!!“ er stand auf, klopfte sich einmal alles zurecht und zog mich dann noch einmal in seine Arme um mich schwindelig zu küssen. Langsam liefen wir zu den Anderen und als sie uns erkannten, sah ich wie Pauli und Lauri Blicke austauschten und Lauri leicht mit dem Kopf schüttelte, worauf Pauli etwas seine Schultern fallen ließ.
°°Was ist den hier los??°° fragte ich mich verwirrt °°Hat es mit der Frage zu tun, die Lauri mir stellen wollte?? Und welche ist es??°°

133. Kapitel

„He, wo ward ihr beiden den auf einmal hinverschwunden??“ fragte mich Saby und ich erzählte ihr, dass Lauri und ich uns draußen unterhalten hatten.
„Aha…und..“ fing sie an, doch als sie kurz zu Natalie sah, brach sie ab, „Lass uns was zum Trinken holen!!“ lenkte sie dann das Gespräch in eine andere Bahn und wir liefen zu dritt zum Buffet. Unterwegs viel uns auf, wie viele Leute doch da waren und als wir an der Tanzfläche vorbeiliefen, erkannten wir, dass sie sogar eine Karaokemaschine hatten. Als wir die sahen, fingen wir alle drei zu gleichen Zeit an mit lachen, denn wir wussten ganz genau, was wir später machen würden!! An der Bar, die neben dem Buffet stand, ließen wir uns jede einen Cocktail geben und setzten uns dann in eine gemütliche Ecke um das Treiben zu beobachten. Noch waren viele ältere Herrschaften anwesend, so dass es doch gesittet zuging, aber die Frage stellte sich wie lange. Als ich durch den Raum schaute, sah ich Lauri mit Daffy und Pauli reden und er sah irgendwie traurig aus, während die anderen auf ihn einredeten, es sah aus, als wollten sie ihn trösten. Und dann blieb mein Blick auf einmal an einer großen, dunkelhaarigen, braungebrannten Person hängen, die soeben Janine und Maik knuddelte.
„Ich wird nicht mehr!! Da ist Christiane!!!“ ich sprang erfreut auf und auch Natalie und Saby bekamen sich kaum ein, denn wir haben uns ewig nicht mehr gesehen!!
Als uns Christiane entdeckte wurde ihr Lächeln, wenn es denn überhaupt ging, noch strahlender und sie kam auf uns zu.
„Ciao Bellas!!“ grüßte sie uns in Italienisch und drückte uns jede einzeln. „wie geht es euch denn?? Ich wäre normalerweise schon vormittags dagewesen, aber ich hatte Probleme im Hotel!!“ fing sie an und wir wussten, dass das jetzt lange gehen würde, zuviel war aufzuholen. „Aber bevor wir uns unserem Plausch widmen, möchte ich euch meinen Mann vorstellen. Francesco…das sind meine Mädels, Mädels, dass ist mein Mann!!“ sie zog einen gutaussehenden, muskelbepackten Italiener an sich ran und er grüßte uns formvollendet. „Und, wo sind eure?? Janine hat mich schon informiert gehabt!!“ lachte sie und ich musste grinsen. Schnell ging ich zu Lauri, der schon kritisch schaute, nahm seine Hand und führte ihn zu Christiane, während ich ihm unterwegs erklärte, wer sie ist und wer der Mann an ihre Seite sei. Und siehe da, schon war er erleichtert und sein Lächeln kam ehrlicher rüber.
„Das ist dein Freund??“ frage mich Christiane mit staunendem Blick und ich zog eine Flunsch. Ok, es sah lustig aus, wie er so vor dem großen, ca. 1.90m Francesco stand, aber dafür konnte er ja nix.
„Ja, dass ist mein Freund!!“ und ich musste dann doch lachen. Zwischenzeitlich kamen auch Pauli und Daffy und nachdem sich alle gegrüßt haben, setzten wir uns zusammen. Gut die Jungs auf die eine Seite und die Mädels auf die Andere. Wir unterhielten uns angeregt, während die 4 Jungs paar Probleme hatten, doch spätestens nach dem 3. Bier, das einer der Kellner brachte, war das eh egal. Wir tranken auch schon die mittlerweile 2. Flasche Wein und feierten über die alten Zeiten ab.
Als der DJ endlich etwas neuere Musik auflegte, zog es mich auf die Tanzfläche und so ging es so ziemlich jedem der jungen Leute. Janine und Maik hatten sich zwischenzeitlich umgezogen und mischten sich jetzt unter die Partygäste, während sich die älteren Herrschaften auf ihre Räume oder nach Hause verzogen. Der Alkohol floss in Strömen und wir tanzten ausgelassen bis der DJ die Karaokemaschine anschmiss. Wir saßen gerade am Tisch und ich kuschelte mich an Lauri, der glücklich aussah und auch schon ziemlich besoffen, doch das störte mich nicht, ich war viel zu froh, dass er heute bei mir war. Natalie ging es nicht anders, denn auch sie kuschelte mit Pauli. Als die ersten Takte von griechischer wein erklangen, sahen wir uns nur grinsend an und standen wieder auf um demjenigen zuzusehen, der sich da vorne zum Hampelmann machte. Doch er konnte echt gut singen und wir feierten ihn indem wir mitsangen und schunkelten. So ging das dann Song für Song, bis „Ti Amo“ von Howard Carpendale drankam, unserem Kneipenlied schlechthin.
„Und, kannst noch den Howie??“ fragte mich Saby, während wir vorgingen und ich musste schon jetzt feixen. Lauri, der nicht so recht wusste, was er machen sollte, stellte sich neben Pauli, der von Natalie darüber informiert wurde und sich das Grinsen nicht verkneifen konnte.
Zusammen stellten wir uns zu viert vorne auf und ich konnte Lauri nicht anschauen, sonst hätte ich gekniffen. Als die ersten Takte erklangen, sahen wir uns noch einmal an und nickten uns zu. Leise fing ich an, die erste Strophe zu singen und schloss meine Augen.

Ti Amo, du sagtest Ti Amo,

das heißt ich lieb dich so.

Was ist geblieben,

von deinem mich lieben,

von hundert mal Ti Amo,

sagtest du das nur so,

weil es dazu gehört,

Worte sind billig,

sind manchmal so billig.

Man redet sich selber ein,

alles das muss so sein.

Hast das auch du getan?

Sinnliche Spiele und falsche Gefühle,

und nun willst du wieder ein neues Ziel finden,

willst dich nicht mehr an mich binden.

Stehst da, gepackt ist dein Koffer,

was gewesen, ist gewesen.


Dein Ti Amo, dein schönes Ti Amo, war nur Begleitmusik,

für Sommertage, mehr kam nicht in Frage.

Und ich hab geglaubt, das mit uns geht so weiter,

jetzt bin ich leider gescheiter.

Aber ich kann nicht bestreiten,

dass es schön war, ja so schön war.


So geh den Weg, du hast ihn selbst gewählt.

Wenn dich hier nichts mehr hält.

Ich werde leben, auch ohne dich leben.

Und werden die Tage für mich noch so schwer sein,

werden die Nächte auch leer sein.

Irgendwann werd ich vergessen,

es wird Schluss sein,

denn es muss sein.

Du willst es so, ich weiß, du willst es so.

Wann sagst du anderswo,

Ti Amo, Ti Amo, Ti Amo, Ti Amo, Ti Amo?

Du willst ein neues Ziel finden,

dich nicht mehr an mich binden.

Stehst da gepackt ist dein Koffer,

was gewesen, ist gewesen.


Dein Ti Amo, dein schönes Ti Amo...




Ich war so in dem Lied gefangen, weil es mich an damals erinnerte, so dass mir nicht auffiel, dass ich alleine sang und die Girls nur den Refrain mitsangen. Als wir fertig waren, konnte ich meine Augen noch nicht gleich öffnen, zu sehr wirbelten die Gefühle in meinem Körper und so merkte ich auch nicht, dass uns die Leutz etwas erstaunt ansahen, bevor wir Beifallsrufe und so bekamen. Als ich meine Augen langsam öffnete, sah ich direkt in ein Paar Grüne und eine Träne rollte an meiner Wange hinab.
„Ti amo…“ hauchte Lauri mit tränenbestickter Stimme und ich fiel ihm in die Arme. Wir folgten den Mädels erstmal zu unserem Platz und ich musste erstmal tief durchatmen, irgendwie werde ich wieder total sentimental.
Als ich mich wieder gefasst hatte, drehte ich mich zu den Mädels und grinste sie an.
„Na Mödels, wie hab isch eusch gefollen als Hauwie?? Isch konns noch immär!!“ machte ich einen auf Howie und wir mussten lachen.

132. Kapitel

Wir feierten fleißig und man lernte auch andere Partygäste kennen, vor allem durch unser Singen (wenn man es so nennen kann). Wir hatten viel Spaß, selbst Lauri und Pauli feierten mit, wie es sich für einen ordentlichen Finnen eben gehört.
„He Bibbi, kannst dich noch an unseren Italienurlaub erinnern??“ fragte mich Christiane und ich sah sie fragend an.
„Ja, aber was hat das jetzt mit Janines Hochzeit zu tun??“
„Kannst dich noch an das eine Lied erinnern, das dir so gefallen hatte?? Das, was immer kam, wenn wir in der Pizzeria saßen??“ und da fiel mir ein, was sie meinte.
„Ach ja…aber nee, dass kann ich doch hier ned bringen, erstmal versteht das koi Sau und ich will doch ned die Party versauen!!“ wiegelte ich ab und setzte mich zu Lauri, der mich fragend ansah. Also erklärte ich es ihm kurz und er schaute nur kurz zu Christian und zog die Augenbraue hoch.
Ich zog mir gerade den Blazer aus, als sich Janine völlig fertig neben mich fallen ließ.
„Hätte ich gewusst, dass es so stressig wird, hätte ich mich krankschreiben lassen!!“ stöhnte sie und trank einen Schluck von ihrem Wasser. „Und, was ist mit euch beiden?? Was sitzt ihr hier so rum, los, rauf auf die Tanzfläche, wir wollen was sehen!!“ kicherte sie und Saby stimmte ihr ein.
„Saby, dann geh du doch erstmal mit Daffy!!!“ stichelte ich und wir mussten lachen, denn Daffy war mehr als fertig. Neben mir erhob sich Lauri und ging zu Christiane und schien sie etwas zu fragen, denn kurze zeit darauf verschwanden die beiden im Getümmel.
„Man, das Natalie mal so verliebt sein würde, hätte ich nie gedacht!!“ meinte Janine und sah mit strahlenden Augen zu den Turteltauben. „Aber naja, als nächstes wird ja die Bibbi heiraten, ne Saby!!“ lachte sie und beide klatschten sich in die Hände.
„Ach echt, schön das ich auch schon davon erfahre!!“ ich zog mein Bein hoch und stütze mein Kinn darauf ab.
„Man, da habt ihr aber eine Party auf die Beine gestellt!!!“ meinte ich zu Janine, die darauf alles auf ihre Mutter schob.
„Als sie anfing, mussten wir bestimmt 5mal die Gästeliste umschreiben und als ich ihr dann am Montag sagte, dass ihr alle mit Anhang kommt, war alles perfekt, sie stand kurz vor nem Kreislaufkollaps, ich hatte schon vor, alles abzusagen und die Hochzeitsplaner hatten zu tun, aber naja, es ist ja alles gut geworden und ich bin froh, diese Fest mit all meinen Freunden und Lieben zu feiern!!“ sie sah wirklich glücklich, aber auch ziemlich geschafft aus. Wir redeten noch etwas weiter, als auch Christiane und Lauri wiederkamen, beide mit einem Lächeln auf dem Gesicht.
„Was habt ihr ausgeheckt??“ fragte ich sie, doch beide schüttelten den Kopf.
Lauri ließ sich neben mich gleiten und ich merkte, dass etwas nicht stimmte, denn er hippelte rum, was seine Nervosität bezeugte.
„Lauri, alles ok??“ frage ich ihn, doch ernickte nur geistesabwesend mit einem seligen Lächeln auf den Lippen. Ich schmiegte mich an ihn und so langsam wich seiner Nervosität einer angenehmen Ruhe.

„Also, wir haben hier von einigen Leuten einen Musikwunsch erhalten, den nur eine Person erfüllen kann und deswegen bitte ich jetzt mal Bianca zu mir!!“ hörte ich auf einmal den DJ sagen und ich sah mich erschrocken um.
„Der meint doch nicht etwa mich, oder??“ fragte ich leise, doch schon kam der DJ auf mich zu und zog mich hoch.
„Ich habe gehört, dass du dich in Italien in ein Lied verliebt hast und du damals gesagt hast, wenn du deine große Liebe triffst, wirst du ihm das einmal vorsingen. Und ein kleines Vögelchen hat mir verraten, dass dies schon lange geschehen ist, du aber deinem Versprechen noch nicht nachgekommen bist.“
Ich stand mit schlotternden Beinen neben dem DJ, alles starrte mich an und ich wünschte mich ganz weit weg, weil mir jetzt klar wurde, warum Christiane mich vorhin darauf angesprochen hatte.
„Ähm…“ war alles was ich stottern konnte und ich hatte sicherlich einen genauso roten Kopf wie mein Shirt. Langsam folgte ich dem DJ und meine Freunde sammelten sich in einem kleinen Trupp und standen vor der provisorischen Bühne.
„Und welch ein Glück, wir haben auch diese Lied hier für euch da!! Wollt ihr es denn hören??“ frage der DJ die mindestens 40 Leute, die noch im Raum waren.
„Nein, bitte nicht!! Das ist nicht euer Ernst??“ fragte ich die Leute, doch schon gingen die Anfeuerungen los und ich wusste, dass es jetzt kein Zurück mehr gab.
„Und da mir das Vögelchen ebenfalls mitteilte, dass du oft zu deinem Glück gezwungen werden musst,…“ wie wahr, „haben es eben diese gewissen Leute in die Hand genommen, um deinen Traum wahr werden zulassen!!“ meinte der DJ, während er mir das Mikro in die Hand drückte und sich hinter seinem Pult verdrückte. Nun stand ich alleine da, mich starrten fast 50 Augenpaare an und ich konnte die Anspannung fast berühren. Jeder stand dort und hielt den Atem und mein Herz das arbeitete auf Hochtouren. Ich sah kurz zu meinen Freunden und Christiane, der ich das wohl zu verdanken hatte, stand dort neben Janine, Sabrina, Natalie und allen andern und alle drückten mir die Daumen und feuerten mich an.
°°Nie wieder werde ich etwas schwören!!°° dachte ich mir noch, als schon die ersten Töne erklangen. Einmal atmete ich tief ein und ließ mich von der Musik leiten. Wieder schloss ich die Augen und fing mit einer mir fast fremden Stimme an zu singen:

Su di noi
Ci avresti scommesso tu.
Su di noi
Mi vendi un sorriso tu
Se lo vuoi
Cantare
sognare
sperare così.

Su di noi
Gli amici dicevano no
Vedrai
e tutto sbagliato.

Su di noi nemmeno una nuvola
su di noi l'amore è una favola
su di noi se tu vuoi volare.

Lontano dal mondo portati dal vento
non chiedermi dove si va
noi due respirando lo stesso momento
per fare l'amore qua e là
mi stavi vicino e non mi accorgevo
di quanto importante eri tu
adesso ci siamo
fai presto
ti amo
non perdere un attimo in più.

Su di noi nemmeno una nuvola
su di noi l'amore è una favola
su di noi se tu vuoi volare
su di noi ancora una volta dai
su di noi se tu vuoi volare.

Ti porto lontano nei campi di grano
che nascono dentro di me
nei sogni proibiti di due innamorati
nel posto più bello che c'è
lontano dal mondo
portati dal vento
respira la tua libertà
giocare un momento
poi corrersi incontro
per fare l'amore qua e là.

Su di noi nemmeno una nuvola
su di noi l'amore e' una favola
su di noi se tu vuoi volare.
Mi stavi vicino e non mi accorgevo
di quanto importante eri tu
adesso ci siamo
fai presto
ti amo
non perdere un attimo in più.

Su di noi ancora una volta dai
su di noi
di te non mi stanco mai
noi
solo noi
su di noi
solo noi
su di noi
ancora una volta dai
su di noi
di te non mi stanco mai
noi
solo noi
su di noi
solo noi.
(Su di Noi – Nino de Angelo)

Als ich auf einmal eine Hand in meiner spürte und ein leises Rascheln, öffnete ich meine Augen und sah Lauri neben mir stehen, der anfing anhand des Zettels mitzusingen und zusammen brachten wir dieses Lied zu Ende. Danach war Ruhe und ich schaute mich verwundert um, alle hatten Tränen in den Augen und schienen auf etwas zu warten.
Als sich Lauri leise räusperte blickte ich ihn an und in diesem Moment wurde mir klar, was nun folgen würde.

„Bianca…wir kennen uns jetzt seit so langer zeit. Früher warst du nur die kleine Schwester einer meiner Freunde, doch dann, ich weiß nicht wann, fing ich an dich mit andern Augen zu sehen. Ich hatte diese Herzklopfen, mir fehlten die Worte, bzw. sprach ich die zusammenhangslosesten Dinge, die man je gehört hat. Mir wurde es jedes Mal siedenheiß und als ich dich endlich das 1. Mal küssen durfte, dachte ich, es gibt keinen schöneren Moment. Ich war der glücklichste Mensch auf Erden, doch leider wurde dieses Glück zerstört.“ Er brach kurz ab und ich konnte kaum noch atmen.
„Ich habe es mir selbst genommen und ich bereue es bis heute. Als ich dich dann im Lady Moon wieder sah, dachte ich echt, du würdest nie wieder mit mir reden. Ich war auf jeden Kerl, der dir auch nur zu nahe kam, eifersüchtig und ich bin bald durchgedreht, weil ich nicht wusste, wie ich dich wieder zurückbekommen konnte. Denn ich habe nie aufgehört dich zu lieben!!! Und dann, als du in Andys Wohnung gezogen bist, dachte ich wirklich, es gibt einen Gott, der mir noch eine Chance geben wollte. Und diese habe ich genutzt und bin seitdem wieder der glücklichste Mensch auf der Welt!! Und das alles nur, weil du mich leibst, weil du bei mir bist, weil ich dich liebe!!“ wieder brach er ab und ich sah ihn noch immer mit großen Augen an.
„Und weil ich diese Momente mit dir nie missen möchte, so sehr du mir auch manchmal den letzten Nerv raubst, möchte ich dich hier du jetzt, vor all diesen Leuten fragen, ob du meine Frau werden möchtest. Ich kann mir ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen!!“ bei diesen Worten ist er in die Hocke gegangen und kniete jetzt vor mir und hielt einen Ring hoch. Was in mir gerade los war kann ich nicht erklären, alles wurde durcheinander gewirbelt, nur ein Gedanke schien klar und deutlich vor meinem Auge zu stehen.
„Ja“ hauchte ich und als er mich verständnislos ansah, sagte ich noch einmal mit fester Stimme „Ja, ich will deine Frau werden!!“ was danach los war, kann man nicht beschreiben!! Sektkorken knallten, Lauri knutsche mich bald bewusstlos und wir wurden von jedem bald zu Tode gedrückt.
„Man, da bin ich aber froh, dass wir doch noch gekommen sind, ich hätte es mir nie verziehen, diesen Moment zu verpassen!!“ hörte ich auf einmal Aki neben mir und starrte ihn mit riesigen Augen an. Ja wirklich, Aki und Eero waren da, warum, wieso, weshalb, keine Ahnung, aber sie waren da und wenn jetzt der Strom ausgefallen wäre, Aki hätte alles hell erleuchtet!!
Nachdem etwas Ruhe eingekehrt war, gingen wir zu unserem Tisch und feierten ausgelassen sowohl Janines Hochzeit als auch unsere Verlobung. Ich betrachtete den Ring und konnte es irgendwo nicht glauben!! Ich sollte bald Frau Ylönen werden. Frau Bianca Ylönen – klingt komisch, aber man kann sich daran gewöhnen!!



„Wie jetzt, ihr wollt doch nicht wirklich hier aufhören?? Das ist doch noch nichemal die Hälfte von dem, was ihr, bzw. wir alle erlebt haben!!“
„Ach man Aki, was sollen wir denn noch schreiben?? Ist doch schön so, sie sollen doch jeder seinen eigenen Teil träumen!!“
„Ja, Lauri hat Recht, dass bringt doch nix mehr!! Worüber sollen wir denn noch schreiben??“
„Mensch Bibbi, vergisst du da nicht etwas?? Eure Hochzeit zum Beispiel?? Es ist doch soviel passiert!!“
„Aki…willst du weiterschreiben??“
„Hahaha, du bist echt nen Scherzkeks Lauri!!“
„Man, wir sitzen jetzt seit 2 Monaten über dieser Story!!“
„Du, die Mädels wollen echt weiterlesen. Schau dir die Kommis an Lauri!!“
„Ach man…wollen wir ihnen echt alles erzählen?? Ich meine…naja, es ist doch schön, dass alles nochmal Revue passieren zu lassen!“
„Ja ihr wollt, außerdem ist das euer Wetteinsatz, den ihr einlösen müsst!!“
„Aki, du bist schlimm!! Was sagen denn Pauli und Eero dazu? Ich mein, wir können auch gerne etwas anderes anfangen mit unserer freien Zeit!!“
„Also, wie ich die kenne, wollen die auch, dass ihr weiterschreibt!!!“
„Hmm…na gut. Geht ja wohl eh kein Weg rein und du oller romantischer Finne!!“
„Sagt die, die am Meisten geheult hat!!“
„Na und, du doch auch!!“


134. Kapitel

Der Abend verlief noch sehr schön, wir tranken alle noch einmal auf unsere Verlobung und auf die Hochzeit und ich tanzte noch ab und an mit Lauri oder den Mädels. Doch irgendwann geht auch der schönste tag mal vorbei und so schleppten wir uns wirklich ins Bett, denn wir waren alle zu groggy. In unserem Zimmer angekommen, setzte ich mich wieder aufs Bett und betrachtete meine Hand mit dem wunderschönen Ring dran.
„Man…ich kanns irgendwie noch immer nicht glauben! Ich meine ich hätte ja alles von dir erwartet, aber nicht, dass du mir nen Antrag machst!!“ meinte ich zu Lauri, der neben mir saß.
„Ja, ich auch nicht, doch als das in Warschau passiert ist, habe ich echt gedacht ich verliere dich!! Und naja, so unerwartet ist das auch nicht…ich liebe dich einfach zu sehr, um dich wieder herzugeben!! Und da wollte ich eben Nägel mit Köpfen machen!!“ lachte er leise, während wir uns auszogen.
„Ich liebe dich auch!!“ ich ging nochmal schnell ins Bad und als ich meine Zähne putzte, kam mein Verlobter hinzu.
„Hei…isch bin scho wasch von kaputt, aber wenn isch disch scho in dieschem kleinen Etwasch von Nachthemd scheh, wacht eine Region irgendwie immer wieder auf!!“ nuschelte er mit seiner Zahnbürste im Mund.
„Hmm…“ ich sah ihn aus halbgeschlossenen Augen an und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. „Wird diese Region traurig sein, wenn wir das Verschieben?? Ich meine, ich bin echt zu futsch…es sei denn…“ tat ich geheimnisvoll und tanzte aus dem Bad.
„Es sei denn was??“ rief er hinter mir her, als ich mich unter die Bettdecke kuschelte, doch ich war echt zu kaputt um ihm noch zu antworten. Er machte im Bad das Licht aus und kam ins Bett gekrabbelt. „Es sei denn…schlaf gut Liebling!!“ murmelte er, als er sah, das ich schu fast eingeschlafen war. Ich kuschelte mich an seine breite Brust und seufzte einmal leise, als er mir einen sanften Kuss ins Genick gab.

„Wirst du heute trotzdem nach Hause fliegen??“ fragte mich Lauri am nächsten Morgen leise, als wir noch etwas kuschelten.
„Ja, weil ich ja erstmal meinen Eltern diese Neuigkeit mitteilen muss und so!!“ murmelte ich schläfrig.
„Ach verdammter Mist!“ fluchte er auf einmal und haute sich mit der Hand vor die Stirn.
„Wasn??“
„Meine Eltern!! Die kennen dich noch gar nicht und du kennst sie nicht!! Man, wenn ich denen des erzähle, dann is Polen offen!!“ er schien sich wirklich zu ärgern, so dass ich meinen Kopf auf seiner Brust abstütze und ihm in die Augen sah.
„Was ist daran jetzt so schlimm, dann lernen wir uns eben jetzt kennen!!“ redete ich leise auf ihn ein.
„Du kennst meine Eltern nicht!!! Meine Mom wird nen Theater machen, weil sie so überrumpelt wird und nicht dabeisein konnte und mein Vater wird mir wieder sonst was vorhalten!!“ kam es leise von ihm.
„Ich bin ja bei dir und werde immer für dich da sein!! Das schaffen wir schon!!“ ich hauchte ihm einen Kuss auf die Lippen, welchen er heißblütig und sehr fordern erwiderte. Als es verhalten an der Tür klopfte, krabbelte ich schnell unter die Decke, denn wer immer dort war, musste ja mich nicht so sehen.
„He, guten Morgen ihr Zwei!!“ Akis verwuschelter Kopf kam zum Vorschein und als er uns so daliegen sah, erhellte ein Grinsen sein müde aussehendes Gesicht. „Ich wollte nur sagen, dass es Frühstück gibt und wir in drei Stunden abfliegen!!“ und schon war er wieder weg.
„Hmm…Frühstück klingt verdammt gut, aber wir haben ja noch schön viel Zeit, die ich gerne anders nutzen würde!!“ murmelte es leise an meinem Ohr, bevor seine Zähne sanft an diesem knabberten.
„Etwa so, wie es sich eine bestimmte Region schon gestern Abend gewünscht hätte??“ flüsterte ich und er zog mich auf sich.
„So ungefähr…ja, du könntest recht haben!!“ waren die einzigen Worte, außer einem „Ich liebe dich“, für die nächste Stunde.
Danach entschieden wir uns dann doch fürs Frühstück und ich stellte mich vorher unter die Dusche, während Lauri sich schon mal die Zähne putzte.
„Hmm…isch kann da gar nisch hinschauen, schonscht werdsch heute kein Frühschtück bekommen!!“ nuschelte er, als er sich kurz zu mir drehte.
„Was soll ich denn sagen?? Stehst genauso nackt hier rum!! Und das is keineswegs gut für meinen Hormonhaushalt!!“ kicherte ich zurück und nahm mein Duschgel in die Hand.
„Vor ein paar Minuten hattest du auch nix dagegen!“ raunte er mir ins Ohr, so dass ich das Duschgel vor lauter Schreck fallen ließ. Das dreckige Grinsen in seinem Gesicht verriet mir auch seine Gedanken, doch ich schüttelte nur den Kopf und streckte ihm die Zunge raus.
„So ned mein Lieber!!“ lachte ich „Ich bin eh fertig!“ sagte ich und drehte das Wasser ab.
„Moah, du bist überhaupt noch nicht fertig!! Hast nämlich das Duschgel fallenlassen, bevor du was rausgenommen hast!!“ maulte er und hob selbst die Flasche auf. Dann drehte er das Wasser wieder auf sanft massierte er das Duschgel auf meine Haut und an den Stellen brannten wieder kleine Feuer. Nun nahm ich das Duschgel und verteilte ihm das Duschbad ebenfalls am ganzen Körper.
„Wo waren wir nochmal stehen geblieben??“ fragte er heißer und ich musste leise lachen. „Wir wollten frühstücken gehen!!“
„Hmm…richtig!“ murmelte er und brauste uns dann beide ab.
Im Zimmer zogen wir uns dann alltagstaugliche Kleidung an und gingen dann runter in das Esszimmer, wo Pauli und Aki noch immer beim Frühstück saßen.
„Na, auch schon aufgestanden??“ wurden wir von Pauli begrüßt, während Aki nur leise vor sich hingrinste.
„Ja, wie du siehst…wir wollen ja schließlich auch noch was vom Essen ham!!“ meinte Lauri kichernd bevor er sich Kaffee einschenken ließ und sich ein Brötchen nahm.

135. Kapitel

„Man, so möchte ich auch mal leben!!“ meinte Lauri nach seinem zweiten Brötchen und schaute dem Pinguin zu, wie er neuen Kaffee nachreichte.
„Hehe, dann musst dir aber einen anderen Job zulegen, womit du auch wirklich Geld verdienst!!“ lachte ich und bekam dafür ein Brötchen zugeworfen. „Na ist doch so!!!“
„Moah, du...!“ fing er an, unterbrach aber, weil auch Aki und Pauli anfingen mit lachen. „He, mit euch red ich nimmer!!“ maulte er dann beleidigt und trank seinen Kaffee leer.
„Ach Schatzi…du weißt doch, wie ich es meine!!“ ich beugte mich zu ihm rüber und strich ihm sanft das haar aus dem Gesicht.
„Naja…nicht immer Liebling!!“ sagte er dann ehrlich und ich zog ihn in meine Arme.
„Ok, das war nur ein Spaß, ich weiß, du machst einen der schönsten, aber auch stressigsten Jobs der Welt und ich bin stolz auf dich!!“ ich hauchte ihm einen Kuss auf die Wange und das Lächeln kehrte in sein Gesicht zurück.
„Danke!!“ und schon hatte ich seine Lippen auf meinen.
„Man, könnt ihr mal aufhören?? Is ja nimmer auszuhalten mit euch!! Ich muss gleich heulen!!“ murmelte Aki und griff nach einer Scheibe Käse.
„Ja, immer das Geturtel bei euch!!“ fiel auch Pauli ein und bekam dafür nun von Lauri einen bösen Blick zugeworfen.
„Wo issn eigentlich Natalie??“ fragte ich, damit wir auf ein anderes Thema kamen.
„Oben bei Janine, die packen schon fertig, damit sie dann in die Flitterwochen fliegen können.“
„Aha, und wohin solls gehen??“ fragte ich und trank nun ebenfalls meinen Kaffee leer.
„Öhm, soweit ich richtig verstandnen hab auf die Seychellen!! Naja, wir müssen ja dann wieder zurück!!“
„Mensch Pauli, musst du mich daran erinnern!!“ schimpfte da Aki und man sah, dass sich die Panik so langsam in ihm ausbreitete.
„Aki, alles wird gut, du hast doch Lauri mit!! Der hält dich dann an der Hand und so!! oder du machst eine von Eeros Atemübungen!! Wo is der eigentlich??“ ich sah ihn lächelnd an.
„Na wo wohl?? In seiner eigenen Welt!!“ kicherte Lauri und wir fielen ein.
Als wir dann fertig waren mit dem Frühstück verzogen wir uns alle in die Zimmer um die Taschen zu packen und als wir fertig waren, sahen wir beide uns traurig an.
„kommst du mit??“ fragte mich Lauri als wir uns umarmten. Ich lehnte mit meinem Kopf an seiner Brust und hörte sein Herz schlagen.
„Nein…dass is nix für mich, viel zu warm dort und außerdem würde ich nur stören!“ sagte ich leise, während ich ihm unters T-Shirt fuhr und leicht streichelte.
„Ich vermisse dich jetzt schon, dabei bist du noch hier!!“ nuschelte er in meine Haare und seufzte leise auf, als es an der Tür klopfte.
„Lauri…wir müssen los, das Taxi wartet!“ meinte Eero und wir gingen zusammen zum Eingang.
„Bye Bibbi, bis zum 5. Dezember oder so!!“ Eero knuddelte mich und verschwand dann ins Taxi.
„Ok, wünsch mir viel Glück…bis bald Kleene!! Pass auf dich auf ja??“ meinte auch Aki und ich sah die Tränen in seinen Augen!!
„Ok, pass auf dich auf Großer!!“ sagte ich leise, als auch er einstieg.
Nun standen nur noch Natalie mit Pauli und Lauri mit mir da und keiner wollte wirklich den anderen verlassen.
„Ok…los kommt jetzt!! Ich weiß wie doof das ist, aber der Flug geht in einer Stunde!!“ kam es etwas forsch von Eero und uns blieb nix anderes übrig, als uns zu verabschieden. Lautlos rannen die Tränen über unsere Gesichter und genauso lautlos verabschiedeten wir uns. Ein Kuss, der mehr sprach, als tausend Worte und weg waren beide. Ich konnte sehen, das Lauri sich in den Sitz lehnte und die Augen schloss, während Pauli noch so lange wie möglich Natalie zuwinkte.
Langsam gingen wir danach ins Haus und im Foyer stand schon Janine mit ihrem Ehemann und warteten darauf, von ihrem Taxi geholt zu werden. Irgendwie war alles in Aufbruchstimmung, denn auch ich musste zum Flughafen und Natalie musste wieder nach Hause.
Ich hasse so was, alles ist bekümmert und man weiß, dass man sich für lange Zeit nicht sehen wird. Früher hat mich das nicht so gestört, aber jetzt, wo ich wieder in Helsinki wohnte, vermisste ich meine Freunde aus Deutschland schon sehr. Aber leider ist das Leben so, man kann nicht immer das haben, was man gerne möchte und muss sich mit dem zufrieden geben, was man hat.
Als das Taxi für Janine und Maik vorfuhr, verabschiedeten wir uns unter noch mehr Tränen voneinander und selbst Janines Mutter drückte mich, wenn auch mehr gezwungenermaßen. Ihr Vater hatte schwer zu kämpfen, denn es war noch immer nicht einfach für ihn, sein kleines Töchterchen ziehen zulassen. Zusammen fuhren wir dann zum Flughafen, wobei wir vorher Natalie absetzten. Kaum ein paar Worte wurden gewechselt, jeder hing seinen Gedanken nach, während Janine und Maik sich seelisch wohl schon auf den Seychellen befanden. Am Flughafen musste ich mir erstmal ein Ticket holen, so dass wir uns in der großen Halle voneinander verabschiedeten. Langsam ging ich, meinen Koffer hinter mich herziehend, zum Schalter der Finnair und kaufte mir ein Ticket nach Helsinki. Ich musste noch gut 2 Stunden warten, so kaufte ich mir einige Zeitungen an einem der Kioske und setzte mich in ein Café. Während ich so die Zeitungen durchforstete, viel mir wieder die polnische Bravo und somit auch Luci ein. Schnell kramte ich mein Handy aus der Tasche und rief sie an. Es dauerte ein wenig, doch als ich sie dran hatte, freute sie sich riesig.
„Hei, das ist ja schön, du, ich weiß jetzt, was in dem Artikel stand!!“ fing sie auch gleich an und ich musste lachen.
„Ok, erzähl mal!!“
„Naja, da wird behaupte, das Lauri und Paula ein Paar seien und dass sie zusammenziehen würden und Lauri wurde beobachtet, wie er aus einem Juweliergeschäft kam, deswegen munkelt man, sie wollen sich verloben. Das war übrigens auch die Überschrift!! Dort stand: ‚Werden Lauri und Paula bald heiraten??’ so ein Schwachsinn!!“ lachte sie und ich konnte mir ebenfalls das Grinsen ned verkneifen.
„Naja, er wird schon heiraten, nur halt nicht Paula!!“ meinte ich dann leise.
„Wie…was…wann?? Ihr wollt heiraten?? Echt, aber ich dachte…“
„Ja, dachte ich auch, aber er hat mir gestern nen Antrag gemacht!!“ meinte ich dann ruhig, was mir ein erschrockenes Schnappen als Antwort brachte.
„Er hat…wow…ich weiß grad ned, was ich sagen soll…ich bin sprachlos…aber wie?? Die sind doch in Venezuela!!“
„Naja, ja schon, aber sie waren gestern mal hier…naja und da hat er mir halt nen Antrag gemacht…aber das kann ich dir jetzt so ned erzählen, wäre zuviel!! Ich melde mich, wenn ich wieder in Helsinki bin und dann reden wir mal in ruhe darüber, ok??“
„Ja, das wird wohl das Beste sein!! Ich bin völlig geplättet! Wenn ich das den Mädels erzähl!!“ sie klang noch immer aufgeregt und ich lachte leise.
„Ja, ich würde gern dabei sein!! So, aber ich muss dann mal zum Terminal und auf die Toilette muss ich auch nochmal!! Bis bald!!“ ich legte grinsend auf und betrachtete dann nachdenklich den Ring. Was wird die Zukunft für uns alle bringen??

136. Kapitel

Als das Flugzeug sanft auf dem Rollfeld aufsetzte, dache ich daran, was sich so alles verändert hatte seit ich im August zurückkam.
Ich verstand mich wieder mit meinem Bruder, war mittlerweile mit Lauri verlobt und hatte einen schönen Job. Beim Gedanken an Lauri musste ich wieder lächeln, ich war immer noch perplex und überglücklich.
Am Taxistand überlegte ich kurz, ob ich gleich zu meinen Eltern fahre, verwarf diese Idee aber gleich wieder und so brachte mich der Fahrer zu mir nach Hause. Als ich ausgestiegen war, schaute ich kurz an der Fassade hoch und spürte den leichten Nieselregen auf meinem Gesicht. Schnell huschte ich ins Haus und leerte meinen Briefkasten, wo mir einfiel, dass ich doch gleich noch im Geschäft bei Majia vorbeischauen konnte, da sie die ganze Zeit meine Post geholt hatte. Also schloss ich die Tür zum Geschäft auf und mir stand eine total perplex dreinschauende Majia gegenüber.
„Was…was machst du denn schu hier??“ fragte sie mich dann, als sie sich wieder etwas gefangen hatte. „Wolltest du nicht länger bleiben?? Ist was passiert??“
„Nee, nix ist passiert, ich hatte nur Heimweh!!“ kicherte ich, als ich sie umarmte. „Ist der Chef da??“
„Nein, der ist in Espoo mit Lena!!“ zusammen gingen wir in die Küche und sie setzte einen Kaffee an. Danach setzten wir uns an den Tisch und sprachen über die wichtigsten Dinge, was das Geschäft betraf. Als der Kaffee dann dampfend vor uns stand, merkte ich, dass sie fast platzte vor Neugierde.
„Was ist denn??“ fragte ich sie unschuldig.
„Der Ring, den hattest du noch nicht, als du wegflogst!!“
„Ja, stimmt, da war ich aber auch noch nicht mit Lauri verlobt!!“ grinste ich nun und nahm einen Schluck von meinem Kaffee.
„Du bist…was?? Ich glaub ich spinne!!! Das ist ja…das ist ja toll!!! Was sagen deine Eltern??“ sie hüpfte einmal durch den Raum bevor sie sich wieder etwas beruhigte.
„Naja, die wissen noch nix von meinem Glück, genauso wenig wie Lauris Eltern…aber irgendwie werden wir das schon schaffen!!“ meinte ich ruhig und dann erzählte ich ihr noch so ein bisschen von meinem Urlaub. Das Kapitel mit Warschau ließ ich aus, musste ja keiner wissen. Als ich dann ausgetrunken hatte, fuhr ich zu mir in die Wohnung und öffnete erstmal alle Fenster. Meine Blumen waren noch nicht eingegangen, dank meiner Oma. Und diese rief ich auch gleich an und erzählte ihr, dass ich wieder da sei und ich am Nachmittag zum Kaffee vorbeikam und ich ihr dann tolle Neuigkeiten mitzuteilen hätte. Danach packte ich erstmal alle Schmutzsachen in die Waschmine und dabei fiel mir auch der Pulli für Lauri wieder in die Hände. Schnell räumte ich ihn in einen Schrank, dieses würde er dann zu Weihnachten bekommen. Nachdem ich damit fertig war, bemerkte ich bei meiner Kühlschrankkontrolle, dass ich unbedingt einkaufen gehen musste. Also flitze ich schnell unter die Dusche, holte mir danach frische Sachen und ging dann schnell einkaufen, damit ich nicht verhungerte. Unterwegs traf ich Claudia, die bald ihren Einkauf verlor, als sie mich erkannte und dann nochmal, als ich ihr erzählte, dass ich jetzt verlobt sei.
„Das ist nicht wahr?? Und…och man, wäre so gerne dabei gewesen!! Aber das müsste ihr unbedingt nochmal hier feiern!!! So ganz ohne mich geht dass dann nun doch nicht!!“ alberte sie rum und ich stimmte ihr zu. Zusammen liefen wir heimwärts, wobei sie mich über alles ausfragte, was in der Zeit so passiert sei und wie es denn dazu kam. Ich lachte mehrere Male über sie und sie schüttelte nur den Kopf und bestätigte mir wieder, dass ich total verrückt bin.
Bei mir angekommen verabschiedete ich mich erstmal und fuhr in meine Wohnung, nur um schnell den Einkauf wegzuräumen und dann die Schlüssel und Papiere fürs Auto zuholen. In der Garage sah ich, das mein Auto etwas eingestaubt war, doch ich hatte keine Zeit mehr, an eine Tanke oder so zu fahren. Leise sprang das Auto an und das Garagentor öffnete sich, nachdem ich den Knopf gedrückt hatte. Langsam fuhr ich raus und bog auf die Hauptstraße ein um zu meinen Eltern zu fahren. Während ich mich durch Helsinkis Nachmittagsverkehr quälte, überlegte ich mir, wie ich es meinen Eltern beibringen sollte, ohne dass sie sonst was denken.

137. Kapitel

Als ich in die Auffahrt einbog, sah ich schon meine Eltern und Oma an der Türe stehen und warten. Lächelnd stand ich auf und begrüßte sie dann jeden einzeln mit einem Kuss. Danach gingen wir hinein und ich überreichte ihnen die mitgebrachten Geschenke und dabei blitzte der Ring im Licht auf.
„Bianca???“ meine Mutter bekam erst ein entsetztes, dann ein freudestrahlendes Gesicht und fiel mir um den Hals.
„Ist es das was ich denke?? Hat er dich gefragt??“ schniefte sie leise und ich konnte nur nicken.
„Wer hat was gefragt??“ fragte mein Vater ahnungslos, während meine Oma verstohlen die Tränen wegwischte.
„Lauri hat mich gefragt ob ich seine Frau werden möchte und ich habe ja gesagt!“ meinte ich mit etwas brüchiger Stimme und mein Dad bekam den gleichen Ausdruck im Gesicht wie meine Mutter.
„Meine kleine Prinzessin wird heiraten??“ seine Augen füllten sich leicht mit Tränen, während uns meine Oma in die Küche bugsierte. Dort stand schon ein legga Schokokuchen auf dem Tisch und der Kaffee gluckerte fröhlich in der Maschine vor sich hin.
„So, und nun erzähl mal in aller Ruhe, was du so gemacht hast und wie es dazu kam!!“ forderte mich meine Oma auf, und ich lehnte mich an.
„Also Omilie…ich bin ja nach Berlin geflogen um Lauri zu überraschen, was mir auch gelungen ist…naja, und jedenfalls…“ ich erzählte meinen Eltern und meiner Oma so ziemlich alles, bis auf die Sache in Polen und als ich fertig war, war der Kuchen fast alle und allen lief das Wasser im Gesicht, weil wir es so toll fanden.
„Ach ich wusste, dass er der richtige Junge für dich ist!!“ schniefte meine Oma und räumte dann das Geschirr wieder weg.
„Eine schönere Überraschung hättest du uns nicht machen können! Und, was denkst du, wann wird der Termin sein???“ stupste mich mein Vater von der Seite an, so dass ich mich an meinem Rauch verschluckte und husten musste.
„Welcher Termin??“ frage ich dann, als ich wieder etwas zu Atem kam.
„Na, welcher Termin wohl?? Wann soll die Hochzeit stattfinden??“
Ich merkte, wie sich die Angst in mir breit machte, denn ich konnte darauf nicht antworten, weil das ja noch nicht besprochen wurde.
„Ähm ja, das klären wir, wenn Lauri wieder da ist. der kommt ja in einer Woche wieder!!“ lächelte ich verträumt.
„Ach is des scheen, da wird meine Kleine heiraten!! Das ich das noch erleben darf!!“ meine Oma kam wieder an den Tisch „Und Opa wäre auch ganz stolz auf euch!!“
„Ja, schade…aber ich werde ihn bei mir haben, er ist immer bei mir!!“ dabei deutete ich auf den Fleck, worunter mein Herz schlug. Meine Oma fuhr mir sanft mit der Hand durchs Gesicht und nickte lächelnd.
„So, und was machst du da jetzt noch so die Woche über??“ frage mich meine Mutter um auf ein anderes Thema u kommen.
„Ich werde mir einen Mieter für meine Wohnung suchen, weil ich dann mit zu Lauri ziehen werde. Und dann werde ich mich mit Claudi treffen und mal sehen…noch bisschen ausruhen!!“ lachte ich.
„Oh…das machst du richtig!! Und ab wann willst du dann bei Lauri mit wohnen??“ meinte mein Vater.
„Naja, nicht gleich heute und morgen, aber im Frühjahr denke ich mal!!“
Wir unterhielten uns noch eine Weile und später fuhr ich wieder nach Hause und genoss es, wieder da zu sein. Meine Gedanken schwirrten immer wieder zu Lauri und ich träumte von unserer Hochzeit.

138. Kapitel

Als ich mich später aufraffte und an meinen PC setzte, um die Anzeige für die Vermietung aufgab, überlegte ich, wie ich das schreiben sollte und ab wann ich zu Lauri ziehen wollte. Schließlich sollte es eine Überraschung werden. Nachdem ich die Anzeige dreimal überarbeitet hatte, setzte ich sie in die in die Online-Börse des Stadtanzeigers und konnte nur noch abwarten. Danach nahm ich ein entspannendes Bad und als ich fertig war, ging ich ins Bett, weil ich so müde war.
Am nächsten Morgen wachte ich ausgeruht und gutgelaunt auf und sprang fröhlich aus dem Bett. Auf meinem Handy sah ich eine Mitteilung von Lauri, der mir sein Leid klagte, weil er mich vermisse und es dann doch ganz schön heiß ist. Die Leute seinen aber freundlich und die Fans nicht so aufdringlich. Schnell schrieb ich ihm zurück, dass es ja nur noch paar Tage waren, an denen er nicht hier war und schickte ihm noch einen Kuss mit.
Danach frühstückte ich und ging dann zu ihm in die Wohnung, will ich schon mal eine Bestandsaufnahme nehmen wollte, was ich von mir mitnehmen konnte und so. Aber als ich in seiner Wohnung ankam, überlegte ich es mir anders und fing erstmal an mit putzen. Der Staub hatte überall eine dicke Schicht auf den Möbeln und anderen Gegenständen hinterlassen, so dass ich schnell Eimer und Lappen, sowie Staubsauger nahm und saubermachte. Danach sah es wieder ordentlich aus, ich war aber auch kaputt und sehnte mich nach einer Dusche. Kurz öffnete ich überall nochmal die Fenster und schaute in seinen Vorrats- sowie Kühlschrank nach, was er am Dringendsten benötigen würde und schrieb auch noch eine Einkaufsliste. Nachdem die Fenster wieder geschlossen waren, ging ich zu mir, duschte schnell und fuhr dann zum Markt um einzukaufen. Gemütlich schlenderte ich über den Markt, kaufte hier und da mal etwas ein und entdeckte dann in einem Schaufenster eines Juweliers das perfekte Verlobungsgeschenk für Lauri. Einen Ring in Form einer Krähe, die Flügel bildeten den Ring und der Kopf enthielt zwei kleine schwarze Onyxe, die die Augen bildeten. Darüber würde sich mein krähenverrückter Freund sicherlich freuen. Liebevoll verpackte die Verkäuferin den Ring in einer passenden Schatulle und ich ging fröhlich aus dem Laden. Der Preis hatte zwar ein riesiges Loch in meine Kasse gerissen, aber die Sache war es mir wert. In einem kleinen Café trank ich noch einen Café au lait und ging dann vollbeladen nach Hause. Schnell trug ich die Sachen zu Lauri in die Wohnung, wo ich überraschenderweise auf Hannah traf.
„Hei, was machst du denn hier??“ fragte ich sie, als wir uns umarmten.
„Naja, eigentlich wollte ich Lauris Wohnung sauber machen, aber ich sehe, du warst schneller, bitte verrat das Lauri nicht!“ bat sie mich und ich nickte.
„Aber mal was anderes, was machst du denn hier?? Ich denke du bist in Deutschland bis Samstag??“ fragte sie mich lachend, als ich das Zeug in Lauris Schrank räumte.
„Ja, wollte ich ja auch, aber es war irgendwie nach Samstag dann nicht mehr das Selbe, so ohne ihn habe ich mich etwas verloren gefühlt!!“ antwortete ich ihr ehrlich, was ihr Lächeln nur vertiefte.
„Und, bist mit mir als zukünftige Schwägerin eigentlich einverstanden??“ lachte sie und ich sah sie erstaunt an.
„Woher weißt du das denn??“
„Naja, er hat mich vorher angerufen und gefragt, ob er es wirklich machen soll, weil er ja eigentlich nie heiraten wollte, aber dich verlieren wollte er dann auch nicht, also habe ich ihm geraten, das zu tun, was ihm sein Herz sagt und siehe da, die Sache war erledigt. Nur ich bin überglücklich und wehe du tust ihm weh, dann lernste mich kennen!!“ lachte sie und ich musste auch lachen.
„Nee, mache ich ned…aber ehrlich gesagt, habe ich bissi Angst vor euren Eltern!! Da sie mich ja noch nicht kennen, weiß ich nicht, wie sie darauf reagieren werden!!“ ich seufzte leise, weil das nächste Woche geklärt werden sollte, doch Hannah legte mir beruhigend die Hand auf den Arm.
„Ich bin bei euch und stehe hinter euch und glaube mir, sie werden sich freuen, nachdem sie den Schock verdaut haben!“
„Hoffentlich!!“
Wir redeten noch eine Weile und dann verabschiedete ich mich von ihr und ging in meine Wohnung zurück. Dort räumte ich meine Sachen in die Schränke und setzte mich dann vor den PC um mal wieder mit Luci und Co zu chatten.

139. Kapitel

Ich musste wieder viel lachen, vor allem, als mich die Mädels bestimmt 50 Mal fragten, ob das jetzt kein Scherz ist mit der Verlobung und wie es denn so war. Ich schickte ihnen paar Bilder und versprach ihnen, sie zu Hochzeit einzuladen, wobei sich 2 ganz besonders freuten. Ich erfuhr den neuesten Klatsch aus Deutschland und über die Sache mit Paula lachte ich noch mehr. Abends, als ich dann richtig müde war, verabschiedete ich mich von ihnen und wünschte ihnen eine schöne Woche und ich versprach, mich nochmal zu melden. Danach ging ich schnurstracks in mein Bett und kurz nachdem mein Kopf das Kissen berührt hatte, schlief ich auch schon, wurde aber von meinem Telefonklingeln wieder geweckt.
„Ja??“ ging ich ziemlich verschlafen ran, doch meine Laune hob sich sofort, als ich erkannte, wer dran war. „Babe, du kannst u unchristlichen Zeiten anrufen!!“ lachte ich dann.
„Hei Schatz, ja sorry, aber ich wollte dir nur sagen, dass wir unser Konzi gut über die Bühne gebracht haben und morgen nach Indien fliegen werden!“ er musste leise lachen, als er Aki stöhnen hörte.
„Oh, das is aber lieb!! Ich habe heute Hannah getroffen und wir haben uns ganz nett unterhalten… ich vermisse dich!!“ hauchte ich in das Telefon, während ich versuchte, eine bequeme Position im Bett zu finden.
„Ich vermisse dich auch, vor allem weil Aki nicht so schön weich ist wie du!!“ das erstaunte Aufhusten brachte mich zum Lachen, denn ich konnte mir beide richtig gut vorstellen.
„Ach Schatz, sind doch nur noch 7 Tagen, dann haben wir uns wieder!!“ ich freute mich schon.
„Ja, aber nur bis Anfang Februar!!!“ murrte er und ich fragte erstaunt nach, warum er denn nur 2 Monate zuhause sei. „Naja, wir gehen dann mir den Jungs von Negative und HIM auf Tour…hat das Management uns auferlegt, einerseits damit HIM touren können, Negative bekannt gemacht werden und wir unser Album auch nochmal promoten können. Naja, so begeistert bin ich auch nicht, aber naja, wird schu werden!“ schniefte er leise und ich begann an meinen Fingernägel zu knaubeln.
„Lass das!! Ich höre das du des machst bist wie Aki!!“ bat er mich, und ich gab auf.
„Naja, 2 Monate is fei ned lang, aber besser als nix würde ich mal meinen. Hoffentlich vergeht die Woche jetzt noch schnell, damit ich endlich mein persönlichen Wärmespender wiederhabe!!!“ kicherte ich und auch er musste leise lachen.
„Ok Rakas, das wars auch erstmal von mir, ich weiß das du schu im Bett warst, also träum was Schönes und ich liebe dich!! Kuss!!“ raunte er in den Hörer, was mir eine Gänsehaut bereitete.
„Ich liebe dich auch!!! Kuss…“ ich schmatzte in den Hörer und legte danach auf. Lange konnte ich nicht wieder einschlafen, weil mir das eben Vernommene irgendwie nicht so gefallen wollte. Und weil ich in meiner Wohnung einfach nicht einschlafen konnte, ging ich in seine und legte mich in sein Bett, das noch leicht nach ihm roch.
Am nächsten Morgen stand ich erst etwas verwundert, doch dann grinsend auf und lief barfuss durch seine Wohnung in die Küche. Nur gut das ich einkaufen war, so hatte er wenigstens bisschen Cornflakes und Milch, denn ich war zu faul, schon in meine Wohnung zu gehen. Deswegen setzte ich mich mit der Schüssel Cornflakes vor seinen Fernseher und begann mich im PS-Spielen, was sich als nicht so toll herausstellte, da ich der geborene Loser in dieser Sache war. Nach einigen Versuchen gab ich es auf und schaffte die Schüssel in die Küche, wusch sie ab und ging dann kurz auf die Toilette. In seinem Bad musste ich wieder grinsen, denn er hatte weit mehr Makeup als ich und er benutzte den ganzen Krempel auch noch!! Bevor ich zu mir ging, holte ich mir noch einen Sweater aus seinem Schrank, denn ich wollte ihm irgendwie nahe sein. In meiner Wohnung ging ich fix duschen und beschloss dann, einen langen Spaziergang durch den Park in Helsinki zu machen. Also zog ich seinen Sweater und einen Rolli drunter an, eine bequeme Jeans und Sneakers, bevor ich das Haus verließ. Als ich den Park betrat, zog ich genüsslich die Luft ein, nur um mir im nächsten Moment eine Zigarette anzuzünden. Gemütlich lief ich um den Teich herum, beobachtete die Enten und als ich am Spielplatz vorbeikam beobachtete ich die Kinder, die dort tobten und stellte mir unser Kind vor. Hoffentlich würde es mehr von seinem Vater haben als von mir, dachte ich grinsend und ging weiter. Langsam schlenderte ich nach Hause und kam dabei an einem Plakat vorbei, worauf stand, dass Saralee am Donnerstag einen Gig im ‚Lost and Found’ geben würden und da das auf unserer Straße lag, wusste ich doch, wohin ich gehen würde, denn ich musste mich nochmal mit Joonas aussprechen.
140. Kapitel

Zuhause angekommen wählte ich Joonas’ Nummer und nach endlosem Klingeln ging er ran.
„Hei Kleene, alles klar??“ krächzte er mir entgegen.
„Ja, aber du wohl weniger??“ musste ich leise lachen.
„Ja, war gestern eine lange Nacht!!“ in sein Lachen mischte sich ein Husten und ich hielt den Hörer etwas weiter weg.
„Ok, also…warum ich eigentlich anrufe is: ihr seid doch am Donnerstag in Helle, und das gleich bei mir um de Ecke, also ich muss nur zweimal hinfallen, dann bin ich da, können wir uns da treffen??“ plapperte ich drauflos und als ich merkte, dass es ruhig war, hörte ich auf.
„Ja, können wir schu machen, was gibbet denn??“ fragte er ruhig.
„Ach nix weiter, erkläre ich dir dann alles. Also wann, wann soll ich da sein??“ fragte ich ihn belustig und er murmelte etwas von wegen er würde mich anrufen. Schnell legte ich danach auf und schaute in mein Postfach und ich hatte auch gleich 3 Nachfragen wegen der Wohnung, so dass ich mit den Leuten einen Termin vereinbarte. Nun konnte ich nur abwarten. Ich überlegte, ob ich Lauri ne Mail schreiben sollte deswegen, doch ich fand, dass das nicht nötig wäre, ich wollte ihn ja damit überraschen.
Weil ich mich so sehr langweilte, holte ich mein CSI-Spiel hervor und fing an, mich als Ermittler zu versuchen, doch als ich keine Hilfe mehr hatte, bemerkte ich auch, dass es gar nicht so einfach war das Ganze. Irgendwann gab ich entnervt auf und verzog mich auf mein Sofa mit einem Buch und begann u lesen. So merke ich auch nicht, wie der Abend Einzug im Lande hielt und wunderte mich nur, als ich fast nix mehr lesen konnte. Also stand ich auf, schaltete das Licht an und ging in meiner Küche etwas kochen. Nebenbei holte ich mein Telefon und rief bei Claudia an, die total verheult ranging.
„Hei Süße, was issn los??“ fragte ich sie verwundert und bekam erstmal nur ein Scheuen u hören.
„Morten hat Schluss gemacht!! Er kann sich ein Leben mit mir nicht mehr vorstellen, seitdem du da bist, habe ich mich u sehr verändert, meint er!!“ und schon wieder fing sie an mit heulen.
„Hei, pass auf, ich bin in 10 Minuten bei dir!! Und dann klären wir das so!!“ ich wollte gerade auflegen, als sie mich rief.
„Ja??“
„Kann ich bei dir vorübergehend wohnen?? Da es ja seine Wohnung ist, möchte ich hier so schnell wie möglich raus!!!“ murmelte sie und ich sagte ihr, sie solle sich erstmal das Nötigste zusammenpacken, und dann sehen wir weiter. Als ich aufgelegt hatte, schaltete ich den Herd ab, machte mich kurz im Bad frisch und fuhr dann in die Garage und u Claudia. Diese stand schu mit 2 gepackten Taschen vor der Türe und weinte bitterlich und brachte auch keinen Ton groß raus, so dass ich sie ins Auto bugsierte und ihre Taschen in den Kofferraum schmiss. Schweigend fuhren wir zu mir und dort angekommen setzten wir uns in die Küche, wo ich schnell Cappuccino machte.
„Ich verstehe ihn nicht…vor kurzem war alles noch ok und auf einmal das!!“ fing sie auf einmal an mit heulen und ich konnte sie nur in den Arm nehmen. „Er wollte mich heiraten und Kinder haben und jetzt ist da auf einmal nix mehr da!!! Und ich liebe ihn doch so sehr!!“ sie weinte und durch ihre etwas abgebrochenen Sätze erfuhr ich auch das ganze Dilemma, doch für mich hörte es sich nur so an, als ob er sie los werden wollte. Dies behielt ich aber vorerst für mich und versuchte sie so weitestgehend zu trösten. Als sie sich beruhigt und im Bad sich etwas erfrischt hatte, setzten wir uns aufs Sofa und versuchten eine Lösung für ihr Wohnungsproblem zu finden. Leider konnte sie sich meine Wohnung nicht leisten, auch wenn sie nur die Nebenkosten hätte tragen müssen, so dass ich ihr diese nicht anbieten konnte. Wir setzten uns an den PC und suchten ihr einige passende, die in der Nähe ihrer Arbeit lagen heraus und telefonierten mit den Vermietern/Besitzern. So verbrachten wir den Montagabend und als wir auch mit der Herumtelefoniererei fertig waren, fielen wir groggy ins Bett. Ich hörte, dass sie nicht wirklich gut schlafen konnte, doch ich war zu müde, um nochmal zu ihr zu gehen. Irgendwann übermannte mich der Schlaf und trieb mich hinfort.

141. Kapitel

Am nächsten Tag meldete sich Claudi krank, so dass wir in Ruhe einige Wohnungen anschauen konnten, bzw. ich den ersten Bewerber für meine Wohnung begrüßen durfte. Leider entsprach die Wohnung dann doch nicht so seinen Vorstellungen, so dass ich hoffen konnte, dass einer der Anderen sie vielleicht nehmen würde. Mittag aßen wir in einem kleinen Restaurant und unterhielten uns noch etwas über die Gründe, warum Morten sich so entschieden hat. Hier konnte ich ihr auch meinen Verdacht schildern und sie sah mich erstaunt an.
„Das habe ich auch irgendwie gedacht, doch, wenn es so ist, hätte er doch den Stuss nicht erzählen sollen!!“ wieder traten Tränen in ihre Augen und ich reichte ihr ein Taschentuch.
„Naja, versteh mal einer die Männer!!“ versuchte ich sie aufzuheitern doch es wollte nicht wirklich funktionieren. Nach dem Essen liefen wir noch ziellos durch Helsinki und am Hafen setzten wir uns auf eine der Bänke und beobachteten die Schiffe und Hafenarbeiter. Einer von denen kam auf uns zu und redete uns an.
„Zwei so hübsche junge Frauen ganz alleine hier??“
„Ja, aber keine Angst, unsere Männer warten schu auf uns!!“ antwortete ich recht kühl, doch das schien ihn nicht zu interessieren.
„Hei, ich bin Toni und wie heißt die junge Frau mit den Tränen in den Augen?? Du bist viel zu hübsch um zu weinen!!“ wendete er sich dann an Claudia, die die Worte aufsog wie ein Schwamm.
„Ich bin Claudia und das is meine beste Freundin Bianca!!“ meinte sie mit leiser Stimme und dieser Toni setzte sich einfach neben uns. Beide sprachen leise miteinander und ich beobachtete daweile den Sonnenuntergang im Helsinkier Hafenbecken, da es bei uns recht schnell dunkel wurde. Als es dann auch noch kalt wurde, bat ich Claudia, endlich mal nach Hause gehen zu können. Diese stimmte wenn auch zögerlich ein und verabschiedete sich von diesem Toni. Ich nickte nur kurz und dann liefen wir nach Hause. Dort angekommen bereitete ich erstmal Cappuccino vor, damit es mir wieder warm wird. Claudia schwärmte unterdessen leicht von Toni, was mir nur ein abfälliges Grinsen aufs Gesicht zauberte, welches sie beleidigt aufnahm.
„Bist wohl neidisch, weil er mal nicht an dir hing, wie sonst alle anderen Kerle??“ fragte sie mich ziemlich verstimmt und ich starrte sie sprachlos an.
„Öhm, was soll das denn jetzt?? Ich habe meinen Mann und werde bald heiraten!! Und jeder Kerl häng bestimmt nicht an mir!!“ brachte ich wütend hervor, bevor ich mir mein Handy schnappte und in Lauris Wohnung verschwand, denn ich wusste, dass man Claudia in diesen Momenten am Besten alleine ließ. Oben angekommen schmiss ich seine Post, die ich beim Reinkommen aus dem Briefkasten geholt hatte, zu den anderen tausend Briefen, worunter auch Fanpost war, was mich um Schmunzeln brachte. Ich setzte mich auf sein Sofa und kuschelte mich in die eine Ecke und drückte eines der Kissen zum Wärmen an meinen Bauch und schaute fern. Irgendeine sinnlose Soap kam, doch ich wolle mich nur irgendwie von dem Streit mit Claudia ablenken.
Als es leise an der Fensterscheibe klopfte, stand ich auf und ließ Claudia in die Wohnung.
„Tut mir leid, ich hab des ned so gemeint!!“ sie fiel mir um den Hals und weinte leise.
„Ja ok…ich weiß, ich habe auch überreagiert!!“ beruhigte ich sie.
„Weißt du, seit das mit Morten vorbei ist, muss ich mich erstmal wieder finden und ich weiß nicht, ich mache wohl erstmal alles falsch!! Ich bin doch froh, dass ich dich habe und dann mache ich so was!!! Bitte verzeihe mir…“ schniefte sie.
„Naja, es ist ja nicht so schlimm…ich wüsste jetzt auch nicht, wie ich reagieren würde, wenn Lauri jetzt Schluss machen würde!!“ schon bei dem Gedanken daran zog sich mir alles zusammen.
„Ach, das wird wohl nicht passieren bei euch!!!“ meinte sie nun lächelnd „Hast eigentlich schon ein Brautkleid??“ lenkte sie das Gespräch in eine andere Bahn.
„Ne, wir haben ja noch gar keenen Termin und so…und ich weiß noch gar nicht, wie es überhaupt aussehen soll!“ lachte ich, und sie schwärmte mir von ihrem Kleid vor, dass sie mal irgendwo gesehen hatte.
„Ok, lass uns runtergehen, ich weiß nicht, ob es Lauri so nett findet, wenn wir hier rumlungern.“ Sagte ich und wir standen auf. Vorher überprüfte ich nochmal, ob alles geschlossen war, knipste den Fernseher und das Licht aus und schloss ab. Zusammen liefen wir die Treppe runter und ich hörte schu mein Telefon von weitem klingeln, so dass ich die letzten Stufen rannte. Völlig außer Atem kam ich an meinem Telefon an, doch alles was ich noch hörte, war das Freizeichen, leider blinke auch keine Nummer im Speicher, so dass ich nicht mal zurückrufen konnte.
„Naja, vielleicht rufen sie ja nochmal an!“ meinte ich achselzuckend und wir gingen in die Küche und was zum Essen zu kochen. Gemütlich aßen wir dann und ich überlegte mir, was ich mit den restlichen freien Tagen anstellen sollte. Da brachte Claudi mich auf die Idee, Jana und Lena endlich mal in Tampere zu besuchen, wie ich es immer vorhatte. Also rief ich schnell bei den Mädels an und wir machten uns was für den nächsten Tag aus, da ich ja Donnerstag wieder in Helsinki sein musste.
Zusammen sah ich dann mit Claudia eine der Dienstagabendsserien an und wir lachten uns manchmal echt schlapp über die dummen Dialoge und den weltfremden Lebensweisen der Darsteller. Als es zehn wurde, gingen wir dann schlafen, weil sie wieder arbeiten musste und ich nach Tampere fahren wollte. Gähnend kroch ich in mein Bett und dachte an Lauri, wobei mir einzelne Tränen aus meinen Augen liefen, bevor ich einschlief.

142. Kapitel

In Tampere verbrachte ich einen sehr schönen Tag und eine noch viel lustigere Nacht, da wir Jonne und Christus trafen und mit denen um die Häuser zogen. Die zwei Kerle baggerten was das Zeug hält und als ich Jonne erzählte, dass Lauri mir einen Heiratsantrag gemacht hatte, fielen ihm bald die Augen ausm Kopp.
„Nee oder?? Der hat dich nicht…is ja…aber das wir im Februar auf Tour gehen, weißt du schon ne??“ fragte er mich leicht erstaunt.
„Ja, und was is daran dann das Problem??“ kicherte ich leise.
„Naja…weiß a ned…dachte nur…“ fing er an und ich unterbrach ihn lachend.
„Lass das denken lieber sein, des strengt dich zu sehr an!!“ leicht eingeschnappt trank er sein Bier aus und wir redeten über andere Dinge. Als Lena und Jana dann müde wurden, gingen wir nach Hause, die beiden liefen noch in eine andere Bar.
„Und, wann ist der Termin??“ frage mich Lena, als wir uns von Jana verabschiedet hatten.
„Keine Ahnung, darüber werden wir wohl jetzt in den paar Wochen reden, wo er wieder da ist, wenn nicht, dann danach.“ Meinte ich achselzuckend und steckte mir eine Zigarette an.
„Und, biste denn irgendwie aufgeregt?? Und hast dir schu Gedanken über dein Kleid gemacht??“ sie löcherte mich den ganzen Weg bis zum Wohnheim, doch ich wich ihr geschickt aus. Bei ihr angekommen, legten wir uns nur noch ins Bett und redeten leise, bis mir endgültig die Augen zufielen. Am nächsten Morgen mussten wir früh raus, weil sie u ner Vorlesung musste, so dass wir nur schnell Kaffee tranken und ich dann auch wieder heimfuhr. Unterwegs hörte ich mir mal wieder Depeche Mode an und hatte gleich wieder gute Laune. An einer Raststätte hielt ich u zu frühstücken und dann fuhr ich gutgelaunt nach hause. Dort machte ich etwas sauber und checkte mein Postfach nach E-Mails, doch es waren nur einige unwichtige Werbungen.
Als es dann später Nachmittag war, rief mich kurz Joonas an und wir verabredeten uns für sieben vor dem ‚Lost and found’ so dass ich noch gut 2 Stunden Zeit hatte, mich frisch zumachen. Gemütlich ließ ich mir Wasser in die Badewanne laufen und nahm mir ein Buch mit. Ich hatte grad 2 Zeilen gelesen, als es an der Tür klingelte. Ich hatte ganz vergessen, dass Claudia bei mir mit wohnt, so stieg ich etwas genervt aus der Wanne und öffnete ihr. Sobald sie oben war, ging ich in meine Wanne zurück und genoss noch etwas die Ruhe, obwohl ich in Gedanken schon bei dem Gespräch mit Joonas war. Als das Wasser langsam kalt wurde, stieg ich aus der Wanne und schlang mich in ein Handtuch. Dann ging ich zu Claudia, die leicht fertig aussah.
„Hei…und wie war es heute so??“
„Naja, die Kinder waren recht lieb, doch so richtig abgelenkt haben sie mich nicht. Ich glaube, ich gehe heute zeitig ins Bett, wenn du nix dagegen hast??“ fragend sah sie mich an und ich schüttelte den Kopf.
„Nee, bin dann eh mit Joonas verabredet…werde dann bei Lauri schlafen, wenn ich heimkomme, ok??“
„Ach ja, is ja schon Donnerstag!!“ grinste sie jetzt leicht und ich hüpfte freudig auf.
„Ja nur noch 3 Tage, dann ist Lauri wieder da!!“
„Soll ich dann woanders hingehen??“ fragte sie leise und ich sah sie irritiert an.
„Warum??“
„Na, willst doch bestimmt erstmal deine Ruhe mit ihm haben??“
„Ach so, da können wir doch bei ihm bleiben!!“ meinte ich dann kichernd und sie fiel in das Lachen ein.
„Stimmt auch wieder!!“ sie ging auf den Balkon um eine zu rauchen, während ich mich nach einem Blick auf die Uhr schleunigst ins Bad verzog.
Schnell machte ich mich für den Abend fertig und als ich dann angezogen aus dem Bad kam, sah mich Claudi mit großen Augen an.
„Was hast du heute vor??“
„Ähm, warum??“ ich sah an mir hinunter und konnte nix eigenartiges feststellen. Ich sah aus wie immer, wenn ich fortging.
„Naja, ich glaube nicht, dass Lauri damit einverstanden wäre, wenn er es wüsste!!“
„Verdammt…den muss ich noch schnell anrufen!! Wie spät wird es jetzt wohl in Indien sein??“ ich nahm mein Telefon in die Hand und wähle schnell Lauris Nummer.
„Ja...“ ziemlich gutgelaunt ging er ran.
„Hei Babe, ich bins!! Hoffe ich hab dich nich geweckt!!!“ fragte ich vorsichtig, doch er lachte leise auf.
„Glaubst du echt, ich gehe schon kurz vor halb elf schlafen?? Wie geht’s dir??“
„Naja, ich weiß doch ned, wie spät es ist!! mir geht’s so lalala!“ antwortete ich wahrheitsgemäß.
„Warum?? Bist du krank??“
„Nee...ich treffe mich dann mit Joonas um nochmal mit ihm zu reden. Ach ja, lieben Gruß von Jonne und Christus!!!“
„Wie mit Joonas?? Danke, wann hast du die beiden denn gesehen?? Sag mal, was machst du denn da??“ fragte er leicht alarmiert.
„Ich war gestern mal in Tampere bei Jana und Lena und da haben wir die getroffen…und naja, ich möchte gerne, das Joonas es von mir erfährt, dass wir heiraten!!“
„Aha, naja, wenn de meinst!! Du, die Jungs schauen grad nen Horrorfilm an, wir reden spätestens am Sonntag dann!!“ er verabschiedete sich ziemlich kühl und ich blicke traurig auf das Telefon.
„Was ist??“ fragte mich Claudia, doch ich winkte nur leicht ab und holte meinen Mantel, denn in 2 Minuten musste ich vorm ‚Lost und Found’ stehen.
„Ist schon ok…schlaf dann gut, warte nicht auf mich, ich werde bei Lauri schlafen!!! Hab dich lieb!!“ ich knuddelte sie und ging dann zum Fahrstuhl um mich mit Joonas zu treffen.

143. Kapitel

„Hei Kleine!!“ begrüßte mich Joonas und drückte mir einen Kuss auf die Wange.
„Moi Großer!! Na, alles klar soweit??“ ich grinste ihn fröhlich an.
„Ja, lass uns reingehen, mir ist etwas kalt!!“
Zusammen gingen wir an die Bar und holten uns etwas zum Trinken und setzten uns dann in eine Ecke. Interessiert betrachtete ich die Bar, die unter Schwulen und Lesben heiß begehrt war. Ich fand es urigst gemütlich hier, es hatte einen leichten Hauch von Nostalgie und die paar Menschen, die schon da waren, schienen recht freundlich zu sein. Ich stellte mir Lauri und Aki in dieser Bar vor und musste anfangen mit grinsen. Eigentlich passen von SaraLee auch nur Ari in diesen Club, aber was nutzt man nicht alles für Gelegenheiten, um groß rauszukommen.
„Was ist denn so lustig??“ fragte mich Joonas, der mich die ganze Zeit beobachtete.
„Ich habe mir grad Lauri zusammen mit Aki hier drinnen vorgestellt, frag mich nicht wieso!!!“ lachte ich laut auf, als ich Joonas irritierten Blick sah.
„Wie, du bist unmöglich!!“ musste er nun auch lachen „Aber, warum willst du mit mir reden??“ Und somit kamen wir zu dem etwas unangenehmeren Teil des Abends.
„Naja, weiß, ich wollte dich auch so mal wieder sehen…und ich denke, es wäre vielleicht angebrachter, das Ganze nach dem Auftritt zuklären…“ murmelte ich leise, doch Joonas bestand darauf, es gleich zu erfahren.
„Ok...also, Lauri und ich…wir werden…wir…“ ich holte einmal tief Luft „wir werden heiraten!“
Nun war es raus und ich wartete gespannt auf die Reaktion. Doch es war recht lang ruhig, so dass ich etwas unsicher aufsah. Mit den Tränen hatte ich irgendwie eigentlich nicht gerechnet.
„Ähm…ja…Joonas??“ fragte ich ihn leise doch er stand wortlos auf und ging in den Backstagebereich. Etwas verdattert dreinblickend blieb ich sitzen und starrte ihm hinterher. Wie lange ich da saß, weiß ich nicht, jedenfalls wurden Saralee angekündigt und alle traten nacheinander auf die Bühne, Ari hatte sich der Location entsprechend angezogen und erntete dafür begeisterte Rufe von den männlichen Gästen. Als sie anfingen, kam auch Joonas auf die Bühne, doch ihm merkte man nix mehr an von den Tränen. Sie begannen ihre Show mit Blessed Dreams und irgendwie hatte ich das Gefühl, als würde er in diesem Moment jedes seiner Wörter nur an mich richten. Ich konnte aber auch den Blick nicht von ihm wenden, denn ich wusste, dass er mir damit etwas sage wollte. Nach jedem Lied erhielten sie frenetischen Applaus und als die nächsten Akkorde anklangen, wusste ich, dass er das jetzt wirklich nur für mich sang. Sanft sang er die Strophen von ‚My Heart in two“ und schaute mir dabei tief in die Augen, so dass ich den Schmer und die Verzweiflung sehen konnte, doch ich war unfähig, mich vom Fleck zu bewegen und das ‚Lost and Found’ zu verlassen, was wohl in Anbetracht der Situation das Beste gewesen wäre. Ich merkte gar nicht, dass mir die Tränen liefen, erst als sie mein gesamtes Blickfeld verschleierten wischte ich sie weg und mein Blick fiel auf Lauris Ring. Als sie mit dem Acoustic-Set anfingen, verließ ich fast fluchtartig die Bar, denn ich konnte dem anklagenden und doch so verletzten Blick von Joonas nicht mehr standhalten. Mit „When little things die“ im Ohr ging ich die Straßen entlang, bis ich in der Nähe des Nosturi rauskam. Dor setzte ich mich auf eine Bank und blicke traurig auf die See. Ich wusste, dass Joonas das mir nie verzeihen würde können, doch ich liebe Lauri und so musste ich wohl den einen Freund verlieren, um mit meiner großen Liebe glücklich werden zu können. Tränen der Verzweiflung rannen mir das Gesicht hinab, doch ich konnte keinen anderen Weg finden. Fast ehrfürchtig betrachtete ich den Ring und ging dann langsam nach Hause.
Bei Lauri in der Wohnung angekommen holte ich mir eines seiner Shirts aus dem Schrank und ging unter die Dusche um die Tränenspuren und die Kälte in mir loszuwerden. Danach fiel ich müde in sein Bett, doch ich konnte nicht einschlafen, so dass ich wieder aufstand und mir den Fernseher anmachte. Als mein Handy klingelte, zuckte ich erschrocken zusammen, ging dann aber doch ran.

144. Kapitel

„Hei wo bleibstn du??“ fragte mich eine fremde Stimme und ich schaute nochmal auf das Display.
„Öhm, sorry…du hast dich glaube ich verwählt!!“ meinte ich dann und kur war es ruhig.
„Oh, tut mir leid, wollte nicht stören!! Aber mir hat man diese Nummer gegeben!!“
2Hmm, kein Problem…wer hat dir diese Nummer gegeben??“ fragte ich vorsichtig nach, denn es kam mir etwas suspekt vor.
„Naja, ich hab da im Internet ein Mädel kennen gelernt und wir haben uns ganz gut unterhalten und heute wollen wir uns reffen und da hat sie mir diese Nummer gegeben, naja und als sie dann nicht zum verabredeten Zeitpunkt da war, habe ich mir gedacht, ich rufe mal an und nun habe ich dich anner Strippe.“
„Hehehe, das is ja witzig!! Vielleicht hast auch die Nummer falsch abgeschrieben…wie heißt du eigentlich??“
„Nee, falsch abgeschrieben bestimmt nicht…aber egal…ich heiße Jussi und du??“
„Bianca…“ lachte ich leise.
„He, seltener Name hier in Finnland, du bis doch von hier oder??“
„Ja, sonst könnte ich wohl kaum so gut finnisch!!“ ich musste noch mehr lachen.
„Das stimmt!! Has du schon was vor??“ frage mich Jussi und ich blickte irritiert an die Uhr.
„Es is kur nach Mitternacht!!“ meinte ich dann etwas belustig.
„Naja und?? Das richtige für Nacheulen!!“ lache er nun auch.
„Naja, ok, kann eh ned schlafen!! Wo reffen wir uns denn da??“
„Ich bin gerade in der „Bar Loose“ kennste die??“
„Ja, ist gleich bei mir um die Ecke, ich bin in 5 Minuten da!“ sagte ich und legte auf. Schnell ging ich ins bad und schminkte mich leicht und zog dann nochmal die Sachen von vorhin an. Dann sprühte ich mir noch etwas Parfüm ran und steckte schnell die Haare hoch, als mir einfiel, dass ich ja gar nicht weiß, wie dieser Jussi aussieht und er ja auch nicht, wie ich ausseh. Ich zuckte die Schultern und ging dann los. Es war recht kalt, so dass ich den Mantel fester um mich rumschlang, denn trotz Lauris Rollkragenpullover, zog der Wind rein. Als ich an der Bar ankam, stand ein junger, nicht schlecht aussehender, Mann davor und ich trat auf ihn u.
„Jussi??“
„Ja...bist du Bianca??“ fragte er mich mit einem begeisterten Blick.
„Ja, lass uns bitte reingehen, mir ist kalt!!“
Am Eingang musste ich meinen Ausweis voreigen, da man hier erst ab 22 reinkam und dann setzten wir uns an den Platz on Jussi. Die bar ist sehr gemütlich eingerichtet. Die Wände sind rot gestrichen und mit gelben Absätzen, das Mobiliar ist alles im Stile der 70er gehalten. Trotz diesem etwas altmodischen Ambiente saßen hier alle möglichen Leute der unterschiedlichsten Musikgenres.
„Möchtest du was trinken??“ fragte mich Jussi und ich bestellte mir erstmal eine Cola.
„Also, wie kommst du dazu, dich mit einer Internetbekanntschaft zu treffen, von der du gar nix weißt??“ frage ich ihn dann und er zuckte die Schultern.
„Ich fand sie sehr sympathisch und da ich eh hier in Helsinki zu tun hatte wegen meiner Musik, dachte ich, dass wir das miteinander verbinden können. Ich komme nämlich eigentlich aus Jyväskylä.“ Grinste er und ich schaute ihn ernst an.
„He, kennst du da SaraLee?? Die kommen auch von dort!!“ fragte ich ihn dann schmunzelnd.
„Sag bloß, du kennst Joonas und die anderen??“
„Ja, sie sind…waren bis vorhin noch recht gut befreundet mit mir, zumindest Joonas!!“ meinte ich dann traurig.
„Hö, wieso??“ er strich mir sanft über die Wange, als sich eine kleine Träne ihren Weg darüber bahnte.
„Naja, ich habe ihm gesagt, dass mich mein Freund gefragt hatte, ob ich ihn heiraten möchte und ich habe seinen Antrag angenommen.“
„Oh…und warum ist da eure Freundschaft jetzt kaputt?? Sag bloß nicht…alles klar!!“ er strich sich eine Strähne aus dem Gesicht und schaute mich ernst an. „Naja, verstehen kann ich ihn ja irgendwo, aber lass ihn Zeit!!“
Ich fand es irgendwie komisch, aber auch schön zugleich. Da saß ich hier in Helsinki mitten in der Nacht mit einem völlig Fremden in einer Bar und redete mit ihm über mein ganzes Liebeslebenschaos. Wir redeten noch lange und irgendwie tat es mir auch mal gut, mir alles von der Seele reden zu können, genauso wie ich ihm anvertrauen konnte, dass ich Angst vor der Verantwortung hatte, die so eine Eheschließung mit sich brachte, doch ich wusste auch nicht, wie ich da mit Lauri drüber reden sollte, ohne das er denkt, ein andere Mann wäre im Spiel. Leider konnte da Jussi mir auch nicht weiterhelfen, er meinte, das Gespräch müsste ich wohl mit Lauri führen, wollten wir nicht einen Fehler begehen. Als es auf Zwei zuging, bezahlten wir unsere Getränke und verließen das Lokal und liefen langsam bis zu mir, wo wir uns voneinander verabschiedeten. Gedankenverloren ging ich zu Lauris Wohnung zurück und war eigentlich genauso schlau wie vorher.

145. Kapitel

Am nächsten Tag schlief ich erstmal so richtig aus und als ich dann doch endlich gegen Mittag wach wurde, blieb ich noch einige Zeit im Bett liegen, da ja Lauri einen Fernseher in seinem Schlafzimmer hatte. Auf meinem Handy hatte ich eine Nachricht von Jussi, der sich nochmal bei mir für den schönen Abend dankte und ich musste grinsen. Schnell tippelte ich ihm eine Antwort, dass man das mal wiederholen könnte, da auch ich es sehr genossen hatte. Langsam schälte ich mich dann aus dem Bett und ging bei Lauri gleich unter die Dusche, wobei mir erst danach auffiel, dass ich keine Wechselwäsche mithatte. Also wickelte ich mich in eines der großen Handtücher und rannte dann schnell in meine Wohnung, um Glück wohnt in diesem Haus keiner weiter, die hätten mich sonst einem Arzt vorgestellt. Danach ging ich wieder zurück und räumte auf. Als mein Handy klingelte, war Lauri dran.
„Hei Babe!!“
„Hei Schatz, na was gib es??“ fragte ich ihn gutgelaunt.
„Ach naja, ich muss dir was sagen….“ Fing er an und ich setzte mich auf das Bett.
„Hmm…was denn??“
„Naja, die Jungs und ich haben beschlossen, noch ein paar Tage hier in Indien zu bleiben, weil wir uns etwas ausruhen wollen und die Wärme genießen. Naja, ich hoffe es geht in Ordnung??“ fragte er mich leise. Ich fühlte mich, als hätte ich soeben ein Brett vor den Kopf bekommen, war zu keiner Antwort fähig.
„Schatz??“
„Ja…ok…wann kommst du denn da wieder nach Hause??“ in mir machte sich einunbestimmtes Gefühl breit und ich fing leicht an mit Zittern.
„Ähm, naja…eine Woche später oder so.“
„Ok…ja is in Ordnung!!“ ich merke wie mir die Tränen kamen, doch ich schluckte sie tapfer hinunter, wusste ich doch, dass sie die Pause mal brauchten.
„Ist wirklich alles ok?? Du klingst so komisch!!“ fragte er mich etwas verwirrt.
„Jaja, ich bin nur erst gerade aufgestanden!“ redete ich mich heraus, doch er schien es zu glauben.
„Was hast eigentlich so gemacht, was kam beim Gespräch mit Joonas raus??“
„Nix weiter, er muss es ja verstehen…du, ich muss mal weitermachen. Ach ja, habe heute mal bei dir geschlafen, weil Claudia bei mir wohnt“ murmelte ich leise.
„Ja ist ok…wieso, was ist mit Claudia??“
„Naja, Morten hat Schluss gemacht…da wohnt sie jetzt mit bei mir. Und da ich ja gestern Abend fort war, wollte ich sie dann nicht stören, als ich nach hause kam.“
„Er hat Schluss gemacht?? Aber ich dachte…wollten sie ned auch…weißt doch, dass du bei mir schlafen kannst!!“ er brach kurz ab „Alles ok??“ fragte er dann.
„Naja….wenn ich jetzt ja sage, ist es gelogen, aber ist schon in Ordnung. Genieße die Zeit!!“ immer mehr Tränen sammelten sich in meinen Augen, doch ich wollte es ihn nicht wissen lassen.
„Ich liebe dich…ich komme auch am Sonntag, wenn du es willst!!“
„Nein, ist schon ok!! Habe jetzt so lange warten können, da fällt diese eine Woche auch nicht mehr auf!!“ musste ich dann leise lachen.
„Doch, aber ich bin wirklich ausgepowert und so…bitte sei nicht so traurig!!“ bat er mich mit sanfter Stimme und nun liefen die Tränen unaufhaltsam.
„Ja, ich weiß…ist vielleicht auch nur, weil es bald Weihnachten ist und so…mach die keine Gedanken wegen mir. Muss eh mit Claudia nach einer Wohnung schauen, das benötigt auch viel Zeit. Und nächste Woche bin ich ja auch wieder arbeiten.“
„Naja…ich vermisse dich auch…sogar so sehr, dass es weh tut…“ er brach mit brüchiger Stimme ab und ich wusste, dass er jetzt überlegte, was er machen sollte.
„Rakas, genieße deinen Urlaub, ich bin hier und warte auf dich!! Ich liebe dich!!“ mit einem Kuss verabschiedete ich mich, noch eher er was erwidern konnte, legte ich auf und schaltete das Handy ganz aus. Danach saß ich einige Zeit nur da und starrte an die Wand gegenüber. Nur langsam kam die Information in meinem Gehirn an und ich schmiss mich ins Bett und weinte, weil ich mich so gefreut hatte, dass er Sonntag kommen würde.

146. Kapitel

Als ich mich dann irgendwann einmal ausgeweint hatte und nur noch so dalag, überlegte ich, was ich mit mir selbst anfangen sollte. Und dann machte sich ein Grinsen in meinem Gesicht breit. Ich sprang freudig auf und ging u mir in die Wohnung, holte meine Sport- und Schwimmsachen aus dem Schrank und fuhr dann zum nächstgelegenen Fitnesscenter. Hier konnte ich mich abreagieren und noch was für meine Figur tun. Mit dem Trainer sprach ich nach einem Check meinen Plan durch und nach getaner Arbeit ging ich in den Wellnessbereich um meine Seele in der Sauna baumeln zu lassen. Es saß nur noch ein anderes junges Mädchen in der Sauna und ich lächele ihr schüchtern zu. Mit geschlossenen Augen saß ich an die Wand gelehnt da und versuchte jegliche Gedanken aus meinem Gehirn zu verbannen, was mir nicht wirklich gelang. Seufzend verließ ich nach ca. 10 Minuten die Sauna, duschte mich eiskalt ab und zog dann meine Bikini an, um noch eine Runde zu schwimmen. Nachdem ich meine 150 Bahnen weghatte, fühlte ich nur noch eine bleierne Müdigkeit in mir und beeilte mich so gut es ging, um nach Hause zu kommen. Als ich in meinem Auto saß, merkte ich, wie es mir die Augen bald zuzog und so hielt ich kurz an einem Schnellrestaurant an und holte mir einen Kaffee. Genüsslich eine Zigarette dazu rauchend trank ich den Kaffee und konnte danach etwas munterer weiterfahren. Bei mir angekommen saß Claudia auf dem Sofa und schaute sich eine Talkshow an.
„Moi!!“ murmelte ich und ließ mich erschöpft neben sie fallen.
„Na, wo warst du denn?? Lauri hat angerufen, doch ich konnte ihm nix sagen, da dein Handy aus ist hat er hier angerufen, hattet ihr Streit??“
„Nee…ich wollte nur meine Ruhe haben, er kommt erst in einer Woche wieder.“
„Ach so…wie erst in einer Woche??“ sie sah mich fragend an und ich legte den Kopf auf die Lehne und schloss die Augen.
„Sie machen noch etwas Urlaub um sich zu erholen. Und naja, ich bin nicht wirklich erbaut darüber, aber ich kann sie ja verstehen. Ich hatte mich nur schon auf Sonntag gefreut und auf ihn…naja, muss ich eben noch etwas warten.“ Seufzte ich und stand auf, um was zum Essen zumachen.
„Naja, jedenfalls sollst du ihn dringend zurückrufen, er macht sich Sorgen, weiß er doch, wie du bist!!“ meinte sie dann, als sie mir in die Küche folgte.
„Ja…ich schmeiße mich gleich dem Nächstbesten an den Hals!“ knurrte ich und schmiss die Kühlschranktür zu.
„He…ne ich glaube so hat er es nicht gemeint!“ versuchte sie mich zu beschwichtigen, doch ich war schon auf 180.
„Lass es…ich rufe ihn jetzt an!!“ sagte ich und griff mir das Telefon und verschwand ins Schlafzimmer.
„Babe?? Wo warstn du?? Ich hab versucht dich zu erreichen, aber dein Handy ist aus und bei dir ging nur Claudia ran.“ Fragte mich Lauri leicht vorwurfsvoll.
„Ich war im Fitnesscenter, oder glaubst du etwa, nur weil du nicht nach Hause kommst, bleibe ich hier sitzen und drehe Däumchen??“ fuhr ich ihn wütend an.
„Sorry, aber ich wollte….ach ist jetzt auch egal…außerdem, woher soll ich das denn wissen?? Du machst doch ständig irgendwas…“ weiter kam er nicht.
„Ja klar, ich hab mich in die Arme des Nächsten geflüchtet, damit ich nicht so alleine bin!!! Sag mal, gehts dir noch gut?? Oder verträgst du die Sonne nicht??“ aufgebracht redete ich auf ihn ein. „Ich trage diesen Ring hier wohl nur zum Spaß??“
„Hei, hei…stopp!! Jetzt halt mal die Luft an…ich weiß wie es um dein seelisches Nervenkostüm bestellt ist…und entschuldige bitte, dass ich mir Gedanken um meine zukünftige Frau mach!!“ jett wurde auch er langsam wütend.
„Mein seelisches Nervenkostüm?? Was weißt du denn schon, wie es in mir aussieht Herr Dr. Prof. med. Lauri Ylönen??“ frage ich ihn mit einem sarkastischen Unterton. „Du weißt gar nix…“ ich ließ mich auf mein Bett fallen „du weißt gar nix“ murmelte ich dann nochmal leise.
„Ja woher denn auch?? Wenn du nicht mit mir redest!!“ ich hörte wie er sich eine Zigarette ansteckte und tief den Rauch inhalierte. „Pass auf, ich komme am Freitag in einer Woche und dann fahren wir übers Wochenende weg, dorthin, wo nur wir beiden sind und reden dann…ich glaube da gibt es noch viel mehr zu verarbeiten, als das hier!!“ meinte er dann ruhig und ich stimmte ihm murmelnd zu.
„Ok…ich muss mal wieder zu den Jungs…ich liebe dich!! Pass auf dich auf!! Bitte…“ leise und flehend sprach er mit mir und ich konnte nur noch ein „Ja, ich dich auch“ hauchen, bevor er auflegte.
Frustriert haute ich das Telefon auf mein Bett und sah mich im Spiegel an. Dort sah ich eine junge Frau, deren Augen sich mit Tränen füllten und die mit sich selber gerade ziemlich im Unreinen lag und nicht wusste, woran das liegt.

147. Kapitel

Als es leise klopfte, wischte ich schnell die Tränen weg und schaute dann zu Claudia auf.
„Alles ok??“ fragte sie mich als sie sich neben mich setzte.
„Sehe ich so aus??“ ich fing an mit schluchzen „Nix ist mehr ok!!! Ich streite mich mit Lauri wegen sinnlosem Zeug…und wohl fühle ich mich auch nicht mehr!!! Ich will einfach nur raus…weißt wie ich das meine??“ ich sah sie mit tränenverschwommenem Blick an, doch sie schüttelte den Kopf.
„Mir wird das alles zuviel!! Ich liebe ihn, aber ich glaube, diesem Druck kann ich nicht standhalten!!“ brach es aus mir heraus und Claudia sah mich erschrocken an. „Ich glaube es ist wirklich das Beste, wen ich das Ganze hier abbreche…auch wenn es verdammt wehtun wird, aber so kann es auch nicht weitergehen!!!“
„Das ist nicht dein Ernst oder?? Du willst wegen den 5 Tagen Urlaub jetzt alles hinhauen??“ sie sprang auf und stellte sich vor mich.
„Nee, nicht nur wegen den 5 Tagen, des wäre kein Problem. Aber, was habe ich denn von ihm?? Er liebt seine Musik und die gibt er so schnell nicht auf, und ich kann nun mal nicht damit leben, meinen Freund nur aller halbe Jahre mal zu sehen!!“ ich stand auf und streckte mich einmal richtig, weil ich schon leicht eingerostet war und ging dann auf den Balkon eine rauchen.
„Warte doch erstmal ab, bis er nächste Woche kommt, dann denkst du vielleicht auch anders darüber!!“ sagte sie in einem hoffenden Ton.
„Ja, bis zur nächsten Tournee und dann geht das Ganze von vorne los!! Nee danke, ich bin nicht so veranlagt, mir ständig Schmerzen zufügen zu müssen!!“ ich inhalierte tief den Rauch und blickte auf das Hafenbecken von Helsinki und wieder spürte ich diesen Drang, einfach aufzugeben und abzuhauen, doch das wollte ich Lauri dann auch nicht antun. Tief seufzte ich auf, wusste ich doch, dass es nie mehr so werden wird, wie ich es mir mal erträumt hatte. Ich drückte meine Zigarette aus und ging wieder hinein. Schnell packte ich mir einige Sachen zusammen, aß noch mit Claudia zu abend und setzte mich dann in mein Auto. Auch wenn sie es versucht hatte, um meinen Kopf frei zubekommen, musste ich jetzt alleine sein und nicht in meiner Wohnung. Ich weiß, dass sie sich jetzt Gedanken machte und höchstwahrscheinlich auch Lauri anrief, doch das war mir ehrlich gesagt egal. Sobald ich auf der E75 fühlte ich, wie der Druck sich langsam löste und lehnte mich in meinen Sitz. Ich genoss den Rausch der Geschwindigkeit und wenn sie mich angehalten hätten, hätte ich meinen Führerschein abgeben dürfen. Genüsslich eine rauchend fuhr ich an Lahti vorbei und überlegte kurz, ob ich nicht bei Andy mal vorbeischauen sollte, doch ich verwarf diese Idee gleich wieder. Ich fuhr weiter und kam dann bei Mikkeli vorbei und überlegte schon, ob ich nicht hier mir ein immer nehmen sollte, als ich am Hinweisschild sah, das Jyväskylä nur noch ca. 150 km entfernt war. Also fuhr ich wieder auf die linke Spur und innerhalb von einer Stunde war ich dann auch schon in Jyväskylä. Doch ich wusste dann nicht so recht, was ich machen sollte, als mir Jussi einfiel. Ok, es war nicht nett, ihn nachts aus dem Bett zu klingeln, aber er war um Glück noch wach und freute sich riesig. Per Handy lotste er mich u sich und ich lernte auch gleich einige seiner Freunde und seine Schwester kennen. Als er mich fragte, was ich denn in der Gegend machte, erzählte ich ihm das mit Lauri und er und seine Schwester redeten lange mit mir und zeigten mir mal den Zusammenhang auch aus Lauris Sicht. Sie brachten das wirklich cool rüber und sie bedrängten mich auch nicht. Sie konnten das beide, da sie weder mich, noch Lauri kannten, aus einem unparteiischen Standpunkt betrachten und das half mir weiter, als jedes Gespräch davor. Sie sagten mir war auch, dass wir schon ein verrücktes Pärchen sind, aber wahrscheinlich gerade deswegen immer zusammenbleiben würden. Siina, Jussi Schwester betrachtete träumend den ring und schniefte leise auf, als ich ihr erzählte, wie er mir den Antrag gemacht hatte. Als ich es so erzählte, traten mir auch wieder die Tränen in den Augen, denn ich liebe ihn wirklich ohne Ende und genau davor hatte ich immer Angst.
„Hei…alles wird gut!! Das ist der Preis, den du dafür zahlen musst!!“ meinte Siina. Ich sah sie etwas irritiert an. „Naja, diese Freiheit wirst du aufgeben müssen, wenn du wirklich heiraten willst. Dafür wirst du andere schöne Dinge erleben!!“ sie blickte mich so treuherzig an, dass ich lachen musste.
„So, und nun schreib ihm, dass es dir gut geht, dass du bei Freunden bist und ihn vermisst!! Das willst du doch schon de ganze Zeit machen, oder warum knetest du dein Handy so durch??“ kichere Jussi, der neben uns saß.
„Ja, ihr habt ja Recht!“ ich musste nun wirklich grinsen und schrieb dann Lauri eine Nachricht, in der stand, das er seinen Urlaub genießen sollte, ich ihn trotzdem vermissen werde, er sich aber keine Gedanken machen soll, mir ginge es gut. Dann schrieb ich noch ein „ich liebe dich“ drunter und schickte sie ab. Wann sie ihn erreichte, weiß ich nicht, denn kure Zeit später sind wir dann schlafen gegangen und das erste Mal seit längerer Zeit fühlte ich mich etwas befreiter.

148. Kapitel

Am nächsten Morgen weckte mich Kaffeegeruch und ich stand ausgeschlafen auf. Als ich aus dem Gästezimmer trat, stand ich auf einmal einer älteren Frau gegenüber.
„Guten Morgen.“ Grüßte ich sie etwas schüchtern und wollte wieder ins Zimmer zurück, doch sie lächelte mich freundlich an und schüttelte leicht den Kopf.
„Sie sind bestimmt Bianca?? Siina hatte mich schon vorgewarnt, dass wir einen Überraschungsgast haben! Komm, hier geht’s in die Küche.“ Sie winkte mir und ich trottete hinterher, auch wenn ich eigentlich mal ins Bad musste.
„Hier, Jussi kommt auch gleich!“ meinte sie und ich setzte mich in eine rustikale, aber sehr heimisch wirkende Küche. Interessiert sah ich mich um. Es roch nach Kaffee, frischen Brötchen aber auch nach Kräutern und Fleisch. Es war angenehm warm und die Küchenbeleuchtung verstrahlte eben ein warmes Licht. Eine Küche zum ewig drinnen sitzen bleiben und sich wohlfühlen.
Bevor ich jedoch Essen oder Kaffeetrinken wolle, bat ich die Frau, die sich als Mutti von Jussi und Siina herausstellte, mir den Weg zum nächsten Bad zu zeigen. Ich meine, ich habe nix dagegen, im Schlafanzug und Kimono durch die Gegend zu rennen, doch Zähneputen und eine kurze Morgentoilette muss schon sein. Etwas erfrischter kam ich dann zurück in die Kühe, wo auch schon ein recht müde aussehender Jussi saß und kaute.
„Morgen…“ nuschelte er und goss mir etwas Kaffee in die Kanne. Ich lächele ihn fröhlich an und griff nach einem Brötchen.
„Na, sind wir etwa auch ein Morgenmuffel???“ frage ich ihn und er verzog nur leicht das Gesicht, was mich um Lachen brachte.
„Ja, Mutti meinte, weil du schon auf bist, muss ich auch aufstehen!!“ grummele er und seine Mutter, die gerade in die Küche kam, stimmte ihm da zu.
„Ja, sie is ja schließlich deine Freundin!!! Und es schadet dir mal nix, schon vor drei Uhr aufzustehen!!“ bei ihren Worten schaute ich ihn erschrocken an.
„Aber….aber…“ ich musste kurz Luft holen, doch Jussi kam mir zu vor.
„Mom, wir sind nur befreundet, nicht ein Paar!! Sie wird demnächst heiraten!!“ leicht genervt sah er seine Mutter an, die sich darauf entschuldigend verzog.
„Das war jett aber bisschen gemein!! Das kann sie doch nicht wissen!!“ meinte ich dann.
„ja ich weiß, aber sie denkt bei jedem Mädchen, das mal hier schläft…nein, hier haben noch nicht viele Mädchen geschlafen!!“ meinte er dann, als er meinen entsetzen Blick sah, „Jedenfalls denk sie dann immer gleich, ich hätte was mit dem Mädchen!! Und ich konnte dich ja schlecht irgendwo rumfahren lassen, wer weiß, wo du gelandet wärest!!“
„Ja, ja, ich bin dir ja auch dankbar, aber ich werde dann auch gleich weiterfahren!!“ meinte ich, und erntete von Jussi nur einen fragenden Blick.
„Ich werde über Tampere mal nach Turku fahren und alte Bekannte besuchen.“ Ich sah ihn an und wusste doch, was er in diesem Moment dachte.
„Nein keine Angst, in Tampere werde ich eine meiner besten Freundinnen besuchen und in Turku einen schwulen Freund!! Also, keine Angst!!“ lachte ich.
„Naja, ich kenn dich ja so gut wie gar nicht, aber ich glaube soweit kann ich dich schon einschätzen um zu wissen, dass du das Spiel mit Feuer liebst!!!“
„Das Spiel mit dem Feuer??“
„Ja, anstatt auch nur ansatzweise das zu machen, was du sagts und denkst!! Nein, im Gegenteil, du machst genau das was du nicht machen wolltest!!! Wie hält das Lauri nur mit dir aus??“
„Öhm, aber…ich mache doch das, was ich gesagt habe!! Ich kann dir jetzt aber auch noch nich zuviel sagen, außer Danke!! Ohne euch wäre diese Beziehung nächsten Freitag keine mehr gewesen!!“ ich sah ihn über den Rand der Tasse an und fand den leichten roten Schimmer, den sein Gesicht überzog, einfach nur putzig. Doch davon wollte er nix hören und ich verschwand lachend im Bad.
Als ich dann fertig angezogen, frisch geduscht und geschminkt aus dem Bad trat, hatte auch Jussi etwas bessere Laune.
„Ok, nun ist es also soweit….pass auf dich auf und komm bei Gelegenheit mal mit deinem Freund her!! Ich wünsche dir viel Glück und bitte, mach keenen Scheiß!!“ er umarmte mich einmal kräftig und ich fühlte, dass sich hier eine Freundschaft auf Lebenszeit aufbauen konnte. Noch einmal hauchte ich ein danke in seinen Kragen und bevor ich komplett die Fassung verlor, stieg ich in mein Auto und fuhr davon. Als ich mich ur Autobahn durchgeschlagen hatte, drehte ich dann mein Radio laut auf und hörte mir Mila Mar an, etwas was schon immer zu meiner Beruhigung beigetragen hatte. Auf einer Rasstätte, die ca. eine Stunde von Tampere entfern lag, rief ich schnell Lena an und sage ihr Bescheid, dass ich vorbeikommen würde. Sie freute sich, musste mir aber noch etwas mitteilen. Schnell stieg ich wieder ins Auto und fuhr nach Tampere.

149. Kapitel

Als ich vor dem Wohnheim ankam, saß Lena auf den Stufen und unterhielt sich mit jemand. Gekonnt parkte ich mein Auto ein und lief auf sie zu.
„Hei, na wie gehts?? Nich bissl kalt??“ frage ich sie grinsend und wir umarmten uns.
„Naja, doch, aber ich wollte nicht erst hochgehen.“ Lachte sie und stellte mir ihre Bekannte vor.
„Hei“ ich schüttelte ihrer Bekannten die Hand und drehte mich, nachdem sie sich dann verabschiedet hatte zu Lena um. „Und, was machen wir jetzt feines??“
„Weißt du was?? Mir ist es heute eindeutig nach Shopping, Stadt und Leute!!! Lass uns einfach bummeln und sehen, was passiert!!“ sie hakte sich bei mir ein und wir liefen in die Innenstadt. Zusammen schlenderten wir durch die City und trotz eisiger Kälte war es schönes Wetter, da die Sonne schien. Wir klapperten so ziemlich jeden Laden, den es auf der ‚Meile’ – wie wir die Einkaufstraße nannten – ab und am Ende waren wir über und über mit Taschen und Tüten beladen. Glückstrahlend setzten wir uns in ein Café und bestellten uns einen Kaffee mit Kuchen. Genüsslich zündete ich mir, nachdem wir uns bequem hingesetzt hatten, eine Zigarette an.
„Also, das scheint schon ziemlich gut zu laufen bei euch, oder??“ Lena sah mich schelmisch grinsend an „Ich meine, falls du es nicht wirklich bemerkt haben solltest, du hast fast genauso viel für Lauri gekauft, wie für dich selbst!!“ kicherte sie und auch ich musste grinsen.
„Naja, musste des ja irgendwie machen, weil, wenn Lauri nächste Woche kommt, habe ich glaube ich was anderes zu tun, als einkaufen zu gehen.“ Ich lachte laut auf und Lena lachte mit.
„Ah, brauchst nicht gleich rot werden!! Ich versteh das ja, hoffe nur, dass es dann auch Lauri gefällt!! Also ich könnte das nicht und dann wüsste ich noch nichemal, ob meiner das anziehen würde!!“ grinse sie mich an.
„Wie jetzt??“ ich stellte die Tasse Kaffee ab und sah sie ganz erstaunt an „Sag bloß, du hast einen Freund und ich weiß nichts davon??“
„Ja, er heißt Zacky und ist 22. Achja, er ist wie Lauri Sänger in einer Band!!“
„Ach hör mir auf mit Sängern!! Gibt es denn keinen Mann mehr in Finnland, der einen normalen Job ausübt?? Sind denn jetzt alle in der Musikbranche tätig??“ ich schaute auf und konnte mir ein kleines Grinsen nicht verkneifen. Denn da bahnte sich gerade noch eines dieser besagten Geschöpfe mit seinem Busenkumpel einen Weg durch das Café auf uns zu.
„Sag mal…ist Helsinki überflutet oder warum bis du ständig in Tampere??“ Jonne umarmte mich und drückte mir einen Kuss auf, wobei mir sein wissendes Lächeln nicht entgangen ist. Christus musste ebenfalls grinsen als wir uns umarten und meinte dann auf seine charmante Art, ich sei nur wegen ihnen gekommen.
„Jaja, na klar, wovon räumt ihr eigentlich nachts??“ fragte ich sie, nachdem sie auch Lena begrüßt hatten.
„Babe, das willst du gar nicht wissen!! Glaubs mir!!“ mit einem gekonnten Augenaufschlag sah er mich an „Und, was macht dein Anhängsel??“
„Lauri?? Der ist noch für ein paar Tage in Indien, will sich noch etwas erholen und so. Warum??“
„Ach…nur so!! weiß er, dass du heute hier bist?? Bei mir, dem pöösen, pöösen Jonne??“ er lachte tief auf.
„Du spinnst!! Ich bin ja nicht bei dir, sondern bei Lena!! Und so pööse wie du gerne sein möchtest, bist du nun auch wieder nicht!!“ lachte ich und auch Christus und Lena konnten sich ein Kichern nicht verkneifen.
„He…mal was anderes. Bist du nicht mit Zacky zusammen?? Du kommst mir so bekannt vor!!“ frage dann Christus Lena, die erst überrascht aufblickte, dann aber nickte. „Was macht der so??“
„Ach naja, nicht viel, weißt doch…hängt halt mit seinen Jungs oder mit mir ab, sing sich bissl durchs Leben und hofft auf einen Plattenvertrag.“ lachte sie leise und Christus nickte verstehend.
„Wie lange bist du eigentlich in Tampere??“ fragte mich Jonne, mir dabei fast das Ohr abkauend.
„Bis morgen, da fahre ich früh dann nach Turku. Und wir wollen heute abends mal noch in Ruhe reden.“
„Nix da, wenn du schon einmal da bist, musst du auch zu meiner Party kommen!! Ihr könnt nachher noch in Ruhe reden!! Wann sollen wir euch wo abholen??“
°°Öhm ja, ich werde gerne mal vorher gefragt und so!!°°
„Keine Ahnung…Lena?“ ich sah sie bittend an, dass sie ablehnen sollte, doch irgendwie schien sie das falsch aufzufassen.
„Hei Klasse…seid gegen acht am Uniwohnheim!!“ sie strahlte ja förmlich.
„Ok, kannst auch deinen Freund mitbringen, man kann sich ja mal über paar gemeinsame Projekte unterhalten!!“ meinte Jonne noch, bevor er schnell seinen Kaffee hinterschüttete und dann mit Christus zum Bezahlen an die Kasse ging. Natürlich verabschiedeten sie sich in gewohnter Manier und ich konnte nur noch kopfschüttelnd hinterher schauen. Lena strahlte jetzt mit der Halogenlampe über der Theke um die Wette, während sich in mir ein komisches Gefühl breitmachte.

150. Kapitel

Nachdem auch wir fertig waren mit Kaffeetrinken und Eisessen, schleppten wir unseren Einkauf bis zum Wohnheim, bzw. räumte ich alles gleich ins Auto. Dann gingen wir zu Lena ins Zimmer und hauten uns erstmal aufs Bett. So eine Shoppingtour kann ganz scheen in die Knochen gehen.
„Man, schade, dass du keinen Balkon hast, sonst könne ich jetzt eine rauchen!!“ murrte ich leise und Lena musste lachen.
„Na dann rauch doch, können ja das Fenster dann aufmachen!“
„Auch wahr!!“
Ich stand auf und öffnete das Fenster. Wenn man über die Straße schaute, sah man die Bibliothek der Universität.
„Warum hast du eigentlich zugesagt wegen der Party?? Ich wollte nämlich nicht!!“ meinte ich, nachdem ich zwei Züge getan hatte.
„Ach so…dann habe ich das wohl falsch verstanden!! Sorry, willst du absagen?? Apropos, ich muss Zacky anrufen!!“ sie griff nach ihrem Telefon und ich seufzte genervt auf. Für Zacky war es ja eine wichtige Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen. Nachdenklich betrachte ich den Ring und schaute dann in den Himmel, doch so recht ruhig werden wollte ich nicht.
Als es Zeit wurde, sich für den Abend vorzubereiten, nahm ich absichtlich etwas Unscheinbares aus meiner Klamottensammlung und ich schminkte mich dezenter als Eero. Als ich aus dem Bad kam, schaute mich Lena verwundert an.
„Wir gehen auf eine Party und nicht ins Kloster!!“ lachte sie dann.
„Ich weiß, aber mir is nicht danach und so schlecht siehts doch nicht aus!!“ ich schaute an mir hinunter. Schwarze Cordhose, schwarzes Hemd und eine rote Krawatte. Den Tick hatte ich mir bei diversen Sängern abgeschaut. Dazu zog ich meine Boots an und meinen Mantel drüber, fertig war der Lack. Lena hatte sich etwas angezogen, was sie sich selbst geschneidert hatte und sah wie immer umwerfend aus. Als es an der Tür klopfte, bekam sie wieder diesen Glanz in den Augen und ich wusste, dass dies Zacky sein musste. Und tatsächlich, vor der Tür stand ein schüchterner Kerl, mit der wohl interessantesten Frisur die ich je gesehen habe.
„Hei…also, das is mein Schatz und das ist…“ damit zeigte Lena auf mich „ eine meiner besten Freundinnen!!“ ich nickte ihm zu und reichte ihm die Hand. Beide sahen sich kurz an nur um dann wieder in eine andere Richtung zu schauen.
„Ok, also dann, lasst uns mal losgehen. Ich glaube sie stehen schon unten!!“ Murmelte Lena und ich schnappte mir noch schnell meinen Schal.
Als wir vor die Tür traten, wehte uns ein eisiger Wind entgegen, so dass ich mein Gesicht noch tiefer in den Schal schob und auch meinen Hut, den ich heute mal aufgesetzt hatte, tiefer ins Gesicht zog. Jonne und Christus standen gutgelaunt da und machten sich über verschiedene Passanten lustig. Als wir kamen, lachten sie mich erstmal aus und begrüßten dann Zacky wie einen alten Kollegen. Die Jungs unterhielten sich dann auch angeregt über das Thema Musik und so konnten Lena und ich zusammen laufen und uns etwas austauschen.
„Weiß es eigentlich Lauri??“
„Was??“ ich sah sie etwas irritiert an.
„Na, dass wir heute bei Jonne feiern??“ sie zog ihre Augenbraue leicht nach oben.
„Nein, werde ihn dann mal anrufen, weiß auch gar nicht, was er überhaupt macht, die haben dann je noch ein Konzert!“ nuschelte ich hinter meinem Schal.
„Was??“ sie trat vor mich und zog meinen Schal weg „nun nochmal deutlich!!“
„Ich habe gesagt, dass ich ihn dann anrufen werde!!“ sagte ich gereizt und sie ging zu Zacky.
„He Kleine, was ist los??“ fragte mich Christus und ich sah ihn erstaunt an, so was war ich von ihm nicht gewohnt.
„Ach ich weiß nicht…irgendwie weiß ich, dass das hier gerade ganz tolle falsch ist, was ich mache!!“ ich seufzte leise.
„Meinst wegen Jonne?? Keine Angst, der weiß, dass du Lauri liebst, auch wenn er es nicht verstehen tut!!“ er nahm mich leicht in den Arm und drückte mich. „Ich werde aber auf ihn aufpassen, ok??“
„Danke…das ist lieb!!“ ich wollte nicht darüber nachdenken, dass Christus sich, sobald er einen Intus hatte, eh nich mehr daran erinnern könnte. Nach ca. 10 Minuten Weg kamen wir dann auch schon bei Jonne an, wo schon voll die Party war.

151. Kapitel

Zögernd trat ich ein, denn, ich kannte zwar die Band, aber nicht den Rest und folglich wusste ich nicht, was ihnen über uns erzählt worden war. Ich hängte meinen Mantel an der Garderobe auf und stellte meine Schuhe so, dass ich sie im Falle eines Falles sofort bereit hatte. Dann lächelte ich Lena und Zacky zu und zusammen betraten wir Jonnes Wohnzimmer, das total lila und eigentlich absolut chaotisch rüberkam, so wie der Kerl eben selbst. Ich begrüßte die andern der Band mit einer Umarmung und auch die restlichen Leute grüßte ich höflich. Dann nahm ich mir ein Bier und setzte mich neben Lena und Zacky, der einen Bekannten von sich getroffen hatte und sich angeregt mit ihm unterhielt.
„Na meine Schöne?? Alles ok??“ fragte mich in diesem Moment Jonne und ich fiel fast vom Stuhl. Er kicherte sich einen ab und half mir, mich wieder etwas komfortabler zu setzen.
„Was macht eigentlich Lauri?? Ist er noch in Indien??“ in dem Moment fiel mir ein, dass ich meinen Schatz ja eigentlich anrufen wollte. Also verzog ich mich in die Küche und hole mein Handy aus der Tasche. Schnell tippte ich seine Nummer ein und wartete dann auf das Freizeichen. Nach einigen Sekunden ging ein recht angespannt wirkender Lauri ans Telefon, doch als ich mich meldete, schien bei ihm förmlich die Sonne aufzugehen.
„Babe…is das scheen, dass du mich anrufst!! Wie geht es dir und was is da für ein Krach bei dir??“
„Hei Rakas!! Ja, mir geht’s soweit gut ich vermisse dich und ich bin hier bei Jonne, der feiert irgendwas!!“
„Aha….“ Hörte ich ihn murmeln.
„Nein, keine Angst, ich pass auf mich auf, schließlich weiß ich wohin ich gehöre!!“ meinte ich dann besänftigend und er beruhigte sich wieder.
„Naja, du weißt wie ich nach deinen ganzen Eskapaden auf dieses Thema reagiere!!! Ich vermisse dich auch!!“ flüsterte er dann fast, was mir das Wasser in die Augen trieb, da ich wusste, dass er mir in diesem Moment überhaupt nicht vertraute und sich selbst Vorwürfe machte.
„Lauri, ich liebe dich wirklich und es wird nix passieren!! Jonne ist ein guter Kumpel von dir, ich glaube nicht, dass er das aufs Spiel setzen würde!! Und ich bin auch nicht so doof und werfe die Liebe meines Lebens einfach so weg!!“
„Ach man…ich weiß es ja, aber ich bin so schrecklich eifersüchtig…und ich weiß ja auch, wie gut Jonne aussieht und somit kein Problem hat, Mädels aufzureißen.“ Brummelte er dann leise, was mich um Lachen brachte.
„Schatz, ich bin noch mit Lena da, die wird aufpassen wie ein Schießhund, glaube mir!! Sonst wäre ich ja nicht in Tampere, wollte ja nur Lena besuchen und mit ihr nen netten abend verbringen. Konnte ja keiner ahnen, dass wir Jonne und Christus treffen!!“
„Hmm…ich muss mal los…ich liebe dich und bin in Gedanken bei dir!! Pass auf dich auf!!! Kuss!!“ ich spürte, dass er am Liebsten die ganze Zeit mit mir telefoniert hätte, doch nachdem ich ihm auch einen Kuss zugeschickt hatte, legte ich dann auf und ging zu den anderen zurück.

Wir hatten total viel Spaß und ich erzählte auch viel von Deutschland, da ja die Jungs im Februar eine kleine Tour haben würden und ich erzählte ihnen auch, wie billig der Alkohol da sei. Die bekamen vielleicht große Augen!!! Ich amüsierte mich prächtig mit Lena und auch Zacky taute langsam auf und er konnte sogar sprechen!! Irgendwann kam einer auf die Idee, man könne doch mal was spielen und man erklärte sich zu Flaschendrehen bereit. Ich fand es ganz lustig, mehr über die Leute zu erfahren, wenn sie die Wahrheit sagen mussten, und ich fand auch die Pflichten ganz lustig, bis ich selbst dran kam (den im Gegensatz zum normalem Spiel, bestimmte der, der die Flasche drehte, was zu machen sei) und eine Pflicht ausführen musste. Ich sollte eine Flasche Bier in der kürzesten Zeit leertrinken, die ich so schaffte. Naja, an und für sich kein Problem, doch ich wusste, dass es dann nicht mehr lange dauern konnte, bis ich mich selbst nicht mehr in Griff hatte. Ich sah kurz zu Lena, diese nickte mir in ihrer Euphorie zu, so dass ich die Flasche ansetzte und mit mehreren Schlücken ohne abzusetzen leer trank. Danach verlangte ich von Larry eine Wahrheit und ich spürte langsam, wie sich der Alkohol breitmachte. Unbemerkt von allen trank ich dann erstmal nur noch O-saft, und lachte mich schief über die Sachen, die die jeweiligen Leute machen musste. Lena musste Antti schminken und das in den tuntigsten Farben Christus musste ein Kleid anziehen (fragt mich nicht, woher das Jonne hat) und eines der anderen Mädels musste sich wie ein Huhn aufführen. Dann kam Jonne mit einer Pflichtaufgabe dran, die mir Kinnlade runterklappen ließ. Er sollte strippen und da ich auf einen Stuhl saß, nahm er ich als sein Objekt der Begierde und legte einen astreinen Strip hin, bei dem es mir etwas heiß wurde. Die ganze Meute feierte begeistert, als er mir ein Bein zwischen meine Beine schob und dann langsam seine Hose auszog. Dabei hatte er sein Grinsen drauf und ich wusste echt nicht, wo ich noch hinguggen sollte. Dann tänzelte er noch verführerisch mit dem Hintern wackelnd vor mir und ich konnte dem Drang nicht widerstehen und musste ihm in die Pobacke kneifen. Daraufhin drehte er sich um und funkelte mich wissend an. Ich musste lachen und auch die anderen lagen schon flach, weil das so tuntig ausgesehen hatte.
Später am Abend, so ziemlich jeder hatte jeden küssen müssen und das eine oder andere Kleidungsstück abgelegt, verließen auch schon die ersten die Party wieder. Am Schluss saßen nur noch Lena, Zacky, Negative und mit mir noch 5 andere Mädels da und dann wurde es richtig interessant. Jeder erzählte von seinem ersten Mal und wo er es so schon gemacht hatte und ich musste einmal mehr lachen, als mir so einiges einfiel, was Lauri und ich so gemacht hatten. Als dann die Frage aufkam, ob denn schon wer Erfahrungen mit dem eigenen Geschlecht gemacht hatte, staunte ich nicht schlecht über Lena, als sie erzählte, sie hätte auch schon mit ihrer Freundin rumgeknutscht und Jonne und Christus warfen sich nur romanerzählende Blicke zu. Er muss wohl den skeptischen Gesichtsausdruck von mir gemerkt haben, denn Jonne kam zu mir und grinste mich schief an.
„Na, mit irgendwem musste ich ja üben, sonst könnte ich das heute noch nicht!!“ kicherte er und ich musste auch lachen.
„Naja, ich hatte da nen guten Lehrmeister!!“
„Du willst doch nicht etwa behaupten, dass Lauri besser küsst als ich!!“ empörte er sich und als ich nickte, hielt er mein Gesicht fest und drückte mir seine Lippen auf.
„Das wollen wir doch sehen!!“ murmelte er noch leise, bevor sich seine Zunge einen Weg in meinen suchte und meine Zunge zum Kampf herausforderte. Kurz ließ ich ihn gewähren, doch sobald sich die Überraschung gelegt hatte, stieß ich ihn von mir weg und sah ihn an.
„Jonne, wir…du…ich…verdammt, wir dürfen nicht!!“ brachte ich mühsam hervor.
„Ach was, was er nicht weiß, macht ihn nich heiß!!“ raune er mir zu und strich sanft mit seinem Finger die Konturen in meinem Gesicht nach. Sein Blick hielt meinen gefangen, so dass ich schwer schlucken musste.
„Jonne, lass sie in Ruhe!! Komm lieber her, wenn sie nicht weiß, was sie an dir hat!!“ lachte dann eines der Mädchen und für einen Moment war ich ihr dankbar und wütend zu gleich. Doch Jonne machte es sich neben mir gemütlich und als ich zu Lena blickte, merkte ich, dass sie mit Zacky beschäftigt war. Die anderen Jungs hatten auch irgendwie eines der Girls in der Zerre und schienen meilenweit entfernt zu sein. Als dann auch noch Larry und Christus mit ihren Eroberungen das Weite suchten, kam ich mir ziemlich hilflos vor. Ich drehte an meinem Verlobungsring in der Hoffnung, dass es Jonne davon abhalten würde, sich weiter auf mich zu konzentrieren, doch irgendwie war mir das Glück nicht hold. Somit zog ich einen Schlussstrich, stand auf und ging in den Flur, um mich anzuziehen. Lena und Zacky kamen langsam nach und Jonne stand regungslos im Flur, bis ich mich zu ihm umdrehte.

152. Kapitel

„Machs gut, wir gehen dann mal!! Danke für die Einladung…aber…“ fing ich an, doch er winkte leicht ab.
„Nee, ist schon ok…tut mir leid, ich weiß du liebst Lauri und ich wollte des auch nicht…naja, kennst mich ja!!“ mit einem schüchternen Lächeln stand er vor mir und sah mich echt bedrückt an.
„Hmm…ok, aber es war wohl auch mein Fehler!! Hätte nich herkommen dürfen!!“ wir umarmten uns und dann ging ich mit Lena schon mal vor, weil zacky und Jonne noch kurz was wegen Musik redeten.
„Scheiße!!“ murmelte ich und Lena nahm mich in den Arm.
„Naja, irgendwie ziehst du so was magisch an…. Aber er hat sich entschuldigt und es is ja nix weiter passiert!!“
„Trotzdem, ich wusste schon, warum ich nicht herkommen wollte!! Hoffentlich hat es Zacky was genützt!!“ meinte ich, als er zu uns kam.
„Na Mädels, schaut gut aus, sollen demnächst mal bei denen vorbeischauen und dann sehen wir weiter!!“ meinte er freudestrahlend und Lena kuschelte sich an ihn ran. Er brachte uns bis zum Wohnheim und nach einer langen Verabschiedung der beiden gingen wir in Lenas Bude. Dort quasselten wir noch ein bisschen und gingen dann auch schlafen.
Am nächsten Morgen stand ich wie gerädert auf und schleifte mich ins Bad und stellte mich unter die Dusche. Irgendwie hatte ich keine Lust, noch nach Turku zu fahren, doch ich musste dorthin, weil Jimmy wartete. Nach einem kurzen Frühstück verabschiedete ich mich von Lena und fuhr los.
Die Autobahn war frei, so dass ich kurz vor Mittag bei Jimmy ankam, der mich freudestrahlend empfing.
„Hei Kleene!! Na alles klar??“ er umarte mich und wir gingen in die Küche, wo sein Freund saß und noch Kaffee trank.
„Darf ich dir meinen Lover Anthon vorstellen?? Anthon, das ist die kleine Schwester von Andy, mit dem ich damals in Helle in einer Klasse war.“
„Hei…nett dich kennen zu lernen!“ murmelte er und verschwand dann.
„mach dir nix draus, der is immer so!! also, was führt dich hierher?? Weil ohne Grund kommst du doch nicht zu mir!!“ lachte er und stellte mir einen Kaffee vor die Nase.
„Nee, das stimmt!! Also, weiß ja nicht, ob es Andy dir schon erzählt hat, aber…naja…ich werde heiraten!!“
Jimmy sah mich erstmal verdutzt an, doch dann lachte er los.
„Nee, der kleine Wildfang wird gezähmt?? Wer is der Arme, der sich diese Last aufbürdet??“
„Lach ned!! Und es ist Lauri!!“
Nun sah er mich an, wie ne Kuh wenns donnert.
„Nein!! Ist nicht dein Ernst?? Aber ihr ward doch…hattet doch…jetzt erzähl, wie das kommt!!“
Und so erzählte ich meiner eigentlichen Kummerkastentante aus früheren Zeiten, was sich so in letzter zeit zugetragen hatte und ich durfte mir nicht nur einmal anhören, wie dumm ich doch bin.
„Mädel…was machst du nur?? Ich versteh dich ned…aber naja, ich versteh ja sowieso die Frauen nicht!!“ lachte er und ich schaute ihn böse an. „Na hey, für umsonst stehe ich nicht auf Männer!!“
„Hahahaha, wie witzig!!“ maulte ich, doch er grinste mich nur schief an.
“Also, wenn ich dann deinen Besuch richtig einschätze, soll ich dir dein Hochzeitskleid schneidern??“
Jimmy, wie immer geradeheraus.
„Ja, du hast es mir mal versprochen, als du deine Lehre gemacht hattest. Oder war das nur ein Spaß???“ fragte ich ihn irritiert, doch er schüttelte den Kopf.
“Wenn ich es versprochen habe und das habe ich damals, dann mache ich das auch!! Hast du schon eine Idee, wie es werden soll??“
„Naja, ehrlich gesagt nein!! Ich musste mich damit ja noch nicht befassen, und da ich weiß, dass du einen exzellenten Geschmack hast, dachte ich, du kannst mir helfen.“
„Ok, dann lass uns mal in mein Heiligtum gehen, damit ich deine Maße nehmen kann!!“
Wir standen auf und er führte mich in sein Atelier, wo Unmengen von Entwürfen und Skizzen rumlagen. Anthon saß im Wohnzimmer und schaute irgendeine Soap. Als wir an ihm vorbeigingen lächelte er Jimmy zu.
„Also, stell dich mal bitte auf den Hocker dort!!“ bat mich Jimmy und ich tat, wie mir geheißen. Er kam mit einem Maßband an und schrieb alles auf einen Block. Dann schaue er mich noch einmal genau an und setze sich dann an seinen Tisch. Ich setzte mich auf einen Stuhl und holte meine Zigaretten hervor, wusste ich doch, dass es etwas dauern kann. Nachdem ich die 5. Zigarette geraucht hatte, stand er auf und reichte mir freudestrahlend eine Skizze eines Kleides, was mich gelinde gesagt, vom Hocker haute.
„Das soll mein Kleid werden?? Aber…aber…des is ja nen geiler Schnitt!!!“ stammelte ich, während Jimmy versuchte, mir irgendwas zu erklären.
„Ja, und was für einen Stoff hättest du denn gerne??“ er war in seinem Element und ich wusste nicht gleich, was ich sagen sollte.
„Ich weiß nich…Seide??“
„Hmm…nein, ich würde Satin nehmen!! Und so wenig Schmuck wie möglich, damit deinen Schönheit zur Geltung kommt!!“ er war echt Feuer und Flamme und ich ließ mich mehr und mehr von seinem Enthusiasmus anstecken und schon bald entbrannte eine hitzige Debatte um Stoffe, Accessoires und Ähnlichem. Kurz kam Anthon vorbei und brachte uns eine Erfrischung, doch wir waren so vertieft, dass wir das nur am Rande wahrnahmen. Nach gut 4 Stunden hatten wir dann mein Brautkleid soweit, dass er sich aufatmend hinsetzen konnte.
„Kleine, das wird ein ganz schöner Akt, das Kleid zu nähen, aber ich freu mich jetzt schon, dich darin zum Altar schreiten zu sehen!!“ sagte er dann leise und ich nickte bedächtig.
„Ja, ich freue mich auch!!“ flüsterte ich und erhob mich langsam.
„Aber denk dran, du musst noch so vieles kaufen und so, dass wird ein Haufen Arbeit!! Und nun…nun werfe ich dich mal netterweise raus, du musst noch nach Helsinki zurück und Anthon ist auch schon wieder eifersüchtig!!“ lachte er und ich grinste.
„Ja, ich wollte eh gerade gehen…danke nochmals!!“ ich umarmte ihn und er strich mir eine Strähne aus der Stirn.
„Pass auf dich auf und ruf mich an, wenn du da bist!! Und Bianca…“ ich war schon fast zur Türe raus, doch bei meinem Namen blieb ich stehen und drehte mich um „Lass es gut sein!!! Du hast Lauri!!“ war alles, was er mir noch sagte, bevor er die Türe schloss. Langsam ging ich zu meinem Auto und dachte an das Kleid, an die Unterhaltung und lächelte vor mich hin. Meine Kummerkastentante Jimmy is die Beste!!!

153. Kapitel

Fröhlich vor mich herpfeifend fuhr ich nach Hause und träumte von meinem Kleid. Als ich in die Tiefgarage fuhr, schloss ich schnell das Tor und stieg dann in den Fahrstuhl. Bei mir angekommen sah ich, dass ich mehrere Anrufe in Abwesenheit hatte und hörte erst mal meinen AB ab. Mich hatten mehrere Interessenten für die Wohnung angerufen, so dass ich mich erst mal hinsetzen musste und sie alle zurückrief und einen Termin für die Besichtigung auszumachen. Dann überprüfte ich gleich noch meine E-Mails und auch da gab es mehrere Interessenten und einige Post aus Deutschland. Und dann sah ich die Mail, die mir Lauri geschickt hatte, was sehr verwunderlich ist, da er sonst nicht so gerne diese Art von Kontakt wählte. Ich öffnete diese Mail und als ich fertig war mit lesen, fühlte ich mich wieder schlechter wegen der Aktion mit Jonne. Er hat mir mit Bildern und Worten veranschaulicht, wie sehr er mich vermisst und liebt und dass er es kaum noch erwarten kann, wieder da zu sein. Ich schrieb ihm eine Mail zurück und der erzählte ich auch alles von der Party und dass ich vorerst keinen Kontakt zu Jonne halten würde, bis er wieder da wäre. Ich schrieb ihm auch, wie sehr ich ihn vermisse und das ich wirklich schon am Stunden zählen war. Ja, es waren nur noch 126 Stunden oder 7560 Minuten oder 453600 Sekunden, die ich ohne ihn sein musste und ich wusste mit mir bald nix mehr anzufangen.
Nachdem ich diese Mail abgeschickt hatte, las ich die Post von Luci und Constance und musste lachen. Beide wollten wissen, wie es mir und Lauri so ginge, und ob ich eventuell zur Tournee mit dabei wäre und was denn die Hochzeitsvorbereitungen so machen. Dann erzählte mir Luci noch den neuesten klatsch, während Constance mir freudestrahlend mitteilte, dass sie in einem bekannten Radiosender ihr Praktikum machen dürfte. Dann fragte sie mich, wie wir Weihnachten verbringen würden, doch darauf konnte ich ihr noch keine Antwort geben, da ich das alles erst mit Lauri beschließen wollte. Ich schrieb den beiden noch, dass sie alle anderen bitte ganz lieb grüßen sollten und dass ich mich bei Zeit mal wieder ins Forum verirren würde. Dann schickte ich auch diese Mails weg und zum Schluss rief ich die anderen Interessenten an um auch mit ihnen einen Termin auszumachen.
Als alles getan war, ließ ich mir Wasser in die Wanne laufen und nahm ein entspannendes bad. Dabei las ich ein Buch und als das Wasser langsam anfing abzukühlen, verzog ich mich in meinem Bademantel gemummelt ins Wohnzimmer auf mein Sofa. Dort las ich noch, bis es endlich Zeit wurde, ins Bett zu gehen, da ich ja am nächsten Tag wieder auf Arbeit gehen musste.
Am nächsten Morgen stand ich voller Elan auf und freute mcih richtig auf Arbeit zu gehen, denn da wusste ich, dass ich beschäftigt sein würde. Und so war es auch, ich hatte viel post zu schreiben, neue Bestellungen aufzugeben und Mahnung zu schreiben. Dann machte ich auch noch den Schreibkram für die Filiale in Espoo und so vergingen die Tage bis zum Donnerstag im Flug. Die Termine mit den Wohnungsinteressenten verliefen positiv, ich hatte drei Paare, die sich zum Wochenende hin noch mal bei mir melden wollten. Danach setzte ich mich schon mal hin und schrieb einen Mietvertrag.

Als ich Donnerstag endlich nach Hause gehen konnte, fühlte ich dieses Kribbeln im Bauch, dass wohl jedes kleine Kind einen Tag vor der Bescherung haben musste. Ich freute mich so sehr, dass Lauri wieder heimkommen würde und konnte vor Aufregung fast nicht schlafen und auf Arbeit am nächsten Tag war ich gleich gar nicht zu gebrauchen. Ich saß gerade in der Küche mit Majia, als es klingelte. Wir sahen uns fragend an, weil Herr Halonen in Espoo war und Lauri erst nachmittags kommen würde. Also stand Majia auf und ging nachschauen. Ich hörte nur leises Gemurmel und als die Türe zur Küche sich öffnete, sah ich erst mal vor lauter roter Rosen und Schleierkraut nix mehr. Als jedoch hinter den Rosen ein grinsender Lauri zum Vorschein kam, fiel mir die Kaffeetasse aus der Hand und ich flog ihm in die Arme.
„Hei, hei...nicht so stürmisch!!“ meinte er lachend und drückte mich sanft. Als ich seine Lippen auf meinen spürte, war alles um mich herum vergessen und ich genoss seine Nähe, die ich so lange entbehren musste.
„Was machst du eigentlich schon hier?? Ich dachte du kommst erst nachmittags?“ meinte ich dann, als wir kurz Luft holten.
„Na, wenn es dir nicht passt, kann ich auch wieder gehen!!“ meinte er schmunzelnd, und ich haute ihn leicht „Nee, wir alle hatten Sehnsucht nach Helsinki, Eero nach seiner Frau und Aki nach was auch immer!! Nur Pauli ist noch paar Tage länger unten. Und ich hatte halt Sehnsucht nach der zukünftigen Frau Ylönen!!“
„Und ich nach dir...aber ich muss noch 3 Stunden arbeiten Schatz!!“ nuschelte ich an seinem Hals und atmete dabei tief seinen Geruch ein.
„Naja...wenn ich euch mal unterbrechen darf, mach doch Schluss für heute, du hast ja genug diese Woche erledigt und die 3 Stunden arbeitest du dann eben nächste Woche wieder raus!!“ meinte dann Majia lächelnd und dieses Angebot ließ ich mir nicht zweimal machen. Schnell räumte ich meinen Arbeitsplatz auf, während Lauri die Rosen aufhob und dann gingen wir grinsend zu mir, nachdem wir uns bei Majia verabschiedet hatten.

154. Kapitel

In meiner Wohnung angekommen, ließen wir erst mal alles fallen und ich brachte schnell die Rosen in die Küche, um sie in eine Vase zu stellen. Als ich mich umdrehte stand Lauri hinter mir und sah mich mit einem nachdenklichen Blick an.
„Was ist??“ fragte ich ihn und fühlte mich etwas unbehaglich.
„Ich betrachte dich nur, möchte mir jeden Zentimeter einprägen...viel zu lange musste ich auf dich verzichten, deswegen möchte ich jetzt jeden Augenblick genießen!!“ raunte er mir leise ins Ohr, bevor seine Zunge ein sinnliches Spiel mit meinem Ohrläppchen anfing. Ich ließ mich gegen ihn fallen und schloss meine Augen um es zu genießen. Meine Hände gingen langsam auf Wanderschaft und erst jetzt merkte ich, wie sehr ich mich wirklich nach ihm gesehnt hatte. Ein leises Seufzen verließ meine Lippen und Lauri kicherte leise, als ich mit den Fingern an den Seiten entlang fuhr.
„Lass uns ins...“ fing ich an, als mein Telefon klingelte. So sehr ich auch bemüht war, es zu überhören, es wollte nicht klappen. Genervt stöhnte ich auf und ging ran, als ich eine der jungen Frauen dran hatte, die sich noch mal melden wollten.
„Hallo Frau Viitaniemi!! Hier ist Tonniinen. Ich rufe wegen der Wohnung an. Wir haben uns das überlegt und würden sie gerne nehmen. Wir haben nur einige Fragen.“ Sie sprach schnell, weil sie aufgeregt war, und da es einige Zeit dauernd konnte, deutete ich Lauri an, er soll es sich bequem machen, während ich mich mit meinem Laptop an den Küchentisch verzog.
„Ok Frau Tonniinen. Welche Fragen haben sie??“ fragte ich sie.
„Ja, also mein Freund wollte wissen, wie das mit der Kaution ist und ob wir eventuell Umbauten vornehmen können.“
„Die Kaution beträgt 3 Kaltmieten, das heißt ca. 1000 € und können in 3 Monatsraten gezahlt werden. Zu dem Thema Umbau muss ich ihnen leider mitteilen, dass das nicht möglich ist, da die Wohnung mein Großvater so eingerichtet hatte und ich gerne eine Erinnerung an ihn behalten möchte.“ Antwortete ich höflich aber bestimmt. Kurz war es am anderen End ruhig, als sie dann meinte, dass das in Ordnung ginge, sie würden die Wohnung trotzdem haben wollen.
„Ok, dann brauche ich von ihnen nur noch eine Selbstauskunft, um mich endgültig entscheiden zu können. Sie verstehen??“
„Ja, ich schreibe sie sofort. Wann kann ich sie ihnen vorbeibringen??“ fragte sie mich dann leise.
„Dieses Wochenende bitte nicht, da bin ich nicht da, außer sie schmeißen sie mir in den Briefkasten, aber ab Montag bin ich abends wieder erreichbar.“
„Ok, dann werfen wir das ihnen in den Briefkasten. Danke und noch ein schönes Wochenende!!“
„Danke, wünsche ich ihnen auch!!“ ich legte auf und notierte mir hinter Frau Tonniinens Namen ein SA, das mich daraufhinweisen sollte, dass sie mir eine Selbstauskunft zuschicken würde.
Dann klappte ich den Laptop runter und legte das Telefon daneben, als Lauri sich von der Bande der Theke abstieß und auf mich zukam.
„Öhm, sag mal, bist du jetzt unter die Immobilienmakler gegangen, oder was war das gerade??“ er setzte sich zu mir und nahm meine Hand in seine und strich sanft über den Ring.
„Naja, es sollte eigentlich eine Überraschung werden. Ich werde meine Wohnung vermieten um zu dir zu ziehen, weil ich keine Minute länger von dir getrennt sein möchte.“ Ich beugte mich zu ihm hin und gab ihm einen sanften Kuss.
„Is nicht dein Ernst oder??“ fragte er mich dann lächelnd.
„Doch, ich dachte du freust dich!!“ ich fühlte mich etwas verletzt.
„Mach ich ja, nur haben wir da ein kleines Problem dann!“ er strich mir sanft übers Gesicht.
„Welches denn??“ fragte ich gespannt, denn es konnte nix Gutes heißen.

155. Kapitel

„Naja, ich habe Aki meine Wohnung verkauft!! Ich wollte nämlich zu dir ziehen, weil ich auch nicht länger ohne dich sein wollte. Und da er eh eine gesucht hat, haben wir das halt so gemacht.“ Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte, doch als ich ihn anblickte, fingen wir beide an mit lachen, denn das konnte auch nur uns passieren!!!
„Und, was machen wir da jetzt??“ fragte ich ihn dann, als wir uns wieder beruhigt hatten.
„Naja, dann bleibt uns wohl nix anderes übrig, als uns was Eigenes zu suchen!!“ kicherte er und ich muss gestehen, diese Idee gefiel mir recht gut.
„Doch bevor wir uns auf Wohnungssuche begeben, möchte ich mit dir einen anderen Platz aufsuchen und gerne da weitermachen, wo wir aufgehört hatten!!“ nuschelte ich an seinem Ohr und ohne ein weiteres Wort hob er mich hoch und trug mich ins Schlafzimmer. Dort legte er mich aufs Bett und schaute mich aus seinen nun fast moosgrün schimmernden Augen verlangend an.
„Ich dachte schon, du fragst nie!!“ hauchte er mir dann ins Ohr, während er langsam einen Knopf nach dem anderen meiner Bluse öffnete. Seine Zunge bahnte sich wieder ihren Weg nach unten und als er an meiner Halsbeuge ankam, zog er sanft meine Bluse aus und küsste dann die freien Schultern und ging weiter auf Wanderschaft.
„Du schmeckst so gut!!“ murmelte er leise und ich fuhr ihm durch die Haare. Dann strich ich langsam über seinen Rücken und als meine Hände am Saum seiner Hose ankamen, schob ich sie langsam unter seinen Pullover und fuhr sanft die Konturen seiner Bauchmuskeln nach. Er zog tief die Luft ein und murmelte etwas von wegen gefährlicher Stelle, als ich auch schon mit meinen Händen sachte über seine Brust streichelte und ihm dann langsam den Pullover auszog. Leicht biss ich ihm in den Hals und fuhr dann sachte mit meiner Zunge über seinen Oberkörper und als ich an einer Brustwarze ankam, knabberte ich leicht daran und entlockte ihm damit ein Stöhnen. Dann wanderte ich weiter und küsste so ziemlich jeden freien Zentimeter bis ich meine Zunge in seinem Bauchnabel versenkte. Dies war dann wohl der berühmte Tropfen, denn er zog mich hoch und legte sich dann auf mich. Hart spürte ich seine Erregung an meinem Bein und ich musste leicht grinsen.
„Lach ned...dir wird es gleich nicht anders gehen!!“ raunte er, bevor er mir den BH auszog und seine Hände eine brennende Spur auf meiner Haut hinterließen. Er biss mir leicht in die Brustwarzen und hauchte sanft drüber, so dass sie sich unter den kalten Lufthauch hart aufrichteten, was mich erstaunt aufkeuchen ließ. Dann wanderte er wieder nach oben und biss mir leicht in den Hals, bevor er seinen Weg über mein Kinn zu meinem Mund fortsetzte. Während er mir einen Zungenkuss gab, öffnete er mit viel Geschick den Gürtel und meine Hose, um sie mir dann auszuziehen. Während ihm das alles mit Leichtigkeit von der Hand ging, verzweifelte ich bald an seinem Gürtel, was ihn ein Lachen entlockte. Als ich den Gürtel endlich offen hatte, fuhr ich sachte mit meiner Hand in seine Hose und ihm verging dann schnell das Lachen, als ich seinen Schaft massierte. Langsam zog ich ihm dabei die Hose aus und fuhr dann, als ich mich von seinem Mund lösen konnte, mit meiner Zunge seine Innenschenkel entlang, was ihn noch rattiger machte. Er stöhnte leise und ich genoss dieses kleine Gefühl der Macht über ihn. Als ich ihm die Shorts auszog sah er mich aus fast schwarzen Augen an und ich beugte mich über ihn um ihn zu küssen. Meine Hände streichelten dabei sachte seinen Bauch und seinen Oberkörper während er mit einer Hand versuchte, mir den Tanga auszuziehen. Als dies nicht so ganz gelingen wollte, zog er einmal kurz und kräftig daran und ich hatte mal einen Tanga. Dann drückte er mich sanft in die Kissen und begann sein kleines Spiel erneut, nur das er diesmal weiter wanderte, und als er bei meinem Bauchnabel ankam, sanft meine Beine auseinander drückte. Dann küsste er meine Innenschenkel und malte mit seiner Zunge kleine Kreise, während ich meine Augen schloss und mich leicht im Bettlaken festkrallte. Mit jedem Zentimeter mehr den er mit seiner Zunge berührte, dachte ich, ich müsste verbrennen. Ich wand mich unter seinen Berührungen und flehte ihn leise an, doch er wollte diesen Moment ganz auskosten. Als er mit seiner Zunge über mein Intimstes strich, erstarrte ich einen kurzen Moment, nur um im nächsten Augenblick tiefer aufzustöhnen. Er spielte solange an der kleinen Kugel, bis ich kurz vor dem Orgasmus stand und in diesem Moment stieß er sanft zu. Jetzt ruhte er kurz um sich zu sammeln, und als ich ihn flehend ansah, beugte er sich zu mir hinunter und küsste mich leicht. Langsam begann er, sich in mir zu bewegen und ich passte mich seinem Rhythmus an. Kurze Zeit später kamen wir kurz hintereinander und stöhnten den Namen des anderen. Völlig geschafft ließ er sich auf mich sinken und ich spürte seinen Atem, der heiß an meinem Hals entlang strich.
„Ich liebe dich!!“ murmelte er dann schläfrig an meinem Ohr und ich zog die Decke über uns.
„Ich liebe dich auch!!“ ich küsste sanft seine Stirn, auf der noch kleine Schweißperlen saßen und kuschelte mich dann an ihn. Er war schon eingeschlafen und so konnte ich sein Profil betrachten. Ich liebe jede kleine Falte an ihm und auch die Bartstoppeln, die meine Schulter kratzen, doch am meisten liebe ich diese kleine Stupsnase. Diese küsste ich noch einmal leicht und dann fielen auch mir die Augen zu.

156. Kapitel

„Hei, aufwachen!! Oder willst du alles verschlafen??“ hörte ich es an meinem Ohr und ich brauchte einige Zeit um zu realisieren, das Lauri wirklich wieder da war.
„Lass uns noch bisschen kuscheln, ich will deine Nähe genießen!!“ nuschelte ich und drehte mich zu ihm und legte meinen Kopf auf seine Brust.
„Ach Babe…“
„Was??“
„Was has du eigentlich wieder angestellt??“ frage er mich, während er meine Haare durchfuhr.
„Wie jetzt??“
„Na, was du mir in der Mail geschrieben hast!! Erst war ich stocksauer, doch dann habe ich gelacht, weil Jonne eigentlich nur eifersüchtig ist!!“ er hob meinen Kopf, so dass ich ihn anschauen musste „Oder hast du wieder irgendwas gemacht??“
„Nein, außer…“ ich sah ihn kurz an und er zog schon fragend die Augenbraue hoch „Außer das ich u der Party gegangen bin!“ murmelte ich und blickte ihm dabei auf die Lippen, die sich erst verächtlich kräuselten, dann aber zu einem erleichterten Lächeln verzogen wurden.
„Du wirst dich wohl nie ändern und jedes Mal wenn ich auf Tour bin, werde ich wohl mit so was rechnen müssen, doch zumindest kann bei der nächsten Tour nix mit Jonne passieren!!“ lachte er dann, doch ich spürte, dass er sich selbst Mut zusprach.
„Schatz, ich verspreche dir hiermit, nie wieder mit einem anderen Kerl auch nur zu reden!!“ ich spielte gedankenverloren mit seinem Brusthaaren und spürte daher, wie sich ein Lachen in ihm ausbreitete und schaute ihn verdutzt an. Nachdem er sich dann mal beruhigt hatte, zog er mich zu sich und küsste mich leidenschaftlich.
„Babe, du bist ein echtes Unikat!! Glaub mir, Jonne hatte mich noch am selben Abend angerufen und sich entschuldigt, weil er wohl gemerkt hatte, dass du es echt ernst meintest!!“
„Und warum fragst du mich dann nochmal??“
„Naja, eigentlich wollte ich dir ja total böse sein, doch sobald ich mir dein Gesicht und diese unschuldig dreinschauenden Augen vorstellte, war aller Ärger wie weggeblasen!! Ich kann dir einfach nich böse sein!! Wie soll das nur werden, wenn wir dann verheiratet sind??“ er schaute mich fragend an und ich glaube das war jetzt der richtige Zeitpunkt, sich mit ihm über alles zu unterhalten. Und so sprudelten die Worte nur so aus mir heraus und er hörte ruhig, mit geschlossen Augen zu, so dass man nicht erkennen konnte, was er gerade dachte. Während ich so von Jussi, Niina und allen anderen erzählte, setzte ich mich auf und kuschelte mich in meine eine Decke und lehnte den Kopf an die Wand und betrachtete die Lichter und Perlen im Moskitonetz. Und diesesmal erzählte ich ihm alles, meine Ängste, dass er mit einem der Fans was anfangen könnte, während sie auf Tour sind, dass ich mich in jemanden verlieben könne, weil er nie da is, dass seine Musik eines Tages wieder Oberhand gewinnt und das ich verdammt nochmal Schiss davor hatte, seine Eltern kennen zu lernen. Dann erzählte ich ihm davon, dass ich nicht ständig fortgehen möchte mit dem Gefühl, jeden Moment in ein Minenfeld zu stolpern, wenn er nicht da ist. Das ich noch kein Kind möchte, sondern erstmal mein Leben mit ihm genießen möchte, ohne so eine große Verantwortung übernehmen zu müssen. Und so sprach ich all meine Befürchtungen, Ängste und Vorstellungen aus, während er neben mir lag und mir lauschte. Zeitweise hatte ich ja das Gefühl, als sei er eingeschlafen, doch er forderte mich immer wieder auf, weiterzureden und hielt dabei meine Hand fest.
Nachdem ich geendet hatte, war es einige Zeit ruhig und ich bereitete mich schon auf das Unausweichliche vor, als er sich aufrichtete und mich ansah.
„Das war das bisher offenste Gespräch was wir jemals geführt haben und ich bin dir dankbar. Und ja, ich habe in vielen Punkten die gleich angst wie du!!“ er nahm mich in den Arm und ich lege die Decke um uns beide.
„Weißt du, ich fange ganz bestimmt nix mit einem Groupie an, wenn ich zuhause die wohl bezaubernste Frau von allen sitzen habe!! Und soviel auf Tour werden wir wohl erstmal dann nicht mehr sein, vielleicht nächstes Jahr noch, aber dann ist erstmal ruhe mit Rumtourerei!!“ er sprach auch mit mir über seine Ängste, zum Beispiel darüber, dass ich mir einen Neuen suchen könnte, wenn er nicht da ist, dass ich eines Tages nur mit ihm zusammen bin, weil er bekannt ist und solche Sachen halt.
Danach kuschelten wir nur miteinander und jeder hing seinen Gedanken nach, als sein Handy klingelte, das in irgendeiner Hosentasche war. Als er sich so abmühe, es zu finden, hatte ich einen guten Ausblick auf seinen Hintern und konnte nicht widerstehen und legte sachte meine Hand auf. Lauri war so überrascht, dass er erstmal vornüber aus dem Bett fiel und ich lachend nach hinten. Kurz telefonierte er mit Aki und sagte, er wisse noch nicht genau, ob und wann wir die Wohnung verlassen würden, er würde sich melden. Dann drehte er sich zu mir um und sah mich funkelnden Augen an.
„Du…du...“ er suchte nach einer passenden Beschreibung, doch es wollte ihm keine einfallen, so dass ich noch mehr lachte und er mir ein Kissen an den Kopf warf. Und schon steckten wir wieder in einer der schönsten Kissenschlachten.

157. Kapitel


Nachdem wir uns wieder beruhigt hatten, lagen wir engumschlungen da und sprachen kein Wort. Doch irgendwie schien das Lauri nicht so zuzusagen, denn er stand grummelnd auf und zog sich seine Shorts an.
„Schatz??“ fragte ich ihn, als er zur Tür ging.
„Ich muss mal wohin…und dann will ich eine rauchen!!“ lächelnd sah er mich an und ich nickte. Während er kurz im Bad verschwand mummelte ich mich in meine Decken ein, ich hatte zu nix mehr Lust. Naja gut, es gab gewisse Sachen, die mich schon noch interessierten, doch die gehören jetzt hier nicht her!!
Als ich hörte, wie Lauris Feuerzeug klackte, stand auch ich auf, zog mir schnell Unterwäsche und ein Shirt an und folgte ihm. Doch so schnell wie ich draußen war, war ich auch wieder drinnen und holte mir noch paar Klamotten, denn die Kälte war ja nicht zum aushalten. Dann ging ich wieder zu ihm und musste mir einige Kommentare von wegen *Typisch Frauen* und so anhören. Ich streckte ihm die Zunge raus und als ich mich an ihn lehnte, spürte ich, dass auch er fror.
„Hehehe, hat der Teddybär im Wachstumsstadion bisschen den großen Mund gehabt?? Frierst dich selber!!“ lachte ich.
„Naja, wenn du solange brauchst mit rauchen??“ meinte er mürrisch und ich hörte seine Zähne aufeinander schlagen.
„Hehehe, man stellt sich auch ned bei -20°C nur in Shorts auf den Balkon!!“ lachte ich gehässig und schmiss einen Schneeball nach ihm. Erschrocken sprang er zurück und rammelte sich an der Tür, bevor auch er einen Schneeball nach mir warf, der glücklicherweise daneben ging. Leider hatte ich zu kalte Finger, sonst hätte ich das noch bisschen ausgedehnt, so zog ich ihn mit mir zurück ins Schlafzimmer, das gleich mal durchgelüftet worden ist und quietschte erschrocken auf, als Lauri mir mit eiskalten Fingern unters Shirt kroch.
„Rache ist süß!!“ raunte er mir ins Ohr, als seine Hände weiter nach vorne wanderten und sich sanft über meine Brüste legten. Ich stöhnte verhalten und wir hätten bestimmt weitergemacht, wenn sein Handy nicht geklingelt hätte. Genervt ging er ran und als ich vernahm, mit wem er telefonierte, wurde es mir auch etwas anders.
„Mom…du kannst ned einfach verlangen…ja bin ich…ja…ok…warte…“ er legte die Hand auf den Hörer und sah mich entschuldigend an. „Meine Mom lässt ausrichten, wir sollen morgen Abend zum Essen kommen!!“
„Öhm…ja ok…“ brachte ich grad noch so raus, bevor er sich wieder seiner Muter zuwand und noch etwas mit ihr redete. Ich ging daweile in die Küche und setzte Kaffee auf und ging dann selbst erstmal ins Bad. Als ich fertig war, schaute ich in den Spiegel und grinste mich schief an. Dann band ich meine Haare hoch und ging zurück zu Lauri, der sich schon einen Topf Kaffee eingeschenkt hatte.
„Moah, das regt mich so auf!!! Als wenn ich nichts anderes zu tun hätte!!“ motzte er rum und ich legte beruhigend die Hand auf seinen Rücken.
„Naja, wie lange haben sie dich jetzt nicht gesehen??“
„Das tut nix zur Sache, so war das schon immer!! Ständig musste ich das machen, was sie wollten!!“
„Und hast dich ja auch so sehr daran gehalten, wie man sieht!! Ach komm schon…wird ja wohl nicht so schlimm werden morgen!!“ meinte ich dann im versöhnlichen Ton und er legte seinen Arm um meine Taille.
„Lass uns mit Aki und so feiern gehen!! Ich will jetzt nicht hier bleiben!!“ meinte er dann und ich nickte, traf ich doch so die Jungs wieder. Schnell gingen wir duschen und bereiteten uns schon mal auf einen langen Abend vor. Als wir dann soweit waren, nahm Lauri meine Hand und hielt sie fest.
„Ich bin so glücklich…ich bin zurück in Helsinki, ich treffe meine besten Freunde und hab die wohl schönste Frau an der Hand!!“ schwärmte er und es fehlte echt nur noch, dass er einen Luftsprung gemacht hätte, doch er beließ es bei einer Drehung von uns beiden und einem dicken Kuss. Gemeinsam stapften wir durch den Schnee und hielten uns an den Händen, bis wir vor dem Nosturi standen und die ersten Bekannten trafen. Kurz unterhielten wir uns mit den Leuten und gingen dann rein. Wir mussten uns etwas durch die Massen kämpfen und hatten auch einige Probleme, die anderen zu finden, doch als ich Aki sah, musste ich dann doch grinsen.
„Na ihr zwei!! Habt doch den Weg aus dem Bett gefunden??“ fragte uns Aki kichernd.
„Naja, war zwar schwer aber ich wollte euch doch auch mal wieder sehen!!“ meinte ich ebenfalls lachend und umarmte ihn. Er drückte mir fast die Luft ab und drehte sich mit mir im Kreis, so dass Lauri schon böse schaute. Dann umarte ich Eero, der mich sanft in den Arm nahm.
„Und, war er anständig?? Wir mussten ja wegen ihm schon kurz nach Schlafenszeit aufstehen, da er unbedingt zu dir wollte!! Frage nicht, wie der genervt hatte, weil ja das Flugzeug angeblich zu langsam oder in die falsche Richtung flog oder der Pilot einfach nur ein Trottel war, laut seiner Meinung!!“ lachte er und Lauri zog eine Flunsch.
„Ich habe meine Freundin eben vermisst!!“ brummelte er dann leise und wir setzten uns hin. Niina umarte ich dann, als ich neben ihr saß, da es über den Tisch nicht so toll geworden wäre. Wir bestellten uns erstmal ein Bier und die Jungs erzählten von ihrer Tour und den Eindrücken, dann erzählten sie von der bevorstehenden Tour mit HIM und Negative und das sie froh waren, wieder zuhause zu sein. Lauri legte seinen Arm um mich, so als ob er seinen Besitz markieren möchte, was Aki schmunzelnd beobachtete und dafür einen Tritt von Lauri einfing. Die beiden kabbelten sich dann eine Weile und ich schaute nur Eero an, der kopfschüttelnd seinen Tee genoss.

158. Kapitel

„Und, habt ihr eigentlich schon mal darüber geredet, wann genau die Hochzeit sein soll, wer wird Trauzeuge und Brautjungfer, wen möchtet ihr gerne dabei haben und wo soll es stattfinden??“ fragte mich Niina, während Aki und Lauri sich noch mit Erdnüssen bewarfen.
„Aki ist definitiv ne Brautjungfer!!“ kicherte ich und selbst Eero musste anfangen, schallend zu lachen.
„Was??“ erschrocken sahen die beiden Kindergartenkinder zu uns und wir grinsten uns eins ab.
„Schatz, was war los?? Warum lacht Eero??“ Lauri zog mich an sich und flüstere diese Worte in meine Ohr und ich musste noch mehr grinsen, da es krabbelte.
„Ach naja…nix eigentlich…wir haben uns nur wegen der Hochzeit unterhalten.“ Meinte ich dann ruhig.
„Ah, eigentlich sollten wir da erstmal reden…öhm…ja“ Lauri fiel wohl in diesem Moment selber ein, dass wir die letzten 8 Stunden andere Sachen besprochen hatten, als unsere Hochzeit. „Ok, aber trotzdem…warum habt ihr gelacht??“ er knabberte an meinem Ohr, so dass ich noch mehr kichern musste.
„Aki is unsere Brautjungfer Nr. 1!!!“
„Ich bin was??“ hörte ich Aki aufgebracht rufen und Eero kippte bald von der Bank vor Lachen.
„Ach man, jetzt sei mal ned so…war doch nur ein Spaß!!“ meinte ich dann beruhigend die Hand auf Akis Arm legend. Dabei fing mein Ring wieder an mit glitzern und Niina staunte nicht schlecht.
„Der is so einfach gehalten, dass er wieder mehr Ausdruckskraft erhält. Lauri, das hätte ich dir nicht zugetraut, so einen schönen Ring zu finden, der die natürliche Schönheit deiner Freundin unterstreicht!!“ bemerkte sie dann und ich bat sie, endlich aufzuhören mit dem Quatsch.
„Naja, is doch so!!“ nuschelte sie noch, bevor auch sie einen Schluck von ihrem Tee nahm. Wir redeten noch eine Weile, bis Aki mich auf einmal freudestrahlend ansah.
„Weißt du es schon?? Im März ziehe in Lauris Wohnung, dann sind wir Nachbarn!!“ er strahlte dabei wie ein Honigkuchenpferd. Lauri und ich sahen uns kurz an, bevor wir anfingen, schallend zu lachen.
„He, was is daran so lustig?? Lauri, des haben wir alles vertraglich geregelt!!“ Aki schien angst zu haben und wir konnten uns kaum noch halten vor lachen. Immer wenn sich einer beruhigt hatte, wurde er vom Lachen des Anderen angesteckt und es dauerte lange, bis wir zu einer normalen Kommunikation wieder fähig waren.
„Du Aki…wir werden ab März leider keine Nachbarn sein!!“ fing Lauri an und ich musste mich beherrschen, nich wieder anzufangen mit kichern.
„Aber warum?? Hat Bianca was dagegen, dass du bei ihr einziehst??“ er sah fragend von einem zum anderen, doch wir schüttelten nur mit dem Kopf.
„Nee, nur wir beiden hatten dieselbe Idee. Ich vermiete meine Wohnung, weil ich eigentlich zu Lauri ziehen wollte. Und er hat dir ja seine verkauft, also…nunja…jetzt müssen wir uns erstmal überlegen, wohin wir dann ziehen, weil ich nicht unbedingt auf Eigenbedarf klagen will. So können wir uns auch gleich eine mit Gästezimmer nehmen. Oder gleich ein Haus, wo er im Keller ein kleines Tonstudio einbauen kann.“ Erklärte ich dann und nach dem anfänglichen Irritiersein, wandelte sich sein Gesicht und er fing, ebenfalls schallend zu lachen. Genauso wie Eero und Niina.
„Das bringt aber auch nur ihr beiden zustande!! Der Eine verkauft, die Andere ohne überhaupt darüber gesprochen zu haben.“ Lachte Eero und auch wir beiden kicherten leise.
„Naja, zumindest beweisen sie so schon, dass sie einfach nur perfekt zusammenpassen.“ meinte dann Niina und ich streckte ihr die Zunge raus. Nachdem sie sich noch bisschen auf unsere Kosten belustigt hatten und Lauri und ich daweile wieder der Zungenakrobatik verfielen, frage uns Eero, ob sie denn noch im nächsten Jahr mit einer Hochzeit rechnen dürften, oder ob sie sich die nächsten 3 Jahre freihalten sollten. Lauri fand das nich mehr so lustig und ich erzähle Eero, dass wir dieses Jahr heiraten würden, da ich Jimmy schon mein Kleid in Auftrag gegeben hätte.
„Jimmy??“ mich sahen 3 Augenpaare verwundert an.
„Doch nicht etwa der ‚Ich-trage-nur-Designermode’-Jimmy??“ fragte Lauri und ich sah ihn verwundert an.
„Doch, das is meine Kummerkastentante von früher und er hatte mir damals versprochen, wenn ich heiraten sollte, würde er mir mein Kleid nähen!!“
„Ui…deine Kummerkastentante?? Dann wird so einiges klar…aber, wann hast du dich darum gekümmert??“ Lauri zog mich an sich ran und spielte mit dem Anhänger meiner Kette während er mit der andern nach einem Kellner winkte.
„Gestern…bin von Tampere nach Turku gefahren und habe ihn und seinen Freund Anthon besucht und dann saß er knapp 4 Stunden über den Entwurf.“ erzählte ich und alle hingen wie gebannt an meinen Lippen, während Lauris Hand versuchte, weiter nach unten zu wandern. Doch ich hielt sie dann mit meiner fest und so erkläre ich den Leuten noch in etwa, wie mein Kleid mal aussehen sollte.
„Darf ich da mit?? Wenn du mal zur Anprobe fährst??“ fragte Lauri, doch er erntete ein 4faches „Nein“ und zog beleidigt eine Flunsch.
„Aber ich darf mit!!“ grinste Aki und ich sah die kleinen Teufel in seinen Augen tanzen.
„Ich werde alleine fahren, nicht dass ihr euch noch streitet!!“ meinte ich daraufhin etwas genervt und jetzt saßen zwei Trotzliesen am Tisch.
„Und Lauri, was ist mit deinen Eltern??“ fragte Eero in seinem ruhigen Ton.
„Ja, wir sind morgen bei ihnen eingeladen worden.“ So sarkastisch kannte ich Lauri gar nicht, doch Eero schien zu ahnen, dass er nicht weiter über dieses Thema reden wollte, so dass sie ganz schnell über die Erlebnisse in Indien sprachen und hier blühte Eero wieder auf.

159. Kapitel

Es war ja ganz interessant von heiligen Kühen und Elefanten zu erfahren, oder welche Tempel sie gesehen haben, doch leider wurde ich ziemlich müde, denn ich musste, im Gegensatz zu andern am frühen Morgen aufstehen und zur Arbeit gehen. Ich unterdrückte ein Gähnen, doch Lauri der mehr auf mir als neben mir saß, bemerkte es und strich eine Strähne aus dem Gesicht.
„Bist schon müde??“ fragte er mich und ich sah ihn an.
„Nein, ich tue nur so!!“ meinte ich dann etwas grummelig und er lachte.
„Ok, dann lass uns nach Hause gehen. Is eh besser, Niina ist auch schon müde und wir haben morgen noch einen wichtigen Termin vor uns.“ Er winkte den Kellner herbei und bezahlte unsere Rechnung während Aki uns irritiert ansah.
„Gehen wir schon heim?? Aber…des hat doch erst angefangen!!“ etwas trotzig sah er mich an und ich zucke mit den Schultern.
„Lauri kann ja dableiben und ihr macht euch nen schönen Abend, aber ich bin bereit fürs Bett.“ Sagte ich, doch schon wie ich es sagte, drücke er meine Hand fester zusammen.
„Nix da, Aki habsch jetzt lang genug gesehen. Ich will jetzt so wenig Zeit wie möglich von dir getrennt sein!!“
„Naja…aber…“ fing ich an, doch Eero unterbrach uns.
„Es is wohl für alle besser, wenn wir heimgehen, jeder braucht eine Mütze Schlaf, auch Aki!!“ er sah ihn kurz an und zwinkerte ihm leicht zu.
„Naja…Eero wird wohl recht haben!! Ich bin auch irgendwo müde…“ er stand auf und rieb sich die Augen. °°Wers glaubt wird selig Aki!!°°
Zusammen gingen wir dann alle nach Hause und ich genoss die Nachtluft den Helsinkier Hafens und schmiegte mich an Lauri.
„Und, was denkst du, wie werden deine Ellies morgen reagieren???“ frage Aki Lauri leise und dieser atmete einmal tief ein.
„Ganz ehrlich?? Ich habe keine Ahnung!! Ich freue mich, sie wieder zu sehen, doch ich habe auch Bammel davor, es ihnen zu sagen!!“ er zündete sich eine Zigarette an und ich lief schweigend neben ihm und hielt seine Hand.
„Hmm, komm, so schlimm wird es schu ned werden!! Ich drück eich auf jedenfall die Daumen!!“ er sah uns an und wir nicken synchron.
„Und, was machen wir dann morgen abend??“ also nen Duracell-Häschen is nix gegen Aki.
„Aki, sei mir ned böse, aber ich glaube, ich will Lauri irgendwann auch mal für mich alleine haben!! Wir müssen noch soviel bereden und so!!“ ich sah ihn entschuldigend an und er nickte.
„Hast Recht!! Dann werde ich nach Espoo fahren!!“
Schweigend gingen wir die restlichen Meter nach hause und jeder hing seinen Gedanken nach. Als der Aufzug bei mir hielt, verabschiedeten wir uns bei Aki und gingen zu mir.
„Man, ich bin völlig kaputt!!“ stöhnte ich und ließ mich erstmal in Lauris Arme fallen, der leise kicherte, und mir den Mantel auszog.
„Komm, ich glaube ich höre das Bett rufen!!“ raunte er mir ins Ohr und ich zog meine Stiefel aus und tappte ihm ins Wohnzimmer hinterher. Dort ließ ich mich aufs Sofa fallen und schloss kurz meine Augen. Doch Lauri ließ mir keine Ruhe und drängte mich, ins Bad zu kommen und so raffte ich mich auf und putze mir noch schnell die Zähne und schmiss meine Sachen in den Wäschebehälter, bevor ich mich in mein Schlafzimmer begab. Lauri ging kurz selbst nochmal ins Bad und so richtete ich schon mal das Bett her. Als er dann ins Bett kam, war ich schon fast eingeschlafen, so dass er mir nur noch schnell einen Kuss auf die Schläfe drückte und dann den Arm um mich legte.

Am nächsten Tag wachten wir erst gegen Mittag auf und hatten keine Ambitionen aufzustehen. Doch als sich unsere beiden Mägen rührten, erhoben wir uns und gingen zusammen Frühstück machen. Während ich den Kaffee aufsetzte, schob Lauri ein paar Brötchen in den Ofen und deckte den Frühstückstisch. Als soweit alles fertig war, wartete wir, das sowohl Brötchen als auch Kaffee fertig wurde und standen nebeneinander an die Theke gelehnt.
„Hast du Angst??“ fragte er mich leise und ich sah ihn mit großen Augen an.
„Naja…irgendwie schon…ich meine…ich kenne ja Hanna, aber ich weiß auch nicht…“
„Rakas…zusammen sind wir stark!! Das sind deine Worte!!“ er drehte sich zu mir und ich griff nach seiner Hand.
„Ich weiß…aber…was ist, wenn sie nicht einverstanden sind mit mir?? Wenn sie lieber…lieber…“ ich brach ab, weil die Uhr des Ofen piepste und hole die Brötchen raus.
„So lange du nicht in Unterwäsche wie jetzt vor ihnen hertanzt, dann denke ich, gib es keine Probleme!!“ lachte er leise und zog mich in seine Arme.
„Du hast selber nur deine Shorts an!!“ meinte ich und strich ihm über seine Brust. Dann verschränkte ich meine Arme hinter seinem Kopf und zog ihn an mich ran um ihn zu küssen. So standen wir beide in der Küche, nix weiter als Unterwäsche an und küssten uns. Doch als sich wieder das leise Grummeln aus unserer Bauchgegend meldete, setzten wir uns erstmal hin und frühstückten. Lauri war ganz Gentleman und schmierte mir meine Brötchen und ich revanchierte mich, indem ich ihn fütterte. Wir mussten viel lachen und nach dem Frühstück sah mein Küchentisch aus, als hätte eine Horde Kinder daran gesessen, doch wir waren satt und glücklich.
Nachdem wir das Chaos beseitigt hatten, holte ich die Geschenke für Lauri raus, die ich während meiner Shoppingtouren für ihn gekauft hatte. Er saß auf dem Fußboden und packte alles mit einer Ruhe aus, die man von ihm so gar nicht gewohnt ist. als er die Schatulle mit dem Ring öffnete, traten kleine Tränen in seine Augen und er musste schwer schlucken.
„Woher weißt du dass??“
„Naja, Luci hat mir so einiges über euch verraten…und da dachte ich, dass dir der Ring gefallen könnte!!“ ich saß auf dem Sofa und beobachtete ihn.
„Oh ja…und was ist das hier??“ er hielt eine der Shorts hoch, die ich in Tampere gekauft hatte.
„Öhm…ja, mir haben die gefallen…naja…“ ich merkte, wie mir die Röte ins Gesicht stieg und ich versuchte auf einen anderen Punkt zu starren, als auf Lauri, der in seiner Shorts bekleidet auf meinem Teppich Taschen und Tüten auspackte. Als ich mich so umsah, bemerkte ich, dass meine Blumen mal wieder gegossen werden könne und so stand ich auf und holte die Gieskanne. Während ich meine Blumen vor dem Verdursten rettete, hörte ich Lauri irgendwas von „Du hast nen Schatten“ murmeln und musste grinsen. Als er sich an mich ranschlich und mich von hinten umarmte, wäre mir beinah die Gieskanne aus der Hand gefallen und ich zuckte erschrocken zusammen.
„Ich liebe dich!!“ raunte er mir ins Ohr und ich lächelte sanft.
„Ich dich auch!!“ die Gieskanne abstellend drehte ich mich zu ihm um und er zog mich zu sich ran und aufs Sofa.
„Was machen wir noch bis heute abend??“
„Naja, erstmal das Chaos dort beseitigen und ich denke, ich muss mal Wäsche waschen…“ meinte ich und merkte an seinem Gesichtsausdruck, dass das nicht das war, was er hören wollte. „Was??“
„Och, ich würde viel lieber die Zeit anders nutzen wollen!!“ meinte er, während seine Hände auf Wanderschaft gingen.
„Und das wäre??“ fragte ich leise, und gab ich seinen Liebkosungen hin.

160. Kapitel

Nachdem wir den restlichen Nachmittag im Bett verbracht hatten, gingen wir am frühen Abend zusammen duschen um uns danach anzukleiden. Während Lauri recht schnell wusste, was er anziehen wollte, stand ich verzweifelt vor meinem Schrank und sortierte aus.
„Schatz, wenn du noch weiter in Unterwäsche vor mir herrennst, dann kommen wir nie bei meinen Eltern an!!“ brachte Lauri mühsam hervor, als ich ihm das wohl fünfte Outfit präsentierte.
„Wenn ich nix zum Anziehen finde!!“ brachte ich entnervt hervor und ließ mich neben einen Haufen Klamotten auf mein Bett fallen.
„Ok…warte…öhm…“ Lauri stellte sich vor meinen Schrank und griff ziemlich sicher in meinen Schrank.
„Da…den liebe ich an dir!!“ grinste er mich an und hielt mir meinen Nadelstreifenanzug vor die Nase.
“Ok…und welches Oberteil??“
„Das musst du selber wissen! Ich bin fix im Bad.“ Also suchte ich zu meinem Anzug ein passendes Oberteil und entschied mich dann für das chinesische. Ein leuchtendes Rot mit einer kleinen Blume auf der rechten Brust. Danach zog ich mich schnell an und als ich gerade in der Hose war, kam Lauri aus dem Bad zurück. Ich blieb erschrocken stehen und sah ihn genau an. Wohl noch nie, seitdem ich ihn kenne, hat er seine Haare gekämmt und so ordentlich mit nur 2 Klammern nach hinten gesteckt. Es war kaum Haarschaum und Haarspray zu erkennen und er war auch nicht geschminkt. Er hatte sein schwarzes Hemd und seine schwarze Hose an, doch irgendwie wirke etwas anders. Dann bemerkte ich, dass er keinerlei Accessoires an sich hatte und somit eigentlich nur seine natürliche Schönheit unterstrich.
„Alles ok??“ fragte er mich und ich nicke schnell und zog mir dann das Shirt an.
„Ja…ich geh auch mal schnell ins Bad!!“ dort kämmte ich meine Haare und steckte sie hoch, dann lege ich ein leichtes Makeup auf und betupfte die Stelle hinter meinem Ohr mit etwas Hugo Boss – Parfum. Als ich mich im Spiegel betrachtete, sah ich Lauri an den Türrahmen gelehnt dastehen und mich beobachten. Lächelnd drehte ich mich zu ihm um und er zog mich kurz in seine Arme.
„Das Taxi ist gleich da…du siehst hinreisend aus!!“ einen leichten Kuss und mir wurde mein Mantel gereicht.
„Danke…du auch!!“ kicherte ich, weil ich mir nicht sicher war, ob man einem Mann so was sagte. Als es klingelte wurde unser Taxi angekündigt und wir fuhren schnell mit dem Aufzug hinunter, denn in meinen Stiefeln hätten wir ewig über die Treppe gebraucht. Im Taxi ließ ich mich neben Lauri fallen und sah dann gedankenverloren aus dem Fenster.
„Machst du dir Gedanken??“ fragte mich Lauri leise und ich nickte. „Brauchst du nicht, es wird schon alles gut werden!“ er nahm meine Hand und ich spürte seine Wärme.

Als das Taxi hielt, dachte ich, wir seinen schon da, doch er bat mich, sitzen zu bleiben, er wolle nur schnell Blumen für seine Mutter holen. Es dauerte nicht lange und er kam mit einem großen Strauß zurück und wir konnten weiterfahren. Etwas außerhalb von Helsinki in einem vornehmen Wohngebiet hielt das Taxi vor einem großen Garentor und Lauri deutete mir an, auszusteigen. Er entlöhnte schnell den Fahrer und folgte mir dann. Ich stand etwas unbehaglich vor dem Tor und wäre am liebsten in das Taxi eingestiegen und zurück gefahren, doch Lauri nahm meine Hand und drückte dann die Klinke runter. Zusammen liefen wir durch den Schnee im Vorgarten und mit jedem Zentimeter, den wir näher kamen, fühlte sich mein Hals trockener. Ich hörte das Blut in meinen Ohren rauschen und ich schloss für einen Moment die Augen und atmete tief ein.
„Geht’s??“ fragte mich Lauri und als ich meine Augen öffnete, blickte ich in seine, die sorgenvoll glitzerten.
„Ja…küss mich!!“ bat ich ihn und schon hatte ich seine Lippen auf meinen. Als er seinen Kopf hob, spürte ich, wie das Leben wieder in mich zurückkehrte und er grinse mich schief an.
„Besser??“ als ich nickte, drückte er auf den Knopf und kurze Zeit später vernahmen wir leise Geräusche, ein Schlüssel wurde gedreht und die Tür öffnete sich.

161. Kapitel

„Hei Mom!!“ freudestrahlend begrüßte Lauri seine Mutter, während ich schon mal am ausrechnen war, wie der kürzeste Fluchtweg aussehen mag.
„Lauri…schön dass ihr da seid, kommt rein!!“ sie hielt uns erstmal die Türe auf und wir traten ein. Drinnen überreichte Lauri seiner Mutter die Blumen und zog mich dann an sich ran.
„Ja, und dass ist Bianca!!“ etwas unsicher reichte ich seiner Mutter die Hand und fixierte dabei einen Punkt hinter ihr an der Wand.
„Hei!!“ etwas unbeholfen griff ich nach der hand von Lauris Mutter und ich merkte, wie Lauri mir leicht in die Seite piekste. Erschrocken sah ich ihn an, doch er schüttelte nur beruhigend den Kopf. Ganz gentlemanlike half er mir aus dem Mantel und ich setzte mich auf einen der kleinen Sessel um mir die Stiefel auszuziehen. Als ich wieder aufsah, hielt mir Lauri seine Hand entgegen und wir folgten seiner Mutter ins Wohnzimmer und dort traf mich der Schlag. Hatte ich erwartet, ein ruhiges Familienessen mit den Eltern zu verbringen, wurde ich hiermit eines Besseren belehrt. Dort saß bestimmt so ziemlich jede Generation der Familie Ylönen vertreten und zwischen drinnen grinste mich Hannah an. Ich drücke mich immer mehr an Lauri ran, eigentlich gingen meine Füße sogar langsam rückwärts, doch er zog mich an sich und atmete einmal tief durch.
„Hei…Granny, Grandpa, Hannah, Dad…“ er grüßte jeden einzeln mit einer Umarmung, bei seiner Schwester blieb er einige Sekunden länger und sie zwinkerte mir über seine Schulter zu, als sein Vater zu mir kam.
„Und sie müssen Bianca sein?? Hannah hat uns schon soviel von ihnen erzählt!!“ er reichte mir die Hand, die ich zögernd annahm.
„Ähm…ja, hallo!!“ ich brachte ein schiefes Lächeln zustande und versuchte die Flucht nach hinten, doch wurde ich diesesmal von Hannah daran gehindert, weil diese zu mir kam und mich stürmisch umarmte.
„Na, du bleibst scheen hier!! Komm, ich stell dir mal Omma und Oppa vor!!“ grinsend schleifte sie mich zu dem älteren Ehepaar und ich kam mir vor wie so ein Ausstellungsstück.
„Granny, Grandpa…das is sie!! Das ist die Frau, die Lauri heiraten wird!!“ das Brett vor meinem Kopf wuchs gerade zu einem Wald heran, dass sollte doch noch keiner wissen. Ich drehte mich hilfesuchend zu Lauri um, der genauso angewurzelt dastand und seine Schwester nur mit offenem Mund anstarrte.
„Hallo junges Fräulein, nett sie kennen zu lernen!! Nur schade, das Lauri sie uns solange vorenthalten hatte.“ wandte seine Omma das Wort an mich und ich nickte nur stumm und versuchte herauszufinden, wie wir jetzt aus dieser Situation kommen konnten.
„Ok, lasst sie doch erstmal setzen und dann trinken wir erstmal was kleines auf diese Überraschung!!“ meinte sein Vater gutgelaunt und ich glaube wir beide waren noch nie so froh, uns hinsetzen zu können. Unter dem Tisch griff ich nach Lauris Hand die genauso zitterte, wie meine. Sachte strich sein Daumen über meinen Handrücken, doch wen sollte diese Geste mehr beruhigen??
Während sein Vater jedem ein Glas Wein einschenkte, erzählte Lauri erstmal von der letzten Tour und so hatte jeder erstmal Zeit, sich auf den unausweichlichen Moment vorzubereiten, der viel zu schnell eintrat.
„So Lauri…und nun erzähl mal, warum wir erst von Hannah erfahren haben, dass du dich verlobt hast?? Wie konntest du uns denn so was vorenthalten?? Hattest du Angst??“ fragte seine Oma ihn und ich merkte, wie er leicht unter den Tisch rutschte.
„Naja….nein, aber…wie soll ich es erklären??“ er hippelte auf seinem Stuhl hin und her, was mich noch nervöser machte und versuchte, die richtigen Worte zu finden.
„Also, sie ist aber nicht schwanger oder??“ ich sah Hannah böse an und auch Lauri hatte zu schlucken, doch dann musste ich auf einmal anfangen mit lachen, weil mir die Situation zu blöd war.
„Nein, ich bin nicht schwanger und nein, es ist auch noch kein Kind geplant…wir haben nur…er hat mich nur gefragt, weil er Angst hatte, dass mich ein anderer ihm wegnehmen könnte!!“ kicherte ich leise und auch Lauri musste wieder grinsen. Danach war das Eis gebrochen und wir unterhielten uns alle miteinander, wobei Lauri öfters zu hören bekam, warum er mich denn nicht schon eher mitgebracht hatte. Zusammen stießen wir auf unsere Verlobung an und ich wurde von allen herzlich aufgenommen. Seine Eltern baten mich, nachdem ich sie ständig siezte, damit aufzuhören und sie Liisa und Matti zu nennen, doch so einfach wollte mir das nicht gelingen, so dass wir viel lachen mussten. Als Liisa das Essen servierte, freute sich Lauri wie ein kleiner Schneekönig und soviel wie er an diesem Abend verdrückte, aß ich an drei Tagen.
Danach gingen wir dann eine rauchen, was der einzigste Moment war, an dem wir mal ungestört reden konnten. Draußen umarmte er mich und frage mich leise, ob es denn nun so schlimm sei.
„Nein…trotzdem ist es ungewohnt.“ Antwortete ich ehrlich und er lachte leise.
„Glaub mir, mein Vater hat mir vorhin gratuliert…du bist wohl ganz der Traum Schwiegertochter, den er haben möchte!!“
„Naja, er kennt mich doch gar nicht!!“ raune ich leise an seinem Hals und er zuckte zusammen.
„Naja…das wird er ja noch…“ murmelte er dann, bevor er seine Zigarette ausdrückte und mich fester an sich heranzog. „Aber es reicht ja, dass ich dich kenne!!“ damit war für ihn das Thema erledigt und seine Lippen suchten sich ihren Platz auf meinen.
Als ich es leise hinter uns kichern hörte, drehten wir uns erschrocken um und sahen dort Liisa und Hannah im Türrahmen stehen und uns beobachten.
„Habt ihr kein Zuhause??“ fragte uns Hannah frech und ich verneinte, da mir einfiel, dass wir ab März beide keine Wohnung mehr hatten. Wir folgen dann Hannah in das Haus und ich fragte Liisa, ob ich ihr behilflich sein konnte. Doch sie lächelte verneinend und so setzte ich mich zu Lauri in den Sessel. Dessen Hand schien ein Eigenleben zu führen und wanderte fröhlich unter mein Shirt.
„Was machen sie eigentlich beruflich??“ fragte mich dann seine Oma und ich antwortete brav und als ich ihr erzählte, dass ich für 3 Jahre in Deutschland war, glühten ihre Augen begeistert auf. Und ehe ich mich versah, redete ich mit der Oma über Deutschland, Finnland und die Unterschiede zwischen den zwei Ländern. Und je länger wir redeten umso besser verstanden wir uns, man kann sagen, wir liegen auf einer Wellenlänge. Während ich mich mit der Oma unterhielt sah ich, dass Lauris Eltern sich entspannt zurücklehnten und der Unterhaltung folgten. Lauri schien wohl eingeschlafen zu sein, denn ich spürte nur seine Hand auf meinem Rücken, während er nix weiter erzählte.

162. Kapitel


Als Lauri unter mir anfing mit zappeln, drehte ich mich zu ihm und sah ihn fragend an.
„Ich muss mal!!“ jammerte er und ich stand kichernd auf. Während er zur Toilette ging, schleifte mich Hannah zu ihren Eltern mit und so saß ich dann in einem trauten Gespräch mit Liisa da, wo sie mich bat, etwas auf Lauri aufzupassen, da er bisher in dieser Hinsicht viel Pech hatte. Ich verkniff es mir zu sagen, dass er da wohl auch selbst mit schuld sei. Ich nickte und als er wiederkam setze er sich mit zu uns.
„Wann habt ihr dann eigentlich geplant, zu heiraten??“
„Ja...das wissen wir nicht so genau, da wir noch einige Termine haben und dann müssen wir uns auch erst mal selber darüber unterhalten, welche Vorstellungen der Einzelne hat.“ Wich Lauri dieser Frage aus und ich musste lächeln, als Hannah ihn entsetzt ansah.
„Is nicht dein Ernst?? Erst machste so nen Aufstand und dann...sag mal Brüderchen, du weißt schu, was du willst??“
„Ja, aber was is denn?? Es sind doch nur paar Konzerte bis zum Sommer...und“ fing er an, doch Hannah unterbrach ihn.
„Es sind immer irgendwelche Konzerte, Interviews und so weiter!!! Man, wenn du so weiter machst, läuft dir die Frau echt noch weg und du stehst wieder alleine da!“ Hannah funkelte ihren Bruder böse an und ich legte sachte die Hand auf ihren Arm.
„Lass uns erst mal um alles andere kümmern, dann wird alles gut werden!! Ich muss ja auch arbeiten und kann nicht einfach so mal freinehmen!! Und dann will ich auch erst mal das bisschen Zeit genießen, was wir haben...schließlich ist er in 2 Monaten wieder on Tour!!“
„Hmm...hast ja recht, aber ich freu mich halt so...du weißt ja nicht, was du da angerichtet hast!!“ murmelte sie leise und ich musste lachen.
„Ich habe gar nix gemacht....“ und sah dabei Lauri an, der nur seine Augenbraue hochzog.
„Ach komm schon Schatz!! Was habe ich denn gemacht??“
„Das willst du gar nicht wissen!!“ raunte er dann leise und ich zog beleidigt eine Flunsch.
„Och kommt, jetzt habt euch mal wieder lieb!!!“ lachte Matti und schenkte uns einen Salmiakki ein. Wir saßen noch lange mit seinen Eltern und seiner Schwester da, seine Großeltern hatten sich schon eher zurückgezogen, und redeten über alles mögliche und ich erfuhr mehr aus Lauris Kindheit und musste oft lachen. Hannah erzählte, wie sie es immer angestunken hatte, auf Lauri aufzupassen und wenn der kleine Hosenscheißer angefangen hatte, ihre Barbies auszuziehen um zu sehen, was sie untendrunter anhatte. Oder was er auch mit Vorliebe gemacht hatte: sich an Hannahs Schminkzeug zu vergreifen. Mittlerweile hat er das ja gut raus.
Lauri fand diese alten Kamellen nicht so witzig, doch ich musste schon weinen vor lachen. Als er dann echt genug hatte, stand er auf und ging eine rauchen. Kurz sah ich ihm nach, dann erhob ich mich und folgte ihm
„Hei..“ murmelte ich
„Hmm...“ grummelte er, doch als ich ihn ansah, erkannte ich die kleinen Teufelchen in seinen Augen. „Können wir dann langsam heimfahren??“
„Ach...schon?? Ist doch grad so interessant!!“
„Naja, für dich vielleicht, aber nicht für mich!!“ etwas trotzig sah er mich an und ich musste über sein Gesicht so lachen, dass er mir einen Schneeball ins Gesicht warf. Erstaunt sah ich ihn an und schmiss ihm dann auch einen zu. So entbrannte wieder einer unserer Schneeballschlachten, die durch den gesamten Garten der Familie Ylönen ging, bevor ich erschöpft aufgab.
„Na, hat die kleine Miezekatze ihre Krallen wieder eingezogen??“ fragte mich Lauri, als er sich über mich beugte.
„Hmm…“ war alles, was ich sagte, bevor ich ihm die Ladung Schnee unters Hemd stopfte und ins Haus flüchtete. Ich stellte mich an die Heizung um meine Finger zu wärmen und wartete auf ihn.

163. Kapitel

Wenig später hörte ich ihn fluchend und Schuhe abklopfend auf der Veranda stehen, so dass ich kurz die Gardine anhob.
„Duuuuuuuuuuuuuuu!! Wenn ich dich erwische!!“ grummelte er und ich verzog mich schnellstens ins Wohnzimmer. Seine Schwester sah mich an und fragte dann nach Lauri.
„Öhm, ich glaub der is auf der Veranda und klopft sich den Schnee vom Körper!!“ lachte ich leise und sie sah mich mit großen Augen an.
„Du hast ihn doch nicht etwa…??“
„Doch habe ich, er is selber Schuld!!“ kicherte ich und auch seine Eltern grinsten leicht.
„Oje, ich habe das auch mal gemacht und es bitter bereut!!“ murmelte sie, konnte sich aber ein Grinsen ebenfalls nicht verkneifen.
Man hörte im Flur einen fluchenden Lauri, der sich seiner Sachen entledige und dann nur mit Shorts bekleidet den Raum betrat.
„Warst du duschen oder was??“ frage ihn sein Vater und erntete dafür einen dunkleren Blick, als die Musik von TR ist.
„Nee, irgendjemand hat gedacht, mir ne volle Ladung Schnee unters Hemd stopfen zu müssen!!“ mit einem Seitenblick auf mich ließ er sich auf einen Stuhl fallen und öffnete sich ein Bier.
„Ui, da is jemand sauer!!“ flüstere Hannah mir zu und ich musste grinsend nicken.
„Naja, is doch nicht so schlimm!! Dann schlaft ihr eben hier und bis morgen sind dann deine Sachen trocken!!“ meinte seine Mutter belustigt und schenkte nochmal Wein nach.
„Hmm…“ brummte Lauri, doch ich sah schu das Glitzern in seinen Augen.
„Jetzt hab dich nicht so, war doch nur ein bisschen Schnee!!“ lachte sein vater und auch ich musste lachen.
„Sehr witzig…des war kalt und nass!!“ maulte er und ich fuhr ihm sanft über den Rücken.
„Ich kann dich ja dann wärmen!!“ murmelte ich leise.
„Das ist das Mindeste, was du tun kannst!!“ Hannah bekam neben mir kaum Luft, weil sie sich ein Lachen unterdrückte und lief knallrot an.
„Spucks schon aus!!“ grinste Lauri, der seine Schwester zu gut kannte.
„Naja, eingegangen biste ja ned…noch kleiner kann man ja ned werden!!“ platzte es aus ihr heraus und ich musste schallend lachen.
„Hahahaha, wie witzig!! Das sagt die, die 3 cm kleiner is als ich!!“ murrte er und ich kuschelte mich an ihn ran.
„Das war doch nur Spaß!! Bin selber klatschnass!!“
„Naja…wir gehen dann mal ins Bett. Macht nimmer so lange und räumt auf!!“ seine Eltern standen auf und verließen das Wohnzimmer, so dass wir nur noch zu dritt dasaßen.
„Und, nun erzählt mal, wie war es denn so??“
Als wir sie beiden irritiert ansahen, bat sie uns, von der Verlobung und so zu erzählen. Also fing ich an, doch Lauri unterbrach mich.
„Erzähl ihr ned alles, die sucht nur wieder was, dass sie mal gegen mich verwenden kann!!“
Ich musste lachen und erzählte dann aber trotzdem nur das Wichtigste, den Rest konnte ich ja mal bei nem Kaffee unter vier Augen mit ihr bereden. So saßen wir noch einige zeit da und unterhielten uns über die Band, über uns und auch über Hannahs Studium. Als ich langsam müde wurde, trank Lauri schnell sein Bier aus und dann räumen wir die Sachen weg, bevor wir in sein altes Zimmer gingen. Dort standen bis auf das Bet und ein Schrank nix weiter drinnen, dafür zierten einige Graffitis seine Wände und ich betrachtete sie neugierig.
„Sind alle mal in Partylaune entstanden, frage nicht, wie meine Eltern geschimpft haben, aber wegmachen wollte ich die auch nicht. Da stecken viele, viele Erinnerungen drinne!“ er lächelte schief, bevor er mich zu sich ranzog.
„Du hast eindeutig noch viel zuviel an!!“ raunte er mir leise in Ohr, bevor er langsam die Knöpfe des Blazers öffnete. Danach knöpfte er das Oberteil auf und zog es mir aufreizend langsam aus.
„Lauri…wir können doch nicht…“ wisperte ich leise stöhnend, doch schnell drückte er mir seine Lippen auf.
„Du hast versprochen mich zu wärmen!!“ murmelte er leise, während er meine Hose öffnete und sie zu Boden fiel.
„Hmm…jetzt ist mir aber auch kalt!!“ sagte ich mit rauer Stimme, woraufhin er uns zum Bett führte.
„Glaube mir…gleich nicht mehr!!“ und mit einem gekonnten Handgriff fiel auch mein BH zur Seite. Unter den leichten Berührungen mit seinem Körper richteten sich die Knospen hart auf, was er mit Freude zur Kenntnis nahm und dann sachte anfing, an beiden abwechselnd zu knabbern. Leise seufzte ich auf und fuhr mit meinen Händen durch sein Haar und über seinen Rücken. Als er langsam abwärts wanderte, spürte ich die Hitze in mir aufsteigen und wand mich leicht unter seinen Berührungen. Als er mit seiner Zunge anfing, mit meinem Bauchnabelpiercing zu spielen, schloss ich die Augen und gab mich den Empfindungen einfach hin. Mein einer Fuß wanderte sanft zu seinem kleinen Freund und massiere ihn leicht, was ihm ein Stöhnen entlockte. Leicht drückte er meine Beine auseinander und küsste durch Stoff meines Tangas hindurch meinen Venushügel, was mir ein überraschtes Quietschen entlockte. Als er dann mit der Zunge unter den Stoff fuhr, dachte ich, ich müsste sterben. Mit viel Gefühl strich er über den Venushügel und brachte mich damit in bisher ungeahnte Hemisphären. Gekonnt streifte ich ihm mit meinen Füßen die Shorts von den Hüfen und massierte dann sanft seinen kleinen Freund weiter. Als auch er sich kaum noch beherrschen konnte, streifte er mir den Tanga ab und drang tief in mich ein. Einen kurzen Moment verweilte er und schaute mich an. Doch ich wollte ihn spüren, deswegen hob ich leicht meinen Hintern, so dass er noch tiefer in mich kam und fing langsam an, mit dem Becken zu kreisen. Ein erstauntes Stöhnen und er nahm den Takt auf.
Danach kuschelten wir uns erschöpft aneinander und schliefen befriedigt ein.

164. Kapitel

Am nächsten Tag wachten wir, bzw. ich, gegen Mittag auf, als ein Schneeball an das Fenster von Lauris Zimmer geworfen wurde. Irritiert schloss ich noch mal die Augen um zu rekapitulieren, was passiert ist, als ein 2. Schneeball sein Leben an der Glasscheibe ließ. Lauri murmelte kurz etwas und drehte sich dann auf die Seite und schlief selig weiter. Ich strich eine Strähne aus seiner Stirn und küsste ihn sachte, bevor ich die Beine aus dem Bett schwang und aufstand. Vorsichtig trottete ich zum Fenster und schaute runter, wer denn störte und sah Hannah winkend und lachend im Garten stehen. Leicht öffnete ich das Fenster und sagte, dass ich in 5 Minuten unten sei, sie solle bitte leise machen, Lauri schliefe noch. Als Antwort erhielt ich einen weiteren Schneeball, doch ich war schneller, so klatschte auch dieser nur gegen die Scheibe und rutschte dann langsam hinunter.
Schnell griff ich mir meine Sachen und verließ das Zimmer.
In der Küche begegnete ich Liisa, die schon wieder am Essenkochen war und mich freudig begrüßte.
„Na, habt ihr beiden gut geschlafen??“
„Ja, Lauri schläft aber noch…Hannah hat mich geweckt!!“ ich unterdrückte ein Gähnen und dankte ihr für den Kaffee, der mir soeben vor die Nase gestellt wurde.
„Und…jetzt, da wir mal so quasi unter uns sind. Habt ihr schon konkrete, bzw. hast du schon konkrete Vorstellungen, was die Hochzeit anbelangt??“
„Naja, nicht wirklich…wir haben ja noch nicht darüber reden können. Ich denke mal, das machen wir dann alles diese Woche mit.“ Gekonnt wich ich den Fragen aus, denn das wollte ich wirklich erst mit Lauri besprechen.
Dieser kam soeben in die Küche gestapft, murmelte einen guten Morgen und ließ sich nach einem kurzen Kuss auf die Eckbank fallen.
„Guten Morgen mein Sohn!!“ lächelte Liisa ihn an, doch er grummelte weiter.
„Was ist los Schatz??“ ich sah ihn kurz an und konnte dann entdecken, dass er noch etwas Schnee in den Haaren hatte.
„Frag nicht…irgendwer in diesem Haus hat vergessen, das Fenster richtig zuzumachen. Na ja, und dann hat halt irgendjemand, der sich gerade im Garten befindet solange mit Schneebällen geworfen, bis das Fenster auf war und dann habe ich bestimmt 3 Schneebälle abbekommen!!“
„Oh…aber…ich…na ja, ich dachte es war zu!! Tut mir leid Schatz!! Wie kann ich das wieder gutmachen??“ ich strich ihm sachte über die Wange.
„Och, ich wüsste da schon was...“ er grinste frech und bevor er weiterreden konnte, unterbrach uns seine Mutter.
„Also, bleibt ihr noch zum Essen?? Ich habe Klöße, Rotkraut und Rouladen gemacht!!“
„Das is aber nicht typisch finnisch!!“ meinte ich lächelnd.
„Nee, das hat Lauris Oma damals aus Deutschland mitgebracht. Sie hat das so gerne gegessen und seitdem kocht sie das auch hier.“
„Und ich könnte dafür sterben…ich geh dann eben duschen!!“ sagte Lauri, stand auf und ging zur Tür, dort drehte er sich noch mal um und sah mich an.
„Kommst du mit??“
„Ähm…weiß nicht!“ mit einem Seitenblick auf seine Mutter überlegte ich.
„Na geh schon mit….“ Lachte sie und ich sprang auf.


165. Kapitel

„Aber macht danach auch ja wieder sauber!!“ rief uns Hanna hinterher, als wir die Treppe hochgingen und ich drehte mich mit einem knallroten Kopf um.
„Was denkst du denn, was wir machen??“
„Ach komm, du willst mir doch nicht etwa erzählen, dass ihr jetzt nur duschen wollt!“ sie blieb am Fuße der Treppe stehen und zwinkerte mir zu.
„Mensch Hanna, lass einfach mal deine blöden Kommentare! Kann dir doch auch egal sein, was wir machen!!“ motzte Lauri und nahm meine Hand. Wütend stapfte er ins Bad und zog mich hinter sich her und schloss die Türe geräuschvoll. Kurz lehnte er sich an die Tür und atmete tief ein, bevor er mich schief grinsend ansah.
Als es klopfte, öffnete ich die Türe und stand Hanna gegenüber.
„Was issn??“ fragte ich sie irritiert.
„Naja, ich habe es vorhin vergessen zu sagen: 3. Schublade links!!“ kicherte sie und Lauri hielt kurz den Atem an, bevor er explodierte.
„Gottverdammt noch mal!! Wir beide sind aus dem Alter raus, wo man so was macht!! Wenn ich meine zukünftige Frau nehmen will, dann muss ich dafür nicht bei meinen Eltern duschen gehen, ich habe eine eigene Wohnung!! Und wie man verhütet weiß ich selber!! Nur weil du kein Sexualleben zurzeit hast, brauchst dich nicht in meines einzumischen!!“ damit war von ihm aus alles gesagt und er schmiss die Türe zu und schloss ab.
„So war das schon immer!!“ er raufte sich die Haare und schaute mich dann mit einem Funkeln in den Augen an. „Aber....“
„Nix da, vergiss es!! Wir duschen fein, putzen unsere Zähne ordentlich und dann gehen wir wieder runter zu deinen Eltern!!“ ich zog langsam meine Sachen aus und stieg unter die Dusche. Er folgte mir und schloss dann die Duschtüre, bevor ich das Wasser komplett aufdrehte.
„Wie, bitte schön, soll ich hier nix tun?? Das is doch reinste Folter, wenn du nackt vor mir stehst!!“ stöhnte er leise.
„Mach doch einfach die Augen zu und denk an was anderes!!“ kicherte ich leise und griff nach dem Shampoo. Ich träufelte etwas auf meine Hand und fing dann an, seine Haare damit einzuschäumen, so dass ihm ein Seufzen entwich. Als alle Haare eingeschäumt waren, nahm ich den Duschschlauch und wusch sie wieder aus. Danach drehte er sich zu mir und küsste mich sachte, doch ich löste mich von ihm um meine Haare zu waschen.
„Nein...das mache ich!!“ raunte er mir ins Ohr, nahm das Shampoo und verteilte es auf meinen Haaren. Mit sanften Kreisbewegungen massierte er das Shampoo in meine Haare und diesmal schloss ich genüsslich die Augen. Ich stütze mich mit meinen Händen an seiner Brust ab und er spülte mir die Haare aus. Kurz blieben wir in der Umarmung stehen und ließen uns vom Wasser berieseln. Danach seiften wir uns noch gegenseitig mit Duschgel ein und als wir dann fertig waren, mümmelten wir uns in große Handtücher. Dann putzten wir uns die Zähne mit den Zahnbürsten, die seine Mom für uns bereitgelegt hatte und mussten anfangen mit Lachen, weil wir gleichzeitig ausspucken wollten und unsere Köpfe zusammenstießen. Als ich den Mund ausgewaschen hatte, schloss ich die Badtüre auf und ging in Lauris Zimmer, um mich wieder anzuziehen. Als ich fast die Türe erreicht hatte, hörte ich Lauri hinter mir kichern.
„Öhm...fehlt dir nicht etwas??“ ich drehte mich um und er hielt meinen Tanga grinsend vor die Nase.
„Ach gib her...muss doch nicht jeder sehen!!“ ich schnappte mir meinen Tanga und verschwand im Zimmer, dicht gefolgt von ihm.
„Hat ja keiner gesehen!!“ murmelte er und umarmte mich. Heiß spürte ich seine Lippen auf „Lauri...nicht...wir müssen...wir ...deine Eltern...“ ich versuchte mich gegen die aufsteigenden Gefühle zu wehren und trat einen Schritt vor um mich anzuziehen, doch er war damit überhaupt nicht einverstanden und zog mich murrend wieder an sich.
„Was?? Glaubst du, uns wird hier wer stören??“ er sah mir tief in die Augen und ich merkte, wie ich die Kontrolle über mich verlor.
„Ja, Hannah zum Beispiel!!“ ich küsste ihn noch mal sanft und zog mich dann langsam an.
„Stimmt, die hat es drauf...ok, aber das wird nachgeholt!!“ meinte er lächelnd und zog sich ebenfalls seine Sachen an.
„Hmm, ich hasse es, die gleichen Sachen noch mal anziehen zu müssen, aber es geht ja nicht anders!!“ murmelte ich leise und Lauri fing an mit lachen.
„Wer ist denn daran schuld?? Hättest du mir nicht den Schnee in die Sachen gestopft, wären wir bei uns und könnten jetzt in aller ruhe das..“ ein Kuss auf der Schulterhöhe „...das...“ ein Kuss auf dem Schlüsselbein „...und das...“ ein Kuss auf dem Mund „..vertiefen!!“ Damit drehte er sich weg und zog sich vollständig an.
„Hilf mir mal bitte!!“ bat ich Lauri, als ich mein Oberteil nicht zubekam.
„Frauen!!“ seufzte er und machte die Knöpfe zu. Zusammen gingen wir dann wieder in die Küche und wurden postwendend ins Bad geschickt, weil die Haare noch nass waren.
„Ich bin doch kein kleines Kind mehr!!!“ maulte Lauri und Hanna, die grinsend in der Küche saß, kam zu ihm und rümpfte die Nase.
„Nicht?? Hmm...bei der Körpergröße lässt dies aber diesen Trugschluss zu!!!“

166. Kapitel

Während sich Geschwister Ylönen in bester Manier belegten ging ich die Stufen wieder hoch ins Bad um mir meine Haare zu fönen. Während die heiße Luft meine Haare trocknete, musste ich über Hannah und Lauri nachdenken und fing alsbald an mit Lachen. Das gleiche Gemache kenne ich nur zu gut von mir zuhause.
„Was ist jetzt schon wieder so lustig??“ murrte Lauri hinter mir, was wohl daran liegen mag, dass er sich mal wieder nicht gegen Hannah durchsetzen konnte.
„Ach, euer Gezanke erinnert mich nur immer an die Streitereien zwischen Andy und mir!!“
„Und, zieht er dich auch immer mit deiner Größe auf??“
„Nein…eigentlich nicht…ach komm schon Schatz, so schlimm ist es doch eigentlich gar nicht?? Ich liebe dich so, wie du bist!!“ sachte strich ich ihm über die Wange.
„Naja, trotzdem…sie weiß, dass ich darunter leide!! Und das nicht erst seit gestern!!“ schniefte er leise bevor er den Fön nahm und seine Haare fönte.
Ich setzte mich daweile auf den Badewannenrand und beobachtete ihn. Unter seinem Hemd zeichneten sich seine Muskeln schwach ab und auch seine Bewegungen waren eine fließende Einheit. Ok, er war etwas kurz geraten, aber gerade das liebe ich an ihm und finde es überhaupt nicht schlimm. Leicht schüttelte ich den Kopf über seine Verbohrtheit, denn was will er denn groß dran ändern?? Außer seine, sagen wir mal so, außergewöhnlichen Schuhe, die jeden Fan, der sie sich wegen ihm kauft, ein halbes Vermögen kostet.
„Was??“ gereizt fuhr Lauri mich an.
„Nichts!!“ murmelte ich leise und blickte auf meine Fingernägel
„Jetzt sag’s schon!! Für umsonst wirst du mich nicht begutachtet haben und dann den Kopf schütteln!!“
„Also, es reicht langsam…wenn du schlechte Laune wegen Hannah hast, dann lass sie mal ned an mir aus!!“ ich stand auf und rauschte an ihm vorbei aus dem Bad. Hinter mir hörte ich es nur noch fluchen und krachen, was wohl der Fön gewesen war.
Als ich am Fuße der Treppe ankam, hörte ich Lauri mich rufen, doch dieses Mal hatte auch ich meinen Stolz.
„Schatz!! Warte…“ er kam die Treppe herunter gerannt und hielt mich fest. „Schatz…es tut mir leid!! Ich hab des ned so gemeint!!“ mit einem treudoofen Blick sah er mich an und ich konnte ned anders, als ihn zu verzeihen.
„Naja, aber nur dieses eine Mal!!“ lachte ich und umarmte ihn.
„Na dann, lass uns mal essen und dann nix wie heim. Ich will raus aus den Sachen und dann…“ er grinste mich einmal anzüglich an und dann gingen wir zurück in die Küche, wo schon seine Eltern und Hannah saßen. Wir ließen uns neben Hannah nieder und redeten ein bisschen mit ihr, doch dieses Mal blieb ein dummer Kommentar von ihr aus.
Nach dem Essen, was sehr vorzüglich war, bestellten wir uns ein Taxi und fuhren wieder nach Hause.
Dort angekommen zogen wir erstmal die Klamotten aus und verkrümelten uns wieder im Bett.
„Und, so schlimm war’s doch gar nicht, oder??“ nuschelte Lauri an meinem Ohr.
„Nee, war ganz amüsant…vor allem die Geschichten aus deiner Kindheit. Da sieht man dich ja gleich mit anderen Augen!!“ kicherte ich.
„Wie darf ich das jetzt verstehen??“
„Ach na ja….nur so….“ brabbelte ich und er fing an mich durchzukitzeln.
„Jetzt sags schon!“ forderte er mich auf und schaute triumphierend von oben herab.
„Och du kleiner Troll…das wirst du so ned von mir erfahren!!“ ich musste lachen, denn er sah echt aus wie Plumps von Sandmännchen, nur mit schwarzem Haar.

167. Kapitel

„Wie hast du mich grad genannt?? Troll??“ er sah mich böse an und krabbelte von mir runter. °°Oops, ich glaub ich habe ihn gerade beleidigt!!°°
„Ja, du kennst die…die kleinen Wesen, denen auch das Haar absteht und die auch solche kleinen, funkelnden Augen besitzen!!“ kicherte ich leise, doch Lauri verzog sich schmollend auf den Balkon.
„Man…des war doch nur ein Spaß!!“ meinte ich, als ich zu ihm trat.
„Hmm, ich musste das schon immer ertragen und jetzt fängt meine Freundin auch noch damit an!!“ grummelte er. Ich drehte ihn zu mir und sah in fest an.
„Ich liebe jeden einzelnen Zentimeter an dir und ich möchte dich gar nicht anders haben!! Also sei bitte nicht mehr böse, ja??“ ich sah ihn bittend an und ein leichtes Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit.
„Ach man…“
„Außerdem, bist du dann mein Trollkönig und ich bin die Königin!!“ murmelte ich leise an seinem Hals.
„Ja, ich kann ja auch nix für diesen Namen…“ sagte er leise und legte einen Arm um mich. Schnell rauchte er seine Zigarette auf und zusammen gingen wir wieder rein, denn es wurde recht kalt.
„Was machen wir heue noch??“ fragte ich dann, als wir in der Küche uns einen Kaffee machten.
„Öhm, nix…wir sollten uns langsam mal einen Plan darüber machen, wie unsere Hochzeit aussehen soll!!“ grinste er mich schräg an.
„Naja, eher erstmal darüber, wie wir Weihnachten verbringen wollen, des ist schließlich in ein paar Tagen!!“
„Och nö…des habe ich voll vergessen!! Naja, ich habe nicht wirklich Lust auf dieses ganze Getue!!“ er rollte leicht die Augen.
„Hmm, was machen wir dann?? Ich wollte schon mit meiner Familie feiern, habe ja in den letzten Jahren nicht richtig mit ihnen feiern können!!“ ich lies mich auf einen der Stühle fallen und beobachtete ihn, wie er Gemüse, Fleisch und Reis zubereitete. Dabei konnte ich seinen kleinen Knackarsch genauestens studieren und als ich daran dachte, wie er sich anfühle, entwich mir ein leises Stöhnen.
„Alles ok??“ mit einem wissenden Blick drehte er sich um und beugte sich über den Tisch.
„Ja…ja…ich musste nur…ich habe nur…“ verdammt, jetzt werde ich auch noch rot!!
„Du hast nur was??“ er kam um den Tisch rum zu mir und hockte sich vor mich. Gebannt sah ich ihm in die Augen und versuchte krampfhaft die Stimme wieder zufinden. Er strich sanft mit der Hand über meine Wange und drückte mir einen Kuss auf die Nase, bevor er sich wieder dem Essen widmete. Ich ging schnell ins Schlafzimmer und holte mir einen Jogginganzug aus dem Schrank, denn trotz Heizung fror ich leicht.
„Schatz…wie wäre es, wenn wir nachher bisschen spazieren gehen??“ rief ich ihm aus dem Schlafzimmer zu und schlüpfe schnell in meine Hose und in den Pullover.
„Ja…können wir machen!! Können ja auch mal bei Niina und Eero vorbei!!“ schlug Lauri vor und ich nicke zustimmend. Während er weiterkochte schnappte ich mir meinen Laptop und schaute mal wieder im Forum vorbei. Erst las ich mir einige Posts durch und meine Nachrichten, dann antwortete ich und stellte erfreut fest, dass Constanze online war, sowie Luci. Durch mein Lachen neugierig gemacht, kam Lauri aus der Küche und warf einen Blick über meine Schulter.
„Is das das deutsche Forum?? Was schreiben sie so über mich??“ fragte er leise an meinem Ohr und meine Nackenhärchen stellten sich auf.
„Ach nur Schlimmes!! Nein, ich rede gerade mit Luci und Constanze…und lese mir die Posts von den anderen durch!! Manchmal schreiben die echt nur Müll oder einfach nur süße Sachen!!“
„Ach, sag denen mal ganz liebe Grüße und ich wünsche ihnen ein frohes Weihnachtsfest und so!!“
„Schreibs doch selbst!!“ meinte ich und hielt ihm den Laptop entgegen.
„Das kann ich doch ned machen!!“ er sah mich irritiert an.
„Du wirst doch wohl noch paar Sätze in Englisch schreiben können??“ ich kicherte leise und er stupste mir in die Seite, woraufhin ich erschrocken aufquietschte.
„Na dann gib mal her!!“ lachte er leise und rette den Laptop vor einem sichern Fall auf den Boden. °°Lauri, der Held!!°°
Schnell schrieb Lauri einige Zeilen an Luci und Constance und als es die beiden realisierten, wer da gerade mit ihnen korrespondierte, wurde es ruhig.
„Hab ich was falsch gemacht??“ verwundert sah mich Lauri an und ich schüttelte den Kopf.
„Nein, sie sind nur gerade geschockt…doch ich glaube du solltest wieder in die Küche, sonst brennt dir dort noch was an!!“ mit einem leisen Aufschrei ging er schnellen Schrittes zurück und ich konnte mich um die zwei sprachlosen Damen kümmern.
Nach einigem Hin und Her hatten sich die beiden beruhigt und meinten aber, dass sie jetzt erstmal einen starken Schnaps brauchten. Ich lachte leise und als Lauri mich rief, verabschiedete ich mich, wünschte ihnen eine frohe Weihnachtszeit und loggte mich dann aus. Bevor ich den Laptop zur Seite legte, checkte ich noch schnell mein Postfach, doch dort standen nur Weihnachtswünsche oder Werbungen. Schnell legte ich den Laptop dann weg, den Lauri stand an den Rahmen der Theke gelehnt und sah mich missmutig an.
„Is ja schon gut, bin schon auf dem Weg!!“ lachte ich und erhob mich langsam.
„Soll ich dich holen??“ meinte er vergnügt und ich sah ihn nur an. Dies muss er wohl als Einladung verstanden haben, denn gemächlichen Schrittes kam er auf mich zu und nahm mich an der Hand.
Der Tisch war gemütlich gedeckt, sogar eine Kerze hatte er angezündet und schob mir ganz Gentleman den Stuhl an den Tisch, nachdem ich Platz genommen hatte. Das Essen über unterhielten wir uns nur über Bandsachen, er erzählte mir noch einige Details, welche er seinen Eltern vorenthalten hatte und ich musste mehr als einmal lachen. Nachdem wir fertig waren, verkrümelten wir uns auf den Balkon und rauchten eine und genossen einfach nur die Nähe des andern.
„Wollen wir dann wirklich noch zu Eero und Niina?? Mir ist es, wie zuhause bleiben und DVD guggn oder so!!“ mit seinem Hundeblick sah er mich an und ich konnte nicht Nein sagen.
„Ok, aber nur, wenn ich entscheiden darf, was wir guggn!!“ ich lehnte mich an ihn und hörte seinem beruhigenden Herzschlag zu.
„Ausnahmsweise mal…“
„Öh…ok, dann guggn wir „Pakt der Wölfe“ an!!“ meinte ich fröhlich und Lauri nickte ergebend. Schnell rauchten wir auf und während ich die DVD einlegte holte er aus der Küche einen Rotwein und 2 Gläser. Heue wollte er es wohl mal besonders gemütlich. Zusammengekuschelt saßen wir dann auf dem Sofa und sahen uns den Film an, doch ich merkte, wie es mir mehr und mehr die Augen zuzog, so dass ich mich bequemer an Lauri kuschelte. Er strich sachte durch mein Haar und seine gleichmäßige Atmung führte dazu, dass ich dann irgendwann einschlief.

168. Kapitel

Durch ein Rucken wurde ich wach und als ich Lauri verschlafen ansah, lächelte er mich sanft an und küsste mich leicht.
„Schlaf weiter Süße…ich komm gleich nach!“ ich deutete ein Nicken an und kuschelte mich in die Bettdecke.
°°Hö?? Bettdecke??°° Tatsächlich: Lauri hat mich ins Bett getragen und den Jogginganzug ausgezogen, deswegen bin ich wohl wach geworden. Ein glückliches Lächeln schlich sich in mein Gesicht, im Moment fand ich ihn einfach nur knuffig. Als er leise ins Bett gekrochen kam, tat ich so, als würde ich schlafen und musste mich wirklich zwingen nicht zu grinsen. Er kämpfte kurz mit Kopfkissen und Decke und legte dann seinen Arm um mich. Seine Wärme brachten alle Nerven in mir zum Vibrieren und an Schlaf war jetzt nicht mehr zu denken.
„Bist du wach??“ raunte er mir leise ins Ohr.
„Hmm…“ woher er das nur weiß??
„Sorry, wollte dich nicht wecken!! Gute Nacht!!“ er hauchte mir einen Kuss auf die Schläfe, zog mich an sich heran und vergrub seine Nase in meiner Halsbeuge. Das ist jetzt nicht sein Ernst?? Ich seufzte leise auf und vernahm an meinem Ohr ein leises Kichern. Schnell drehte ich mich zu ihm um und versuchte in der Dunkelheit sein Gesicht auszumachen.
„Du findest das jetzt nicht wirklich lustig oder??“ meinte ich leise grollend.
„Och…doch, irgendwie schon!!“
„Ach so….mal schauen ob du dann immer noch lachen kannst!!“ ich zog ihm die Decke weg, fuhr sanft mit meinen Fingern seinen Konturen nach, strich sanft mit meiner Zunge über seine Brustwarzen, knabberte daran und stieß ab und an sachte mit seiner Zunge in den Bauchnabel. Verhaltenes Stöhnen verriet mir, dass er es nicht mehr lustig, sondern sehr erregend fand. Als ich mit meiner Zunge ein weiteres Mal seine Seiten entlangfuhr, drehte er sich leicht und nun lag ich unter ihm.
„Das…ist…gemein!!“ stöhnte er leise und ich musste lachen. Doch das wurde von einem stürmischen Kuss unterbrochen und als seine Hände auf Wanderschaft gingen, waren meine Sinne wieder nur darauf fixiert. Kleine Feuer brannten auf meiner Haut wo er mit seinen Fingern entlangstrich und als er mit seinen Zähnen kleine Male an meinem Hals hinterließ, fühlte ich mich nur noch wie Wachs unter seinen Berührungen. Sachte strich ich ihm über den Rücken, spürte seine Muskeln und als ich mich zum Bauch vortastete, erzitterte er leicht unter meinen Berührungen. Ich strich sanft über seinen Brustkorb, verschränkte meine Arme hinter seinem Hals und zog ihn zu mir hinab um ihn zu küssen. Mit viel Gefühl umfuhr meine Zunge seine Lippen, baten um Einlass, den er mir bereitwillig gewährte. Soft umspielten sich unsere Zungen bis seine den „Kampf“ gewann und meinen Mundraum erforsche, mit viel Gefühl strich er über meine Zähne, forderte meine Zunge zu einem erneuten Kampf heraus, den er dann abbrach um auf Entdeckungstour zu gehen. Leicht knabberte er an meinen Lippen wanderte dann weiter zum Ohr um mir ein „Ich liebe Dich“ reinzuhauchen und an meinem Ohrläppchen zu zupfen. An meiner Halsschlagader angelangt saugte er leicht um seinen Besitz zu markieren und küsste dann mein Schlüsselbein.
Ich fuhr im währenddessen durch seine Haare und kraulte ihm leicht im Nacken, strich sachte mit meinen Fingerkuppen über seine Schultern, über die Schlüsselbeine nach innen zum Hals und über sein Gesicht. Seine freie Hand massierte in der Zwischenzeit meine Brust und als er den BH als für störend empfand, öffnete er ihn an dem Vorderverschluss mit seinen Zähnen und schob ihn zur Seite. An meinem Schenkel spürte ich seine Erektion pochen und leicht öffnete ich die Beine, so dass er sich bequemer auf mich legen konnte. Die Hitze in seiner Lendengegend wirkte sich aber, wie Öl das ins Feuer gekippt wird, bei mir aus und ich presste mich verlangend an Lauri ran.
„Noch nicht….ich will dich endlich wieder richtig genießen!!“ raunte er mir mit einer sehr brüchigen Stimme zu. Ich zog ihn zu mir hoch und küsste ihn leidenschaftlich. Als ich mich aufrichtete, setzte auch er sich hin und ich schlang meine Beine um ihn und strich sachte über seine Brust, meine Zunge leckte über seine Brustwarzen, während er genießerisch den Kopf ihn den Nacken legte und sich meinen Liebkosungen hingab. Seinen Herzschlag, den ich an meiner Hand fühlte, ging schnell und auch seine Atmung war ziemlich abgeflacht. Durch das Zurücklegen des Kopfes trat sein Kehlkopf hervor und so wanderte ich wieder nach oben und strich sanft mit meiner Zunge darüber, was einen kehligen Laut zu Antwort hatte. Ich umfasste sein Gesicht mit meinen Händen und drückte meine Lippen auf seine, während er mich mit einem Arm umschlossen hielt und sich langsam nach hinten fallen ließ. Fahrig strich seine eine Hand über meinen Rücken und mit der anderen versuchte er den Tanga auszuziehen. Leicht hob ich mein Becken an, doch ihm ging es wohl nicht schnell genug, denn er zog wieder einmal kräftig daran und der Tanga war Geschichte.
„Ist das jetzt deine neue Art, mich von der Unterwäsche zu befreien??“ raunte ich ihm ins Ohr und er lachte ein leises, kehliges Lachen.
„Ich kann die jeden Tag neue kaufen Babe!!“
Seine Finger erkundeten nun die Innenseiten meiner Schenkel und ich drückte mich ihm verlangend entgegen. Wir drehten uns leicht, so dass jeder auf der Seite lag und meine Hand wanderte von seinem Hals über den Rücken zu seinem knackigen Popo. Ich spielte leicht am Bund seiner Shorts und fuhr dann sachte hinein. Leicht kniff ich in eine seiner Pobacken, was ein erschrockenes Stöhnen mit sich brachte und fuhr dann langsam mit meiner Hand über seinen Beckenknochen in die vordere Region. Sanft umschloss ich seinen Schaft und spätestens jetzt war es mit seiner Selbstbeherrschung vorbei.

Mit einem Knie schob er leicht meine Beine auseinander, so dass er mehr Handlungsfreiraum hatte. Während ich seinen kleinen Freund massierte, bescherten seine Finger mir wahre Freude. Wir atmeten mehr als heftig und als sein Mund meinen suchte stellte ich fest, dass seine Lippen schon mehr als trocken waren. Gekonnt zog ich ihm die Shorts aus und reite seinen kleinen Freund noch ein wenig mit meiner Zunge. Lauri keuchte leise meinen Namen und ich kroch langsam über seinen Körper hinweg und setzte mich rittlings auf ihn. Doch noch passierte nix, ich blieb einfach ruhig sitzen, obwohl ich wusste, dass er nur noch um Einlass bettelte.
„Bitte…“ brachte er mühsam vor und ein wissendes Lächeln umspielte meine Lippen.
„Ich dachte, du willst das genießen??“ hauchte ich ihm ins Ohr und fuhr dann mit meiner Zunge seine Halsschlagader entlang. Ich konnte spüren wie im das Blut durch den Körper floss und als er schluckte, zuckelte sein Kehlkopf an meiner Wange.
„Babe…bitte…“ krächzte er und ich lachte leise.
Langsam und jede Sekunde genießend setzte ich mich auf ihn und ließ ihn so in mich eindringen. Sein Stöhnen verriet mir, dass er fast am Verzweifeln war. Kurz verharrte ich in der Stellung und genoss die Macht, die ich über ihn habe, während seine Hände unerwartet sanft über meinen Körper fuhren und als er sich aufrichtete, war ich kurz überrascht, genoss dann diese ungewohnte Nähe zu ihm. Mit einigen kleinen Küssen reizte er meine Zunge zu einem erneuten Gefecht, während seine Hand sich auf meiner Brust ausruhte. Ab und an strich er sanft über die kleine Knospe doch je näher wir beide dem Höhepunkt kamen, desto nebensächlicher wurden diese kleinen Zeichen unserer Liebe. Als er seinen Mund hart auf meinen presste und sich seine Muskeln anspannten, wusste ich dass es bei ihm nicht länger dauern konnte und kurze Zeit später stöhnte er tief meinen Namen und ein Zittern ging durch seinen Körper. Ich schlang meine Arme um ihn und hielt ihn fest, beruhigend strich ich ihm über den Rücken und flüsterte ihm kleine Liebesfloskeln ins Ohr.
Als er sich wieder etwas unter Kontrolle hatte ließ er sich nach hinten sinken und zog mich mit sich. Seine Arme, die mich umschlangen waren warm, aber auch schwer und sein Brustkorb hob und senkte sich unter seinen Atemzügen.
„Ich glaube…etwas fehlt noch…“ keuchte er leise und ich hob fragend meinen Kopf.
„Na…du??“ ich merkte, das er leicht lächelte und strich ihm leicht mit dem Zeigefinger über die Lippen.
„Ist schon ok!!“ murmelte ich leise, doch er hob meinen Kopf leicht mit einem Finger an.
„Nein…meine Frau soll den gleichen Spaß haben wie ich!!“
„Hmm...das klingt sehr interessant!!“ murmelte ich an seinem Hals und leckte aufreizend über seine Halsschlagader. Sanft umfasste er meine Schultern, drückte mich leicht zur Seite und glitt langsam aus mir raus. Sein Mund suchte eine meiner Knospen und seine Zähne knabberten sachte daran, bevor er anfing, leicht daran zu saugen. Hart richtete sie sich auf als er kurz darüber hauchte und sogleich fuhr er mit seiner Zunge sanft darüber. Dieses Spiel wiederholte er auch bei der anderen Brustwarze und ich stöhnte leise vor Verlangen auf. Meine Hände durchwühlten seine Haare ich mein Becken presste sich willig an seines. Kleine Spuren mit seinen Zähnen auf meinen Körper hinterlassend, wanderte er bauchwärts und als seine Zunge sich spielerisch in meinem Bauchnabel versenkte, glaubte ich zu zerfließen.
„Lauri...bitte...Liebling...oh...“ keuchte ich, als seine Hand sanft über meine Schenkel strich und sie leicht auseinander spreizte. Verlockend umspielten seine Finger meinen Venushügel und ich spürte, wie sich all meine Sinne nur noch auf seine Hand in meinem Schritt konzentrierten.
Währenddessen streifte seine Zunge flüchtig meine Lippen und ich öffnete hungrig meinen Mund. Schnell und fordern hatte sich seine Zunge meinen Mundraum erobert und lockte meine Zunge zu einem kleinen Spielchen heraus. Doch je näher ich dem Höhepunkt kam, desto nebensächlicher wurde unsere Zungenakrobatik, sondern beugte mich ihm mehr und mehr entgegen. Kurz spannten sich all meine Muskeln an und dann explodierte wieder ein wahres Feuerwerk in meinem Kopf. Mit seinem Namen auf den Lippen viel ich erschöpft und befriedigt in die Kissen und atmete tief ein.
Dieses Mal strich er mir beruhigend über meinen verschwitzten Körper und flüsterte leise in mein Ohr. So nach und nach verebbten die Zuckungen und ich spürte, wie die Müdigkeit von mir Besitz nahm. Lange lagen wir nebeneinander und streichelten einander, ohne ein Wort zu verlieren. Als jedoch eine Gänsehaut unsere Körper überzog, holte Lauri die Decke und breitete sie über uns aus.
„Ich liebe dich!!“ hauchte ich noch leise und kuschelte mich an ihn.
„Ich liebe dich auch Frau Ylönen!!“ murmelte er noch leise, bevor mir seine leichte, gleichmäßige Atmung verriet, dass er ins Traumland übergedriftet war.
Langsam drehte ich mich zu ihm um und küsste ihm noch mal leicht die Stirn, bevor ich meinen Kopf an seiner Schulter anlehnte und ebenfalls einschlief.

169. Kapitel

Mit einem unbarmherzigen Geklingel meines Weckers wurde ich am nächsten Morgen geweckt. Leise stand ich auf, damit Lauri noch schlafen konnte, holte mir Kleidung aus dem Schrank und verschwand im bad. Schnell duschte ich mich, putzte Zähne, cremte mich ein und zog mich an. Als ich gerade den Lidschatten auflegte, sah ich einen kleinen, verschlafenen Gnom in meinem Bad stehen.
„Es war auf einmal so kalt ohne Dich!!“ murmelte er, bevor er zur Toilette ging und sich hinsetzte. Ich griff daweile nach meinem Parfum und dosierte es leicht auf meiner Haut.
Dann ging ich aus dem bad und schlüpfte in meine Schuhe, nahm meine Jacke und Tasche und wartete darauf, dass mein kleiner Kobold mit den grünen Augen aus dem Bad kommt.
„Schatz...musst du wirklich auf Arbeit??“ sich den Hinterkopf kratzend sah er mich fragend an.
„Ja Liebling, ich muss mein Geld auf normalem Wege verdienen!!“ lächelte ich und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen. „Machs gut, bis heute Mittag dann!!“ und schnell verschwand ich.

Majia erwartete mich schon voller Ungeduld, wollte sie doch wissen, wie es am Wochenende so war. Bei einer Tasse Kaffee und einem Brötchen erzählte ich ihr alles und auch sie lachte sich herzlich über unsere Dummheit wegen der Wohnung, Aki und so schlapp.
„Na siehste, dass habe ich dir doch gleich gesagt, dass seine Eltern nicht so schlimm sein werden!! Immerhin, sie haben wohl mit die beste Schwiegertochter ganz Helsinkis!!“
„Majia, jetzt hör aber auf, so nen Stuss zu erzählen!!“ ich nahm meinen Kaffeetopf und verschwand im Büro, da ich die liegen gebliebene Arbeit vom Wochenende noch aufholen wollte. Herr Halonen kam auch ab und zu bei mir vorbei und lobte mich, als einer seiner Kunden persönlich vorbeikam und ein Weihnachtsgeschenk vorbeibrachte.
WEIHNACHTEN!!!!
Mit einem erschrockenem Aufschrei schaute ich auf den Kalender, der auf meinem Tisch lag und stellte mit Erschrecken fest, dass es nicht mal mehr 2 Wochen hin waren. Langsam machte sich die Panik in mir breit, denn mir viel überhaupt nicht ein, was ich wem schenken sollte. Außer für Lauri musste ich allen noch ein Geschenk besorgen!!
Majia, die mich gehört hatte, kam angerannt und sah mich irritiert an.
„Alles klar??“
„Nee, es ist ja bald Weihnachten und ich habe noch keine Geschenke!!“ stöhnte ich leise auf und zog meine Nase kraus.
„Schick doch Lauri los...der wird schu was Passendes finden!!“ meinte sie lachend und ich dachte angestrengt darüber nach.
„Eigentlich, so unrecht hast du gar nicht...das werde ich ihm dann gleich mal vorschlagen!!“ nickte ich und wandte mich meiner Arbeit wieder zu.
Als ich zu meiner Mittagspause zu mir zurückfuhr, fand ich meinen kleinen Kobold schlafend im Bett vor. Bäuchlings, das Kissen halb auf dem Fußboden, die Decke in der äußersten Ecke lag er da und schnarchte leise. Kichernd drehte ich mich um und ging in die Küche um den Rest vom Abendessen aufzuwärmen und meinem Schatz eine Kanne Kaffee zu kochen. Leise vor mich herpfeifend hantierte ich in der Küche, bis ein undefinierbarer Laut aus dem Schlafzimmer kam. Ich tat, als ob ich es nicht gehört hätte und rührte weiter das Gemüse, sang leise zu der Musik im Radio mit und verlor mich ein klein wenig in Tagträumereien.
„Schatz, ich glaube da brennt gerade was an!!“ wurde ich dann etwas unsanft aus meinen Träumen gerissen und tatsächlich, mein Gemüse freundete sich gerade mit dem Boden des Topfes an.
„Paska!!“ murmelte ich leise und versuchte noch zu retten, was zu retten ist, doch es war nicht mehr viel zu machen. Ewas schief grinsend hielt Lauri den Mülleimer auf und ich warf alles komplett hinein, da der Topf echt ganz schön gelitten hatte.
„Und nun?? Was esse ich jetzt zum Mittag??“ ich sah ihn an und musste dann lachen. Plumps, nur mit Schwarzgefärbten Haaren stand vor mir. In alle Himmelsrichtungen standen seine Haare, sein Gesicht war leicht zerknautsch und der Schlaf lag noch in seinen Armen.
„Weiß nich…und lach ned!!!“ brummelte er und ich zog ihn an mich.
„Würde mir nie einfallen!!“ kicherte ich leise an seiner Brust, während er behelfsmäßig mit den Händen seine Haare nach hinten legte. Dass das nicht von Erfolg gekrönt war, muss ich ja ned sagen oder??
„Ok, ich bin schnell im Bad und im Kühler sind noch Pizzen!!“ meinte er und verschwand sexy mit seinem Hintern wackelnd aus der Küche. Frustriert holte ich eine große Pizza Hawaii aus dem Schrank und legte sie in die Röhre. Dann setzte ich mich aufs Sofa und schaltete den Fernseher an. Nachrichten kamen und da ich eh mal wissen, was so los ist, machte ich etwas lauter. Der übliche Kram kam und ich wollte schon umschalten, als sie eine Vorschau auf den VIP-Report brachten.

171. Kapitel

Geschockt sah ich auf den Bildschirm, wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Da stand Paula neben einer mir nur sehr bekannten und sehr verhassten Person und erzählte da etwas, von wegen Verlobung und Hochzeit mit Lauri. Ich lauschte einige Zeit dem Gespräch zwischen ihr und der Reporterin, bis es mir zu dumm wurde. Aufgebracht ging ich ins bad, wo Lauri gerade Zähne putzte und ließ mich auf den Wannenrand sinken.
„Sag mal, was erzählt Paula da für einen Mist??“ fragte ich ihn leise.
„Wasch?? Worte mol, isch musch erschtmol schu ende puschen!!“
„Hmm...ich schau mal fix nach der Pizza...“ mit einem etwas staksigen Schritt ging ich in die Küche und sah nach der Pizza, die allerdings noch etwas brauchte. Ich stellte Teller und Gläser hin, und goss mir selbst eine Tasse Kaffee ein, dann ging ich auf den Balkon und zündete mir eine Zigarette an. Tief atmete ich den warmen Rauch ein und atmete ihn genüsslich wieder aus. Ich merkte, wie ich mich langsam wieder beruhigte und lehnte mich an den Türrahmen. Kurz schloss ich die Augen und dachte über das gerade eben gehörte nach und in mir machte sich ein Lachen breit. Paula und Eva...das die beiden sich überhaupt kannten wusste ich nicht, aber da haben sich echt zwei gesucht und gefunden!! Und irgendwie wissen die noch scheinen sie beide in ihrer Traumwelt zu leben, anders konnte ich mir diesen Auftritt nicht erklären.
„Also, was war mit Paula??“ fragte mich Lauri, als er zu mir auf den Balkon kam.
„Ach, sie hat nur gerade in den Nachrichten von eurer Verlobung und der bevorstehenden Hochzeit geredet.“ Musste ich dann doch lachen und Lauri verlor fast alle Gesichtszüge.
„Die erzählt was?? Das is nicht dein Ernst oder??“
„Doch, gerade in den Nachrichten auf Kanal 3...und du glaubst nicht, mit wem sie dort stand!!“ ich drückte meine Zigarette aus und sah ihn dann herausfordernd an.
„Mit wem denn??“
„Mit einer dir sehr bekannten Person...wegen ihr lag ich im Krankenhaus und so...da gab’s viel Ärger noch!!“
„Eva??“ wow, er erinnert sich dawegen noch an sie!!
„Jep...die gute Frau scheint eine besonders gute Freundin von Paula zu sein!!“ kicherte ich und ging dann wieder ins Wohnzimmer.
„Jetzt warte mal...das musst du mir mal genau erklären!!“ er kam mir hinterher mit einem ungläubigen Gesichtsausdruck. Während ich die Pizza aus dem Ofen holte und teilte, erzählte ich ihm, was der Sender ausgestrahlt hatte. Wütend griff er zu seinem Handy und rief bei Matti an, dass der sich darum kümmern sollte, ansonsten sei er längste Zeit Manager gewesen.
Danach legte er auf und sah mich mit einem unergründlichen Blick an.
„Was?“ blaffte ich ihn an.
„Ich habe damit nix zu tun!! Ehrlich…habe Paula seit Venezuela nicht mehr gesprochen oder so!!“ er hob seine Hände und ich sah ihn irritiert an.
„Das glaube ich dir, aber was mich beunruhigt…wie zum Teufel konnten die sich kennen lernen??“ ich fuhr mit meiner Hand durch die Haare und schnitt mir dann ein Stück Pizza ab.
„Hmm…das is echt komisch, aber vielleicht kannten sie sich ja auch schon früher und keiner hats gewusst??“
„Denke ich auch…aber das die beiden…nä, das hättsch ni gedacht!!“ ich grinste leicht und widmete mich dann meiner Pizza, die schon leicht kalt war.

172. Kapitel

Kaum hatte ich in die Pizza gebissen, klingelte mein Handy, auf dem Display erschien Claudias Name.
„Moi Süße, was gibt’s??“ fragte ich mit vollem Mund.
„Moi, sag mal...spinnen die??“ kam es gleich von ihr und ich merkte, dass sie ziemlich aufgeregt war.
„Smooth!! Da ist doch noch nicht das letzte Wort gesprochen!!!“ lachte ich leise und sie holte einmal tief Luft.
„Na aber trotzdem, was labert die denn da für ne Gülle??“
„Naja, das wissen wir selber noch nicht, Lauri hat auch Matti angerufen und ihm was geflüstert!! Und sie sollte mir nicht noch einmal begegnen!! Aber ich glaube, die Presse wird eh bald hier auftauchen.“
„Und das die Eva Paula kennt…des kannsch immer noch ned glauben!! Woher kennen die sich denn?? Oder weißt du es??“ fragte mich Claudi immer noch aufgebracht.
„Nee, das wissen wir auch nicht, lässt sich aber alles rausfinden!! Du, ich rufe dich heute Abend mal an, muss dann wieder auf Arbeit und Lauri sieht gerade nicht so erfreut aus, dass ich am Tele häng!!“ kicherte ich leise und auch Claudi musste lachen.
“Ok, dann bis später!! Und pass auf dich auf!!“
ich legte das Telefon zur Seite und krabbelte zu Lauri aufs Sofa.
„Wer war das denn??“ fragte er leise, während ich es mir in seinen Armen bequem machte.
„Claudi, die hat des auch gesehen!! Man, mit ihr wollte ich mich auch mal wieder treffen!!“ fiel es mir ein und ich bekam dafür nur ein Glucksen.
„Solange ich da bin, nicht ohne mich!!“ meinte er dann.
„Wieso?? Kannst doch auch mal alleine bleiben!! Ich meine, zu Not rufste Aki an, der wird dir schon das Händchen halten, solange ich nicht da bin!! Könnt ihr mal wieder ne Runde zocken!!“
„Nee, da wehre ich mich dagegen!!“ maulte er und sah mich trotzig an. „Und was ist eigentlich nun wegen Weihnachten?? Was machen wir denn da nun genau??“
„Hmm, ich werde denke ich Heiligabend bei meinen Eltern sein, und du??“
„Naja, ich hasse diesen Rummel ehrlich gesagt!! Ich hatte vor, mich auf meine Hütte zurückzuziehen!!“ er schaute mich aus träumenden Augen an.
„Und wenn ich nachgefahren komme??“ ich zog fragend eine Augenbraue hoch.
„Nee, ich werde hier auf dich warten…oder mal bei meinen Eltern vorbeigehen, da gibt es immer so leckeres Essen!!“ er schwelgte nun endgültig in irgendwelchen Erinnerungen, so dass ich es vorzog, ihm von seinem Einkaufmarathon am Abend zu erzählen.
„Schatz….ich geh dann mal wieder auf Arbeit!! Ich muss schließlich Geld verdienen!!“ murmelte ich dann leise an seinem Ohr und er zuckte erschrocken zusammen.
„Wie?? Sind die 2 Stunden schon rum??“
„Ja…leider. Ich beeile mich heute Abend. Öhm, was machst du jetzt eigentlich?“
„Ich werde mal ins Studio gehen und mal nen kleinen Shoppingstrip durch Helsinki starten…brauchst du was Bestimmtes??“
„Ja…Weihnachtsgeschenke für die gesamte Familie!! Und für einige meiner besten Freunde!!“ lachte ich, während ich mir meine Schuhe anzog.
„Sag bloß, du hast noch keine Geschenke gekauft??“ etwas irritiert sah er mich an.
„Naja, nur für dich eigentlich!!“ ich grinste ihn an.
„Du bist…nee oder?? Weib!! Pass auf, ich komme dann, bevor ich in de Stadt gehe noch mal in den Laden. Überlege du dir bis dahin, was du brauchst!!“ kopfschüttelnd nahm er seinen Mantel und stopfte seine wichtigsten Utensilien in die Taschen.
„Ok Papa…aber ned schimpfen…hab dich doch lieb!!“ ich klimperte leicht mit den Augen und er musste lachen.
„Du bist echt unmöglich…jetzt komm…du hättest schon vor 2 Minuten unten sein sollen!!“ meckerte er, schob mich aus der Tür und zog sie zu. Zusammen liefen wir die Treppe hinab und vor dem Hintereingang küsste er mich noch einmal fest, bevor er dann federnden Schrittes aus der Haustür rausging.

173. Kapitel

Während ich mit Herrn Halonen die Jahresabrechnung vorbereitete, überlegte ich, was ich wem zu Weihnachten schenken könnte. Das ist aber mal gar nicht so einfach, jemanden ein Geschenk zu machen, der schon alles hat.
„Frau Viitaniemi, hören sie mir überhaupt zu??“ fragte mich Herr Halonen lächelnd.
„Entschuldigung, aber ich bin in Gedanken wirklich nicht bei der Sache.“ Ich blickte ihn entschuldigend an.
„Es sei ihnen verziehen!! Wie lang ist ihr Verlobter jetzt schon wieder in Helsinki??“ gütig sah er auf mich herab, was mein schlechtes Gewissen noch verstärkte.
„Seit Freitag Mittag“ lächelte ich scheu und konzentrierte mich dann erst mal wieder auf die wichtigen Dinge.
Später, als ich die Post bearbeitete, stand Lauri plötzlich in der Tür und grinste mich fröhlich an.
„Na, wissen wir schon, was wir unseren Lieben schenken wollen??“
„Ja...ich habe jeweils 2 Möglichkeiten aufgeschrieben. Die Erste ist das, wo ich denke, das kommt immer gut an. Das Zweite hat eine persönlichere Note, aber auch einen entsprechenden Preis! Na ja, kannst ja mal schauen...“ ich wühlte in meiner Tasche auf der Suche nach meinem Portemonaise.
„Was kramste denn jetzt schu wieder??“ etwas ungeduldig zappelte Lauri rum.
„Na, ich hole noch mein Portemonaise um dir meine Karte zu geben!“ meinte ich und suchte weiter, als Lauri mir seine Hand auf den Arm legte.
Verdutz blickte ich auf und sah in seine ungläubig schauenden Augen.
„Das ist nicht dein Ernst oder??“ als ich leicht nickte, verzog er seine Augen zu kleinen Schlitzen.
„Weib...was denkst du eigentlich, wen du hier vor dir hast?? Ich glaube, die paar Peanuts kann ich auch noch mit bezahlen!!“ er atmete einmal tief durch „Ok, muss ich halt mal eine Kneipenrunde ausfallen lassen dafür, aber ich denke doch, dass ich das überleben werde!!“ mit einem bösen Glitzern in den Augen sah er mich an und ich hob abwehrend die Hände.
„Ist ja schon gut!! Schließlich habe ich es ja nur gut gemeint!!“
„Na dann ist das ja jetzt geklärt!!“ er nahm den Zettel, küsste mich und verschwand kopfschüttelnd aus meinem Büro.
Ich wendete mich wieder meiner Arbeit zu, doch mir wollten einfach die letzen Worte von ihm nicht aus dem Kopf.
„So ein Idiot!!“ fluchte ich dann leise, weil mich das doch aufregte.
„Wer??“ Majia steckte ihren Kopf durch die Tür und ich musste grinsen.
„Lauri...ich habe ihm die Einkaufsliste für die Weihnachtsgeschenke gegeben und wollte ihm meine Karte mitgeben, doch was meinte der werte Herr?? Er kann das schon noch bezahlen!! Kann er halt mal eine Kneipenrunde nicht bezahlen!!“ ich hörte Majia nur noch lachen, als sie wieder zu ihrem Stoffen ging und starrte dann einige Minuten sinnlos auf den Bildschirm. Danach atmete ich tief durch und verdrängte das eben Gewesene und nahm meine Arbeit wieder auf.
Als es endlich Feierabend war, räumte ich noch meine Unterlagen auf, überprüfte den Kalender nach anstehenden Terminen und verabschiedete mich dann von Herrn Halonen und Majia. Schnell holte ich meine Post aus dem Briefkasten und fuhr dann mit dem Lift nach oben. Dort angekommen, stellte ich fest, dass Lauri noch immer nicht von seinem Einkaufsbummel zurück war, so dass ich mir ein entspannendes Bad gönnte. Wohlig lies ich mich in das Wasser gleiten und schloss meine Augen, als ich auch schon hörte, wie Lauri die Wohnungstür aufsperrte.
„Liebling?? Kannst du mir mal bitte helfen??“ rief er und ich verdrehte die Augen.
„Muss das sein?? Ich liege gerade in der Wanne??“
„Ohne mich??“ unbemerkt war er ins Bad gekommen und ich verschluckte mich am Schaum, weil ich vor Schreck untergetaucht bin.
„Mann, Ylönen!! Noch nie was vom Anklopfen gehört??“ grummelte ich und er kam näher heran.
„Wieso?? Ich wohne hier und da brauche ich das nicht...und schon gleich gar nicht bei meiner zukünftigen Frau!!“ lachte er, drehte sich um und holte dann wohl das halbe Forum in Tüten verpackt in die Wohnung. Er ächzte und stöhnte, während ich mir das grinsend vorstellte, wie er sich da einen Wolf abrackerte. Kichernd nahm ich das Shampoo und massierte es mir in die Haare.
„So...nun, mach mal bisschen Platz für einen schwer arbeitenden Mann!!“ meinte er dann, sich schon mal ausziehend.
„Für einen was??“ ich musste losprusten, was er mir leicht übel nahm.
„Lach du nur!! Ohne mich hättest du immer noch keine Weihnachtsgeschenke für halb Helsinki!!“ murrte er, setzte sich auf den Wannenrand und stellte erst mal die Füße ins Wasser.
„Ja, ist ja schon gut...haste fein gemacht!!“ ich grinste immer noch und zog dann meine Beine an, damit er auch Platz hat. „Hast deinen Schwimmring bei??“
Kurz sah er mich an, bevor er explodierte.
„Sach mal...ist dir heute irgendwas nicht bekommen?? Oder glaubst du etwa, es macht Spaß, stundenlang durch Helsinki zu eiern und halterlose Strümpfe in weiß-rosa zu kaufen??“
„Ja, für mich schon!! Ich hab da immer Spaß dran!“ ich schaute ihn schnuteziehend an.
„Na toll...für Aki und mich war es nicht so berauschend...die haben uns echt angeschaut, wie die ersten Fahrräder.“
Ich beugte mich zu ihm und gab ihm einen sanften Kuss.
„Danke!!“ hauchte ich dann und wollte eigentlich meine Haare endlich mal ausspülen, als er mich wieder zu sich ranzog und fester küsste.
„Bitte...aber das ist kaum wieder gut zumachen!!“ raunte er leise, was mir einen angenehmen Schauer über den Rücken jagte.
„Okay, aber nur, wenn du deine Schwimmflügelchen anziehst... du weißt doch, ich steh auf Gummi...“ Prustend vor Lachen rutschte ich rückwärts ins Wasser, um mir endlich meine Haare auszuwaschen.

174. Kapitel

Als ich wieder auftauchte, sah mich Lauri wütend an und stieg aus der Wanne.
„Schatz??“ rief ich ihn leise, doch er ignorierte mich geflissentlich. „Lauri??“
„Was??“ blaffte er mich an und spätestens da wusste ich, dass ich zu weit gegangen bin.
„Liebling...es tut mich sorry!!“ meinte ich mit einem verlegenen Grinsen.
„Schön für dich!!“ knurrte er und ging, in seinen Bademantel gehüllt aus dem Bad. Keine 5 Sekunden später hörte ich Guns`n`Roses aus meinem Wohnzimmer hallen. Ok, das bedeutete, dass ich ihn dieses Mal wirklich zu tief verletzt hatte. Sonst hatte er sich aber auch nicht so kleinlich.
Wieder leise vor mich herkichernd, weil ich das Bild, welches mir mein Kopfkino vorgaukelte, einfach zu göttlich fand, stieg ich ebenfalls aus der Wanne und trocknete mich ab. Währenddessen überlegte ich, wie ich es wieder gutmachen konnte, doch so recht wollte mir nichts einfallen. Möglicherweise sollte ich mal mit Aki reden.
In meinen Bademantel gehüllt kam ich dann ins Wohnzimmer, wo Lauri mit geschlossenen Augen auf dem Sofa lag und der Musik zuhörte. Leise tapste ich an ihn heran, legte mich vorsichtig auf ihn und betrachtete dann sein Gesicht. Erst jetzt viel mir auf, dass sich die Falten an seinen Augen und um die Nase herum vertieft hatten; so eine Tour hinterlässt eben doch ihre Spuren. Sanft strich ich über die kleinen Fältchen, was er mit einem tiefen Atemzug begleitete. Als ich meinen Finger wieder fortzog, bemerkte ich eine Träne, die sich frech ihren Weg vom Augenwinkel über seine Wange bahnte. Dieser kleine, salzige Wassertropfen verursachte bei mir einen Kloß im Hals, den ich krampfhaft versuchte runterzuschlucken. Leise seufzend legte ich meine Stirn an seine Wange, merkte die kleinen Bartstoppeln, die leicht kratzen und achtete auf seinen Herzschlag. Das stetige Pochen beruhigte mich wieder ein klein wenig, doch ich wusste auch, dass es damit nicht gewesen ist.
Als die ersten Takte von ‚November Rain’ kamen, schloss ich ebenfalls meine Augen und ließ mich von Axl Rose’s Stimme in den Bann ziehen.

„When I look into your eyes
I can see a love restrained
But darlin' when I hold you
Don't you know I feel the same...”

Erst jetzt legte Lauri seinen Arm um mich und ich konnte am nervösen Zucken seines Kehlkopfes feststellen, dass auch er zu kämpfen hatte.

“'Nothing' lasts forever
And we both know hearts can change
And it's hard to hold a candle
In the cold November rain

We've been through this such a long, long time
Just tryin' to kill the pain

But lovers always come and lovers always go
An no one's really sure who's lettin' go today
Walking away

When it takes the time
To lay it on the line
I could rest my head
Just knowin' that you were mine
All mine
So if you want to love me
Then darlin' don't refrain
Or I'll just end up walkin'
In the cold November rain....”

Sanft spürte ich Lauris Hand auf meinem Rücken, als er kleine Kreise damit malte und ich hörte, dass sein Herz um einige Takte schneller schlug. In diesem Moment wurde mir klar, das wir uns beide noch nie seelisch so nah und doch gleichzeitig so weit voneinander entfernt waren.

“Do you need some time... on your own
Do you need some time... all alone
Everybody needs sometime... on their own
Don't you know you need sometime... all alone...”

°°Nein, ich war jetzt schon zu lange alleine, ich will nicht mehr ohne ihn sein!!°°

“I know it's hard to keep an open heart
When even friends seem out to harm you
But if you could heal a broken heart
Wouldn't time be out to charm you...”

Für wen von uns beiden diese Zeilen treffender waren, kann man nicht genau sagen, doch sowohl er als auch ich wussten, dass sie jetzt genau richtig waren. Lauri bewegte sich leicht und so lagen wir dann beide nebeneinander auf dem Sofa und lauschten den restlichen Strophen von diesem Lied und als der letzte Akkord verklungen war, drehte Lauri den Ton leiser, so dass man fast nur noch uns beide atmen hören konnte.
“Schuldigung wegen vorhin...” murmelte ich leise und strich ihm sanft übers Gesicht “Und danke, dass du meine Einkäufe erledigt hast!!”
“Hmm...” seufzte er leise und schlug dann seine Augen auf. Dieser Blick, nahezu unbeschreiblich, verriet mir, in welchem Kampf der Gefühle er sich gerade befand. Leicht schimmerten die Tränen in seinen Augen und diesen verletzten Blick hatte ich noch nie bei ihm gesehen.

175. Kapitel

Langsam hob ich meine Hand du strich eine Strähne aus seinem Gesicht. Dabei fiel mein Blick auf den Verlobungsring und im Schein der Lampe leuchtete er fast genauso wie Lauris Augen. Lange lagen wir einfach nur nebeneinander, ohne dass ein Wort fiel oder auch jemand nur eine Bewegung tat.
Als ich mich leicht bewegte, merkte ich, dass Lauri eingeschlafen war. Lächelnd hole ich die Decke, die am Ende des Sofas lag und breitete sie über ihn aus. Wie ein Engel lag er da und der sandte Gesichtsausdruck trieb mir die Tränen in die Augen. Leise, damit er nicht erwachte, ging ich ins Bad, cremte mich ein und holte mir dann aus dem Schlafzimmer meinen Schlafanzug und ging dann in die Küche. Dort setzte ich mich an den Küchentisch, bewaffnet mit einem Schreibblock und einem Stift. Lange überlegte ich, wie ich anfangen sollte, doch nachdem ich einmal den Stift angesetzt hatte, flossen die Worte nur so dahin.

Hei mein Liebling!!

Es tut mir leid, wenn ich Dir vorhin wehgetan habe!! Ich habe mal wieder nicht nachgedacht, bevor ich was sage, dabei bin ich so unendlich froh, Dich wieder bei mir zu haben!!
Ich liebe Dich und möchte Dich nicht wegen so einer Sache verlieren!!
Die ganzen 3 Monate, als ihr auf Tour wart ist so vieles passiert und ich habe mit jeder Minute mehr ohne Dich gemerkt, dass mir ein Teil meines Lebens fehlt. Du bist der Teil, der mich erst zu dem macht, was ich bin und es schmerzt mich, Dich in knapp 2 Monaten wieder verlieren zu müssen. Ich weiß, dass Du mit jeder Minute, die Du nicht hier sein kannst, Angst hast mich zu verlieren, doch das wirst Du nicht!!
Vielleicht konnte ich es all die letzten Monate nicht so zeigen, wie ich wollte, vielleicht hatte ich auch zuviel Angst davor, dass dieser Traum wieder platzen würde!! Doch als Du mir in Nürnberg den Antrag gemacht hattest, ging für mich ein Traum in Erfüllung.
Ich liebe dich jetzt fast mein halbes Leben und es hat mich oft Überwindung gekostet, nur die kleine Schwester von Andy für Dich zu sein. All Deine Weibergeschichten haben mir jedes Mal eine neue Wunde in meinem Herzen zugefügt und auch dann noch, als ich dachte, endlich über Dich hinweg zu sein.
Als ich damals in Deutschland dann den Hype um Euch herum vernahm, wurden diese alten Wunden wieder aufgerissen und eigentlich hatte ich mir geschworen, Dich nie wieder an meinem Leben teilhaben zu lassen. Doch was ist ein Leben ohne Dich?? Was soll ich machen, wenn mein Herz jede Sekunde, die ich nicht bei Dir sein kann vor Verzweiflung nach Dir schreit??
Du hast einmal zu mir gesagt, ich könnte alles mit Dir machen, Du würdest mich immer lieben, doch das stimmt nicht!! Du kannst alles mit mir machen und weil das so ist, habe ich jede Minute Angst davor, von Dir erneut verletzt zu werden!! Die Liebe, die ich für Dich empfinde, kann ich Dir jetzt so nicht beschreiben und ich weiß auch, dass Du oft an derer zweifelst, doch glaube mir: Ich liebe Dich und nur Dich!!

Ich bin stolz darauf, die Auserwählte zu sein, die deinen Namen annehmen darf und ich hoffe, Dir immer eine gute Frau, aber auch Freundin zu sein. Der Moment vorhin hat mir wieder bewiesen, dass wir beide noch sehr viel über uns selber lernen müssen!!

Ich verspreche Dir hiermit, Deinen Weg an meiner Seite so zu gestalten, dass Du diese Entscheidung nie bereuen magst!!

Ich kann Dir nicht oft genug sagen, wie sehr ich Dich liebe….

Der Kuss

Bianca


Als ich den Brief beendet hatte, holte ich einen Briefumschlag und lege den Brief hinein. Gerade als ich fertig war, drehte Lauri sich und fiel fast vom Sofa. Irritiert setzte er sich auf und schaute sich suchend um. Als er mich in der Küche entdeckte, umspielte ein Lächeln seine Lippen und er erhob sich. Der Bademantel war so weit verrutscht, dass sein halber Oberkörper freilag und ich musste ein Schlucken unterdrücken.
„Sorry, dass ich eingeschlafen bin!!“ er küsste mich auf die Stirn und sah dann neugierig auf den Briefumschlag in meiner Hand.
„Kein Problem…ich habe…ich habe dir einen Brief geschrieben…wenn du ihn jetzt lesen willst…ich werde eine rauchen gehen!!“ mit diesen Worten legte ich den Brief hin und stand auf. Langsam ging ich aus der Küche und holte mir meinen Mantel. Danach trat ich auf den Balkon und zündete mir eine Zigarette an. Tief inhalierte ich den warmen Rauch und schaute in den sternenklaren Himmel über Helsinki.
Gerade als ich wieder in die Wohnung gehen wollte, sah ich, dass Lauri an der Tür lehnte und mich beobachte. Mit langsamen Schritten ging ich zu ihm und sah ihn fragend an. Wortlos griff er nach meiner Hand, zog mich ins Warme und half mir aus dem Mantel. Seine Arme umschlangen mich von hinten und ich drehte mich u ihm, damit ich ihn ansehen konnte. Dabei viel mir der Glanz auf seinen Wangen auf.
„Du hast geweint.“
„Ja…weil….wegen…“ er atmete einmal tief ein „Liebling…du hast mir noch nie einen Brief geschrieben…und ich war…bin…ich liebe dich auch!!“ war dann alles, was er sagen konnte.
Sachte hob ich meinen Kopf und als sich unsere Lippen sanft berührten, war es, als hätten wir eine neue Ebene unserer Beziehung erreicht. Wir verstanden uns jetzt auch schon ohne Worte und diese Erkenntnis löste in mir ein noch größeres Kribbeln und Verlangen aus, als was bisher schon dagewesen ist.

176. Kapitel

„Lass uns ins Bett gehen…es ist schon spät und du musst morgen wieder auf Arbeit!!“ murmelte er leise an meinen Lippen und ich seufzte.
„Ja leider, aber nur noch 2 Wochen und dann is ja Weihnachten und wir haben Urlaub über die Feiertage!!“ freute ich mich und Lauri sah mich erstaunt an.
„Ach so?? Davon hast du mir noch gar nix erzählt!“
„Ja, habe das auch erst heute erfahren, aber ich finde es toll!! Muss dann erst am 2. Januar wieder arbeiten.“ Lächelte ich und zog ihn hinter mir her. Schnell löschten wir die Lampen in der Küche und dem Wohnzimmer und gingen ins Schlafzimmer. Während ich mich schon mal hinlegte, musste Lauri sich noch eine Shorts anziehen. Naja, was heißt musste, er wollte es so, sonst…
Nachdem er einige Zeit damit verbracht hatte, seine Kopfkissen auszuschütteln und wieder zusammenzuboxen, legte er sich hin und ich kroch zu ihm in die Arme. Spielerisch fuhr ich mit meinen Fingern durch sein Brusthaar, seine Haut darunter fühlte sich verlockend warm an. Sanft legte ich meinen Kopf auf seiner Brust ab und sah ihn von da aus in seine Augen.
„Ich liebe dich!!“ hauchte ich leise und er blinzelte leicht mit den Augen.
„Ich dich noch mehr!!“
Die gleichmäßige Atmung Lauris führte dazu, dass ich immer schläfriger wurde und langsam ins Reich der Träume flog.

Die 2 Wochen vergingen dann fast wie im Fluge und ich muss sagen, es war eine der schönsten Zeiten bis dahin für uns beide. Auch wenn er früh es nicht schaffte mit aufzustehen, aber aus Solidarität öffnete er seine Augen um mir einen Guten-Morgen-Kuss geben zu können und abends holte er mich immer von der Arbeit ab und dann gingen wir oft zusammen auf den Weihnachtsmarkt und tranken einen Glühwein und genossen einfach die Zeit zusammen. Oftmals schlenderten wir auch einfach nur hinunter zum Hafen und genossen die Ruhe. Zuhause hatte ich, trotz dessen, dass Lauri seine Witze machte, ein klein wenig geschmückt und nachdem ich mit ihm einen Tag lang nicht geredet hatte, gab er sich geschlagen. Zusammen packten wir die Geschenke ein und benahmen uns wie die kleinen Kinder. Aki, der in der Zeit recht oft bei uns war, schüttelte oftmals den Kopf. Pauli überraschte mich auch nach seiner Heimkehr, als er mit Natalie auf einmal vor der Türe stand. Das haben wir dann schön gefeiert und sie erzählte mir, wie es nach der Hochzeit noch so gewesen ist. Natürlich feierten wir auch eine Bandinterne Weihnachtsfeier und jeder freue sich über das Beisammensein. Am letzten Tag vor Weihnachten verzogen Lauri und ich uns in unserer Wohnung und machten uns einen gemütlichen Abend. Ich zappelte aufgeregt auf dem Sofa, weil ich mich dann doch auf Weihnachten und das Zusammentreffen mit meiner Familie freute, auch wenn Lauri nicht dabei sein würde. Er wollte die paar Tage in die Hütte seiner Eltern fahren und dem ganzen Trubel entgehen.

177. Kapitel

„Du, Schatz...willst du morgen wirklich nach Kaipola fahren und alleine sein über die Feiertage?? Ich meine, ich würde gerne mit dir Zusammensein, aber auch mit meiner Familie feiern.“ spielerisch fuhr ich ihm durch die Haare, wohlwissend, dass er das hasst.
„Ja Babe...sei mir nicht böse...aber mir wird das immer alles zuviel. Meine Familie ist das ja schon gewohnt!“ er zog sanft meine Hand von seinen Haaren weg und legte eine Hand auf meinen Bauch. „Ich wäre auch gerne mit dir zusammen, schließlich ist das unser 1. Weihnachten zusammen. Aber ich werde dich dann am 26. bei deinen Eltern abholen und dann machen wir es uns die letzten paar Tage im Jahr noch schön gemütlich!!“ raunte er mir leise ins Ohr und ich musste lächeln.
Als das Telefon klingelte, stöhnte ich genervt auf und drückte auf den Knopf.
„Ja??“
„Hei Maus, ich bin’s!! Wollte dir nur noch schnell schöne Weihnachten wünschen und einen guten Rutsch!! Fliege morgen früh nach Andalusien und komme dann erst nächstes Jahr wieder.“ Lachte mir Jana fröhlich ins Ohr.
„Hey Süße...das is ja mal eine tolle Nachricht, aber warum hast du nicht eher schon was gesagt??“
„Naja, weil...hat sich erst gestern so entschieden...bin an einem Reisebüro vorbei und da war da dieses Schild und ich so...für 599,-€ nach Andalusien?? Geil...des mache ich!!“ erzählte sie mir und ich konnte die Freude total raushören. Jana is so was wie ein Paradiesvogel. Immer wenn es möglich ist, besucht sie die schönsten Plätze der Welt und ihre Karten sind immer voller Informationen. Eigentlich hat sie da etwas gemeinsam mit Lauri, obwohl er sich eigentlich immer wieder freut nach Hause zu kommen.
„Na, dann erwarte ich aber einen großen Bericht wieder und freu mich schon jetzt auf die Karte von dir!!“ kicherte ich.
„Och...kennst mich doch!! Und, was macht ihr denn so schönes über Weihnachten?? Wanderung von einer Familie zur anderen oder einfach mal nix??“
„Teils, teils...Lauri fährt in die Sommerhütte seiner Eltern und ich bin bei meiner Familie!! Weißt doch, das erste Weihnachten seit 3 Jahren!!“
„Oh, naja...es sind ja nur 3 Tage, die du ohne ihn sein musst...“ meinte sie dann etwas ernster.
„Ja, 3 verdammt lange Tage!!“ mit einem Seitenblick auf Lauri konnte ich sehen, dass er mir gespannt lauschte und bei den letzten paar Worten bedächtig nickte.
„Naja, dann will ich euch mal nicht weiter stören, feiert schön ins neue Jahr, wir sehen uns dann!!“ sie schickte mir noch ein Busserl und legte dann auf. Tief aufseufzend nahm ich das Telefonkabel und zog es aus der Dose und krabbelte dann zu meinem Schatz aufs Sofa zurück.
Schweigend nahm ich einen Schluck aus meinem Weinglas, das mir Lauri während des Gespräches hingestellt hatte und überlegte.
„Ein Königreich für deine Gedanken!!“ flüsterte er und ich drehte mich zu ihm.
„Ach, ist nix wichtiges...habe nur...ach naja...egal!!“ meinte ich daraufhin lächelnd, stellte mein Glas ab und kuschelte mich an ihn.
„Wenn du meinst!!“ er zog eine kleine Schnute und ich drückte ihm meine Lippen auf. Etwas leicht überrumpelt öffnete er den Mund und meine Zunge stupse sanft gegen seine. Er ließ sich nicht lange betteln und wir versanken wieder in einem langen Zungenspiel. In den Kuss hineinseufzend zog er mich auf sich und hielt mich fest. Ich legte meine Arme neben seinen Kopf um mich abzustützen und fuhr dabei wieder leicht durch seine Haare. Seine Hände wanderten unter mein Shirt und sanft strichen seine Finger über meinen Rücken. Ich hob etwas den Kopf, küsste leicht seine Nase, seine geschlossenen Augen und seine Augebrauen. Sanft strich ich mit meinem Zeigefinger über die Konturen in seinem Gesicht und er stöhnte verhalten auf. Leicht grinsend fuhr ich mit meiner Zunge über sein Kinn und knabberte leicht daran. Langsam wanderte ich an seinem Hals abwärts und fuhr dabei sacht mit meiner Zunge über seinen Kehlkopf und entlockte ihm damit ein gurgelndes Geräusch. Meine Hände machten sich währenddessen an den Knöpfen seines Hemdes zu schaffen und als ich es endlich aufhatte, streichelte ich zart seinen Oberkörper. Seine Gänsehaut und das unruhige Zucken in seiner Hose verrieten mir, dass er großen Gefallen daran findet, mal verführt zu werden. Als ich mit meiner Zunge seine eine Brustwarze sanft umspielte, wurde auch Herr Ylönen wieder aktiv.

178. Kapitel

Doch ich unterbrach ihn, in dem ich seine Hände festhielt und tief in die Augen schaute. Das Verlangen sprühte nur so, doch ich wollte alles noch einmal intensiv spüren, schließlich ist Weihnachten die Zeit der Liebe und ich wusste, dass er mir die nächsten 3 Tage fehlen würde.
Langsam senkte ich den Kopf und berührte sanft mit meinen Lippen seine, biss leicht in seine Unterlippe um dann sachte mit meiner Zunge drüber zu streichen. Er stöhne leise und schloss seine Augen, während ich sanft mit meiner Zungenspitze seine Lippen teilte und über seine Zähne fuhr. Diese öffneten sich leicht und seine Zunge suchte den Kontakt mit meiner.
Unterdessen strichen meine Finger sanft durch seine Brusthaare und ich stupste ab und an mit meinem Zeigefinger in seinen Bauchnabel, wusste ich doch, dass er da leicht kribbelig war. Als er es nicht mehr aushielt, drehte er sich leicht, so dass ich wieder unter ihm lag.
Seine Zunge begann einen langsamen, Feuer auf meiner Haut entfachenden, Spaziergang und ich ließ mich von meinen Gefühlen leiten. Leise keuchte ich seinen Namen, während er kleine Male auf meiner Haut hinterließ.
Später lagen wir beide nach Atem ringend auf dem Sofa und strichen sanft dem anderen über den Rücken.
„Ich glaub, jetzt können wir wieder duschen gehen!!“ raunte er mir ins Ohr, woraufhin ich nickte.
„Stimmt, aber lass uns noch ein bisschen liegen, ich fühle mich gerade so nach nix machen!!“ kicherte ich leise und auch Lauri schien nicht wirklich Lust zu haben, aufzustehen. So lagen wir noch einige Minuten engumschlungen auf dem Sofa und genossen die Nähe des anderen.
„Schatz…ich müsste da mal…wohin…“ Lauri erhob sich und ich musste aufpassen, nicht vom Sofa zu fallen. Müde stand ich mit auf und folgte ihm ins Bad, drehte das Wasser auf und stellte mich schon mal drunter. Kurze Zeit später kam auch Lauri mit unter die Dusche und danach gingen wir gleich ins Bett, weil wir einfach zu groggy waren. Mich fest an ihn ankuschelnd schlief ich dann auch kurze Zeit später gleich ein.

„Hyvää Joulua!!“
„Och nö…ich will noch ein bisschen schlafen!! Wie spät ist es denn??“ fragte ich ihn, als er mir zum wiederholten Male ins Ohr pustete.
„Hei, heute ist Weihnachten!! Und es ist fast 1 Uhr!!“ kicherte er leise, wobei seine Brusthaare an meinem Rücken kitzelten.
„Ja…ich muss erst in 2 Stunden da sein!!“ murmelte ich schläfrig und kuschelte mich an ihn.
„Komm, deine Eltern warten dann auf dich und das Frühstück, welches ich bereitet habe auch.“ Er zog mir ganz ungentlemanlike die Decke weg und schubste mich aus dem Bett.
„Man Lauri…das musste ja nun echt nicht sein oder??“ grummelte ich und verschwand dann erstmal im Bad. Aus der Küche hörte ich das Klappern des Geschirrs und weil ich so stinkig auf Lauri war, stieg ich noch mal unter die Dusche.
„Das habe ich mir fast gedacht, dass du jetzt vor lauter Trotz gleich noch duschen gehst!!“ lachte er leise, was mich noch wütender machte.
„SO, und was hat der weiße Herr Ylönen noch alles vorausgesehen??“
„Das er sich jetzt zu seiner zukünftigen Braut unter die Dusche stellt und sie ihre kleinen Krallen einfährt!!“ raunte er leise, während er sein Shirt und die Shorts auszog und sich zu mir unter die Dusche gesellte.
„Aha…du bist echt ein wahrer Künstler…so vielseitig!!“ knurrte ich leise und versuchte ihm noch immer böse zu sein, doch irgendwie ging das nicht mehr.
Seine Finger tippelten leicht meinen Rücken hoch und runter und irgendwann ergab ich mich ihm.
„Na siehst du, geht doch…“ murmelte er und schäumte mir dann die Haare ein, bevor er sich seine einschäumte. Ich schnappte mir währenddessen das Duschgel und verteilte es großzügig auf unsere Körper und zusammen versuchten wir uns dann abzubrausen, was natürlich nicht so recht funktionierte. Also schnappte ich mir den Duschschlauch und sprühte erst ihn ab und dann mich.
Zusammengehüllt in Bademäntel saßen wir dann in der Küche und frühstückten.

„Sag mal Lauri, warum bist du eigentlich noch nicht losgefahren??“ fragte ich ihn, als ich mir mein Brötchen schmierte.
„Ach so, ja…ich bringe dich erst zu deinen Eltern und dann fahre ich los!! Wollte die Zeit mit dir voll ausnutzen!“ lächelte er und trank seinen Kaffee.
„Oh, das ist aber süß!!“ ich sprang auf und umarmte ihn stürmisch, was er lachend erwiderte.
“Du bist mir schon eine!!“
„Ach man, ich vermiss dich halt nur jetzt schon!!“ schniefte ich leise und er strich mir sanft durchs Gesicht.
„Ich dich auch…“ der raue Unterton verriet mir, dass er sich zusammenreißen musste, also lenkte ich ab.
„Hmm, wie machen wir das eigentlich dann mit unseren Geschenken??“ fragte ich leise, während ich meinen Kopf auf seinen legte.
„Gib sie mir, wenn du in die Hütte kommst…da erst erhältst du nämlich deines!!“ er drehte seinen Kopf und schon verschmolzen unsere Lippen erneut zu einem Kuss.
Später stand ich wie immer ratlos vor dem Kleiderschrank und überlegte, was ich den anziehend könnte, während Lauri die Taschen für die paar Tage packte.
„Liebling, glaubst du echt, wir brauchen soviel??“ fragte er mich, als er alles verstaut hatte.
„Naja, ich weiß ned, lieber zuviel, als zu wenig!!“ kicherte ich leise und freute mich dann noch mehr, als ich endlich was Passendes hatte.
„Wird ja auch mal Zeit!!“ murmelte es hinter mir und ich drehte mich, ihn fragend ansehen um.
„Naja, hätten wir mehr Zeit, dann hätte ich dieses Angebot gerne angenommen!!“ grinste er mir vom Bett aus zu und ich verstand wieder nur Bahnhof.
„Na glaubst du, ich bin gefeit vor deinem Anblick, nur weil wir ein Paar sind??“
Ich sah an mir herab und schmunzelte.
„Ach Babe, is doch nur bisschen Unterwäsche, mehr nicht!!“
„Ja und?? Das bisschen Unterwäsche kann manchesmal ganz schön viel sein!!“ hauchte er und sein Blick war leicht verhangen.
„Och…echt??“ süffisant grinsend kroch ich auf ihn zu, benetzte meine Lippen und ließ ihn dabei nicht aus den Augen. Je näher ich kroch, umso dunkler wurde das Grün seiner Augen und er musste leicht schlucken.
„Babe…“ raunte er, als ich mich auf ihn setzte und ihn ansah „Das ist keine gute Idee…du wirst…zu spät…ersche…“ weiter kam er nicht, denn ich drückte meine Lippen auf seine und schob dabei meine Hände unter sein Hemd.
Leise aufstöhnend machten sich seine Hände währenddessen an der Öse des BHs zu schaffen und als er das „störende“ Etwas abhatte, umfasste er mit einer Hand eine Brust. Sanft massierte er sie und reize mit seinem Daumen die kleine Knospe, was mir einen wohligen Schauer durch den Körper jagte. Schnell waren wir beide unserer Kleidung los und genossen dabei schweigend, nur ab und an leise stöhnend, noch einmal des Anderen Nähe und mit viel Gefühl brachten wir uns gegenseitig in andere Dimensionen. Danach lagen wir schwer atmend, befriedigt aber traurig nebeneinander.
„Liebling…ich will nicht ohne dich sein!!“ murmelte ich leise an seiner Brust, doch ich hörte nur ein gebrummtes Etwas. Noch einmal tief einatmend stand ich dann auf und zog mich an, diesesmal komplett und ging dann ins Bad um mich zu schminken. Ich steckte gerade meine Haare hoch, als auch Lauri fertig angezogen ins Bad kam.
„Lass sie doch bitte offen!! So siehst du am Schönsten aus!!“ meinte er und nahm sich selber sein Haarspray und fixierte seine Haare wieder in gewohnter Form. Danach sprühte er sich etwas Duft an den Körper und ging in den Flur sich seine Schuhe anzuziehen.
„Komm Schatz, das Taxi ist in 5 Minuten da!!“
„Welches Taxi denn??“ fragte ich irritiert, denn zu meinen Eltern hätte ich auch mit meinem Auto fahren können.
„Ah weißt du, ich wollte dich bei dem Wetter nicht unbedingt fahren lassen müssen, deswegen hab ich nen Taxi bestellt, was dich zu deinen Eltern bringt und mich dann ins Sommerhaus!!“ erklärte er mir und ich nickte.
„Gut, dann beeile ich mich mal.“ Meine Stiefel anziehend beobachtete ich Lauri, wie er die Taschen und die Geschenkebox ins Haus stellte. Danach half er mir noch in den Mantel und schon konnten wir gehen. Meinen Schal legte ich im Aufzug an und die Handschuhe steckte ich in die Manteltasche. Der Taxifahrer nahm uns das Gepäck ab, während ich einstieg erklärte Lauri noch mal, wohin es ging und dann fuhren wir los. Ein letzter Blick auf unsere Wohnung und ich merkte, wie die Traurigkeit immer mehr von mir erfasste. Seufzend griff ich nach seiner Hand, wollte wenigstens die letzten paar Minuten noch seine Nähe genießen dürfen. Kurz sah ich zur Seite und beobachtete ihn. Ein kleines Lächeln lag auf seinen Lippen, doch was er wirklich fühlte, konnte ich nicht erkennen, da er seine Augen geschlossen hielt.
„So, wir sind dann da!!“ unterbrach der Taxifahrer meine Gedanken und ich schrak auf. Viel zu schnell war er gewesen, doch wenn ich ihn jetzt fragen würde, ob er noch mal um den Block fahren könnte, würde er wohl an meinem Verstand zweifeln. Außerdem kamen auch schon meine Eltern aus dem Haus.
„Kleines…schön das du da bist!!“ begrüßte mich mein Vater, bevor er Lauri die Hand schüttelte und von dem Taxifahrer eine Tasche in Empfang nahm. Danach kam die Zeit des Abschieds: ich stand Lauri gegenüber und konnte, nein, wollte meine Tränen nicht zurückhalten und ich sah, dass es ihm auch nicht viel besser ging. Schluchzend warf ich mich ihm in die Arme und er konnte nix weiter machen, außer mir beruhigend über den Rücken streicheln. Noch ein tiefer Kuss und er stieg zurück in das Taxi, das ihn nach Kaipola bringen würde. Wehmütig blickte ich ihm nach und folgte mit gesenktem Kopf meinem Vater ins Haus. Dort nahm mich meine Mom in den Arm und führte mich erstmal in die Küche, wo ich mich ausweinte.

179. Kapitel

„So, nun is aber mal wieder gut, das sind jetzt nur 3 Tage, die du ohne Lauri auskommen musst!!“ ermahnte mich meine Oma und ich schniefte noch einmal leise, bevor ich sie dann anlächelte.
„Ja, du hast Recht. Ich habe ja euch!! Aber, ich vermisse ihn halt!!“
„Is schon ok!! Bring erstmal dein Zeugs ins Zimmer und dann gibt es einen heißen Kakao!!“ meinte Oma resolut und ich nickte. Gemächlich lief ich die Treppen zu meinem Zimmer hoch und stellte meine Tasche erstmal auf mein Sofa. Meine Mutter hat auch hier etwas weihnachtlich geschmückt und ich ließ mich aufs Bett fallen. Gedankenverloren lag ich da und bemerkte nicht, dass es an meiner Tür klopfte.
„So sah es also immer aus bei dir!!“ erschrocken fuhr ich hoch und starrte Lauri an. Kurz wischte ich mir über die Augen, aber er stand wirklich in meinem Zimmer und grinste.
„Ja, ich bins!! Hast du etwa wirklich geglaubt ich würde Weihnachten ohne dich verbringen??“ er kam näher, denn ich konnte mich nicht bewegen.
„Schatz…“ krächzte ich „Aber…wieso…?“
„Weil das eine meiner Überraschungen ist!!“ er ließ sich neben mich aufs Bett fallen und ich schmiegte mich aufseufzend an ihn.
„Und ich habe so geheult!!“ kicherte ich dann leise und er brummte irgendetwas. „Lass uns runter gehen!!“
Hand in Hand liefen wir dann die Treppen hinunter und unten kam uns mein Vater aus dem Wohnzimmer entgegen.
„Ach Lauri, hast sie also schon erlöst!! Es hat mir als Vater vorhin echt das Herz zerrissen, meine Tochter so weinen zu sehen und nix sagen zu dürfen!!“ lächelte er seinen Schwiegersohn in spe an und zusammen gingen wir dann in die Küche.
„Na siehst du, also waren deine Tränen ganz für umsonst!!“ meine Oma stellte mir einen Kakao und Lauri einen Kaffee vor die Nase und grinste vergnügt vor sich hin. Erst jetzt viel mir auch der Essensduft in der Küche auf und mein Magen meldete sich daraufhin leicht vernehmlich.
“Sagt mal, habt ihr heute noch nix gegessen??“ meine Oma drehte sich zu uns um.
„Doch!“ Lauri kratzte sich am Kopf „Aber….irgendwie…naja…is das schon länger her!!“ grinste er dann schelmisch und ich merkte, wie ich rot anlief.
„Tztztz, sag mal, bekommt er bei dir nix zum Essen Kind??“ mein Vater sah mich erstaunt an.
„Doch, aber…naja…“ ich brach verlegen ab und mein Vater vergrub sein Gesicht wieder in der Zeitung. Doch kurze Zeit später hörten wir ein Glucksen, was zu einem schallenden Gelächter wurde.
„Arne, jetzt lach nicht!! Ihr beiden wart auch nicht viel besser!!“ schimpfte meine Oma und Lauri und ich sahen uns etwas verlegen an.
Schnell stellte uns meine Oma einen Teller mit Weihnachtsbrei vor die Nase und wir löffelten diese schweigend, bis wir beide eine Mandel darin fanden.
„So, nun könnt ihr es euch aussuchen!! Wollt ihr ein Marzipanschweinchen wie die Kinder oder…“ lachte mein Vater und ich streckte ihm die Zunge raus.
„Nein, wir sind schon groß und deswegen bedeutet diese Mandel Glück im nächsten Jahr!!“
Lauri grinste vor sich hin und aß brav auf.
Später setzten wir uns alle ins Wohnzimmer und erzählten, als auch mein Bruder und einige Verwandten zu uns kamen. Wie jedes Jahr zu Weihnachten wird bei uns groß gefeiert und ich merkte, dass Lauri etwas leicht irritiert war.
„Was ist los Schatz??“ fragte ich ihn leise.
„Naja, dass du eine so große Familie hast, hätte ich nicht gedacht!!“ er stützte sein Kinn auf meiner Schulter ab.
„Hmm, das sind nur die von Helsinki und Umgebung!!“ murmelte ich und ließ meinen Kopf auf seine Schulter sinken.
„Oje, da kann ich mir ja vorstellen, was deine Eltern an Essen zubereiten mussten!!“
„Ja, das ist immer viel, aber irgendwie…ich weiß nicht, es macht gar nicht soviel Arbeit!! Wie du machst es ja nicht alleine, sondern zu weit oder zu dritt. Aber ich freue mich auf den Schinken!!“ lachte ich leise und auch er musste lächeln.
Gemeinsam mit meiner Familie tranken wir Glühwein und redeten über alles Mögliche, auch über die bevorstehende Hochzeit.
Als es dann Essenszeit war, gingen wir alle ins Esszimmer und dort hatten meine Mutter und Oma schon die Spiesen aufgetragen. Wie immer gab es das typische finnische Weihnachtsmahl, bestehend aus verschiedenen eingelegten Fischsorten oder Stockfisch mit Salzkartoffeln. Der saftige Schinken lag auf einem Servierteller und war zentral platziert worden. Ebenfalls hatte meine Familie Möhren-, Kartoffel- und Steckrübenauflauf zubereitet, worüber ich mich wie jedes Jahr freute. Zum Hauptgericht wurde Rossoli-Salat gereicht, "rosa" gefärbte Sahne. Zu hatten meine Eltern "angereicherter" Glögi, Bier und Wein angeboten. Zum Nachtisch ab es Milchreis mit Preiselbeersaft und ich fühlte mich danach dem Platzen nahe. Und trotzdem musste ich auch noch Pulla naschen, denn dafür war immer noch Platz.
Satt und zufrieden lehnten Lauri und ich uns dann zurück und mussten erfreut feststellen, dass es nicht nur uns so ging. Meine Oma kam dann immer mit dem wohl typischsten Satz „Kommt, esst mal, es ist noch soviel da, es muss alle werden!!“, doch jeder winkte dankend ab.

180. Kapitel

„Ok, ich würde sagen, wir laufen alle noch eine Runde und dann is Bescherung!!“ meinte mein Vater und wir sahen ihn entgeistert an.
„Du willst doch nicht wirklich jetzt noch raus?? Es ist stockdunkel und arschkalt!!“ brummte ich und mein Bruder unterstütze mich.
„Also Andy, wer hier erst während des Essens kommt, sollte mal ganz still sein!!“ ärgerte mein Onkel ihn, doch er zog nur eine Schnute.
„Nein, geht mal alle das Essen verdauen. Mutti und ich werden hier aufräumen, damit wir dann die Geschenke verteilen können!!“ meine Mutter scheuchte uns so nach und nach vom Tisch und so blieb uns nix anderes übrig.
„Soll ich nicht vielleicht mit helfen??“ ok, das ist zwar nicht das, was ich am Liebsten gemacht hätte, aber ich wollte nicht in die Kälte.
„Nein, geht ihr ruhig, wir schaffen das schon!!“ meinte meine Oma lächelnd und so schlüpfte ich in meinen Mantel, den mir Lauri hinhielt. Danach wickelte ich meinen Schal um und setze mir meine Mütze auf. Zum Schluss kamen die Handschuhe, als mir einfiel, dass ich vielleicht meine Stiefel auch gebrauchen könnte.
„Tztztz, mit dir macht man was mit!!“ schüttelte Lauri den Kopf und half mir in die Stiefel.
„Nee, das is die viitaniemische Erziehung mein Guter!!“ sachte haute ihm Andy auf die Schulter und beide mussten lachen.
„Oder so!! Ok, alle bereit??“ wir nickten und ich hakte mich bei Lauri unter. Zusammen liefen wir durch die Straßen und es waren einige Leute unterwegs. Zuerst gingen wir auf den Friedhof, so wie es Brauch ist, und zündeten Kerzen für unsere Lieben an. Auch Lauri ging zu den Gräbern seiner Vorfahren und zündete zusammen mit mir Kerzen an. Schweigend gingen wir danach zurück auf die Straße und ich schaute mir die Häuserfassaden an. In vielen Fenstern brannten Kerzen, welche einen warmen Schein verursachten. Irgendwie ist Weihnachten die schönste Zeit!!
Als die anderen sich auf den Heimweg machten, hielt mich Lauri zurück und ich schaute ihn irritiert an.
„Nein, dein Geschenk erwartet dich dort nicht!!“ murmelte er leise durch seinen Schal und ich verstand immer noch Bahnhof. Ich ließ mich von ihm führen, unter uns knirschte der Schnee und wir entfernten uns immer weiter von dem Heim meiner Eltern.
„Schatz…wohin gehen wir??“ fragte ich, als auch so langsam die Kälte von mir Besitz ergriff.
„Nicht mehr weit!!“ konnte ich verstehen und so kuschelte ich mich näher an ihn. So liefen wir noch knapp eine viertel Stunde und ich dachte, ich müsste zusammen mit ihm elendig erfrieren, als er abrupt stehen blieb.
„Was ist los??“ fragte ich leise, weil ich nix Besonderes erkennen konnte, außer einiger Einfamilienhäuser mit Gärten ringsherum. Alle waren festlich geschmückt und viele hatten hell erleuchtet Fenster und ab und an drang ein Lachen an unsere Ohren.
„Ok, schließe bitte deine Augen!!“ raunte er mir leise zu und ich tat, wie mir geheißen. Ich hörte es neben mir rascheln und in mir machte sich schon Panik breit, als er meine Hand nahm.
„Schatz, ich weiß nicht…irgendwie kann ich in deiner Gegenwart nicht klar denken, nicht normal atmen und denken, aber wenn ich nicht bei dir bin, ist es noch schlimmer!! Und naja, da wir bald heiraten werden und ich…wir…unsere Wohnungen aus demselben Grund abgegeben haben, naja…also…ich mein…ich liebe dich und ich hoffe, dir gefällt mein Weihnachtsgeschenk!!“ etwas langsam öffnete ich meine Augen wieder, weil ich nicht verstand, warum ich sie deswegen schließen sollte, als er mir ein kleines Kästchen, welches liebevoll verpackt war, in die Hand drückte.
„Danke…“ murmelte ich und packte es aus. Ich fühlte mich war etwas unbehaglich so mitten in der Pampa ein Geschenk zu erhalten, aber wenn er es mir nicht vor all den Leuten aus meiner Familie geben wollte, konnte ich ihn auch verstehen. Als das Geschenkpapier die Sicht freigab, sah ich auf eine kleine durchsichtige Box, in der ein Schlüsselbund lag. Ich muss wohl sehr perplex ausgesehen haben, denn Lauri lachte leise auf.
„Und nun…“ er trat auf eines der Gartentore zu, nimm den Schlüssel und öffne damit das Tor zu unserem neuen Heim!“ forderte er mich leise auf und ich verlor beinah das Geschenk, weil ich so sehr zitterte.
„Nein…das ist jetzt nicht dein Ernst?? Oh man Lauri, das is…“ weiter kam ich nicht, weil ich ihm schluchzend um den Hals fiel. „Du bist das Beste, was mir passieren konnte!!“ ich spürte die Tränen meine Wange hinablaufen, als ich den Schlüssel ins Tor steckte und umdrehte. Hand in Hand liefen wir durch den verschneiten Vorgarten und ich konnte meinen Blick nicht von dem Haus wenden. Ein typisches Einfamilienhaus – unser neues Zuhause.

181. Kapitel

„Na komm!! Es ist echt kalt hier draußen!!“ meinte Lauri und zog mich mit sich. Zusammen stolperten wir dann in unser neues Zuhause und ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Es war alles soweit eingerichtet.
„Umm…Lauri…ich will ja nicht…aber wie…“ ich drehte mich zu ihm um und er lächelte mich an.
„Keine Angst, die Hälfte haben deine Familie getragen!! Sie ließen sich davon auch nicht abbringen!!“ er zog mich in seine Arme und ich küsste ihn sanft.
„Na komm, ich zeig dir jetzt mal, wo ich dann mein Studio einbauen werde!!“ wie ein kleiner Junge rannte er fast die Treppe um Keller hinab und öffnete dann die Tür. Doch mehr als bis in den Türrahmen kam er nicht, denn er blieb abrupt stehen und drehte sich verwundert um.
„Sag mal, wusstest du was davon??“ er deutete in den Raum hinein und als ich, was ihn so erstaunte, musste ich mit dem Kopf schütteln.
„Nein, woher auch??“ ich besah mir zusammen mit Lauri das Studio und da fiel uns auch der Banner auf.
>>Damit Lauri immer einen Rückzugsort, bzw. Bibbi einen Beschäftigung für Lauri!! Alles Liebe zu Weihnachten und fürs neue Heim!!<<
Unterschrieben war es von allen unseren Freunden, Verwandten und Bekannten, die wohl von Lauris sehnlichsten Wunsch wussten.
Dieser betätigte währenddessen wie ein kleiner Junge sämtliche Hebel und Knöpfe, erzeugte damit allerlei Töne und Geräusche. In diesem Zustand ließ ich ihn lieber allein und machte mich auf meinen eigenen Rundgang durch das Haus. Es war voll möbliert, es fehlten nur noch die technischen Sachen, die ja noch in den Wohnungen standen. In der Küche stellte ich fest, dass meine Eltern sich ziemlich ins Zeug gelegt hatten, denn hier war ja alles komplett neu. Aber am meisten freute ich mich über die dunkelblaue Einbauküche.
Das Wohnzimmer war hell und geräumig, so dass man schön einen DVD-Abend machen konnte. Von hier kam man auch auf die Terrasse, die leicht schattig lag, da oben drüber der Balkon war. Leider konnte ich noch nicht viel erkennen, da zu viel Schnee lag. Das Romantischste aber war der Kamin, der in der Ecke stand. Irgendwer hatte hier schon einige Scheite aufgelegt, deswegen knackte es ab und an und es war eine angenehme Wärme vorhanden. Meine Mutter konnte es aber nicht lassen, denn ich sah einigen Weihnachtsschmuck von meinem Elternhaus hier herumstehen.
Danach ging ich die Treppe nach oben in die 1. Etage, dort gab es 4 Türen. Hinter der ersten befand sich ein kleiner Raum, der noch nicht weiter ausgestatten war, doch irgendein Witzbold hatte eine Computerattrappe auf den Tisch gestellt. Gegenüber des „Arbeitszimmers“ befand sich ebenfalls eine Tür, die ich öffnete und schon stand ich im wohl größten Bad, welches ich jemals gesehen habe. Nun wurde mir auch klar, warum nur eine Tür auf dieser Seite eingebaut wurde. Neben einem Waschbecken, einer Toilette und einer Dusche, gab es eine in den Boden eingelassene Badewanne und eine Sauna, die wohl mir vorbehalten sein wird. Als ich nach dem Heizkörper suchte, stellte ich fest, dass wir eine Bodenheizung hatten. Die Strahler, die in der Decke eingebaut waren, erhellten das Bad in einem angenehmen Glanz und auch das Badmöbel strahlte leicht. Meine Oma hat hier erst noch geputzt!!
Das nächste Zimmer was ich öffnete, war, was mir die Sprache verschlug, ein Kinderzimmer. Zumindest sollte es das nach dem Graffiti an der Wand darstellen. Schnell schloss ich diese Türe und ging zur nächsten und somit letzten für diese Etage.
Dieses Zimmer war ein Gästezimmer, welches ich als solches daran erkannte, dass irgendwer Bettwäsche aufgezogen hatte, worauf „Für Gäste“ stand. Kopfschüttelnd schloss ich die Türe und ging zur nächsten, in der Hoffnung, endlich unser Schlafzimmer zu entdecken, doch auch dieses war ein Gästezimmer. Doch hier viel mir auf, dass auch dieses Zimmer eine Tür zum Balkon hatte. Etwas irritiert lies ich die Türe zufallen und stieg dann noch eine Etage höher und stand wieder 2 Türen gegenüber.
Das erste Zimmer enthielt den Fernseher und die Playstation von Lauri, sowie seine Wohnzimmereinrichtung. Alles klar, hier ist also sein Spielzimmer!! Lächelnd ging ich zu der nun letzten Tür und trat wenig später in unser neues Schlafzimmer.
„Na, hast du alles bisher angeschaut??“ fragte mich Lauri plötzlich und ich zuckte erschrocken zusammen.
„Man, schleich dich nie wieder so an!!“ brachte ich mühsam hervor und drehte mich zu ihm um.
„Sorry…dachte du hast mich gehört!! Und, was sagst du?? Ist es nach deinen Vorstellungen??“ raunte er mir ins Ohr, zog mich an sich in stütze sein Kinn auf meiner Schulter ab.
„Es ist wunderschön, bis auf…dieses Kinderzimmer!! Ich hoffe, sie erwarten nix von uns!!“ ich nahm ihn an der Hand und zog ihn mit mir auf unser neues Bett, welches fast doppelt so groß war, als meines. Die rote Farbe an den Wänden verlieh dem schwarzen Metall etwas verdammt verruchtes, genauso wie der dunkle Schrank und die dunklen Kommoden. Einzig die große Fensterfront, die von dunkelroten Samtvorhängen verdeckt werden würde, hob das Ganze wieder auf. Der schwarze Baldachin, der sich über dem Bett spannte, wurde ebenfalls von einigen Punkten unterbrochen, beim genaueren Hinschauen entdeckte ich, dass das Sterne sind.
„Fertig mit Begutachten??“ frage mich Lauri leise und ich nickte, woraufhin er mich auf sich zog und seine Lippen auf meine presste. Ich erwiderte seinen Kuss und alsbald machten sich unsere Hände wieder auf Wanderschaft.

182. Kapitel

„Du, was is das für nen Geräusch da??“ fragte ich, während er an meinen Knöpfen nestelte.
„Nee, das is jetzt ned denen ihr Ernst!!“ grummelte er, stand auf und zog sich wieder ordentlich an.
„Wessen Ernst??“ ich stand ebenfalls auf und folgte ihm dann hinunter. Als er die Türe öffnete, standen uns Eero, Niina, Aki, Pauli und Natalie gegenüber.
„Alles Liebe zu Weihnachten, oder so!!“ strahlten sie uns entgegen und traten dann ein. Nachdem sie, unter ständigen „Ohs“ und „Ahs“ das Haus richtig inspiziert hatten, setzten wir uns alle ins Wohnzimmer vor den Kamin und redeten, tranken bisschen Wein und genossen die Stimmung.
So nach und nach verließen unsere Freunde uns auch wieder und als dann auch endlich Aki den Heimweg antrat, räumten wir schnell auf und gingen dann zurück in unser Schlafzimmer.
Doch dieses Mal krochen wir nur in die Decken, kuschelten uns aneinander und schliefen dann ein.
Am nächsten Tag standen wir erst gegen Mittag auf und hatten dadurch dann zu tun, dass wir pünktlich zum Essen bei seinen Eltern kamen, so dass wir uns ein Taxi nahmen.

„Und, wie gefällt dir das Haus??“ fragte mich Liisa, als wir am Esstisch saßen und uns entspannt zurücklehnten.
„Es ist fantastisch!! Ich war echt überrascht und bin immer noch sprachlos!! Ich hätte nie damit gerechnet!!“ gab ich ehrlich zurück und ein Lächeln trat auf ihr Gesicht.
„Ja, frage nicht, wie uns Lauri genervt hatte, als er auf Tour war!!“
„Auf Tour??“ ich sah sie irritiert an.
„Ja, er hat das wohl schon länger geplant!! Wusstest du davon nix??“ nun sah auch sie mich perplex an.
„Nee, woher denn??“ ich nahm einen Schluck von meinem Wein und schaute zu Lauri, der in sich hineingrinste.
„Naja, meiner Mom habe ich des auch ned gesagt!!“ murmelte er dann und ich zwinkerte ihm zu.
„Naja, mir wird schon lange nicht mehr alles gesagt!!“ lachte Liisa und wir mussten mitlachen. Noch lange saßen wir beisammen, selbst Hannah blieb länger als geplant und ich lernte auch noch einige von ihren Verwandten kennen.
Als wir losliefen, nahm er meine Hand und zusammen stapften wir durch den Schnee nach Hause.
„Öhm, wohin laufen wir jetzt??“ fragte ich ihn. „Zum Haus oder zu mir??“
„Naja, ich würde sagen, wir laufen zu dir und fahren dann morgen mit dem Auto zu deinen Eltern und dann in unser Haus!!“
„Ok, weil bis dahin wäre ich heute nimmer gelaufen!!“ murmelte ich und kuschelte mich näher an ihn.
„Nee, ich auch nicht!!“ gab er zu und ich merkte, wie müde er war.
„Wir müssen morgen auch nicht zu meinen Eltern!! Lass uns nach dem Frühstück ins Sommerhaus oder in unseres fahren!!“ schlug ich vor und ich sah, wie er überlegte.
„Meinst du wirklich?? Nicht das deine Eltern sauer sind dann!!“
„Ach, das werden sie schon verstehen!! Waren doch gestern da!!“ lächelte ich ihn an und er blieb kurz stehen. Die Schneeflocken tanzten um uns herum und kleine Wölkchen bildeten sich beim Ausatmen. Leicht legte ich meinen Kopf in den Nacken und sah ihn aus halbgeöffneten Augen an. Sachte drückte er mir seine Lippen auf und so wie die Schneeflocken auf unserer Haut schmolzen, so verschmolzen unsere Lippen. Wie lange wir so dastanden weiß ich nicht genau, jedenfalls lösten wir uns nur widerwillig, weil es kalt wurde und wir nicht als Schneemänner enden wollten.

Als wir bei mir ankamen, vermisste ich irgendwie das Flair des neuen Hauses, alles kam mir trist und öde vor, so schien es auch Lauri zu gehen, der sich aufseufzend ins Sofa fallen ließ.
„Ich hasse Feiertage!!“ murmelte er, zog mich zu sich und kuschelte sich an mich.
„Naja, ich fands aber total schön, dass du extra wegen mir dageblieben bist!!“ ich küsste ihn auf die Stirn und lehnte mich dann an.
„Lass uns ins Bett gehen!! Ich will mich nur noch ausruhen!!“ meinte er leise und ich nickte. Gemeinsam gingen wir dann ins Bad, putzten Zähne und zogen unsere Sachen aus. Leicht fröstelnd folgte ich ihm dann ins Bett und kuschelte mich zähneklappernd an ihn.
„Wie kann man nur so eine Frostbeule sein??“ lachte er leise und ich grummelte leise.
„Naja, wenn ich beinahe als Schneemann geendet wäre, is das ja kein Wunder!!“
„Och, komm her, ich mach es dir schon warm!!“ raunte er mir leise ins Ohr, bevor er zärtlich am Ohrläppchen knabberte. Kichernd drehte ich mich zu ihm und schlang meine Arme um ihn.

„Guten Morgen mein Liebling!!“ hauchte ich am nächsten Tag Lauri ins Ohr, der sich daraufhin unter der Decke versteckte und seelenruhig weiterschlief. Ich stand erstmal auf, ging ins Bad und als ich fertig war, rief ich meine Familie an, die sich so was schon gedacht hatten und nicht böse waren. Mit einem Blick ins Schlafzimmer sah ich, das Lauri noch immer im Traumland weilte und so setzte ich mich an meinen PC und loggte mich im Forum ein. Natürlich war so früh am Morgen noch kaum einer online, aber Luci und eine Freundin von ihr redeten schon munter und regten sich über die Feiertage und alles damit Verbundene auf. Als ich Luci begrüßte, fragte sie mich irritiert, was denn los sei, doch ich erklärte es ihr und sie musste lachen. Ihre Freundin, die ebenfalls Claudia hieß, staunte nicht schlecht, bzw. wollte sie erst nicht glauben, das ich mit dem Sänger von TR zusammen bin, doch dann erzählte sie mir, dass sie eigentlich auch in Finnland gewesen wäre, wenn ihre Mutter nicht krank geworden wäre.
Als ich sie nach dem Grund fragte, warum sie auch in Finnland Weihnachten verbracht hätte, erzählte sie mir, dass ihr Verlobter in Hämeenlinna wohnt.
Wir redeten noch eine ganze Weile bis mein Plumps total verschlafen aus dem Bett gekrochen kam.
„Guten Morgen!! Schon wach??“ fragte er mich ungläubig und warf einen neugierigen Blick über meine Schulter. „Bist du etwa wieder in diesem Forum??“
Als ich nickte, verzog er sich erstmal kopfschüttelnd ins Bad, ich verabschiedete mich von Luci und Claudia und ging dann in die Küche, um das Frühstück vorzubereiten.
Nebenbei packte ich in einen Korb einige Lebensmittel und das, was uns unsere Familien von den Festessen mitgegeben hatten, damit wir auch was Essbares im Hause haben würden.
Nach einem gemütlichen Frühstück packten wir noch schnell einige Klamotten ein und fuhren dann zum Haus. Je näher wir dem Gebäude kamen, umso mehr stieg in mir die Freude auf die Stunden gemeinsam mit Lauri.

183. Kapitel

Zusammen räumten wir das Essen und die Getränke in die Küche, während durch die Maschine der Kaffee lief. Vorsorglich, wie wir doch manchmal sind, legten wir unsere Handys abgeschaltet in meine Tasche und setzten uns dann erstmal gemütlich an den Tisch und tranken Kaffee.
„Und, was willst du als erstes machen??“ fragte ich ihn dann leise und ein verschmitztes Lächeln trat auf sein Gesicht.
„Ooch…du…da würden mir so viele Dinge einfallen!!“
„Hmm…außer Sex??“
„Naja, meinst nicht, wir sollten dann mal langsam unsere Sachen mit auspacken??“
„Welche Sachen??“ ich sah ihn verwirrt an.
„Naja, dein Vater, dein Bruder und ich waren mal so frei, und haben schon einiges hergeholt, bzw. so ziemlich alles. Sag mal, is dir das gar nicht aufgefallen??“
„Nee…weil…naja, es war schon wenig kahl in meiner Wohnung, aber nachdem ich das Haus gesehen hatte, dachte ich mir, dass es normal sei. Aber…meine Sachen waren doch alle noch im Schrank!!“
„Ja, die wollten dein Vater und Bruder nicht anrühren!! Und ich auch nicht, ich mein, ich sehe dich zwar darin, aber vielleicht hast auch du wie so jede andere Frau ihr kleines Geheimnis in der Unterwäscheschublade versteckt!!“ lachte er und ich sah ihn etwas entrüstet an.
„Lauri…ich finde das nicht lustig!! Du hast bestimmt all deine Sachen schon hier, oder??“
„Ja…Aki bringt mir dann demnächst noch den Rest für mein Zimmer.“ Wie ein kleiner Junge saß er mir gegenüber und erzählte was von seinem Zimmer. Lachend stand ich auf, stieg die Treppen hoch und tatsächlich. In jedem der Räume stand irgendein Karton. Missmutig machte ich mich daran, sie zu öffnen, auf den Inhalt zu überprüfen und dann das Zeugs in die dafür vorgesehenen Schränke zu räumen. Das Lauri soviel Bettwäsche hat, hielt ich nie für möglich - wohl einiges darunter, was Fangeschenke sind. Bei dem Gedanken daran, dass er ein Paket bekommt, welches Bettwäsche beinhaltet musste ich so anfangen mit Lachen, dass mir die Tränen herabliefen. Lauri, der im Bad unsere Schminksachen, Haarstylingzeugs etc. einräumte, kam zu mir und fragte mich, ob es mir gut geht. Bei seinem Anblick, überall war etwas Wimperntusche, Puder etc. verschmiert, musste ich noch mehr lachen, weil da auch vieles Fangeschenke waren.
So nach und nach beruhigte ich mich und musste mich zwingen, nicht zu Lauri zu schauen, sonst wäre es mit der Selbstbeherrschung vorbeigewesen.
„Ok, es ist alles wieder gut!!“ kicherte ich und stand auf um die Bettlaken einzusortieren. Dabei rutschte mir, wie schon die ganze Zeit, das T-Shirt hoch und ich spürte auf einmal 2 kalte Hände auf meinem Bauch. Erschrocken zuckte ich zusammen, dabei fielen die Bettlaken auf unsere Köpfe. Lauri drehte mich zu sich und seine Lippen suchten die meinen, was angesichts der Bettlaken auf unseren Kopf recht schwierig war. Lachend kämpfen wir uns dann frei und bevor ich mich meiner Arbeit auch nur im Geringsten hätte wieder zuwenden können, zog er mich aufs Bett und legte ein Bein quer über mich, damit ich nicht aufstehen konnte. Ich gab mich geschlagen und zog ihn näher an mich heran und wir versanken in einen leidenschaftlichen Kuss.

Später lagen wir völlig verschwitzt, aber zufrieden nebeneinander und müde streiften meine Augen das Chaos.
„Eigentlich hätten wir so unser neues Bett einweihen sollen, und nicht das Gästebett!!“ murmelte ich und er kicherte leise.
„Es gibt noch so vieles einzuweihen…“ er knabberte an meinem Ohr und ich spürte die Wogen der Lust erneut in mir aufwallen. Entschieden rückte ich aber dann von ihm ab und stand auf.
„Was ist los??“ fragte er.
„Naja, wir müssen ja nicht gleich heute alles einweihen!!“ meinte ich mit kratziger Stimme und musste ein paar Mal husten. „Ich will das heute noch fertigmachen und dann…“
„…dann machen wir da weiter, wo wir eben aufgehört haben!!“ raunte er, zog sich ebenfalls an und ging wieder ins Bad zurück, wo ich kurz darauf leises Gepolter hörte.
Ob das jetzt ein Versprechen oder eine Drohung war, werde ich wohl später erfahren!!
Seufzend wandte ich mich dann wieder den Bettlaken zu, die auf dem Boden lagen und faltete sie wieder zusammen und nachdem der 3. Karton endlich auch im Schrank verstaut war, trat ich für einen Moment auf den Balkon. Kalte klare Luft empfing mich und ich atmete tief ein. Die verschneite Landschaft lud so richtig zum träumen ein und ich ertappte mich, wie ich mir Lauri mit unserem Kind im Garten beim Schneemannbauen vorstellte. Kurz verweilte ich ihn diesem Traum, schüttelte jedoch dann entschlossen den Kopf und verbannte diesen Gedanken in der hintersten Ecke. Mit einem letzten Blick auf die Garten- und Tannebaumbeleuchtung unserer Nachbarn trat ich zurück ins Gästezimmer, wo ich dann das von uns eingesaute Bettzeug nahm und in den Keller schaffte, wo die Waschmaschine steht.
Auf meinem Weg zurück ins 1. Obergeschoss bemerkte ich die kahlen Wände und sogleich kam mir eine Idee, die ich verwirklichen würde, wenn Lauri mal wieder auf Tournee ist. Schon bei dem Gedanken daran verzog sich in mir etwas, doch ich wusste es nicht genau zu beurteilen. Als ich das Bad betrat, merkte ich, dass Lauri schon fertig war und lauschte auf etwaige Geräusche, die ich dann aus unserem Schlafzimmer vernahm. Schnell stieg ich die Treppe hoch und sah, dass er seine Kleidung einräumte. Als ich eintrat, ließ er schnell eine Box verschwinden und drehte sich dann etwas verkrampft lächelnd zu mir um.
„Hei Rakas!!“ er schnappte sich ein paar seiner Socken und schmiss sie in die Schublade, nur um mich nicht anschauen zu müssen.
„Lauri??“ ich ließ mich aufs Bett sinken und sah ihn ängstlich an.
„Es ist nix!!“ murmelte er, doch konnte er mir dabei nicht in die Augen sehen.
„Schatz…was ist darin??“ eigentlich wollte ich nicht ein auf Tussi machen, mir sind solche Szenen einfach zuwider, doch vor mir stand der Mann meiner Träume und er verheimlichte mir etwas. Erst wollte er nicht reagieren und schmiss weiter wahllos seine Socken in das Fach, doch dann seufzte er tief und holte die kleine Kiste heraus.
„Nein…ich will es nicht sehen!! Ich will nur wissen, was es mit ihr auf sich hat!!“ ich sah ihn noch immer mit großen Augen an und ich war mir sicher, er könne mein Herz schlagen hören.

184. Kapitel

„Setzt dich mal bitte hin!!“ er sah mich traurig an und ich tat ihm den Gefallen.
„Kannst du dich noch an die Zeit vor 3 Monaten erinnern??“ leise und etwas brüchig fragte er mich das.
„Als ihr mit eurer Tour begonnen hattet und wir…bei uns…naja, als das mit Aki war und so??“
„Ja…da hast du doch meine Schwester kennen gelernt und… kannst du dich noch daran erinnern, über was ihr damals geredet habt??“
„Hmm… wird wohl über dich, über dich und über dich gewesen sein!!“ murmelte ich.
„Ja, das auch… aber, da war noch etwas… etwas, was dir Angst gemacht hatte!!“ er sah mir ins Gesicht und ich überlegte weiter, bis ich erschrocken nach Luft schnappte.
„Du wusstest davon?? Sie sollte dir doch aber gar nix von erzählen!!“
„He…sie ist meine Schwester!!“ er grinste leicht.
„Ja, aber was hat das dann mit der Box auf sich?? Ich meine, die Kette trage ich ja an meinem Hals, den Ring hattest du ja damals noch nicht und was anderes würde mir jetzt nicht einfallen!!“ ich strich mir eine Strähne meiner Haare aus dem Gesicht und blickte dann wieder abwechselnd von ihm auf die Box.
„Rakas, du bist die umwerfendste Frau und ich habe es mir nie träumen lassen, dass es einmal passiert, dass ich meine Freiheit aufgebe, dass ich mich in einer Frau verliere und das Musik sogar nebensächlich wird, nur damit ich mit der Frau meines Lebens Zusammensein kann!! Und als Hanna damals mich anrief und mir erzählte, dass…“ ich unterbrach ihn kurz und schüttelte mit dem Kopf.
„Lauri, ich liebe dich und ich meine… da hat sie dir das echt erzählt??“ ich sah ihn an und konnte mir trotzdem ein Grinsen nicht verkneifen.
„Naja, was heißt gesagt…freiwillig gleich damit rausgerückt ist sie nicht, erst nachdem ich ihr gedroht hatte, etwas aus ihrer Jugend auszuplaudern, hat sie es mir verraten!!“
„Aha, da kam dann wieder der König der Ko-…“ weiter kam ich nicht, denn er drückte mir hart seine Lippen auf meinen Mund.
„Wenn du das jetzt sagst, bin ich weg!!“ raunte er leise, als er sich wieder normal hinsetzte.
“Sorry…es is mir nur so rausgerutscht!! Aber jetzt sag schon, was hat es mit der Kiste auf sich, ich meine, wir sind jetzt verlobt und in einem halben Jahr werden wir heiraten oder so!!“ ich legte meinen Kopf auf seine Schulter und sah ihn treuherzig von unten herauf an.
„Weißt du, ich hatte mich damals irgendwie echt darauf gefreut und mache es eigentlich auch immer noch, also, wenn es soweit ist, aber bis dahin, bleibt die Schachtel verschlossen im Schrank!!“ griente er dann und ich konnte über seinen Stimmungswechsel wieder einmal nur den Kopf schütteln.
„Komm schon, jetzt zeigs halt her!“ maulte ich leise und er gab mir einen kleinen Stupser auf die Nase.
„Was bekomme ich denn dafür?“
„Umm…das darfst du dir dann aussuchen!!“
„Alles??“
„Nee, nicht alles, aber vieles!!“ korrigierte ich mich, nachdem ich ihn angesehen hatte. Leicht verzog sich sein Gesicht und ich spürte, dass er enttäuscht war, doch mehr ließ er mich heute nicht hinter seine Fassade schauen, zumindest noch nicht.
„Also…“ er nahm den Karton und zog leicht an der Schnur. Mit jedem Zentimeter, den die Schnur sich vom Karton entfernte, wurde ich nervöser, wusste ich nicht, was mich erwartete. Als er dann den Deckel abhob, schaute ich erstmal einige Zeit sprachlos hinein, merkte noch, wie mir die Tränen kamen, bevor ich weinend aus dem Schlafzimmer rannte.
Schluchzend ließ ich mich dann im Bad am Schrank hinabgleiten, bis ich den kalten Fliesenboden berührte und weinte mich erstmal aus. Ich weiß nicht, wann er ins Bad kam, jedenfalls spürte ich, nachdem der Tränenstrom langsam versiegte, wie er mich behutsam in den Arm nahm und mir sachte über den Kopf strich.
„Das wollte ich nicht!!“ flüsterte er und ich nickte.
„Ich…ich…weiß!! Es ist nur…ich hatte mich auch irgendwo gefreut…aber ich…du…wir…“ ich brach ab.
„Scht!! Vergessen wir es…“ er nahm mich fest in seine Arme und so saßen wir noch einige Zeit da, bis wir uns langsam erhoben und in die Küche gingen um einen Kaffee zu trinken. Während dieser ganzen Zeit sprachen wir kein Wort, jeder hing seinen Gedanken nach.
„Kannst du es dir vorstellen??“
„Ja…so komisch es klingt, ich kann!!“ mit einem Blick durch die Küche und in Gedanken beim Rest vom Haus, wurde mir warm. „Eines Tages kann ich es mir vorstellen!“ lächelte ich ihn dann zaghaft an und er nickte.

185. Kapitel

„Und, wann hast du da das Zeugs gekauft?? Ich meine, es war ja relativ schnell klar, dass dem nicht so war.“ Fragte ich ihn, als wir zusammen in der Badewanne saßen und uns entspannten.
„Ach, Eero war was für seinen Kleinen kaufen und da bin ich mal mit, so ganz zufällig natürlich…“ er musste lachen, als er sich daran erinnerte „…und dann habe ich das entdeckt und musste es haben!“
„Und was wäre, wenn es ein Junge geworden wäre?? Dem kann man schlecht lila anziehen!“ kicherte ich leise und erntete davon einen nassen Schwamm im Gesicht.
„Ich will aber ein Mädchen!!“ raunte er mir dann ins Ohr.
„Och, was du alles willst!! Danach richten sich deine kleinen Männels mit den roten Pantoffeln nicht!!“
„Meine was??“ entgeistert sah er mich an, bis er den Sinn meiner Worte verstand und in schallendes Gelächter ausbrach.
„Du bist so chaotisch Frau!!“
„I know!!“ lachte auch ich und griff dann nach dem Schwamm.

Gemütlich saßen wir später, ins unsere Bademäntel gehüllt, auf dem Sofa und tranken Kaffee. Das Feuer brannte im Kamin und ab und an hörte man ein Knacksen.
„Schatz, ich hab noch einen Anschlag auf dich vor!!“ meine Lauri und ich sah ihn erschrocken an.
„Wir fliegen über Silvester nach Mauritius!“
„Mauritius?? Echt?? Das ist ja…toll!!“ ich fiel ihm in die Arme und drückte ihn fest an mich.
“Ja, ich will mal bisschen Urlaub machen und so… ich hoffe, du hast keine Probleme damit, denn ich habe vergessen zu sagen, dass es morgen schon losgeht!!“ er sah mich entschuldigend an.
„Lauri…das fällt dir ja sehr zeitig ein…ich bin dann mal packen!!“ ich stand auf und rannte wie von der Tarantel gestochen nach oben. Immer wieder schüttelte ich den Kopf und warf ziellos meine Sachen in den Koffer. Als ich dann fertig war, ging ich, mittlerweile im Jogginganzug nach unten und hörte Lauri in der Küche reden. Also bog ich in die Kühe ab und als er mich sah, hob er kurz die Hand und sagte zu seinem Gesprächspartner nur noch „…das ist toll, dann sehen wir uns vor Ort!! Bis bald!!“
„Wer war das??“ jaaaa, ich bin eine neugierige Frau.
„Oh, nur Aki wegen den anstehenden Konzerten. Hast fertig gepackt??“ lächelnd nahm er mich in den Arm und so standen wir einige Minuten an den Küchenthresen gelehnt da.
„Ja, aber das nächste Mal etwas eher bitte!!“
„Hmm!“ brummte er in meine Haare und zog mich dann mit nach oben. Unterwegs löschten wir überall die Lichter und wieder war ich etwas verzaubert von den Lichtern im Garten unserer Nachbarn.
„Nächstes Jahr glitzerts bei uns auch überall!!“
„Versprochen??“
„Ja…und jetzt komm…wir müssen um elf am Flughafen sein.“

Die Sonne blendete, als wir aus dem Flugzeug stiegen und eine angenehme Brise wehte uns durch die Haare. Beide waren wir noch wie Winter gekleidet, weil es in Helsinki gute zwanzig Grad minus gewesen waren.
„Puh…schnell ins Hotel und raus aus den Klamotten!!“ stöhnte ich und lief Lauri zur Gepäckabfertigung hinterher.
Vor dem Flughafengebäude stand ein Taxi, das wohl auf uns zu warten schien. Der Fahrer war höflich und bedachte uns mit einem Lächeln, dabei blitzen seine strahlendweißen Zähne. Während der Fahrt zum Hotel genoss ich die Landschaft die an uns vorbeiflog und erhaschte ab und an einen Blick auf das Meer, das strahlend blau leuchtete, so wie Akis Augen. Als ich an ihn dachte, zuckte ich erschrocken zusammen, was Lauri mitbekam.
„Was ist los??“
„Ich musste…also wegen dem Wasser…ich hab…nja grad an Aki denken müssen!!“ sagte ich leise und schaue verlegen aus dem Fenster.
„Kein Problem, mache ich auch immer!!“ lachte er leise und griff nach meiner Hand.
„Weißt du, was mich wundert ist, dass meine Eltern das so gelassen aufgenommen haben. Erst das wir am 2. Feiertag für uns waren und dann, das wir so überstürzt wegfliegen!!“ meinte ich nachdenklich, doch Lauri lenkte mich damit ab, dass er mir einen endlos weißen Strand zeigte. Im Hotel angekommen ging er zu Rezeption und erledigte alles Formale und bekam die Schlüsselkarte ausgehändigt. Zusammen mit einem Pagen fuhren wir im Lift zu unseren Zimmer, besser gesagt zu unserer Suite, die traumhaft ausgestattet war. Sie war komplett in Weiß gehalten und hatte einen sagenhaften Blick auf einen der weißen Strände. Als der Page, nicht ohne ordentliches Trinkgeld, die Suite verließ, schmiss ich mich auf das Himmelbett und schloss erstmal die Augen. Der Flug saß mir dann doch noch etwas in den Knochen und so genoss ich erstmal all die fremden Geräusche, den Geruch vom Meer und den vielen tropischen Pflanzen. Zufrieden seufzend erhob ich mich und tat es Lauri gleich, der sich seiner Sachen entledigte und sommerliche Kleidung anzog. Danach machten wir uns erstmal auf den weg, die Gegend zu erkunden und ich strahlte mit der Sonne um die Wette, so schön war es hier. Unterwegs gingen wir in ein kleines Restaurant zu Mittag essen und danach an den Strand. Ich cremte mich mit Sonnenmilch ein, Lauri schien das irgendwie nicht zu brauchen, aber er half mir und trug die Sonnencreme auf meinen rücken auf. Sanft spürte ich seine Finger und kleine Schauer rannten meinen Rücken hinab. Zusammen verbrachten wir einen schönen Tag am Strand und abends aßen wir im Hotel, wo mir auffiel, dass wenige Gäste anwesend waren.
Die nächsten Tage verbrachten wir damit, die Gegend zu erkunden und uns am Strand in der Sonne bräunen zu lassen. Lauri telefonierte ab und an, was ich aber auf die bevorstehende Tour schob, so dass ich mir keinen Kopf machte. Als der 31.12.05 anbrach, fragte ich Lauri, wie die Leute hier wohl Silvester feiern würden und er meinte, dass unser Hotel eine Silvesterparty veranstalte, der wir ja beiwohnen könnten. Dabei glitzerte es in seinen Augen, so dass ich ihm zustimmte, weil ich dachte, er freue sich so darauf. Jedoch merkte ich schon kurz nach dem Frühstück, wie falsch ich lag. Als wir fertig gegessen hatten, meinte er, er müsse kurz telefonieren, ich sollte doch schon mal ohne ihn ins Zimmer zurückgehen und dort auf ihn warten. Jedoch traf mich, als ich in das Zimmer ging erstmal der Schlag. Dort saß meine Familie auf dem Sofa und sah mich gespannt an.
„Hallo Kleines!! Wie geht es dir??“ fragte mich mein Vater, als er mich umarte.
„Ja…ganz gut…aber, was macht ihr hier??“ ich sah alle verdutzt an, freute mich trotzdem sie zu sehen.
„Hat Lauri dir nix gesagt??“ fragte mich meine Mutter und ich wollte gerade verneinen, als es an der Tür klopfte und nach meinem „Herein!“ Jimmy plötzlich vor mir stand.
„Jimmy?? Was machst du denn hier??“ ich musste mich setzen, weil mir das nun alles zu spanisch vorkam.
„Hei…meinst du nicht, dass du an deinem Hochzeitstag dein Kleid tragen solltest??“
„An meinem…Was ist hier los??“ ich sah jeden mit riesengroßen Augen an, während Jimmy mit Hilfe meiner Mutter das Kleid und alle dazugehörigen Accessoires auspackte.
„Ja, Lauri hat das alles arrangiert…heute wirst du heiraten Kleines!!“ meine Oma nahm mich in den Arm und redete beruhigend auf mich ein. Ich nahm dankend den Whiskey an, den mir mein Vater reiche und trank ihn mit einem Schluck aus. Als sich die Wärme in mir ausbreitete und somit auch meine Nerven beruhigen, stand ich auf und ging zu meinem Kleid.
„Das ist kein Scherz oder??“ fragte ich leise und berührte ehrfürchtig den Stoff.
„Nein…sehen wir so aus??“
ich spürte die Tränen, die mir die Wangen hinabliefen und doch breitete sich ein unbeschreibliches Glücksgefühl in mir aus, ich blickte von einem zum anderen, doch alle sahen mich gespannt an.
„Ich werde heute wirklich heiraten?? Warum hat Lauri nix gesagt??“
„Das mein Kind, dass ist sein größtes Geschenk an dich!! Er wollte nicht länger ohne dich leben, ohne diese Gewissheit und…ich muss sagen, ich bin gerührt!“ meiner Omilie traten auch die Tränen in die Augen und als sich mein Vater räusperte, merkte ich, dass auch er mit der Beherrschung rang. Er drückte mich noch einmal, bevor er den Raum verließ. Nun stand ich mit meiner Mutter, meiner Oma und meiner Kummerkastentante im Raum und wusste nicht so recht, was passieren würde, als sich die Türe öffnete und Claudia, Natalie und Sabrina in drei identisch aussehenden Kleidern hereintraten.
„Bibbi?? Wir freuen uns ja soooooooooooo!!“ alle drei kamen auf mich zu, umarmten mich und redeten wild durcheinander.
„Stopp!“ ich ging zum Fenster und sah hinaus, ohne jedoch was zu sehen.
„Wusste hier jeder davon, außer ich??“
„Ja, so ziemlich…warum??“ fragte mich meine Mutter, der man die Angst vor einem Rückzieher meinerseits schon ansah.
„Weil…weil…dass ist das Schönste was ihr alle für mich machen konntet!!“ ich drehte mich zu ihnen um und musste weinen.
„Nana, an deinem Hochzeitstag sollst du doch nicht weinen!!“ ermahnte mich meine Oma und schubste mich sanft ins Bad. Dort nahm ich ein entspannendes Bad, während draußen die Hektik losging. Ich höre mehrfach die Türe auf und zugehen, ein wildes Durcheinander an Stimmen und Geräuschen drangen an mein Ohr, so dass ich kurzerhand untertauchte. Als ich dann später in eines der Handtücher gehüllt heraustrat, waren neben meiner Mutter, meiner Oma und Jimmy noch 2 weitere Frauen anwesend, die sich als Frisöse und Stylisten herausstellten. Beide machten sich auch sogleich ans Werk, die eine steckte meine Haare kunstvoll zusammen und die andere legte mir ein leichtes Makeup auf. Als sie fertig waren, erkannte ich mich nicht wieder im Spiegel, das war eine vollkommen andere Person dort. Jedoch hatte ich nicht viel Zeit, mich zu betrachten, denn meine Mutter scheuchte mich ins Bad um meine Unterwäsche, eigentlich eher ein Hauch aus Nix, anzuziehen und dann kam der große Moment. Ich durfte in mein Hochzeitskleid schlüpfen. Erst legten sie mir die Korsage an, welches mir erstmal den Atem nahm.
„Soll ich als Leihe vor den Altar treten??“ versuchte ich zu witzeln, erntete jedoch nur mitleidige Blicke meiner Oma.
„Da musst du jetzt durch mein Schatz!!“
Dann kam der Rock und ich glaub, ich weiß warum ich so was sonst nie anziehen würde. Doch als ich dann vor dem großen Spiegel stand, musste ich echt kämpfen, nicht wieder in Tränen auszubrechen. Jimmy, der die ganze Zeit ruhig im Hintergrund stand, trat zu mir und ich viel ihm um den Hals.
„Danke…das ist schöner, als ich es mir je erträumt hatte!!“ schluchzte ich und er hielt mich lange fest.
„Du bist die schönste Braut, die ich je gesehen habe!!“
Sanft löste ich mich von ihm, trocknete meine Tränen und drehte mich einmal um die Achse. Meine Mutter setzte mir noch die Tiara mit dem Schleier auf und reichte mir die Handtasche. Jimmy half mir in die Schuhe und kurze Zeit später kam mein Vater zurück mit einem Strauß in der Hand. Als er mich sah, blieb er mitten in der Bewegung stehen und sah mich sprachlos an.
„Niemals….hätte ich es mir vorstellen können, wie du als Braut aussiehst…ich bin…ich habe…ich liebe dich!!“ brachte er mühsam hervor, während er mir den Strauß in die Hand drückte.
„Danke Daddy!“ meine Mutter, meine Oma und auch Jimmy verließen kurz darauf das Zimmer, so dass ich mit meinem Vater alleine war. Jedoch konnten wir über nix reden, weil wir beide einfach nur den Tränen nahe waren und beide doch wussten, was der andere sagen wollte. Mit einem Blick auf seine Uhr meinte mein Vater, es sei Zeit und mit deutlich schwerem Schritt ging er neben mir her. Wir liefen die Treppe hinab, durch das Foyer, wo kein Mensch zusehen war, in Richtung hoteleigener Strand. Weiße Bänder links und rechts des Weges leiteten uns den Weg und als wir am Strand ankamen, stockte ich für einen Moment. Alle, wirklich alle, die uns am Herzen lagen, waren vertreten, selbst Luci, Angie, Janine, Jana, Joonas, Anthon und Lena…und wie sie alle hießen waren versammelt um diesem Moment beizuwohnen. Vor dem Altar stand Lauri in einem schwarzen Anzug, weißem Hemd und einer Krawatte, seine Haare waren durch den wind wieder leicht zerzaust, doch so hab ich ihn noch nie gesehen. Neben ihm standen Aki, Eero und Pauli, seine Trauzeugen, beide ebenfalls in Anzug und jeder schaute gespannt mir entgegen. Die Musiker stimmten den Hochzeitsmarsch an, welches das Zeichen für meinen Vater war, mich in Richtung Altar zu bringen. Jeder unserer Gäste hatte sich erhoben und mit einem strahlenden Lächeln ging ich Lauri und somit einer neuen Zukunft entgegen. Bei ihm angekommen, sah ich das er mit seinen Lippen ein „wow“ formte und als er von meinem Vater meine Hand gereicht bekam, glitzerten verdächtige Tränen in seinen Augen.
Die Zeremonie war kurz, doch so romantisch, dass ich ab und an mit Tränen zu kämpfen hatte. Ab und an warf ich einen Blick zu meinen Brautjungfern, die alle drei mit mir um die Wette strahlten. Die Sonne, die langsam unterging, tauchte den Himmel in ein romantisches Rot und ich fühlte mich wie in einem Märchen. Als jeder der Trauzeugen, unsere Eltern, meine Brautjungfern und noch einige Freunde seine Glückwünsche und Anekdoten aufgesagt hatten, kam der wichtigste Moment.
Der Standesbeamte erhob sich und alle taten es ihm gleich.
„Herr Lauri Johannes Ylönen, möchten sie die hier anwesende Bianca Maria Viitaniemi zu ihrer Frau nehmen, sie lieben und ehren, in guten und in schlechten Tagen, bis das der Tod euch schiedet, so antworten Sie mit einem ‚Ja, ich will’ und reichen zum Zeichen ihrer Liebe den ring.“
„Ja…ich will“ kam es leise, aber bestimmt von ihm und Eeros kleiner Sohn kam zu uns mit einem Kissen in der Hand, worauf die Ringe lagen. Zitternd schob er mir den Ring auf den Finger und sah mir dabei tief in die Augen.
„Frau Bianca Maria Viitaniemi, möchten sie den hier anwesenden Lauri Johannes Ylönen zum Mann nehmen, ihn lieben und ehren, in guten wie in schlechten Tagen bis das der Tod euch scheidet, so sagen sie ‚Ja, ich will’ und reichen den Ring zum Zeichen ihre Liebe.“
„Ja…ich will“ klar und deutlich sprach ich die Worte aus und nahm von dem Kissen den Ring für Lauri. Sachte schob ich ihn auf seinen Finger und sah ihn ebenfalls tief in die Augen.
„Wenn jetzt noch jemand etwas gegen diese Verbindung dieser zweier Menschen einzuwenden hat, so möge er es jetzt vorbringen, oder für immer schweigen!!“ der Standesbeamte sah sich in der Runde um, doch keiner erhob einen Einspruch.
„Somit ernenne ich sie hiermit zu Mann und Frau. Möget das Glück immer mit Ihnen sein!! Sie dürfen die Braut jetzt küssen!!“ sprach der Beamte und Lauri legte sanft seine Lippen auf meine und wir versanken in einen schier unendlichen Kuss.
Alles um uns herum stand auf und applaudierte, irgendwoher kam Konfetti und überall liefen Tränen. Als der Beamte uns noch mal die Hand schüttelte und uns beglückwünschte, konnte ich es nicht glauben. Ich hatte geheiratet. Und als wenn ich noch eine Bestätigung brauchte, stiegen plötzlich überall Feuerwerkskörper hoch und tauchten den Himmel in bunte Lichter.